Autor Thema: Spinale Ataxie  (Gelesen 31387 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Silvia Gremmler

  • Gast
Spinale Ataxie
« am: 22.02.05, 08:57 »
Besitze eine 2,5 jährige Hannoveraner Stute,die einen Unfall hatte.
Der Unfall ist knapp 2 Wochen her,und das Pferd hat linksseitig Lähmungen.
Verdacht auf eine spinale Ataxie,hat der TA gesagt.
Die Stute hat linksseitig eine Hängelippe und zieht das noch stark angeschwollene Bein auf dieser Seite nach.
Stehen kann sie nur sehr schlecht,da sie sich nicht mehr ausbalancieren kann.
Aus der Box bekommt man sie gar nicht,da sie nicht laufen kann.
Auch hat sie innerhalb einer Woche so Muskelmäßig abgebaut,das der Rücken total eingefallen ist.
Wer hat Erfahrungen mit spinalen Ataxien bei Pferden gemacht,und besteht überhaupt eine Heilungschance?Soll ich sie besser erlösen?
LG,
Silvia

Offline Ilustre

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 235
  • Geschlecht: Weiblich
    • www.Pferde-Zahn-Pflege.de
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #1 am: 22.02.05, 09:27 »
Hallo Silvia,
vor vielen Jahren hatte die Warmblutstute einer Freundin SA. Sie hat eine ganze Weile gehofft, das es wieder besser würde, tat es aber nicht...im Gegenteil...
So hat die Stute zum Schluß noch ca. vier Wochen allein auf einer Weide gestanden (mit anderen PFerden ging es nicht mehr, weil sie nicht richtig weglaufen konnte) und als das Wetter schlechter wurde hat sie der Schlachter erlöst.
Was sagt denn dein TA zu dem Thema. Meint er, das die Selbstheilungskräfte des Pferdes ausreichend sind?
Gruß
Ilustre
Pferde- Dental- Praktikerin
        -IGFP Mitglied-

Offline MerlijnCH

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 280
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #2 am: 22.02.05, 12:50 »
Um eine Spinale Ataxie zu extakt zu diagnostizieren gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Die Scintigraphie.
Auf der Scintigrafie kann man die Entzündungsherde lokalisieren.

Die ganz exakte Diagnose erhält man durch eine sogenannte

Myelographie
Das ist eine unter Vollnarkose durchgeführte (nicht unriskante)Rückenmarkskanaluntersuchung.

Bei einer Spinalen Ataxie wird das Rückenmark durch Wirbel gequetscht und so kommt es zu den Lähmungen.

Nicht jede Spinale Ataxie ist eine Spinale Ataxie (es war/ist eine Zeitlang eine Modediagnose für sämtliche unbekannten Lahmeheiten).

Gerade bei Unfällen, wo vielleicht der Rückenmarkskanal nicht durch Wirbel sondern nur durch Blutergüsse gequetscht werden, sind oft schon gute Heilungserfolge mit Spülungen (bin nicht mehr sicher DMSO oder so?!?) erzielt worden.

Ist aber der Rückenmarkskanal durch kaputte Wirbel oder durch Arthrose gequetscht ist die Sache völlig unheilbar und ein solches Pferd zu reiten ist lebensgefährlich, da es jederzeit plötzlich und ohne Grund wie vom Schlag getroffen, stürzen kann (Nervenaussetzer) aber dannn unmittelbar wie nix wäre weiterlaufen.


Also ich würde mich da nicht nur auf einen TA verlassen und eine Zweitdiagnose, wenn möglich in einer Pferdeklinik, einholen.

Fern-Diagnosen per I-net sind nicht mich machbar, das will ich ich auch nicht. Deshalb mein Vorschlag: Zweitmeinung einholen.

PS.
Die Spinale Ataxie ist landläufig auch unter dem Begriff "Wobbler" geläufig. Die spinale Ataxie kann auch vererbt werden (Anomalie der Halswirbel, also Verengung).

In der Cavallo vor einigen Jahren war ein interessantes Medizin-Kompendium zur Ataxie eingeheftet. Mal gucken, ob ich es noch finde.
Arroganz ist die Kunst, auf seine eigene Dummheit stolz zu sein.

