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Das kranke Pferd => Homöopathie, Osteotherapie, Akupunktur => Thema gestartet von: naomi165 am 08.06.05, 12:27

Titel: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: naomi165 am 08.06.05, 12:27
Hallo zusammen,

ich würde euch mal bitten, zu schildern, was Eure Tierheilpraktiker so verlangen und was sie dafür machen.

Kurz zu meinem Beispiel.

Ich hatte letzte Woche eine THP bei uns am Hof und hatte sie eigentlich zur Behandlung eines Pferdes gerufen. Fakt war dann, das insgesamt 6 Pferde von Ihr angeschaut wurden – hatte sich dann eben während des Gesprächs so ergeben. Sie wurde mir von einer Bekannten empfohlen, die mir auch gesagt hatte, dass sie alles genau erklärt und sich auch genügend Zeit nimmt.
So, jetzt hat die gute Frau 6 Pferde innerhalb 2 Stunden angeschaut, abgehört, Tröpfchen gemixt und mind. noch 15 Minuten Small-Talk gemacht. Außerdem hat sie meiner Meinung nach überhaupt keine meiner Fragen plausibel erklärt – wozu ich dazu sagen muß, dass ich absoluter Neuling auf dem Gebiet der Homöopathie bzw. Tierheilpraktik bin und auch nichts davon verstehe. Aber wenn ich z. B. was frage und sie mir dann zur Antwort gibt , dass das alles die Homöopathie machen würde, ist das für mich nicht plausibel erklärt. Dann will sie auch, dass wir ab sofort, nicht mehr entwurmen oder impfen oder irgendwelche Leckerlis füttern usw.  Ist das bei allen so, oder ist sie ein extremes Beispiel???
Dann will sie z. B. auch das ich meine Stute, trotz Sehnenanriss wieder reite  und sie wieder ganz normal in die Herde schmeiße – sie steht normalerweise im Offenstall. Momentan halt ich sie aber mit 2 anderen Pferden separat auf nen kleinen Koppel, was heißt klein 70 x 30 m, und nachts in der Box – wobei ich finde das reicht. Ist mir alles jedenfalls sehr suspekt.
So und jetz der Hammer, sie hat bei 3 Pferden pro Pferd 90 Euro verlangt und für die anderen 3 Pferde gesamt 200 Euro – sprich sie hat in 2 Stunden 470 Euro abkassiert.  :o
Ist das normal???? Ich finde das schon ziemlich krass, weil sie sich bei 2 Pferden auch grad mal 5 Minuten Zeit genommen hat und das wars.

Jetz würde mich mal interessieren, was ihr dazu sagt und ob ich mich jetz aufregen muß oder nicht.

Danke jetz schon mal für Eure Meinungen.

Ach ja, unser Stall ist genau in der Mitte von Bayern, vielleicht tut das auch noch was zur Sache wegen des Preises.

Gruß
naomi
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Nattrun am 08.06.05, 13:32
Die Frage ist - was war verabredet?
Für eine homöopathische Konstitutionsbehandlung (also "das" Mittel finden) ist eigentlich eine längere Frageaktion vonnöten, meist mit Fragebogen und sehr ausführlich. Dafür verlangen die meisten so einen Preis, den ich aber auch gerechtfertigt finde, weil das Zusammenstellen und Auswerten des Fragebogens viel Arbeit ist und Hirnschmalz verlangt. Aber für ein bisschen Tröpfchen zusammenmischen und nach-Bauch-entscheiden finde ich das happig.
Ich habe mal eine derartige Rechung bekommen, zwar Anamnese, ja, aber ohne Mittelfindung - der Dame ist nichts anderes als Arnica C30 eingefallen (wo ist das Smilie mit KopfgegendieWand? :o ), was natürlich kompletter Schwachsinn war, trotzdem bekam ich ne Rechnung. Und bei 0 Grad und Schnee im Offenstall einen Blutegel setzen wollen ist auch ne echt schräge Idee  ::) .
Ich habe trotzdem bezahlt, weil ich keinen Bock mehr auf die hatte.

Für die Anweisungen, nicht mehr zu entwurmen und keine Leckerlis mehr zu geben hätte ich zu gerne eine plausible Begründung *nochmalKopfgegendieWand*.
Bei Deiner Sehnengeschichte finde ich gut, wie Du Bewegung organisiert hast - für alles weitere (reiten, mehr Bewegung) würde ich eher den TA fragen als eine Tröpfchenmischerin.

