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Pferdezucht, Aufzucht => Züchter => Stuten => Thema gestartet von: christi281 am 10.02.07, 09:01

Titel: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: christi281 am 10.02.07, 09:01
Hallo!

Habe meine Stute und die Ponystute des SB direkt vor der Tür und kann seit Tagen beobachten das die Ponystute meine bespringt. Pony ist rossig. Grad ist sie wieder aufgesprungen und meine stand blitzend auf der Wiese.

Gibt es das bei Pferden auch? Ich weiß das von Kühen konnte es aber bei Pferden noch nie beobachten.
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Penelope am 10.02.07, 12:50
Ja, kommt bei meinen Ponys auch manchmal vor, ist nicht so ungewöhnlich.
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: skyhopper am 05.02.08, 12:08
Ich muss die Box mal hochholen, der Titel passt gut .... gebraucht werden schlagkräftige Argumente "gegen das Aufspringen".

Meine beiden Stuten stehen tagsüber in einer gemischten Herde, 4 Wallache und 4 Stuten. Einer der Wallache springt auf fast alle rossenden Stuten auf, diese Aktionen laufen mehrmals hintereinander in kurzen Abständen ab. Gerade erst die Tage habe ich es wieder beobachten müssen, innerhalb einer Stunde ist er auf eine bestimmte Stute mindestens 7 mal aufgesprungen  >:(

Für mich steht fest, dass ich meinen Stuten das nicht länger "zumuten" möchte, zumal die eine Stute bereits älter und von den Knochen her nicht mehr ganz fit ist.

Wie geht man da am besten vor? Wer hat ähnliche Probleme bzw. Erfahrungen machen müssen?
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: skyhopper am 07.02.08, 09:29
*Boxhochhief*

Habe denn nur ich das Problem?  :P ;D ... es müsste doch eigentlich noch mehr Stutenbesitzer geben  ;)
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Orion am 08.02.08, 09:05
Hallo Skyhopper,

bei uns sind die Weidegruppen nach Geschlechtern getrennt, da passiert das nicht. Ich halte das auch für die einzige dauerhafte Lösung. Allerdings braucht man dazu genug Weiden.
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: skyhopper am 08.02.08, 09:14
Fein dass Du Dich gemeldet hast, ich hatte es schon aufgegeben dass sich jemand meldet  ;D

Ich möchte meine Stute nicht dauerhaft von ihrer gemischten Herde trennen, das würde ich für sie nicht wollen, da sie mit allen gut klar kommt. Doch ich habe so die Vermutung, dass vom SB und auch der Besitzerin des aufspringenden Wallachs die Sache heruntergespielt wird. Der Wallach bespringt jede rossige Stute, insofern sie es zu lässt, aus meiner Sicht ist das nicht normal für einen Wallach und gehört eigentlich unterbunden. Meiner Einschätzung nach müsste der Wallach von der Herde getrennt werden weil er sich unnormal verhält.

Vielleicht melden sich ja auch noch Betroffene, die einen aufspringenden Wallach haben und irgendwie aktiv geworden sind.
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Orion am 08.02.08, 11:56
Hallo Skyhopper,

ich besitze Stute und Wallach (Mutter und Sohn) und hatte auch vorher schon Wallache. Die Wallache haben alle nicht gedeckt.

Sicher ist das ein Problem des deckenden Wallachs, Hormonstörung, Klopphengst o.ä. Aber leider sehen das die meisten Wallachbesitzer nicht so, sie haben ja auch nicht das Risiko (Verletzungen, Trächtigkeit bei Klophengsten), dafür aber den Aufwand und die Kosten (TA). Das der SB das Problem nicht sehen will, haut in dieselbe Kerbe. Er müßte ja dann die Gruppe trennen.

Da hilft nur massives Beschweren. Aber wenn du die einzige Stutenbesitzerin bist, die sich beschwert, stehen die Chancen schlecht.

Oder du trennst eben deine Stuten während der Rosse ab. Aber bei einer Rosse alle Wochen macht das auch nicht wirklich Sinn. Dann kannst du sie auch dauerhaft abtrennen.
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Lucie am 08.02.08, 12:18
Sicher ist das ein Problem des deckenden Wallachs, Hormonstörung, Klopphengst o.ä. Aber leider sehen das die meisten Wallachbesitzer nicht so, sie haben ja auch nicht das Risiko (Verletzungen, Trächtigkeit bei Klophengsten), dafür aber den Aufwand und die Kosten (TA). Das der SB das Problem nicht sehen will, haut in dieselbe Kerbe. Er müßte ja dann die Gruppe trennen.

