Pferdeforum

Das kranke Pferd => wenn der Tierarzt kommt ... => -Magen-Darm (Kolik, Durchfall...) => Thema gestartet von: Rea am 23.08.05, 07:25

Titel: Entwurmungsplan
Beitrag von: Rea am 23.08.05, 07:25
Hallo!
Bei uns im Stall ist jetzt das Thema entwurmen ausgebrochen. Wie oft im Jahr macht Sinn und was kann man für Vorgaben machen? Was tun mit unterschiedlichen Einstellungen? Was habt ihr so für Erfahrungen?
Herzlichen DanK!

Rea
Titel: Re: Wurmkuren
Beitrag von: Walle am 27.08.05, 11:41
Hallo,
Bei unterschiedlichen Einstellungen hilft nur Aufklärungsarbeit!
Einige Wurmkurenhersteller (ForteDodge oder so ähnlich) bieten Videos an ( ich glaube sogar kostenlos) Von merial gibt es eine ausführliche Broschüre... Kliniken haben in der regel auch viel anschaungsmaterial was durch Wurmschädigung passieren kann.
Auszüge aus der Merialseite:
Stuten
Bei Stuten sollten gleich nach dem Abfohlen die im Gesäuge befindlichen Zwergfadenwurm-Larven bekämpft werden. So kann die Gefahr einer Zwergfadenwurm-Erkrankung bei Fohlen reduziert werden. Danach sollten Stute und Fohlen bis zum Absetzen in Abständen von etwa 8 Wochen behandelt werden.

Fohlen und Jährlinge
Bei Fohlen empfiehlt sich die Behandlung im Alter von 5 bis 8 Wochen zur Bekämpfung des Spulwurms und danach sind weitere Behandlungsmaßnahmen im Abstand von 8 Wochen zum Schutz während dieser wichtigen Entwicklungsphase ratsam.

Erwachsene Pferde mit Weidehaltung
Erwachsene Pferde sollten viermal entwurmt werden, im Frühjahr kurz vor dem Austrieb und zweimal während der Weideperiode in Abständen von 8 Wochen und zur Aufstallung.

Aufstallung
Im Herbst sollten alle Pferde einer Einstallungsbehandlung unterzogen werden, um den Befall mit Magen-Darmwürmern und Magendassellarven zu reduzieren. Letzteres ist nur möglich, wenn durch das verwendete Präparat alle 3 Stadien der Magendassellarven erfasst werden.
---------
Merial gibt die Broschüren kostenlos heraus soweit ich weiß. ICh würde dahin eine Mail schreiben das du gerne ein paar haben möchtest um diese im Stall auszulegen.

Meine Erfahrungen sind, das ich leiber einmal zu viel/überdosiert entwurme als einmal zu wenig! Habe Jährlinge gesehn die beim ersten mal überhaupt entwurmen TAGELANG schwerste Kolik hatten wegen des "Massensterbens" der Würmer  :'( Ein Wunder das die nicht eingegangen sind!
Titel: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 20.09.06, 17:16
Ja, also, ich will Euch ja nicht langweilen.

Aber ich frag mich immer noch - wie gefährlich sind die chemischen Wurmkuren? Hauen sie tatsächlich so gar auf Leber u. Nieren wie oft behauptet?

SOllte man immer nur nach Analyse eine geben oder stur 4x im Jahr?

Wie wirksam sind - auf lange Sicht u. richtig eingesetzt, homöopathische Methoden? (und wo sind die Grenzen?)

Und wie wichtig ist die Koppelhygiene? Was ist absolut unakzeptabel, was ist tolerierbar?
Wie ist die Halbwertszeit des Gewürms von Darm übers Gras ins Pferd zurück? Wie lange müssen Koppeln auch mal "ausruhen"?

Da im vorigen Stall auch ein Pferd wg. Kolik in die Klinik musste u. dort massiver Wurmbefall diagnostiziert wurde (SB kriegte Glupsschaugen: Wiesoo, wir entwurmen doch 4x im Jahr.... ) bin ich nicht fanatisch, nur wissbegierig, was wann wie u.s.w. am schonendsten fürs Pferd einzusetzen ist, meine Denke ist nicht: Die Wurmkuren wären alle Gift.

Übrigens steht auch im Buch vom Salomon "Homöopathie für Pferde" (u. der Mann kennt sich aus!) dass den rein homöopathschen Mitteln da die Überzeugungskraft fehlt.

Man kann ja auch alles in büchern zusammenlesen, aber hier im Forum sind so viele erfahrene Leut mit guten Ideen... ist auch ein Weg.
Danke!  :D
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 20.09.06, 21:06
Meine Ansicht in Kürze:

Aber ich frag mich immer noch - wie gefährlich sind die chemischen Wurmkuren? Hauen sie tatsächlich so gar auf Leber u. Nieren wie oft behauptet?
SOllte man immer nur nach Analyse eine geben oder stur 4x im Jahr?

Meine (und eingestellte Pferde) haben in 18 Jahren noch nie irgendein Problem nach der Entwurmung gezeigt (inkl. darmversautes Pony) - also interessiert mich die Wirkung auf Niere / Leber / Psyche schlichtweg nicht. Die Wirkung von Alternativen (Knoblauch, Ingwer, Homöopathika oder Mondgebet) interessiert mich aus gleichem Grund auch nicht.
Wer mit Koliken Probleme hat, kann Colosan dazugeben - scheint gut abzufedern. Milchsäurebakterien, Brottrunk als Begleitkur schaden bei solchen Pferden sicher nicht.
Nach Analyse geben wäre gut - ich tus nicht. Da wir gute Koppel- und Gesamthygiene haben und keinen Pferdeverkehr entwurme ich nur 3 x, manchmal nur 2 x (ohne Sommer) - die Frühjahrsentwurmung ("normal") und die Herbstentwurmung (Ivomec, evtl. Bandwurm) lasse ich nie weg.

Und wie wichtig ist die Koppelhygiene? Was ist absolut unakzeptabel, was ist tolerierbar?

Das ist dir als altem Hasen ja sicher bekannt - sie ist ehr wichtig. Ideal tägliches Absammeln, mind. jeden 2. oder 3. Tag. Umso wichtiger, je intensiver die Beweidung und wenn kein Schnitt erfolgt. Je länger / häufiger die Ruhepausen (vom Pferd) umso besser und umso schlampiger kann man sein (tendenziell). Ideal wäre Wechselbeweidung, 1 Schnitt / pro Jahr ohne Beweidung und natürlich ein verträglicher Besatz (an allen 3 Punkten hapert es bei vielen Betrieben.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Bantu am 20.09.06, 21:15
Ich kann bei Viki voll und ganz unterschreiben, denn bei uns ist es ähnlich.

Wir entwurmen 3-4x im Jahr und lassen ab und zu auch mal eine Kotprobe untersuchen. Ich habe für homöopathische Ansätze sehr viel übrig, aber die Wurmmittel-Chemie fürchte ich nicht, es gibt sicherlich Schlimmeres.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Ingrid am 20.09.06, 21:21
Ich schließ mich Viki (und auch Bantu) in allen Punkten an.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 21.09.06, 09:56
zaino, fühle mich von Deiner Koppelhygienefrage auch angesprochen: Ich würde sehr gern regelmäßig die Weide absammeln, leider sehen das die meisten anderen Einsteller und der SB anders. Ich weiß auch von keinem anderen Stall in der Gegend, wo die Weiden abgesammelt werden.
Also hat es für mich keinen höheren Nährwert, mir darüber immer wieder den Kopf zu zerbrechen; es hat eh keine Konsequenzen.

(... außer dass ich mich aufrege, weil die gelegentlichen Koppelaufräumgroßaktionen genausoviel Mühe machen, aber nichts bringen außer die völlige Verdreckung abzuwenden. Das Gleiche in klein und täglich wäre so viel sinnvoller und kaum aufwendiger, aber meine Überzeugungsversuche bleiben vergeblich. Ich werde auch nie verstehen, warum die Weide nicht wenigstens in 2 oder 3 Stücke unterteilt wird, es wird den Einstellern keine Begründung geboten :-X. Ich hatte ja anfangs gehofft, jetzt wo U. diese Ausbildung bei Equovadis macht, würde sich dahingehend was verbessern ...)

Je schlechter die Weidehygiene, desto wichtiger die Wurmkuren, wobei das eine das andere NICHT ersetzen kann.
Dadurch wird der Befall jedenfalls in Grenzen gehalten.

Die einzige Alternative zu meinem sonst sehr empfehlenswerten Stall wäre Haltung in Eigenregie. Dabei könnte ich ihm aber nie diese Bewegungsmöglichkeiten und häufigen Fütterungen bieten, und ich müsste auf Halle und Reitplatz verzichten, wüsste auch kaum, wie ich das Stallmanagement zeitlich hinkriegen sollte. Allenfalls am eigenen Haus, aber das habe ich nicht.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 21.09.06, 18:46
Wenn dein Pferd die Wurmkuren (4 / Jahr?) problemlos wegsteckt und Kotproben (nicht immer, aber zwischendrin, z.B. 1 x / Jahr) kurz vor der nächsten Entwurmung ein "normales" Ergebnis (leichten Befall) bringen - wenn du sonst zufrieden bist und eigentlich keine Lust auf eigene Haltung und Stallwechsel hast, würde ich es hinnehmen - solange die Koppeln noch das Wort verdienen. Man muss Kompromisse hinnehmen und abwägen. Die Haltung in Eigenregie hat viele Vorteile und mindestens so viele Nachteile - das muss gut überlegt werden.

Zaino hat in der letzten Box Koppelverhältnisse beschrieben, die ich meinem Pferd nicht zumuten würde - nicht nur wegen der Parasiten. Wir haben hier einen großen Islandstall, wo die Koppeln irgendwann abgeschleppt werden (also der Mist verteilt inkl. Wurmeier) oder auch nicht - es gibt auch keine / unzureichende Unterstände im Sommer, aber dafür Ekzemerdecken. Sowas käme für mich nicht in Frage, zumal dann nicht, wenn ich ganz gut bezahle.

Hat einer von euch die Artesoap "Das Gestüt" gesehen? Die haben in SH Riesenweiden für ihre Stuten - da wird Weidepflege betrieben, aber natürlich nicht abgesammelt - ginge garnicht bei der Größe. Im Sommer aber umschichtig vor der Beweidung erstmal Schnitt und eben Fläche bis zum Horizont. Da ist die Wurmbürde auch ohne Absammeln gering.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 21.09.06, 22:22
Wenn dein Pferd die Wurmkuren (4 / Jahr?) problemlos wegsteckt und Kotproben (nicht immer, aber zwischendrin, z.B. 1 x / Jahr) kurz vor der nächsten Entwurmung ein "normales" Ergebnis (leichten Befall) bringen - wenn du sonst zufrieden bist und eigentlich keine Lust auf eigene Haltung und Stallwechsel hast, würde ich es hinnehmen - solange die Koppeln noch das Wort verdienen.
Ja - ja - ja - nein. Aber über die Automaten frisst er nach den ersten Wochen überwiegend Heu. Die Weide ist eigentlich viel zu klein und kann die Pferde nicht ernähren, ich weiß schon, gestresstes Gras und so ...  :-\

Nix TV, der Fernseher ist schon seit Wochen kaputt und ich habe ihn jetzt gerade reklamiert. Außerdem empfange ich derzeit über Hausantenne ohnehin nur das Erste (verschneit), das Zweite (ganz ordentlich) und NDR (bei klarem Wetter). ;D
Bald kommt DVBT.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 21.09.06, 22:36
Sei froh - ich habs genossen im Urlaub ohne TV, ohne Telefon, ohne PC! So zeug wie "Das Gestüt" oder "Aiderbichl" muss ich wegen meiner Tochter anschauen (war eigentlich auch ganz nett...besonders die Riesenweiden).

Wenn die Pferde beliebig Heu zufressen können, gehts doch noch. Ich hab auch nicht den ganzen Sommer über Koppelgang - weniger, weil das Gras fehlt, sondern eher, weil ich sie bei Regenwetter zwecks Bodenschonung nicht beliebig rauslasse.

Zupachten geht wohl nicht?
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 21.09.06, 22:51
Nee, alles vergeben, und abgelegene Weiden - falls zu haben - wären dann wieder ohne Stall und Automaten. Und wahrscheinlich auch zum Missfallen vieler Einsteller. Für mich ist es eigentlich auch von Vorteil, wie es ist, weil meiner ausgesprochen leichtfuttrig ist. Da ginge eigentlich nur rationierte Weide.

Lange habe ich den Fernseher auch nicht vermisst, gucke eh oft wochenlang nicht (und dann zeitweise auch mal täglich). Dass er kaputt ist, ist mir erst aufgefallen, als ich zu den WEG den Videorecorder programmieren wollte.  ;D
Aber inzwischen würde ich zumindest meine Reitvideos gern mal wieder angucken ...

Schlaft schön.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: winston am 22.09.06, 15:12
Mir ist die Chemie in den Wurmkuren auch wurscht, diese Hysterie in Sachen Nebenwirkung kann ich schlichtweg nicht nachvollziehen.es muss halt sein. Bislang hat jeder Vierbeiner keine Probleme damit gehabt. Ich gebe auch grundsätzlich den ganzen Doser, egal, ob Shetty, Exmoor oder Trakehner.  Bei unseren Wallachen vom Exmoor wurde uns das von unserm TA damals empfohlen, und zwar an 5 Tagen hintereinander. Was da alles rauskam... Wir äppeln täglich bis zu 3 mal ab, je nach Zeit, normalerweise morgens, in der Mittagspause und abends. Wir haben für unsere derzeit 9 Vierbeiner nur knapp 1,8 Hektar zur Verfügung, alles aber in gutem Zustand. Jede Weide hat ihre mehrmonatige Ruhephase, lieber kleine Weiden mit kleinen Gruppen, dafür eben die nötigen Beweidungspausen dazwischen. Entwurmt wird 4 x jährlich. Beim Equimax ist zwar hinterher absolute Ebbe im Portemonnaie, aber wat sin mot, dat mot sin, wie wir Niederrheiner zu sagen pflegen.
Ich denke auch, gegen das Gewürm sind Ingwer, Knoblauch und Konsorten machtlos, da MUß die chemische Keule ran.
Auf einem benachbarten Hof laufen derzeit ca. 20 Pferde, zwar auf einer für unsere Begriffe recht großen Weide (um die 1,5 Hektar), aber es wird nicht abgesammelt. Kommentar des Hofbesitzers: "Da geb ich lieber eine Wurmkur im Jahr mehr..." Naja, zum Glück stehen unsere Pferde NICHT auf diesem Hof!
Wir waren vor 20 Jahren auch die Ersten weit und breit, die abgemistet haben. Leider sind viele Stallbesitzer ja bildungsresistent und zu faul dazu. Frag mich immer, ob die Artike in den diversen Blättern wie ST.Georg & Co nie gelesen werden? Da wird von Experten seitenweise auf die Gefahren der Verwurmung und Vorbeugung etc .hingewiesen, aber kaum jemand macht sich die Arbeit.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 22.09.06, 15:25
Naja, wg. der Wurmkur - mein Pferd hatte wohl so einige NIeren- u. Leberprobleme. Lahmheiten, steifheit hinterwärts, jetzt in homöopathischer Behandlung gehts so aufwärts dass sich 30 kg mehr Muskeln am Hinterviertel gebildet haben.
blutproben - hm, es war immer sehr diffus was er an Symptomen zeigte (Müdigkeit, Lustlosigkeit u.s.w. z. T schwer sichtbar) nur jetzt am Unterschied merkt man, da war was.
Jetzt ist halt die Frage - REaktionen auf Silage u. mieses Heu mit SChimmelpilzen? Sonstiger Dreck? Das Gewürm selbst vielleicht das ja auch Auscheidungenproduziert? (ich kenne inzwischen mehrere Pferde mit Nierenprobs - woher kommt das eigentlich?), die Wurmkuren?
Ist nur 1 Idee zum Thema...

Natürlich kann man die Nieren rel. gut wieder entgiften (so weit ich weiss, wie es geht, weiss ich leider nicht...)  wenn man denn weiss dass da eine Schwachstelle ist - Parasiten dürfen natürlich trotzdem nicht drin bleiben, um keinen Preis! (ich hab zu viele Stories gehört u. zu viele operierte Koliker in Kliniken rumstehen sehen!!! Elende Sache!)

Aber evt. sind Ingwer u. das ganze Zeugs, zeitweise zugefüttert, eine gute Stärkung GEGEN einen Überbesatz an Parasiten?
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Bantu am 22.09.06, 15:28
Abäppeln ist eben eine zeitraubende Sisyphus-Arbeit. Wir haben bis vor ca. 4 Jahren auch nicht abgeäppelt. Ich stehe seit 8 Jahren in diesem Stall (6 Pferde), es wurde vorher nie abgeäppelt, der SB hat es nie gemacht, die Einsteller auch nicht. Dann wurde ein Spulwurmbefall bei allen Pferden festgestellt, trotz 4x jährlich Wurmkur. In einer Riesenaktion haben wir den alten Mist abgesammelt und machen es seitdem täglich. Wenn neue Einsteller kommen, müssen sie sich verpflichten mitzuhelfen.

