Autor Thema: Sofort nachgeben auf Zug am Zügel - warum eigentlich nicht beim Englischreiten?  (Gelesen 66789 mal)

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Offline froeschli

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Da ist wohl etwas falsch rüber gekommen: Ich streite nicht die Theorie ab, sondern zweifle die Praxis an.
Och, dann schau dich um und suche dir positive Beispiele. Niemand zwingt Einen, sich an dem ein Vorbild zu nehmen, was Einem nicht gefällt? ;) Ich merke immer mehr, dass es viel mehr Sinn macht, erst mal nach dem Inhalt zu schauen, bevor ich gucke, was auf der Packung steht. Das erweitert den Horizont ungemein ::)

Offline Cinnamon

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Jo, gibt so Leute... aber so what?  ;D ???

känau, am besten ignorieren - ernsthaft mit sowas diskutieren will man in der regel eh nicht (vor allem, weils da von der entsprechenden seite aus ohnehin nix zu diskutieren gibt)  ;D

und wenn`s danach ginge, mir die potentielle reitweise nach den fähigkeiten der mitreiter vor ort auszusuchen, würde ich mich vermutlich gar nicht mehr auf den gaul trauen  ;)
Tradition does not make a statement true. Hans Senn

Offline Cinnamon

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von "so leuten"  *zainovonderleitungschubs*  ;)
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Offline donau

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es gibt aber auch leute, die bei gebisslosen zäumung mit dauerzug arbeiten, trotz ständiger ermahnung- und sich dann wundern warum der gaul nimmer bremst.. ::)

BP, ich frag mich grad, was ich dann reite (ausser mist ;D) da ich mich auf den standpunkt stelle, ERST balance, eher untertourig, und gerade, und dann gas dazu...

werde ergo von beiden algern angefeindet ;D macht aber spass- und da ich nichts sosehr hasse, wie gewicht in der hand, hängen die zügel schon mal spasshalber durch- so ein bisschen zumindest der innenzügel immer... (theoretisch- die praxis ist ein anderes kapitel *übüb*)

cinni, ja, wenn ich mich an den mitreitern der jeweiligen reitweisen orientier, begrab ich mich 3 km tief utner der erde, und lass das reiten ganz bleiben :P (nicht, dass ich viel reiten tät.. aber...)

Wer auf seinem Standpunkt beharrt, darf sich nicht wundern, dass er nicht weiterkommt...

Authorised WEIGUMS Desillusionator

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Nun, das mit der leichten Anlehnung ist ja auf dem Reitplatz noch machbar. Aber im Gelände? Wo die Kringel fehlen, wo man nicht 10 Min. lang SH gehen kann, weil man Mitreiter dabei hat? Weil das Pferd vorwärts will? Ja, was ist dann? Und jetzt erzählt mir was von leichter Anlehnung auf Wassertrense - im Trab und Galopp - und dem problemlosen Durchparieren!

Und froeschli: Nur auf die 5 % guten Reiter mit feinen Pferden zu gucken ist nicht Sinn dieser Box. Was macht der Rest und warum ist die Realität anders?
Manchmal ist das Ungesagte das Aussagekräftigere.

Offline Cinnamon

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wenn man die konsequenz hat,  kann man das dressurzeug auch im gemüse durchexerzieren, bis man ein befriedigendes stadium erreicht hat, keine frage. oder man beschränkt sich eben auf gas und bremse, solang` der gaul nicht wie das hinterletzte muli daherkrabbelt, und nimmt dafür in kauf, dass die bremswege u.u. mal etwas länger und die paraden etwas heftiger ausfallen, weil gleichgewicht und konzentration flöten gegangen sind  :P

und zu den 5%....mei, wieso besteht die (um-)welt zu 95% aus vollidioten - könnte ich genauso fragen *winkzudonau* ;-)
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Offline esge

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Tja, warum ist die Realität anders? Eine Anekdote dazu aus meinem jüngsten Erfahrungsschatz.

Theorieunterricht, es ging um Einwirkung über das Gebiss. Lang und breit wurde exerziert, dass der Unterkiefer des Pferdes ein höchst empfindliches GEbilde ist (erschreckend, im Skelett zu sehen, wie schmal und dünn der ist!) und da nur mit etwas Haut überzogen verdammt empfindlich ist. Die Maulwinkel des Pferdes sind hingegen erheblich unempfindlicher.
Daraufhin meine Frage, warum denn dann immer noch das Reiten mit möglichst tiefer hand als so besonders schonend propagiert würde und ob ein Zug in die Maulwinkel nicht eigentlich viel "weicher" sei.
Unbedingt, war die Antwort, und es handele sich lediglich um einen alten Irrglauben und halt das ENDERGEBNIS solle die tiefe, ruhige Hand sein.
Ach, dachte ich - nicht so weit weg von Herrn Karl, oder?
Doch tags drauf im praktischen unterricht wurde mir wieder fröhlich jegliche Bewegung der Hand, vor allem nach oben, absolut untersagt. Lieber prockelte man mit der Faust (unauffällig!) einwärts als nur einen Milimeter Handheben durchgehen zu lassen.

