Autor Thema: Entwurmen  (Gelesen 128651 mal)

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Offline mirandaTopic starter

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Entwurmen
« am: 12.01.06, 10:25 »
Ein anderer Pferdebesi hat mir gesagt, dass das Entwurmen wenig nützen würde, weil die Pferde sich auf der Weide sofort wieder Würmer einfangen würden. Was haltet ihr davon?

Offline Lillebror

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Re: Entwurmen
« Antwort #1 am: 12.01.06, 10:30 »
Das stimmt.

Aber mit Wurmkuren werden die Würmer so weit reduziert, daß sie dem Pferd nicht schaden.
Ohne Wurmkuren kann das Pferd im schlimmsten Fall an den Würmer sterben.
Wären wir unendlich, so wandelte sich alles.
Da wir aber endlich sind, bleibt vieles beim Alten.
B. Brecht

Offline mammel

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Re: Entwurmen
« Antwort #2 am: 12.01.06, 12:57 »
Wenn man richtig entwurmt, den Stall kurz danach vernünftig säubert und die Pferde auf eine neue Weide stellt, ist das Risiko, dass sie sofort wieder neue Würmer aufnehmen relativ gering. Aber natürlich ist das keine Garantie dafür, dass sie tatsächlich wurmfrei sind. Die Wurmkuren reduzieren das aber auf ein erträgliches Minimum.

Ganz ohne Wurmkur verwurmen die Tiere total und magern ab. Ganz ohne gehts also nicht, auch wenn viele Pferde- und Hundehalter so denken... Wurmkur gibts dann oft nur, wenn das Tier schon total verwurmt ist...

LG Mammel

Offline Orie

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Re: Entwurmen
« Antwort #3 am: 13.01.06, 09:48 »
Es gibt auch Ausnahmen......    :P
Kenne persönlich einen Fall (Bekannte von mir!), dies mit dem entwurmen hypergenau nimmt. Alle 8 Wochen, Wirkstoff wechselnd,
stets mit Absprache von Ta/ Klinik...

Weide UND Auslauf werden JEDEN Tag abgeäpfelt, auch sonst alles fast "klinisch" rein...

Aber: 2jähr. Fohlen starb vor kurzem, erstmal Kolik, dann Bauch geöffnet: Kolik kam aufgrund von HOCHGRADIGER Verwurmung mit Magendurchbruch, alles Spulwürmer, fast einen 10 Liter-Eimer voll........    :o :P
Es war wirklich schrecklich....

Ta/Klinik waren ratlos und meinten wohl, daß es ein Fall von 1000 seinen...

Dem Fohlen war äußerlich absolut nichts anzumerken, schön rund (altersentsprechend) und agil.
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Offline mirandaTopic starter

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Re: Entwurmen
« Antwort #4 am: 13.01.06, 10:19 »
Kennt ihr vielleicht eine biologsche Alternative zu den üblichen Wurmkuren, die doch sehr belastend für den Körper sein sollen?

Offline Aleike

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Re: Entwurmen
« Antwort #5 am: 13.01.06, 10:36 »
Verglichen mit der Belastung durch die Würmer ist die Wurmkur NIX, und bei keiner der angeblichen Alternativen konnte eine nenneswerte Wirkung nachgewiesen werden! Lass Dich nur nicht verrückt machen.
Man darf nicht sagen: "Was, du Mistvieh, du willst nicht?" Sondern: "Entschuldige, mein Tier, ich werde schon noch dahinterkommen, wie ich es lerne, dich peu à peu auf den rechten Weg zu führen." (Udo Bürger)

Offline terra

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Re: Entwurmen
« Antwort #6 am: 13.01.06, 10:40 »
Da gibts nix, Miranda, egal ob Chemie oder Natürlich, es ist alles belastend und bei den natürlichen Sachen ist die Wirkung auf die Würmer noch nicht mal nachweisbar.