Hilflos ist man halt, wenn man Einsteller in einem größeren Stall ist, wo auf das Abäppeln keinen Wert gelegt wird. Die wenigsten Leute können sich dann jeden Tag hinstellen und die Sch*** vom eigenen und zig fremden Pferden wegmachen.  :P

Was ich aber nicht verstehe sind Leute, die ihre Pferde in Eigenregie auf eigenem oder gepachtetem Grund halten und nicht abäppeln.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: friesi02 am 22.09.06, 15:33
@winston... tja, diese Restistenz bei vielen Stallbesitzern ist mir gut bekannt...
als ich vor einigen Jahren, als das Bandwurm-Thema noch nicht so sehr hochgekommen war, meinem damaligen SB mitteilte, dass Bandwürmer bei meinem Pferd festgestellt wurden und es wohl Sinn machen würde, zumindest seine  Koppel-Kumpels zu entwurmen, meinte er nur "och die sind alle so fett, die haben keine Bandwürmer" ..und sah mich dabei an als hätte ich von ihm verlang die Pferde grün anzustreichen!
Dann auch diverse Suuuperschlaue, von denen man fast meinen könnte sie gehören einer Sekte an, weil sie sich so wehement gegen schulmedizinische Vorkehrungen wehren... blos nicht das arme Pferd mit Chemie verseuchen!*kopfschüttel*
Die würden Krebs wohl auch mit Vitaminen, Knobi und Ingwer behandeln... (huch, jetzt hab ich was gesagt, sicher gräbt geich einer irgend eine getürkte Studie über die Wirksamkeit im Falle von Krebs aus :P

Wenn ich überlege, wo mein Rüde überall seine Nase reinsteckt, rumschleckt und schnuffelt, und ich dann lese, das welche schon jahrelang ihren Hund nicht mehr entwurmt haben.... pfui, kann ich da nur sagen, arme Kreatur!
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: friesi02 am 22.09.06, 15:36
@zaino, zum Thema Silage: halte ich für kein geeignetes Pferdefutter, ausser zum aufmästen dürrer Geräte ;D
mein Friese hat damals unter Silagefütterung wohl gut zugelegt, hat allerdings auch Sommerekzem und alle mögliche andere Krätzen ausgebrütet. Silage enthält Histamine, so steigert sich die Allergiebereitschaft enorm.
Aber da gabs bestimmt schon einige Diskussionen zu diesem Thema.... ;)
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Penelope am 22.09.06, 15:48
Wenn man nicht reichlich Weide hat, ist regelmäßiges, am besten tägliches Absammeln unumgänglich!
Ich hatte meine Pferde einige Jahre in einem Offenstall, da müssen sich die Einsteller verpflichten, pro Pferd und pro Woche 4 Karren abzusammeln.....es gibt natürlich auch so ein paar Oberfaule, die es schaffen "Minuskarren" ??? zu sammeln, aber die Weiden sind immer sauber. Das vermeidet auch weitgehend die Geilstellen, das Negativbeipiel sehe ich jetzt bei mir nebenan, 1 Pferd auf 1 HA, davon ist die Häfte Geilstelle! Welche Verschwendung für mich Ruhrgebietler :(
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: winston am 22.09.06, 16:09
@Aleike, auch wenns OT, aber total OT ist:  wir stehen auch mit unserer Uralt-Hausantenne seit fast 2 Jahren im Schnee da mit Fernsehen. ZDF - was ist das bitte? West 3 ,wo soooo fleissig die WEG übertragen wurden, nur gaaanz schwach zu erahnen. Aber wir halten weiter durch, nur mit dem 1. (da kommt zum Glück der Tatort und Adelheid und ihre Mörder ;D).  Es gibt ja auch noch Video , dann schaun mer uns halt den Hinrichs zum x.ten Male an und träumen, wie es wäre, sooo reiten zu können, wenigstens ansatzweise.
Zurück zum Entwurmen und Abäppeln: Standard-Ausrede der hiesigen Stallbesitzer ist: "Hat mein Großvater nich gemacht, mein Vatter nich, ja, warum soll ausgerechnet ich mit dem Quatsch anfangen?? Hab schliesslich wichtigere Dinge zu tun, ausserdem, Mädchen , wozu gibt et denn Wurmkuren..." Dann ein verächtlicher Blick auf meine Schubkarre, den Mistfix und mich... Irgendwann trifft man sich dann beim Raiffeisen und es heisst.: " Achja, den Wallach XYZ haben wir noch in die Klinik gebracht, Kolik, da war nix mehr zu machen. ANGEBLICH waren ja die Würmer schuld, son Blödsinn."
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 22.09.06, 16:14
Wenn man nicht reichlich Weide hat, ist regelmäßiges, am besten tägliches Absammeln unumgänglich!
Ich hatte meine Pferde einige Jahre in einem Offenstall, da müssen sich die Einsteller verpflichten, pro Pferd und pro Woche 4 Karren abzusammeln.....
Das ist mal ein gutes System, Penelope ... nimmt den Druck weg JEDEN Appel finden u. lospulken zu müssen, was bei reichlich Gras ja auch echt Sysiphusmässig ist u. demotiviert, u. reduziert die Mistmenge auf den Grünflächen sicher doch gewaltig.

... wozu gibt et denn Wurmkuren..." Dann ein verächtlicher Blick auf meine Schubkarre, den Mistfix und mich... Irgendwann trifft man sich dann beim Raiffeisen und es heisst.: " Achja, den Wallach XYZ haben wir noch in die Klinik gebracht, Kolik, da war nix mehr zu machen. ANGEBLICH waren ja die Würmer schuld, son Blödsinn."
Jaja.... *seufz* also doch nicht so ohne.
Vorige SB war TÄ, studierte, eigentlich... wieso weiss so jemand sowas nicht?
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: friesi02 am 22.09.06, 21:01
..ne TÄ im alten Stall hat ma -auf die Nachfrage einer Einstellerin wie lange man das Pferd nach der WK erst mal nicht rausstellen soll- gesagt: "wieso - intreressiert dich das Grundwasser hier?"
..auch nicht schlecht oder?
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 22.09.06, 22:22
Ehrlich gesagt, auf die Idee, das Pferd zum Grundwasserschutz nach der Wurmkur nicht rauszustellen (bzw. im Offenstall die Weide zu sperren), bin ich bisher noch nicht gekommen. Macht Ihr anderen das?

Ich hatte meine Pferde einige Jahre in einem Offenstall, da müssen sich die Einsteller verpflichten, pro Pferd und pro Woche 4 Karren abzusammeln...
Interessantes System, weil ja auf der Weide immer mal was übersehen wird, da ist "sauber" ein schwieriges Kriterium. Nach meiner persönlichen Rechnung produziert ein mittelgroßes Pferd aber pro Tag eine mittlere Karre voll Mist, blieben immernoch drei von sieben übrig. Und wer geht dann bei Regen und Matsch freiwillig sammeln, oder sind die Tage auch festgelegt?

(@winston, das Zweite gucke ich aber am wenigsten, eher das Erste und bevorzugt das Dritte (Stichwort: Niedersachsen Pferdeland), wegen der regionalen und der Pferdebeiträge. Und ich dachte schon, ich wäre in der ganzen Republik die einige Empfangsarme ohne Schüssel oder Kabel. Wir könnten einen Club gründen. ;))
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Nattrun am 22.09.06, 22:40
Achja, den Wallach XYZ haben wir noch in die Klinik gebracht, Kolik, da war nix mehr zu machen. ANGEBLICH waren ja die Würmer schuld, son Blödsinn."

*reinlugt*
immer wieder schön, wenn Pferdebesitzer ihre Pferde obduzieren lassen. So hörte ich von einem an Kolik in der Klinik verstorbenen Isländer, den sie zu Obduktionszwecken aufgeschnitten hatten, daß ihnen die Würmer bei der Messerspitze schon entgegen kamen. Hengst immer enwurmt worden, teures Teil und überhaupt. Bei einem Jährling in der Aufzuchtstation ähnliche Sache. Angeblich immer entwurmt. Trotzdem komisch.
So selten ist massive Verwurmung mit Todesfolge wohl nicht.

Ich finde verschissene Weiden ekelhaft. Wer den Geruchssinn von Pferden kennt, kann sich vorstellen, was für eine Zumutung es sein muss, da zu fressen - noch krasser, von Weiden fressen, wo der Schiß per Traktor und Schleppe verteilt wurde (hierzulande üblich).
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Bantu am 22.09.06, 23:13
Nach meiner persönlichen Rechnung produziert ein mittelgroßes Pferd aber pro Tag eine mittlere Karre voll Mist, blieben immernoch drei von sieben übrig. Und wer geht dann bei Regen und Matsch freiwillig sammeln, oder sind die Tage auch festgelegt?

Ich zähle des öfteren die Häufen nach.  ;D Unsere produzieren den meisten Mist im Mai, wenn sie auf der Weide stehen. Da äppeln sie durchschnittlich einmal pro Stunde und die Häufen sind richtig schwer. Inzwischen sind unsere Weideflächen ziemlich abgegrast und sie bekommen schon seit einiger Zeit Heu zugefüttert. Im Moment fallen bei 6 Pferden, die ca. 12 Stunden draußen stehen zwei normalgroße Schubkarren Mist an.

Bei uns hat jeder Einsteller seinen Abäppeltag, alle 6 Wochen ist man 2 Tage in der Woche dran. Das klappt bei der momentanen Zusammensetzung gut, wir hatten aber schon Zeiten, da hat das gar nicht funktioniert wegen einiger Drückeberger.  :P
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Penelope am 23.09.06, 07:39
Das passt in der Regel schon, es gibt natürlich jahreszeitlich bedingte Schwankungen. Den Rest mistet die SB mit einigen ständigen Helferinnen. Die misten auch bei Sauwetter! Und vom Rest fühlen sich dann auch schon mal welche "bei der Ehre gepackt".
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 23.09.06, 08:19
 ;) Stimmt, Bantu, ich hatte damals für meinen Weide meterweise abgesteckt und abgeäppelt, war im Frühling.

Ehrlich gesagt, auf die Idee, das Pferd zum Grundwasserschutz nach der Wurmkur nicht rauszustellen (bzw. im Offenstall die Weide zu sperren), bin ich bisher noch nicht gekommen. Macht Ihr anderen das?
??
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Bantu am 23.09.06, 08:37
Also ums Grundwasser mach ich mir bei dem bisschen Wurmpaste keine Sorgen. Bedenklicher finde ich dann eher die umliegenden Bauern, die Was-weiß-ich-alles auf ihre Felder werfen und spritzen. Außerdem ist der gesamte Ortsteil wo unser Stall liegt nicht an die Kanalisation angeschlossen, sondern die haben Gruben, welche regelmäßig (?  ::)) geleert werden. Das erscheint mir weitaus grundwassergefährdender.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Penelope am 23.09.06, 10:06
Ja, das Grundwasser ist durch die Landwirtschaft wesentlich mehr gefährdet, was so an Chemie selbst in der Gülle ist, möcht ich gar nicht wissen. Und die Böden auf den Nutzflächen sind tot, ich hab vor 3 Jahren auf Ackerfläche eine Weide anlegen lassen, im ersten Jahr gabs keine Mistkäfer und schon gar keine Würmer, allerdings auch kein "Unkraut".
Wenn man den Mist kompostiert, sollte man den Mist nach einer Wurmkur natürlich besser separat lagern.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: marmay am 25.09.06, 12:27
Dann auch diverse Suuuperschlaue, von denen man fast meinen könnte sie gehören einer Sekte an, weil sie sich so wehement gegen schulmedizinische Vorkehrungen wehren... blos nicht das arme Pferd mit Chemie verseuchen!*kopfschüttel*
Die würden Krebs wohl auch mit Vitaminen, Knobi und Ingwer behandeln... (huch, jetzt hab ich was gesagt, sicher gräbt geich einer irgend eine getürkte Studie über die Wirksamkeit im Falle von Krebs aus :P

Genau, im Gegensatz zu den anderen 3 Personen in unserem Umfeld, lebt mein Mann immerhin noch und das auch noch sehr gut, obwohl er gemäss schulmed. Diagnose bereits 2 Jahre tot sein müsste, auch mit deren Therapie, die nur eine minimale Lebensverlängerung mit massiver Beeinträchtigung der Lebensqualität gebracht hätte. Nun denn, man kann schon grosskotzig rumposaunen! Vielleicht würdest auch Du anfangen, etwas weitsichtiger zu denken, wenn Du selber in solchen Situationen stecken würdest. Aber die meisten können dann nur rumjammern, warum es genau sie getroffen hat und wie arm sie doch deswegen sind. Anstatt sich mal selber Gedanken zu machen und die Verantwortung für das eigene Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Es ist ja auch viel einfacher, in Selbstmitleid zu versinken und anderen die Schuld und Verantwortung in die Schuhe zu schieben. ::)
Und, wer gefliessentlich überliest, dass trotz 4x Entwurmung total verwurmte Pferde sterben, sollte vielleicht mal selber anfangen sich Gedanken zu machen . . .
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: maatsch am 25.09.06, 12:57
also auf grundwasserschutz wär ich in 100 jahren nicht gekommen...

aber lässt jemand die pferde nach dem entwurmen nen tag oder so drinnen v.wg. belastung des organismus, ausscheiden der überreste der wurmpopulation/eier oder dergleichen (box ist ja doch viel leichter zu reinigen)  ???

btw, auch landwirte dürfen nicht alles in jeder erdenklichen menge auf ihre felder kippen  ;)
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 25.09.06, 13:02
marmay, in meinem Umfeld krieg ich so einiges mit, über die Grenzen der Schulmedizin u. die Möglichkeiten der Naturheilkunde.
Fakt ist, dass die meisten Leute zu spät ansetzen, wenn die Schulmedizin sie schon "austherapiert" hat.
Fakt ist, dass z. B. Homöopathie ganz anders ansetzt u. langsamer wirkt, über einen längeren Zeitraum.
Meine SB beispielsweise entwurmt sehr wohl, aber sie testet auch u. stabilisiert ihre Hunde u. unsere Pferde irgendwie homöopathisch, damit sie den Parasitzen weniger Angriffsfläche bieten.
Das spart schon die eine od. andere ChemoBombe.
Ich hab ja Anfangs schon die Vermutung in den  Raum gestellt, dass ich vermute, 4x im Jahr "durchpusten" u. nach 1 Tag wieder auf die gleiche hoffnungslos versch****ene Fläche stellen wie vorher - da hat das Gewürm im momentan fast leeren Darm ja Reichsparteitag wenns wieder Einzug hält!
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: marmay am 25.09.06, 13:05
Ich hab ja Anfangs schon die Vermutung in den  Raum gestellt, dass ich vermute, 4x im Jahr "durchpusten" u. nach 1 Tag wieder auf die gleiche hoffnungslos versch****ene Fläche stellen wie vorher - da hat das Gewürm im momentan fast leeren Darm ja Reichsparteitag wenns wieder Einzug hält!

Genau, darum sag ich ja, mit Wurmkur allein ist es nicht getan, es gehört noch soviel mehr dazu, meiner Meinung nach ist das "mehr" eben sogar viel wichtiger als die Wurmkur selbst. Aber eben, wer sich keine weiteren Gedanken machen will und sich allein auf Wurmkuren und schulmed. Studien (lustig ist ja immer, dass nur andere Studien anscheinend von vornherein getürkt sind, nur schulmed. sind absolut seriös und zu 100% richtig) verlässt, der wird vielleicht irgendwann einmal aus eigener Erfahrung lernen müssen, weiter zu denken und zu hinterfragen.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 25.09.06, 13:17
Stand das nicht mal in irgendeiner Cravallo - dass es jetzt erwiesen wäre dass Homöopathika nur Placebowirkung hätten? Es hätte da eine Studie gegeben... dazu kann ich nur den Kopf schütteln. (wobei, die drucken ja auch alles ab was nicht schnell genug wegläuft  ::))
Gewiss kann man nicht alles damit heilen, mir völlig klar und bestreitet ja auch keiner.
 
Aber wenn sich mehr Leut damit auskennen täten u. Geduld damit hätten... wär das gut.

Schweifen wir grad a bissl ab? Huuuch...
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: marmay am 25.09.06, 13:27
Schweifen wir grad a bissl ab? Huuuch...

Jo und ich sollt jetzt auch nix mehr sagen, sonst krieg ich wieder nen Rüffel. Aber ich konnts nicht einfach so stehen lassen, dass man jemanden, der sich intensiv informiert und SEHR viel Zeit dafür aufwendet und zum Schluss kommt, dass andere Methoden besser sind, als Idioten abstempelt. Es sagt sich vieles so leicht, wenn man nicht in der Situation drinsteckt.
Ich hatte den Eindruck, dass Dich die Erfahrungen der anderen Seite wirklich interessieren im Gegensatz zu den anderen Usern hier, darum hab ich nochmal geantwortet.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: friesi02 am 25.09.06, 13:33
..dass es mit Wurmkur alleine getan sei, hat meines Erachtens hier niemand behauptet.
Natürlich muss das ganze Umfeld stimmen, und sicher kann man den kompletten Organismus und das Immunsystem eines Tieres so aufbauen und unterstützen, dass er widerstandsfähiger gegen den Wurmbefall wird. Trotzdem werde ich mich keinesfalls überzeugen lassen (nicht mit diesen "Beweisen"), dass das ganze alternative Gedöns eine Wurmkur ersetzen soll oder kann.

Auch ich @marmay bin teilweise aufgeschlossen gegenüber alternativer Medizin, habe ich doch einen guten HP gefunden, der bei mir mit Akupunktur, Neuraltherapie u.ä. schon einiges bewirkt hat, wo die Schulmedizin absolut versagt hat.

Bei den besagten Krebspatienten bin ich etwas skeptischer. Krebs ist eine mitunter extrem agressive Krankheit, bei der die Schulmedizin nun mal auch agressive Mittel zur Bekämpfung und Heilung verwendet.

