Autor Thema: Kreuzverschlag  (Gelesen 13110 mal)

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Dustpuppy

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Kreuzverschlag
« am: 24.03.05, 21:22 »
Ich habe einige Fragen zum Kreuzverschlag.

Wie äußert er sich? Gibt es Anzeichen oder kommt das plötzlich?
Ist das Pferd danach wieder einsatzfähig? Also nach angemessener Schonzeit?

LG,
Dusty

Offline Schnett

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #1 am: 25.03.05, 08:55 »
Also bei meinem war es so:

Er pieschte stark rot und dunkel, er hatte massive Schmerzen im Nieren- Kruppenbereich, war dort steinhart und konnte kaum laufen.

Bei mir kams immer plötzlich. Ok, er ging vorher jedes mal durch und rannte mehrere KM über Asphalt und Schotterwege. Da muss man damit rechnen.

Ansonsten kommt es auch recht plötzlich. Bei zu viel Futter, zu viel Bewegung, zu wenig Bewegung wenn sonst mehr gewohnt ist und weiter gefüttert wird.

Die Pferde sind schon wieder einsatzfähig, aber achte ein wenig auf den Rücken, Decke sie ruhig bei Eiswetter mit Regen ein, Decke sie nach der Arbeit nochmal ein wenig ein, vor der Arbeit etwas eindecken und aufwärmen...



Wie macht Ihr anderen das?
Gönnen können ist eine Kunst denn neiden kann jeder

Dustpuppy

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #2 am: 25.03.05, 09:57 »
Der, der das hatte steht immer mit Decke im Stall, wenn es kalt ist. Schön eingewickelt.
Ist nen Schuli. Und ich hatte Angst, dass er möglicherweise wieder sowas hat, weil ich nicht wußte, was das war und wir ja hingeflogen sind. Aber das lag dann wohl doch eher am neuen Sand und dass er so dadurch schlurfte. Er ist vorne mit den Beinen eingeknickt.
Das lag doch wahrscheinlich am Sand, oder??

LG,
Britta

Marah-97

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #3 am: 25.03.05, 21:10 »
Anzeichen verschieden. Z. B. nach dem Stehenbleiben probs mit dem Anreiten, steif und klemmen, gleichzeitig eigentlich immer Schwitzen. Sonst auch imer Anzeichen wie bei einer Kolik. Ggf. Hinlegen , wenn mögllich verhindern  auch mit Gewalt. In jedem Fall sofort TA!!!!!!, Kann sonst sehr schnell auch den Tod bedeuten!

Danach langsame und vorsichtige Wiederaufnahme des Trainings, Führen, wenige Minuten Reiten, langssam Steigern

Offline saedis

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #4 am: 16.04.05, 21:51 »
http://www.markus-hartmann.com/kreuzverschlag.htm

schau da mal rein - da ist sehr gut beschrieben was kreuzverschlag ist und wie es sich äussert...

Offline LaGrandeLeika

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Kreuzverschlag
« Antwort #5 am: 15.11.07, 20:39 »
Hallo,

ich bräuchte mal euren Rat.
und zwar geht es um eine 11 j Welsh Cob Stute(ganz zierlich gebaut) hat dieses Jahr auf der Sommerkoppel einen Keuzverschlag bekommen(vom Futter ?hohes Gras?)Stute war schon 6 Wochen auf der Koppel als es passiert ist, wurde vorher auch ganz vorsichtig angeweidet.
Sind auch seit geraumer Zeit an der Leber dran sie zu behandeln da sie immer leicht erhöhte Werte hat laut Blutbild.

Stute wurde dann mit Schmerzmittel behandelt und wieder in ihren Stall gebracht wurde eingedeckt, Bettflasche aufs kreuzdarmbein gelegt und nach einer Woche war alles vorbei. Stute lief wie vorher 
Und heute der Schock meine Barhufpflegerin war da schnitt hinten die Hufe aus und siehe da ein riesen Bluterguss an der weissen Linie und Bereich der Hufbeinspitze an beiden hinteren Hufen.