Da hilft nur massives Beschweren. Aber wenn du die einzige Stutenbesitzerin bist, die sich beschwert, stehen die Chancen schlecht.
Das würde ich nicht so verallgemeinern wollen. Meine Stute stand jahrelang mit einem deckenden Wallach zusammen. Und ich schiebe die Schuld nicht komplett dem Wallach in die Schuhe - meine Stute hat ihn in der Rosse immer massiv bedrängt- und er hat eben reagiert. Der Wallach hat später in anderne Herden andere Stuten nicht gedeckt, während meine Stute auch andere Wallache bedrängt, aber zugegebnermaßen nicht mehr so willige "Opfer" fand. Die Wallache im neuen Stall (zumindest, die für die sie sich interessiert hat), haben sich lieber in einen Graben fallen lassen als aufzusteigen, wenn sie sie bedrängt hat. Da hatte ich dann Ärger mit den Wallachbesitzern.
Ruhe hab ich erst seitdem meine Stute in einer reinen Weibergruppe steht. Das war aber eher Zufall, da wir keinen Wallach am Stall haben.

Das löst dein Problem nicht, aber ich will damit nur sagen, dass nicht nur der Wallach Schuld sein muss und das das heisst das er gestört ist. Evtl. hat eine Stute ihm das beigebracht.
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Nicki am 08.02.08, 12:25
Hallo,

mein erstes Pferd war ein sehr hengstiger Wallach. Den ganzen Sommer über war gar nix und im Winter (Dezember) hatte er angefangen eine Stute zu decken. Sie war aber auch dauerrossig. Da die Stutenbesi nicht mit sich reden ließ und daher auch ihre Stute nicht untersuchen ließ, habe ich den Wallach aus der Herde genommen und er stand von da ab alleine auf einer Weide mit Kumpels über den Zaun. Man konnte ihn leider in keiner Herde lassen. Der hat die anderen Pferde dann leider alle gemacht. In der vorherigen Herde hatte es geklappt bis auf das Decken halt. Ich sage heute noch, dass die Stute eine Zyste oder sowas hat/hatte. Aber wie gesagt, dem lieben Frieden willen hab ich nachgegeben.
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Orion am 08.02.08, 12:37
Hallo,

sicher habt ihr recht. Es gibt auch Stuten, die während der Rosse, andere Pferde massiv bedrängen.

Aber bei Skyhopper hörte sich das anders an, dieser Wallach deckt ja auch wohl alle Stuten und nicht nur eine. Deswegen denke ich, das da der Wallach das Problem ist/hat.

Außerdem ist das keine Schuldzuweisung, kein Tier sein Verhalten rational kontrollieren. Aber Skyhopper hat da ein Problem, und wenn das meine Stuten wären, würde ich sie von dem Wallach trennen bzw. aus der Herde holen. Da wäre mir das Risiko zu groß.
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: skyhopper am 08.02.08, 12:53
Es gibt zwei Extreme, die Stuten die permanent rossig sind oder aber Wallache bedrängen und die Wallache die jede normale Rosse (alle 3-4 Wochen) als Gelegenheit nutzen sich als Hengst zu gebähren  ;)

Beides ist nicht normal und hätte ich Stuten die sich abnormal verhalten würde, wäre ich die erste die etwas dagegen machen würde. Im Grunde ist es ja auch Stress für's Pferd, auch wenn es als solches nicht unbedingt gleich erkennbar ist.

Ich suche schlagkräftige Argumente gegen dieses abnormale permanente Aufspringen. In Zeiten der Vor- oder Nachrosse oder auch der Nicht-Rosse-Zeiten ist alles normal und meine beiden lassen den Wallach in keinem Fall Aufspringen, im Gegenteil, sie wehren sich massiv, so dass auch schon mal die Hinterhufe fliegen ... auch nicht schön für den einen Wallach, zumal er auch dann Verletzungen erleiden kann  ::)

Das Verletzungen bei meinen Stuten entstehen können, ist mir relativ einleuchtend, aber was hat das mit dieser Trächtigkeit bei Klopphengsten auf sich? Dachte immer die können nicht mehr  :-[
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Orion am 08.02.08, 13:29
Wenn der nicht sichtbare Hoden im Leistenkanal liegt, kann ein Klopphengst durchaus zeugungsfähig sein. Es kommt daruaf an, wie weit der Hoden entwickelt / entartet ist.

