Autor Thema: Problematik Herpesimpfung/ Einstellervertrag/ Trigeminusreizung  (Gelesen 9000 mal)

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Subito

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Hey!
Es gab wegen Hofübernahme einen neuen Einstellervertrag bei uns u. der hat Diskussionen hervorgerufen bezüglich Herpesimpfung. Im Vertrag steht das wir verpflichtet sind Tetanus, Influenza u. Herpes zu impfen - soweit so gut, hab ich bis Januar 2010 auch so gemacht, weil ich auch Turnier gegangen bin usw.. Nun waren halt einige bei uns die sich sehr dagegen aufgelehnt haben, weil ihr Pferd durch die Impfung schonmal fast eingegangen wäre bzw. ein Headshaker Pferd durch diese Impfung immer wochenlang unreitbar wird.
Jetzt hab ich mir auch angefangen Gedanken zu machen, weil meiner ja 2006 auch Trigeminusnervenreizung mit shaken verbunden hatte, das sich aber nach einem Stallwechsel wieder gelegt hat. Er shakt heute nicht mehr, ist aber noch überempfindlich an manchen Tagen was Kopfberührungen angeht u. hat seit 2007 auf dem linken Auge vermehrten Tränenfluss, das aber klinisch ohne Befund ist u. wegen zeitgleichen Auftreten vermutlich auf die Nervenreizung zurückzuführen ist.
Der SB hat zum Glück Einsehen das manche Pferde nicht Herpes geimpft werden können u. stimmt bei den betroffenen Pferden zu. Ich bin jetzt auch am überlegen ob ich Herpes aus meinem Vertrag streichen lasse, weil meiner ja eh mit seiner Nervenreizung vorbelastet ist u. es laut Internet Zusammenhänge zu Impfungen gibt. Laut LPO wird die Impfung für Turnier nur empfohlen, ist aber nicht Pflicht.

Was würdet ihr machen? Problem ist halt das wir mit über 50 Pferden ein großer Bestand im Stall sind u. man ja den Virusdruck durch Impfung auf 10% reduzieren kann. Umso mehr Pferde ungeimpft bleiben, umso größer ist der Druck u. die ungeimpften sind anfälliger,oder? Dafür hätte er nicht den Impfstress. Er regaiert auf die Kombi Impfung Herpes/Influenza teilweise mit Fieber u. Mattigkeit, aber das seit 10 Jahren. Aber was ist wenn er ungeimpft erkrankt?
Ich bin hin u. hergerissen wie ich mich entscheiden soll...
Lg, suse

Offline sasthi

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Wir haben sowas in unserem Stall gar nicht.
Und ob jedes Pferd bei uns im Stall (60 Einsteller, knapp 100 Pferde) geimpft ist, wage ich mal sehr zu bezweifeln.

Meine wird nur gegen Influenza und Tetanus geimpft, Herpes gar nicht.
Wenn zwei das Gleiche tun ist das noch lange nicht das Selbe.

Haflinger sind nicht stur, sie geben ihrem Menschen nur mehr Zeit, über seine Fehler nachzudenken

Offline donau

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aufgrund meiner erfahrungen mit herpesimpfungen: lass es aus dem vertrag streichen.

meine große hat schwerste impfreaktionen gezeigt, einige hübsche langzeit-schäden davon, genutzt hat es genau nichts... die war nämlich geimpft, als eine stute mit deutlicher, aktiver herpesinfektion mit ihr auf der koppel stand.. und hat prompt brav alles angenommen, und sich erst richtig infiziert. soviel zum thema ::)
die kleine wird gar nicht erst herpes geimpft, wohl aber influenza und tetanus.

nach einer welle, in der alle herpes geimpft haben, gibt es nun eine vielzahl an hustenden pferden (immer nach der impfung wird es stärker, komisch...), pferde, die shaken etc., zumindest in der gegend hier. wenn die tiere nur influenza geimpft wurden, war da nichts zu bemerken, von daher wird auch bei den turnierpferden zumeist nicht herpes geimpft. der virendruck (ausgeschieden werden die nur, wenn der virus aktiv ist) kann auch durch immunstärkende maßnahmen gering gehalten werden im akutfall.

hm, wenn ich so nachdenke, influenza/tetanus sind hier fast alle pferde geimpft, herpes kaum, auch nicht in großen ställen - und wir hätten deswegen noch nie probleme gehabt (ausser eben, jemand hat geimpft). von daher bin ich da eher skeptisch ;)
Wer auf seinem Standpunkt beharrt, darf sich nicht wundern, dass er nicht weiterkommt...

