Pferdeforum

Haltung, Stallbau, Weidewirtschaft, Futter und Fütterung => Weide und Zaun => Was wächst denn da? Fragen rund ums Grünzeug => Thema gestartet von: Pippilotta123 am 01.08.09, 10:53

Titel: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Pippilotta123 am 01.08.09, 10:53
Hallo, der rainfarn breitet sich ja auch immer mehr aus... frisch ist er giftig. Wie sieht es im heu aus, weiß das jemand?

Danke, Bussi, Lotta
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Schnett am 03.08.09, 13:11
Quelle Wikipedia:

Der Rainfarn (Tanacetum vulgare, Syn.: Chrysanthemum vulgare (L.) Bernh.), auch Wurmkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der Rainfarn zählt zu den sogenannten Kompasspflanzen, und zwar deshalb, weil sich die Blätter im vollen Sonnenlicht genau senkrecht nach Süden richten.

 Beschreibung 
Der Rainfarn ist eine stark wuchernde, ausdauernde krautige Pflanze. Er bildet ein Rhizom. Die wechselständigen, dunkelgrünen, länglichen, gefiederten Laubblätter duften stark. Die unteren Laubblätter sind gestielt, die oberen sitzend. Die ganze Pflanze enthält stark riechende ätherische Öle (Kampfer, Borneol, Thujon) und Bitterstoffe, die die Einstellung zum Rainfarn zur Geschmackssache machen: Manche Menschen mögen diesen Geruch, andere fühlen sich davon abgestoßen.

Er trägt von Juni bis September in doldenrispigen Gesamtblütenständen leuchtendgelbe, körbchenförmige Teilblütenstände. Insgesamt sehen die Blütenkörbchen wie Gülden Knöpfle oder Westenknöpfe aus (so lauten volkstümliche Namen); Kinder verwenden sie als Spielgeld. Die glatten Hüllblätter sind 4 mm lang und 2 mm breit. Es sind keine Spreublätter vorhanden. Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von 1 cm, eine Höhe von 5 bis 6 mm auf und enthalten etwa 100 zwittrige Röhrenblüten. Die gelben Röhrenblüten sind bis zu 2,3 mm lang. Zungenblüten fehlen.

Die glatten, fünfrippigen, etwa 1 mm langen Achänen besitzen meist keinen Pappus oder höchstens einen krönchenförmigen Saum.


 Ökologie 
Der Rainfarn ist eine ausdauernde, wintergrüne Halbrosettenpflanze. Die vorweibigen Blüten stehen in strahlenlosen „Körbchenblumen“. Alle Blüten werden reichlich von Insekten aller Art besucht.

Die Früchte sind Wind- und Tierstreuer; auch Wasserhaftausbreitung ist möglich. Vegetative Vermehrung erfolgt reichlich durch unterirdische Ausläufer (Kriechwurzler).

Sie wird vom Weidevieh verschmäht, aber ist eine Fraßpflanze für Raupen aus der Familie der Spanner (beispielsweise den Smaragdspanner) und Eulenfalter.


 Vorkommen 
Der Rainfarn hat eine eurasische Verbreitung. Er ist mittlerweile ein Neophyt in den gemäßigten Gebieten der übrigen Erdteile. Es gibt einige Sorten für die Verwendung als Zierpflanze.

Der Rainfarn wächst häufig und gesellig in staudenreichen Unkrautfluren, an Wegen, Schuttplätzen, Dämmen, gern an Brandstellen, auch an Ufern (Stromtalpflanze), auf sommerwarmen, nicht zu trockenen, nährstoffreichen, neutralen, humosen Böden. Nach Ellenberg ist er eine Lichtpflanze, subozeanisch verbreitet, ein Frischezeiger, mäßig stickstoffreiche Standorte anzeigend und eine Klassencharakterart Ausdauernder Stickstoff-Krautfluren (Artemisietea vulgaris).

