Autor Thema: Interessanter neuer Reifenschnitt  (Gelesen 2767 mal)

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Offline License to Kill

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #1 am: 02.10.2008, 22:44:51 »
was hat er sich da denn bei gedacht?   ;D

Offline pace setter

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #2 am: 03.10.2008, 19:52:36 »
Das ist das Ergebnis, wenn man 20 Tassen Kaffee trinkt und danach eine Flex in die Hände bekommt ;D

Offline Marvin

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #3 am: 23.02.2020, 20:07:22 »
Moin,
Ich hab mal dieses alte Thema ausgegraben. Ist ja besser  als nen neue Diskussion „aufzumachen“,hoffe ich jedenfalls.
Wurde der Trecker mit dem Reifenschnitt auch auf der Bahn getestet?
Und was Gab es noch für interessante Schnittweisen in der Vergangenheit ,also Fernab von dem „Klassischem V Profil“?
Einfach mal interessehalber.
Gruß Marvin

Offline Robibib

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #4 am: 23.02.2020, 21:29:31 »
Das habe ich mich auch schon gefragt. Wieso nicht "waagerechter" zum Beispiel? Oder dient das V auch der Führung?

Offline pace setter

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #5 am: 24.02.2020, 09:14:25 »
Hallo,

Nimm mal einen Zollstock und messe ein Fenster im Haus in waagerechter Lage. Du kommst sagen wir mal auf 90 cm.
Jetzt mißt Du dieses Fenster, indem Du den Zollstock diagonal von rechts unten nach links oben anhälst. Diese Distanz ist größer als 90 cm.

Stelle Dir einen Reifen vor den Du waagerecht mißt, z.B. 90 cm.
Schneidest Du da jetzt ein V- Profil rein sind die Stollenkanten keine 90 cm mehr in der Länge sondern wie beim Fester länger.

Je länger die Stollenkanten sind desto mehr Grip hat der Reifen an seiner Aufstandsfläche. Ganz vereinfacht gesagt.

Mehr Grip bedeuten eventuell bessere Weiten auf der Bahn.

Gruß Gordon


Offline Marvin

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #6 am: 24.02.2020, 10:54:22 »
Moin,

Wenn ich das richtig verstehe meinst du also das die Stollenfläche  größer wird, oder Gordon?
Dann wär es ja auch besser möglichst hohe Stollen zu haben, das ist nunmal durch die größere Erdbewegung eher kontraproduktiv.
Interessant wär es mal zu wissen mit wie vielen Stollen und welchen Winkel gefahren wird, bzw in welchem Zusammenhang das alles steht.
Vielleicht kann ja jemand Licht ins Dunkel bringen und hat ein paar Daten/selber Erfahrungen gesammelt die er Teilen könnte.
Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen das die Teams ihre Mitas „Slicks“ alle ähnlich schneiden was Winkel und Stollenzahl angeht.

Gruß Marvin

Offline Dj Nafets

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #7 am: 24.02.2020, 12:43:04 »
Bezüglich des V-Schnittes gehe ich einfach davon aus das es sich um den gleichen Effekt handelt wie bei schräg verzahnten Stirnzahnrädern. Ein gerade Schnitt würde das schwingfähige System Reifen anregen. Der V-Schnitt tut dies nicht, oder nur in geringem Maße.
Außerdem sieht ein gerader Schnitt shice aus ;)

Ganz generell zum Schnitt: Das machen die wenigsten Teams selber. Ich wüsste keins. Es gibt da wohl einige Virtuosen die das professionell machen. Demnach kommen wohl nahezu alle Schnitte von ein paar wenigen Leuten.
Reine Vermutung: Da die Reifen wohl weder auf nummerisch kontrollierten Maschinen, noch komplett von Hand gefertigt werden, gibt es wohl eine art Schablone für jeden Schnitt (https://www.youtube.com/watch?v=Yi__emWgSlE). Je nachdem wie flexibel die ist ergibt sich schon daraus die Variantenvielfalt.

In Zwolle wurden neue Reifenschnitte getestet. Das Mitasmonster und der Lambada hatten Reifen mit kürzeren -und dadurch mehr- Stollen drauf. Ergebnis bekannt.

Mir hat das mal jemand so erklärt:

Der Reifen ist ein Fräser für Dreck. Wie würdest du nun einen Fräser schleifen der bei minimalem Abtrag die größtmögliche Leistungsaufnahme hat?

Gruß

Stefan

Offline Robibib

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #8 am: 24.02.2020, 15:47:12 »
Das V Profil ist ja auch "geschichtlich" bedingt. Kommt ja nunmal vom Traktor Reifen.
Wäre man heutzutage auch beim V Profil, wenn sich "zu Gordons Zeit" die Radladerreifen durchgesetzt hätten?
Und warum dann nicht einen / Schnitt anstelle eines V?
Das wäre laut Gordons Theorie dann ja besser?!
Aber das V wird wohl das Optimum sein. Ansonsten hätten die Reifenhersteller da ja sicher was neues/anderes entwickelt.
« Letzte Änderung: 24.02.2020, 15:50:23 von Robibib »