Deine Unterstellungen in Bezug auf selber keine Verantwortung übernehmen und nur rumjammern sind eine Unverschämtheit und total aus der Luft gegriffen.
Ich muß mir von Dir Erfahrungen in diversen Lebensbereichen nicht absprechen lassen, Du hast keine Ahnung, wieviel Grund ich zum jammern hätte!

Bist Du tatsächlich der Meinung, ein Mensch, der mit akuter myeloischer Leukämie in Alternativ-Mediziner-Hände kommt - hat eine reelle Chance?
Wenn Du das mit Ja beantwortest ist für mich alles klar.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 25.09.06, 13:44
aber lässt jemand die pferde nach dem entwurmen nen tag oder so drinnen v.wg. belastung des organismus, ausscheiden der überreste der wurmpopulation/eier oder dergleichen (box ist ja doch viel leichter zu reinigen)  ???
Nein, warum soll drinnen die Belastung geringer sein?
Und ausgeschieden werden nach meinem Kenntnisstand nur tote oder fast schon tote Wurmstadien. Gründlich reinigen wegen der vorher ausgeschiedenen Eier muss man sowieso.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: marmay am 25.09.06, 13:48
Deine Unterstellungen in Bezug auf selber keine Verantwortung übernehmen und nur rumjammern sind eine Unverschämtheit und total aus der Luft gegriffen.

Dann lies Dir mal Deine eigenen Beiträge durch, vielleicht solltest Du Deine Schreibweise überdenken? Ich empfinde nämlich Deine Beiträge als unverschämt und beleidigend.

Bist Du tatsächlich der Meinung, ein Mensch, der mit akuter myeloischer Leukämie in Alternativ-Mediziner-Hände kommt - hat eine reelle Chance?
Wenn Du das mit Ja beantwortest ist für mich alles klar.

Mein Patenjunge hat sehr schwere aplastische Anämie, die schulmed. Therapie hat bisher rein gar nichts geholfen. Wo bleibt da die reelle Chance? Bei Kindern darfst Du nicht mal selbst bestimmen, wie es behandelt wird, da bestimmen die Ärzte. Er ist auf Bluttransfusionen und Blutplättchen angewiesen.
Ich hab zudem nirgends geschrieben, dass mit alternativen Heilmethoden alles geheilt werden kann, ebenso wenig wie mit der Schulmedizin. Ich finde es immer interessant, dass man bei alternativen Heilmethoden den Anspruch auf 100% Heilung für alle Krankheiten stellt, bei der Schulmedizin ist man da weit weniger anspruchsvoll und nimmt auch schwerste, bliebende Schädigungen klaglos in Kauf . . .
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 25.09.06, 14:48
Jetzt streitet Euch doch bittesehr nicht, das sind ganz schlimme Krankheiten u. Tragödien die dranhängen (wem erzähl ich das?), das mindeste was man dabei lernt, wenn schon eins so furchtbar leiden muss, sind Toleranz, u. die Zuversicht behalten so lang es geht.
Gaaaanz ruhig, Mädels.
Das Thema ist zu wichtig u. zu interessant.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: marmay am 25.09.06, 15:00
Jetzt streitet Euch doch bittesehr nicht, das sind ganz schlimme Krankheiten u. Tragödien die dranhängen (wem erzähl ich das?), das mindeste was man dabei lernt, wenn schon eins so furchtbar leiden muss, sind Toleranz, u. die Zuversicht behalten so lang es geht.

Hast schon recht, mich stört es einfach, wenn man als minderbemittelter Idiot hingestellt wird, nur weil man einen anderen Weg als die Allgemeinheit einschlägt. Wer weiss denn schon mit absoluter Sicherheit, welcher Weg der richtige ist? In der Forschung gibt es ja immer wieder neue Erkenntnisse, die die alten komplett über den Haufen werfen. Ich bin inzwischen sehr vorsichtig geworden, andere so zu betiteln oder deren Weg zu belächeln. . .
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 25.09.06, 20:22
Ich habe einen Vorschlag als Moderator dieser Box: Wir teilen das Thema Entwurmung in 2 Boxen auf - diese Box wird anders betitelt (z.B.: Entwurmen: Alternativmethoden?) und es gibt eine neue Box zum herkömmlichen Entwurmen (wo es dann um Fragen wie Mittelwahl, Einsperren nach der Entwurmung etc. geht).

Dann können mitlesende und neue user selber entscheiden, ob sie über die Technik des Entwurmens mit herkömmlichen Mitteln reden wollen oder über Grundsatzfragen zur Gesundheit.

Zaino, da du diese Box aufgemacht hast: Passt dir die oben vorgeschlagene Titeländerung?
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: winston am 26.09.06, 08:30
Um halt nochmal aufs Entwurmen zurück zu kommen: unser TA erzählte uns mal von einem Vollblutgestüt im Nachbarort. Die Tiere würden regelmässig entwurmt, die Weiden und Ställe wären vorbildlichst gepflegt. Trotzdem waren bei einigen Pferden die Kotproben positiv. Unser TA sagt, das Problem liegt in der zunehmenden Resistenz der Würmer gegen die Wirkstoffe. Leider täte sich die Pharmaindustrie recht schwer mit der Entwicklung eines neuen Wirkstoffes, da es sich finanziell nicht lohnen würde.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Ingrid am 26.09.06, 09:15
Wir teilen das Thema Entwurmung in 2 Boxen auf - diese Box wird anders betitelt (z.B.: Entwurmen: Alternativmethoden?) und es gibt eine neue Box zum herkömmlichen Entwurmen (wo es dann um Fragen wie Mittelwahl, Einsperren nach der Entwurmung etc. geht).


Ich finde Vikis Vorschlag sehr gut!
Und da ich hoffe, daß diese Box bald "Entwurmen: Alternativmethoden?" heißt, habe ich hier einen netten kleinen Beitrag, nämlich einen Auszug aus einem Artikel, den ich heute in unserer Tageszeitung gefunden habe. Da ging es um die Roßkastanie und da stand:

...die Kastanie habe das Wort "Ross" als Beinamen, weil sie erkrankten Pferden besonders bei Husten und Wurmerkrankungen Erleichterung verschafften.

Zumindest waren die alten Türken aus Konstantinopel im 16.Jahrhundert davon überzeugt ;D
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 26.09.06, 10:39
Viki, ich finds aber traurig, dass man noch nichtmal ganzheitlich ein Thema diskutieren kann... wäre aber grad wichtig.
Ich würde mal lieber bitten - hört auf Euch anzugiften u. übelzunehmen, sondern bringt lieber hier sachlich Eure unterschiedlichen aber hochinteressanten Standpunkte hier ein. Mindestens ich will die haben/lesen, nämlich!
Kruzitürken, das muss doch gehen! GRRR.

Tja, u. das mit dem Unterdosieren ist auch noch ein Ding. Ich weiss z. B., dass mein pferd ca. 550 kg wiegt u. dosiere entsprechend bzw. teile das dem Wurmkurverteiler halt mit.
Aber wieviele haben Gelegenheit ihren Gaul mal zu wiegen? (oder halten das für wichtig??? War damals auch hochspannend - ein Hafi der 30 cm weniger Stm hatte als meiner, NICHT fett sondern rel. gut trainiert, wog nur 100 kg weniger als mein Russischer Angloaraber... so viel macht z. B. die Knochensubstanz aus? U. so kann man danebenschätzen).
Oder den Mut mal überzudosieren? Viele Pferde sabbern angewidert leider so viel wieder raus, dass die Gefahr sie zu "vergiften rel. gering sein dürfte.

Aber es stimmt natürlich schon - es ist ein allgemeines Schulmedizin-Problem: Resistenz züchten u. eine SChraube ohne ende in Gang setzen.
Zusammen mit den "modernen Tierhaltungsformen" - viele Viecher auf rel. begrenztem Raum, mangelnde Hygiene, unpassende Fütterung vielleicht und und und...
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: winston am 26.09.06, 11:28
Hallo Zaino, kann nur meine Erfahrungen mit der Überdosierung schildern. Wenn unsere wilden Jungs aus dem Exmoor rüberkommen, dann sind die verwurmt bis über beide Ohrspitzen, soviel ist mal klar. Wiegen? Ha, da ist nicht dran zu denken, ich komm ja nicht mal ansatzweise an die Ponys ran. Unser TA meinte bei unserem ersten Wilding zu mir, ich solle die ganze Dosis geben. Und das bitte nicht nur einmal, sondern 5 mal hintereinander, sobald das Pony den Futtereimer zu schätzen wissen. Auf meinen entsetzten Blick und schüchternen Hinweis auf Nebenwirkungen hin meinte er nur, die Wurmkuren könne man überdosiert verabreichen. Den größeren Schaden würden die Pferde durch die Würmer erleiden, aber nicht durch die Chemie. Na, wir haben uns dann brav an die Anweisung gehalten. Bislang hat es bei keinem der 5 Wallache irgendwelche Probleme mit der nun wirklich deutlichen Überdosierung gegeben. Geschadet hat es den Würmern, und mit denen hab ich ja nun kein Mitleid.
Ich bin keine fanatische Anhängerin der Pharmaindustrie. Weiss die Vorteile der Naturheilkunde (icl. Homöopathie etc.) durchaus zu schätzen (mein Vater war damals in den frühen Achtzigern einer der ersten Mistel-Patienten...leider kams zu spät). Aber irgendwo endet halt die Kraft der Natur und dann muß Chemie ran. Soviel aber auch nicht mehr als nötig, das ist unsere Devise. Auch wenns vielleicht OT ist: Tetanus-Impfung ist doch auch selbstverständlich.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 26.09.06, 11:51
Ja, winston, das hab ich mal auf einem Isländerhof so mitgekriegt, die hatten auch importierte - es hiess, die müssten die ersten 3 Wochen radikal durchgepustet werden.
(auch komisch, die hätten doch eigentlich Weide ohne Ende???? Genau wie Eure Ponies???? Oder doch nicht? wie mag es im Merfelder Bruch wohl aussehen???? Wieviel Fläche bräuchten die Pferde wirklich um sauber u. wurmfrei zu leben?)
1 ganz wundervoller kleiner "Vollblut"-Isi (ich schreib das so, weil bildschöner feuriger feingliedriger 5Gänger Fuchs, in Festanstellung als Allround-Familienross verkauft) krepierte dann 1,5 J später elendiglich wg. Verwurmung - der Importeuer hatte wohl a bissl sparen wollen.  >:( :'(
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: winston am 26.09.06, 13:16
Tja, Zaino, mit dem "Weide ohne Ende" ist das zumindest auf dem Exmoor so eine Sache (bei den Isis kenn ich mich nicht aus, hab es noch nicht auf die Insel aus Feuer und Eis geschafft).Die Flächen, auf denen die Herden leben, werden immer kleiner, auch wenns noch so riesig im Vergleich zu good old Germany und anderswo erscheint. Jedoch können die Ponys nicht mehr so umherziehn wie in vergangenen Zeiten, weil immer mehr Land "kulitviert" wird. Mittlerweile ist das Exmoor ja mittlerweile Nationalpark, aber trotzdem. Es gab oder gibt ja die Theorie, die Ponys würden da irgendwelche wurmvernichtenden Pflanzen verspeisen, fragt mich aber nicht, welche. Damit kann es nicht sehr weit her sein, denn wie gesagt, die Ponys sind verwurmt bis obenhin.
Zum Merfelder Bruch kann ich nur sagen: die den Ponys deutlich anzusehende Verwurmung liess uns vor 12 Jahren Abstand vom Kauf eines Hengstjährlings nehmen.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 26.09.06, 13:52
so halbert off-topic - wie manchen das z. B. so Damwild-Halter? Ich find die Gatter immer ziemlich klein, abgegrast u. versch***
Und das hätte man dann ja als "Wildgericht" auf dem Teller - entweder mit wurmkur (nahrungsmitteltechnisch "abgebaut" oder nicht?" oder mit Parasiten etc. gewürzt? *wurgs*

(übrigens mein Vater als Förster hat oft angeekelt erzählt, was er beim Aufbrechen (= Ausnehmen) von Wildtieren immer so alles innerwendig vorgefunden hätte was da so in der Menge nicht reingehört hätte. Geht bei ihm so weit dass er seit er a.D. ist, überhaupts kein Wild mehr essen mag...)

Interessant.

Wobei er beobachtet hat dass Kümmerlinge mehr Parasiten hatten als knackig-gesunde Tiere.

Was war zuerst da - Huhn od. ei? Auch eine interessante Frage:
Sind schwächliche tiere einfach eher ein Tummelplatz für das viehzeug bzw. werden von diesem überflutet?
oder schwächeln einige weil sie eben mit den normalen Parasiten nicht klarkommen?
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: winston am 26.09.06, 14:21
Hm, Zaino, echt mal ein interessanter Punkt. Ich kann ja nur auf meine wilden Jungs und deren Anverwandte als Beispiele blicken. Bei denen muß ich sagen, dat war vollkommen wurscht, ob stattliches Exemplar oder ein etwas dürftiger Vertreter, die Würmer haben bzw hatten ihre helle Freude und ihr gutes Auskommen bei jedem Pony.
Und, zwei von unseren Jungs kamen in einem ziemlich heruntergekommenen Zustand bei uns an, dank der Wurmkuren und natürlich noch einigen anderen "Zutaten" sind das wirklich prächtige Burschen geworden.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Ingrid am 26.09.06, 15:02
- wie manchen das z. B. so Damwild-Halter?

Dammwild wird mit Wurmkur in Pelletform zusammen mit dem Wildkraftfutter entwurmt. Früher war das "Rintal" Ob es heute was anderes gibt, weiß ich nicht. Aber wenn man überlegt, daß eine gewisse Fremdbesiedelung in jedem Wildtierdarm/Magen/lunge/Muskel vorkommt, mag ich eigentlich auch keine wildgefangenen Fische, Enten, Wildschweine etc. mehr essen. So weit sind wir in der zivilisierten Welt schon von der Natur abgerückt, daß wir (ich geh jetzt mal von mir aus ;D) doch lieber in Menschhand aufgewachsenes Fleisch essen! Oder steh ich mit dieser Meinung allein da ???
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 26.09.06, 15:49
Naja, ich weiss ja nicht wie gsund für uns Menschen die Restbestände aus diesen Pellets sind...  ??? 8)
Ich glaub, das gibt sich nix - bei den Parasiten ist das Tier ja an sich noch gesund, das befallene Teil schmeisst man weg, u. es ist eher ein irrationaler "Ekelfaktor" der uns abhält.
Bei der Chemie... u. je dichter der Besatz auf kleiner Fläche umso mehr Chemie nötig um die in Schach zu halten - fress ich als Endverbraucher das halt auch wieder mit.

OK, aber back to topic & horses, die essen wir hier ja in der Regel nicht, nur leider sterben sie uns de facto einfach weg bei zu viel Gewürm im Darm.  :'(
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: winston am 26.09.06, 16:38
Zaino , OT as usual ;D. , vielleicht BRAUCHEN wir Menschen ja auch ne Wurmkur? Im Ernst, da denk ich so manches Mal drüber nach, wenn ich am Stall die Katzen knuddel, die Äppel absammel, mir zwischendurch OHNE die Hände mit wat Desinfizierendem zu waschen mal ne Möhre oder ein kräftespendendes Stück Schokolade zwischen die Zähne schiebe. Eine Bekannte von mir war bei irgendsoeinem Mediziner, der machte ein Blutbild und meinte hinterher zu ihr, sie hätte in ihrer Jugend wohl Würmer gehabt....
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 26.09.06, 16:44
Zaino , OT as usual ;D. ,

Bäääääh! *winstonzungerausstreck*

Nö, da gabs doch mal eine Sendung - ein Typ hat sich Spulwürmer verpasst und prompt hörten seine Allergien auf.
wenn man bedenkt dass allergien ein Hohldrehen ungenutzter Abwehrkräfte im Körper darstellen... BRAUCHEN wir Feinde im Inneren um uns im Gleichgewicht zu halten...

Aber nicht so viele dass sie uns auffressen.

Winston, so lange Du Deine Finger nachher nicht sauber ableckst, täte ich mir da keinen Kopf machen. *duckundwech*
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Thesi am 26.09.06, 16:47
Noch was grausliches:
Angeblich hat praktisch jeder Tierhalter irgendwelche Würmer in sich... bei 2 Pferdebesitzern hab ich sie schon mit eigenen Augen unter einem Mikroskop gesehen (ganz klein und natürlich schon tot, aber immerhin).
Im übrigen atmet man die angeblich ein.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: winston am 26.09.06, 16:49
Zaino, ich meinte doch MICH mit OT (komm doch immer von et Hölzke op et Stökkske, wie wir Niederrheiner zu sagen pflegen...) ;D ;D
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 26.09.06, 16:53
Ei, nimm mich doch nicht gleich so ernst, winstonchen, war doch nur ein Spässchen am Rande (unter OT-Insidern *ggg*)  ;D

Thesi, was heisst hier, grauslich, ein gewisses Mass an Parasiten soll ja normal u. gesund sein, Du KRIEGST kaum je einen Tierbestand völlig wurmfrei.
Die meisten menschen - nicht die reinlichen SChweizer vielleicht u. nicht wir pingeligen Deutschen oder die hygieneparanoiden Amis ab der MIttelklasse aufwärts - aber der Rest der Menschheit (u. das ist 'ne Menge!) hat mit Sicherheit Parasiten.
In Mexiko hab ich mir mal ein munteres Amöbenvölkchen angelacht... die hätten mich fast dahingerafft, die Mistviecher, die greisslichen, gegen die ist ein Bandwurm ein knuffiges Streicheltier, das könnt Ihr mir glauben!
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Thesi am 26.09.06, 16:59
Ob es normal ist oder nicht, grauslich find ich es trotzdem...

