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Pferdezucht, Aufzucht => Züchter => Stuten => Thema gestartet von: Corali Seifert am 04.08.07, 19:40

Titel: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Corali Seifert am 04.08.07, 19:40
 :) Moin, Moin,
da gibt es eine super schöne und so ganz nette Stute die mir ducrh Zufall über den Weg gelaufen ist...  :-\soll es geben...

Nach Aussage von den Besitzern hat sie eine Hormonspiegel der total verdreht ist und verfügt über zuviel männliche Hormone...  2 Deckversuche sind fehlgeschlagen... die Dame ist 5 Jahre.
Auf den ersten Blick sieht sie wie ein Wallach aus mit Tendenzen zum Hengst.

Ihr Verhalten gegenüber anderen Pferden ist sehr dominat... schon als Fohlen hat die andern einen mord Respeckt vor der Dame.
Sie steht nach mehreren Versuchen der " Sozialisierung" nun alleine auf der Koppel und scheint sehr zufrieden zu sein.

In der Anfängen der Ausbildung und scheinbar jetzt auch noch ließ sie noch lange nicht jeden auf sich reiten und hat nach Aussage der Besitzer keinen Zug...
Sie verweigert zum größten Teil die Mittarbeit und die Grenze zwischen Überforderung und Verweigerung sind nicht klar ersichtlich. Wenn sie dann mal läuft ist sie super... also Potenzial wäre da... schöne GGA...
Verweigerungstaktik ist stehenbleiben, rückwärts gehen... besonders wenn Pferde in ihre Nähe kommen ???... an die Bande drücken oder Tendenzen zum Hinlegen... :o ups die Dame ist sehr kreativ...
Gelände geht sie gerne ohne große Beanstandung.

Alle "erfahrenen"englisch reitenden Reiter gibt sie ein großes Rätsel auf ...   :o

Die Dame ist komplett durchgescheckt worden um evtl. andere Beeinträchtigungen auszuschließen... da war nix... pflanzliche Mittel wurden probiert, ohne Erfolg... Was nun?

Nun gut, lange Rede kurzer Sinn... für den Metzger finde ich sie zu schade... ich könnte sie halb geschenkt haben... aber hätte das einen Sinn... möchte ja schließlich nicht nur Gelände sondern auch ein wenig Dressur und so... allerdings nicht in Richtung Leistungsport....

Was würdet ihr machen?  :P Finger weg oder ihne das Angebot unterbreiten, das ich über Bodenarbeit Vertrauen aufbaue und schaue wie sie sich weiter entwickelt....

Würde mich riesig über Antworten freuen...
 






Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Carlotta67 am 04.08.07, 20:32

Da man bekanntlich immer erst hinterher weiß, ob die Entscheidung richtig war, würde ich entscheiden lassen wie groß die Anziehungskraft von ihr auf dich nun war.  ;) (sofern du dafür nicht dein Leben riskieren mußt)
Vielleicht hast du einen besseren Draht zu ihr wie die Vorgänger.

Resignieren kann man noch nach dem Versuch. Und je nachdem wie groß die Liebe nun ist würdest du dich evtl. später noch ewig drüber ärgern, es nicht wenigstens versucht zu haben.
Wenn mich das Pferd wirklich totaaal umgehauen hätte, würde mich die Möglichkeit es zu schaffen mehr reizen als der bequemere Weg gar nicht erst anzufangen.  ::)
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Corali Seifert am 05.08.07, 10:12
geht ja nix verloren wenn ich es probiere... da ich nicht Lebensmüde bin... werde ich schon rechtzeitig aufhören :-\.
Ich habe noch in den anderen Rubriken etwas über Stuten gelesen, die Probleme mit ihren Hormonen hatten... war aber nicht sehr überzeugend.
Ich hoffe die jetzigen Besitzer lassen sich darauf ein. Schaden wird es ihr auf keinen Fall.
Vielleicht entwickelt sich was.
Bei Problemen werde ich mal hier weiterfragen...

Mag jemand noch Weiteres dazu schreiben? :)

Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Hexenkind17 am 06.08.07, 10:36
Hallo,
wurde der Hormonspiegel denn nun mal deutlich untersucht? Zysten ausgeschlossen?
Ich kannte auch so eine Stute, die war super dominat und hatte Verhaltensprobleme, deutlich durch ein Hormonproblem. Die Stute hat beim Reiten ein Brett der Hallenbande (!) kaputt getreten...
Sie sollte ein Dressurpferde aber kam dann "weg" zu einem Springreiter, ich weiss leider nicht was aus ihr geworden ist...