Und durch den Deckakt können auich Infektionen übertragen werden, als weiteres Argument.

Gruß

Orion
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Lucie am 08.02.08, 14:03
Beides ist nicht normal und hätte ich Stuten die sich abnormal verhalten würde, wäre ich die erste die etwas dagegen machen würde. Im Grunde ist es ja auch Stress für's Pferd, auch wenn es als solches nicht unbedingt gleich erkennbar ist.
Nur was machst du, wenn es nichts gibt wogegen du was machen kannst? Meine Sute hat keine Zysten, einen normalen Hormonspiegel und ist auch nicht Dauerrossig. Nur eben sehr regelmässg und ausdauernd rossig (aber noch im Normalbereich). Das ist einfach ein Verhaltens"problem". Klar finde ich es jetzt schöner ohne die Deckerei. Aber zumindest mit dem ersten Wallach war es so, dass beide Pferde damit kein Problem hatten (klar gewisses Risiko ist immer) und die Alternative allein sein gewesen wäre.

Bei Klopphengsten liegen die Hoden in der Bauchhöhle oder im Leistenkanal. Das bewirkt eine verminderte Zeugungsfähigkeit, aber eben keine 100%ige Zeugungsunfähigkeit. Blöderweise sieht man es halt von Außen nicht ob das ein Klophengst ist oder ein Wallach.

Probleme beim Decken - Belastung des Rückens, Übertragung von Infektionen (wenn der Wallach mehrere Stuten deckt, dann auch noch die Verbreitung auf die anderen Stuten), Gefahr der Verletzung der Scheide beim Deckakt. Oft werden hengstige Wallache auch im Umgang mit dem Menschen etwas schwierig - vielleicht kannst du die Wallachbesitzer davor mal warnen?
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: skyhopper am 08.02.08, 15:45
Danke für Eure Beiträge, so langsam sammelt sich meine Liste  ;)

Nur was machst du, wenn es nichts gibt wogegen du was machen kannst? Meine Sute hat keine Zysten, einen normalen Hormonspiegel und ist auch nicht Dauerrossig. Nur eben sehr regelmässg und ausdauernd rossig (aber noch im Normalbereich). Das ist einfach ein Verhaltens"problem".

Beziehst Du das "Verhaltensproblem" jetzt auf Deine Stute oder einen Wallach?
Eine Stute die regelmässig in normalen Abständen rossig wird, ist für mich völlig verhaltensnormal. Wallache die richtig kastriert sind und somit kein hengstiges Verhalten zeigen, haben kein Bedürfnis Aufzuspringen ::) ... somit entsteht eigentlich gar kein "Verhaltensproblem"

Probleme beim Decken - Belastung des Rückens, Übertragung von Infektionen (wenn der Wallach mehrere Stuten deckt, dann auch noch die Verbreitung auf die anderen Stuten), Gefahr der Verletzung der Scheide beim Deckakt.

*schluck* das sind Dinge die ich auf gar keinen Fall möchte  :-\

Bei Klopphengsten liegen die Hoden in der Bauchhöhle oder im Leistenkanal. Das bewirkt eine verminderte Zeugungsfähigkeit, aber eben keine 100%ige Zeugungsunfähigkeit. Blöderweise sieht man es halt von Außen nicht ob das ein Klophengst ist oder ein Wallach.
Eigentlich ist der Wallach kastriert, d.h. dann müssten doch alle Hoden entfernt worden sein, auch wenn sie in der Bauchhöhle oder im Leistenkanal gelegen haben, oder? Falls dem nicht so ist, müsste die Besitzerin wissen, dass nicht alles entfernt wurde und es sich um einen Klopphengst handelt oder wie ist das zu verstehen? Sie meint, er wäre ordentlich kastriert, aber warum macht er dann das mit dem Aufspringen?
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Aleike am 08.02.08, 16:00
Also im Prinzip finde ich das alles normal, dieses Beschreiben als unnatürliche Verhalten geht mir gegen den Strich. *grummel* *protestier*
 