Auf stickstoffreichem Wildland ist oft das Rainfarn-Beifuß-Gestrüpp ein sich über Jahre hinweg fast unverändert haltendes Entwicklungsstadium in der vom Menschen unbeeinflussten Sukzession.

Diese Pflanzenart ist ein Kulturbegleiter und Gartenflüchtling.


 Nutzung 

 Verwendung als Duftpflanze 
Die stark duftenden Blätter sowie die Blüten des Rainfarns, die insektenabweisende Wirkstoffe enthalten, wurden früher ausgestreut, um Ungeziefer fernzuhalten. Getrocknete Rainfarnblätter werden in der Imkerei verwendet, um die Bienen zu beruhigen.


 Verwendung in der Pflanzenheilkunde 
 
Blütenstand im Detail, die einzelnen Blütenkörbchen mit vielen Einzelblüten.In den antiken Schriften ist der Rainfarn nicht zu finden. Die erste schriftliche Überlieferung findet sich im Capitulare Karls des Großen. Rainfarn wurde früher bei Wurmerkrankungen eingesetzt, allerdings rufen größere Mengen als 1 bis 3 Gramm Rainfarn Vergiftungserscheinungen hervor, so dass man heute im Falle von Wurmerkrankungen auf andere, wirkungsvollere und harmlosere Mittel zurückgreift. Verbreitet war auch seine Verwendung gegen Ungeziefer. Eine Waschung sollte Flöhe und Kopfläuse vertreiben. In der Tierheilkunde wird der Tee Kälbern und Kühen bei Durchfall verabreicht. Als Breiumschlag soll Rainfarn bei Quetschungen, Rheuma und Krampfadern helfen.

Das hat mir mein Fahrlehrer damals auch erzählt und ich bräuche es nicht abmähen da die Pferde es verschmähen und man es halt bei Durchfall und gegen Würmer früher verwendet hat.
Ich sens es seitdem regelmäßig kurz und gebe es in kleinen Mengen (keine Gramm - eher 2-3 KG) frisch ins Paddock.
Habe bei den Pferden noch keine Vergiftungserscheinungen fest gestellt - lasse mich aber gerne aufklären zumal Wiki sich hierzu auch nicht äussert

Das Laub kann Hautreizungen verursachen. Rainfarnöl ist ein starkes Gift, dessen innere Anwendungen nicht unbedenklich sind, weil sie zu Allergien und Vergiftungen führen können.


 Rainfarn als Färbepflanze 
Der Rainfarn wird auch als Färbepflanze verwendet. Die Blütenköpfe des Rainfarns ergeben zusammen mit dem Beizmittel Alaun einen dunkelgelben Farbton. Für die Beize werden 12 bis 20 g Alaun auf 100 g Wolle genommen. Dunkelgrün wird die Färbung mit einer Alaunvorbeize, Eisensulfat-Nachbeize und Ammoniak-Entwicklungsbad. Man braucht etwa 400 g frische Blüten für 100 g Wolle.

 
Rainfarn (Tanacetum vulgare) von oben.
 Rainfarn zur Schädlingsbekämpfung 
Für den Garten wird aus 500 g frischen, blühenden Pflanzen und 10  l Wasser eine Brühe angesetzt, die besonders gegen Erdbeerblütenstecher, Milben, Himbeerkäfer, Blattwespen, aber auch gegen Rostpilze und Mehltau wirken soll.

Siehe auch: Biologischer Pflanzenschutz


 Rainfarn als Allergiepflanze 
Der Rainfarn kann auf der Haut Kontaktallergien auslösen. Sesquiterpenlactone sind dafür verantwortlich. Als Hauptwirkstoff kommt Parthenolid in Betracht neben einer ganzen Reihe anderer Kontaktallergene wie: Crispolid, Tanacetin, Reynosin, und 1-beta-Hydroxy-arbusculin A. Vor allem Floristen und Blumenzüchter können von Kontaktallergien betroffen sein.

Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Schnett am 03.08.09, 13:25
Ich hab noch was gefunden

Quelle:
Henriettes Herbal Homepage
http://www.henriettesherbal.com/eclectic/madaus/tanacetum.html (http://www.henriettesherbal.com/eclectic/madaus/tanacetum.html)

Das ätherische Öl ist thujonhaltig (etwa 70%) und daher sehr giftig (Wasicky, Lehrb. d. Physiopharm., S. 369.). Es ruft, in Dosen von 7-15 g verabreicht, Mydriasis, Koma, Dyspnoe, heftige Krämpfe mit Opisthotonus und Trismus hervor; bei Tieren verursacht es Raserei, Wutanfälle ("Rabies tanacetica"), Beißkrämpfe, Salivation und Epilepsie (Kobert, Lehrb. d. Intoxik., S. 635.). Auch das Auftreten von pustulösem Ekzem wurde beobachtet (Lewin, Die Nebenwirkungen d. Arzneimittel, S. 627, Berlin 1899.).

Nun ist die Frage wie konzentriert das Öl in der Pflanze vorkommt.


Fakt ist, dass es natürlich  nicht rund um die Uhr von den Tieren gefressen werden soll und in der Medizin und Homöopathie guten Anklang findet
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Pippilotta123 am 03.08.09, 13:45
Danke Schnett, im WWW habe ich bisher nur widersprüchliche Meinungen gelesen....
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Schnett am 03.08.09, 14:12
Wie gesagt, keine Unmengen, es gibt natürlich überall andere Meinungen und manch einer sieht zu, dass sein Pferd nichtmal dran riecht.

Ich selber habe sogar schon gesehen, dass meine Jungs ganz gezielt genau nur den Rainfarn fressen, selbst wenn die Weide gerade offen ist und noch meterhohes Gras wächst.

Ich denke die Menge machts und darauf sollte man achten.

Damit die Menge nicht überhand nimmt verfütter ich bis die Weide geöffnet wird einen großteil halt immer mal abends abgesenst.
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: tara am 03.08.09, 14:17
http://www.giftpflanzen-fuer-pferde.de/Rainfarn.htm (http://www.giftpflanzen-fuer-pferde.de/Rainfarn.htm)

mit dem Verfüttern wäre ich vorsichtig....
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: carola am 03.08.09, 15:35
Schnett, und du bist sicher, dass die Probleme, die zumindest dein einer Hafi hat, nicht davon kommen können?
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: tara am 03.08.09, 15:46
hmm, auch gut möglich.
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Eva am 03.08.09, 15:48
http://www.giftpflanzen-fuer-pferde.de/Rainfarn.htm (http://www.giftpflanzen-fuer-pferde.de/Rainfarn.htm)

mit dem Verfüttern wäre ich vorsichtig....

Ich auch, vor allem auf dem Paddock, wo es nichts Grünes gibt, was "attraktiver" ist. Zwischen "kannste stehen lassen, den verschmähen die eh" und regelrechtem Verfüttern ist ja auch noch ein Unterschied.

Aufgrund der unklaren Probleme Deines einen Pferdes würde ich vielleicht auch einen Einfluss des Rainfarns in Betracht ziehen ... :-\
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Pippilotta123 am 03.08.09, 21:07
Wieso, was hat er denn???

Bussi, Lotta
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Eva am 03.08.09, 21:17
Wieso, was hat er denn???

Bussi, Lotta

Nichts genaues weiß man nicht, Verdacht auf chronischen Verschlag stand wohl mal im Raum, mehr gibt es hier *klick* (http://www.agrar.de/pferde/forum/index.php?topic=11079.msg1062377#msg1062377), ist ja auch etwas OT hier.
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Viki am 03.08.09, 23:46
Rainfarn enthält u.a. Pyrethrine - es ist ja bekannt, dass Pyrethrum, das als "biologisches" Insktizid verkauft wird (auch in Pferderepellents), aus Chrysanthemen stammt. Wie viel davon in der jeweiligen Pflanze drin ist, die auf Koppel XY wächst, weiß man nicht - insofern ist der Vergiftungsgrad bzw. die Leberbelastung Glückssache - und keine Frage der Dosis.