"Deine" Stute scheint ja ein eindeutiges medizinisches Proble zu haben, da sollte man doch was dran machen können!

Viel Erfolg, SONJA
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: leonida am 06.08.07, 11:47
Hallo,

kenne solche Hormonwerte, insbesondere wo zu viele männliche Hormone vorhanden sind vor allem im Zusammenhang mit Zysten bzw. Tumoren an den Eierstöcken. Was wurde da in der Richtung an Untersuchungen gemacht? Ich denke mal wenn sie schon gedeckt werden sollte, wurde ja auch ein Ultraschall gemacht. Wenn nicht, würd ich das dann schon mal vorschlagen.

Wie ist es bei ihr mit der Rosse? Eigentlich dürfte sie bei DEM Hormonspiegel ja gar nicht mehr in Rosse kommen, oder?

Ich denke da wie Hexenkind, dass man da doch einen medizinischen Ansatzpunkt finden müsste.


Viele Grüße und viel Glück
Steffi
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Tüpfel am 06.08.07, 13:00
Meinen Vorschreiber anschließ, auf jeden Fall die Eierstöcke untersuchen lassen. Bei einer Stute die ich mal bereiten sollte war es ein Fußballgroßer Tumor, nach der Entfernung mutierte das Pferd von der ( wirklich lebensgefährlichen !) Bestie zum sanften Lamm.
Wenn es ursächlich nicht feststellbare Hormonstörungen sind, würde ich die Finger von dem Pferd lassen.  Die Behandlung ist sehr schwierig, aufwendig und es kann sein, daß du ein Leben lang Hormonspiegel einstellen mußt. Ist das Pferd vielleicht ein verdeckter Zwitter -das gibt es öfter als man denkt, Würde ich ebenfalls die Finger davon lassen.
Beide , hormongestörte Stuten und  Zwitter sind wirklich hormongeplagt und haben es auch nicht unter Kontrolle. Da hilft weder Bodenarbeit noch Erziehung.  In meinen Augen ist es für das Pferd dann eine Quälerei, geritten zu werden, denn sie können nicht gehorsam und /oder entspannt sein, egal wie sehr sie sich bemühen.
Grüßle vom Tüpfel
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: AndreaT. am 07.08.07, 11:03
Als ich vor ein paar Jahren in meinen jetzigen Stall gezogen bin wurde ich mit einer ganz ähnlichen Situation konfrontiert.
Eine Stute, wunderschön, damals allerdings auch schon 11 Jahre alt und hatt NIX gelernt in ihrem Leben weil die Besitzer keine Zeit hatten, der Verkauf nicht klappte und so stand sie herum und war schön.
Mein Pferd hatte ein Griffelbeinproblem und so hatte ich Zeit, mich um die dolle Lore zu kümmern.
Sie kannte nichts ausser ihrem wunderbaren Offenstall und den angrenzenden Koppeln. Alleine der Weg zur Reithalle war (100 m, führend) schon lebensgefährlich. Das Pferd spackte völlig hysterisch in der Gegend herum, auch reiten in der Halle war unmöglich (zu Hause auf dem kleinen Padock eigentlich problemlos). Es dauerte eine Weile bis ich kapierte, dass sie nicht böse, sondern völlig hormongestört war. Durch ruhiges Arbeiten war es nicht in den Griff zu bekommen. Im Gelände ging sie nach relativ kurzer Zeit nett als Handpferd - schwieriger als Führpferd, aber es ging. Reithalle: die reine Hysterie. Sie konnte die Schenkel am Bauch kaum ertragen - hat auch immer beim Putzen gezuckt und mit dem Schweif geschlagen. In mühseliger Kleinarbeit und Magnoquiet hatte ich sie nach eineinhalb Jahren so weit, dass es naja nicht gut, aber nicht mehr lebensgefährlich war. Trotzdem immer wieder hysterische Anfälle.
Den Durchbruch hat dann eine homöopathische Konstitutionstherapie gebracht - schon nach ein paar Tagen war es deutlich besser, nach 4 Wochen war das Pferd kaum wieder zu erkennen.
Sie ist immer noch kein einfaches Pferd, aber es macht Spass mit ihr zu arbeiten und sie hat - ganz eindeutig - keine Schmerzen mehr ! Vielleicht waren es Zysten, vielleicht auch einfach nur Hormonstörungen - die Besitzer hatten kein Interesse daran das untersuchen zu lassen, die Homöopathin habe ich dann bezahlt weil mir das Pferd so leid tat. Aber das war auch gut bezahlbar  :D
Normale Tierärzte können da meistens nicht viel machen, eine Hormonbehandlung ist sehr kostspielig und nicht immer von Erfolg gekrönt.

