Autor Thema: Barhufpferd auf Wanderritt: wie beschlagen, Kunststoff, Eisen ?  (Gelesen 12943 mal)

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Offline RinchenTopic starter

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Hallo,

mein Barhufpferd soll demnächst seinen 1. Wanderritt, 5 Tage, gehen. Dafür will ich ihn beschlagen lassen (Hufschuhe nicht, das habe ich bisher auch noch nicht ausprobiert, viell. für das nächste Mal, wär mir jetzt zu unsicher). Die Frage mit was ? Beschlag für mein Barhufpferd tut mir schon ziemlich weh, gerade haben wir die Hufe ganz gut im Griff und jetzt werden sie durchlöchert.  :( Da wollte ich natrülich was möglichst Schonendes nehmen und dachte eigentlich an Kunststoff, evtl. Duplos. Jetzt meinte jemand, für so eine kurze Zeit hätte sie am besten Erfahrung gemacht mit Eisen (Profileisen mit Luvexeinlagen). Jetzt bin ich etwas verunsichert. Wie sind eure Erfahrungen ?
Und wann sollte man damit anfangen ?

Offline carola

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Ich würde es den Schmied entscheiden lassen. Hängt ja auch vom Gang und von der Hufform ab. Hufschuhe wären bei euch sicherlich die beste Alternative.
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Offline AndreaT.

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Willst Du wirklich ein Barhufpferd wegen 5 Tage Wanderritt beschlagen lassen ?
Wenn es unbedingt sein muss, würde ich mich am ehesten zu einem Kaltbeschlag wie Alu, Öllov oder Plastics durchringen. Dann hast Du zu den Löchern im Huf nicht noch zusätzlich den verschmurgelten Tragrand.

Meine Pferde laufen barhuf und für längere Ausflüge und Wanderritte bekommen sie easyboots an. Das geht leicht, braucht keine Eingewöhnungszeit und man kann sie immer wieder verwenden, das älteste Paar das ich habe, ist so ca. 9 jahre alt und immer noch voll funktionsfähig.
Es gibt sie auch in schwarz, aber die Roten findet man leichter wieder, falls doch mal einer fliegen geht  :D
Guck doch mal in die Hufschuhbox, da gibt es eine ganze Anzahl Menschen, deren Pferde mit Hufschuhen durch die Welt laufen.
Darfs ein Sprickel mehr sein ?

Offline carola

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Tragrand verschmurgelt? ???
Ich finde, ein Pferd muss sich auch an Beschlag gewöhnen. Ist immerhin auch mehr Gewicht, evtl. weniger Dämpfung, bei Kunststoffs unter Umständen eine andere Bewegung des Beschlages am Huf... Ich würde nicht beschlagen und 5 Tage reiten wollen. Hufschuhe kommen wenigstens zwischendrin mal ab.
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Offline Monnef0805

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Hm ein Thema womit ich mich kürzlich auch beschäftigen musste. Bisher lief mein Pferd Barhuf. Seit Ostern reite ich deutlich mehr und als die Sache mit dem 1. Wandderritt anstand musste ich ihn dafür natürlich noch zusätzlich trainieren.
Nach langem hin und her habe ich mich dazu entschlossen ihn für den Ritt beschlagen zu lassen da keiner wirklich wusste wie die Wege sein werden. Ich war froh es gemacht zu haben. Gezwungener Maßen mussten wir viel Beton und auch Kieswege reiten. Das wäre ohne Beschlag völlig in die Hose gegangen.

Eigentlich wollte ich Kunststoff aber mein Schmied hatte mir davon abgeraten, da die Dinger so wie er sagte nicht wirklich lange halten und es gerade auf nem Ritt blöd wäre. Seit dem hat er Eisen drauf und ich bin froh das gemacht zu haben. Mittlerweile hat er den zweit Beschlag und ich genieße es einfach das man sich nicht jeden Weg zig mal überlegen zu müssen.

Sprich einfach mit (d)einem Schmied. Er wird Dir auch sagen ob Du einen benötigst (wenn er gut ist).

Offline AndreaT.

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Ein Schmied wird immer zu Eisen raten. Und das ist auch gut so, weil DAS können sie dann auch gut machen.
Wenn man einen alternativen Beschlag haben möchte sollte man sich an einen Huftechniker wenden, der versteht dann von den alternativen Beschlägen etwas und kann dich dahingehend gut beraten.

Tragrand verschmurgelt? ???

Hast Du Dir das Hofhorn noch nie nach dem Aufbrennen vom Eisen angesehen ? Und es gibt Schmiede, die schneiden und raspeln nicht lange, sondern brennen das neue Eisen so lange auf, bis der Tragrand schön gerade ist  :-\
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Offline Monnef0805

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Aber zum Glück sind nicht alle so

Offline carola

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Das sehe ich aber auch so. Und es gibt glücklicherweise auch Schmiede, die Kunststoff sehr offen gegenüber stehen und genau überlegen, wem sie was empfehlen. Ein Huftechniker wird in der Regel kein Eisen empfehlen, und es gibt durchaus Kandidaten, für die es besser wäre.
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Offline AndreaT.

