Autor Thema: Nasssumpf vs. Trockensumpf  (Gelesen 600 mal)

Offline Dj NafetsTopic starter

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Nasssumpf vs. Trockensumpf
« am: 22.10.2020, 07:22:43 »
Moin zusammen!

In einem anderen Thema wurde es schon mal angekratzt: Nasssumpf vs. Trockensumpfschmierung. Ab einer gewissen Drehzahl bräuchten die Hemis Trockensumpfschmierung um nicht auseinander zu gehen.
Nur warum ist das so? Schaumbildung? Zu viel Wind im Kurbelgehäuse?

Das Thema treibt mich ein wenig um da ich gedanklich der Zeit wieder weit voraus, schon am Umbau des Transmash bin. Langfristig soll der Motor so weit nach vorne wie es geht. Sieht z.B. Truckpower und Final Destination.
Die jetzt gebauten Tanks für Öl und Sprit hätten dann keinen Platz mehr. Einige sehr pfiffige Leute haben dem Transmash flugs eine neue Ölwanne verpasst. Ich bin allerdings der festen Überzeugung das die serienmäßige Ölwanne einen massiven(!) Anteil an der Gesamtsteifigkeit des Blocks hat.
Daher fällt das für mich aus. Gestern hatte ich nun die Idee die Ölwanne nach unten um einen geschweißten Alublechkasten zu erweitern der dann als Öltank fungiert. Platz wäre genug da. Einfach Löcher nach unten durch die Transmashwanne gebohrt und schön kann das Öl in die geschweißte Wanne nach unten fließen.

Damit wären dann auch die zwei Saugpumpen arbeitslos die sich dann z.B. um eine Kolbenspritzkühlung kümmern könnten.

Könnte sowas funktionieren? Was gilt es zu beachten?

Gruß

Stefan

Offline Sascha Mecking

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Re: Nasssumpf vs. Trockensumpf
« Antwort #1 am: 22.10.2020, 09:37:42 »
Warum willst du eigentlich den Kolbenboden mit Öl kühlen, wenn du von oben mit Methanol soviel kühlen kannst, wie du willst?
Ich wage mal die steile These, dass du da viel Aufwand für wenig Effekt hast, der bei Methanol kaum ins Gewicht fallen dürfte.
Tiefere Ölwanne ist auch immer gut. Warum genau die Hemis mit Trockensumpf die höheren Drehzahlen besser aushalten als ohne, weiß ich auch nicht genau, vermute aber, dass es an den von dir genannten Gründen liegt.
Kühlung des Öls (speziell zwischen den Läufen) ist im Trockensumpf auch immer besser.
Mit Trockensumpf kann man natürlich auch die Ölmenge reduzieren, was wieder Gewicht einspart.

Offline Dirty

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Re: Nasssumpf vs. Trockensumpf
« Antwort #2 am: 22.10.2020, 11:13:03 »
Die Hemis mit Trockensumpf fahren etwas mehr Ölmenge, was dann wieder der Kühlung dient.
Mehr als 2 Züge in einer Klasse geht auch nicht, weil die Billet Hemis dann zu warm werden.
Zum einen werden die dann richtige Ölsadinen und zum anderen ist son Bae Hemi schlecht was den
Ölhaushalt angeht. Nen Hemi der im Pulloff richtig ran muss, hart gegen Ende keine 3 bar Öldruck
Mehr. Ist ein bekanntes Hemi Problem aber quasi normal. Bei den gussblöcken ist das nicht  so
Ausgeprägt, aber dafür können die halt nicht so viel Bums ab.

Offline Dj NafetsTopic starter

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Re: Nasssumpf vs. Trockensumpf
« Antwort #3 am: 22.10.2020, 14:22:53 »
Sascha, die Antwort ist einfach: Weil ich es dann kann ;) Klar kann ich meinen Zylinder so zuschütten das im Grunde gar nichts mehr brennt, aber warum sollte ich das wollen wenn ich oben ordentlich anstecken kann und unten entsprechend Kühle.
Außerdem bilde ich mir ein, das ich bei der Transe schon sehr viele Kolben mit Fressspuren gesehen habe. Truckpower hat da wohl sogar mal Grafiteinsätze ins Kolbenhemd gemacht? Kommt mir auf alle Fälle komisch vor.

Von der Kühloberfläche stelle ich mich bei einer zusätzlich angeschweißten Ölwanne aber nicht schlechter, Ich würde sogar behaupten das ich damit in Summe mehr Oberfläche hätte.

Das mit dem Öldruck bei den Hemis sagte mir Andy Bender mal. Zum Ende des Pulls würde wohl immer die Öldruckleuchte angehen. Macht aber auch Sinn bei Blöcken aus aller feinstem 7075. Das dehnt sich bei Temperatur aus wie Wutz. Ne AlSi Gusslegierung bleibt da mehr zusammen.
Da sollen die Lagerspiele wohl zu Wurfpassungen werden.

Gruß

Stefan

Offline pace setter

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Re: Nasssumpf vs. Trockensumpf
« Antwort #4 am: 23.10.2020, 11:19:08 »
Hallo,
 
Wenn da gegen Ende des Pulls die Öldruckkontollleuchte angeht wird es wohl am heißen Öl liegen, dass dann zu dünn ist. Tipp: Einfach mal ein Öl einfüllen das am Ende des Pulls noch die Viskosität hat, wie das jetzt verwendete Öl am Anfang des Pulls. Das hilft! Und dann wird auch der Verschleiß weniger.


