Pferdeforum

Interessengemeinschaften => Rechtsfragen und Politik => Thema gestartet von: Dotti am 27.10.04, 20:34

Titel: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Dotti am 27.10.04, 20:34
Hallo,
zufällig habe ich diesen Link entdeckt. Es geht um haftungsrechtliche Fragen beim reiten ohne Helm. Vielleicht für den einen oder anderen interessant.


http://data.fn-dokr.de/data/home/2/237.pdf
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Marion am 28.10.04, 11:53
Find ich gut, daß man es endlich ma schwarz auf weiß hat!
Danke!
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: sasthi am 28.10.04, 11:58
Das wird aber die wenigsten davon Abhalten, den Helm weiterhin liegen zu lassen, wenn sie reiten gehen.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: heuhexe am 28.10.04, 12:01
Wäre es möglich, den Artikel mal hier einzustellen? Kann ihn leider nicht öffnen...

Danke
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Waldfee am 28.10.04, 13:23
Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V.
Hauptverband für Zucht und Prüfung deutscher Pferde - Fédération Equestre Nationale
(FN)
Freiherr-von-Langen-Str. 13, 48231 Warendorf
Haftungsrechtliche Folgen des Reitens ohne Helm
I. Unfallvermeidung durch das Tragen von Helmen
Eine Studie aus dem Jahre 1993, an der u.a. der bekannte Militaryreiter Prof. Dr. Sybrecht
(Universitätsklinik Homburg) beteiligt war, hat ergeben, daß 25 % der Verletzungen bei
Pferdesportunfällen den Kopfbereich betreffen. Damit ist der Kopfbereich die häufigste
Lokalisation aller Verletzungen bei Pferdesportunfällen.
Bei den analysierten Unfällen trugen aber nur 47 % der Reiter einen Kopfschutz. Reiter, die
keinen Kopfschutz trugen oder den Kopfschutz schon während des Sturzes verloren, hatten
deutlich häufiger Kopfverletzungen als Reiter, deren Kopfschutz während des Sturzes am
Kopf festhielt. Bei 37 % aller Unfälle hatte der stürzende Reiter seinen Kopfschutz schon zu
Beginn des Sturzes verloren. Dieser hohe Prozentsatz zeigt, daß der guten Paßform und der
sicheren Befestigung des Kopfschutzes größte Aufmerksamkeit geschenkt werden muß.
Ergebnis der Studie: Es läßt sich eindeutig festhalten, daß bei der Unfallvorbeugung dem
Kopfschutz die zentrale Bedeutung zukommt.
II. Haftungsrechtliche Folgen
Die beschriebene praktische Notwendigkeit des Tragens von Helmen mit einer Befestigung am
Kopf wird unterstützt durch einen Blick auf die haftungsrechtlichen Folgen, wenn kein
Kopfschutz getragen wird.
1. Haftung des Reitlehrers
Ein Reitlehrer, der nicht dafür sorgt, daß seine Reitschüler einen adäquaten Helm
tragen, ist wegen dieses Unterlassens schadensersatzpflichtig. Diese Frage ist bereits
höchstrichterlich entschieden.
2. Haftung des Tierhalters
Überläßt ein Tierhalter sein Pferd einem Dritten, so haftet er diesem, ohne daß es auf
seine Schuld ankommt, wenn sich die Tiergefahr realisiert (d.h. das Pferd buckelt,
steigt, scheut etc.). Diese Haftung besteht zunächst unabhängig davon, ob der Reiter
des Pferdes einen Helm trug oder nicht. Also: Auch wenn der Dritte keinen Helm
trägt, haftet der Tierhalter für die Verletzung, die das Pferd dem Reiter durch sein
Verhalten zufügt.
ohnehelm.doc / 2 Seite 1/2
3. Mitverschulden des Reiters
Der Reiter, der bei einem Sturz ohne Helm Kopfverletzungen erleidet, kann vom
Tierhalter bzw. vom Reitlehrer für o.g. Schaden Ersatz verlangen. Allerdings nicht in
voller Höhe. Denn im Nichttragen eines adäquaten Helmes ist ein Mitverschulden
zu sehen, das zu einer Reduzierung des Anspruchs führt. Um welche Quote dieser
Anspruch zu reduzieren ist, läßt sich vorab nicht sagen. Dieses ist immer eine Frage
des Einzelfalles. Für den verletzten Reiter bedeutet das, daß beispielsweise
Behandlungskosten, der Verdienstausfall, die Aufwendung für eine Haushaltshilfe
o.ä. Faktoren nur jeweils z.T. vom Tierhalter bzw. Reitlehrer zu ersetzen sind.
Auch ein Schmerzensgeldanspruch gegen Reitlehrer oder Tierhalter kann nur in
reduzierter Höhe realisiert werden.
III.Versicherungsrechtliche Fragen
Besteht für die Beteiligten ausreichender Versicherungsschutz, so werden die
haftungsrechtlichen Folgen nur z.T. abgemildert.
1. Haftpflichtversicherung des Reitlehrers
Ist der Reitlehrer ausreichend haftpflichtversichert, so tritt für sein Verschulden seine
Haftpflichtversicherung ein. Zahlreiche Reitlehrer (besonders die, die nicht in
Vereinsanlagen unterrichten) haben jedoch keinen ausreichenden
Versicherungsschutz und müssen dann die gesamten Kosten aus der eigenen Tasche
bezahlen. Dies kann im Einzelfall dazu führen, daß sie über Jahre von der
Pfändungsfreigrenze zu leben haben.
2. Krankenversicherung des gestürzten Reiters
Die Krankenversicherung zahlt dem gestürzten Reiter die Behandlungskosten in vollem
Umfang. Sie wird aber bei den anderen Beteiligten versuchen, ihre Kosten wieder
hereinzubekommen (Regreß).
3. Unfallversicherung des gestürzten Reiters
Zahlreiche Reiter haben keine Unfallversicherung. Der Sturz vom Pferd auf den Kopf
kann den Verlust der Erwerbsfähigkeit zur Folge haben. Für diese Folgen wären der
Tierhalter bzw. der Reitlehrer ebenfalls haftbar. Allerdings kommt hier das
Mitverschulden entscheidend zum Tragen. Denn die Ansprüche bestehen nach dem
o.g. nur in einem reduzierten Umfang. Den Rest muß der gestürzte Reiter aus der
eigenen Tasche bezahlen.
FAZIT:
Im Nachteil sind also der nicht ordnungsgemäß versicherte Reitlehrer und
letztlich und vor allem der gestürzte Reiter. Der Reiter bleibt zu einem Teil
auf seinen eigenen Kosten sitzen, diese werden von keiner Seite erstattet.
Deshalb mein Tip: Lassen Sie keinen Ihrer Reitschüler ohne Kappe reiten.
05.05.1997 / J
Dr. Adolphsen
(Justitiar)
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: pippilotta am 28.10.04, 17:11
Dazu hätte ich (notorische Helmträgerin  ;)) noch eine Frage:
Was ist eigentlich, wenn der RL (staatlich ausgebildet) beim Beritt keinen Helm trägt - ich kann es meiner RL (und Freundin) ja den Helm nicht persönlich aufsetzen. Sie bildet meiin (zwar sehr braves aber doch) junges Pferd aus und hat am Anfang auf meine Bitte einen Helm getragen, meint aber jetzt immer, die Kleine wäre doch ohnehin so brav...
Ich wüßte gern, wie das rechtlich aussieht - wie gesagt, ich kann sie ja nicht zwingen, aber vielleicht hilft es, wenn ich ihr mit Gesetzen kommen kann...
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Netto am 17.11.04, 16:03
Pippi - ich weiß nicht, ob das in Ö genauso geregelt ist wie in Deutschland.... :-\ Die Frage müßte man mal dem Bundesfachverband stellen, aber ob die das wissen... :-\
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: pippilotta am 17.11.04, 17:11
Wahrscheinlich nicht, nachdem ich kaum RL kenne, die mit Helm bereiten (außer beim Springen) - wobei mir im konkreten Fall das Pferd "geholfen" hat, seit die Kleine gebuckelt hat wie eine Goaß, trägt RL wieder Helm  ;D ;) - und seither buckelt sie auch nimmer...
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Waddington am 18.11.04, 00:54
Na, gestern hat mich mein Pony im Gelände abgeschossen. So schnell konnt ich gar net reagieren, wie der losgebuckelt hat. In 0,5 sec. war ich unten.

Auf die Seite, Kopf natürlich auf den Boden geknallt. Hatte aber Helm auf. Trotzdem brummt mir immer noch der Schädel. Möcht nicht wissen, wie es ohne Helm gewesen wär.....

Ich mein, wenn man "nur" für sich selbst verantwortlich ist, kann man selbst entscheiden, wenn man aber auch für andere verantwortlich ist (Kinder, Partner), sollte man sich nicht so an der Versicherungsfrage festhalten, sondern daran was man ihnen zumuten wollte.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: joeszicke am 18.11.04, 08:26
Ich mein, wenn man "nur" für sich selbst verantwortlich ist, kann man selbst entscheiden, wenn man aber auch für andere verantwortlich ist (Kinder, Partner), sollte man sich nicht so an der Versicherungsfrage festhalten, sondern daran was man ihnen zumuten wollte.

Danke Waddington, Du sprichst mir aus der Seele.

Ich war eigentlich immer die überzeugte "ich-brauche-keinen-Helm-Reiterin"...
Auch als ich im April 2003 wieder mit dem Reiten anfing, ritt ich ohne Kappe. (Ich besaß gar keine)...

Und das, obwohl ich einen 5 jährigen Sohn habe... Purer Leichtsinn sage ich heute.

GsD ist nichts passiert, daß mir zur Einsicht brachte. Die kam von ganz alleine.
Ich bin geschieden. Wenn mir was passiert, muß Niklas zu seinem Vater, und DAS will ich um jeden Preis vermeiden.

Ich kaufte mir auf der letzten Hanse-Pferd eine Kappe bei Loesdau, und reite seit dem nicht mehr ohne.
Egal ob Hochsommer, oder tiefster Winter....

Ohne Helm wäre es mir mitlerweile auch zu kalt am Kopf...

