Autor Thema: Hahnenfuß und Ampfer in rauen Mengen ,-(  (Gelesen 47900 mal)

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Offline RubyleinTopic starter

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Hahnenfuß und Ampfer in rauen Mengen ,-(
« am: 06.05.05, 23:51 »
Auf unserer Wiese hat sich der Kriechende Hahnenfuss rasant ausgebreitet, er soll ja schwach giftig sein. Jetzt würden wir das Zeug ganz gerne wieder loswerden!! Hat jemand einen Tip was man da am besten machen kann?

Offline lunalinchen

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Re: Kriechender Hahnenfuss!!
« Antwort #1 am: 07.05.05, 22:51 »
Hallo, also wir haben dagegen gespritzt, war ein ziemlich unangenehmes Zeug in recht hoher Dosierung, Wartezeit waren 30 Tage. Allerdings hat's geholfen. Durch die langen Wurzeln wirst du sicher nicht viele andere Möglicheiten haben.

Offline RubyleinTopic starter

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Re: Kriechender Hahnenfuss!!
« Antwort #2 am: 08.05.05, 12:37 »
Hallo Lunalinchen,

sag mal, was habt ihr denn gespritzt? Und wo hattet ihr das Zeug her? Aus dem Raiffeisenmarkt?

Also ihr habt das aufgespritzt und mußtet dann 30 Tage warten, ehe ihr die Pferde wieder auf die Wiese gelassen habt? Mußtet ihr den Hahnenfuss anschließend abharken?

Na dann werd ich morgen mal losgehen...

Danke

Offline lunalinchen

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Re: Kriechender Hahnenfuss!!
« Antwort #3 am: 08.05.05, 15:42 »
Wir haben uns beim Raiffeisenmarkt beraten lassen und unser Bauer hat das dann per Trecker/Spritze gespritzt. Für 1 ha brauchten wir fast einen großen Kanister davon. Wir haben damals im August gespritzt und sind erst im Frühjahr wieder auf die Weide gegangen, die offizielle Wartezeit betrug jedenfalls 30 Tage. Zumindest war's sehr erfolgreich.

ginsche

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Re: Kriechender Hahnenfuss!!
« Antwort #4 am: 09.05.05, 15:39 »
Bei mir läuft auch gerade eine große Antihahnenfußaktion. Ich habe mir bei Raiffeisen Banwel M (Tipp von hier) besorgt. Sonntag habe ich gespritzt und das Zeug läßt schon die Köpfe hängen. Scheint also zu funktionieren. Allerdings habe ich eine Sprühflasche benutzt und wirklich nur die befallenen Stellen auf der Wiese gespritzt. Wartezeit ist 28 Tage, steht auf der Flasche. Ich werde sie aber länger ruhen lassen.

Offline Waddington

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Re: Kriechender Hahnenfuss!!
« Antwort #5 am: 09.05.05, 15:55 »
Einmalig sind solche Aktionen sicher O.K., allerdings muss man sich auch fragen WARUM der Hahnenfuß so überhand genommen hat.

- Hahnenfuß hat ein ausgesprochen gutes Regenerationsvermögen. Dauerhafter tiefer Verbiss fördert diese Pflanze gegenüber Gräsern und anderen Kräutern. ---> rechtzeitig Umweiden, die Pferde nicht so lange auf einem Stück lassen. Wenn kleine Weideflächen, dann Portionieren und dafür sorgen, dass sich das Gras erholen kann.

- Hahnenfuß liebt schwere, verdichtete Böden. Wenn keine Pflegemaßnahmen vorgenommen werden, wird er sich in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder ausbreiten. ---> Im Frühjahr die Wiesen mulchen, also die obersten zwei cm aufreißen, abschleppen, evtl. kalken. Auch hier auf Regenerierung achten, also die Regenwürmer ihre Arbeit machen lassen, ohne dass die Pferde ständig drauf rumtrampeln.
Nicht zu tief mähen, falls Heuwiesen.

- Weiden alternativ beweiden / zum Heuen stehen lassen. Im Heu ist Hahnenfuß ungefährlich. Durch gezielte Düngung Wiesengräser unterstützen (stickstoffbetont)

Das wären die ersten Maßnahmen nach erfolgreicher Behandlung. Bitte, bitte nicht nur spritzen sondern auch Vorsorge treffen.

:-)

Danke!





Offline lunalinchen

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Re: Kriechender Hahnenfuss!!
« Antwort #6 am: 10.05.05, 13:01 »
Bei uns war es auch Banwel M, hat auf jeden Fall super gewirkt, wir haben die Weide aber auch länger als 28 Tage ruhen lassen.
Allerdings muß ich sagen, dass trotz Weidepflege der Hahnenfuß langsam wiederkommt, aber natürlich nicht in dem damaligen Ausmaß. Wir haben die Weide vor einigen Jahren in einem ungepflegten Zustand übernommen, düngen aber nun regelmäßig, die abgeteilten Stücke haben genug Zeit zum nachwachsen, überständiges wird ausgemäht, abgeschleppt wird auch regelmäßig. Als Heuweide ist sie nur bedingt geeignet, durch Hanglage und viel Schatten, außerdem brauchen wir sie ja auch im Sommer für die Pferde.

Offline Aske

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Re: Kriechender Hahnenfuss!!
« Antwort #7 am: 06.06.05, 10:07 »
Ein Pferd bei uns im Stall hat sogar eine Allergie gegen Hahnenfuß-Pollen. Die Besitzerin muss sich jeden Tag mehrere Stunden Mühe machen dem Übel entgegenzuwirken...
Kamen bisher nur auf den Nenner: eine Motorsense muss her!