Ja, ich würde mich aufregen.
Seriöse THPs mit fundierter Ausbildung findest Du unter www.fn-thp.de nach PLZ geordnet.
Nattrun
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Lillebror am 08.06.05, 14:09
Zum Preis-Leistungsverhältnis kann ich nichts sagen.

Die Tatsache aber, daß die Dame von Entwurmungen und Impfungen abrät, disqualifiziert sie in meinen Augen. Das sind zwei Punkte, die - auch nach Aussagen von THPs, die ich kenne und schätze - nicht durch durch was anderes ersetzt werden können.
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Steffichen am 08.06.05, 15:44
Ich habe zB über die von Nattrun genannte HP eine sehr kompetente THPin gefunden, die wirklich mit System an meine alte Stute rangeht, die ein klassisches Beispiel zu sein scheint für eine ganzheitliche Behandlung. Während ich mich auf ihre kaputten Beine fixierte, hat sie gleich ganz vorne am Genick angefangen die Verspannungen zu lösen, die sich durch das gesamte Pferd ziehen und die Probleme "unten" verstärken. Also bevor an die Symptome gegangen wird, werden erst mal die Ursachen abgemildert mittels Akupunktur, Gymnastik, Massage und Hom. Mittel. Sie diagnostizierte zB einen stark erhöhten Muskeltonus, der ihr Probleme macht und sich zB auf den vergangenen Blutbildern im Nachhinein wiederfinden ließ, was von TAs früher weiter nicht beachtet wurde, da nur "leicht erhöht". Wird dann gern mal unter den Tisch fallen gelassen wenn die Grenzwerte grade noch so eingehalten oder leicht überschritten werden...

Sie hat sich sehr viel Zeit nur für uns genommen, mir ALLES bis ins kleinste Detail erläutert und auch ehrlich gesagt, dass das was sie mit meiner Stute noch alles tun kann um ihr das Leben zu erleichtern nicht unbedingt günstig wird. Und mich gefragt ob ich bereit bin vor allem Zeit zu investieren (ich muss mit der Stute TÄGLICHE Gymnastikübungen und dreitägig Ganzkörpermassagen exerzieren!) und eben das Geld, weil die Stute ja schon alt und unreitbar ist.

Ich habe zwar noch keine Rechnung (es wird quartalsweise nach einer Gebührenordnung abgerechnet), und ich werde mich wahrscheinlich auf den a*** setzen wenn die Rechnung kommt, aber das Ganze überzeugt mich und die Mühe und Arbeit und umfassende Erklärungen die sie mir gibt sind das absolut wert.

Übrigens habe ich sie bei der Terminfindung extra drauf hingewiesen dass ich einen Tag vorhermit Equest entwurmen will und sie gab mir ihr okeh ;D

Wenn du also jetzt schon ein so schlechtes Gefühl hast und dich nicht gut aufgehoben fühlst, würde ich zahlen und die Dame nicht mehr kommen lassen.
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: naomi165 am 08.06.05, 16:32
Hallo nochmal,

erst mal danke für eure Antworten, und ich hoffe natürlich dass noch mehr Erfahrungswerte eintrudeln.