Reiter mit Kindern sollten sich die Sache wirklich 2 mal überlegen... Und zur Vernunft kommen...
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: George am 18.11.04, 08:53
würde mich mal interessieren, wer sich nach so einem sturz einen neuen helm zulegt? oder gibt es die möglichkeit, den helm fachmännisch irgendwo auf defekte untersuchen zu lassen?? verlasst ihr euch alle aufs eigene augenmerk so nach dem motto, wenn ich nichts sehe, kann auch nichts kaputt sein? kann im zweifel ja beim nächsten sturz übel ausgehen...auf der anderen seite ist´s ja aber ziemlich teuer, mal eben einen neuen helm zu kaufen.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Eva am 18.11.04, 10:50
Die neuen Helme (z.B. von Casco) sind meines Wissens nach nach einem Sturz definitiv hinüber. Sie nehmen die Sturzenergie auf, dadurch entstehen winzige Risse im Innern des Helms. Bei einem zweiten Sturz ist der Schutz also definitiv nicht mehr so wie vorher vorhanden. Dafür schützen diese Helme aber sehr gut.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: pippilotta am 27.11.04, 13:52
Also bei Casco-Helmen bekommst du einen Bonus, wenn du einen alten Helm zurückgibst und einen neuen kaufst. Habe das einmal gemacht, als ich mit dem Kopf auf einen harten Feldweg geknallt bin - wie viel in Euros das war, weiß ich nicht mehr... *schonetwasvergesslichbin* - aber das ist wohl eine Frage des Alters. so oft bin ich noch nicht gestürzt  ;)  - aber diese Aktion gibt es immer noch. Am besten im Reitsportgeschäft nachfragen, oder bei Casco direkt.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: GerlindeK am 29.11.04, 12:02
Ich kenne es aus der Motorradbranche so, daß JEDER Helm nach zwei Jahren normalen Gebrauch nicht mehr sicher ist. Durch die Sonneneinstrahlung (UVB oder A) wird der Weichmacher in dem Kunststoff ausgehärtet. Wenn dann ein Unfall passiert, kann der Helm splittern, und zwar so, daß sich die Splitter durch den Schädel bohren können. D.h. es ist fast gefährlicher, mit einem alten Helm als ohne Helm zu reiten. Nur WER schmeißt nach zwei Jahren seinen Helm weg???
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Eva am 29.11.04, 12:14
Ich glaube, Casco sagt, nach 5 Jahren sollte man den Helm ersetzen. Ich werd's machen. Gibt doch auch schicke neue Modelle.

Darum eben auch nicht den Pikeur GPA. Fast 400 Euro mal eben so? Sicherer ist es bestimmt, den  Helm regelmäßig zu tauschen. Lieber ein neuer Casco als ein 10 Jahre alter GPA, der noch viele Stürze hinter sich hat.

Aber es gibt eben auch Leute, die die Qualität vom Helm danach messen, wieviele Stürze er heil übersteht.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: rose am 29.11.04, 20:02
Ich hatte einen Unfall OHNE Helm. Ist schon Jahre her. Damals war ich 14 oder so und natürlich zu schick für einen Helm :P Naja nachdem ich mit Notarzt ins Krankenhaus mußte unter anderem eine riesen Platzwunde auf dem Kof hatte, die mit 14 Stichen genäht werden mußte ( die Narbe erinnert mich heute nich daran) , reite ich NIE ohne Helm. Habe auch einen casco. Sollte ich mal wieder stürzen, wird er sofort ausgwechselt. ich würde auch nie einen gebrauchten kaufen. Man weiß ja nie.
am schönsten finde ich immer die Mädels, die mit laaaange offenen flatterhaaren und ohne Kappe ins Gelände gehen........mutig mutig ;)
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Gustl am 29.11.04, 22:23
Reiten ist aber nicht der einzigste Sport mit potentiellen gefährlichen Kopfverletzungen! Und mal ehrlich, selbst wer beim Reiten einen Helm trägt, wer trägt schon einen beim Fahrradfahren?

Meine Schwester hatte Ende Juni einen schweren Reitunfall. Ist ohne Kappe mit ihrem Pferd ausgeritten und gestürzt. Aufgrund der schweren Kopfverletzungen und da sie immer wieder das Bewusstsein verlor, gab's einen "gratis" Flug mit dem Hubschrauber ins 30km entfernte Krankenhaus in München.
Der Oberarzt im Krankenhaus war der Meinung nur richtige Militäryhelme würden bei einem solchen Sturz noch helfen. Und prozentual gesehen liegen die Fahrradunfälle mit schweren Kopfverletzungen an 1. Stelle, dann kommen die Reiter und dann lange, lange nichts!!!!

Bei uns in der Familie wird deswegen nur noch MIT Helm ausgeritten und gesprungen. In der Dressur sind wir da etwas nachsichtiger (und meine Schwester auch!) ... und die Schwestern Nr. 2 + 3 werden bis zur Volljährigkeit zur Helmpflicht verdonnert.

Ganz besonders schlimm und verantwortungslos finde ich aber die Pferdebesitzer, die kleine Kinder/noch halbe Säuglinge nur mal eben schnell ohne Helm und ohne Schutz auf's Pferd setzen. Pferd wird ja geführt  ::) und ist gaaaanz brav!
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: zaino am 30.11.04, 12:32
Oh, und selbst das beste, bravste Pferd kann einfach auf die SCHNAUZE FALLEN!!! wenn man an nix Böses denkt....  ::)
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: pippilotta am 30.11.04, 18:20
*zainozustimm*
So etwas ist einer Stallkollegin beim Schritt-Ausritt passiert, Pferd stolpert, sie fällt mit dem Kopf auf einen Stein, Helm hat ihr lt Ärzten das Leben gerettet, sie war trotzdem wochenlang im künstlichen Tiefschlaf aber ohne Schutz wäre sie direkt bei den Engerln gelandet...

Habe bei Firma Casco nachgefragt, wen es interessiert:

AUSTAUSCH-Service der Firma CASCO:

CASCO ersetzt Ihren Helm zu einem Betrag von 50% des empfohlenen Verkaufspreises,

wenn dieser durch einen Reitunfall unbrauchbar wird. Als Erstbesitzer können Sie  diesen

Service für einen Zeitraum von drei Jahren ab dem Kaufdatum nutzen. Und so erhalten

Sie einen neuen Ersatzhelm: Schicken Sie den defekten Helm ausreichend frankiert an

die CASCO Schutzhelme GmbH. Wir benötigen weiterhin den originalen Kaufbeleg, einen

Scheck über 50% des empfohlenen Verkaufspreises zzgl. 5,00 EUR Rücksendegebühren

und eine detaillierte Beschreibung des Unfallhergangs.

Den beschädigten Helm ersetzen wir Ihnen durch einen neuen. Dabei suchen wir das

Modell für Sie aus, welches im aktuellen Sortiment hinsichtlich Form, Preis, Größe und

Dekor dem defekten Helm am nächsten kommt.

Dieser Austauschservice gilt ausschließlich für die Modelle MASTER, NEW MASTER,

ARCUS und ARCUS EDITION.


Ist zwar kompliziert, zahlt sich aber aus.

LG an alle Helmis  ;) ;D
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Haldir am 07.12.04, 00:15
Reiten ohne Helm  :o ist schlichtweg verantwortungslos! Reiter ohne Helm schicke ich beim Unterricht direkt wieder raus. Nix Helm = nix reiten.
Ich reite seit über 20 Jahren und habe meinen Helmen so einiges zu verdanken. Ich bin selber nie ohne Helm auf dem Pferd.
Spannend wird es dann , wenn die Kinder mit einem Fahrradhelm zum Unterricht kommen. Das zahlt keine Versicherung, wenn etwas passiert. Da haftet auch keine Haftpflichtversicherung. Leider stößt das auf wenig Verständnis bei den Eltern :o :o. Kein Weiterer Kommentar !

Haldir
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: truemelhexe am 07.12.04, 09:29
Hallo,

mir graust es, wenn ich daran denke von meinem Dicken zu seglen. :-\
Und das auch schon mit Helm. Habe in meiner Jugend einige schlimme Unfälle gesehen und ALLE hatten sie KEINEN Helm auf und das merkte man dann leider auch. Lange waren Sie alle krank.  :-[

Ich habe schon immer einen Helm getragen und auch gerade jetzt, wo ich nach 16 Jahren wieder anfange, habe ich mich erst richtig auf meinen Dicken getraut, als ich meinen Helm hatte. Klar, im Schritt bin ich auch mal auf dem Platz aufgestiegen, wer macht das zwischendurch nichtmal.

Im Moment habe ich schon ein wenig mit meinen Ängsten vor dem Runterfallen (im full Speed) zu kämpfen.

Ich bin stets für den Helm aber jetzt mal eine andere Frage. WEnn ich meinen Dicken von jemanden arbeiten lasse (ohne Entgelt beiderseits) und dieser keinen Helm tragen will (weil er/Sie ja so gut reiten kann). Wie ist es dann geregelt. Sollte man einen Vertrag aufsetzen (den sowieso) das es auf das eigene Risiko geht????

Denn ich will nicht ein Leben lang dafür zahlen müssen, nur weil andere denken, Ihnen passiert schon nichts.... Das geht leider schneller als man denkt.

Grüßle und immer schön Helm tragen

Sarah
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Manfred am 07.12.04, 13:05
> WEnn ich meinen Dicken von jemanden arbeiten lasse (ohne Entgelt beiderseits) und dieser keinen Helm tragen will (weil er/Sie ja so gut reiten kann). Wie ist es dann geregelt.

Ich denke mal, wenn es dann zu einer Kopfverletzung kommt, wird dieser Reiter wohl eine Mitschuld bekommen. Ob deswegen jedoch alle Schadensersatzansprüche wegfallen, hängt vom Einzelfall ab. (Sowas kann dann in jahrelangem Rechtsstreit enden.)

> Denn ich will nicht ein Leben lang dafür zahlen müssen,

Nun, ich hoffe mal, Du hast eine Haftpflicht, die das dann übernehmen würde. (Kann sich ja auch das Kreuz brechen....)


Gruß
Manfred
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: carola am 07.12.04, 15:02
@Haldir

Seit die Cavallo damals den ersten Reithelmetest gemacht hat und aus Jux und Dollerei einen Fahrradhelm mitgetestet hat, der dann zu allem Übel noch am besten abschnitt, reite ich mit Fahrradhelm. Einem gut getesteten (nicht von Cavallo  ;)). Die Stürze dürften ähnlich sein. Ich habe inzwischen einen Reithelm angeschafft, aber ich glaube, den setze ich nur im Winter auf. Die Fahrradhelme sind einfach Klassen besser belüftet. Meinen ersten habe ich ausgetauscht, als nach einem Sturz das Styropor gebrochen war (soll es ja auch). Meine RL lässt aus Haftungsgründen nur mit Helm reiten, aber den Fahrradhelm akzeptierte sie fraglos. Mit welcher Begründung verweigert die Haftpflichtversicherung da die Haftung? Ist doch bestimmt sicherer als die alten Helme, die sonst (bei uns im Verein) von Kind zu Kind vererbt werden und noch aus dieser harten Schale mit ein bisschen Wattierung innen bestehen.

Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Manfred am 07.12.04, 15:31
> Seit die Cavallo damals den ersten Reithelmetest gemacht hat und aus Jux und Dollerei einen Fahrradhelm mitgetestet hat,
Na ja, traue keinem Test, den Du nicht selbst gefälscht hast. Der ist auch schon eine Zeit her und die Reithelme sind wohl auch besser geworden seitdem.

Ich will damit nicht sagen, daß ein Fahrradhelm weniger sicher ist, nur an einem Cavallo-Test würde ich mich nicht klammern... ;) (Ich persönlich hätte mit einem Radhelm kein gutes Gefühl, aber das ist subjektiv!)

> Mit welcher Begründung verweigert die Haftpflichtversicherung da die Haftung?
Eine Versicherung wird immer einen Grund suchen, weniger und nichts zahlen zu müssen. Und da ist sowas doch ein gefundenes Fressen. Wie das dann im Einzelfall ausgehen würde, ist eine andere Frage.

> Ist doch bestimmt sicherer als die alten Helme,
Das allemal! Wobei ich auch bei diesen alten Helmen (nicht nach aktueller Norm geprüft) davon ausgehen würde, daß die Versicherung (so sie schlau genug ist) erstmal Streß macht. - In meine Augen übrigens zurecht!  - Wäre ICH RL würde ich diese alten Teile nicht erlauben!


Gruß
Manfred
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: George am 07.12.04, 16:22
ich habe hingegen mal einen bericht gelesen, in dem stand dass fahrradhelme überhaupt nicht zum reiten geeignet sind, da man bei einem sturz vom pferd in der regel anders aufprallt als bei einem sturz vom fahrrad, und die dinger aus dem grund anders konstruiert sind. fahrradhelme haben also andere "sturzauffangprioritäten" als ein reithelm. soweit ich weiss, ist es versicherungsmässig ebenfalls nicht abgesichert mit fahrradhelm zu reiten.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: SilverRoper am 07.12.04, 21:12
Hi,

Reitunfälle häufen sich.
In diesem Jahr habe ich einige schwere Stürze gesehn und einen selber erleben dürfen.
Mir ist nichts passiert...Glück gehabt. Dabei bin ich ganz knapp an einer Bahnschwelle vorbei geflogen.
Bei den anderen ging es nicht so glatt...zumindest für Zwei.....ein Beckenbruch und
eine Querschnittslähmung.
Von der Querschnittslähmung hab ich erst am Sonntag erfahren. Geschehen im September.
Die Liebe befindet sich derzeit in der Reha. Ich muß hin und weiß nicht ob ich das durchstehe.

Es lohnt in meinen Augen nicht, über einen Fahrradhelm zu reden. Diese Dinger sind speziell dafür entwickelt worden. Siehe Form und wie das Ding auf dem Kopf sitz...schützt.

Ich sage ganz klar...Helmpflicht!
Sowie bei kein Alkohol am Steuer, muß schon Zwang ausgeübt werden...sonst interessierts keinen.

Silver
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Haldir am 07.12.04, 23:24
@ Carola

Da kann ich Manfred nur zustimmen. Wenn es das gleiche wäre ein Reithelm oder einen Fahrradhelm zu tragen, dann sähen auch beide gleich aus oder nicht? (getreu dem Grundsatz: form follows function)
Ich habe das glaube ich mal in einem PM-Forum gelesen, weiß aber ich ob ich den Artikel nochmal wieder finde. Ich muß suchen. Das kann einige Tage dauern. Also bitte hab etwas Gedult. Sobald ich was habe sage ich Bescheid.

Lg Haldir
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Manfred am 08.12.04, 08:53
Was mir jetzt nur gerade noch einfällt dazu:
Die EN-Norm für Reithelme schreibt m.W. eine maximale Größe für Lüftungsschlitze bzw. Lüftungslöcher vor. Grund ist, daß sich im Gelände nicht womöglich ein dickerer Ast im Reithelm verfangen kann. (Würde ich mir jetzt nicht so lustig vorstellen...) Die amerikanische Reithelm-Norm kennt diese Vorschrift nicht, daher haben z.B. Troxel-Helme wesentlich größere Lüftungsöffnungen.

Gruß
Manfred
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: carola am 08.12.04, 11:15
Genau das ist das, was ich damals über den Unterschied gelesen habe. Diese DIN-Norm verlangt in Kontinent-EU diese schmalen Schlitze damit Stangen mit einem Durchmesser von 1,... cm nicht durchgehen. die englische Norm laut diesem Artikel nicht, deshalb sehen die Helme da zum Teil anders aus. Aber: in den letzten Jahren haben sich die guten Helme klipp und klar von der leicht gepolsterten Hartschale Richtung Styropor mit Überzug gewandelt, wie sie seit Jahren für den Fahrradhelm verwendet werden. Ich will keine Werbung für Fahrradhelme machen, aber je öfter ich mir mal Reithelme anschaue, desto kleiner finde ich die Unterschiede. Nur im Turniersport sehe ich immer noch die Hartschalen mit Samtüberzug, die kein Styropor haben, aber wegen der veränderten Schnalle (damals nur Gummiband) der Norm entsprechen.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Fritzi am 08.12.04, 11:32
Spannend wird es dann , wenn die Kinder mit einem Fahrradhelm zum Unterricht kommen. Das zahlt keine Versicherung, wenn etwas passiert. Da haftet auch keine Haftpflichtversicherung.

Hi,

da ich jede Woche ein behindertes Mädchen  (8 Jahre alt, aber zusätzlich noch kleinwüchsig) auf meinem Pony reiten lassen wollte, habe ich bei meiner Versicherung angefragt, wie das dann bei der Haftpflicht sei.
Antwort: Fahrradhelm würde reichen. Ein Elternteil sollte aber mitlaufen.
Sie wird aber auch nur im Schritt geführt.

Früher bin ich auch öfters ohne Helm geritten. Ich kam mir da total blöd vor. Hier reiten alle ohne Helm. Nur, wenn ich mit anderen ausgeritten bin habe ich einen Helm aufgesetzt, was sich aber wirklich verdient gemacht hat. Heute reite ich nur mit Helm und halte alle anderen dazu an, das auch zu tun. Aber die wollen irgendwie ihre eigenen Erfahrungen machen ...  :-\

Anderseits, was hilft ein heiler Kopf, bei einer schweren Rückenverletzung??? Protectoren trage ich keine, was bei dem Pferd, was ich bald wieder reiten werde, sicher nötig wäre ... *nachdenk*

Fritzi

Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: George am 08.12.04, 12:24
Anderseits, was hilft ein heiler Kopf, bei einer schweren Rückenverletzung??? Protectoren trage ich keine, was bei dem Pferd, was ich bald wieder reiten werde, sicher nötig wäre ... *nachdenk*

Fritzi

*beimdenkennachhelf* vielleicht sollte man einfach froh sein, dass wenigstens der kopf heil geblieben ist??
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Eva am 08.12.04, 12:52
Außerdem glaube ich fast, daß der Kopf viel empfindlicher als der Rücken ist. Also, die Fläche, auf der ein Stein beim Drauffallen großen Schaden anrichtet, ist im Vergleich mit dem Rest des Rückens ja eher klein. Am Kopf dagegen führt ja jeder Stoß, der kräftig genug ist, zu einer Gehirnerschütterung oder schlimmeren.

Klar ist eine gebrochene Rippe fies, aber solange sie nicht die Lunge durchbort, gibt es keine bleibenden Schäden.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: felis am 08.12.04, 13:46
@Calvin - ne gebrochene Wirbelsäule halt ich persönlich allerdings für fieser als ne Gehirnerschütterung....
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Eva am 08.12.04, 13:57
Habe auch nicht behauptet, daß das anders ist. Aber wenn Du auf den Rücken fällst, ist der Bereich, in dem z. B. in Stein die Wirbelsäule trifft, recht klein gegenüber dem Rest des Rückens. Und wenn der Schädel gebrochen ist, nützt einem der heile Rücken vielleicht auch nichts mehr. Ging ja darum, warum der Helm sozusagen das erste Schutzelement ist, und ein Rückenprotektor/Schutzweste erst danach kommt.

Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Manfred am 08.12.04, 14:15
Nur im Turniersport sehe ich immer noch die Hartschalen mit Samtüberzug, die kein Styropor haben, aber wegen der veränderten Schnalle (damals nur Gummiband) der Norm entsprechen.

Nur der Vollständigkeit halber:  ;)
Als erstes gab es die dünnen Kappen mit Gummiband. (Werden heute mitunter noch in der Dressur-Prfg. getragen als "Kopfbedeckung" von Reitern, die eigentlich keinen Helm tragen wollen. )
Dann kam die erste Helmnorm (DIN33951), welche eine Dreipunkt-Befestigung vorschrieb. Diese Kappen waren auch nicht viel dicker (ca. 5mm), hatten aber eine Begurtung und meist diese Plastik-Kinnkappe. (Das war erste Hälfte 90iger Jahre) Danach gab es strengere Normen und die (äußerlich gleich aussehenden) Samt-Helme wurden dicker. Dann kam 1996 die EN1384 die im Prinzip bis heute gültig ist. "Samt-Helme" nach dieser aktuellen Norm sind etwa 3-4 mal so dick wie die alten Kappen! Man kann also von weitem auf den ersten Blick nicht erkennen, ob ein Helm nach aktueller Norm gebaut ist oder nicht.
(Es kommt alos nicht nur drauf an ob "Gummiband" oder Schnalle... *g*)
Und dann gibt es auf (Spring-)Turnieren natürlich noch die GPA-Helme und alle Arten von Nachbauten davon... ;)
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: rose am 08.12.04, 20:22
In meinen Reithelm ( casco) steht z.B. auch, dass der Helm nur fürs Reiten geieignet ist und für keine anderen Sportarten ( wie Fahrradfahren) genutzt werden soll. Natürlich nicht in diesem Wortlaut ;)
Aber ich glaube auch, dass Fahrradhelme und Reithelme anders schützen.
Im Falle eines Falles, warscheinlich lieber ein Fahrradhelm als keiner.............aber grundsätzlich glaube ich nicht, dass die unterschiedlichen Helme für versch. Sportarten nur Gelmacherei sind.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Fritzi am 09.12.04, 09:44
Hi,

ich denke, es hat schon einen Grund, warum Du auf einem Motorrad keinen Reithelm tragen solltest. Andersrum ist das natürlich kein Problem, aber wer will schon so einen globigen Helm auf einem Dressurtunier anziehen???