Authorised WEIGUMS Desillusionator

Offline woody

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Bei uns sind auch nur Tetanus/INfluenza Pflicht und das wird auch kontrolliert Bestand ca. 90-100 Pferde.
ISt auch der erste Stall wo das kontrolliert wird.
LG Andreas

Lebe den Tag

Subito

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Also, es hat sich jetzt so entwickelt das wir Tetanus u. Influenza alle impfen müssen u. Herpes jedem zur freien Entscheidung bleibt - damit kann ich gut leben u. werd im Juli wenn meiner wieder dran ist mal mit dem Ta drüber sprechen.
Lg, Suse

Offline dieKleene

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Er regaiert auf die Kombi Impfung Herpes/Influenza teilweise mit Fieber u. Mattigkeit, aber das seit 10 Jahren. Aber was ist wenn er ungeimpft erkrankt?
Ich bin hin u. hergerissen wie ich mich entscheiden soll...
Lg, suse

Eine Impfung ist kein Garant, dass dein Pferd niemals an Herpes erkrankt.
Und alleine wegen deiner o. g. Aussage würde ich die Finger von der (Kombi-) Impfung lassen.  ;)

LG
dieKleene
LG
dieKleene
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Ein Gutes Fährd hat keine Farbe - aber einen Aalstrich!!

Offline Binesdiva

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  • Realiwas?
Bin da ja auch sehr mißtrauisch und werde den Verdacht nicht los, daß meine damalige Stute aufgrund der Resequin-Impfung mit Headshaking angefangen hat...

Mein fetter Fuchs reagiert auch sehr empfindlich, deshalb lasse ich zwischen den einzelnen Impfungen immer eine Woche Abstand. Muß der TA zweimal kommen, dafür habe ich seitdem keine Probleme mehr.
Und Resequin impfe ich auch nicht mehr, sondern Duvaxyn, das verträgt er besser.
Da wir jetzt keine Turniere mehr gehen und ich auch nicht mehr in einem Zuchtstall stehe, überlege ich auch ernsthaft, die Herpes-Impfung wegzulassen.
Reitet ein Cowboy zum Friseur.
Kommt wieder raus:
Pony weg...

Offline Helenchen

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mein Pferd reagiert auch sehr empfindlich auf dei Herpes-Impfung.
In unserem Stall ist Influenza und ein tierärztliches Attest bei Neueinstellungi Pflicht aber nicht Herpes.
Unsere Stallbesi - ebenfalls TA - meinte Sie könnte die Einsteller nicht zur Herpes-Impfung zwingen.
Als letztes Jahr im Nachbarstall mehrere Todesfälle aufgetreten sind, entstand der Ruf bei manchen Pferdebesis zur generellen Zwangsimpfung. das wurde aber toitoitoi nicht umgesetzt.

Offline sultan

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Bei uns ist das auch nicht im Einstellvertrag geregelt, jeder macht wie er meint ...

Früher wurde meine Stute immer Duvaxyn Herpes/Influenza geimpft, hat es immer gut vertragen.

Dann bekam sie auf einmal nach dem Impfen hohes Fieber. Seitdem impfe ich mit Resequin, das verträgt sie sehr gut. Mein TA hat gemeint, daß er früher oft Impfreaktionen auf Resequin hatte und nur ganz wenige auf Duvaxyn. Seit kurzem (1-2 Jahre) ist es genau umgekehrt. Haben wahrscheinlich am Trägerstoff was geändert.

Hätte sie auf Resequin auch reagiert, hätte ich Herpes nicht mehr geimpft ...
« Letzte Änderung: 10.06.10, 11:00 von sultan »
... "Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen" sagte der Fuchs. "Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. "...
Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz

Offline woody

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Unsere hatte auf Resequin leichte (leichter Husten) reagiert, seitdem wir auf Alternativen ausgewichen sind gibts keine Probleme mehr.
LG Andreas

Lebe den Tag

Offline Socke

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hallo subito,

darf ich fragen, wie ihr damals die trigeminusreizung behandelt habt? hab ein pferd gekauft, das eben einen gereizten trigeminusnerv hat und manchmal, ganz selten, leicht shaked. aber man mekrt, dass ihm jede berührung mit dem nerv unangenehm ist, was zb halftern problematisch macht.

da er konsequent resequin geimpft wurde, vermute ich, dass er diese reizung als impfschaden davongetragen hat. dies besteht wohl schon seit ca. 5 jahren, laut exbesitzerin. diese tippte auf allergie, da ließ sich aber nie etwas festellen.

ich behandle bisher mit lysinreichem zusatzfutter von iwest, akupunktur und ab demnächst bekommt er süßholzwurzel (soll antiviral wirken).

