Autor Thema: Gesetzesnovelle zu Hufbeschlag und -bearbeitung  (Gelesen 52361 mal)

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Offline remusv

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Re: Gesetzesnovelle zu Hufbeschlag und -bearbeitung
« Antwort #195 am: 08.02.06, 21:37 »
schöne worte. also bleibt der gesetzestext so wie bis jetzt. der lehrstoff wird um die alternative methoden erweitert - oder???

Offline Prizzi

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Re: Gesetzesnovelle zu Hufbeschlag und -bearbeitung
« Antwort #196 am: 09.02.06, 12:38 »
Ergebnis der Anhörung vom 08.2.06. Hab den Link zum Text auf der DHG-HP gefunden.

hib-Meldung033/2006
Stand: 08.02.2006
Reform des Hufbeschlagsgesetzes stößt auf unterschiedliches Echo
Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Anhörung)

Berlin: (hib/SAS) Für eine Ablehnung des Gesetzentwurf der Bundesregierung über die Reform hufbeschlagrechtlicher Regelungen und zur Änderung tierschutzrechtlicher Vorschriften (16/29) plädierte die Einzelsachverständige Bianka Lücke in einer Anhörung des Ernährungsausschusses am Mittwochvormittag. Sie nannte die in der Vorlage genannten Ausbildungsvorschläge zur Hufbehandlung bei Pferden kaum umsetzbar. Dem pflichtete Gerhard Jampert von der Deutschen Huforthopädischen Gesellschaft e.V. bei: " Die Hufbearbeitung wird auch mit der geplanten Novelle ein Metallberuf bleiben." Dabei beklagte Jampert, dass die traditionelle Behandlung von Pferdehufen durch Hufschmiede der Nutzung und den tatsächlichen Bedürfnissen von Pferden nicht gerecht werde. Gerade im Freizeitbereich genutzte Pferde müssten nicht immer mit Eisen beschlagen sein, sondern könnten auch barfuss laufen. Häufig genüge dann eine regelmäßige Hufpflege im Abstand von vier bis sechs Wochen. "Wir scheuen keine staatlichen Prüfungen, aber wir wollen nicht unter dem Schmiedeberuf subsumiert werden", stellte Jampert klar. Deshalb hielt er auch eine Zusammenführung beider Berufszweige unter dem des Hufschmiedes nicht für sinnvoll. Seiner Ansicht nach gehen mit der Vorlage Spezialkenntnisse bei der Pflege der Hufe verloren, weil entsprechende Ausbildungsschulen nicht mehr erlaubt seien und der Hufbehandlung zu wenig Zeit bei der Ausbildung eingeräumt werde. Als Kompromiss schlug Jampert eine Öffnungsklausel im Gesetzesvorhaben vor, die die Hufbehandlung ohne Eisen als gleichwertigen Ausbildungszweig neben die Ausbildung zum Hufschmied stellt. "Die Zeiten, wo wir nur noch in der dunklen Schmiede stehen und Eisen schmieden, sind vorbei", suchte Uwe Lukas das öffentliche Bild des Hufschmiedes zu korrigieren. Die "Metalllastigkeit" des Berufszweiges sei in den vergangenen Jahren zurückgegangen, schließlich beginne die Tätigkeit des Hufschmiedes bei der Korrektur von Gliedmaßenfehlstellungen beim Fohlen. Er begrüßte ausdrücklich den vorliegenden Entwurf zu einem neuen Hufbeschlaggesetz und beschrieb die aktuelle Situation so: "Der Verbraucher wird mit fantasievollen Bezeichnungen wie Huforthopäde oder ähnlichem, die ja eine medizinische oder therapeutische Ausbildung suggerieren, irregeführt, er bekäme etwas besonders Gutes für sein Pferd." Tatsächlich aber sei die Ausbildung zum Huforthopäden sehr kurz und würde nicht staatlich geprüft. Er glaube, dass die Integration des Hufpflegers in den Ausbildungsgang für Hufschmiede einen "letzten Schritt" darstelle. Kenntnisse über Anatomie, Physiologie und Pathologie der Equiden liefere letztlich nur die Ausbildung zum Hufschmied. Für eine Verabschiedung der Novelle trat auch Professor Ulrich Schnitzer ein: "Ich sehe es als ein Hauptverdienst dieser Vorlage an, dass sie sich bemüht hat, die Einheitlichkeit wieder herzustellen." Um Vermittlung zwischen den Denkschulen bemüht, riet Eberhard Schüle, Fachtierarzt für Pferde, die Tiere der Nutzung entsprechend zu behandeln. Er verwies auf den hohen Standard hierzulande, der europaweit seinesgleichen suche. Die Novelle soll in der Ausschusssitzung vom 15. Februar letztmals beraten werden. Die Bündnisgrünen schlugen beim Hearing einen staatlich anerkannten Ausbildungszweig zum Barhufpfleger vor, auch der FDP war es ein Anliegen, dass der Huforthopäde in das Berufsbild des Hufschmieds vollwertig integriert wird; die PDS warnte indes vor einem Eingriff in die Berufsfreiheit. CDU/CSU und SPD nannten als Ziele, Tierschutzaspekten Rechnung zu tragen und die Nutzung von Pferden bei der Hufbehandlung in den Vordergrund zu stellen.

Offline Ganove

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Re: Gesetzesnovelle zu Hufbeschlag und -bearbeitung
« Antwort #197 am: 16.02.06, 23:35 »
Bundestagssitzung 16.02.2006:

Tagesordnungspunkt 23 a:

Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Reform hufbeschlagrechtlicher Regelungen und zur Änderung tierschutzrechtlicher Vorschriften

- Drucksache 16/29 -

Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

(10. Ausschuss)

- Drucksache 16/669 -

Berichterstattung:
Abgeordnete Dr. Peter Jahr
Dr. Wilhelm Priesmeier
Hans-Michael Goldmann
Dr. Kirsten Tackmann
Bärbel Höhn

Der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 16/669, den Gesetzentwurf in der Ausschussfassung anzunehmen.

Hierzu liegen zwei Änderungsanträge vor, über die wir zuerst abstimmen. Wer stimmt für den Änderungsantrag der Fraktion Die Linke auf Drucksache 16/701? - Wer stimmt dagegen? - Wer enthält sich? - Dann ist der Änderungsantrag mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen und der FDP-Fraktion gegen die Stimmen der Fraktion Die Linke bei Enthaltung der Fraktion des Bündnisses 90/Die Grünen abgelehnt.

Wer stimmt für den Änderungsantrag der Fraktion des Bündnisses 90/Die Grünen auf Drucksache 16/702? - Wer stimmt dagegen? - Wer enthält sich? - Der Änderungsantrag ist mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen und der FDP-Fraktion bei Zustimmung von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke abgelehnt.

Ich bitte nun diejenigen, die dem Gesetzentwurf in der Ausschussfassung zustimmen wollen, um das Handzeichen. - Gegenstimmen? - Enthaltungen? - Der Gesetzentwurf ist in zweiter Beratung mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen und der FDP-Fraktion bei Gegenstimmen der Fraktion Die Linke und der Fraktion des Bündnisses 90/Die Grünen angenommen.

Dritte Beratung
und Schlussabstimmung. Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf zustimmen wollen, sich zu erheben. - Gegenstimmen? - Enthaltungen? - Der Gesetzentwurf ist mit dem gleichen Mehrheitsverhältnis angenommen.