Ich würde in so einem Fall auf jeden Fall einen klassisch arbeitenden Homöopathen zu Rate ziehen, bei Dolores hat es super geklappt.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: carola am 07.08.07, 12:32
Ich kenne das von einer Stute einer Bekannten. Die hat sich ähnlich verhalten und hatte ebenfalls einen riesigen Tumor an den Eierstöcken. Leider hat sie die OP nicht überlebt, aber das ist was anderes. :( Wenn das Tier wirklich Probleme hat mit Hormonen und damit Dauerstress, macht die beste Arbeit damit nichts wett. Das Tier hat sicher andere Sorgen.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: diana m. am 07.08.07, 15:37
Ist die Sache mit den Hormonen medizinisch belegt oder nur eine Vermutung der Besitzer wegen des hengstigen Verhaltens?

Wenn das Pferd nur in der Bahn die Arbeit verweigert, im Gelände aber durchgehend anständig zu reiten ist, würde ich eher nicht auf ein Hormonproblem tippen.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: carola am 07.08.07, 15:41
Wenn das Pferd nur in der Bahn die Arbeit verweigert, im Gelände aber durchgehend anständig zu reiten ist, würde ich eher nicht auf ein Hormonproblem tippen.

Kommt drauf an, wenn sie alleine im Gelände ist, kann es schon sein. Die Stute der Bekannten war gegenüber anderen Pferden höchst aggressiv, gegenüber Menschen und beim Alleine-Reiten aber wohl absolut okay. Nur mit anderen Pferden zusammen ganz schlimm.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: AndreaT. am 08.08.07, 07:40
Genau so war es beim dollen Lörchen auch. Alleine ging es ganz gut, sobald andere Pferde da waren war es die Hölle.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: ginger2571 am 08.08.07, 08:52
Hallo,

kann mir jemand sagen, wie so eine Hormonspiegeluntersuchung aussieht? Blutabnahme oder noch was anderes?

LG

ginger2571
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: leonida am 08.08.07, 09:06
Bei meiner Stute wurde das per Blutabnahme gemacht.

Sie hatte damals eine zystische Veränderung am Eierstock, die sich zum Glück von alleine wieder reguliert hat. Allerdings spielen die Hormone momentan wieder ein bisschen verrückt, zum Glück lang nicht so wie bei der Eierstock-Geschichte.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: carola am 08.08.07, 09:18
leonida, für meine Karnickeldame hat man mir Metrovetsan als homöopathisches Mittel empfohlen. Da steht eigentlich drauf für "Pferde, Rinder, Schweine". Bei meinen Karnickeln funktioniert es. Maul auf, Zeug rein, kurze Zeit später ist Ruhe. Da es nicht teuer ist, wäre es vielleicht bei solchen kurzzeitigen Störungen eine Lösung.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: leonida am 08.08.07, 09:47
Danke für den Tipp Carola. Wir haben es bisher mit Radionik immer gut in den Griff bekommen. Beim ersten mal war ich wirklich sehr erstaunt wie sich das von einem Tag auf den anderen schlagartig geändert hat. Hatte Radionik eigentlich als esoterisches "ichweißnichtwas" abgetan, aber sie war wie ausgewechselt. Als ob ich ein anderes Pferd hätte.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Tüpfel am 08.08.07, 10:11
Die Hormone können schon ein Hindernis bei der Bahnarbeit sein : Hier muß sich das Pferd ganz anders konzentrieren, präzise auf Hilfen reagieren, im Gelände ist die Einwirkung reduzierter, die Konzentration auch auf andere Dinge (den Weg, die Umgebung) verteilt und meist "reitet" man auch draußen viel weniger. In der Bahn muß man für eine fruchtbare Zusammenarbeit ein Pferd haben, das sich fallen läßt. Im Gelände ist der Anspruch an die Haltung ein ganz anderer und das Pferd geht eigenverantwortlicher......