Ich könnte mir vorstellen, dass es für jede Sportart genau den Helm gibt, der (das maximale) an Sicherheit in Verbindung mit dem maximalen an gutem Aussehen und Praxisbezug gibt. Ich meine damit, dass die Helme zwar rückwärtskompatibel sind, vorwärtskompatibel aber nicht. So wie "Winzigweich" ;)

Fritzi
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Haldir am 10.12.04, 08:53
Guten Morgen Leute!
@ Fritzi: Hast Du die Aussage Deiner Versicherung Schriftlich?

 ???Ich glaube es ist unstrittig, das ein Reithelm den Kopf schützen soll. Die meisten Verletzungen im Reitsport und auch die schwersten passieren am Kopf. ??? *diediskussionderletztenbeiträgeüberhauptnichtmehrversteh*
Was zum Geier ist daran so schlimm, wenn man mit Helm und Protektoren reitet? Und sei es nur für das bessere eigene Gefühl. Die meisten Erwachsenen können sich schwere Verletzungen eh nicht leisten (wegen der Kinder/Beruf). Die Kinder wegen ihrer Zukunft und einer unbschwerten Gegenwart.

LG Haldir
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Fritzi am 10.12.04, 11:56
Hi,

@ Fritzi: Hast Du die Aussage Deiner Versicherung Schriftlich?
 

Jup, e-mail ist ausgedruckt im Ordner fürs Pferd. *g* Ich hab mir gedacht, wenn die dann doch ne andere Aussage machen, kann ich sie vorlegen. Man muss sich ja immer absichern ...

Fritzi
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: GerlindeK am 11.12.04, 14:16
Zitat:
"Ich meine damit, dass die Helme zwar rückwärtskompatibel sind, vorwärtskompatibel aber nicht."
Das stimmt so auch wieder nicht. Ein guter Motorradhelm ist wesentlich schwerer als ein Reithelm. Er könnte beim Reiten gefährlich werden, da noch der Sturz nach unten = mehr Beschleunigung dazu kommt. Und im schlimmsten Fall könnte das Genick nach hinten schon vor dem Aufprall gebrochen sein.
PS: nachdem ich weiß, W I E mein Pferd bocken kann, trage ich Kappe, Motorradjacke mit sämtlichen Protektoren und Sport/Plastikbrille beim Reiten. Das dauert zwar einen Moment, bis ich die gesamte Kluft anhabe, aber das ist mir meine Gesundheit wert.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Fritzi am 11.12.04, 14:47
Hi,

ibn Physik nicht aufgepasst? Fallgeschwindigkeit hat nichts mit dem Gewicht zu tun. Versuch: Feder contra Stein!

Fritzi
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: GerlindeK am 11.12.04, 14:58
Physik Leistungskurs ;D
anders erklärt: Der Mot. helm ist für einen Aufprall bei hoher Geschwindigkeit (da hast Du Deine Beschleunigung ;D), allerdings bei geradliniger Bewegung konstruiert.
Beim Sturz vom Pferd kommen aber andere Bewegungen hinzu. Z.B. kann während des Buckeln der Kopf nach hinten geschleudert werden. Und bei dieser Bewegung/Beschleunigung in die falsche Richtung kann das höhere Gewicht des Helmes einen Genickbruch verursachen.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Manfred am 11.12.04, 15:01
@Gerlinde: Ich finde zwar diesen Vergleich mit Motorradhelm bzw. die Bezeichnungen "rückwärtskompatibel" bzw. "vorwärtskompatibel" auch wenig glücklich und passend, aber Deine Theorie ist leider falsch:
1. Würde dann das gleiche beim Motorradfahren passieren.
2. Beträgt die Beschleunigung Richtung Erdboden immer 9,81 m/s^2 (abzgl. Luftreibung), unabhängig von der Masse, der unterschiedliche Einfluß des Luftwiderstands ist bei ähnlichen Körpern vernachlässigbar.

@Frizti: Na ja, aber nur im luftleeren Raum! Besseres Beispiel wäre Kieselstein und Felsbrocken! ;)

Und klar, ein Motorradhelm würde wohl sicherheitstechnisch die Anforderungen eines Reithelms miterfüllen. (Alle anderen Anforderungen aber wohl eher nicht...) Es ging hier aber um Helme in vergleichbaren Klassen aber unterschiedlichen Anforderungen:
Reithelm - Fahrradhelm- Kletterhelm - etc.  Und da kommst Du mit "rückwärtskompatibel" bzw. "vorwärtskompatibel" nicht weiter! Da ist nicht einer viel "besser" als der andere, nur die Anforderungen (bzw. Normen) unterscheiden sich in Details. (Und ja, irgendein Hersteller hat einen Helm, der erfüllt alle drei genannten Normen. - Was noch nicht heisst, daß er sie auch GUT erfüllt!)

Gruß
Manfred
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Manfred am 11.12.04, 15:07
> kann während des Buckeln der Kopf nach hinten geschleudert werden.
Halte ich für höchst unwahrscheinlich. Dafür ist die Beschleunigung beim Buckeln IMHO viel zu gering:

> Und bei dieser Bewegung/Beschleunigung in die falsche Richtung kann das höhere Gewicht des Helmes einen Genickbruch verursachen.
Also falls diese geringe (wenn überhaupt) Kraft einen Genickbruch verursachen kann, würdest Du Dir bei jedem 2. Aufprall am Boden (wo dann tatsächlich der Kopf anders abgebremst wird wie der Rest des Körpers und es häufig zum Schleudertrauma kommt) ganz sicher das Genick brechen.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: GerlindeK am 11.12.04, 15:17
meine Schulzeit ist schon lange her. Aber ich meine nicht die Fallgeschwindigkeit, sondern die Kräfte, die während der Beschleunigung einwirken, und da spielt das Gewicht doch eine Rolle!! Doch, doch, doch: (Da war doch was mit Masse x Beschleunigung (Kraft??). Deshalb wird doch soviel Wert auf geringes Gewicht gelegt.
Desweiteren streiten sich doch sogar die Gelehrten, wie und was alles geprüft werden soll. Ob der Helm z.B. gegen einen großflächigen oder eher spitzen Widerstand trifft. Und ich denke, beim Reiten ist die Gefahr, daß sich ein Ast durch die Luftschlitze eines Fahrradhelmes bohrt, doch größer als beim Reithelm/Motorradhelm. Und bevor ich theoretisch mein Gehirn zermarter und an der Fallgeschwindigkeit scheiter, setze ich von vornherein einen Reithelm beim Reiten auf. (Weil ich den Mot.helm wegen dem hohen Gewicht nur beim Rollerfahren aufsetze (FußaufdenBodenstampf!).
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: GerlindeK am 11.12.04, 15:23
Zitat:
"Halte ich für höchst unwahrscheinlich. Dafür ist die Beschleunigung beim Buckeln IMHO viel zu gering:"
Was heißt IMHO?
Zitat:
"Also falls diese geringe (wenn überhaupt) Kraft einen Genickbruch verursachen kann..."
Beschleunigung in die falsche Richtung, PLUS Fallgeschwindigkeit PLUS Aufprall im flaschen Winkel (für den der Helm nicht gebaut ist) plus MEHR Gewicht.
(Ich komme aus der Motorradbranche und habe bisher meinem Chef in solchen Aussagen eigentlich  immer voll und ganz vertraut :-\)
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Manfred am 11.12.04, 16:47
Na ja, mir wird diese Diskussion jetzt irgendwie zu chaotisch und rein theoretisch ist sie sowieso, kein vernünftiger Mensch wird einen Motarradhelm zum Reiten aufsetzen. (Weil er a) nur unpraktisch und b) nur lächerlich wäre.)

> Was heißt IMHO?
In my humble opinion. (Meiner bescheidenen Meinung nach)
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Dea am 13.12.04, 15:28
*lacht*
Ist ja interessant, in was für Details diese Diskussion ausartet...

ICH (eigene reitschule, unterrichte Reiten und Volti) handhabe das so:
In meiner Sattelkammer hängen mehrere ältere "herrenlose" Helme verschiedener größen, KEiNE "Sturzopfer". Die kriegen die Kinder, die ne "Schnupperstunde" machen, aufgesetzt (ich achte auf halbwegs passende Größe).

Wollen die Kids nun weiterhin Unterricht, kläre ich die Eltern freundlich, aer bestimmt auf, dass ich Unterricht bei Kindern nur erteile wenn:

Außerdem empfehle ich das Tragen von Handschuhen, damit die ügel nicht durch die vor Aufregung schwitzigen Fäuste rutschen.

Wenn ich wen auf meinen Pferden reiten lasse, soll heissen, diese verleihe oder mal in Beritt gebe (weil mir die Zeit fehlt), lasse ich es mir SCHRIFTLICH geben, dass meine Pferde ausschliesslich MIT helm geritten werden dürfen.

Und wenn ich auf unseren Dorffesten "Ponyreiten" mit den schulponys mache, ist folgendes dabei:

Ich selber habe, trotz Helm, mit 13 einen sehr schweren Schädelbruch beim Reiten erlitten... laut Klinik verdanke ich mein Leben dem Helm. Mir ist seitdem (und ich werde demnächst 42) jeder spott völlig gleichgültig! Es war wochenlang eine rage, ob ich aus dem Wachkoma wieder zurück finde... und danch hat es Wochen gedauert, bis endgültig eine schwere belibende Behinderung ausgeschlossen werden konnte.

dass ich seitdem als Epileptikerin lebe und deswegen zuckende Stroboskoplichter (zB Disco) und auch enthemmende Drogen (auch Alkohol) meiden muss, ist ein geringer Preis fürs Überleben. Mit eiserner Disziplin und geregelter Lebensweise bin ich seit über 20 Jahren anfallsfrei geblieben und niemand außer meinen engsten Freunden weiß überhaupt um die unfallbedingte Epilepsie. Die Gedächtnisschwäche (Kurzzeitgedächtnis und Personengedächtnis betroffen) ist zum Glück nicht so stark ausgeprägt, dass sie auffällt.

