Autor Thema: Hufwand "abgetreten"..  (Gelesen 13430 mal)

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Offline tara

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #30 am: 25.05.14, 11:43 »
Meine TÄ hatte mir gegen wildes Fleisch ein paar Krümmel Alaun dagelassen. Lösung davon angesetzt, und nur 2x aufgetragen, weg war der Spuk.
stell dir vor, du hast ein Pferd und es kann nicht t ö l t e nin diesem Sinne...
Gruß tara

"Ausbildung heißt, das zu lernen, von dem du nicht einmal wußtest, dass du es nicht wußtest."
(Ralph Waldo Emerson, (1803 ‐ 1882)

Offline bambinaTopic starter

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #31 am: 26.05.14, 20:16 »
mir gefällt Einigkeit.. :) ...... Harmonie ist doch soviel schöner. Aber du hast Recht - eher eine Seltenheit in Foren, besonders unter Pferdeleuten.. hihi..


Offline charona

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #32 am: 27.05.14, 13:30 »
Bambina, noch mal kurz wegen des Hufschmieds: ich glaube, das hat weniger mit (nicht erfolgter ??) Weiterbildung zu tun, sondern das geht mehr in Richtung Glaubenskrieg. Das wäre so, als wenn man einem Hausarzt vorwerfen würde, dass er auf dem Gebiet der Homöopathie keine Kurse/Weiterbildungen belegt, eben ein ganz anderer Ansatz. Und nein, ich möchte deinen alten Hufschmied nicht verteidigen, aber es ist leider so. Wenn ich mir hier anschaue, mit welchen abenteuerlichen, sündhaft teurern und letztendlich doch destruktiven Beschlägen meine Freundin immer nach Hause kommt, und dann fährt sie extra mit ihrem Pferd zur Pferdeklinik, zum angesehenstem Hufschmied weit und breit. Man könnte Bücher drüber schreiben. Und wenn ich vor vielen Jahren gewusst hÄtte, was ich heute weiss, dann hätten zumindest die Hufe meiner Stute viel besser ausgesehen und hätte ich ihr dieses Leid zumindest ersparen können.

Übrigens: Du brauchst nicht unbedingt einen Hufkurs besuchen. Ich habe Mitte letzten Jahres nach dem Wechsel des Hufbearbeiters viel ùber Hufe gelesen und der neue Hufbearbeiter was so nett, mir mit einer Engelsgeduld zu erklären, was ich wie bei den Pferden zu bearbeiten habe. Jedes Mal wenn er kommt (alle 8 Wochen, dazwischen bearbeite ich die Hufe), sprechen wir durch, was er von meiner Bearbeitung hält und was ich besser/ anders machen könnte. Einfach mal fragen ;-) dann bekommst Du auf Dein Pferd ausgerichtete Tips. Und sollte das Thema Hufe dein grosses Hobby werden, dann kannst du ja immer noch einen oder mehrere Kurse besuchen. 


Offline bambinaTopic starter

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #33 am: 29.05.14, 06:38 »
@ charona

Für mich ist der Unterschied, dass in der Medizin viele Wege zum Erfolg führen. Schulmedizin, Homöophatie, TCM, MMS, etc ... bei Hufen gibt es allerdings nur 2 Lösungen - Eisen oder keine Eisen (oder Klebebeschläge oder sonstiges).

Für mich ist das mehr mit Chemotherape zu vergleichen. Chemotherapie ist extrem schädlich und die Erfolgsquote ist beängstigend gering. Bei so vielen Problemen sollte man als Arzt sich doch wirklich einmal Gedanken, ob dass das Richtige ist, oder?

Ich weiß gerade nicht ,wie ich es besser beschreiben kann, aber Hufe sind etwas elementares und eigentlich nicht so schwer zu verstehen. Ok.. ich war blind und habe auch jahrelang weggesehen - und ich gebe zu, dass ich mir da mehr Gedanken machen hätte müssen. Aber zu meiner Verteidigung - mein Beruf ist es nicht... und ich finde im Beruf gehört es dazu ,sich Gedanken über die eigene Arbeit zu machen und möglichst viel zu wissen. Man muss ein Experte auf seinem Gebiet sein, und dazu gehört alles zu wissen und sich ständig über alles!!! was es gibt sich zu informieren, um dann entsprechend rauszufiltern, was für einen Sinn macht und was nicht. Für wen der Beruf bedeutet, anderen (in dem Fall Pferden und Besitzern) zu helfen, der bleibt weltoffen und versteift sich nicht auf eine "Glaubensrichtung".

Aber mir ist absolut klar, dass das viel Charakter, gesundes Selbstbewusstsein, da man sich ja selbst kritisch betrachten muss und Reife benötigt.