Grüßle Tüpfel
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Corali Seifert am 13.08.07, 19:13
Hallo
und erst einmal vielen Dank für die vielen Antworten.  :) :) :)
Die Eierstöcke und alles was damit zusammenhängt wurden auf Tumore, Zysthen oder andere Veränderungen untersucht und nichts wurde gefunden.
Also daher kommt es nicht.
Bei der Bodenarbeit erweißt sich scho als ziemlich zäh und dominat... sie ist härter als ne Kokosnuss.  ???
Durch ihre Größe ( 1,75m) ist sie nicht einfach zu händeln... ich werde weiter mit ihr am Boden arbeiten und mal schaun was sich entwickelt....
Sicherlich gibt es leichtere Pferde... sie ist verunsichert und dominant zugleich... blöde Mischung.

Die Besitzer erzählten, dass sie schon als Fohlen sehr zurückhaltend war und wenig dem Menschen zugewandt war. Ihr Bruder, aus der gleichen Mutter ist total anders.

Also mal schaun was sie noch so allers im Programm hat.

Viele Grüße

Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: AndreaT. am 14.08.07, 07:41
Ihr Bruder ist ja auch keine Stute  8)
Sie kann trotzdem Hormonstörungen haben, auch wenn keine Zysten und sonstigen Veränderungen schulmedizinisch zu finden sind. Ich würde wirklich einmal einen THP zu Rate ziehen.
Und die Grösse hat meines Erachtens mit einer guten Händelbarkeit nur wenig zu tun - entweder ist ein Pferd kooperativ oder nicht, 10 cm mehr oder weniger machen da den Kohl nicht fett.

Trotzdem viel Vergnügen, wenn Du es schaffst ist es umso schöner  :D je schwieriger es einmal war.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Corali Seifert am 15.08.07, 16:10
 :)Moin,
mehrerer Tierärzte wurden zu Rate gezogen. Das Einzigste was gesagt wurde ist, der Dame die Pille in flüssiger Form zu verabreichen... dabei sollten die jüngeren Frauen im Umgang mit dem Zeug sehr vorsichtig sein... kann nämlich zur Unfruchtbarkeit führen.
Für viele ist die Dame ein großes Rätsel... Ich habe sie unter der Reiterin gesehen und es war gerade mal möglich eine Runde im Schritt zu gehen und dann blieb sie stehen... Schenkelhilfe veranlassten sie rückwärts zu gehen oder in der nächsten Ecke einzuparken.
Mit Hilfe einer Person die neben herlief konnnte sie wieder zum vorwärtsgehen bewogen werden...
 ??? Aus Erzählungen hat man schon vieles Versucht... mit Gerte antreiben, longieren, ... Reaktionen waren totale Verweigerung, gezieltes Ausschlagen mit der Hinterhand nach dem Schenkel oder der Person am Boden...... wobei... longieren ohne Reiter geht gut... ;D
Die Besitzer sind wirklich keine unerfahrenen und dummen Reiter. Sie verhalten sich konsequente und pferdegerecht... haben viele Pferde zugeritten und sind keine Anfänger...
das Verhalten würde schon auf unkonsequentes und falsches Verhalten dem Pferd gegenüber hinweisen... ???... ist aber nicht so!

Vielleicht versuche ich es einfach mit dem Mittel was hier im Vorum vorgeschlagen wurde.... wenn es homoöpathisch ist kann es ja nicht ganz verkehrt sein...

auf ein Neues... ;D
Ciao
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Manu am 15.08.07, 16:45
Diese "flüssige Pille" ist ein Medikament names Regumate, das den weiblichen Zyklus auf Null zurückfährt. Ja, als Frau sollte man damit vorsichtig sein und nur mit Handschuhen damit umgehen. Ich würde das wirklich mal zwei Wochen geben, allein um zu sehen, ob die Stute ohne die Hormonprobleme anders ist. Je nachdem was der Grund für ihre Hormonstörung ist, können die Probleme nach Absetzen des Medikaments eventuell wiederkommen (aber vielleicht ja auch nicht). Wenn dann weder Homöopathie, noch andere alternativen Dinge helfen, kann man die Eierstöcke auch entfernen.
Noch eine Möglichkeit, wenn auch sehr sehr selten: Mein Tierarzt hat vor kurzem eine Stute wegen ähnlicher Probleme (ließ sich aber praktisch garnicht anfassen) operiert. Die hatte einen Tumor an einem der Eierstöcke. Daher sollte dieser Eierstock entfernt werden. Nachdem er die Stute aufgemacht hatte (zum Glück in diesem Fall nicht laparoskopisch, sondern konventionell), fand er allerdings noch eine ganz andere Erklärung für ihr Verhalten. Sie war ein Zwitter und hatte im Bauchraum einen völlig mit dem umgebenden Gewebe verwachsenen Hoden. Daher der hohe Testosteronspiegel. Da das, aufgrund der Verwachsungen, leider nicht operabel war, ließ man sie danach nicht mehr aufwachen. Sehr schade, war ein nettes Pferdchen.
Ich hoffe natürlich, daß das auf "Deine" Stute nicht zutrifft.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Corali Seifert am 15.08.07, 17:00
Hai,
wir haben sie einfach als Autistisch eingestuft ::) und haben an die Variante mit dem Zwitter auch gedacht... könnte man so etwas auch mit Ultraschall entdecken?