Habt Ihr sowas schon mal erlebt und/oder gesehen? wer kann mir was darüber erzählen!

LG
Elfi

Offline Dana

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #6 am: 16.11.07, 22:59 »
Wegen des Kreuzverschlags schonmal PSSM - Polysaccharid-Speichermyopathie in Erwägung gezogen? Infos dazu findest Du im Hufrehe-Forum www.hufrehe.org/info. Ob die Blutergüsse in den Hufen damit zusammenhängen, weiß ich nicht sicher. Aber dazu kann man Dir dort sicher mehr sagen.
Gruß, Dana

Offline Viki

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #7 am: 17.11.07, 09:45 »
Unabhängig von den Spezialisten bei Hufrehe.org könntest du die Anfrage noch mal unter "Akute Probleme" setzen. Ich habe von so einer Sache bisher nie gehört, aber bei Akuten problemen" ist die Leserschaft breiter als hier. Man weiß auch nicht recht, ob es zu "Stoffwechsel" oder zu "Huf" gehört.
Falls ich verschieben soll, meld dich einfach kurz.

Offline LaGrandeLeika

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #8 am: 17.11.07, 13:28 »
Danke euch beiden für eure Antwort :)
hab mich bei hufrehe.org und de schon ein bisschen eingelesen.

@Vivi    Ja ich war mir auch nicht sicher wo ich es reinsetzten soll, dachte aber eher das es hier her gehört.
Kann dann leider in nächster Zeit eh nicht viel schreiben da ich  am Sonntag 18.11 für 3 wochen in Urlaub gehe(haben aber I-net). Musste es aber vorher posten, weil ich so geschockt war vom Anblick der Hinterhufe .
Lg

Offline Viki

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #9 am: 17.11.07, 17:42 »
dann lass es doch lieber hier. Du siehst ja dann nach dem Urlaub, was noch kommt und kannst auch berichten, wie es dem Pferd dann geht.

Offline tatanka

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #10 am: 17.11.07, 18:24 »
Hast Du mal in Betracht gezogen, daß Dein Pferd gar keine Kreuzverschlag hatte, sondern zwei fette Hufbeinprellungen.
Wurde der Kreuzverschlag übers Blutbild nachgewiesen, oder hat der Tierarzt mal einfach so getippt? Beim Pferd einer Bekannten wurde ein schwerer Kreuzverschlag diagnostiziert, es waren aber zwei Hufabzesse.

Offline LaGrandeLeika

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #11 am: 17.11.07, 21:19 »
Guten Abend,

die erste Diagnose meiner TÄ war beidseitige Huflederhautentzündung.Mit der Hufzange hat sie allerdings fast gar nicht mit Schmerz reagiert.

Pony hatte starke Schmerzen hat viel gelegen, wenn die mal stand und gelaufen ist, hat sie ihre beiden Hinterbeine nur ganz minimal unter  den Körper gesetzt.

Blutbild wurde gemacht dabei wurde festgestellt erhöhte Leberwerte und Muskelwerte . Behandle aber schon seit längerer Zeit die Leber.Bei den früheren Blutbildern waren auch jeweils Leber und Muskelwerte erhöht.
Leberwerte waren nie dramatisch erhöht aber meine TÄ sah trotzdem behandlungsbedarf.
Mir machen wie gesagt die Blutergusse an den beiden Hinterfüssen wegen ggf. Hufbeinsenkung.

so gehe jetzt erst mal in Urlaub kann mich frühestens am Mitt melden

LG

freue mich trotzdem für neue Anregungen und Ideen bzgl der Krankheit meiner Stute 


Offline wildhorse

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #12 am: 20.11.07, 17:51 »
Also erstens sind die Auslöser für Hufrehe und Kreuzverschlag (fast) die gleichen: zuviele Kohlenhydrate, meistens mit Mineralstoffungleichgewicht/Mangel.