Theorie und Praxis
Freundschaft fließt aus vielen Quellen - am reinsten aber aus dem Respekt. (Daniel Defoe)

Offline Waddington

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Hm ja, habe die Box mit Interesse verfolgt.

Die Frage: wann streckt sich ein Pferd, wann versammelt es sich ist glaub ich die entscheidende. Die Streckung und Dehnung wird durch die Körperspannung (Loslassen) des Reiters "ausgelöst", das Versammeln durch Körperspannung (Bauchmuskulatur/ Aufrichtung) "erzeugt". Wir haben meinen Hafel lange drauf trainiert, sich durch weichen Sitz zu lösen. Das Chironsystem geht ebenfalls diesen Weg. Wenn ich die Rückenmuskulatur des Pferdes freigebe, streckt er sich, wenn ich dort leichte Spannung erzeuge (Aktive HH vorausgesetzt), dann versammelt er sich. Im Gelände reite ich häufig in Chiron-Haltung und regelmäßig streckt sich das Pferd (vor allem leicht bergauf) in die Hand hinein.

Mein RL kann an einer langen Seite das Pferd durch eben diese Körperspannung zusammenschieben (Schultervor) oder bei erfolgreicher Versammlung direkt ins v/a schicken. Nur durch Nachtreiben, Körperspannung lösen, Vorgehen der Hand. ich bin leider noch weit davon entfernt, so präzise reiten zu können. Das Pony reagiert jedoch vorbildlich auf weiche Anlehnung + durchlässigen Sitz + Nachtreiben der HH mit korrektem v/a.

Und da kommen wir der Leichtigkeit doch schon wieder auf die Spur! Im Grunde ist das auch eine Konditionierung, jedoch bleibt die ständige Kommunikation im Vordergrund. Rahmen vorgeben + differentierte Hilfengebung = gewünschtes Ergebnis.

Nun ist es natürlich nicht bei jedem Pferd so! RL meinte zum Hafel, er hat Talent. Die Versammlung fällt ihm nicht schwer der weiche Kontakt zum Auslösen der Streckung ist allerdings Voraussetzung.

Verspannt er sich, dann nützt auch das Vorgehen der Hand nichts, daher auch ein Massstab der Losgelassenheit.

Ich meine, dass mein RL sehr vorbildlich nach FN ausbildet, hat allerdings manchmal schon fast klassische Züge (aber davon will er nichts hören....).

Offline Waddington

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Nachtrag zu Sandra:

wir reiten zuweilen auch mit höheren Händen innen, nämlich dann wenn das Pferd droht sich zu verwerfen. RL weist explizit darauf hin, dass das Verwerfen durch leiches Heben der inneren Hand vehindert werden kann. äußere bleibt tief.

Offline RübeTopic starter

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und zu den 5%....mei, wieso besteht die (um-)welt zu 95% aus vollidioten - könnte ich genauso fragen *winkzudonau* ;-)
Und du gehörts zu den 95 % oder den 5 %? Nur damit ich eine Vorstellung von deiner Selbsteinschätzung und der deiner Umwelt habe.
Manchmal ist das Ungesagte das Aussagekräftigere.

Offline froeschli

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Nun, das mit der leichten Anlehnung ist ja auf dem Reitplatz noch machbar. Aber im Gelände? Wo die Kringel fehlen, wo man nicht 10 Min. lang SH gehen kann, weil man Mitreiter dabei hat? Weil das Pferd vorwärts will? Ja, was ist dann? Und jetzt erzählt mir was von leichter Anlehnung auf Wassertrense - im Trab und Galopp - und dem problemlosen Durchparieren!

Sorry, Rübe, ich weiß ja nicht, wie das in deinem  Bekanntenkreis ausschaut, aber die Mehrzahl bei uns im Stall haben defintiv keine Probleme im Gelände - schon gar nicht die "reinen Geländehopser" (nicht negativ gemeint ;)), deren Pferde nie ein Viereck von innen sehen. Ich reite mein jedenfalls defintiv mit Wassertrense ins Gelände und kann problemlos durchparieren. Auch ohne Sattel! Klar, würd eich mit jedem Pferd nicht machen, aber wieso wird das von dir als so Besonderes hingestellt? ??? Vielleicht kann ich heute so vertrauensvoll ran gehen, weil ich mein Pferd das erste Jahr nie-nie-nie im Gelände das Tempo habe bestimmen lassen, weil ich bis zum Erbrechen mit anderen das Hinterherreiten, umdrehen, vorwegreiten etc. pp. geübt habe? Heute kann ich ihn auch gerne mal losdüsen lassen ohne Angst, die Kontrolle zu verlieren.