Wenn ein Hengst erst mit zwei, drei Jahren kastriert wird, hatte eben schon Gelegenheit, Hengstverhalten zu entwickeln. Wenn Stuten sich den Wallachen in der Rosse aufdrängen, weil kein Hengst da ist, ist das genauso normal. Und das Stuten auf andere Stuten aufreiten, besonders in der starken Frühjahrsrosse, kommt auch häufiger vor.
Es sind Tiere, und auch unsere Haustiere haben ein Sexualleben, auch wenn das gern übersehen wird.

Wenn die Herde stabil und gesund ist, weiß ich nicht, wo Infektionen herkommen sollen? Allenfalls kann man den Wallachbesitzer verdonnern, regelmäßig den Schlauch zu waschen. ;)
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Lucie am 08.02.08, 16:16
Beziehst Du das "Verhaltensproblem" jetzt auf Deine Stute oder einen Wallach?
Eine Stute die regelmässig in normalen Abständen rossig wird, ist für mich völlig verhaltensnormal. Wallache die richtig kastriert sind und somit kein hengstiges Verhalten zeigen, haben kein Bedürfnis Aufzuspringen ::) ... somit entsteht eigentlich gar kein "Verhaltensproblem"
Meine Stute "vergewaltigt" die Wallache. Sie macht sie nicht nur an, sondern drängt sie so lange in die Ecke, bis sie nicht anders können als aufzusteigen. Das Verhalten ist nicht ganz normal (behaupte ich mal). Aber ich kann halt nix gegen machen, weil es keine organischen Ursachen dafür gibt.
Interessanterweise war sie beim geplanten Decken beim Hengst, eher schüchtern und hat ihn erst mal nicht gelassen. Sie steht anscheinend nur auf schüchterne Wallache ;)


Zitat
Eigentlich ist der Wallach kastriert, d.h. dann müssten doch alle Hoden entfernt worden sein, auch wenn sie in der Bauchhöhle oder im Leistenkanal gelegen haben, oder? Falls dem nicht so ist, müsste die Besitzerin wissen, dass nicht alles entfernt wurde und es sich um einen Klopphengst handelt oder wie ist das zu verstehen? Sie meint, er wäre ordentlich kastriert, aber warum macht er dann das mit dem Aufspringen?
Na ja wenn die Besitzerin ihn nicht hat selber kastrieren lassen, kann sie nicht 100% sicher sein. Sie kann ihn ja als Wallach gekauft haben. Äußerlich sieht man da ja keinen Unterschied. Aber eigentlich müsste der Wallach dieses Verhalten dann schon immer gezeigt haben (es sei denn er stand nicht mit rossigen Stuten zusammen.

Der Wallach meiner Freundin wurde auch urplötzlich hengstig. Damals war er ca. 1 Jahr am Stall, hatte sich eingelebt und gemerkt, dass ihm die anderen Pferde nichts zu sagen haben (Anfangs war er total schüchtern). Dann kamen unsere Stuten nach dem Absetzen ihrer Fohlen wieder in die Herde und wurden gleich rossig. Da fing er dann an die Stuten für sich zu beanspruchen und regelmässig auszuschachten. Gedeckt hat er sie nie - dazu war er zu doof (ist von der Seite oder von vorne aufgestiegen...), aber im Umgang wurde er extrem schwierig. Nach Wechsel in eine neue Herde (auch mit Stuten, aber sehr dominanten, die ihn auch in der Rosse nicht ran lassen) ist er wieder total normal.