grüße
socke

Subito

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@socke
Ganz doll geholfen hat meinem der Stallwechsel zurück in seinen alten Stall, wo er  sich sehr viel wohler fühlte u. es zudem weniger Insekten gibt. Dann hab ich durch eine einzige! TTouch Behandlung eine enorme Besserung gehabt, so das ich wieder halftern u. trensen konnte. Er stand dann noch ca. 6 Monate 24h mit UVfilternde Gesichtsmaske u. es hat sich einfach mit der Zeit in so weit gelegt, das er auch nur noch ganz selten mal schnickt, beim konzentrierten reiten aber gar nicht mehr. Bei meinem ist es also sehr abhängig von äußeren Einflüssen u. seiner Psyche wie stark der Nerv reagiert.
Ich muß halt aufpassen ihn am Kopf so wenig wie möglich zu reizen, putzen mit Bürste akzeptiert er ganz gut  u. richtig angennehm findet er ein Handtuch. Trensen u. halftern geht im Alltag problemlos u. wenn sind es hauptsächlich die Ohren deren Berührung ihm sehr unangenehm sind. Er bekommt dann richtig so ein Gesichtszucken im oberen Bereich bis zu den Ohren, dann sehe ich zu es möglichst zügig u. schonend drauf zu bekommen u. schnalle zur Not  eben auf so das ich nichts über die Ohren ziehen muß - dann ist es aber auch sofort wieder o.k..
Medikamente o. besonderes Futter bekommt er nicht, da es sich so eingependelt hat, das wir gut damit leben können. Sollte er einen schweren Rückfall haben, würde ich aber auch darauf zurück greifen u. vor allem so eine TTouch Tante kommen lassen, das war echt der wahnsinn u. ich hab bis dahin immer ein wenig darüber gelächelt, aber das hat super viel geholfen.
Tja, mit dem impfen muß ich dann mit meinem Ta genauer quatschen welchen Impfstoff usw., jedenfalls nur noch das nötigste u. mal schauen wie er drauf reagiert...
Lg, suse

Edit: Hab mal wegen Fütterung für Shaker etwas geforscht u. bin auf "Gladiotor plus" gestossen - keine Ahnung ob das wirklich so gut hilft wie angepriesen, aber ein Versuch wäre es mir wert wenn meiner wieder akut Probleme hätte.
« Letzte Änderung: 15.06.10, 13:34 von Subito »

Offline Socke

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hallo subito,

vielen dank für die infos,

bei meinem ist es im prinzip recht ähnlich wie bei deinem, das geschnicke ist massiv abhängig von psyche/stress und zusätzlich von licht, also richtig hellem sonnenlicht. beides gepaart potenziert sich dann. er reagiert auch stark auf berührung des nerves unterhalb des auges, weshalb ich mit hannoverschem reithalfter reite. beim konzentrierten reiten ist nie was, ansonsten beim reiten auch eher weniger, mehr wenn er gelangweilt ist, in der führmaschine ist es zb schlimm, weshlab ich das weglasse. auf der koppel mit maske ist auch alles ok.

influenza wäre bei mir jetzt auch dran, aber ich fürchte mich etwas davor…

was bewirkt ttouch denn? muss mal schauen, ob jemand hier in der gegend sowas anbietet.

über das gladiator hab ich mich auch mal schlau gemacht und kenne auch leute, die das mal gegeben haben. die hatten keine besonderen effekte, aber einen versuch wärs natürlich wert..

viele grüße
socke

Subito

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Mir fiel noch was ein - Schwarzkümmelöl hat er 1 Jahr lang auch bekommen als die Reizung akut war. Ich weiß nicht obs direkt dem Nerv geholfen hat, aber dem Allgemeinbefinden auf alle Fälle, denn die Impfung u.den Fellwechsel hat er unter Schwarzkümmelöl auffallend gut überstanden. Meiner bekommt zur Impfung übrigens immer Immunstärker(Cylexis), sonst ist es noch schlimmer u. ich lass ihn 3 tage fast komplett in Ruhe, nur Wellnessprogramm u. spazieren.

Das TTouch ist halt eine Art Akupressur/Massage, man reizt bestimmte Punkte um Verspannungen im physischen u. psychischen Bereich zu lösen. Die Pferde finden das irgendwie total toll u. genießen das sehr. Meiner ist eigentlich überhaupt nicht der Typ Streichelpferd, aber das fand er nach wenigen Sekunden echt toll u. wie gesagt, 20 min später haben wir ihn trensen können, was wochenlang vorher nur mit viel stress u. aufwand möglich war. Ich würde sagen sie hat ihm  durch die angenehmen Berührungen den Stress/ Angst vorm Schmerz genommen so das wir überhaupt mal wieder eine chance hatten an seinen Kopf zu kommen. Die Nervenreizung geht dadurch nicht völlig weg, aber der empfindliche Bereich hat sich vom kompletten Kopf auf einen kleinen Bereich zwischen um Ohren u. Augen reduziert.

Ich hatte Glück u. hab damals nicht mal was für bezahlt, weil das eine Bekannte meiner RB gemacht hat die noch nicht "ausgelernt" war u. quasi an meinem geübt hat.
Lg, suse