Wie gesagt, hätte ich KEINEN oder einen nicht geeigneten Helm getragen, wäre ich, hätte ich überlebt, heute noch im Koma oder geistig schwerstbehindert.

Mein Motto:
Nur wer Hirn hat, schützt selbiges
Und wenn es für meinen Sport spezielle Schutzausrüstung gibt, dann benutze ich diese auch. Mögen die Fahrradhelme auch billiger sein, sie sind fürs Radfahren und fürs Reiten gibt es eben Reithelme.

Gruß
Dea(http://www.mainzelahr.de/smile/krank/mummy.gif)
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: truemelhexe am 14.12.04, 07:49
Hallo Dea,

also was Du da geschrieben hast finde ich klasse, ich meine jetzt, wwie Du das in Deiner Reitschule handhabst. Keiner ohne Helm auf ein Pony/Pferd. Finde ich echt klasse. ICh selber reite auch nur mit Hlem. O.K. ich habe mich auch schon im Schritt ohne drauf gesetzt aber da hatte ich noch keinen Helm und konnte meinen Hoppel eh nur ein wenig im Schritt bewegen. Mache ich heute aber auch nicht mehr.
Geh ich auf mein Hoppel habe ich nen Helm auf. Habe einfach zu große Angst, das was passiert. Habe auch schon einige schlimme Unfälle gesehen.

ICh ziehe echt den Hut vor Dir, so einen schweren Unfall und trotzdem immer noch aktiv und sogar eine eigene Reitschule. Wow.
Du meisters Sein leben echt klasse trotz Deines Unfalles und der daraus resultierenden "Einschränkungen"

Gruß
Sarah
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Haldir am 14.12.04, 23:56
@ Dea:
Höchsten Respekt!!!!!!! Ich kann Dir nur zustimmen. Jede weitere Diskussion hat sich damit dann wohl erledigt. Da kann man nichts mehr hinzufügen.

LG Haldir
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Bea am 08.01.05, 17:19
Hallo Leute,

ich war viele Jahre so ein notorischer Nichthelmtrager. Bis vor ca. 2 Jahren auf der "Koppel" innerhalb kürzester Zeit von drei unterschiedlichen, schlimmen Unfällen berichtet wurde. Alle Drei lagen mit schwersten Kopfverletzungen im Koma und hatten beim Sturz keinen Helm auf. Eine davon ist bei einem Schrittausritt! von ihrem Kreuzbraven Pony kopfüber aufs Pflaster geknallt. *grusel*

Das hat mich doch dann mal zum Nachdenken gebracht und seitdem gehts nur noch mit Kappe auf´s Pferd.

ich habe hier bei Agrar mal einen klasse Spruch gelesen:
"Die Menschen die ohne Helm reiten beweisen, dass sie keinen benötigen".
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: kleineLeseratte am 08.01.05, 17:56
ICh wolte auch einmal meinen Senf dazugebn:

Ich bin eigentlich nie bzw. äußerst selten ohne Helm geritten und seit dem Jahr 2000 bin ich vl. wenns hoch kommt 5 Mal ohne Helm gerittn.

Ich besitze derzeit meinen 5. Reithelm und reite seit 8 Jahren.

Ich weiß, wie wichtig ein Helm ist, da ich im Jahr 2000 einen Reitunfall hatte. Ich ritt ca. 4 Jahre und ritt mit einem Bekannten aus. Wegen einer Kleinigkeit erschreckte sich das Pferd und galoppierte Richtung Stall zurück und mich buckelte es in einer Kurve herunter. Ich weiß nur noch, dass ich zu meinen Papa gegangen bin und gesagt, dass ich mir nicht gut ist.
Diagnose: schwere Gehirnerschütterung, 2 gebrochne finger, gebrochene Hand und Haarriss im Schädlknochn...

Ich bin froh, dass ich da einen Reithelm getragen habe und das mir nicht mehr passiert ist.

mfg kleineleseratte
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: mrs.selfish am 08.01.05, 20:49
Bzgl. Helm und Sicherheitsweste:

Ein heisser Sommertag, eine etwas "heftigere" Traberstute, die zum Durchgehen neigt, und die Überlegung, das verdammte Ding aufzusetzen.
Die Vernunft siegte, ich hab sie aufgesetzt. Ca. 30 min später ritt ich mit der Stute einen Hohlweg entlang, sie hörte im Gebüsch was knacken, peste los, nach 100 m kam ein überhängender Baumstamm, der im Schritt durchzureiten ist (gebückt auf dem Pferd). Nicht aber im Renntrab...
es machte *krack*, mein T-Shirt war zerfetzt, meine Wirbelsäule blutig aufgerissen.
Als ich wieder am Stall war, Pferd versorgt (Kappe immer noch auf), heimgefahren, Kappe abgenommen, die Kappe war in zwei Hälften zerborsten.
Seitdem trage ich IMMER Helm.

Ein paar Jahre später, wieder ein heisser Sommertag, eine Stute, die ich noch nicht so kannte, blöde Mitreiterin, Stute pest los, semmelt einige hundert Meter über Felder, macht eine enge Wendung, ich lande mit dem Kopf im Kohlfeld und mit dem Rücken (Höhe 1. LW) auf einem Stein.
Gehirnerschütterung, Schock, Diagnose ein halbes Jahr später durch Zufall: Bruch des 1. LW.
Ich habe mir jetzt eine Jack Ellis Weste zugelegt, und bin froh drum.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Dea am 09.01.05, 08:29
Hab ich ja schon geschrieben:
Ich bin IMMER mit Helm unterwegs.
Allerdings hab ich ein Problem mit meiner Oberweite... und fühle mich in den dicken Sicherwesten nicht wohl. Ich hab mir im Motorradhandel einen Schuppenpanzer geholt, hab hinten unten einen alngen breiten Gummistraps angenäht, den führe ich zwischen den Beinen nach vorne und durch die dort angebrachte Schlaufe kommt der übleiche Taillenverschluss.
Das Teil sitzt bombig, nach 2-3 Minuten merke ich es gar nicht mehr. Und da ich einen Satel habe, der am Hinterzwiesel nicht besonders hochgezogen gebaut ist, stösst das Teil nicht auf (hab ich beim Kuf ausprobiert... die haben etwas dumm geguckt, als ich mit Sattel anrückte, den auf ein Motorad legte und mit anprobierter Weste aufsaß....
gruß
Dea 8)
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Kimble03 am 10.01.05, 00:00
die haben etwas dumm geguckt, als ich mit Sattel anrückte, den auf ein Motorad legte und mit anprobierter Weste aufsaß....

*auf den Boden fall und mich scheckig lach bei der Vorstellung*

Beim Springen und beim Ausreiten mit fremden/wilden Pferden trag ich meine Sicherheitsweste und den Helm.
Mit meinem Perfektie, der superartig ist trag ich im Gelände nur den Helm.

Dafür ist es ein MilitaryHelm, da hab ich nicht gespart.

Eine Bekannte von mir ist vom Pferd gefallen (bocken beim Galopp) und mit dem Kopf aufgeschlagen.
Sie trug keine Kappe, was ihr laut Arzt (der nur die Kappen mit festem Schirm kennt) aufgrund des Aufschlagwinkels das Leben gerettet hat, weil sie sich sonst das Genick gebrochen hätte.

Darum lobe ich mir mein SeidenSchirmchen an dem Topf-Deckel-Helm.
Weil ich eine Kappe ohne Schirm definitiv für besser als ohne Kappe halte, auch wenn die Lüftungsschlitze im Sommer doch fehlen...

Und noch ne Frage an die Experten:
Ist schon ein Austausch angebracht, wenn mir das Ding von der Boxtür auf den Boden fällt?
*Perfektie gerne Zeug abräumt*
Das ginge mir dann ziemlich ins Geld.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Manfred am 10.01.05, 17:21
Sie trug keine Kappe, was ihr laut Arzt (der nur die Kappen mit festem Schirm kennt) aufgrund des Aufschlagwinkels das Leben gerettet hat, weil sie sich sonst das Genick gebrochen hätte.
Aufgrund des Schirms? DAS muß mir mal jemand "demonstrieren", wie das gehen soll. Kann ich mir nämlich überhaupt nicht vorstellen. (Gebrochene Nase, ja klar, das ist einfach zu verstehen.) Dazu müßte doch die Kappe nach hinten rutschen während man mit dem Gesicht Richtung Boden landet.
Die einzige für mich vorstellbare Genickbruch-Gefahr hat nichts mit einem Schirm zu tun. (Aber schon mit alten Kappen, da die hinten weiter runter gereicht haben.) Wenn man in Rückenlage Kopf voraus landet kann es tatsächlich passieren, daß der Helm leicht nach hinten gedrückt wird beim Aufprall.
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Kimble03 am 10.01.05, 17:33
Genau, sie ist genau ins Gesicht/Kopf nach hinten gefallen, wenn sie eine alte Schirmkappe getragen hätte, wären es evtl.genau die paar Milimeter mehr gewesen.
Sicher sein kann man sich natürlich nie, aber so hat der's ihr halt gesagt.


Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Eva am 11.01.05, 09:21
Manfred: Genau DESHALB ist in der aktuellen DIN nur noch ein flexibler Schirm zugelassen. Fällst aufs Geschicht, Schirm bort sich in den Boden, drückt Deinen Kopf zurück.