Vielleicht wäre es für das Pferd besser wenn sie wirklich in den Pfedehimmel kommt...
Die Besitzer möchten sie verkaufen... aber so natürlich nicht... null Chance :(
Sie aber in "Profihände" zu geben haben sie auch überlegt aber befürchten das dann nur daruf rumgedroschen wird...und damit kommt man bekanntlich nicht sehr weit...
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Manu am 15.08.07, 17:13
Hai,
wir haben sie einfach als Autistisch eingestuft ::) und haben an die Variante mit dem Zwitter auch gedacht... könnte man so etwas auch mit Ultraschall entdecken?
Ich vermute ja eher nicht. Zumindest nicht rektal, wie solche Ultraschalls normalerweise gemacht werden. Aber ich frag gern mal meinen Tierarzt, ob er mit dem jetzigen Wissen, daß diese Stute einen Hoden hatte, diesen mit Ultraschall gefunden hätte (wenn er denn nach sowas gesucht hätte). Ich seh ihn am Freitag und Samstag. Ich hoffe, ich denk dran zu fragen. Dann werde ich berichten.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Manu am 20.08.07, 16:11
Er hat geantwortet, daß er jetzt, mit dem Wissen, wo er suchen muß, so einen Hoden beim Schallen finden und erkennen würde. Rektal.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: Tipsy am 21.08.07, 07:21
Im früheren Stall hatten wir eine Stute, die sich immer mehr als seltsam verhalten hat. Die Besitzerin - eigentlich keine Anfängerin im Umgang und beim Reiten - ist echt am Verzweifeln gewesen. Dominant, hengstisch, fast unverträglich mit anderen Pferden, so gut wie unreitbar - dann wieder mal ein-zwei Wochen super zu reiten (die Stute konnte eigentlich was, hatte sicher so M-Niveau) - dann wieder genau das gleiche, sie gebärdete sich beim Reiten, hat sich mitsamt dem Reiter auf den Boden gelegt usw. Ärztliche Untersuchungen brachten nicht wirklich viel, ein wenig gestörter Hormonhaushalt, was auch versucht wurde zu behandeln. Verschiedenste Untersuchungen in versch. Kliniken - null Ergebnis.
Irgendwann hat sie dann innerhalb des Stalles den Besitzer gewechselt - der neue Beitzer war Tierarzt und hat dann auch einiges - auch homöopathisch usw. probiert. Außerdem auch verhaltenstechnisch (Natural Horsemanship) viel mit ihr gearbeitet. Kurze Besserungen, dann wieder massive Rückschläge.
Irgendwann hat er dann beschlossen ihr die Eierstöcke (auf denen man beim Schall nix gesehen hat) zu entfernen. Und siehe da, er hat dabei einige Zysten und Tumore gefunden. Stuti hat die Op gut überstanden und wurde vom Verhalten her um einiges besser. Konnte wieder relativ normal geritten werden, wenn sie auch irgendwie einen leichten "Knall" beibehalten hat.
Leider lag sie einige Jahre später einfach tot auf der Weide - wobei nie genau geklärt wurde warum, obwohl glaub ich sogar eine Obduktion gemacht wurde.