Und ich glaub auch, dass wir in Österreich/Deutschland/Schweiz/USA nicht völlig parasitenfrei sind...
Aber es zu wissen oder selbst zu sehen, sind immer noch 2 Paar Schuhe  ;)
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 26.09.06, 17:03
Das geht ja an sich schon bei Darmbakterien los... ohne die können wir aber nicht. Gar nix.
Und wie gesagt, da gibts so eine Studie, die belegt, dass z. b. in Drittweltländern kaum jemand Allergien hat, dafür aber Spul- Palisaden- und sonstige Würmer!!!
- ehrlich gesagt, lieber hätte ich eine kleine überschaubare friedfertige u. sich nicht aufmotzende Spulwurmkolonie intus, von der ich zeit meines Lebens nix weiss, als einen satten heuschnupfen oder z. B. meine saublöde Katzenallergie.  :-\ :-[ Aber wie gesagt, das ist alles noch nicht so recht belegt.
Und ich will jetzt um Gottes Willen nicht gesagt haben, dass Darmparasiten gesund sein sollen!

Fakt ist u. bleibt - back to topic - dass wir das Gesoxe bei unseren Pferden jedenfalls gründlich in SChach halten müssen.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 26.09.06, 20:13
In Dritteweltländern gibt es jede Menge Parasiten, die alles andere als lustig sind - vor allem Einzeller (Malaria, Chagas-Krankheit etc. - schwer / nicht zu therapieren), auch Trichinen (machen leckere Muskelschmerzen, u.U. lebenslang), sonstige Würmchen (Pärchenege, die man auf ein Stäbchen gerollt aus dem bein ziehen kann) und nicht zu vergessen Bandwürmer (verschiedene Menschenbandwurmarten) - letztere auch bei uns, wenn rohes finniges Fleisch gegessen wird.

Die betroffenen Leute, z.B. bei Chagas-Krankheit mit angefressenen Gesichtern und anderen netten Symptomen, hätten mit Sicherheit lieber einen Heuschnupfen.

Ich kann, ehrlich gesagt, das Wort "Studie" nicht mehr hören - dass der häufige Umgang mit Dreck jeder Art die Allergieneigung sinken lässt, ist längstens an deutschen Bauernkindern nachgewiesen. Also - wer was gegen seine Allergien tun will, kann ja ab morgen seine Koppeln mit bloßen Händen abmisten  ;D

(da kriegt man nebenbei noch den wahren sinnlichen Zugang zu den Ausscheidungen seiner Lieblinge)

hier z.B. die Wirkung von Trypanosomen bei Chagas-Krankheit: http://pathmicro.med.sc.edu/lecture/l.brazil2.jpg (http://pathmicro.med.sc.edu/lecture/l.brazil2.jpg)
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 26.09.06, 20:35
Noch mal zum Einsperren nach Entwurmung: Wenn möglich, macht das schon Sinn - zumindest dann, wenn nicht täglich die Koppeln abgemistet werden.

Bei Ivomec und verwandten Präparaten macht es auch Sinn, den Mist getrennt zu lagern, wenn man ihn für "biologische" Zwecke verwenden will, weil der Wirkstoff für das Bodenleben ausgesprochen ungünstig ist.

Zur Dosierung: Bei "Billig-Wurmkuren" (Pyrantel in Banminth und Benzimidazolderivate in Telmin oder Panacur) spielt Überdosierung keine Rolle, außer für den Geldbeutel.

Bei Moxidectin (Equest) und auch bei Ivomec-Präparaten sollte nicht überdosiert werden, besonders nicht bei Equest, weil es durchaus Unverträglichkeiten geben kann.

Es lohnt sich schon, die Pferde zu wiegen - dann muss man einem 400kg-Pferd nicht den 650kg-Doser reinschieben. Ich gehe auch an die Obergrenze (also bei 360 kg LG Dosierung für 400 kg), aber bei Equest / Ivomec gebe ich nicht mehr als nötig. Je nach Pferdezahl kann man die Doser so kaufen, dass es aufgeht (bei 3 gewogenen 400kg-Pferden reichen dann 2 Doser à 650 kg).

Andererseits wird manches Pferd unterschätzt - die meisten Doser haben 650 kg - das reicht für manche WB nicht und dann fördert man natürlich die Resistenzen.

Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Pandygirl am 26.09.06, 20:46
at Viki: Welche Wurmkr hast du denn die für 650 kg Ausreicht?

Equest hatte früher für 545 kg, das ist mittlerweile auf 575 kg hoch gegangen pro Injektor. Die gängigen Ivermectin Präperate ( Ivomec P, Paramectin) reichen nur für 600 kg. Und dann gibts die neuen für 700 kg. Aber 650 kg, da kenn ich ja keine von, oder hab ich das jetzt falsch aufgefasst?  ???

LG
Pandygirl
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 26.09.06, 21:09
Ich dachte, die Equell hätten 650 kg - kann mich aber täuschen. Von Equimax gibt es Doser mit 700 oder sogar 750 kg - wenn man den einem Kleinpferd gibt, hat man praktisch die doppelte Dosierung - das finde ich nicht sinnvoll.

Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 26.09.06, 21:26
Du hast Recht - die meisten WK sind für 600 kg ausgelegt (Furexel, Equalan, Panacur...).

Equimax und Eraquell gibts für 700 kg und Equimectin (Ivermectin) sogar für 800 kg.

Wenn man 2 600kg-Doser für 3 Kleinpferde nimmt, muss man gewogen haben, sonst wärs mir zu knapp. Ein Equimectin-Doser kann dann für 2 Kleinpferde reichen.

Dass ein Durchschnitts-WB nur 600 kg wiegt, kann ich nicht ganz glauben...
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Pandygirl am 26.09.06, 21:38
Hi!

Hatten bei uns mal ne Dorfwiegung gemacht. 25% der warmblüter lagen über 600 kg.
Meine kleine ( 1,38 afi Welsh mix zierliche staut() hatte damals 380 kg. Dieses Jahr während der Weidesaison gewogen: 470 kg  :o . Da ist es doch mal belegt, das man mit den Schätzen aufhören sollte und den Nachbarsbauern mal fragt, ob man sein Pferd auf die Schweine waage parken darf  ;)
Übrigens hatte ein Shetty, keine 1, 10 Stockmass mehr als mein Hafi Mix damals: 390 kg!

... und bei uns kommen immer noch Pferdebesitzer an, die meinen ne 600 kg Paste reiche für zwei Hafis und nen Shetty.....
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Ingrid am 26.09.06, 22:00
Boah Viki! Respekt!

Ich bin jetzt gute zwei Jahre aus dem Pferdeklinik-Berufsleben draußen und dachte trotzdem, über die gängigen Präparate Bescheid zu wissen. Aber Du wirfst mit Produktnamen, Wirkstoffen und Darreichungsmengen um Dich, von denen ich noch nie was gehört hab :o Wie wärs, wenn Du Dir einen Bauchladen umschnallen und, eine mobile Pferdewaage hinter Dir herziehend, über den Turnierplatz oder den Pferdemarkt stolzieren  und Deine Ware an den Mann/die Frau bringen würdest. Und wenn Du dann noch jemanden engagierst, der die Wurmpaste richtig dosiert schonend ins Pferd quetscht, kannst Du Deinen bisherigen Beruf an den Nagel hängen ;D
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 26.09.06, 22:52
Klar doch - das Zeug weiß ich alles auswendig  ;D Und ich bin genau derjenige, der es schafft, einem braven unbedarften Tierchen die Wurmpaste übers ganze Gesicht zu verteilen, so dass ebendieses Tier mir seitdem was hustet, wenn ich mit dem Doser komme  :P

Ich hab einen guten link zum Thema "Was heißt wie", aber der ist anrüchig (Holland).

Pandy, auf eine Schweinewaage passt mein Haflinger nicht drauf  ;D Aber wir haben eine Waage am Bahnhof, in den Boden eingelassene Platte für LKWs. Die hat jeder im Dorf, beim Landhändler oder am Bahnhof.
Ich nehms zum Anlass, eine Weide-Endsaison-Wiegung durchzuführen - über das Ergebnis werd ich mich evtl. nicht öffentlich äußern  8)

Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Ingrid am 27.09.06, 07:10
Die hat jeder im Dorf, beim Landhändler oder am Bahnhof.

Leider leben wir hier so städtisch, daß es keinen Landhandel gibt :'( Und der Bahnhof liegt miiten in der Stadt. Wir haben eine Bauschuttdeponie in der Nähe, aber immer wenn wir dort vorbeireiten ist dort abgschlossen! Ich muß mich mal intensiv auf die Suche machen, denn das mit dem Gewicht "wurmt" mich auch ;)
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 27.09.06, 07:14
... und bei uns kommen immer noch Pferdebesitzer an, die meinen ne 600 kg Paste reiche für zwei Hafis und nen Shetty.....
Dann muss man sich ja nicht wundern, dass Pferde trotz Entwurmung verwurmt sind und die Resistenzen zunehmen!
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: winston am 27.09.06, 08:31
Um nochmal kurz auf die Überdosierung zu kommen: seit Jahren bekommen unsere Pferde ihr Ivomec, seit einiger Zeit auch Equimax, als ganzen Doser. Geschadet hat es nie, halt nur den Würmern. Ich geh ja nicht hin und gebe die drei-oder vierfache Menge, es ist ja bei die doppelte Dosierung. Interessant war für mich auch, als ich mal, aus Besorgnis vor den Nebenwirkungen, die 300 kg -Menge verabreicht hatte, bekamen meine Pönnelis Durchfall. Bei der Gabe des vollen Dosers  dagegen noch nie ???
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 27.09.06, 10:03
Ja, ich hab auch nicht schlecht gestaunt, mein Russentier, 1,62 Stm, feingliedriger u. leichter als jedes durchschnittswb, ETWAs fester beinand als die meisten reinen VBs - volle 550, u. da war er keineswegs moppelig in der Zeit!!!
Da kommen die meisten WBs auch unmoppelig, aber grösser u. schwerer im Knochenbau, locker über die 650, mindestens!

Tja, u was macht man mit resistentem  Gewürm? *grusel*

Viki, Du kennst Dich gut aus mit Tropenkrankheiten - an so Zeug hab ich gar nicht mal gedacht, logisch, gibts, ist fürchterlich u. gar nicht gut.
Wollte ja nur sagen, dass auch der Mensch mit Parasiten leben muss, (u. manchmal offensichtlich nicht kann, wenn too much, zu schlimm, zu viel). DA wäre jetzt auch wieder interessant, wählen die  Monster nach dem Zufallsprinzip aus oder wird man befallen z. B. wg. Schwächung durch vorherige Malaria (ok, auch Parasit, Zufall, Pech), einseitige bzw. Mangelernährung, versautes Wasser, u.s.w.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Lark am 27.09.06, 10:40
Wie lange könnte man denn eine angebrochene Wurmkur z.B. Equest aufbewaren?
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 27.09.06, 13:14
Keine Ahnung, sollte aber im Beipackzettel stehen.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 27.09.06, 22:10
Steht drauf - bei Equimax nicht sehr lang - max. 6 Monate, glaub ich. Ich schau schon auch, dass nichts übrigbleibt, aber ich sehe nicht ein, warum man prinzipiell doppelt dosieren soll.
Bei Moxidectin muss man mehr aufpassen als bei Panacur - und blos, weil doppelte oder dreifache Dosierung im Versuch keine Symptome ergeben hat, ist es doch nicht sinnvoll. Das Prinzip "Viel hilft viel" ist Unsinn - und eine leicht gestörte Darmflora muss man nicht sehen.

winston, wenn die einmal beim gleichen Mittel bei geringer Dosierung Durchfall hatten, kann es die Situation gewesen sein (sonstige Fütterung, Wurmbefall) - sicher hatten sie nicht deswegen Durchfall, WEIL die Dosierung niedriger war.

Soll sich doch die Industrie anpassen - jeden Doser in 3 oder 4 Gewichtsklassen anbieten - aber die wissen natürlich genau, dass 99% der Leute den ganzen Doser reinschieben, rechnet sich besser für die.

Nachdem mich die Frau meines TA bei der letzten WK so reingelegt hat überlege ich wirklich, in Holland zu bestellen - ich werde demnächst mal beim Amts-TA nachfragen, wie das rechtlich genau ist.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Ingrid am 27.09.06, 22:27

Soll sich doch die Industrie anpassen - jeden Doser in 3 oder 4 Gewichtsklassen anbieten - aber die wissen natürlich genau, dass 99% der Leute den ganzen Doser reinschieben, rechnet sich besser für die.


Bei den Kleintier-WKen bekommt die Industrie das hin! Warum also nicht auch bei den Pferden? Man könnte doch auch die Wurmpaste in größeren Töpfen anbieten, mit leeren Dosern dabei, und der Tierbesitzer kann dann ganz individuell nach Gewicht entwurmen. Eine entsprechende Tabelle müßte natürlich beiliegen!
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 27.09.06, 22:41
Apropos Töpfe: Was heißt "angebrochen"? Die nicht benutze WK hat ein deutlich längeres Haltbarkeitsdatum als ein Rest - das gilt doch eigentlich nur, wenn man dem Pferd den Doser ins maul schiebt...wenn man die Hälfte übers Futter drückt (mach ich zur Zeit bei meinem Wallach so) und dann den Deckel wieder drauf - was soll da eigentlich passieren?

Früher haben wir vom TA flüssiges Ivomec in Einmalspritzen gekriegt - geht rechtlich nicht mehr, aber es war deutlich biller - bei gleicher Wirkung. Es ist eine Riesen-Geldschneiderei dabei (vergleicht mal die Kosten beim gleichen Wirkstoff zwischen Schwein und Pferd...) - die Landwirte würden denen was husten, wenn sie für den dreifachen Preis nur eine hübsche Verpackung mit Sonnenaufgang und lyrischem Namen kriegen würden....
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Ingrid am 27.09.06, 23:12
Was mal wieder beweist: Pferdeleut ham's ja !
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: maatsch am 28.09.06, 06:52
die Landwirte würden denen was husten, wenn sie für den dreifachen Preis nur eine hübsche Verpackung mit Sonnenaufgang und lyrischem Namen kriegen würden....

*zerkugel*  ;D
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: winston am 28.09.06, 07:46
Viki, ich schiebe den Durchfall nicht auf die normale Dosierung. Weiss der Teufel, warum die da - fast - alle Dünnpfiff hatten. Ich dosiere deshalb so hoch, weil ich ansonsten die wilden Jungs nicht wurmfrei bekommen kann. Bislang hat es was gebracht. Bei normaler Dosierung hätte ich dies nie so hinbekommen. Zumal, wer kennt schon genau das Gewicht seines Pferdes? Ich nicht, und ich lass deshalb auch noch lange keine mobile Waage kommen oder renn mit den Viechern zur Genossenschaft. Bei uns funktioniert die Art der Dosierung seit über 10 Jahren bestens und ich bleib halt dabei. Doppelte Dosis - dafür aber wurmfrei :D
Und - damit man mich hier nicht falsch versteht: ich bin nicht der Meinung, man müsse generell höher dosieren zwecks erfolgreicher Entwurmung. Nur finde ich, wir sollten nicht sooo ängstlich nach dem Gewicht des Pferdes schielen (bei den meisten wohl ohnehin mehr geschätzt als wirklich gewusst), sondern halt mal etwas großzügiger mit dem  Zeugs umgehen.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Lark am 28.09.06, 10:02
Mein Wallach wog letztes Jahr 580 kg, ich denke dieses Jahr dürfte er sich knapp über 600 kg bewegen.
Da die Equest aber nur bis 545 kg geht, würde ich bei einer Spritze unterdosieren. Wenn sich das Zeug bis Dezember hält würde ich jetzt 1,5 Tuben geben und im Dezember wieder 1,5.... Ich muß ja nicht unbedingt 2 Tuben gebe, wenn 1,5 auch langen, das spart Geld...

Leider hab ich kein "leichtgewicht im Stall der mir für 100 kg was Paste abgeben kann....

Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 28.09.06, 10:22
winston, wir hatten ja auch eher diskutiert dass man die meisten Pferde kg-mässig teuflisch unterschätzt (mein Beispiel kleiner rel. schlanker Hafi "NUR" 100 kg leichter als viel größerer/Höherer/längerer aber feingliedrigerer russenwallach u. Deine Ponies vielleicht dann noch nicht so 200kg-Leichtgewichte sondern knapp unterm kleinen Hafi der damals auch seine 450 auf die Waage brachte.)
U. vielleicht ists bei Deinen Wildfängen auch so - um die gescheit durchzupusten lieber 3x 'ne hammerdosis als 6x rumkleckern damit sich das Gewürm vielleicht noch an das zeug gewöhnt u. sich drauf zum Bleiben einrichtet.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 28.09.06, 12:37
Wie ist eigentlich die Entwurmung bei Boxeneinzelhaltung mit Wechselstreu (ohne Weide, ohne Gruppenpaddock)? Meine eine hiesige Kollegin hält ihr armes Viech so :'(; in dem Stall entwurmen sie alle nur 2x jährlich dafür dann immerhin mit Equest und dieser Ivermectin-Praziquantel-Kombi.

Reicht das dann, wegen des geringen Infektionsdrucksdrucks? Als ich sie gefragt habe, konnte sie nur sagen, dass sie es macht wie alle ...  ::)
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: zaino am 28.09.06, 13:37
Stimmt, theoretisch!!!! könnt' sie sich - als einziger vorteil der Haltung - 2 WK sparen?
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 28.09.06, 20:08
Mein Wallach wog letztes Jahr 580 kg, ich denke dieses Jahr dürfte er sich knapp über 600 kg bewegen.
Da die Equest aber nur bis 545 kg geht, würde ich bei einer Spritze unterdosieren. Wenn sich das Zeug bis Dezember hält würde ich jetzt 1,5 Tuben geben und im Dezember wieder 1,5.... Ich muß ja nicht unbedingt 2 Tuben gebe, wenn 1,5 auch langen, das spart Geld...