Ja also so wie ihr das beschrieben habt, hab ich mir das auch eher vorgestellt. Mit gezielten Fragen usw. Aber sie wollte schon gar nichts wissen. Als ich anfangen wollte zu erklären, warum und weshalb ich ihr dieses oder jenes Pferd zeigen will, hat sie gemeint – nein ihr wärs lieber ohne Vorgeschichte. Gut wenn sie meint sie kann hellsehen, bitte.
Aber was uns am allermeisten geschockt hat, war, als ich ihr das Pferd, weshalb ich sie eigentlich gerufen hab,  vorgeführt habe. Es ist eine Friesenstute, die wir vom TA röntgen ließen, wegen immer wieder kehrender Lahmheit. Es stellte sich heraus, dass dieses Pferd im Hufbein ein im Durchmesser 4cm großes Loch hat (auch Hufbeinzyste genannt) und sie gemeint hat, obwohl ich ihr das mit dem Loch schon am Telefon gesagt habe, wir sollten das Pferd ruhig wieder reiten, das wäre kein Problem, das Problem würde ganz wo anders liegen. Auch wenn das Pferd lahmt sollten wir ruhig weiterreiten. Was sagt man dazu???? Der TA sagt, auf keinen Fall reiten, weil dieser Knochen außer dem Loch auch noch einen Bruch hat und es jeden Moment passieren kann dass das Kronbein durchbricht und die Stute dann eben gar nicht mehr laufen kann.
Ich kann das einfach nicht verstehen. Wir werden diese Stute auf gar keinen Fall mehr reiten,  denn das war gar nicht unser Ziel. Wir wollten lediglich ein paar Auskünfte von ihr, ob man denn mit homöopathischen Mitteln z. B. ein besseres Knochenwachstum erzielen kann. Aber darauf ist sie gar nicht eingegangen.
Nichts desto trotz hab ich sie noch mal angerufen, weil mir dieser Preis alles andere als gerechtfertigt erschien und hab sie gefragt, ob sie mir denn noch mal erklären wolle, wie sich denn der Preis den sie verlangt hat so zusammensetzt und siehe da – sie konnts nicht. Nach kurzer Diskussion und einiger Erstauntheit ihrerseits (sie hat gemeint, dass wär ihr noch nie passiert) hat sie dann gemeint – nun gut, wir sollten nichts bezahlen, aber sie würde auch nicht mehr kommen.  Da fällt mir nichts mehr dazu ein. Einen SCHWEINEPREIS verlangen (den wir wenn’s gerechtfertigt wäre auch bestimmt gern bezahlt hätten) und dann noch nicht mal erkären können wofür??? Das gibt’s doch nicht oder??? Insofern haben wir ja noch mal Glück gehabt, aber trotzdem..... ich weiß immer noch nicht, was ich von der Person halten soll.

Wir wollen es aber auf jeden Fall mit einer anderen THP probieren weil der TA ja das Pferd schon aufgegeben hat und ich hoffe, dass ich per Internet auch noch den Richtigen finde.

Gruß
naomi
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Nattrun am 08.06.05, 20:09
 :o Die WOLLTE keine Anamnese machen? Das ist ja der Oberhammer.
Hobbyhomöopathin oder was?
Ich beiß in die Tischkante ....  :o

Viel Glück beim nächsten Versuch - ich hoffe, die Tante hat das THP-Nest nicht zu sehr beschmutzt mit ihrem unprofessionellen Verhalten.
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Tinchen am 09.06.05, 08:09
Also ich kann mich der Allgemeinheit nur anschließen. Meine THP verlangt für einen Therapieplan so um die 70 € und dazu kommen halt noch die ganzen Globulis und Trinkampullen. Ich bin zwar auch mal auf solche Beträge gekommen, aber da war vom Kräutermineralfutter, Bachblütensalbe und Globulis alles dabei.
Viel Glück bei der Suche einer/eines guten THPs! :)
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Eowyn am 09.06.05, 08:47
Hallo,

ich hatte im November eine Homöopathin am Stall (Mittelfranken). Für Anfahrt (50 KM einfach), 1 1/2 Std. Erstanamese und die verordneten Globuli habe ich 40 € bezahlt. Für die 2. "Ladung" Globuli inkl. tel. Beratung 15 €.

Grüßles,
Karin
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Styxx am 09.06.05, 23:04
Merkwürdig, dass für ein paar Kügelchen gleich soviel Geld berappt werden muss. Ich besorg die immer (nach Verordnung durch die TCM-TÄ) in der Apotheke, da kostet so ein Fläschchen knapp sieben Euro. Oder hab ich jetzt was falsch verstanden?
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Eowyn am 10.06.05, 07:16
Hallo Styxx,

in meinem Fall handelt es sich um die Behandlung von Schimmelmelanomen, da kommste mit einem Buch und ein paar D-Potenzkügelchen nicht weit.

Grüßles,
Karin
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Styxx am 10.06.05, 22:04
Eowyn, wie oben zu lesen ist verwende ich kein Buch sondern besorge die Kügelchen nach fachfraulicher Anweisung.  ::)
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Eowyn am 11.06.05, 08:34
Guten Morgen,

und die TÄ verlangt nix?

Grüßles,
Karin

Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Steffichen am 11.06.05, 12:46
Merkwürdig, dass für ein paar Kügelchen gleich soviel Geld berappt werden muss. Ich besorg die immer (nach Verordnung durch die TCM-TÄ) in der Apotheke, da kostet so ein Fläschchen knapp sieben Euro. Oder hab ich jetzt was falsch verstanden?