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In meinem Bekanntenkreis habe ich es halt schon mehr als einmal erlebt, dass sich Schmiede an Plastics versucht haben und die ganze Sache trotz bestem Willen richtig in die Hosen gegangen ist.
Verschiedene, sehr nette und kompetente Schmiede. Unterschiedliche Pferde.

Die Huftechniker dürfen keine Eisen aufnageln.
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Offline carola

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Die Huftechniker dürfen keine Eisen aufnageln.

Eben, deswegen sind auch die meisten grundsätzlich dagegen und machen genau das, was man den Schmieden vorwirft "kenn ich nicht, mach ich nicht". Ich denke, schwarze Schafe findet man überall. Davon abgesehen wäre vor einem Wanderritt für mich auch nicht unbedingt der beste Zeitpunkt, einen neuen Hufmenschen (egal welcher Art) auszuprobieren. Ich würde den, den ich kenne und dem ich hoffentlich weitgehend vertraue, fragen, was er meint.
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Offline Monnef0805

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Es kommt darauf an wann der erste Ritt ist. Sie schreibt ja nur demnächst.
Und ich denke mal es spricht auch nichts dagegen, wenn "ich" mir unsicher bin, eine zweit Meinung einzuholen.

Der Schmied von meinem Freund geht überhaupt nicht an Plastics ran. Sagt er ganz ehrlich das er das nicht macht. Wenn man darauf besteht hat man eben Pech gehabt und muss sich einen anderen suchen.
Mein Schmied arbeitet mit beiden, bis dato wusste ich nicht wieviel verschiedene Kunststoffbeschläge es gibt  ::), und hätte sie wohl drauf gemacht wenn ich darauf bestanden hätte.

Ich denke es auch sehr schwer hier was zu raten.

Offline Lillebror

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Wann ist "demnächst"? Das ist mE der Punkt.

5 Tage Wanderritt würde ich nicht einfach so aus dem Stand machen, sondern vorher entsprechend trainieren. Dabei müßte doch erkennbar werden,

1. ob das Pferd Hufschutz braucht (vermutlich und erfahrungsgemäß ja)
und
2. genug Zeit sein, die dafür beste Methode herauszufinden.

Hufschuhe sind eine feine Sache, aber wenn sie unterwegs dauernd verloren gehen, nervt das Reiter und Mitreiter. Plastikbeschlag ist eher nichts für Pferde, die groß und schwer sind oder beim Fußen drehen. Alueisen sind ebenfalls leicht, halten aber nicht viel aus. Eisenbeschlag ist nicht per se schlecht, man findet evtl. leichter auch an fremden Orten einen Schmied, der ein verlorenes Eisen ersetzt.

Auf einen Wanderritt sollte man nur mit einer Ausrüstung gehen, die so gut wie möglich ausprobiert ist.
Wären wir unendlich, so wandelte sich alles.
Da wir aber endlich sind, bleibt vieles beim Alten.
B. Brecht

Offline RinchenTopic starter

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Hallo,
danke schon mal für eure ersten Meinungen.
Vielleicht könnt ihr mal weiter diskutieren, wenn ihr hört, dass ein 1. kleiner, 2-Tageswanderritt in der Zeit zwischen dem 27.8. und 30.8. stattfinden soll und der 5-Tagesritt vom 26.9.-30.9.
Hm, wie mache ich das denn mit dem zeitlichen Abstand dazwischen, kann ich da mit einem Beschlag auskommen ?
Dummerweise ist das mit dem 2-Tagesritt noch nicht sicher, entscheidet sich erst kurz vorher.
Ist ein bisschen blöd, weil wenn er vorher umsonst beschlagen wird und wir dann doch den 2-Tagesritt nicht machen, ist der Beschlag für den 5-Tagesritt ja schon recht alt.
1. Alternatvie: ich lasse ihn möglichst gleich beschlagen, dann brauche ich eben einen 2. Beschlag vor dem großen Ritt und habe mir, wenn es blöd läuft, einen Beschlag umsonst gemacht, weiß aber wenigstens schon mal eine ganze Periode lang, wie das klappt.
2. Alternatvie: ich habe noch 2 Easyboots für vorne, leider noch nie ausprobiert. Wenn ich die jetzt doch mal ausprobiere und das ging ganz gut, könnte ich ja viell. wenigstens den 2-Tagesritt damit machen und mir vor dem 5-Tagesritt dann immer noch überlegen, ob ich ihn überhaupt beschlagen lasse.

Offline AndreaT.

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Dann würde ich 2x beschlagen lassen. Das erste Mal mindestens 2 Wochen vor dem 2 Tagesritt, damit Du sicher sein kannst, dass es so gut ist. Sozusagen jetzt.
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Offline carola

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Ja, das würde ich auch machen. Denn nicht jedes Pferd kommt mit den Beschlägen klar. Hätte ich nicht gedacht, aber ich hatte ein Gastpferd, das beschlagen wurde, und die Kombi aus den neuen Beschlägen und unseren Bergen war ein bisschen viel für das Tier. Es hat angelaufene Beine bekommen. Wäre für einen Wanderritt nicht so doll gewesen.
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