Aber das ist ein generelles Problem hier in Deutschland und in vielen anderen Ländern - zu viele Leute glauben, dass sie nach ihrer Ausbildung und einer gewissen Praxiszeit nichts mehr dazu lernen müssen, dass sie sozusagen "am Ziel angekommen sind" und sich nun dort ausruhen können.

Du hast Recht, ich könnte das notwendige Wissen bestimmt auch mit dem Hufbearbeiter erlangen, aber ich liebe es einfach, auf Kurse zu fahren und so ein ausführliches Seminar würde mich schon sehr interessieren.

Offline Kiowa

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #34 am: 29.05.14, 10:22 »
@ charona
Für mich ist der Unterschied, dass in der Medizin viele Wege zum Erfolg führen. Schulmedizin, Homöophatie, TCM, MMS, etc ... bei Hufen gibt es allerdings nur 2 Lösungen - Eisen oder keine Eisen (oder Klebebeschläge oder sonstiges).  

Ganz so dramatisch würde ich das nicht sehen, denn Hufe sind ja ein lebendiges System und verändern sich ständig. Noch dazu ist darüber ein Pferd, das ebenfalls anpassungsfähig ist. D.h. man kann ganz viel machen und sehr viele Wege beschreiten.

Beispiele: Dreht man am Stoffwechselschräubchen ändert sich u.U. der Muskeltonus des Pferdes, weshalb es Bewegungen besser ausgleichen kann und sich nicht so leicht blockiert, deshalb eine bessere Hufstellung halten kann. Ändert man die Reiterei, kann es sein, dass das Pferd mehr auf die Hinterhand kommt oder mit der Vorhand schneller weg kommt oder hinten schmaler läuft und deshalb nicht mehr mit den Hinterhufen an die Vorderhufe dengelt, weshalb es hinten keinen Hufschutz mehr braucht, weil die Zehe so bleibt, wie sie funktional ist. Hat meinen guten Osteopathen, der z. B. eine Blockade in der Brustwirbelsäule löst, dreht sich evtl. ein Vorderbein wieder gerade, weshalb sich die Zehenrichtung da anläuft, wo sie hingehört und nicht irgendwie schräg. Umgekehrt gibt es auch den Fall, dass man die Hufe über 6-9 Wochen regelmäßig anders bearbeitet, und plötzlich wird das Pferd lahmfrei, hat keine Hufrollensymptomatik mehr oder blockiert sich ständig irgendwo.  Wenn man dann noch anfängt, TCM oder Homöopathie oder Bioresonanz dazuzunehmen ...

Und mit Beschlägen kann man genauso flexibel umgehen, es gibt so viele verschiedenen Materialien von Eisen über Alu und dann die vielen, vielen verschiedenen Kunststoffe - alle wirken etwas anders. Alle kann man etwas unterschiedlich formen oder anbringen oder kombinieren. Dazu das Management des Beschlags, wie lange, welche Intervalle, wann überhaupt. Und dann gibt es noch die Welt der Hufschuhe, auch sehr viele Möglichkeiten. Wenn man's kombinieren will, stattet man seinen Kunststoffbeschlag mit Stollen aus oder macht seine Hufschuhe mit Spikes winterfest oder klebt, wenn die Schuhe abgelaufen sind, aber gut funktionieren, einen Kunststoffbeschlag auf die Hufschuhe. Den kann man dann auch wieder mit Spikes versehen.

Oder den Hufschutz kleben, statt zu nageln, dann kann man ihn auch mal kostengünstig für 1 Woche draufmachen, ohne das Risiko einzugehen, Schuhe suchen zu müssen. Man kann sowohl diverse Kunststoffe als auch diverse Schuhe ankleben. Und falls wer meinen sollte, das hält nicht ... Auf einem der schwersten Hundertmeiler der Welt, dem Tevis Cup laufen jedes Jahr 10-20 Pferde mit Klebeschuhen über Geröll und Felsen, auch auf die vordersten Plätze.

@Bambina: freu dich, es gibt noch viel zu entdecken zum Thema Huf *g* Wenn Du jetzt eine gute Hufbearbeiterin hast, dann wirst Du das meiste sowieso von ihr lernen über die Zeit  ;) Und die weiß auch, wo und wann's mal einen guten Hufkurs gibt, falls sie ihn nicht sowieso selbst organisiert.
« Letzte Änderung: 29.05.14, 10:37 von Kiowa »
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Offline zaino