Ist halt immer schwer es zu probieren, weil man hat ja das Gauli irgendwann so gern, dass man es auch dann nicht "gehen lassen kann", wenn es eigentlich für beide nix mehr bringt und vielleicht sogar schon gefährlich ist.
Andererseits kann ich gut verstehen, wenn Du es probieren willst, wenn da eine Verbindung zwischen Euch ist.
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: terra am 22.08.07, 08:53
Eine meiner Koppelpartnerinnen verhielt sich ähnlich, wobei sie nur dem Menschen gegenüber dominat war  ;D. Nach diversen erfolglosen homöopathischen Behandlungsversuchen bekommt das Mädel nun seit über einem Jahr Regumate - und ist ein netter Freizeitkumpel geworden. DER Menschenfreund ist sie nicht geworden, aber im Umgang problemlos und vor allem : durchgängig reitbar :D.

@diana.m.: ausreiten ging seltsamerweise immer - auf Koppel führen/Bahnreiten eine Quälerei ::)
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: carola am 22.08.07, 08:58
Habt ihr den Bericht in der aktuellen Cavallo gelesen? Glasmurmeln einsetzen?
Titel: Re: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral
Beitrag von: LisaE am 24.08.07, 16:16
Hallo,
tja, zuerst dachte ich, jemand schreibt über mein Pferd ;-)
Seit dem Kauf meiner Stute vor 3 Jahren stand ich vor ähnlichen Problemen.
Kurzfassung :
Insgesamt extrem hengstiges Verhalten (mal mehr, mal weniger schlimm), insbesondere gegenüber meinem Wallach. Bis hin zum beriechen, begrunzen, auseinanderscharren seiner Haufen. Selber einen Haufen draufsetzen. Prüfen, ob es gut ist usw. Führen dieser Stute zusammen mit dem Wallach unmöglich. Extrem agressiv gegen ihn, aber in 3 Jahren keine einzige Verletzung. Maskuliner Körperbau. Zeitweise Schreckattacken (man merkt gerade noch, wie alle vier Hufe des gerade bene noch gelassen neben einem hertrottenden Pferdes wieder auf dem Boden landen. Super lieb und verschmust gegenüber dem Menschen, eher der Typ "Zeig mir, was ich für Dich tun soll", nur ein paar Tage lang vor der Rosse "Heute kanst Du mich aber mal". Dominant aber nett gegenüber anderen Stuten. Freundin und Ersatzmama des Waisenfohlens (Hengstchen) vom letzten Jahr. Deutschliche Rossen. Dauerdurchfall bis hin zum Zustand "eigentlich nur braune faserhaltige Brühe". 4 TA ratlos. Kein Befund.

Eine Bekannte (kein TA, sondern Pferdewirtschaftsmeisterin ;-)) gab mir den Ratschlag einer erneuten Ultraschalluntersuchung zu einem "schlimmen" Zeitpunkt mit der gezielten Suche nach Zysten oder Tumoren, Gesagt, getan. Zyste gefunden. Auf der anderen Seite voll funktionsfähiger Eierstock. Hormonbehandlung durchgeführt. Danach keine Zyste mehr, aber immer noch hengstiges Verhalten. Hormonbestimmung mittels Blutprobe. Ergebnis : Testosteron-Spiegel eines ausgewachsenen WB-Hengstes bei meiner QH-Stute (2,97 ng/ml). Eine Weile abgewartet, da die Hormone sich wohl erst abbauen müssen.

Langsam wurde das Benehmen der Stute besser. Merkwürdigerweise wurde auch der Durchfall besser. Aber mnchmal gibt es Tage, da denke ich "Es geht doch nicht wieder los ?"

Mein persönliches Fazit :
Eine echte Hormonstörung ist eine ernste Krankheit. Das Pferd leidet sowohl physisch als auch psychisch.
Es sollte möglichst bald (nicht wie bei mir nach 2,5 Jahren) eine vernünftige Untersuchung stattfinden.
Meiner Ansicht nach ist die Devise "Meine Stute ist so hengstig, wie kann ich sie trotzdem reiten und mit ihr umgehen" völlig falsch, wenn eine tatsächliche Störung vorliegt, muß diese gesucht und behoben werden !
Allerdings muß man auch aufpassen; oft meint nämlich die Umwelt (evtl. auch der Tierarzt ;-)), daß man bzw. frau ein etwas schwierigeres Pferd hat und einfach zu "blöd" ist, damit umzugehen. In diesem Fall muß man einfach am Ball bleiben.
 
Alternativ zu den Zysten können übrigens auch noch Tumore und Störungen der Hirnanhangdrüse Auslöser für erhöhte Testesteronwerte sein.

CU
Lisa

P.S.
Die Gabe von Regumate funktionierte bei meinem Pferd übrigens garnicht, es wurde nur viiiiiel schlimmer ;-))