Das ist sicher kein Problem - du kannst ja nach dem Entwurmen aus dem angebrochenen Doser noch eine Kleinigkeit in ein Tempo drücken, sauber abwischen und den Deckel wieder drauf. Wenn das Zeug die fiesesten Würmer killt, wird es kaum so schnell verderben.

Winston: Ich will da gar keinen akademischen Streit draus machen. Unterdosierung ist schädlicher als Überdosierung, da sind wir uns einig. Nur eine allgemeine Regel: "Schiebt vorsichtshalber alle das Doppelte rein" sollte nicht rausgelesen werden. Ponies aus der Wildbahn sind bei der ersten Entwurmung sicher anders zu sehen als "normale" Pferde.
Ich bleibe aber dabei, dass es grundsätzlich gesehen schon sinnvoll wäre, das Gewicht zu kennen - nicht nur für Entwurmen (viele Medikamente gehen nach Gewicht, die Dosierung von Mineralfutter etc.).

Aleike: Ohne Koppel, ohne Mistmatratze, ohne Pferdewechsel, ohne gemähtes Gras - da tun sich Würmer wesentlich härter und ich denke schon, dass da 2 x Entwurmen reicht. Da würd ich mir dann auch die Bandwurmentwurmung sparen - ist ja kein Zwischenwirt da.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: winston am 29.09.06, 07:43
Viki, nur ganz kurz: ich hab ja extra geschrieben, dass man nicht grundsätzlich doppelt dosieren muß. Mir ging und geht es lediglich darum, nicht so ein Riesentheater um die -eventuellen- Gefahren einer Überdosierung zu machen. Dies ist ja einer der Gründe, warum viele Pferdebesitzer zu knapp dosieren, weil man halt ständig die auf dem Beipackzettel beschriebenen Nebenwirkungen vor Augen hat. Es ist halt nicht immer nur die Knauserigkeit der Halter, wenn sie zu geringe Mengen WK geben. DAS wollte ich zum Ausdruck bringen. Hoffentlich hab ich mich nun etwas verständlicher ausgedrückt?
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Ingrid am 29.09.06, 09:02
weil man halt ständig die auf dem Beipackzettel beschriebenen Nebenwirkungen vor Augen hat.

Stimmt! Auf dem Waschzettel vom Aspirin steht auch eine ganze Latte von Nebenwirkungen, und trotzdem wirds eifrig gefuttert. Und wenn auf einer Schockoladenverpackung die kompletten Nebenwirkungen aufgelistet wären...uiuiuiui :P ich geb auch lieber zu viel WK als zu wenig. Und das seit 20 Jahren. Und meinem Pferd geht es bombig!
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 29.09.06, 09:20
Da würd ich mir dann auch die Bandwurmentwurmung sparen - ist ja kein Zwischenwirt da.
Wobei man ja wieder nicht weiß, ob das Heu auch von den Weiden kommt, auf denen dort die Mutterstuten mit Fohlen stehen sollen (immerhin) oder ob da evt. unzureichend kompostierter Pferdemist als Dünger ausgebracht wird. Und bei zugekauftem Heu tut man eh nicht genaues nicht wissen.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 29.09.06, 21:29
Stimmt schon - aber ich habe in den ganzen vielen Jahren vor meinem jetzigen TA NIE gegen Bandwürmer entwurmt und den Pferden gings bombig. Nachdem jetzt die Frau meines TA meinem Mannr ausgerechnet im Frühling eine Kombipaste (Equimax, 700kg, 27€) aufs Aug gedrückt hat, trau ich auch den TA-Empfehlungen nicht mehr - die wollte einfach Kohle machen.

Winston: Ich hatte das von Anfang an so verstanden, dass du da kein Prinzip draus machst. Ich mach auch keins aus dem "Genau dosieren" - ich hab auch die ganzen Jahre geschaut, dass nichts übrig bleibt und oft genug 600kg-Doser bei 400kg Gewicht gegeben - ohne Schaden. Ich hab das mit dem Wiegen als Anregung gemeint - nachdem ich gelesen habe, dass speziell bei Moxidectin genau dosiert werden soll (ich werds gar nicht mehr nehmen - gibt keinen echten Grund dafür).
Ich hab die ganzen Jahre einfach gemacht, was der TA gesagt hat. Nachdem ich mich jetzt eingelesen habe, sehe ich, dass da kaum Konzept dahinter war, außer der Tendenz, immer das Teuerste zu verkaufen. Letztendlich spielen ja auch die paar € fürs Entwurmen nicht die große Rolle, gemessen an sonstigen Pferdekosten. Trotzdem ärgert es mich und ich werde zukünftig genau sagen, was ich will und ich denke auch über Schickenlassen nach (wenn es rechtens ist).
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: leonida am 24.02.07, 10:22
Ist zwar schon ein Weilchen her, aber aus aktuellem Anlass.

Eine Anmerkung vorweg. Der Begriff "wurmfrei" ist meiner Meinung nach völlig unsinnig. Auch nach dem Entwurmen sind unsere Vierbeiner nicht wurmfrei. Durch die Wurmkuren können wir den Wurmbestand lediglich auf ein erträgliches Maß reduzieren. (oder halt auch nicht)

Meine beiden Pferde leben in einer Paddockbox mit täglichem Koppelgang bzw. im Winter ein größerer Auslaufpaddock. Die beiden Einstellerinnen und ich, die uns das teilen misten täglich ab (übrigens sind wir da die einzigen am Stall, was man "unserer" Koppel aber auch ansieht. Die hat nämlich kaum Geilstellen). Die Pferde wurden im letzten Jahr vier mal entwurmt und trotzdem wurde bei meiner jungen Stute, als sie im November eine Kolik hatte ein Parasiten wert von "+" festgestellt (++ ist das höchste).

Beide Pferde werden einmal im Jahr gewogen und ich dosiere auch dementsprechend.

Natürlich habe ich mich mit dem Klinikarzt unterhalten, woran das denn liegen könne. Im Nachhinein kamen wir drauf, dass unser SB von seinem Tierarzt zwar immer unterschiedliche Wurmkuren bekommen hatte, zumindest vom Markennamen her, aber immer der gleiche Wirkstoff (Ivermectin) drin war.
Der TA riet mir, die nächsten Male mit älteren Wirkstoffen (z.B. Febendazol) zu entwurmen, da hier teilweise die Wurmresistenzen wieder zurück gegangen seien, weil in den letzen Jahren vorwiegend mit Ivermectin entwurmt wurde.

Haben wir dann im Dezember auch gleich gemach, im März steht dann die nächste Kur an. Da ich dann ohnehin aus anderen Gründen noch mal mit der Kleinen in die Klinik muss, hab ich vor, das dann gleich noch mal checken zu lassen.

Aber irgendwie ist es schon deprimieren, wenn man sich die Arbeit macht, bei Wind und Wetter abzuäppeln und dann doch die Pferde schlechte Werte haben. Bei dem Wallach, der mit auf der Koppel steht, wurde übrigens auch ein Wert von "+" festgestellt. Wie soll es anders sein.

Unserem SB ist Koppel abmisten oder nicht relativ wurscht. Das sollen die Einsteller machen wie sie denken. Bei seinen eigenen Pferden macht er es nicht.

Ach ja, mein TA sagte auch, dass man eine Koppel, wenn keine Wechselbeweidung mit Kühen oder sonstige Weidepflege stattfindet 2 Jahre brach liegen lassen müsse, dass die Wurmeier hinüber sind.

@Viki: Was kam denn bei Deiner Befragung des Amts-TA raus? Gerne auch per PM.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 24.02.07, 10:38
@Viki: Was kam denn bei Deiner Befragung des Amts-TA raus? Gerne auch per PM.

Amts-TA hab ich nicht befragt, aber aus anderer Quelle hieß es, es sei klar verboten und es würden in NL Akten beschlagnahmt und Anklagen erhoben gegen Besteller. Meine Schwester (Apothekerin) hielt das für nicht wahrscheinlich. Wenn ich einen Amts-TA sehe, hak ich mal nach - extra anrufen wollte ich nicht (habs auch vergessen  ;D).
Grau ist der Bereich auf jeden Fall, muss nicht sein...
Titel: Entwurmungsplan
Beitrag von: uluke am 15.03.07, 14:06
Hallo Zusammen,

bei uns im Stall gibt es regelmäßig Diskussionen, wann und wie oft man sinnvollerweise entwurmen soll.
Wo kann man das denn am besten Nachlesen, ohne dass man von Wurmkur-Hestellern auf 8x im Jahr verwiesen wird?
Wir macht ihr das?

Außerdem weiß ich auch nicht genau, wie ich bei uns im Stall mit der "Vergessen" oder "Mir-egal" Einstellung umgehen soll, weil es ja so richtig auch nur Sinn mit dem Entwurmen macht, wenn alle gemeinsam (zumindest aus der gleichen Koppel-Herde) arbeiten.
Jeder "Plan" den mal jemand aufgestellt hat, stößt auf Kritik, weil jemand anders eine andere Überzeugung hat. Ergebnis: alle machen was sie wollen bzw. gar nix.

Etwas frustriert - uluke
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Viki am 15.03.07, 15:51
Jeder "Plan" den mal jemand aufgestellt hat, stößt auf Kritik, weil jemand anders eine andere Überzeugung hat. Ergebnis: alle machen was sie wollen bzw. gar nix.

Bei uns (ein Einsteller  ;D) ist es kein Problem - ich besorge die Mittel, entwurme und gebe die Rechnung weiter.

In einem größeren Stall kommen hakt Meinungen zusammen - da könnte man ein Gespräch führen und anhören, was so kommt an Sonderwünschen bzw. die Mehrheitsmeinung rausfiltern (2 x oder 4 x, Bandwurm etc.).
Einfacher ist, wenn der SB einen Plan vorgibt: z.B. 4 x Entwurmen, im Herbst inkl. Bandwurm, ansonsten Mittel nach Marktlage. Entwurmungstermin bekanntgeben und dann selber (bzw. Personal) entwurmen lassen. Wenn einer ein anderes Mittel will, kann er die Paste bereitlegen.

Dass manche entwurmen, andere nicht, macht zumindest dann überhaupt keinen Sinn, wenn es sich um Pferde handelt, die gemeinsam Stall / Koppel benützen. Bei reiner Boxenhaltung und getrennten Koppeln mags noch angehen.

Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Viki am 15.03.07, 18:52
Ich hab eine Übersicht zu Entwurmungsplan und Wirkstoffen als Worddatei. Wenn du die haben willst, gern per mail (deine mail an mich per PM).
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: KimT am 16.03.07, 21:39
hier gibts auch ne ganz super Info über Entwurmung, Mittel etc.

http://www.hof-waldmann.de/html/entwurmungen.html

Ich kenn dein Problem aber auch - hier hat auch jeder ne andre Meinung  :P die einen sagen, einfach fest nach 3 Monaten, andere wiederum reden von "erstem Frost" und "im Frühjahr, wenn die Koppeln aufgemacht werden"...

LG Kim
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Bernie am 03.10.07, 12:40
Hallo!

darf ich die uralt-Box auferstehen lassen?

Frage:

ich entwurme vier Mal im Jahr:

Dezember: Equimax (Bandwurm Praziquantel + Ivomectin)

März: Equiworm P. (Pyrantel)

Juni: Equest (Moxidectin)

Sept: Equiworm F (Fenbendazol)

ich weiß, dass Ivermectin das beste Mittel wäre, aber wenn ich jetzt vier Mal im Jahr damit entwurmen würde, schwöre ich dann nicht Resistenzen herauf? Die restlichen Pferde werden zwei Mal im Jahr mit Ivermectin entwurmt.

lg

Bernie
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 03.10.07, 21:43
Nach meinem Stand ist Dezember ("Nikolaus") für die Dassellarven nicht mehr up to date, soll man eher im November machen.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 03.10.07, 21:47
Ja, hab ich auch gehört - auch schon im Oktober wegen neuer Formulierung oder so.

Bei Ivermectin sind keine Resistenzen bekannt, auch nicht bei jahrelanger Verwendung (sagt mein TA und die Literatur). Wir haben jahrelang weitgehend mit Ivermectin-Präparaten entwurmt, ab und zu mit Moxidectin bzw. Praziquantel.

Ich entwurme jetzt 3 x : im Herbst mit Eqiimax, im Frühjahr mit Ivomec und im Sommer mit Pyrantel oder nochmal Ivomec. Ich hatte auch schon Jahre mit 2 x Entwurmen (Frühjahr / Herbst) und konnte keinen Nachteil feststellen. Wir haben aber auch keinerlei Pferdeverkehr, ganz gute Koppelhygiene und viel Platz - im Reitstall wäre ich auch eher für 4 x.

Pyramtel wirkt nur gegen Darmstadien, ist halt günstig.
Moxidectine nehm ich garnicht mehr, weil sie wohl scheußlich schmecken und ich den Vorteil gegenüber Ivomec nicht erkennen kann.

Fenbendazole (Gruppe Benzimidazole) nehme ich nie, weil starke Resistenzen gegen Strongyliden nachgewiesen sind. Wenn du bei 4 x bleiben willst, würde ich Equiworm F durch Equiworm P oder durch  ein Ivermectinpräparat ersetzen.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 03.10.07, 21:51
Moxidectin wirkt wohl im Gegensatz zu Ivermectin auch gegen Bandwürmer.

Bernie, hast Du denn keinen fitten TA, der sich über sowas wirklich Gedanken macht und nicht nur irgendwelche Wurmkuren verkauft?
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 03.10.07, 22:05
Moxidectin wirkt wohl im Gegensatz zu Ivermectin auch gegen Bandwürmer.

ne, das tuts sicher nicht - wäre auch nicht logisch, weil die Wirkstoffe verwandt sind. Ich glaub, Moxidectin wirkt gut gegen irgendwelche enzystierten Larvenstadien - aber mir ist es unsympathisch bei Pferden, die eh blöd zu entwurmen sind.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 03.10.07, 22:10
"4. Moxidectin (Equest)
Moxidectin ist entfernt mit dem Ivermectin verwandt und hat ein ähnlich breites Wirkspektrum sowohl gegen adulte Stadien, als auch gegen Larven im Darm und Körper. Keine Wirksamkeit besteht gegen Bandwürmer, Lungenwürmer und das erste Larvenstadium der Magendasseln. Die Besonderheit beim Moxidectin besteht in der guten Wirkung gegen die enzystierten Larven der kleinen Strongyliden, die einen schnellen Wiederbefall des Darmes nach einer Wurmkur bewirken, wenn sie nicht mit erfasst werden. Nach Angaben des Herstellers erfolgt nach der Behandlung 90 Tage lang keine Ausscheidung der Eier dieser Parasitenart. Resistenzen sind ohne Bedeutung. Nebenwirkungen treten bei Überdosierung auf weshalb auf eine genaue Dosierung geachtet werden muss. Fohlen unter 4 Monaten dürfen nicht mit Moxidectin behandelt werden. Die geschmackliche Akzeptanz ist schlecht. Kosten: recht teuer"


Vielleicht meinst du das Kombipräparat aus Moxidectin und Praziquantel? Name hab ich vergessen - ich seh auch keinen so großen Sinn drin, denn wenn ich im Herbst gegen Bandwurm was machen will, will ich die Dassellarven auch alle erwischen - also doch Equimax.

Man müsste wohl mal Proben nehmen vor der Entwurmung und wenn dann Strongyliden besonders auffallen, wäre Moxidectin besonders sinnvoll. War ich bisher zu faul dazu...
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 03.10.07, 22:23
*auchnochmalgegoogelthat* Mit dem Moxidectin hast Du recht Viki, nicht gegen Bandwürmer.

Zum Zeitpunkt der Dassel-Wurmkur habe ich noch das hier gefunden:
Zitat
Die Behandlung gegen Magendasseln kann mit Ivermectin erfolgen. Der korrekte Anwendungszeitpunkt wird oft mit Anfang Dezember angegeben. Das ist jedoch zu spät. Denn ungefähr 14 Tage nach Ablage der letzten Eier auf dem Pferdefell sind auch die letzten Larven geschlüpft. Danach endet das Infektionsrisiko für die Pferde und die Larven beginnen ihren zerstörerischen Weg durch den Körper, der schließlich im Magen endet. Um diesen Weg möglichst früh zu stoppen, ist eine späte Behandlung nicht optimal. Besser ist ein früher Termin: Je nach Lage und Witterung des jeweiligen Jahres kann diesen in milden Klimaten Anfang November ansetzen, in rauheren Gegenden schon Ende Oktober. 

Im Zweifelsfall entwurmt man lieber etwas später. In Jahren mit besonders starkem Dasselflug sollte man eine zweite Behandlung mit Ivermectin im Januar vornehmen.
Quelle (http://www.virbac.de/tierhalter/hobbytiere/th_entwurmen_07.asp)
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Viki am 04.10.07, 09:28
Ich hab auch gelesen, dass durch eine verbesserte Formulierung von Ivomec eine frühere Behandlung möglich wird - erklären kann ichs nicht und Quelle weiß ich auch nicht mehr.

Eigentlich wollte ich demnächst mit Equimax entwurmen. Ich sehe keine Dasseleier (hab bei uns noch nie welche gesehen, nur Sandor hatte welche mitgebracht) - soll ich dann jetzt oder warten? ich hab heuer keine Sommerentwurmung gemacht, also wäre Entwurmen fällig.