Wie oft sowas passiert ist, weiß ich natürlich auch nicht. :/
Titel: RB und Helm
Beitrag von: Starling am 02.04.06, 12:52
Hallo,
ich hab da mal ne frage. Und zwar habe ich seit einem Jahr eine RB. Ich komme seit einem stallwechsel letztes Jahr nun nur noch am We wenn die Besitzeirn nicht da ist. Es gibt keinen Reitbeteiligungsvertrag und ich bin auch noch unter 18 (so gut wie 17). In seltenen Fällen reite ich als ohne Helm. Wie ist das nun wenn mir was passiert? Ich hab schon etliche Themen gefunden, aber blick da mit den ganzen versicherungne nicht durch. Wenn ich mit Helm runterfalle, wer haftet da? Und wer haftet ohne Helm? Weiß nicht wie ich über die Besitzeirn versichetr bin, hab mir da bisher auch nie Gedanken drüber gemacht. Ich selber habe eine Unfallversicherung die Reitne mit einschließt. Aber besteht da automatisch helmpflicht?!
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Mathi am 02.04.06, 13:28
Starling, leider weiß ich das auch nicht... würde mich auch mal interessieren... hoffe jemand kann uns da auskunft geben.

ps. bisher reite ich nur mit helm...
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Viki am 02.04.06, 23:47
Jede Versicherung wird versuchen, Geld zu sparen - ihr könnt ja einfach nachfragen, aber ich wäre sicher, dass jede Unfallversicherung sofort die Leistungen kürzt oder gar nicht zahlt, wenn ohne Helm geritten wurde.
Setzt halt einfach einen auf  8) Es gibt heutzutage wirklich tragbare bequeme Helme - zwar nicht ganz billig, aber das sollte der Kopf schon wert sein. Ich hatte früher auch keinen Helm auf, aber aus heutiger Sicht war das hirnverbrannt....
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: carola am 03.04.06, 07:26
Ich war überrascht, dass die erste Frage bei meinem schlimmen Reitunfall, bei dem ich mir das Bein verletzt hatte, schon von den Rettungssanitätern und später auch vom Notarzt kam "hatte sie einen Helm auf?". Den hatte man mir schon abgenommen, da wie gesagt das Bein betroffen war und der Kopf nichts hatte. Keiner hat die Frage verstanden, aber ich denke, es wird einen Grund gehabt haben, dass sie gestellt wurde. Nach einem Unfall einer Freundin vor Jahren, die ich mit Schädelprellung ins Krankenhaus gebracht habe und die auf dem Weg dahin nur Unsinn erzählt hat, war ich so geschockt, dass ich seither immer "mit" reite. Fühle mich inzwischen nackig ohne. Und würde einer RB vorschreiben, dass sie einen zu tragen hätte, vor allem, wenn minderjährig. Wenn der was passieren würde, würde ich doch meines Lebens nicht mehr froh, Schuld oder Nicht-Schuld.
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: steffi81 am 03.04.06, 08:18
Habe mich da auch mal erkundigt und bin zu folgendem Ergebnis gekommen!

Egal was Du Dir bei einem Sturz verletzt, es kommt immer die Frage, ob Du einen Helm auf hattest. Sollte das nicht der Fall sein, wird die Versicherung versuchen, das Geld vom Pferdebesitzer zu holen, bzw. Du musst für den Schaden selber aufkommen. Wenn du unter 18 bist, ist das ganze noch ein wenig komplizierter, da man da gleich an den Pferdebesitzer und seiner versicherung rantritt. Wenn dieser dann bei seiner Haftpflicht nicht angegeben hat, das die Reitbeteiligung mitversichert sind, ist das alles allerdings noch komplizierter. Meistens beinhaltet diese HP dann, den Gelegenheitsreiter, also jemand der gelegentlich kommt. Wenn du allerdings jeden Do reitest oder einmal die Woche, bis du schon regelmäßig da, und zählst unter RB.
Auf jeden Fall würde ich allen Pferdebesitzern mit RB raten, ein Schriftstück aufzusetzen, das das Tragen des Helmes als Pflicht beinhaltet. Notfalls von den Eltern unterschrieben. Reine Vorsichtsmaßnahme, da der PB dann abgesichert ist. Jedenfalls hab ich´s so gemacht, weil bei uns niemand mit Helm reiten will, ist halt nicht chick.  ??? :(

LG Steffi
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Mathi am 03.04.06, 09:34
gut, dann trag ich weiterhin einen... ohne fehlt mir auch was, ich weiß net. hab ihn sogar im winter bei den schritt ausritten getragen (der boden ließ nichts anderes zu), aber bin es auch nicht anders gewohnt.

bei uns ist es gemischt, der eine trägt ihn, der andere nicht.
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Aleike am 03.04.06, 09:40
Zur Helmfrage der Sanis: Die wollten nur wissen, ob sie sich in Ruhe um das Bein kümmern können, oder noch den Kopf auf Verletzungen "abklopfen" müssen.

Ich denke bei einem Unfall der RB wird deren Versicherung auf jeden Fall versuchen, Kosten auf den Pferdebesitzer abzuwälzen. Ob dem wiederum dann seine Pferdehaftpflicht zur Seite steht, ist eine andere Frage. In jedem Fall wird eine Versicherung versuchen, bei einer Kopfverletzung ohne Reithelm mit dem Hinweis auf eigenes Mitverschulden ihre Leistungen zu mindern.
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Starling am 03.04.06, 15:13
Also muss gleich mal sagen, dass ich im Gelände oder beim Springen immer n helm trage, aber irgendwie gewöhn ich mir leider grad an in der Halle bei der normalen dressur als ohne Helm zu reiten. einfach weil ich immer den Helm der Pferdebesitzeirn nehmen müsste und ich das irgendwie nicht richtig finde. ist ja schließlich ihr Helm für den sie bezahlt hat.

Frage war eigentlich nur, bin ich denn schuld wenn mir was passiert? Also wendet sich die versicherung an mich? und wo kann ich das nachlesne in meiner versicherung wg helmpflicht? wenn da nix steht, dann müsste sie da ja trotzdme bezahlen oder?!
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Aleike am 03.04.06, 15:19
Sich einen Helm zu teilen, gerade im Sommer, wenn man vermehrt schwitzt, ist schon ein bisschen eklig :-X.
Gönn Dir doch einen Casco Youngster, die kosten nur knapp 50 € (sowas zahlen auch gern mal besorgte Eltern/Großeltern), passen sich auch besonders länglichen Schädeln wie meinem gut an und sind bequem und luftig.
Da hat man was Eigenes ;D.
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Manfred am 03.04.06, 16:39
@ Starling:
> Frage war eigentlich nur, bin ich denn schuld wenn mir was passiert? Also wendet sich die versicherung an mich?
Welche Versicherung? Deine Krankenversicherung nach allem was ich weiß sicher nicht! Deine Unfallversicherung könnte die Leistung kürzen.

> nachlesne in meiner versicherung wg helmpflicht? wenn da nix steht, dann müsste sie da ja trotzdme bezahlen oder?!
Das läuft dann allgemein unter "grobe Fahrlässigkeit".


@Steffi:
> Egal was Du Dir bei einem Sturz verletzt, es kommt immer die Frage, ob Du einen Helm auf hattest. Sollte das nicht der Fall sein, wird die Versicherung versuchen, das Geld vom Pferdebesitzer zu holen

Das ist so nicht richtig: Die Versicherung (ich nehme an, Du sprichst von der Krankenversicherung) wird nach Möglichkeit _immer_ versuchen, sich das Geld vom Pferdebesitzer (bzw. dessen Haftpflicht) wieder zu holen.
Hier ist es m.E. im Gegenteil sogar so: Wenn ohne Helm geritten trifft den Reiter eine Mitschuld, d.h. der Pferdebesitzer (bzw. dessen HPV) müssen nur einen Teil des Schadens übernehen.  (Jetzt mal unabhängig von der ersten Frage, in wieweit überhaupt das "Pferd" schuld ist oder nicht.)
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Thesi am 03.04.06, 16:53
Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass man laut (Unfall-)Versicherung einen Helm tragen MUSS, wenn es keine gesetzliche Regelung dazu gibt und es in den Versicherungsbedingungen nicht angegeben ist.

Dann müssten ja analog auch Radfahrer Helme tragen, Schifahrer, Inline-Skater... da ist in der Zwischenzeit auch bekannt, dass es in diesen Sportarten ohne Helm zu schwereren Unfällen kommen kann.

An sich gibt es (in Österreich wohlgemerkt) Auschlussgründe für Zahlungen aus der Unfallversicherung... die kann sich jede Versicherung zwar selbst regeln, aber in den "allgemeinen" Ausschlussgründen steht nichts von Reiten mit Helm (dort stehen z.B: Teilnahme an motorsportlichen Veranstaltungen, Fallschirmspringen,...).

Das ist aber alles ohne Gewähr... ich habe aber gerade eine Anfrage an "wissende" Stelle gestellt. Ich arbeite in einer Versicherung, ich hoffe also, dass ich wen auftreiben kann, der über die rechtlichen Konsequenzen in Österreich Bescheid weiss (zum meiner Verteidigung: ich arbeite in der Personalabteilung, ich muss es nciht wissen).
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: GilianCo am 03.04.06, 17:40
.. da würde ich mich tatsächlich bei meiner Versicherung erkundigen, ob sie darauf besteht, daß ein Helm getragen werden muß. Tatsächlich (damit bin ich bei mir im Stall aber fast alleine) reite ich immer mit Helm, fühl mich ohne auch gar nicht wohl.

Die Schuldfrage ist möglicherweise davon unabhängig. Wie ist denn das im Stall, im Nachbarstall müssen alle, die noch nicht 18 Jahre alt sind, immer mit Helm reiten, das schreibt der SB so vor. Finde ich an sich auch keine schlechte Sache....
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Mathi am 03.04.06, 19:30
mit helmpflicht: ist bei uns au so... in reitstunden schulpferden sowieso, unter 18 keine diskusion, aber die mit eigenen oder pflegepferden über 18 tragen kaum noch n helm...

aber mag mir egal sein... ich hab meine versicherunstypi gefragt, der meinte, es sei immer von vorteil, wenn man einen trägt, egal ob was passiert oder nicht... schafft einfach klare verhältnise und nicht ewige hin und hertuerei, wer s den zahlen soll
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Starling am 03.04.06, 20:07
Mh, irgendwie hat sich das bei mir erts im neuen stall eingebürgert. Dort reiten sehr viel ohne Helm. Früher im alten stall gabs nur einen Platz. Da hab ich mich auf der RB auch nicht 100% sicher gefühlt und immer n Helm angehabt. Aber so langsam werd ich nachlässig. heißt ja nicht, dass ich immer ohne Helm reite.

Ich seh schon. irgendwie eindeutige Antworten gibts da wohl nicht. werd wohl meine Mutter beauftragen müssen, das mal bei der Versicherung rauszufindne. klar, am besten ist immer einem passiert nix. Aber halt im Falle des Falles wäre es blöd, wenn ich dann ohne Geld dasteh  ::)

Ja, in vereinen und gerade bei Schulreitern ist das oft so. Nur unser stall ist halt ein Privatstall, das heißt jedme ist es selbst überlassen.