Wie man das Kraut absichtlich füttern kann, ist mir wirklich schleierhaft.

Ich würde ganz dringend davon absehen, den Pferden diese Giftpflanze vorzulegen - es ist schlichtweg völlig abwegig - man füttert seinen Pferden ja auch keine Insektensprays. Wenn Schnett das tut, ist es ihre Sache - als Empfehlung kann man es hier keinesfalls so stehen lassen.

Die Eingangsfrage, ob die Gifte im Heu abgebaut werden, ist noch nicht beantwortet.
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Gunni am 04.08.09, 08:51

Ich sens es seitdem regelmäßig kurz und gebe es in kleinen Mengen (keine Gramm - eher 2-3 KG) frisch ins Paddock.
Habe bei den Pferden noch keine Vergiftungserscheinungen fest gestellt - lasse mich aber gerne aufklären zumal Wiki sich hierzu auch nicht äussert
Erläuterung der Abkürzungen
V: Verbreitung
G: Gefährliche Pflanzenteile
I: Giftige Inhaltsstoffe W: Wirkung
T: Gefährdete Tiere S: Sonstiges
+: giftig
++: stark giftig (kann zu schweren Vergiftungserscheinungen
führen)
+++: sehr stark giftig (schon geringe Mengen
sind lebensgefährlich)

Rainfarn (Tanacetum vulgare)
V: Wegränder,
Ödland,
Bahndämme
G: gesamte
Pflanze
I: Thujon,
Campfer, Borneol
u.a.
W: ++,
Schleimhautreizung,
Magen-
Darm-
Beschwerden,
Leber- und
Nierenschäden, Krämpfe
T: Rind
S: meist gemieden

Also da tät schon einiges zusammenpassen mit den Problemen von dem einen Hafi. Diese Pflanze täte ich auf keinen Fall gezielt einem Pferd zum Fressen geben. Man würde ja einem Pferd auch nicht wöchentlich ne Wurmkur reindrücken.
Es ist oben zwar nur das Rind als gefährdet angeführt, aber denke, dass es für ein Pferd auch nicht ohne ist - und wenn das Tier ev. schon in irgendeiner Form vorbelastet ist, dann auf jeden Fall.

Wg. Heu habe ich leider nichts gefunden.
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: carola am 04.08.09, 09:00
Ich denke, dass man vielleicht gezielt nach den Wirkstoffen gucken müsste? Thujon klingt nach Thuja, das wird das selbe Zeug sein, oder? Die ist getrocknet m. W. aber immer noch giftig.

Edit: Den Artikel  (http://www.heilkraeuter.de/lexikon/rainfarn.htm) hier finde ich ganz interessant. Getrocknet vertreibt es immer noch Insekten, also geht der Wirkstoff nicht kaputt beim Trocknen. Noch dazu scheint es giftig(er)e und ungiftig(er)e Arten zu geben.
Ich würde unterstellen, dass die Tiere ihn im Heu riechen können - und vermutlich trotzdem verspeisen.
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Schnett am 04.08.09, 09:04
Da hab ich  noch nicht drüber nachgedacht da mir die "giftige Wirkung" halt als giftig in Maßen erläutert wurde. Halt eher giftig in Form von Überdosierung und nützlich als "Wurmkur" und bei Bauchweh etc.

Zumal sie sich das Kraut auf der großen Weide gezielt suchen um es abzufressen

Sie waren auch dieses Jahr noch nicht auf der Weide und ich bin die letzten 5 Wochen nicht dazu gekommen etwas zu sensen.

Werd nachher eh nochmal mit dem TA über das Blutbild sprechen und ihn darauf hinweisen.
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: tara am 04.08.09, 09:14
bei den meistenGiftpflanzen ist es leider so, daß sich im getrockneten Zustand die Bitterstoffe verflüchtigen, die die Pferde davon abhalten, die Pflanze zu fressen. Die Giftstoffe bleiben aber erhalten. (Hahnenfuß, JKK). Beim Rainfarn wird es ähnlich sein. Auf der Wiese fressen unsere es nicht, ich würde aber nie und nimmer auf die Idee kommen, es abzusensen und zu füttern. Das mache ich nur mit Brennessel.