Orie, nun wars bei mir doch kein Einzelfall! Die Mutter vom Tier wäre beinahe als Saugfohlen ca. zwei Wochen nach einer Wurmkur an Würmern gestorben. Glücklicherweise hat unser Senior-TA eine konventionelle Kolik /Darmverschluss ausgeschlossen, und den Magen ausgepumpt, da kamen dann Würmer. Die hatten sich wohl als Knäuel vor den Magenausgang gelegt  :o.
Anzeichen vorher: null, ist kurz vorher auf Schau prämiert worden.
Unser Doc hatte sowas vorher noch nicht erlebt, trotz jahrzehntelanger Pferdepraxis in pferdereicher Umgebung.

lg
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Offline Fritzi

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Re: Entwurmen
« Antwort #7 am: 13.01.06, 10:42 »
Ja was meinst Du, die Würmer sind doch auch sehr belastent. Übles mit Üblem! Nein, ehrlich, ich merke bei meinem Pony keine Belastung, kenne jetzt aber auch nicht biologisches.
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens: durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens: durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens: durch Erfahrung, das ist der bitterste.
Konfuzius

Offline Orie

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Re: Entwurmen
« Antwort #8 am: 13.01.06, 13:30 »
Die hatten sich wohl als Knäuel vor den Magenausgang gelegt  :o.
Anzeichen vorher: null, ist kurz vorher auf Schau prämiert worden.
Unser Doc hatte sowas vorher noch nicht erlebt, trotz jahrzehntelanger Pferdepraxis in pferdereicher Umgebung.

lg
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Ja, genauso wars da auch! Waren es bei Euch auch Spulwürmer?
Irgendwo hat jemand gesagt, daß Fohlen hierfür besonders anfällig sind....   *werundwowardasnochmal?*

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Offline Viki

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Re: Entwurmen
« Antwort #9 am: 24.01.06, 18:28 »
Das ist schon so - egal, wers sagt  ;D Dewegen sollen Fohlen ja auch öfter entwurmt werden (wie Katzen- und Hundewelpen).

Zu dem Fall oben mit "alle 8 Wochen Entwurmen und dann doch Spulwurm-Massenbefall" - die Eier vom Spulwurm sind extrem haltbar und Überlebenskünstler - wenn da eine Grundlast da ist (vom Vorbesitzer des Stalles z.B.), nutzt das Entwurmen allein unter Umständen (z.B. bei Neuzugängen) auch nicht mehr. Hätte die Frau statt so enge Abstände zu machen (die dann unter normalen Umständen wirklich unnötig belasten), erst mal Kotproben genommen, dann hätte sie bei längerer Spulwurmbelastung Eier finden müssen (die kann man im Labor nicht übersehen).
Ausnahmen gibts natürlich immer....

Ich finde, 4 x / pro Jahr entwurmen reicht bei erwachsenen Pferden - alles drüber würde ich nur nach Diagnose = Kotprobe machen. Das wäre überhaupt die einzige sinnvolle Methode, Wurmkuren zu reduzieren - erst Proben nehmen (bin ich aber auch zu faul dazu....).

Offline terra

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Re: Entwurmen
« Antwort #10 am: 25.01.06, 08:45 »
Orie, offenbar schadet zu grosse Sauberkeit. Ist ja jetzt sogar bei Menschenkindern nachgewiesen ;)

Viki, die Amikaner gehen jetzt sogar noch unter die 8 Wochen, aber die müssen eh immer alles übertreiben.
Kotproben: alles schön und gut, würde ich bei einem dürren, räftigen Tier auch machen (obwohl, nein, ich glaube, da gäbs erst mal ne ordentliche WK, und wenn die nicht anschlägt...). Aber bei einem runden, gutbemuskeltem, lackierten? Zumal wenn ich es selbst regelmässig entwurmt habe?
Über die Aussagekraft - und damit der Sinn - von Kotproben wird auch redlich gestritten.