@ Aleike
Natürlich hab ich einen eigenen Helm! Sogar so ein richtig passables Ding für 70€ oder so. nur der Spind platzt aus allen Nähten und in meiner Eigenen kleinen box ist für sowas natürl. auch kein Platz  :-\
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: carola am 04.04.06, 08:48
Starling, die Haftpflichtversicherung wird dir nie einen Strick draus drehen. Aber sämtliche Ansprüche, die du gegen Sozialversicherer, Haftpflichtversicherung des Pferdes etc. pp. hast, können eben vor gericht gekürzt werden, wenn der Richter dir eine Teilschuld einräumt. Es geht dann letztendlich nicht darum, OB sie zahlen, sondern WIEVIEL. Und das wäre mir abgesehen vom persönlichen Risiko doch was Wert. Und ich behaupte auch mal, dass die schlimmsen Unfälle nicht unbedingt auf gefährlichen/risikoreichen Pferden passieren. da ist man gewappnet. Oft passieren die Unfälle schlicht und einfach aus Nachlässigkeit. Weil man doch so gemütlich im Schritt auf einem braven Pferd durchs Gelände bummelt und sich an der Natur erfreut und mit den Gedanken woanders ist. und dann bringt einen der plötzliche Hopser des braven Pferdes, das sich eben auch mal erschreckt, schnell in Wohnungsnot. Wie gesagt, kann, muss nicht. Mein Unfall ist übrigens auf einem grottenbraven Pferd in der Halle passiert. Aus Nachlässigkeit. Es hätte auch der Kopf sein können.
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: holzwurm am 04.04.06, 08:53
Starling

wenn der Spind keinen Platz mehr hat, dann nimm den Helm in die Hand oder auf den Kopf wenn Du zum Stall fährst. Macht bei uns jedes Kind und das sieht durchaus nicht lächerlich aus. Für die Zeit beim Putzen kann man das Teil irgendwo in Reichweite ablegen.

Du hast einen Helm, benutze ihn, nicht wegen der Versicherung sondern um Deiner Gesundheit willen... es haben sich schon Leute an der Bande den Kopf angeknackst.  :o
War selber früher so ein Oben ohne Reiter, und hatte nur das Glück dass meine erste Stute ein absolut cooles Pferdchen war. Heute würde ich das nie wieder so machen.

Und was die Versicherung anbetrifft - auch wenn's nicht im Vertrag steht, im Fall des Falles drehen die Dir todsicher einen Strick draus, wenn Du ohne Helm einen Unfall hast. Versichert ist eben nur das, was AUSDRÜCKLICH erwähnt wird in den Vertragsbedingungen...  ::)
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Thesi am 04.04.06, 09:49

Und was die Versicherung anbetrifft - auch wenn's nicht im Vertrag steht, im Fall des Falles drehen die Dir todsicher einen Strick draus, wenn Du ohne Helm einen Unfall hast. Versichert ist eben nur das, was AUSDRÜCKLICH erwähnt wird in den Vertragsbedingungen...  ::)

Naja, nach allem, was ich über Versicherungen gelernt hab, würd ich's eher umgekehrt sehen: alles, was in den Vertragsbedingungen steht ist AUSGENOMMEN (wobei das in Deutschland anders als in Österreich sein kann).
Aber ich warte diesbezüglich noch auf die Antwort einer "Wissenden".

Wobei reiten mit Helm sicher unabhängig von Versicherungsdeckungen sinnvoll ist... und ich immer wieder ein schlechtes Gewissen hab, wenn ich wieder mal ohne geritten bin, weil das Pferd eh so brav ist  ::)
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: terra am 04.04.06, 10:20
Und dann gibts da sowas wie Fahrlässig und Grob fahrlässig.

Sehr gute Infos über das Reiten "oben ohne" gibts bei der FN - www.pferd-aktuell.de, dann etwas suchen in den Merkblättern.

Ich reite draussen nur mit Helm, ist ja auch ein guter Schutz gegen tiefhängende Äste und Regen, Westernsattel hin oder her. Von mir aus kanns uncool aussehen. Beim Springen, auch wenns nur ein bisschen Gymnastik ist, ist er auch immer auf meinem Kopf, lediglich bei der Dressur hängt er zwischenzeitlich am Haken.
Ein guter Bekannter ist an seinen schwersten Kopfverletzungen nach einem Reitunfall ohne Helm verstorben. Ich habe ihn im KH noch mal "besucht" - und mit dem Arzt gesprochen: mit Helm hätte er wahrscheinlich nur eine Gehirnerschütterung gehabt. 

lg
ed
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: carola am 04.04.06, 10:23
Hallo, von welchen Versicherungsbedingungen sprecht ihr denn eigentlich? wenn ihr die Haftpflicht meint, da steht sowas NIE drin. Und wie gesagt, selbst grobe Fahrlässigkeit ist versichert. Aber dann kann es ja immer nur um die Versicherung des pferdes (also des besitzers) gehen. und Mitschuld verringert eben die Ansprüche. Bei der Unfallversicherung gibt es ebenfalls keinen Ausschluss von grober Fahrlässigkeit. Nur bei Trunkenheit, Begehen von Straftaten etc. Die müssen also zahlen, ob sie wollen oder nicht. aber das hilft einem eben im Falle eines Fallens nicht wirklich weiter. Alles andere ist anderweitig geregelt (Sozialversicherungsgesetze...).
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Aleike am 04.04.06, 11:15
Ich trage meinen Helm nicht, weil ich mich unsicher auf meinem Pferd fühle, sondern weil ich schütze, was mir wertvoll ist ;D 8). Immer.

Einmal habe ich erlebt, wie eine Reiterin auf eine alten, grottenbraven Haflinger im Schritt! auf dem Reitplatz sich eine schwere Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit und Gedächtnisstörungen zugezogen hat, weil das Pferd plötzlich mit ihr einfach umgefallen ist :o! Das Pferd ist danach wieder aufgestanden, sie nicht.
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: terra am 04.04.06, 11:45
Der Unfall an sich - also KH, Notarzt/-wagen, Verdienstausfall (meldet der Arbeitgeber Forderungen an) wird immer übernommen, notfalls von der eigenen Krankenversicherung (nach Streit mit allen weiteren in Frage kommenden Versicherungen, z.B. der Tierhalterhaftpflicht, wenn die RB gestürzt ist).
Schmerzensgeld ist bei Reitunfall ohne Helm - natürlich nur, wenn der Kopf betroffen ist - allerdings genauso wenig drin wie beim Reiten mit ordentlich Alk im Blut. Einige Unfallversicherungen haben das Reiten generell, andere das ohne Helm, andere die Teilnahme an Veranstaltungen...ausgeschlossen, hierfür wäre dann eine separate Reiterunfallversicherung sinnvoll - oder man lebt nach dem Unfall (wenn er denn schlimm genug war) von der Stütze.

lg
ed
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Montassil am 15.04.06, 12:14
Mit dem Helm verhält es sich genauso, wie mit dem Anschnallen beim Autofahren. Beim Unfall (beim Reiten gerade bei Kopfverletzungen), wird die Versicherung direkt die Haftungsquote nach unten setzen, wenn du keinen Helm aufhattest. Wenn sie überhaupt noch zahlt und nicht versucht, die Kosten auf andere abzuwälzen. Im Falle des Unfalls wäre das dann womöglich zu spät, da dir, bzw. deinen Eltern enorme Kosten entstehen würden. Schließlich geht es nach einem schweren Unfall nicht nur um die Genesung, sondern auch um die jetzigen und künftigen materiellen und immateriellen Kosten. Das heißt, die Krankenkasse und andere Sozialleistungsträger wollen auch irgendwann ihr Geld zurückhaben, dafür ist eigentlich die Unfallversicherung da oder, wenn soweit versichert, die Tierhalterhaftpflicht. Der Tierhalter sollte eigentlich immer soweit versichert sein, dass auch weitere Personen gegen Schäden abgesichert sind, die beim Reiten oder beim Umgang mit dem Pferd entstehen können.

Soweit ich die "Reitfälle" unserer Kanzlei im Kopf hab, hat glaub ich immer die Tierhalterhaftpflicht gezahlt, auch, wenn es sich nur um gelegentliche Reiter gehandelt hat. Wie weit, bzw. welche Zukunftsschäden, Schmerzensgeld etc. gezahlt wurden, weiß ich jetzt nicht genau, kann aber gerne nach meinem Urlaub mal in den Akten nachschauen.

Ich hatte bei meinem Pferd immer einen weiteren Reiter mitversichert, der war nicht festgelegt, da ich keine RB hatte. Das war mehr aus den Gründen, dass die Weiden an dem ersten Stall oft weiter entfernt waren und es einfach zu riskant war, dass ein anderer mein oft schwieriges Pony von der Weide geholt hat und das Pony dann doch gern mal einen unerwarteten Aussetzer hatte.

Frag besser mal bei der Besitzerin nach, wie das mit ihrer Versicherung geklärt ist.

Und so weit ich weiß, bist du als Minderjährige ohnehin verpflichtet, einen Helm zu tragen.
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Unie am 15.04.06, 12:54
Starling, soll deine Frage hier bedeuten, daß du zukünftig doch immer ganz regelmäßig den Helm tragen wirst, wenn die Versicherung dir/deiner Mutter sagt, daß sie nur bei Helmnutzung zahlt? Und sollte sie sagen, daß sie so oder so zahlen, schleicht sich halt weiterhin ein, daß du ohne reitest? Ist das wirklich das Wichtigste für dich, ob sie für deine Nachlässigkeit (nettes Wort übrigens, kann man auch ganz anders bezeichnen) bereit sind, Geld rauszurücken? Ich bin wirklich ganz baff. Einerseits bist du offensichtlich erwachsen genug, dir diesbezüglich Gedanken über deine Zukunft zu machen, andererseits reichen diese Gedanken nur bis zum Geld. Daß Kopfverletzungen dazu führen können, daß dein größtes  Problem ist, wer dir zukünfig den Arsch abwisch, wer dich füttert und dir deinen Sabber vom Kinn wischt - denkst du auch daran? Ich bin wirklich ganz baff, daß du dir zwar Gedanken machst, aber eben nur darum, woher du später Geld bekommst. :o ???
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Manfred am 15.04.06, 19:57
> Krankenkasse und andere Sozialleistungsträger wollen auch irgendwann ihr Geld zurückhaben, dafür ist eigentlich die Unfallversicherung da
Sorry, aber das ist falsch! Eine Unfallversicherung ist ganz sicher NICHT dafür da, Regressforderungen der Sozialversicherungsträger zu erfüllen.

> oder, wenn soweit versichert, die Tierhalterhaftpflicht.
Die schon eher, bzw. halt der Tierhalter wenn keine HPV besteht.