Nächstes Jahr gelobe ich Besserung, ich bin mit den Jahren auch schlampig geworden  ::) 
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Bernie am 04.10.07, 09:35
Aleike, meine TÄ ist gut, aber ich informiere mich immer selbst, ich bin ja ein erwachsener Mensch. Generell möchte ich Sachen verstehen und hinterfrage Ratschläge oder Anweisungen.  :)

Das mit dem Termin für die Dezember-Entwurmung ist interessant, dann werde ich heuer früher entwurmen. Danke!

lg

Bernie
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 04.10.07, 20:33
Hast ja recht. Als meine erste TÄ auf meine Bitte um Entwurmungsrat mir sagte: "Solange Sie die Weide nicht abäppeln, bringt die ganze Entwurmung nichts und Sie geben im Sommer keine Wurmkuren", war sie nicht mehr meine TÄ. Auch TÄ soll man nicht unbesehen alles glauben. :P
Meine jetzige hat mich allerdings derart mit Infos zugetextet, dass ich ganz sicher war, dass sie diese Frage ausführlich durchdacht hat; und ich habe dann nur noch hier und da aus Interesse das eine oder andere nachgelesen.
Titel: Das ultimative Entwurmen!
Beitrag von: Davinci2001 am 26.06.08, 20:33
einen wunderschönen guten Abend wünsche ich!

so, ich habe mich heute etwas mit dem Thema Wurmkuren auseinandergesetzt und bin mir nicht sicher in wie weit ich bestimmte Empfehlungen über die Jahre hinweg richtig gedeutet habe, nun würden mich eure Meinungen interessieren.
(ich weis altbewertes Thema aber speziell auf die Fragen, die sich mir ergaben fand ich keine Antworten :-[)

also ich entwurme 4x im Jahr!
man sollte ja auch jährlich den Wirkstoff wechseln, wo sich bei mir eine Frage auftut!
man kann doch nicht mit einem wirkstoff alle arten Bekämpfen, zumindest habe ich dass den Herstellerseiten so entnommen, oder?

Bedeutet das, ich soll alle 4 Wurmkuren mit einem Wirkstoff verabreichen, also alle entweder Febbendazol, Pyrantel oder Ivermectin?

ich entwurme im Oktober sowie im Januar mit Equimax (Wirkstoff Pyrantel und Ivermectin)
dann im April sowie Juli mit entweder F. oder P. oder I. ich habe lediglich diese 2 Kuren abgewechselt, allerdings die im Oktober sowie Januar so gelassen.

Ist das also mist?

Bitte helft mir aus meiner Verwirrung ;D
Titel: Re: Das ultimative Entwurmen!
Beitrag von: charona am 27.06.08, 12:31
Hallo DaVinci,

bin zwar keine Entwurm-Expertin, aber meine (NL) Tierärztin hat mir erklärt, dass es sich nicht so sehr um den Wechsel der Wirkstoffe dreht, sondern um die verabreichte Menge. Resistenzen scheinen sich zu entwickeln, wenn nicht dem Gewicht entsprechend entwurmt wird. Beispiel: hier in NL waren die Wurmkuren für max. 600 kg berechnet, viele Pferde sind heutzutage allerdings schwerer, darum auch die neuen Grössen für bis zu 700 kg. Bei Zweifel: lieber bis zu 10% mehr Paste verabreichen, als zu wenig.

Grüsse aus Holland, Angela
Titel: Re: Das ultimative Entwurmen!
Beitrag von: Fritzi am 27.06.08, 13:28
Soweit ich das verstanden habe und es auch mache, ist es so, dass man den Wirkstoff wechseln soll, weil man ja schließlich, wie Davinci schon gesagt hat, mit einem bestimmten Wirkstoff nur bestimmte Arten von Würmer erreicht. So sollte darauf geachtet werden, dass man im Frühjahr vielleicht nicht unbedingt eine Wurmkur gegen Dasselfliegenlarven braucht. Den Wechsel des Präperates, also den Namen der Wurmkur, sehe ich als zusätzliche Sicherheit. Kann ja sein, dass die eine vielleicht doch etwas besser wirkt als eine baugleiche andere. Es geht ja darum, dass man die Würmer langfristig eingrenzt und vielleicht im Laufe der Zeit auch mal das "richtige" Mittel verabreicht. ;-) Die Menge ist bei der ganzen Sache natürlich super wichtig. Lieber etwas zu viel als immer zu wenig ...
Titel: Re: Das ultimative Entwurmen!
Beitrag von: Bantu am 27.06.08, 13:40
Da es hier schon eine Box zum gleichen Thema gibt, werd ich diese mal mit der schon bestehenden zusammenlegen.  ;)

EDIT: Hat funktioniert, ich übe nämlich noch.  ;D
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 27.06.08, 15:30
Davinci, so in der Art wie Du Dein Vorgehen beschreibst, hat es meine TÄ auch erklärt.

Ein Jahr lang denselben Wirkstoff würde ja heißen, dass sich bestimmte wurmarten, die nicht erfasst werden, ein Jahr lang fröhlich vermehren und Schaden anrichten können, bis wieder erfasst werden.

Die richtige Dosierung ist natürlich generell sehr wichtig, auch wegen der Resistenzbildung (bei den Würmern! Manche reden ja von Resistenzen bei den Pferden, das ist Unsinn).
Deshalb lieber etwas mehr als zu wenig, Überdosierung wird erst bei vielfacher Menge problematisch.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Fritzi am 29.06.08, 14:39
Wie verhält es sich eigentlich bei einem Pferd A, dass nicht auf fremden Weiden frisst, keinen Kontakt zu anderen Pferden hat, die auf anderen Weiden fressen oder andere Pferde treffen und im Umkreis von min. 3km auch keine anderen Pferdeweiden sind und Pferd A immer in ausreichender Menge entwurmt wurden. Wandern da resistente Würmer quasi quer durchs Land, nur um Pferd A zu finden?  ::)
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 29.06.08, 18:36
Du meinst ein quasi wurmfreies Biotop?

Da müsstest Du ja das Pferd und die eigenen Weiden erst einmal 100 % wurmfrei kriegen - ich bezweifle, das möglich ist.
Und sicher sein, dass das Heu nicht von Pferdeweiden kommt.

Aber der Wurmdruck ist bei regelmäßiger Entwurmung aller Pferde und peniblem Abäppeln sicher deutlich geringer und man kann dann vielleicht nach einiger Zeit mit weniger Wurmkuren auskommen.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Fritzi am 30.06.08, 10:50
Ich meine kein Wurm-freies Biotop sondern ein Wurmresistenzen-freies-Biotop. (Das Heu kommt von einer speziellen Heuwiese, wo nur eigener Mist ausgebracht wird)  ;D

Ich entwurme trotzdem weiterhin 4 mal im Jahr. TÄ meinte es würde auch drei Mal reichen. Aber ich gehe davon aus, dass ich mir nicht soo einen Kopf darum machen brauche, welche Wurmkur (Firma) ich nehme, auch wenn eine Bekannte meint, diese und jene wirkt schon lange nicht mehr, weil alle Würmer resistent dagegen sind.
Titel: Re: Entwurmen - wie macht das Sinn?
Beitrag von: Aleike am 01.07.08, 13:15
Also ein Biotop frei von resistenten Würmern ... ;D
Da musst Du wohl nach Alaska oder in sonst eine dünn besiedelte Gegend umziehen, fürchte ich.

Ich mache auch lieber eine Wurmkur zuviel als eine zuwenig, während die Viecher meinem Pferd die Organe zerfressen. :-X
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 30.08.09, 09:48
ICh muß das noch mal ausgraben...

Ich hab auch gelesen, dass durch eine verbesserte Formulierung von Ivomec eine frühere Behandlung möglich wird - erklären kann ichs nicht und Quelle weiß ich auch nicht mehr.


Im Studium haben wir gelernt, man soll die Pferde  mit Ivomec entwurmen, wenn keine Dasselfliegenlarven mehr aufgenommen werden. Sprich: Ivomec-Gabe gegen Dasselfliegenlarven ist von der Witterung abhängig. Hat man einen  frühen Frost, dann kann man sie recht früh geben, hat man so ein Matschwetter, würde ich sie nicht vor November geben.

Außerdem halte ich die Sommerwurmkuren auch immer noch für wichtig, denn im Sommer vermehren die Würmer sich ja deutlich massiver als im Winter (da vermehren sie sich eigentlich gar nicht...)
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 25.12.11, 00:41
alle jahre wieder ;-) haben wir mehr oder weniger heftigen durchfall nach gabe von equimax. leichte flitze gibt`s nach wurmkurgabe immer, bei der equimax kommt es teilweise aber schon waagrecht hinten raus. unschön.

beim googeln nach erfahrungsberichten hab ich ähnliche stories gefunden.
nun ist das zeug ja doch eine ziemliche rundumkeule.
die frage ist halt, was wäre die alternative.
reicht es, ein anderes produkt mit gleichem wirkstoff (equest, furexel) zu probieren oder besser das ganze aufsplitten (entwurmungsabstand?) und bandwurm extra? gibt`s da überhaupt präparate mit nur gegen bandwurm? hab auf die schnelle nix gefunden.
bandwurm muss sein - hab diesmal auch erstmalig abgegangene bandwurmviecher im kot gefunden, obwohl pferde akribisch entwurmt und alle flächen regelmäßig komplett abgesammelt werden.

danke + lg
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 25.12.11, 10:37
Wenn du Bandwurmbefall hast, kannst du dann sicher sein, dass es nach einer Keulengabe damit "rum" ist? Ich habe schon so oft von verbandwurmten Pferden gehört, die regelmäßig auch gegen Bandwurm entwurmt worden sind. Ich glaube, ich würde nach kurzer Zeit eine Kotprobe machen und gucken, wie es aussieht. :-\ Theoretisch könnte der Durchfall sicher auch durch die Absterbenden Viecher kommen, oder? :-X
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 25.12.11, 11:13
Theoretisch könnte der Durchfall sicher auch durch die Absterbenden Viecher kommen, oder? :-X
ist anzunehmen.
wir hatten aber auch früher immer mal durchfall nach wk`s, vor allem eben nach equimax.
@ kotprobe: wieviele proben müsste man da nehmen, um ein einigermaßen aussagekräftiges feedback zu bekommen?
ich kenne das nur aus großen beständen, wo das sicher sinn macht. wenn ich jetzt ein, zwei proben nehme und auswerten lasse, wird das allerdings nicht die welt aussagen, oder?
gehen einzelne, abgegangene würmer immer mit einer starken verwurmung einher? dh. sollte man in einiger zeit nochmal droncit nachschieben?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 25.12.11, 11:31
Problem ist einmal, das Bandwürmer sehr schwer nachzuweisen sind, sicher kann man Progottiden finden, aber das man keine findet ist leider kein Zeichen dafür, das auch tatsächlich keine Bandwürmer vorhanden sind.

Generell muß man schon an drei aufeinanderfolgenden Tagen Kotproben nehmen, weil Wurmeier intermittierend und nicht kontinuierlich ausgeschieden werden. In anderen Ländern (bspw. skandinavische Länder) wird auch nur noch entwurmt wenn durch diese Art der Kotprobennahme etwas gefunden wurde. Da in den nächsten Jahren keine neuen Wirkstoffe entwickelt werden, ist es daher durchaus sinnvoll, so zu entwurmen, wenn das Pferd älter als drei Jahre ist. Mein Pferd wird seit glaub ich zwei Jahren so entwurmt - er bekommt Ivomec / Equimax, und alle anderen WK nur wenn Bedarf besteht, was bei uns in den letzten zwei Jahren nicht der Fall war.

Wenn man einzelne Bandwurmglieder findet, sollte man nochmals entwurmen. Ein Präparat, was nur gegen Bandwürmer ist, gibt es fürs Pferd zugelassen nicht, da müßte man sich einmal beim TA erkundigen, ob diese Reaktion auf die Equimax ausreicht, um beispielsweise einen Wirkstoff für Rinder dahingehend umzuwidmen.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 25.12.11, 12:07
danke dir!

doch, es gibt mwn. droncit-gel für pferde bzw. das ganze auch zum spritzen.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 25.12.11, 15:05
Ah, ok!! Muß ich direkt mal gucken gehen...


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Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Hexle am 26.12.11, 18:16
sagen wir so wenn man beim Entwurmen noch wurmteile findet war die verwurmung extrem  , denn normalerweise werden die würmer verdaut (wenn es viele waren eben mit durchfall ) .. sprich wenn man wurmeteil findet sollte man grad noch eine wurmkur hinterherschicken (und dann mit Joghurt etc. darmflora wieder aufbauen  :-\)
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 27.12.11, 15:03
@Cinnamon, danke für den Hinweis, hab grad noch mal bei vetidata geguckt, das ist ja gar nicht schlecht, dann kann man es ja doch sinnvoll trennen...
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 27.12.11, 21:46
hmja, ist die frage, was im endeffekt weniger belastend ist - so hat man dann halt nochmal eine wk mehr, mehr belastung für darm usw.
grübelgrübel.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Aleike am 27.12.11, 22:19
Cinamon, wenn's "nur" Durchfall ist, ohne Bauchschmerzen, mach doch ruhig noch einen Versuch mit Equest. Vielleicht ist ja gar nicht der Wirkstoff, sondern einer der Hilfsstoffe?

Eine andere Frage:
Eine große deutsche Pferdezeitschrft ja vor einger Zeit ein neues Konzept zur Entwurmung präsentiert, also nicht mehr rund ums Jahr wechselnde Präparate, sondern länger dasselbe nacheinander. So genau weiß ich es nicht mehr.
Ich entwurme derzeit konventionell, also Weideauftrieb und Spätherbst (die Termine gibt der Stall vor) mit Equimax oder Equest, und dazwischen was "leichteres".

Nachdem hier eben reingelesen hatte, ist mir dieser Artikel wieder eingefallen und ich habe auf equivetinfo nach aktuellen WK-Infos gesucht (http://equivetinfo.de/html/entwurmungszyklus.htm). Da steht, es würde in Kürze aktualisiert. Ob das heißt, dass das alte Schema tatsächlich nicht mehr aktuell ist? Hat jemand da seriöse Info-Quellen?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 27.12.11, 22:29
Ist die Frage. Bei Impfungen wird das mittlerweile vermehrt gemacht, beispielsweise Herpes und Influenza nicht mehr gemeinsam zu impfen, sondern mit einer Woche Abstand, weil die Reaktionen auf die Impfung dann deutlich geringer sind.

Vergleich hinkt zwar, aber generell kann es schon sein, das das bei Problemfällen etwas bringt.

http://www.wurmbekampfung.eu/index.html

Hier ist finde ich recht gut beschrieben, warum ich beispielsweise mein Pferd fast gar nicht mehr entwurme. Er ist kein Jungpferd, und die Proben sind in der Regel Wurmeierfrei, daher spare ich mit Wirkstoffen... das einzige, was ich immer noch "normal" entwurme ist Ivomec im Herbst, weil die Dasselfliegenlarven ja über den Kot nicht nachweisbar sind, und Bandwurm ebenfalls, hierfür gilt ja das gleiche.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Aleike am 27.12.11, 22:44
Hm ... der Haken daran ist, dass die auch von den empfohlenen Kotuntersuchungen leben.

War "selektive Entwurmung" der Plan der C.? Ich hatte eher ein neues Schema in Erinnerung? *kopfkratz*

"dass bis zu 80 % der erwachsenen Pferde gar nicht oder nur leicht von Würmern befallen sind"
Hab ich schon mal gesagt, dass ich "bis zu"-Angaben hasse? Das sagt alles und nichts. 70-80%? Oder 20-80%? Oder 0-80% ???
Als ich bei meinem Pferd im Herbst direkt vor der WK mal zur allgemeinen Kontrolle ein BB habe machen lassen, deuteten erhöhte Leber- und Muskelenzyme jedenfalls schon auf Verwurmung. Und 14 Tage später,also nach der WK, waren sie wieder normalisiert. Also gehört er wohl auf jeden Fall zum anderen Teil der Pferde. Außerdem haben sie bei uns auf der kleinen Weidefläche eh einen hohen Wurmdruck.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 27.12.11, 22:52
Klar, aber das ist letzten Endes auch genau das, was die Parasitologen empfehlen, daher hab ich das noch mal verlinkt. Wenn die Anthelmintika irgendwann alle nicht mehr wirken, kann man gar nicht mehr entwurmen... sollte man sich eben auch vor Augen halten, neue wird es wohl in absehbarer Zeit eben nicht geben, das ist da denke ich das Grundproblem.

WENN keine Resistenzen existieren würden, wäre ein sinnvolles Entwurmungsschema, die Pferde im Sommer häufiger zu entwurmen (erhöhter Infektionsdruck auf der Weide), im Winter hingegen nicht (weil der Infektionsdruck da deutlich geringer ist).