Zitat
Wenn die Herde stabil und gesund ist, weiß ich nicht, wo Infektionen herkommen sollen? Allenfalls kann man den Wallachbesitzer verdonnern, regelmäßig den Schlauch zu waschen.
Bei jeder Bedeckung (wenn er wirklich eindringt) kommen Schmutz und Bakterien in die Stute (Bakterien sind halt überall). Meistens führt dies nicht zu Problemen, kann aber (Gebärmutterentzündung z.B.) Ausserdem ist es unschön, wenn man mit der Stute doch mal züchten möchte, denn die Chance das die Tupferprobe dann positiv ist (sprich Keime da sind) erhöht sich, was Kosten für Behandlung und Zeitverlust bei der Bedeckung bedeutet.
Wenn der Wallach / Hengst mehrere Stuten deckt, kann er das wunderbar von Stute zu Stute verteilen.
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: skyhopper am 08.02.08, 16:43
Aleike,
unnatürlich ist garnichts, Pferde handeln immer natürlich  ;) ... nicht normal, also von der Regel abweichend, finde ich es schon, wenn es einzelne Wallache gibt die das Bedürfnis haben Aufzuspringen, gerade wenn doch die Mehrheit der Wallache das nicht tun  :-\

Wenn die Herde stabil und gesund ist, weiß ich nicht, wo Infektionen herkommen sollen? Allenfalls kann man den Wallachbesitzer verdonnern, regelmäßig den Schlauch zu waschen. ;)
Weiss ich ob alle wirklich gesund sind? Bespringt der Hengst eine Stute nach der anderen, können somit auch Infektionen von einer zur anderen getragen werden  :-[

Meine Stute "vergewaltigt" die Wallache. Sie macht sie nicht nur an, sondern drängt sie so lange in die Ecke, bis sie nicht anders können als aufzusteigen. Das Verhalten ist nicht ganz normal (behaupte ich mal). Aber ich kann halt nix gegen machen, weil es keine organischen Ursachen dafür gibt.
Unschön, aber wenn's so ist, kann man schwer was machen, ausser wirklich geschlechtsspezifisch trennen. So wie ich es verstanden habe, hast Du das ja auch gemacht, ein Lob an Dich  ;D

Na ja wenn die Besitzerin ihn nicht hat selber kastrieren lassen, kann sie nicht 100% sicher sein. Sie kann ihn ja als Wallach gekauft haben. Äußerlich sieht man da ja keinen Unterschied. Aber eigentlich müsste der Wallach dieses Verhalten dann schon immer gezeigt haben (es sei denn er stand nicht mit rossigen Stuten zusammen.
Dann wäre est rein theoretisch doch eine Verpflichtung des operierenden TA's oder des Vorbesitzers die jetzige Besitzerin zu informieren, richtig?
Angeblich stand er vor der Kastration in einer reinen Junghengstherde, wurde dann kastriert und kam dann erst in Kontakt mit Stuten.

Jetzt für mich nochmals zum Verständnis, sorry, aber ich möchte es verstehen: muss ein aufspringender Wallach zwangsläufig ein Klopphengst sein oder gibt noch andere Gründe?
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Lucie am 08.02.08, 17:01
Also der Wallach meiner Freundin ist defintiv Wallach und ist trotzdem aufgesprungen (na ja halt immer falsch, aber er hats probiert). Muss also kein Klopphengst sein, aber kann. Da könnte ein Hormontest im Zweifelsfall Klarheit schaffen. Beim Klophengst kommt eben das Risiko der ungewollten Trächtigkeit dazu.

Zitat
Unschön, aber wenn's so ist, kann man schwer was machen, ausser wirklich geschlechtsspezifisch trennen. So wie ich es verstanden habe, hast Du das ja auch gemacht, ein Lob an Dich  Grinsend
Ehrlich gesagt war das eher Zufall. Gibt halt nur Weiber bei uns am Stall ;D Im vorherigen Stall hatte ich keine andere Wahl als die gemischte Herde. Da mir auch keine Möglichkeiten von seiten der anderen Einsteller oder des SB gegeben wurden (ausser mein Pferd zum Schlägerwallach zu stellen), blieb es halt so (wenn das auch den Wallachbesitzern nicht so gefallen hat). Ich muss aber sagen, dass es mir jetzt schon besser gefällt. Da ich zwei Stuten (im Moment sogar 3) habe, werde ich in Zukunft im Zweifelsfall halt immer versuchen zur Not einen Zweiertrupp draus zu machen. Gleichgeschelchtlich läuft bei meiner Stute interessanterweise gar nix (ausser Gezicke).
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Kimble03 am 08.02.08, 17:07
aber ich will damit nur sagen, dass nicht nur der Wallach Schuld sein muss und das das heisst das er gestört ist. Evtl. hat eine Stute ihm das beigebracht.

