Autor Thema: Wie diagnostiziert man Hufgelenksentzündung?  (Gelesen 25151 mal)

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Lostallo

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Wie findet man diese Krankheit heraus. Sehnengeschichten ja durch Ultraschall, Knochensachen durch Röntgen jetzt frag ich mich aber wie Hufgelenksentzündung?

Habe mir vor ca. 2 Wochen eine 5-jährige Stute gekauft. Die auf dem rechten Vorderbein auf die Beugeprobe hin reagiert hat, sie ist allerdings beim Probereiten einen Tag vorher beim gallopieren in der Reithalle in einem Loch im Boden genau mit diesem Bein richtig gestolpert. Also hat der TA gesagt wir verschieben die AKU um 2 Wochen. Als die 2 Wochen rum waren hat sie nicht mehr reagiert und auf den Röntgenbildern war auch nichts zu sehen.

Jetzt hab ich sie am Montag longiert und nach 20 Min. Schritt ist sie mir einfach an der longe für 5 Min. durchgegangen, danach habe ich sie auch nochmal 10 Min. geführt am Bein war nichts zu sehen.

Als ich jetzt am Dienstag dort war und sie ein paar Runden warmführen wollte in der Halle ging sie Stocklahm am Bein war aber nichts geschwollen und nichts heiss. Also habe ich sie wieder in die Box gestellt nur so richtig belasten wollte sie dieses Bein selbst beim Stehen nicht.

Heute Abend kommt der TA, mal sehen. Ich habe jetzt auch nur noch 2 1/2 Wochen Rückgaberecht und mein Herz hängt schon sehr an dieser Stute weil sie vom Wesen her so super ist. Wenn die Zeit nicht so drängen würde, würde ich sie halt noch ein paar Wochen Schritt führen und dann mal weiter sehen.

Was gibt es sonst noch für Verletzungen am Bein wenn die Röntgenbilder nichts angezeigt haben und das Bein nicht heiß und dick ist?

Offline Sabino

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Re: Wie diagnostiziert man Hufgelenksentzündung?
« Antwort #1 am: 16.03.05, 07:48 »
Das Pferd ist hochgradig lahm, belastet das betroffene Bein nicht mehr:
Knochenbrüche, Hufgeschwüre, Nageltritt, schwere Gelenkentzündungen
können sich dahinter verbergen.
Ich glaube an das Pferd! Das Automobil ist bloß eine vorübergehende Erscheinung!

(irgendson Kaiser...)

Offline Tinchen

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Re: Wie diagnostiziert man Hufgelenksentzündung?
« Antwort #2 am: 16.03.05, 15:48 »
Eine Hufgelenksentzündung ist durch Röntgenbildern nicht zu entdecken. Es sei den durch diese HGE sind schon arthrodische Veränderungen zu sehen. Würde ich aber bei einer 5jährigen Stute ausschließen. Aber durch eine Ultraschalluntersuchung ist dies recht einfach zu diagnostizieren. Wenn jedoch das HG betroffen ist braucht dies Zeit und Geduld. Ist aber in den Griff zu kriegen und Du solltest es ganz langsam angehen lassen.

Jedoch würde ich vorsichtshalber die Hufrolle röngten lassen. Aber auch hier gilt. Veränderungen in der Hufrolle heißt nicht gleich, dass dies die Ursache der Lahmheit ist. Zudem können auch hier die Weichteile der Hufrolle entzündet sein, die durch das Röntgen ebenfalls nicht erkennbar ist.

Aber durch entsprechenden Lokalanästhesie läßt sich die Ursache recht gut zu diagnostizieren. Sind jedoch die Weichteile an der Hufrolle betroffen kann das nur mit einer Sintigraphie sichtbar gemacht werden.

Wenn Du fragen hast zwecks Hufrolle oder HGE kannst Du mich gerne weiter fragen. Ich habe bereits beide Diagnosen bei meinem Pferd gehabt und verfüge leider über einen reichlichen Erfahrungsschatz. Das bringt mich gleich zum nächsten Punkt. Falls Du Dich entscheidest dieses Pferd zu kaufen schließe auf jeden Fall eine OP-Versicherung ab! Ist nicht teuer und wirklich wichtig. Aber eine HGE, die auch später nochmal durch eine blöde Bewegung kommen kann, lässt sich notfalls sehr unproblematisch durch eine Gelenksspülung arthroskopisch beheben.

Viel Glück und ich drücke Dir die Daumen!

Offline ricki

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Re: Wie diagnostiziert man Hufgelenksentzündung?
« Antwort #3 am: 18.03.05, 10:13 »
Hi Lostallo,
ich war mit meinem im Dezember wg. wiederkehrender Lahmheit vorne links in der Klinik (TA hatte eine Zerrung diagnostiziert, nach einer Woche Ruhe lief Pferd wieder, war nach Belastung aber wieder lahm):
erstmal natürlich die „üblichen“ Untersuchungen wie mich befragen (seit wann lahm? immer lahm? wann ist's besonders schlimm?...), Pferd vortraben, Bein abtasten, Beugeprobe usw.
Bei der anschließenden Leitungsanästhesie war gleich der unterste Abschnitt ein Treffer und Pferd lahmfrei.
Die Röntgenbilder zeigten Veränderungen sowohl im Hufgelenk als auch am Strahlbein, mittels Gelenksanästhesie wurde das Hufgelenk als Ursache der Lahmheit lokalisiert.
Die Laboruntersuchung der Gelenkflüssigkeit ergab „Entzündung“.
Nachdem bisher keine Therapie anschlug steht jetzt am Mittwoch die Kernspintomographie an um das Warum zu klären.

Weißt du schon was mit deinem Pferd ist? TA-Besuch müsste doch schon gewesen sein *garnichtneugierigbin*.


ricki
"Deine Stute hat doch nicht mehr alle Latten am Zaun – aber sie passt zu dir."

"Wir sind doch hier nicht bei den Lottentotten!"


Lostallo

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Re: Wie diagnostiziert man Hufgelenksentzündung?
« Antwort #4 am: 22.03.05, 12:38 »
@ricki

ich hatte einmal den AKU-TA da der ja aufgrund Bilder und Beugeproben gemeint hat ist wohl eine Zerrung und später am Abend hatte ich noch eine Spezialisten da der gemeint hat auf dem Bein wäre lt. Bild was am Knochen nicht i.o. man sieht aber zu schlecht was genau. Also hat er noch 3 Bilder geschossen und die Diagnose war hochgradige Fraktur. Also habe ich das Pferd dem Verkäufer zurückgegeben. Ich muss sagen gott sei dank ist sie mir da durchgegangen wer weiss wenn ich erst ganz langsam das reiten angefangen hätte, hätte ich es vielleicht erst nach Ablauf der Umtauschfrist (01.04.) gemerkt dann wäre es zu spät gewesen und ich hätte mich mit dem AKU-TA wahrscheinlich gerichtlich rumstreiten müssen.