Offline Marvin

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #9 am: 24.02.2020, 16:08:53 »
Moin,
Ich glaube das man nicht zwangsläufig einen Minimalen Spanabtrag braucht. Schließlich wird ja durch den Geworfenen Dreck eine Art Rückstoß verursacht welche dann auch wieder zu vortrieb wird.
Natürlich nur in gewissen Maßen „Spielbar“ da irgendwann der Dreck vor der Kufe den gewonnenen Vorschub vernichtet.Deshalb kann mehr „Dreckschleudern“ der Reifen auch mehr vortrieb erzeugen, so jedenfalls meine Theorie in vereinfacht dargestellt.
Das die Traktoren auf mehr Stollen gehen ist interessant zu wissen, möglicherweise um die Flächenpressung des Einzelnen Stollens gering zu halten.
Zu dem V: Ich kann mir vorstellen das das V im Profil minimal mit der Dreckabfuhr zu tun hat,
als Extrembeispiel: Man Stelle sich einen Pullingreifen in umgedreht vor (Das wurd früher sogar manchmal gemacht),
dieser hat das V so das es zu Mitte hin läuft und nicht nach außen. Nun beginnt der Reifen durchzudrehen, die bewegte Erdmasse schiebt sich in die Mitte von dem Reifen und hebt diesen dort leicht an.
Es entsteht also eine Art des Sand „Aquaplanings“.. inwiefern der Gedankengang richtig ist weiß ich nicht, jedoch könnte ich es mir so vorstellen.
Gruß Marvin
« Letzte Änderung: 24.02.2020, 16:11:44 von Marvin »

Offline miky

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #10 am: 24.02.2020, 19:22:53 »
Ein Pulling Reifen arbeitet quasi in der Erde und muss sich seinen Weg erst frei graben.
Nun nehm mal eine Schaufel und mach sie einmal richtig voll und einmal halb voll,
was brauch mehr Kraft? Als nächstes eine grade Schaufel und eine spitz zu laufende,
Welche geht leichter in die Erde?
Deswegen niedriger und V Förmige Stollen.

Offline Marvin

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #11 am: 24.02.2020, 19:46:32 »
Um auf das Schaufelbeispiel einzugehen,
Stecken sie  die Schaufel halb in die Erde, nun versuchen Sie diese Umzukippen.
Nun probieren Sie dies mit einer Komplett in der Erde versenkten Schaufel.
Das „umkippmoment“ stellt den Maximal möglichen Antrieb pro Stolle dar.
Das es mehr Erde vor dem Bremswagen gibt ist logisch.
Oder habe ich einen Denkfehler?
Gruß Marvin.

Offline Dj Nafets

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #12 am: 24.02.2020, 20:16:57 »
Micky, Du argumentierst genau entgegen der Anforderung. Es ist doch das Profil gesucht was für die Arbeit die maximale Kraft benötigt.

Marvin, der Raketeneffekt des weggeschleuderten Drecks ist vollkommen unbedeutend. Gegeben sei eine Leistung von 3500kW am Reifen und eine Radgeschwindigkeit von 35m/s. Wenn ich in Physik nicht ganz gepennt habe sind das 100kN Vortriebskraft. Das entspricht 10 Tonnen.

Um 10 Tonnen "Schub" über einen Materialauswurf mit 35m/s zu erzeugen bräuchte man 286kg Erde pro Sekunde(!)

Die Dreckabfuhr nach außen halte ich auch für eine steile These. Vermutlich ist es gerade mal soviel das die Mitte des Reifens -wie von Dir beschrieben- nicht überfüllt.
Klar könnte man die Stollen auch nur ein eine Richtung schräg machen, dann hat man aber immer eine Seitenkraftkomponente (vgl. Pfeilverzahnungen).

Gruß

Stefan

Offline pace setter

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #13 am: 24.02.2020, 21:00:22 »
Hallo,

Das V- Profil war nicht immer das klassische Pulling- Profil.

Leider kann ich hier nicht die Bilder aus meinem 80 er Jahre US- Pullingbuch hochladen.

Gruß  Gordon

Offline Marvin

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Re: Interessanter neuer Reifenschnitt
« Antwort #14 am: 24.02.2020, 21:16:16 »
So, jetzt nochmal in kürzer nachdem ich versehentlich meinen ganzen Entwurf gelöscht habe.
Habe das hier errechnet bei meinem FK 500:
Bei 90Kw an der Hinterachse und 16m/s komme ich auf 5.6 kN.
Dann 560Kg:16m/s=35Kg/s Erdbewegung für 560Kg „Schub“
Die werde ich nicht ganz schaffen, jedoch nicht meilenweit entfernt sein.
Da bei der 500Kg Fk eh recht viel Erdbewegung im Verhältnis zur Leistung und Raddrehzahl vorhanden ist,Reifen bedingt sollte man das meiner Meinung nach nicht außer acht lassen.
Natürlich wird der Effekt durch die Bremswagenkufe vermindert, die durch den Dreck wieder abgebremst wird.
Aber mir scheint es als sei die „Dreckwerftheorie“ in den kleineren Klassen garnicht so „Vollkommen Unbedeutend“ wie es bei der durchrechnung mit einem „Größeren“ Trecker scheint.
Vielleicht ist das auch alles nur jugendlicher Leichtsinn der in mir schwirrt und ich habe was grobes übersehen Bzw einfach eine völlig verkehrte Theorie.
Aber so verkehrt wie es zuerst scheint ist es auf den 2. Blick dann doch nicht, wenn doch, korrigiere mich bitte.
Gruß Marvin