Wenn ein Hengst erst mit zwei, drei Jahren kastriert wird, hatte eben schon Gelegenheit, Hengstverhalten zu entwickeln.

Nein, ein aufspringender Wallach muss nicht zwingend ein Klopphengst sein.

Meine Wallach hat in einer Herde in einem Frühjahr auch eine Stute gedeckt (zumindest hat er es versucht, er ist dabei "leider" seitlich aufgesprungen), die ihn auch massiv angemacht hat.
Im nächsten Frühjahr war sie ihm egel und die Stute hat sich einen anderen Wallach geschnappt, der sie decken durfte/ musste.

Die anderen Stuten hat er komplett ignoriert.


Wenn man sein Pferd in eine gemischte Herde stellt, muss man sich diese Problematik und den eigenen Umgang damit vorher klar machen.
Das Risiko, dass aufgesprungen wird besteht immer, so wie auch das Risiko besteht, dass es stärkere Reibereien um die Mädels gibt.

Im obigen Fall habe ich, als ich das Verhalten meines Wallachs mit staunenden Augen (er ist TOTAL unghengstig) betrachtet habe, die Stutenbesitzerin angesprochen, sie hat gemeint, dass sie das Risiko eingeht, ich habe das Risiko auch "gekauft" und fertig.
Wenn einer der beiden ein schlechtes Gefühl dabei hat, dann muss man die Herde nach Geschlechtern trennen.

Schuld oder abnormal (im allgemein üblichen Sprachkontext der "Abartigkeit") ist aber keine Seite.
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: Anja am 10.02.08, 13:12
Mir sind Infektions- und Verletzungsrisiko bei deckenden Wallachen zu hoch. Unser Stallbetreiber hat es inzwischen auch eingesehen, dass ein deckender Wallach in einer gemischten Herde leider nichts zu suchen hat. Es musste allerdings erst zu einer Scheidenverletzung einer Stute (natürlich meiner  ::)) kommen. Die testoterongesteuerten Jungs (keine Klopphengste) haben jetzt ihre dreier WG und kommen ganz gut miteinander aus.

In einer Wildpferdeherde wird die Stute übrigens meistens nur während einer rosse gedeckt, danach ist sie höchstwahrscheinlich tragend. Meistens wird der glückliche auch der dominante Hengst der Herde sein oder die Stute ist eine Jungstute und wurde von einem neuen Hengst entführt.

Da ein deckender Wallach äußerst selten Vater wird, hat die Stute eben nicht den Rest des Jahres ihre Ruhe.

Aber ich finde es ist ein Unterschied, ob ein Wallach sich mal an alte Junghengstzeiten erinnert und aufspringt, die meisten springen dann mit dem "Momentmalwaswollte ich eigentlich ?" Gesicht wieder ab, oder ob sie permanent aufspringen. Und diese Fälle sollte man sich als Stutenbesitzer nicht antun. Wenn man Pech hat, kann die Stute dabei draufgehen und wenn die Knochen nicht mehr so fitt sind, ist das auch nicht gesund.
Titel: Re: Aufspringen bei Rosse?
Beitrag von: skyhopper am 12.05.08, 08:45
In der Zwischenzeit hat sich bei mir nichts getan. Der aufspringende Wallach war zwar ab und an ein paar Tage nicht in der Herde, doch das Risiko dass er immer wieder aufspringt ist weiter gegeben  >:(

SB und auch die Wallachbesitzerin sind nicht gewillt nach einer dauerhaften Lösung, die einzig nur eine Trennung von der Herde sein kann, zu suchen. So bleibt nichts leider anderes übrig, als meine beiden von der Herde zu trennen. Ich habe lang hin und her überlegt und es tut mir in der Seele weh meine beiden aus der Herde zu nehmen, aber wenn ich jetzt nichts tue, erlebt meine ältere Stute, die nicht mehr so fit auf den Beinen ist, vorzeitig ihr Lebensende und meine junge kann ich irgendwann mit dauerhaften Rückenprobleme gar nicht mehr bewegen  :'(

Über den Sommer hinweg wird sich mein SB etwas überlegen müssen, denn im Winter werden alle wieder in einer Gruppe zusammen stehen und das will ich in keinem Fall. Es muss weiterhin eine Trennung möglich sein, jedoch in die Boxen einsperren tue ich meine nicht  ::)