> Und so weit ich weiß, bist du als Minderjährige ohnehin verpflichtet, einen Helm zu tragen.
Ähm? Von wem ???


@Unie: Wie recht Du doch hast..... :-X

Gruß
Manfred
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Montassil am 15.04.06, 21:05
Sorry, ich meinte die Haftpflichtversicherung.


Helmpflicht für Minderjährige: Woher ich das hab, weiß ich nicht, ich weiß nur, dass es damals bei uns im Verein so gesagt wurde. Ich war bei einigen Neuanmeldungen dabei und bei den Gesprächen wurde gesagt, dass laut Gesetz Minderjährige zum Helmtragen verpflichtet seien. Ich kann mal versuchen herauszufinden, woher sie das haben, aber versprechen kann ich nicht. Ich lebe nicht mehr in der Gegend und meines Wissens nach existiert der Verein nicht mehr, aber vielleicht kann ich mal einen der ehemaligen Vorstandsmitglieder erreichen.
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Manfred am 16.04.06, 11:01
Ich denk das war schlicht eine vereinsinterne Regelung, ist bei einigen Vereinen so.  Ein Gesetz dazu gibt es jedenfalls nicht. (Vermutlich war mit "Gesetz" die Satzung des Vereins gemeint. *g*)
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Montassil am 16.04.06, 19:09
Kann gut sein, hab gestern vergessen nachzufragen. Ich hab seitdem nie wieder was davon gehört. Jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass die Helmpflicht in den AGBs einer Tierhalterhaftpflicht- oder Unfallversicherung drinsteht. Genau weiß ich es nicht, da ich kein Pferd mehr habe und meine Meersäue noch nicht haftpflichtversichert habe  ;)
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Cashy am 16.04.06, 19:56
Damit alle Klarheiten beseitigt sind:

Haftungsrechtliche Folgen des Reitens ohne Helm (http://data.fn-dokr.de/data/home/2/237.pdf)
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: HeavyHorse am 17.04.06, 00:45
Was mich persönlich intressieren würde: Wie sieht es auf dem Turnier in einer Dressurprüfung, in der ich einen Zylinder trage, aus?
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Terrier am 17.04.06, 14:41
Horse -  ;D Diese Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. ::)
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: HeavyHorse am 17.04.06, 15:05
Wenn man es logisch angeht müsste die Prüfung ja dann eigendlich auch als Reiten ohne Helm zählen, aber was will jemand der M und S Dressur reitet machen?

Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Manfred am 17.04.06, 15:25
Ganz ehrlich, ohne böse sein zu wollen: ;)

Ihr seid tatsächlich in der LK für Zylinder aber reitet sonst immer mit Helm? Echt? Bin baff, kenne da nämlich sonst niemanden... ;)  (Andernfalls wäre die Frage doch eigentlich völlig unwichtig?)

Und zur Frage selbst: Ich gehe davon aus, daß es Eure eigenen Pferde sind. Dann geht's eh nur um die Unfallversicherung. -> In deren VBs nachschauen!

Gruß
Manfred
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Thesi am 18.04.06, 10:54
IN dem Fall hilft wohl wirklich nur in den Vertragsbedingungen nachschauen... wenn Reiten ohne Helm ausgenommen ist oder es eine Leistungsminderung gibt, muss das wohl in den Vertragsbedingungen drinnen stehen.

Ich hab mich bei meiner Unfallversicherung erkundigt... die Antwort war, dass unabhängig von Fahrlässigkeit gezahlt wird... also auch bei Reiten ohne Helm. Das kann aber von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich sein (ich kenne auch Unfallversicherungen, wo Reiten grundsätzlich ausgenommen ist).
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Terrier am 18.04.06, 16:20
Manfred - Ich reite eigentlich immer mit Helm. ;D Es sei denn auf den Regelturnieren. Da reite ich dann die L/M-Dressuren mit Zylinder. Habe auch schon einen SG damit geritten ::)
Aber die LK hat doch nichts damit zu tun. Ich möchte meinen Schädel schützen und das geht dann (leider) nicht sogut auf den Regelturnieren.Es sieht, glaube ich, ;D bissel komisch aus, in einen St. Georg mit Helm einzureiten ;D ;D...und dann noch zum Frack ::)
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Manfred am 18.04.06, 17:07
> Aber die LK hat doch nichts damit zu tun.
Da hast Du natürlich Recht! ;) Ich bezog mich eben auf meine Erfahrung/Beobachtung so "landauf-landab" in den Ställen die ich kenne. Abgesehen davon, daß sowieso die meisten ohne Helm reiten, hatte ich eben den Eindruck, daß Reiter etwas höherer Klassen (also spätestens ab L *g*) noch viel weniger mit Helm unterwegs sind, und schon gleich gar nicht beim Dressur-Reiten. - Aber ist ja gut, wenn es ein paar rühmliche Ausnahmen gibt, drum hab' ich ja extra gefragt. ;)

Wie gesagt, versicherungstechnisch hängt es vom Vertrag ab, da hilft nur nachlesen. Was natürlich die (viel wichtigere) persönliche Sicherheit betrifft, da kann ich Dir auch nicht raten... - Ich fürchte der Markt für "Reithelme in Zylinderform" wäre etwas sehr eng, als daß sich eine Entwicklung lohnen würde.
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Terrier am 18.04.06, 23:24
Manfred - Reithelme in Zylinderform........sehr gute Idee ;D
Wenn ich nun noch erzähle, dass ich sehr oft auch mit einem Dreipunkthelm reite, Werde ich sicher bald doch für bekloppt gehalten ::)
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: sway am 19.04.06, 00:16
Hi!

Also bei meiner Unfallversicherung und bei meiner Haftpflichtversicherung steht drin dass ich einen stabilen Kopfschutz zu tragen habe um volle Leistungen zu erhalten. Deshalb niemals ohne... Obwohl ich auch so ne Phase hatte :-\ Bin in der Zeit auch einmal stark gestürzt, zum Glück nicht auf dem Kopf und ohne Bleibende Schäden... Dennoch es war auf einem ruhigen schrittausritt mit einer Freundin, wir fröhlich am labern, da schlägt ohne Vorwarnung ihre Stute gegen Meine aus- Meine macht einen Satz und ich lieg unten (ohne Sattel damals) auf Asphalt. Mein Rücken war komplett Blau, einige Minuten lang konnte ich mich kaum bewegen... Das war mir eine Lehre, es hätte ja auch mein Kopf sein können. Auf mein Pferd kommt niemand ohne Helm!

Liebe Grüße sway

Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Starling am 23.04.06, 20:54
@ Manfred
Das stimmt. Je fortgeschrittener die meisten Reiter sind, desto weniger reiten sie mit Helm. ich hab *leideR* noch nie einen RL mit Helm erlebt. selbst beim Springen reiten die immer ohne.

@ unie
Ach gott, meine Frage war einfach, ob ich dann dafür schuld bin. Und ich trage zur Zeit auch oft einen, ich bin kein notorischer "Ohne-Helm-Reiter". Ich reite grundsätzlich mit Helm, aber eben auch nur wenn ich meinen eigenen dabei hab. Sonst leih ich mir nur einen fürs Springen oder Ausritt. Ich werd versuchen meinen helm mal im stall zu deponieren, ih immer mitzunehmen darauf habe ich keine Lust. Ich fahre nämlich einzeln, also nur Hinfahrt erstmal 1 Stunde mit dme zug und muss dann noch ne halbe Std. laufen. Da die ganze Zeit n helm in der Hand zu haben, manchmal hab ich sogar nochs Fahrrad dabei, nee das ist mir zu stressig.
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Terrier am 23.04.06, 23:04
Starling -  ;D Es gibt eine ganz tolle Erfindung. Da ich a nicht genau weiss wo Du wohnst, kann es natürlich sein, dass Du sowas noch garnicht kennst ::) Man nennt es "Rucksack" ein äußerst praktisches Ding. Eine Art Tasche, die man auf dem Rücken tragen kann. Da kann man viele Sachen reintun und hat die Hände immer frei ::) :-*
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: terra am 24.04.06, 07:58
Ich hätte gerne einen sicheren Hut - klar, es gibt so seltsame GF-Kapseln, die man sich überstülpen kann - aber da gibts nur eine Form - und die passt nicht auf meinen Quadratschädel.
Denke, für sichere Zylinder und Hüte gäbe es schon einen Markt, vor allem, wenn man dann den Zylinder schon für RWB und E-Dressur aufsetzen dürfte.

Terrier, zum Jacket passt doch immer der Helm, egal welche Klasse - egal ob Regelturnier oder nicht.
Frack und (farbiger)MilitaryHelm - das sähe bestimmt heiss aus ;D

lg
ed

Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Starling am 24.04.06, 12:36
@ Terrier
Darum gehts ja jetzt auch gar net. Hab ja grad gesgat, dass ich ab Mai meinen Helm im Anhänger bunkern werde. Aber in dne Rucksack pasts mein helm zumindets nicht, weiß ja nicht ob du Wanderrucksäcke benutzt  :P
Titel: Re: RB und Helm
Beitrag von: Terrier am 24.04.06, 13:30
Starling - Keinen Wanderrucksack aber einen von "Eastpak" muss zwar auch ein bissel fummeln, aber der Helm passt darein
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Sohni am 10.05.22, 20:03
schönen guten Abend ich bin neu hier und habe mal eine grundlegende Frage:

ich bin Stallbesitzer und habe einige Einsteller, nun meine Frage wenn ein Einsteller auf meinem Reitplatz ohne Helm reitet und es passiert was,
 kann ich dafür verantwortlich oder mit zu Rechenschaft gezogen werden,
gibt es da einen entsprechenden Gesetzestext?

Mfg
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: GilianCo am 01.10.22, 23:56
Frage ist schon wieder ewig her, aber dennoch: bei uns hängt ein Schild, Reiten ohne Kappe auf eigene Gefahr, keine Haftung durch den Stallbesitzer. (oder so ähnlich, da ich immer mit Kappe reite, habe ich den Satz grad nicht so im Kopf, betrifft mich ja eh nicht...)
Titel: Re: Reiten ohne Helm
Beitrag von: Angelika am 02.10.22, 07:27
Unter 18 Jahren ist Reiten mit Helm Pflicht. Im Schulbetrieb bei uns für alle Reiter, für Reiter die Unterricht reiten auch. Ansonsten liegt es bei Betreibern von Hallen und Reitplätzen, das in der Anlagenutzung festzuschreiben und zu kontrollieren.