Könnte ich mir auch vorstellen, dass bei den Hinterhufen die Zehe vielleicht noch etwas zu lang war und der Zug plus der Reheauslöser (zuckerhaltiges Gras) die roten Zerrungen verursacht hat. Unten am Huf siehst Du dass dann erst ein paar Wochen später, wenn die Entzündung schon weg ist, als Einblutungen in der Weißen Linie. Ich finde solche Stellen häufig bei überfütterten Pferden. Ist eine letzte Warnung vor einer "echten" Hufrehe. :o Die Rasse ist ja auch noch sehr anfällig dafür.

Die Hufschmiede hier erzählen den Besitzern dann auch immer "der wird sich wohl wo angehaut haben" >:(

Als erste Hilfe würde ich eine Magnesiumkur machen und langfristig ein an die Geologie angepasstes Mineralfutter mit viel Magnesium (3-4 g/Tag), Vitamin E und ausreichend Selen füttern.

LG
Sonja

Offline LaGrandeLeika

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #13 am: 21.11.07, 17:36 »
Hallo,

so da bin ich wieder,
Sonja,vielen Dank fuer deine Erklaerung, in der Tat hat die TA gesagt bei der Untersuchung sie haette ein bisschen zu lange Zehen( sollte ja nur noch 2 Wochen  auf der Sommerkoppel)  bleiben.(haetten dann wieder einen zyklus von 8 Wochen bei unserer Barhufpflegerin was eigentlich fuer sie normal ist)
bei dem grossen Blutbild wurde allerdings kein Mangel festgestellt, ausser das Leber und Muskelwerte erhoeht waren.

Magnesium wird doch einfach wieder ausgeschieden wenn es zu viel ist, oder?
wie sieht es mit vitamin E aus? und wenn Selen zu viel ist kann es Vergiftungen ausloesen ,das moechte ich nicht fuettern wenn kein Mangel besteht.

Wenn du noch mehr Infos fuer mich hast dann nur her damit!!

LG
Elfi

Offline Viki

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Re: Kreuzverschlag
« Antwort #14 am: 21.11.07, 22:00 »
Wie wärs mit Schüssler Salzen (Magnesium phosphoricum - die Nr. weiß ich grad nicht, glaube Nr. 7 - kriegst du leicht über Google raus) - da riskierst du weder Überversorgung noch Imbalanzen und die "Info" kommt trotzdem rüber. Du kannst dich auch etwas einlesen oder von einem guten THP beraten lassen und mit 2 bis 3 anderen Salzen kombinieren, die die anderen Probleme ansprechen.
Das wäre mein Weg, wenn die Grundversorgung an Mg nachweislich über ein großes Blutbild abgesichert ist.

Einen echten Magnesium-Mangel durch zu wenig Zufuhr halte ich bei einem Freizeitpferd mit passender Mineralfutterversorgung für eher unwahrscheinlich. Aber Mg wird schlecht verwertet und es konkurriert mit anderen zweiwertigen Metallionen, z.B. wäre es denkbar, dass das Pferd einen Ca-Überschuss (bei Zufuhr) hat und das Ca andere Metalle "blockiert".

Bei Vit.E ist das Problem, dass es, anders als die B-Vitamine, gespeichert wird. Zusammen mit einer überzogenen Selenzufuhr kann das schon heikel werden. Wenn das Pferd aber schlechte Muskelwerte hat, muss auch ein Vit.E und Selen-Mangel ausgeschlossen werden. Offensichtlich besteht aber ja im Blutbild auch da kein Mangel?
Vit.E / Selen würde ich auf jeden Fall mit dem TA absprechen - wenn nötig, ist eine TA-Kur besser als die Zufuhr über das Mineralfutter dauerhaft zu erhöhen.

Insgesamt wäre bei dem Pferd eine gute Rationsberechnung sinnvoll - dazu gibt es im Futterbereich Tipps.