Offline Martinaxx

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Hahnenfuß und Ampfer in rauen Mengen ,-(
« Antwort #8 am: 17.05.06, 10:39 »
Hallöle, was unternimmt man am besten gegen Ampfer? Überall auf unserer (neu übernommenen Weide) steht der nämlich fein säuberlich verteilt, und nicht zu knapp. Abmähen nützt ja eigentlich nicht allzu viel ... die Weide hat ab Juni 3 Monate Pause, da könnte man also alles Mögliche unternehmen ... Ich hoffe, jemand hat gute Tips für mich

Offline MoonShadowStable

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Re: Wie am besten gegen Ampfer vorgehen?
« Antwort #9 am: 17.05.06, 10:52 »
Hallo,

zur wirkungsvollen Ampferbekämpfung hilft nur:

  • chem. Bekämpfung mit Starane
  • mech. Bekämpfung mit dem Ampferstecher(www.siepmann.net)

Mir gehts ähnlich ... habe auch in diesem Jahr eine verkommene "Weide" übernommen, die einem Ampfer-Gewächshaus gleicht.  >:(
Habe mich fürs Ausstechen entschieden und eine Hälfte jetzt fertig - 1 (Trecker-)Anhänger voll.  ::)
Der Rest muss ich "hegen & pflegen" bis die Pferde das Weidegras drum herum abgefressen haben und kann dann erst hinterherstechen, sonst würde ich das jetzt schon hoch stehende Gras nur mit platt machen.

Kleiner Tipp: Wenn Du nicht mit dem Ausstechen hinterher kommst, dann knipse/schneide rechtzeitig die Blüten ab, bevor sich sich verbreiten.

So habe ich vor einigen Jahren schon eine Weide saniert ... nebst vernünftigen Weidemanagement mit kalken/düngen.

Es kommen zwar immer mal ein paar Pflanzen wieder, deren Wurzeln ggf. gekappt wurden, allerdings hält der Aufwand bei regelmässiger Pflege wirklich in Grenzen.

Viel Spass

LG MSS

LG MSS

Beni

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Re: Wie am besten gegen Ampfer vorgehen?
« Antwort #10 am: 17.05.06, 10:54 »
Hallo,
meine zuvor völlig mit Sauerampfer und Bennesseln übersäte Wiese (ca. 50%) habe ich im letzten Frühsommer mit Starane Ranger (Dow Agro Sciences) gespritzt. Wirkung 100%. Die Wiese ist komplett frei. Nach dem Spritzen habe ich dem Unkraut 4 Wochen beim Sterben zugeschaut  ;) und konnte dann wieder beweiden. Ca. 60,-€ kostet das Mittel pro ha zzgl. Lohn für Spritze.

Offline Viki

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Re: Wie am besten gegen Ampfer vorgehen?
« Antwort #11 am: 17.05.06, 21:20 »
Beni, wann und wie hast du die kahlen Stellen nachgesät?

Beni

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Re: Wie am besten gegen Ampfer vorgehen?
« Antwort #12 am: 18.05.06, 08:25 »
Ich habe sie gar nicht nachgesät. Da der Ampfer ja gleichmäßig die ganze Weide befallen hatte, waren keine großen kahlen Stellen entstanden, sondern der gesamte Grasbestand gewissermaßen nun eher locker verteilt. Also noch gleichmäßiger Bewuchs mit viel Platz gewissermaßen...übers Jahr haben wir das Gras 2x nachgemäht und zu Herbstbeginn nochmal leicht gedüngt. So ist der Bestand auch ohne Nachsaat durch selbständiges Bestocken der Pflanzen wieder dichter geworden.

Offline Viki

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Re: Wie am besten gegen Ampfer vorgehen?
« Antwort #13 am: 18.05.06, 09:58 »
Das wäre evtl. eine Methode für meinen "Reitwiesenplatz" - da hab ich am Rand unter dem Zaun einen breiten Streifen Labkraut - könnte man mit der Rückenspritze machen...Ich konnte mich bisher nicht durchringen zur Spritzerei (Ampfer hab ich so im Griff) - aber vielleicht wär das mal einen Versuch wert...
Du hast also das ganze Stück abgespritzt, oder? Was geht dabei alles drauf und was bleibt stehen? Wie ist es mit Hahnenfuß (mein Problem)?

Beni

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Re: Wie am besten gegen Ampfer vorgehen?
« Antwort #14 am: 18.05.06, 10:16 »
Ja, die komplette Weide wurde behandelt. Starane Ranger wirkt ausschließlich gegen Ampfer, Löwenzahn und Brennessel. Anderes Unkraut stand da auch zum Glück nicht. D. h., die Wiese besteht jetzt wirklich nur noch aus unkrautfreiem Grasbestand. Gegen Klettenlabkraut und Hahnenfuß wirkt Starane nicht. Klettenlabkraut kann man mit anderen Spritzmittel bekämpfen, die dann jedoch gegen eine Vielzahl von anderen Pflanzen auch wirken, die auf der Wiese erwünscht sind. Das sind dann Spritzmittel für Getreide. Mir ist kein Spritzmittel zu Bekämpfung von Labkraut oder Hahnenfuß auf Grünland bekannt.
Für eine Weide-Spritzung ist mir echt nur Starane bzw. gleichwirkende Produkte anderer Hersteller bekannt.