Autor Thema: Interesse an der neuen 600kg Freien Klasse  (Gelesen 53155 mal)

Offline Dj Nafets

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Re: Interesse an der neuen 600kg Freien Klasse
« Antwort #240 am: 06.02.2020, 20:08:30 »
Weiter geht's mit VR6 Technik:

https://www.youtube.com/watch?v=TKGQ09WkSZ0

Gruß

Stefan

Offline Robibib

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Re: Interesse an der neuen 600kg Freien Klasse
« Antwort #241 am: 07.02.2020, 16:58:14 »
Apropos Technik.
Wieso eignen sich fürs Pulling eigentlich keine Großmotoren Einspritzdüsen?
Liegt das da am Preis? Oder generell untauglich? Mögen die kein Methanol?

Offline pace setter

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Re: Interesse an der neuen 600kg Freien Klasse
« Antwort #242 am: 07.02.2020, 18:21:03 »
Hallo,

Na ja. Wenn Du eine Einspritzdüse von einem Schwerölmotor eines Containerschiffes an den Zylinderkopf eines "normalen" Motors baust wird das 1. verdammt eng mit den Ventilen und 2. reicht eine Einspritzung um den Zylinder zu fluten...
Ganz davon abgesehen das sich die Einspritzdüse über die Menge an Sprit kaputtlacht, die da von der Kraftstoffpumpe eines "normalen" Motors angeboten wird...
 ;D 3. , auch nicht ganz unwichtig, 6 Stück von diesen Einspritzdüsen, z.B. im VR6, dürfte zumindest bei jedem Gardenpuller zu massiven Gewichtsprobleme führen.

Spaß beiseite.

Ungeeignet große Einspritzdüsen können vergleichsweise niedrige Einzelhubräume nicht mit  ausreichend vernebeltem Kraftstoff versorgen. Schon gar nicht bei den wesentlich höheren Drehzahlen, mit denen "Klein"- Motoren betrieben werden.
Der Einspritzkegel bei großen Einspritzdüsen ist viel zu groß. Da spritzt Du den Sprit an die vergleichsweise kühle Zylinderwand, anstatt in die mehr oder weniger heiße, komprimierte Luft und auf den mehr oder weniger heißen Kolbenboden, je nach Bauart und Ausführung des Motors, Otto, Diesel...direkte, indirekte Einspritzung usw... .

Wir hatten mal einen Herforder Schwerölmotor, Einzylinder mit einem Hubraum von 40 Litern. Wenn man da die Düse geprüft hat wurde  ein ausgemusterter, auseinandergeschnittener 100kg Papiermehlsack in ca. 30 bis 50 cm Abstand vor die Düse gehalten. Das Spritzbild der Lochdüse paßte gerade so auf den Mehlsack. Den genaue Durchmesser muss ich mal fragen. War jedenfalls gewaltig und nicht vergleichbar mit einer vergleichsweise zierlichen Einspritzdüse aus einem z.B. Transmash.


Gruß  Gordon

Offline Robibib

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Re: Interesse an der neuen 600kg Freien Klasse
« Antwort #243 am: 07.02.2020, 20:38:52 »
Naja, zwischen PKW/LKW Zeugs und gaaaanz groß
Zitat
Einzylinder mit einem Hubraum von 40 Litern
gibt es ja auch noch Sachen.
Wundert mich, dass man da nichts passend machen kann.
Aber wie du schon schreibst wohl ein "Größenproblem".  ;D

Offline Sascha Mecking

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Re: Interesse an der neuen 600kg Freien Klasse
« Antwort #244 am: 10.02.2020, 19:08:40 »
Wie Gorden schon richtig erkannt hat, ist es auch ein "Zeitproblem".

Aber mal von vorne:
Diesel und Methanol brauchen ja unterschiedliche Düsen.
Und was in den heißen Dieseln drin sitzt, ist meistens - oh Wunder - aus großen Motoren.

Bei Methanol - kann ich ein gutes Beispiel geben.
Die größten Benzin Einspritzdüsen von Siemens / Deka machen glaube ich irgendwo 36 kg / h.
Dann gibt es Einspritzdüsen für Gasmotoren. Die größte Gasdüse von Bosch macht 100 kg / h.
Im Ghost Buster sitzt pro Zylinder 500 kg /h Bedüsung drin.

Warum?

Erstmal das Thema Benzin zu Methanol. Stochiometisches Gemisch ist nicht 14.7 zu 1 sondern irgendwo bei 6. Gefahren wird mit maximal 5.5 zu 1 - aber auch mit 3 zu 1.
Wie schon mal erklärt: Man nutzt den "überflüssigen" Sprit, der nicht verbrannt werden kann, als Kühlmittel. Spritzt ihn mit ein, lässt ihn verdampfen, was die Wärme aus der Ladeluft zieht und Klopfen verhindert, und jagt ihn wieder aus dem Auspuff.
Das andere Thema ist "Zeit":
Wenn ein Großmotor mit meinetwegen 1000 U/min läuft, dann zündet jeder Zylinder (4-Takter) jede 2. Umdrehung. Doof gerechnet hast du 500 mal pro Minute eine halbe Umdrehung, wo du einspritzen kannst.
Nehme ich einen kleinen Motor, der 10,000 U/min dreht, hast du 5000 mal die Minute eine halbe Umdrehung. Also mal gerade 1/10 der Zeit, den Sprit in den Zylinder zu bekommen. Da muss die Düse auf mal 10 mal so groß werden.
Und wenn du jetzt von Benzin auf Methanol wechselst (14,7 ´durch sagen wir mal 4) und Faktor 10 - müsste die (elektronische) Düse auf mal 36 mal so groß sein.
« Letzte Änderung: 10.02.2020, 21:56:23 von Sascha Mecking »

Offline Robibib

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Re: Interesse an der neuen 600kg Freien Klasse
« Antwort #245 am: 11.02.2020, 10:58:00 »
Danke @Sascha für die ausführliche Erklärung.  :)