Um das noch mal weiterzudenken: Die Veränderung des Blutbildes kann natürlich mit der WK zusammengehangen haben... aber da BB immer nur Momentaufnahmen sind, kann genau das auch ohne einen Zusammenhang gewesen sein. Eine Verwurmung die im Blutbild zu erkennen ist, muß auch relativ massiv sein...
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Aleike am 27.12.11, 22:55
Ich nehme mir auf jeden Fall vor, vor der nächsten WK eine Kotprobe untersuchen zu lassen. Das kann ja nicht die Welt kosten und ich bin schon mal schlauer, wie die Situation tatsächlich ist.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 27.12.11, 23:02
Weiß nicht, ob DAS auf der Seite dort steht (hab es noch nicht gelesen), wichtig ist dabei halt, das man das von drei Tagen nimmt, also nicht nur von einem Tag, weil die Wurmeier schubweise ausgeschieden werden.  ;)
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 28.12.11, 07:50
Und wieso ist Bandwurm nicht nachweisbar? ??? Das wird doch aber auch untersucht in den Kotproben. Wir haben letztes Jahr mehrere eingeschickt. Also von zwei Pferdegruppen, über mehrere Tage gesammelt, und dann noch von den Ziegen(massen) des SB. Nirgends war Bandwurm feststellbar. Wenn keiner in unserem abgeschiedenen Tal ist, wie soll er (außer durch ein neues Pferd) eingeschleppt werden? ??? Geht das?
Müsste man trotzdem Bandwurm entwurmen? Wir  haben nach der Kotprobe Ivermectin gegen Dasseln (nicht nachgewiesen) und den Rest, der nachgewiesen war (Spronglyden) gegeben.
Wie schon geschrieben, ich kenne inzwischen einige Pferde, die trotz regelmäßiger Entwurmung völlig verbandwurmt waren. :-X Bis man das merkt, dauert das ewig.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 28.12.11, 09:04
Carola, etwa das habe ich auch gemeint. Cestoden (oder genauer, beim Pferd überwiegend Anoplocephala perfoliata) haben eine Präpatenz (Zeitraum von der Aufnahme infektiöser Parasitenformen bis zum Ausscheiden der Geschlechtsprodukte, über die die Diagnose erfolgt). von sechs bis acht Wochen. Spulwürmer beispielsweise haben hingegen eine Präpatenz von 6 - 19 Tagen, sind damit deutlich schneller nachweisbar.

Eingeschleppt werden kann ein Bandwurm trotzdem, weil der Entwicklungszyklus einen Zwischenwirt hat.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Bantu am 28.12.11, 09:09
Ist dieser Zwischenwirt beim Bandwurm nicht die Moosmilbe? Und kann die nicht auch an Heuhalmen hängen? *michdunkelzuerinnernglaubdassichsowasmalgelesenhab*
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 28.12.11, 09:11
Moosmilbe ist jedenfalls richtig ;) Von daher kann das gut sein.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: geolina am 28.12.11, 10:32
hallo,

ich häng mich mal hier an und hoffe die richtige box erwischt zu haben. ;)

hier ein auszug aus einem artikel der cavallo über entwurmung: Warten Sie nach der Wurmkur ein bis drei Tage, bis Sie die Pferde wieder auf die Weide stellen, um deren erneuten Befall mit Wurmeiern zu vermindern.

yep sehr kurz der auszug, aber für mich eben gerade wichtig. wie handhabt ihr das? kein rausstellen der pferde nach der wurmkur? wie lange? oder ist padock ok, weil man dort besser abäpfeln kann? ist das so ne alte geschichte für faule stallbesitzer (so kenn ich das) weil man die koppeln früher eh nie abgelesen hat und dann eben keine probleme auftraten? ist es totaler blödsinn oder nervig, aber sinnvoll?

ich frage natürlich aus persönlicher betroffenheit heraus. mein pferd hält die 3 tage boxenhaft als weber nicht wirklich gut aus. eine miniverletzung hat sich leider durch 2 tage intensivstes weben (vielen dank, dass mir da nicht bescheid gesagt wurde, dann hätte ich evtl. nochwas machen können) zu einem veritablen sehnenschaden ausgeweitet *seufz* und das will ich nicht nochmal. bisherige alternative - 3 tage den stall wechseln. bissl albern, aber naja, 3 tage stehen lassen möchte ich nicht nochmal probieren, mir reichts es. und wenn man arbeitet, dann hat man eben nicht die möglichkeit mal 3x beim stall vorbeizuschnippen, um das pferd rauszuziehen - ne? führanlagen kam nicht in frage, da die kleene ja noch den alt-schaden hatte und in der führanlage viel bockt und ich das nicht riskieren wollte (hätt ich mal ... aber nachher ist man immer schlauer)

alex
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Bantu am 28.12.11, 10:46
ist das so ne alte geschichte für faule stallbesitzer (so kenn ich das) weil man die koppeln früher eh nie abgelesen hat und dann eben keine probleme auftragen?
Ich denk genau, das isses. Es würde mir im Traum nicht einfallen, die Pferde wegen einer Wurmkur drin zu lassen. Bei uns wird aber alles penibelst abgemistet.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 28.12.11, 10:50
Das würde mich auch mal interessieren. Ich dachte, dass da tote Dinge abgehen und keine lebendigen. Und wenn l´Lebendige, warum sind die dann drei Tage später tot? ??? :P Wir haben es oft vor dem Koppelwechsel gemacht, aber manchmal lässt sich das nicht unbedingt einrichten. Und nein, unsere Riesenkoppeln werden nicht abgelesen.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: geolina am 28.12.11, 11:21
hallo,

nur nebenbei: unsere sb ist nicht faul, da wird jeden tag abgelesen, die koppeln 1x in der woche. deswegen versteh ich diese 3 tage bei ihr im stall noch weniger. das ist mein traumstall, wenn es nicht so komische zusatzregeln gäbe (siehe wurmkur oder 1. weihnachtsfeiertag komplett zu und pferde auch drin), dann gäbe es nur lobeshymnen zu singen. denn die restlichen 51 wochen sind genial ;).

carola und bantu: schön und gut dass ihr das so seht wie ich - nur ich bräuchte mal paar echt infos, die ich dann bei eines diskussion einfach mal so zur unterstützung meiner sichtweise darlegen kann. denn solange immer noch solche empfehlungen herumgeistern und die cavallo ist mitnichten die einzige "fach"zeitschrift die das verbreitet, das wird sogar noch so bei fortbildungen für sbs gelehrt *augenroll*, solange kann ich nur mit paar untermauerten fakten überhaupt sowas wie ne diskussion darüber anstoßen.

alex
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 28.12.11, 13:59
Cravallo  ;D

Die Würmer, wenn sie durch die WK erwischt werden, sind nicht tot, sondern eigentlich gelähmt. Die Wirkstoffe greifen eigentlich immer irgendwie in das Nervensystem der Parasiten ein. Allerdings würde ich mein Pferd trotzdem nicht drinnenlassen.

Die WK vor einem Koppelwechsel zu machen ist allerdings nicht umbedingt das schlaueste. Heißt das, das ihr dann die Pferde drei Tage nach der WK umweidet? Man muß sich ja vor Augen halten, das durchaus schon einige Resistenzen existieren. Soll heißen, man entwurmt, weidet drei Tage danach um - gut für die, die tatsächlich resistent waren, denn das sind dann auf der neuen Weide die einzigen (soweit man das so allumfassend sagen kann), die dann übrig bleiben.  Von daher kann diese Vorgehensweise (die allerdings auch in vielen Ställen so gehandhabt wird, das kenn ich durchaus von so einigen Ställen) durchaus auch ein Problem werden.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 28.12.11, 18:27
Okay, und was passiert mit den gelähmten Würmern? ??? Wenn man jetzt WK gibt und direkt umweidet, was dann? ???
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: terra am 29.12.11, 14:45
Normalerweise gehen die an "der frischen Luft" hops, werden von Vögeln, Mäusen, anderem Getier gefressen ... wobei ich ehrlich gesagt NACH einer Wurmkur noch keine Würmer, ob tot oder lebendig, in einem Pferdeapfel bemerkt hätte, noch nicht mal bei dem Fohlen, das mir auf Grund eines resistenten Wurmstammes beinahe gestorben wäre 

Seid Ihr sicher, dass die nicht absterben und schlicht und einfach verdaut werden??? und die drei Tage sich nur auf die Ausscheidung der restl. Wurmeier beziehen?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 29.12.11, 15:15
Mein Ex-SB hat uns nach der Wurmkur Gläser mit ganz, ganz, ganz ekligen Tieren unter die Nase gehalten, die er aus den Boxen bzw. den darin liegenden Äpfeln gezogen hat. :-X Ich habe jetzt auch noch nichts gesehen, habe aber auch noch nichts bewusst begutachtet. Schwierig bei extensiver Koppelhaltung.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 29.12.11, 16:11
Ob die Verdaut werden hängt beispielsweise davon ab WO im Darm die normalerweise angesiedelt sind.

@carola, ich meinte das es von Nachteil ist für die neue Weide, weil dort dann nur noch die resistenten Wurmeier ausgeschieden werden...


via Tapatalk
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Bantu am 29.12.11, 18:33
Als ich meinen Wallach vor über 17 Jahren gekauft hab, haben wir ihn sofort entwurmt. Die Äppelhaufen am darauffolgenden Tag haben gelebt.  ::) Wir jedesmal sofort mit einer Plastiktüte hingerannt und haben den Haufen dann in der Mülltonne entsorgt.  :P
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Aleike am 29.12.11, 20:08
hallo, ich häng mich mal hier an und hoffe die richtige box erwischt zu haben. ;)
hier ein auszug aus einem artikel der cavallo über entwurmung: Warten Sie nach der Wurmkur ein bis drei Tage, bis Sie die Pferde wieder auf die Weide stellen, um deren erneuten Befall mit Wurmeiern zu vermindern.
yep sehr kurz der auszug, aber für mich eben gerade wichtig. wie handhabt ihr das? kein rausstellen der pferde nach der wurmkur? wie lange? oder ist padock ok, weil man dort besser abäpfeln kann? ist das so ne alte geschichte für faule stallbesitzer (so kenn ich das) weil man die koppeln früher eh nie abgelesen hat und dann eben keine probleme auftraten? ist es totaler blödsinn oder nervig, aber sinnvoll?

Die alte Weide ist doch eh verwurmt, für die Weide bringt's also nix.
Wenn man die Pferde danach auf eine frische Weide stellt, nutzt das vielleicht den Pferden - wenn die frische Weide gepflegt und saniert ist - damit sie nicht so schnell wieder soviel neue Eier aufnehmen.
Komplett wurmfrei kriegt man die Pferde eh nicht, man verhindert nur größere Organschäden.

Be uns werden die Pferde nicht weggesperrt, aber das ist auch ein Offenstall mit sehr begrenzter Weidefläche.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 29.12.11, 20:29
Wenn man die Pferde danach auf eine frische Weide stellt, nutzt das vielleicht den Pferden - wenn die frische Weide gepflegt und saniert ist - damit sie nicht so schnell wieder soviel neue Eier aufnehmen.


Es nutzt vor allen den Würmern, die auf den Wirkstoff schon resistent sind, weil sie auf der neuen Weide die einzigen sind, die ausgeschieden werden... und damit das Bekämpfungsproblem eher größer denn kleiner wird.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Aleike am 29.12.11, 20:38
Aber das Wurm-Selektionsproblem hat man doch so oder so, neue Weide oder nicht, Box oder nicht. Oder?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 29.12.11, 21:22
Bei der neuen Weide aber schon vermehrt, weil man damit ja eine Weide hat, auf die man eine komplett resistente Parasitengeneration bringt, wenn die Pferde die Eier abgeben. Box oder nicht, da ist es denke ich egal.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Aleike am 29.12.11, 21:56
Aber wie willst du das vermeiden? Resistente Würmer plus nicht resistente Würmer, bringt das einen Vorteil?
Abgesehen sind wahrscheinlich in den meisten Pensionsställen sowieso alle Weiden mehr oder weniger verwurmt.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 29.12.11, 22:42
Wenn die Population der Parasiten aus 100% resistenten Würmern bestehen, sehe ich darin allerdings ein Problem.

Das die Weiden verwurmt sind, ist dann quasi "das nächste Problem", wobei ich doch hoffen würde, das in den meisten Ställen doch noch auf eine gewisse Weidepflege geachtet wird.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 30.12.11, 03:09
was heißt das dann für die praxis? statt neuer weide auf der alten bleiben und dann ohne entwurmen weidewechsel?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 30.12.11, 08:39
Jedenfalls das Entwurmen nicht mit dem Weidewechsel zusammenlegen.

Bei anderen Tierarten ist dieses Phänomen der Grund dafür, das nicht entwurmt wird (da wird dann eine Entwurmung empfohlen wenn das Tier gesundheitliche Probleme zeigt...)  .... soweit würde ich beim Pferd nun allerdings definitiv nicht gehen.

Da heutzutage ja auch noch recht gut abgesammelt wird, denke ich , das das schon was bringt, wenn man die Pferde nicht  direkt nach der WK umweidet. Das Ding ist ja, das kann jahrelang gut gehen, und irgendwann hat man dann Pferde, bei denen es zum Problem wird, weil alle Würmer die das Pferd hat resistent sind, und dann kann man irgendwann nix mehr machen - und ich denke nicht, das wir da hinkommen wollen...
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: geolina am 30.12.11, 12:34
hmmm, wenn ich nun alles zusammenfasse dann wäre 3 tage nicht raus durchaus würmertechnisch also gar nicht so falsch....wenn ich aber alle infos zusammenfasse, dann frag ich mich, wenn sie alles so toll machen will, damit wird dann nicht nach 72h der stall komplett gemistet und die boxen desinfiziert? weil wenn schon, denn schon. wird zwar jeden tag wirklich säuberst gemistet (mein pferd steht immer auf sonnengelbem stroh - andere leute verziehen immer ganz erstaunt das gesicht, wenn sie durch unseren stall laufen und fragen: ist das immer so???), aber wenn auf dem padock ein ei so schlimm ist, dann müssen die doch in der box auch beim nur normal ausmisten noch drin bleiben, oder?

*verzweifeltnachargumentensucht*

alex
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 30.12.11, 14:37
Oder eben nur gezielt entwurmen, wenn im Kot Wurmeier nachweisbar sind. Ich fahre seit drei Jahren oder so recht gut damit. Da wird nur noch mit Ivermectin und Droncit entwurmt einmal im Jahr ( Droncit nicht zwingend jedes Jahr), und alles andere wird gezielt geguckt, und wenn nichts ist, gibt es keine Wurmkur.

Wenn man entwurmt, dann sollte das halt nicht so passieren das danach direkt die Weide gewechselt wird.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 30.12.11, 14:55
Du verwirrst mich. Du hast geschrieben, Bandwürmer seien im Kot nicht nachweisbar, und nun schlägst du vor, jetzt doch nur nach Kotprobe zu entwurmen. ??? Was denn nun?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 30.12.11, 15:30
Daher entwurme ich Bandwürmer ja "so oder so"  ;D Das muß Dich nicht verwirren!!

Darauf bezog sich das Droncit. Findet man beim googeln leider noch nicht, und zu vetidata kann ich nicht verlinken, weil das nicht öffentlich ist.... das ist Praziquantel in höherer Dosierung. DAS entwurme ich regelmäßig, ebenso wie die Magendasseln. Wobei Regelmäßig nicht mehrfach, sondern einmal im Jahr bedeutet.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Bantu am 30.12.11, 19:14
Wieso findet man Droncit nicht beim Googeln? Wenn ich "Droncit Pferd" eingebe, bekomme ich 7.800 Treffer. Neu ist es auch nicht. Unsere Pferde wurden bereits vor zwei oder sogar drei Jahren damit entwurmt.

*verzweifeltnachargumentensucht*
Vielleicht solltest du gar nicht nach Argumenten suchen. Vielleicht ist eine Flasche Wein/Sekt/10 Euro effektiver?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 30.12.11, 20:54
Hab ich gemacht, und bekam grad nur Ergebnisse für Droncit Hund und Katze bekommen. Das Gel für Pferde fand sich nicht mal auf der Seite von Bayer, warum auch immer. Zugelassen ist es seit 2007 ;)


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Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 30.12.11, 21:44
ich mach mir ja schon länger so meine gedanken zum thema selektive entwurmung. hab halt nur irgendwie schiss, dass ich dann im endeffekt mit einem komplett verwurmten muli dastehe. andererseits - wenn  trotz akribischen absammelns und regelmäßiger wk-gabe   bandwurmteile hinten raus kommen (wenn auch nur einmalig in zwei häufen), wär`s vielleicht nen versuch wert? 
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 31.12.11, 00:50
Wie gesagt, ich fahre gut damit. Entwurmt wird bei mir halt Bandwurm und Dasselfliegenlarven und der Rest ist die letzten Jahre negativ...


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Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: KingGeorge am 31.12.11, 08:26
hallo,

muss mich hier aus gegebenem anlass auch einklinken  :P habe seit 1.11 einen neuen einstaller, habe den anfang dezember entwurmt und was da raus kam war  :-X der hat nur noch spulwürmer geschissen, also wirklich nur noch weiß hinten raus   :o, wollte dann nach vier wochen wieder entwurmen, aber nach etwa zwei wochen hat der schon wieder würmer ausgesch.....  :-\ nun hat er vorgestern ne equimax bekommen und der ist immer noch voll mit würmern  :'( nun sagte der ta, wenn in zwei wochen wieder würmer sch... das soll er die wurmkur gespritzt bekommen  :P

ach ja, das pferd ist innerhalb eines jahres durch fünf ställe gegangen  :-X
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 31.12.11, 09:11
Hat er denn jetzt als erstes die Equimax bekommen? Das wäre tatsächlich mal ein Fall, wo ich mit einer milderen anfangen würde, und nicht ausschließlich mit Equimax entwurmen würde. Also, eine milde, nach drei Wochen dann eine schärfere. Natürlich kann man jetzt auch eine Ivomec spritzen, bei einem solchen Fall könnte das natürlich ein Argument zum umwidmen sein... ich würde jedenfalls auch hier mal den Wirkstoff wechseln.