Wie bei Eowyn nachzulesen, wurden nicht nur die Kügelchen sondern auch die entsprechende Leistung der THP bezahlt: Anfahrt, Erstanamnese, Beratung. Gerade die Erstanamnese ist eine Heidenarbeit und schon einen gewissen Betrag wert. TAs lassen sich ihren Einsatz vor Ort auch immer gut bezahlen  ::)
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Styxx am 11.06.05, 13:07
und die TÄ verlangt nix?
Moin Karin, für eine telefonische Beratung? Nein, da wär ich schon arm. Telefongespräche sind eine Serviceleistung, auch am Wochenende und abends um halb elf. Hängt vielleicht aber auch damit zusammen, dass ich nicht mit einer reinen THP arbeite, sondern einer TÄ, die ausschließlich TCM praktiziert.

Allerdings sind die Kosten für eine Behandlung nicht von Pappe. Mein Pferd wird von der Dame regelmäßig akupunktiert und diese Kosten bewegen sich zwischen 65 und 90 Euro (inkl. Anfahrtspauschale, über 100 km). Erstanamnese, nadeln und Haaranalyse lag bei 120 Euro. Zwischendurch bekam mein Pferd auch homöopathische Präparate verordnet (ich rede hier auch nicht über Kleinkram, sondern über ernsthafte Probleme), die ich aber wie gesagt selbst in der Apo besorgt habe und nicht für teuer Geld von der TÄ kaufen musste. Darum ging es auch in meinem Ausgangspost und deshalb auch die Frage, ob ich was falsch verstanden habe.


Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Monet20 am 20.07.05, 12:53
Merkwürdig, dass für ein paar Kügelchen gleich soviel Geld berappt werden muss. Ich besorg die immer (nach Verordnung durch die TCM-TÄ) in der Apotheke, da kostet so ein Fläschchen knapp sieben Euro. Oder hab ich jetzt was falsch verstanden?

Der Preis ist aber total unterschiedlich.
Für eine hohe Potenz (z.B. C1000) kannst du schonmal für 1,5 g Globuli 20 Euro auf den Tisch legen.
Ich finde es immer blöd wenn man eine ganze Flasche Globuli kaufen muss und dann kriegt das tier da nur ein paar mal was von.
Meistens kann man damit ja nix anfangen es sei denn es ist ein "0815 Mittel" wie z.B. Nux Vomica...
Da find ich es besser wenn ich die Gaben vom THP bekomme.

Abgesehen davon gibt es für THP's auch eine Gebührenordnung.
Nun ja, durch das Problem, dass THP kein anerkannter Beruf ist, ist die sicherlich nicht bindend ABER ein seriöser THP, der dazu noch in einem Verband organisiert ist, wird sich sicherlich an diese Spannen halten.
Allerdings variiert das auch, die Gebührenordnung ist sehr flexibel, reicht manchmal bei einem Punkt von 5 bis 30 Euro oder so.

Das was oben beschrieben wird ist sicherlich sehr unseriös und schadet dem Beruf der THP's erheblich  >:(

GUTE THP's erkennt man meiner Meinung nach aber auch nicht am Verband oder an der Zugehörigkeit einer Organisation wie fn-thp.
Immerhin weiss man dass eine Ausbildung gemacht wurde ABER da kommt man auch gut durch ohne sich "auf den Hosenboden" zu setzen und wenn die Ausbildung schon Jahre her ist und man zwischendurch nix gemacht hat wird das auch nicht besser.

Leider heisst es hier wohl: Probieren geht über Studieren  :-\
Titel: Re: THP und was sie verlangen!??
Beitrag von: Karolinsche am 10.08.05, 13:00
Huhuu,
ich haben glücklicherweise eine qualifizierte THP als Freundin, welche mir sehr gute Preisnachlässe gibt. (Eigenblutbehandlung bei Hund anstatt 280€ für 150€ - und es hat super geholfen. (Meine Kvinni hat/te eine Autoimmunkrankheit und hat sich ihre Hinterschenkel ganz blutig gekratzt - jetzt ist alles verheilt und sie kratzt sich auch nicht mehr- GsD)
Für die Erstanamnese verlagt sie 90€ und für die weitereren Termine 80€. (Ich zahle 40€) Keiner dieser Folgetermine ist aber unter einer 3/4 Stunde. Da sie noch eine Anfahrt von 30Minuten hat, finde ich das ok.
Bei meinem Stramur kam sie neulich sogar noch um 21.00Uhr abends am Samstag, weil er ein geshwollenes Auge hatte!
Denke, dass das ein Glückstreffer war und wünsche allen, dass sie auch so eine nette, zuverlässige und hilfsbereite THP finden.

Grüßle carolin