Übrigens, Ein Sud aus Rainfarn soll gut gegen Mehltau sein....
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: carola am 04.08.09, 09:15
Und im Zimmer aufgehängt gegen Insekten helfen. Finde ich auch nicht doof. Ich glaube, ich muss gleich mal unsere Wegränder absuchen. ;)
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: tara am 04.08.09, 09:29
Und im Zimmer aufgehängt gegen Insekten helfen.

ich glaub, mein Mann zieht aus, wenn ich im Schlafzimmer Kräuterbüschel aufhänge *hexebin*
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Viki am 04.08.09, 10:23
Da hab ich  noch nicht drüber nachgedacht da mir die "giftige Wirkung" halt als giftig in Maßen erläutert wurde. Halt eher giftig in Form von Überdosierung und nützlich als "Wurmkur" und bei Bauchweh etc.

es ist halt bei allen Kräutern die Frage, wie viel wovon in der einzelnen Art zum Zeitpunkt XY drin ist - manchmal spielt sogar die Tageszeit der Ernte eine Rolle. Und der Nachteil von Kräutern/Pflanzen etc. aus der Natur ist, dass man alles, was drin ist, mit nimmt.
Bei Rainfarn neben den Ölen, die vermutlich die Verdauungswirkung erklären, das Insektizid und den sehr giftigen Inhaltsstoff der Thuja - selbst wenn man annimmt, dass es jeweils sehr wenig ist, schadet es dem einzelnen Pferde doch, wenn es z.B. vorbelastet, alt, krank ist.

Zur Brennessel - ich hab letzten Sommer getrocknet und diel getrockneten Brennessel über den Winter an Meerschweine und Hasen verfüttert - hat ja eine harntreibende Wirkung, was bei beiden erwünscht ist wegen Blasengries. Dann stellt sich raus, dass ein Schwein eine massive Überfunktion der Schilddrüse hat und meine Tochter findet raus, dass Brennessel die Schilddrüsenfunktion fördert  :P war zwar sicher nicht die Ursache, aber trotzdem kontraproduktiv.

Bei Hanhnenfuß war ich der Meinung, dass das Toxin beim Trocknen abgebaut wird. Es müsste mal genau dazu - Toxine verschiedenster Pflanzen nach Futterkonservierung - eine glaubhafte Liste geben.
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: turbo am 04.08.09, 17:58
Rainfarn  ::) :P, aaaahrrghhh, ich bekämpfe dieses blöde Zeug sowohl bei mir im Garten, als auch auf den Koppeln.

Mein Welsh-Cob frißt es (der frißt wirklich alles  ::) :P) ratzekal auf wenn es auf der Koppel steht und bekommt dann Durchfall und einmal sogar leichtes Bauchweh  :-\. Da war mir das noch nicht bewußt, daß es vom Rainfarn kommt, da waren wir auch noch Einsteller.
Seit ich meine beiden Ponys in Eigenregie habe konnte ich dann "experimentieren  ;)" und konnte eindeutig den Rainfarn als Übeltäter ausmachen  >:(.

Und einmal hat eine "wohlmeinende" Nachbarin gut durchgetrocknetes Schnittgut (mit sehr viel Rainfarn drin  :P) auf den Auslauf geworfen  >:( >:( >:( und leider auch nicht gerade wenig, weil meine aaarmen Ponys ja nur Heu und ein bißchen Knabberstroh aus engmaschigen Heunetzen zu fressen bekommen und sich immer so abmühen müssen  ::) ::) ::) ::) (das war ihre Erklärung  ::) :P :-X) und die beiden haben natürlich alles weggemampft.
Ich habe als ich kam nur noch ein paar kleine Resthäufchen gefunden, grr. Es kam wie es kommen mußte  ::)  :-\. Der Fjord bekam leichten Durchfall und der Welsh-Cob eine ganz ganz leichte Kolik  :o :o >:( >:(.
Ich habe mir dann mit dem TA zusammen ihr noch vorhandenes Schnittgut angesehen (extra als Abschreckungsmaßnahme für sie, weil der TA ist ja ein Doktor und dem muß man ja glauben was er sagt  ::) ;D). Es war alles schön ausgebreitet und wirklich gut durchgetrocknet und wirklich nur Gras mit viel Rainfarn. Also wird wohl auch hier der Rainfarn (halt in großen Mengen) der Auslöser gewesen sein.