Angeblich gibt es bei den Spulwürmern Resistenzen ??? - fragt mich jetzt aber bitte nicht, wo ich das gelesen habe. Und Fohlen sind wirklich empfindlicher, vielleicht ist ja das Magen-Darm-Milieu durch die Milchverdauung "wurmfreundlicher?

lg
ed

Wenn ich mir so überlege, dass  früher nur zwei WK im Jahr üblich waren ;)

Offline mirandaTopic starter

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Re: Entwurmen
« Antwort #11 am: 25.01.06, 09:50 »
Wild lebende Pferde überleben ohne Wurmkur. Also muss es entweder mit dem Kot (auf engem Raum können Pferde dem Kot nicht ausweichen - frei lebend schon) oder (auch) mit einer größeren Resistenz wild lebender Pferde gegen Würmer u.a. zu tun haben. Eigentlich müsste dann Offenstallhaltung mit perfektem Abräumen der Pferdeäpfel das Beste sein. Obwohl - mit dem Mistbesteck bekommt man nicht sämtliche Spuren des Kotes weg. Es bleibt immer was am Boden bzw. im Gras. Sonst müsste man jeden Pferdapfel einzeln mit der darunter befindlichen Erde entfernen.

Offline terra

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Re: Entwurmen
« Antwort #12 am: 25.01.06, 10:30 »
Miranda, in der Wildpferde-Natur herrscht nur ein geringer Infektionsdruck, allerdings gibt es auch dort verwurmte Exemplare - geschwächte Exemplare sind eine leichtere Beute für Raubtiere ....
Mit einer guten Weidepflege (z.B. abäpfeln, kalken,...) kann man nur den regionalen Infektionsdruck senken, ob man je auf 0 runterkommt - wage ich zu bezweifeln, da müsste man schon mit Flammenwerfer ran ;D.
Pferde versuchen ja instinktiv eine Infektion zu vermeiden, auf jeder Koppel gibt es "Klo-ecken", sprich Geilstellen, deren Gras am Halm von ordentlich gefütterten Pferden NICHT gefressen wird, lediglich die Ähren werden abgezupft. Wenn du das Zeug aber mähst und auf dem Paddock/in der Box fütterst, wirds bis auf den letzten Krümel weggeputzt, incl. der Wurmeier/-larven.

@all
Gibt es eigentlich Untersuchungen über die durchschnittliche Lebenserwartung bei Wildpferden?

Offline Viki

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Re: Entwurmen
« Antwort #13 am: 25.01.06, 23:21 »
Miranda, in der Wildpferde-Natur herrscht nur ein geringer Infektionsdruck, allerdings gibt es auch dort verwurmte Exemplare - geschwächte Exemplare sind eine leichtere Beute für Raubtiere ....

genau so ist es - der Vergleich ist wirklich nicht sinnvoll.

Das "Abtragen der Erde" ist natürlich auch nicht realistisch - es kann bei jeglicher Enturmung nur um ein Niedrighalten des Infektionsdruckes gehen - wie Terra sagt - und das reicht auch. Jeder Parasit hat einen anderen Lebenslauf, aber die Grundprinzipien (Koppel absammeln, Weidepflege mit Schnitt bzw. Wechselbeweidung, Entwurmung zeitlich richtig setzen, Mittelwahl) reichen durchaus aus, das Ziel zu erreichen, wenn mans konsequent macht und wenn nicht ständig Neuzugänge dazu kommen.
Viele Pferdekoppeln sind überbelegt - es gibt zu wenig Pausen, geschweige denn Schnitt - das macht auch was aus.

Terra, das Kotproben-Nehmen mach ich ja auch nicht - ich finde es aber besser, als 8 x im Jahr zu entwurmen - und die Hauptlast erkennt man schon bei richtiger Probenahme.

Offline terra

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Re: Entwurmen
« Antwort #14 am: 26.01.06, 08:41 »
Allerdings soll es bei manchen Wurmarten schon "zu Spät" sein, wenn du in der Kotprobe was findest.
Aber könnte ich eigentlich mal machen, alle zwei Wochen Kacke-Screening. In irgend einer alten Umzugskiste müsste noch mein altes Mikroskop rumstehen. Muss mal suchen gehen, wenns etwas wärmer ist.

lg
ed