Zitat
Und froeschli: Nur auf die 5 % guten Reiter mit feinen Pferden zu gucken ist nicht Sinn dieser Box. Was macht der Rest und warum ist die Realität anders?
Ganz einfach, Rübe, weil reiten nicht so einfach ist ;) Nach deinen Beiträgen zu urteilen zählst du doch auch zu den 95%, oder? ;D Und die meisten hier vermutlich auch, ich schließe mich nicht aus. Wer von uns muss sich nicht immer wieder selbst ermahnen und immer wieder selbst die Ideale vorbeten, um das Ziel UND den Weg nicht aus den Augen zu verlieren? Erschwerend kommt hinzu, dass Pferde eben keine Maschinen sind, die allesamt nach dem gleichen Idealweg ausgebildet werden können. Deshalb sieht die Realität anders aus. Aber wieso bitte schön hindert dich das daran, die 5% als Vorbild zu nehmen, die Theorie und Praxis vereinheitlichen können? Lernst du mehr, wenn du dir die Fehler der 95% anschaust?

Offline RübeTopic starter

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Du reitest also in der GRUPPE mit LEICHTER Anlehnung im Gelände und kannst problemlos und SANFT dein Pferd durchparieren, wenn die anderen noch weitergaloppieren, nur damit wir vom Gleichen reden?

Zitat
...aber wieso wird das von dir als so Besonderes hingestellt?
Weil ich eine andere Realität kenne und da bin ich sicher nicht alleine. Da muß Kraft aufgewendet werden, damit die Bremse greift. Auch bei mir, jawoll, aber das will ich ja gerade ändern.

Ist ja interessant, daß in dieser Box nur die schreiben, bei denen das Alles eine Selbstverständlichkeit ist. Zumindest in der virtuellen Realität...  8)
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Offline Waddington

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Rübe, es mag vielleicht auch daran liegen, dass man sich nicht darüber unterhalten muss, was alles NICHT funktioniert, das weiß doch jeder von uns ausreichend genug! Könnte dir natürlich auch Seitenweise Beschreibungen liefern, wieso und weshalb Pony spannig und maulig gegen den Zügel geht. Weil ich nicht durchlässig gesessen habe, weil ich springende Zügel hatte, weil ich mein Gewicht falsch verlagert habe, weil ich mit dem inneren Zügel nicht nachgegeben habe.... weil.... Willst du das den wirklihc alles wissen???

Und: ja ich kann bei leichter Anlehnung auch im Gelände durchparieren, vorausgesetzt die Strecke ist länger als das Pony galoppieren mag  ;D Ansonsten wird nicht galoppiert. ENDE der Diskussion (mit meinem Pony)

Offline froeschli

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Du magst das glauben oder nicht, Rübe, das kann ich mit meinem Pferd. Und wir haben das von Anfang an geübt (wie ich das schon geschrieben habe), eben damit es weder für ihn noch für mich was Besonderes ist.

Ich finde es eher schade, dass du plötzlich anfängst, auf solchen Dingen rumzureiten und hier jetzt bei anderen Leuten zu versuchen, irgendwelche Fehler aufzuzeigen. Du wirst mit Sicherheit fündig. Ich kann ganz viele andere Dinge nicht von der Theorie in die Praxis umsetzen. Und? Was sagt dir das jetzt? Ist die Theorie deshalb falsch und nicht mehr als Vorbild tauglich? Wo ist dein Problem? Niemand hier hat behauptet, dass alles eine Selbstverständlichkeit ist. Ich verstehe leider die Wendung der bis dato super interessanten Box nicht ???

Offline froeschli

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Rübe, es mag vielleicht auch daran liegen, dass man sich nicht darüber unterhalten muss, was alles NICHT funktioniert, das weiß doch jeder von uns ausreichend genug! Könnte dir natürlich auch Seitenweise Beschreibungen liefern, wieso und weshalb Pony spannig und maulig gegen den Zügel geht. Weil ich nicht durchlässig gesessen habe, weil ich springende Zügel hatte, weil ich mein Gewicht falsch verlagert habe, weil ich mit dem inneren Zügel nicht nachgegeben habe.... weil.... Willst du das den wirklihc alles wissen???
zu schnell abgeschickt... Waddi, stimme dir voll zu. DAS soll doch jetzt nicht "Sinn dieser Box" sein, Rübe, oder?