Ansonsten einen Öltank bauen mit Wasserkühlung oder gleich Trockeneis drumherum packen... ;)

Aber warum eigentlich Öldruck?

Mein luftgekühlter Zweitakt- Saugdiesel mit Trockensumpfschmierung  hat eine drucklose Ölschmierung.  Da fördert die Ölpumpe über zwei Anschlüsse das Öl einmal an´s Kolbenhemd und einmal an das hintere Kurbelwellenlager. Von da aus fließt das Öl in das Kurbelgehäuse und wird verwirbelt und gelangt bis zum Kolbenbolzen und Pleuellager. Das Pleuel selbst hat eine Bohrung bis zum Pleuellager. Das Öl vom Kolbenbolzen fließt durch die Bohrung bis zum Pleuellager bzw. das Öl vom Pleuellager bis zum Kolbenbolzen.  Der nach unten laufende Kolben streift das Öl von der Zylinderwand ab in eine in den Zylinder geschliffene Nute. Das Öl läuft von der Nute in eine Bohrung im Kurbelgehäuse in das vordere Kurbelwellenlager. Von da aus in einen Ölschleuderring der das Öl im Kurbelgehäuse verteilt und Zylinder, Kolben, Pleuelager, Kolbenbolzenlager schmiert. Überschüssiges Öl wird über dem Auslaßschlitz über ein Röhrchen nach außen in einen Sammelbehälter geleitet.
Der Rest verbrennt zusammen mit dem Diesel. Das sich im Kurbelgehäuse angesammelte Öl nach Motorstillstand wird vor dem Start  über einen Ablaßhahn abgelassen. Es sind nur wenige Tropfen.
Der Motor hat Rollenlager an der Kurbelwelle und Rollenlager als Pleuellager. Der Kolbenbolzen ist Nadelgelagert.

High Tech schon im Jahre 1960.  :)

Gruß Gordon

Offline miky

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Re: Nasssumpf vs. Trockensumpf
« Antwort #5 am: 23.10.2020, 13:04:58 »
Gorden glaubst du echt das die so blöd sind
und nicht wissen was sie für ein Öl einfüllen müssen?

Offline Sascha Mecking

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Re: Nasssumpf vs. Trockensumpf
« Antwort #6 am: 23.10.2020, 13:42:40 »
Gorden ... bitte 5000 U/min drauf geben und danach hier über die Erfahrungen berichten!  ;)

Offline pace setter

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Re: Nasssumpf vs. Trockensumpf
« Antwort #7 am: 23.10.2020, 13:45:20 »
@ micky: Scheinbar schon.. ;D

Offline Dj NafetsTopic starter

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Re: Nasssumpf vs. Trockensumpf
« Antwort #8 am: 23.10.2020, 14:07:40 »
Gordon, bau Deinen Wunderconti mal um und zeig uns dann wie so eine Schmierung funktioniert. Sag aber bitte rechtzeitig Bescheid damit ich den kurzen Moment zwischen Anlassen und Festgehen nicht verpasse.

Gruß

Stefan

Offline Dirty

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Re: Nasssumpf vs. Trockensumpf
« Antwort #9 am: 23.10.2020, 14:14:24 »
Wie Stephan schon angemerkt hat, mit EFI sieht alles anders aus :-)

Aber solange die Einspritzung mechanisch ist, muss man mit anderen Dingen vorlieb nehmen.

Nun zum Öl: Eine Option währe Öl mit anderer Viskosität zu nehmen aber dann ist das dickere Öl
schlecht weil das zu Anfang wenn’s kalt ist, nicht schnell genug da ankommt wo es hin soll. Jetzt
Könnte man vorwärmen oder warmlaufen lassen, dass wiederum wäre auch in gewisser Weise
Schlecht . Denn wenn die Bahn schlecht ist bzw. nur am Start weniger Schub möchte, wird mit
Kältere. Motoren an den Start gegangen. Denen wird dann vorher 1-1.5 Gallonen sprit hinzu gegeben.
Macht die „kalten“ Motoren am Start etwas „zahmer“. Während des Zuges kommt Temperatur in
Die Köpfe und nach Hintenraus hast den dann wieder genug Schub

Offline miky

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Re: Nasssumpf vs. Trockensumpf
« Antwort #10 am: 23.10.2020, 15:14:40 »
Also mit dünnen Öl Starten lassen
anschließend Öl Wechsel auf das Dickere Öl 😂
Ironie off

Offline pace setter

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Re: Nasssumpf vs. Trockensumpf
« Antwort #11 am: 23.10.2020, 18:42:51 »
Hallo,

Wäre bei einer Trockensumpfschmierung absolut realistisch. Zwei Öltanks mit zwei unterschiedlichen Ölen. Während des Pulls dann umschalten und den Zulauf ändern...Das würde sogar mit zwei identischen Ölsorten funktionieren. Wenn das eine zu warm ist wird auf das andere umgeschaltet. Eigentlich keine große Sache. Aber man will ja auch was zum schrauben haben und die Zuschauer freut´s wenn´s BUMM macht und sich das Alu über die Bahn verteilt... Von daher...
 :D

Gruß  Gordon