Das Pferd kann dann ja wirklich SEHR lange nicht vernünftig entwurmt worden sein....
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 31.12.11, 22:34
jö, die box lebt wieder  8)

wie schaut`s eigentich aus mit pyrantel gegen bandwurm? muss man das wirklich doppelt dosieren?  ???
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Aleike am 31.12.11, 22:40
hmmm, wenn ich nun alles zusammenfasse dann wäre 3 tage nicht raus durchaus würmertechnisch also gar nicht so falsch
Nur, wenn die neue Weide wirklich sauber ist und dadurch dann das Ergebnis de WK länger vorhält. Oder gleich wechseln, weil wohl das, was in den 3 Tagen aus dem Pfed noch rauskommt, im Regelfall schon ziemlich hinüber ist. (So meine TÄ.)
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 31.12.11, 23:20
@Aleike, ja, wenn keine Resistenzen vorliegen... Sonst, siehe meine Erklärung.

Wirkstoff gegen Bandwurm ist ausschließlich Praziquantel, in doppelter Dosierung, hab ich auch noch so im Kopf.


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Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 01.01.12, 01:17

Wirkstoff gegen Bandwurm ist ausschließlich Praziquantel, in doppelter Dosierung, hab ich auch noch so im Kopf.
 
sicher?
http://www.hof-luettgesheide.de/index.php?article_id=94
http://www.pferdeklinik.at/themen/wurm.htm (3. absatz: bandwürmer)
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: KingGeorge am 01.01.12, 07:55
@gilianco: der hatte erst ne leichte bekommen und dann die equimax (und es kommt wieder so viel raus)
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 01.01.12, 09:08
Na, das ist ja schon mal gut... alleine schon um Koliken vorzubeugen, weil zu viele Würmer abgehen.... da sollte man sicher noch weiter entwurmen, da stimme ich Dir (und dem TA) komplett zu  ;D

sicher?
http://www.hof-luettgesheide.de/index.php?article_id=94
http://www.pferdeklinik.at/themen/wurm.htm (3. absatz: bandwürmer)

Sorry, hab ich übersehen. Ja, da bin ich jetzt mal sicher, weil das bei allen Tierarten gleich ist, und eine erhöhte gabe von Pyrantel mittlerweile von den Parasitologen (von denen ich das Wissen habe) als überholt angesehen wird, und sie daher sagen, das ausschließlich Praziquantel bei Bandwurmbefall das Mittel der Wahl ist, das ist halt der aktuelle Stand. Vorher hat man auch Pyrantel dazu eingesetzt, die Zulassung ist auch nicht erloschen, aber die Wirkung bei Bandwurm ist bei weitem nicht ausreichend. Da wir hier allerdings überwiegend über Equimax und Droncit diskutiert haben, haben wir ja auch Praziquantel als Wirkstoff, das ist bei beiden der Fall.

Leider kann ich das nicht verlinken, weil ich von der Uni "nur" ein pdf habe, und das passwortgeschützt ist (der Bereich in dem es zu öffnen ist, und das Dokument selbst auch noch mal).
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: KingGeorge am 01.01.12, 09:15
war gerade draussen und habe mir mal wieder die äppel haufen genauer angesehen und  :-X ich frage mich ernsthaft wie ein 11 jähriges pferd so verwurmt sein kann (und dabei keine anzeihen zu haben, er ist gut im fell nicht mager etc.)

übrigens habe ich das paddock vorm offenstall auf ein minimun reduziert, damit der mir nicht alles mit den würmern zukleistert. das werde ich auch erst wieder ändern, wenn er nach einer wurmkur keine würmer mehr sch....  :P
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 01.01.12, 09:45
Boah, lecker! Ich glaube, auch wenn der irgendwann keine Würmer mehr kackt, würde ich den nach ein paar Wochen noch per Kotprobe untersuchen lassen, nich, dass doch noch genug drin sind.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: KingGeorge am 01.01.12, 09:47
das habe ich der besi auch schon angeraten  8) ich habe auch echt kein bock auf so ein sch....  :-X und bin ihr gegenüber auch schon recht deutlich geworden  :-[
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 01.01.12, 09:48
MIch würde mal ernsthaft interessieren, wie oft der vorher entwurmt worden ist. Ich wäre nicht überrascht, wenn der durchaus regelmäßig was gesehen hätte.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 01.01.12, 10:08
@carola, da könntest du natürlich auch recht haben, und er hat dann überwiegend die Mittel bekommen, die tatsächlich zu viele Resistenzen in der Wurmpopulation haben  :-X

Da ist man dann wieder bei dem Problem, das es eben zwar einiges an Mitteln gibt, aber nur wenige Wirkstoffgruppen....
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: KingGeorge am 01.01.12, 11:13
nein, der hat in seinem 11 jährigen leben, gerade zwei wurmkuren bekommen  :-X

kommt aus schlechter haltung (ist auch ein inzuchtprodukt) zwar schon seit einem jahr bei der jetzigen besitzerin. die hat ihn allerdings aus mittleid gekauft und ist ihr erstes pferd  ::). allerdings bin ich auch der letzte stall in dem er eine chance bekommt, ansonsten landet er beim schlachter. denn die würmer sind bei diesem pferd das kleinste problem  :'( (nur mal zur info, der vater von dem hat schon zwei andere pferde getötet)
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 01.01.12, 11:43
Sorry, hab ich übersehen. Ja, da bin ich jetzt mal sicher, weil das bei allen Tierarten gleich ist, und eine erhöhte gabe von Pyrantel mittlerweile von den Parasitologen (von denen ich das Wissen habe) als überholt angesehen wird, und sie daher sagen, das ausschließlich Praziquantel bei Bandwurmbefall das Mittel der Wahl ist, das ist halt der aktuelle Stand.
danke dir! so kannte ich das bislang auch.
meinst du, könntest du mir die pdf (mit pw ;-)) per mail zukommen lassen?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 01.01.12, 14:48
Cinnamon, schick mir mal Deine Mailadresse, dann kann ich gucken was ich machen kann (Stichwort Copyright, da sind sie in der Uni ähnlich hinterher wie bei Filmen im Internet und so...).

Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 01.01.12, 16:50
ja bitte, wär super!
aschreiber ät gmx.at (steht unter`m profilbild ;-))
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 01.01.12, 17:08
Nein, steht da nicht. Steht nur für dich da, du hast sie nicht freigeschaltet.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 01.01.12, 17:47
Naja, hier steht sie jetzt ja auch *g*

Edit, das gestaltet sich grad etwas schwierig... aber ich kümmer mich nächstes Wochenende drum, eigentlich sollte ich nämlich Fleischhygiene lernen, und häng schon arg hinterher *seufz*
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 01.01.12, 18:11
ja super - danke dir  :D :D :D

Nein, steht da nicht. Steht nur für dich da, du hast sie nicht freigeschaltet.
ah - tricky!
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 07.01.12, 15:24
Nachdem wir nun am Donnerstag noch einmal eine Stunde einen Kurs "Helminthosenbekämpfung" hatten, dachte ich, ich stell hier noch mal gesammelt ein, was uns erklärt wurde, was am wichtigsten ist:

  * Die richtige Dosierung (sprich, das Pferd mal wiegen, damit man sich nicht verschätzt, vor allem unterschätzt), damit das Mittel korrekt dosiert wird
  * nicht unangemessen häufig behandeln (sprich, eigentlich eben NICHT entwurmen, wenn das Pferd nicht wirklich eine  Wurmkur braucht, auch dies spricht für eine Kontrolle des Kotes)
  * Wechselnde Wirkstoffe soweit möglich (Stichwort Bandwurmbehandlung / Dasselfliegenlarven, hier ist ein Wechsel der Wirkstoffgruppe nicht möglich)
  * Refugium mit sensiblen Parasiten bewahren - daher KEIN direkter Weidenwechsel nach der Entwurmung!
  * Resistzenztests bzw. Behandlungskontrolle. (mit Refugium ist die Weide gemeint, die noch eine gemischte Wurmpopulation aufweist, womit der biologische Vorteil der resistenten Würmer nicht so zum tragen kommt)

Die Kombination von zwei Wirkstoffklassen (also beispielsweise die Equimax) ist momentan das sinnvollste, einfach weil die meisten Parasiten noch nicht gegen BEIDE Wirkstoffklassen resistent sind, und man damit dann auch jene Parasiten erwischt, die eben schon gegen eine Wirkstoffgruppe resistent ist. (wobei das auch nicht bei jeder Entwurmung möglich ist wenn man mehrfach im Jahr entwurmen möchte oder muß - weil man dann erstens keinen Wirkstoffwechsel mehr hat, und zweitens, weil das schon sehr teuer wird...)
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Aleike am 10.01.12, 02:08
mit Refugium ist die Weide gemeint, die noch eine gemischte Wurmpopulation aufweist, womit der biologische Vorteil der resistenten Würmer nicht so zum tragen kommt
Das ist einleuchtend.
Danke!
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 10.01.12, 06:41
Das ist einleuchtend.
Danke!

Ich hab es immer anders herum erklären wollen, ich glaub, so rum ist es einfach verständlicher *g*
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 10.01.12, 10:37
Ehrlich gestanden macht das für mich immer noch keinen Unterschied. Vielleicht bin ich zu doof. Ob ich jetzt auf einer Weide 50 resistente Würmer habe oder 50 resistente + 5.500 nicht-resistente macht doch keinen Unterschied für die Resistenz? Die Chance, dass das Pferd einen von den 50 nicht-resistenten erwischt, ist gleich groß. Die Chance, dass es frisch entwurmt noch ein paar von den 5.500 anderen mitnimmt, ist auch da. :P
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 10.01.12, 11:57
Aber die resistenten vermehren sich ja auch, und wenn man denen dann den Vorteil gibt, das auf einer Weide NUR NOCH resistente sind, macht das nen deutlichen Unterschied.

Hast Du eine Population von 5050 Würmern, und davon sind 50 resistent (um auf Dein Beispiel einzugehen) ist die Wahrscheinlichkeit, einen resistenten Wurm aufzunehmen, deutlich geringer, als wenn man die resistenten sich vermehren läßt. Das bleiben dann ja nicht 50 Würmer, sondern sind irgendwann genauso viele wie auf der anderen Weide, und dann sind ALLE resistent, und eine Bekämpfung kann man sich (mit dem Anthelmintikum auf das die resistent sind) dann komplett sparen.  Damit vergrößert sich das Resistenzproblem schon deutlich. Und wir haben nur meine ich vier Wirkstoffgruppen zur Verfügung... Je mehr da wegfallen aufgrund von Resistenzen desto übler ist das.


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Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 10.01.12, 14:48
Okay, das ist ein Argument. Du meinst resistenter Wurm x resistenter Wurm = restistentes Wurmkind? Und nicht-resistenter-Wurm mal resistenter Wurm ist immerhin 1:3 oder so, wenn man unterstellt, dass es halbresistent eher nicht gibt?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 10.01.12, 15:09
Das muß man zumindest bedenken, wenn die Mutation rezessiv vererbt wird, kann das keinen Unterschied machen, wenn der Erbgang dominant ist, hat man genau das - und da macht es denke ich schon Sinn vom schlechtesten Fall auszugehen.


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Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: donau am 11.01.12, 14:11
nach einem "experiment" mit doppelter dosis pyrantel weil "hilft auch gegen bandwürmer" kann ich nur sagen: nie wieder. hat ausser, dass es ponie´s verdauung komplett zusammen gehauen hat, und die kleine 3 wochen bauchweh hatte, genau nix gebracht. also, die spulwürmer war sie wohl los, aber bandwurm bezweifle ich...
weil pensionsstall entwurmen wir eben 2x im jahr, und ich kann den wirkstoff nicht bestimmen, das macht die tä der sb - deswegen kam es eben zu obigem rat. bleibt fraglich, ob ich da mit einem wissenschaftlichen artikel was ändern kann, ich besorge mir meine wurmpasten ohnehin selber, und kann damit beeinflussen, ob und wann ich praziquantel gebe. nur beim mittel gegen die spulwürmer muss ich mich anpassen, aber da kann man sich ja helfen ;)
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 24.04.13, 00:37
blöde fragte: gehen nach der wk-gabe nur die (gelähmten/toten) würmer ab oder auch eier, die wiederaufgenommen werden können?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Monnef0805 am 25.04.13, 10:13
Ich hatte die Tage mit unserem TA über das Thema gesprochen. Es gehen lt. ihm nur die Würmer ab, Eier und Larven erfasst die WK nicht. Daher sollte man evtl. nach acht Wochen noch mal. Was mir neu war und mich leicht schockiert hat, war die Aussage dat die Viecher 6 Jahre im Boden überleben können. Daher wäre das beste Weiden im Abstand von 3 Jahren von Rindern und Schafen beweiden zu lassen.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 25.04.13, 13:33
Ich hätte jetzt auch erwartet, dass die Eier überleben - sonst würden sie ja so schnell keine mehr kriegen können. 6 Jahre im Boden ist allerdings grässlich. :-X
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 25.04.13, 14:03
ja aber die eier im boden sind dann die, die sowieso laufend abgehend, nicht? und nicht jene, die explizit nach dem entwurmen raus kommen (denn das nervengift greift ja nur   lebende würmer an, nicht?).
hab da am we mit einem sb diskutiert, der die pferde drei tage in der box einknastet, weil sie sonst würmer + eier raus kacken und alles "infizieren". nach der wurmkur wohlgemerkt. und das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen und kenne es nur so, dass die würmer tot oder gelähmt abgehen und die gefahr eher in der neuansteckung durch generell schlecht gemistete koppeln und weiden  besteht.  aber versteh einer die sb  ::)

noch ne blöde frage: warum muss der wk-mist gesondert gelagert werden?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 25.04.13, 14:53
Das wüßte ich jetzt auch nicht, das der gesondert lagern müßte. Und ja, das drei Tage einsperren ist an sich echt überholt.

Ja, die Eier die zu einer Reinfektion führen können, sind "eh da", daher ist auch die Weidepflege ein nicht unwesentlicher Punkt, um die Belastung zu verringern....


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Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Aleike am 25.04.13, 15:54
noch ne blöde frage: warum muss der wk-mist gesondert gelagert werden?
Das macht schon Sinn (wird aber meines Wissens kaum gemacht), weil die Wurmkur ja zum größten Teil nicht vom Pferd aufgenommen wird und die Wirkstoffe nicht in Boden sollen. Vieles ist ja z. B. giftig in Gewässern. Oder so. Hab jetzt keinen Beipackzettel zur Hand.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 25.04.13, 16:25
Püh, wenn man das drei Tage lang machen möchte, hat man aber ein paar Mülltonnen voll. Wenn ich sehe, was ein Pferd so kackt am Tag... Wenn man da mehrere von hat, und dann mehrere Tage. :P
Bei uns wird auch erst exakt 3 Tage vor dem Almauftrieb entwurmt. ::)
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 25.04.13, 16:39
Das ist aber auch nicht so optimal: dann kommen die Pferde schlechtestenfalls entwurmt auf die Weide, und was bleibt, sind die resistenten Würmer, und die haben dann (weil keine Konkurrenz da ist) quasi leichteres Spiel...

Aleike, da hast Du natürlich recht,... Ich denke aber auch, das das vielfach gar nicht realisierbar ist.

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Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 25.04.13, 17:02
blöde frage: hat die wk nicht eh eine wartezeit? oder gilt das nur für`s (essbare) gewebe? sprich bauen sich die toxine nicht ab, wenn der mist ein halbes jahr oder jahr auf der mistplatte (betoniert) liegt?  ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der den mist gesondert abführt bzw. wüsste ich auch gar nicht, wohin damit, wenn man mehr als ein paar pferde hat. wir haben hier zwar ein wertstoffsammelzentrum, aber die lachen mich mit sicherheit aus, wenn ich mit pferdemist antanze  :P

die weiden selbst kann man nur durch welchselnde wirte weniger bewurmt machen oder? oder hilft kalken da auch? ein bekannter von mir desinfiziert seine koppeln (!) mit danchlor  :o :-X :P
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: carola am 26.04.13, 11:34
*gacker* *untermtischlieg*
Das ist nicht wahr, oder? Herrlich! Ich stelle mir das grade vor. Himmel! Was eine Aktion. Was ein Gestank. Und überhaupt. Du musst ihm sagen, dass das nur hilft, wenn man es einbürstet. ;D
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Monnef0805 am 26.04.13, 13:46
die weiden selbst kann man nur durch welchselnde wirte weniger bewurmt machen oder? oder hilft kalken da auch? ein bekannter von mir desinfiziert seine koppeln (!) mit danchlor  :o :-X :P

Das soll gehen. Pferde sollen demnach nur alle sechs auf eine Weide. Da muss man aber schon ordentlich Fläche haben.
Mit kalken soll man einen großen Teil abtöten können. Angeblich bis 90%. Dafür müssen aber 350-400kg/ha drauf und dann noch mal mit 250-300kg/ha.

Wir haben unseren Zuwachs letzte Woche auf anraten des TA noch mal entwurmt oder viel mehr wegen dem alle. Und gestern abend habe ich beim absammeln Blutwürmer gefunden  :o Ich bin begeistert  >:( Einer lebte sogar noch. Somit gehen ja nicht nur tote oder gelähmte ab der war ziemlich fidel.
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: GilianCo am 26.04.13, 19:21
Der kann aber ohne WK ebenso abgehen, auch bei einem nicht stark verwurmten Pferd kommt genau das vor...


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Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Cinnamon am 26.04.13, 22:44
blutwürmer?  ??? nie gehört.
die abgehenden würmer sind doch aber eh egal, nicht? die verrecken doch sowieso außerhalb ihres wirtes?
Titel: Re: Entwurmungsplan
Beitrag von: Monnef0805 am 30.04.13, 11:30
Wenn sie keine wk abbegommen haben und so mit raus gegangen sind schon. Die halten sich dann bis zu 6 Monate im Boden auf und kriechen am Gras hoch um sich ein neuen Wirt zu suchen.