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #35 am: 29.05.14, 10:47 »
TinaH, was heisst hier, Einigkeit oder Harmonie, das ist ein ganz normaler, konstruktiver Austausch von Erfahrungen und guten Tipps, find ich klasse. :)
Daumen hoch! :)

charona, Glaubenskrieg ist das richtige Wort, und dann VERDIENT man ja auch an Leuten, die nix hinterfragen!!! So ein teurer Vollbeschlag mit orthopädischen Extras über Jahre ist eine fette Pfründe, die wird sich kaum einer entgehen lassen. Das sind leider so die schwarzen Schafe überall, in der Human- wie in der Tiermedizin genauso:
Auf der Alternativseite: Dünnbrüstige Feierabend-Ausbildungen. Auf der konservativen Seite: Starrheit, Sturheit.
Ich liebe Behandler, die auch mal sagen: Sorry, weiss ich nicht, muss ich anderwärts fragen. oder: Mach ich nicht, weil ich mich damit nicht auskenne.
Oder: Das haben wir jetzt 1-2x so gemacht, scheint nichts zu bringen, also probieren wir was Neues/Anderes aus, lassen Sie mich mal nachdenken....
Nur so entwickelt sich was weiter. Und nur so einer verdient mein Vertrauen.

Offline TinaH

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #36 am: 29.05.14, 11:47 »
bambina wenn Du Dich in Sachen Hufe weiterbilden willst, dann komm doch zu uns in Hufforum:
http://keinhorn.de/phpBB-3/phpBB3/index.php

Dort findest Du auch Termine für Hufkurse/-seminare/-tagungen
Wenn ich tolerant wäre, dann würde ich einen Gänseblümchenkranz auf dem Kopf tragen und Kumbaya singen

Offline zaino

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #37 am: 30.06.14, 20:41 »
.. und gibts mal wieder ein Update für alle DAumen-Drücker hier? :)

Offline bambinaTopic starter

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #38 am: 03.07.14, 02:51 »
klar! Sorry, dass ich gar nichts mehr dazu geschrieben habe...

Also im Moment sieht es eigentlich ganz gut. Das Horn ist schon ein wenig nachgewachsen, ich gehe 2 x am Tag mit ihr auf Asphalt spazieren und sie benimmt sich auch halbwegs dabei. Mir wurde das empfohlen damit das Hufwachstum mehr angeregt wird. Ansonsten ist im Moment einfach nur Warten angesagt. Ich hätte zwar die Möglichkeit eine Füllung machen zu lassen und dann könnte ich sogar in bald wieder Reiten, allerdings wurde mir davon abgeraten... wir bleiben also beim langwierigeren Weg, was mich aber nicht stört. Ich reite derzeit 4 x die Woche ein anderes Pferd, von daher bin ich bestens ausgelastet und trainiere mit dem Pferd gerade für ein Turnier im August unter Anleitung. Wir wollen uns an eine S-Klasse herantrauen! Das Pferd hat das Niveau, ich muss nur noch besser werden.. :)

Mit Bambi habe ich angefangen Zirkuslektionen zu machen, damit sie auch geistig mehr ausgelastet wird. Ich weiß allerdings nicht zuviel darüber... eine Einstellerin hat mir geholfen, aber ich wäre für gute Literatur-Ratgeber oder Trainerempfehlungen in Hannover dankbar...

Offline Janker

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #39 am: 05.07.14, 10:24 »
Huhu, hab wegen Bodenarbeit erst jetzt nachgelesen...und wünsche euch viel Erfolg auf dem langen Heilungsweg, ich hab zweimal 1 Pferd wegen Kronsaumgeschwür mit Komplikationen verloren und bin bei Kronsaumverletzungen immer arg depressiv. Ich brauch sehr lang um Pferd auszubilden und nach 3 jahren wird das Tier für mich nutzbar, nach 5 ist das Zusammenleben eine Freude und ab da sind die Tiere für mich untauschbar und unbezahlbar. Wegen Glaubenskrieg: Hier wird im Sommer beschlagen, weil bei 50-100km/Woche Asphalt/schotter es kaum Alternativen gibt, Eisen sind akut nach 7-9 Wochen am Huf durchgelaufen. Schuhe dauern bei mir einfach zu lang bis ich die tgl. am Pferd hab (12 hufe...) und es gibt im Kleinponybereich nur sehr sehr geringe Auswahl. mein Schmied ist ein absoluter Engel auf Rädern, der stets das unmögliche möglich macht (und auch mehrere Gewerbebetriebe beschlägt, dh der hat Erfahrung im schweren zug/Wald!!)
mfg Janker

Offline bambinaTopic starter

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #40 am: 07.07.14, 18:19 »
Danke sehr Janker... :) .. Hast du deine Ponys für dich oder machst du beruflich was mit Ponys? Also bei 50 - 100 km die Woche auf Asphalt und Schotter kann ich mir gut vorstellen, dass man Eisen braucht. Bei mir in der Gegend gibt es viel Sand und Wiese und ich bin eindeutig weniger km pro Woche draußen unterwegs im Regelfall. Daher sollte das kein Problem sein, hoffe ich.

Wo bist du denn zu Hause?