Ich würde also sicherheitshalber davon abraten Pferden Rainfarn zu füttern, egal in welcher Form und welchem Zustand auch immer!

Rainfarn wurde früher auch nicht nur als Wurmmittel sondern auch für Abtreibungen eingestezt und bei Überdosierung hatte es oft auch schlechte Folgen für die Mutter  :-\. Habe ich in einem alten Kräuterbuch gelesen.
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Viki am 04.08.09, 22:01
das ist ja dann ziemlich eindeutig, zusammen mit dem Hinweis, dass er getrocknet noch insektenabschreckend wirkt. In langem Heu müsste man ihn gut raussortieren können.


Bei botanicus steht:

Der Rainfarn enthält ätherisches Öl, dessen Hauptbestandteil das Thujon ist.
Eine Vergiftung zeigt sich durch Erbrechen, Entzündungen von Magen und Darm mit Leibschmerzen, einer Rötung des Gesichts und Pupillenerweiterung. Der weitere Verlauf sind starke Krämpfe, Herzrythmusstörungen, Uterusblutungen sowie Schädigungen von Niere und Leber. Bei tödlicher Vergiftung erfolgt Kreislauf- und Atemstillstand.
Rainfarn kann auch Hautallergien auslösen. Insbesondere Gärtner und Floristen, aber auch Personen die aus Rainfarn Kosmetik herstellen, sind davon betroffen.

Tiergiftig:

Rainfarn bewirkt bei Rindern und Kühen Schleimhautreizungen sowie Schädigungen von Leber und Niere. Bei Katzen kann es zu den gleichen Symptomen kommen, aber auch zu Taumeln, Benommenheit und Erblindung

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Der Rainfarn ist eine alte Heilpflanze und wurde vorwiegend als Wurmmittel genutzt, wenn auch die Gefahr einer Vergiftung recht hoch war. Die gepulverte Pflanze verwendete man als Mottenmittel und das Öl bei Rheuma. Er wurde auch mißbräuchlich als Abtreibungsmittel genommen.
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: Schnett am 05.08.09, 07:50
Ich habe gestern auch  nochmal meinen TA darauf hingewiesen, in Bezug auf unser Krankheitsbild.

Eva ich kann dich beruhigen, er hat mir das gleiche gesagt, wie hier soeben geschrieben wurde.

Rainfarn verdünnt das Blut und kann zu Magen/Darm Reizungen und Entzündungen (im schlimmsten Fall) führen.
Föten würden abgestossen (beim Wallach ja schlecht möglich) die Blutverdünnung ist ein Risiko bei Verletzungen da es eine schlechte Wundheilung fördert.

In unserem Blutbild ist aber alles in Ordnung und nichts weisst auf das momentan noch gelegentliche Fressen von Rainfarn hin.

Wobei er mir dennoch riet die Pflanzen zum nächsten Weidejahr auszurotten.
Titel: Re: Rainfarn - auch getrocknet noch giftig?
Beitrag von: ElShadaar am 22.08.11, 13:20
Wobei er mir dennoch riet die Pflanzen zum nächsten Weidejahr auszurotten.

Und wie stellt man das am besten an ?

Und hat noch jemand einen Tip gegen übermäßige Ausbreitung von Spitzwegerich ? Husten können meine Hoppas nicht kriegen bei dem vielen Wegerich..