Offline MerlijnCH

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 280
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #3 am: 22.02.05, 14:39 »
Hallo Silvia

leider muss ich grad weg, werde  mich heute abend spät wieder einklinken:

Hier mal vorerst eine nicht uninformative Seite, welche ich beim Googeln gefunden habe:

http://www.pferdedoctor.de/ataxie.htm

Werde schauen, ob ich den Cavallo-Bericht, der mir doch ziemlich ausführlich schien, noch habe (ist zwar ein paar Jährchen alt). Bitte teile mir doch per Kurznachricht mit, wohin ich Dir diesen allfällig faxen kann. E-Mailen geht nicht, da ich keinen Scanner habe.

Was unternimmt denn Dein TA?

Unterdessen ganz viele gute Wünsche für Dein Pferd und möge es eine behandelbare Ataxie sein.

Liebe Grüessli
Arroganz ist die Kunst, auf seine eigene Dummheit stolz zu sein.

Offline Just for Fun

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 856
    • Projekt Offenstall
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #4 am: 22.02.05, 15:45 »
Es ist ja schon einiges (richtiges) zum Thema (spinale) Ataxie gesagt worden.

Zusammengefasst:
Die Lähmung kann (wahrscheinlich) vom beeinträchtigten Rückenmark kommen.

Diese Beeinträchtigung kann
1. durch einen Bluterguss (heilbar),
2. eine Entzündung (bedingt heilbar) oder
3. eine traumatische Verletzung (Wirbelkörper drücken aufs Rückenmark, Engstelle, Arthrose etc.)=nicht heilbar
des Rückenmarks kommen.

Im Falle 1. und 2. sind Infusionen mit DMSO üblich, im Fall 3. keine weitere Therapie sinnvoll.

Wir hatten beides schon, einen erfolgreich therapierten hengstjährling (Bluterguss mit massiven Lähmungserscheinungen) und eine unheilbare Stute mit arthrotischen veränderungen im Halswirbelbereich...

In beiden Fällen wurden die Pferde geröntgt (Halsbereich, beim Genick beginnend) - in dem einen fall eben keine knöchernen veränderungen festgestellt (Jährling) - im anderen fall sichtbare Wirbelveränderung als erklärung für´s "abgedrückte" Rückenmark.

Wünsche dir viel glück bei der entscheidung, halte uns auf dem laufenden?

Offline MerlijnCH

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 280
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #5 am: 23.02.05, 01:10 »
Es ist ja schon einiges (richtiges) zum Thema (spinale) Ataxie gesagt worden.
Also ich will nicht Korinthenkacken - aber warum einiges (richtiges) zum Thema ??? Ich habe genau DAS gesagt ;)
Arroganz ist die Kunst, auf seine eigene Dummheit stolz zu sein.

Offline MerlijnCH

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 280
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #6 am: 23.02.05, 01:19 »
Und hier noch ein konstruktiver Beitrag:

Medizin-Kompendium "Ataxie"
Cavallo, Jahrgang 1999, Heft Nr. 10

@Silvia
frag den Tierarzt nach der DMSO Behandlung (Dimethylsulfoxid) !!

Arroganz ist die Kunst, auf seine eigene Dummheit stolz zu sein.

Offline jojo0907

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 13
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #7 am: 23.02.05, 06:32 »
Hallo MerlijnCH und Sylvia,
ich kann Euch anbieten, dass Merlijn an mich Faxt und ich dann an Dich Sylvia per Mail alles weiterleite.
Bitte eine PN an mich, dann gebe ich meine Faxnr. bekannt.
Gruss
jojo

Offline MerlijnCH

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 280
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #8 am: 24.02.05, 14:14 »
Silvia

ich drücke Dich ganz ganz fest. Wenn es so schlimm ist, und Ataxie ist in jeder Form bereits schlimm, ist ein Erlösen wohl das Humanste so hart es auch klingt.

Gerade wir Menschen welche über Leiden oder Erlösen eines geliebten Tieres entscheiden können/müssen, müssen uns der ganzen, schweren Verantwortung bewusst sein und dürfen uns nicht irreleiten lassen, nur weil WIR vielleicht nicht loslassen können.

Ich ziehe den Hut vor Dir, denn auch bei einem Ueberleben Deines doch noch so jungen Pferdes wären wahrscheinlich irreparable Folgeschäden geblieben und dass muss man weder dem Pferd noch sich selber antun.

Ich umarme Dich ganz fest und schick Dir Kraft....
Arroganz ist die Kunst, auf seine eigene Dummheit stolz zu sein.

Offline Herzi

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 184
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #9 am: 28.02.05, 23:58 »
 ;D Träne wieder weg wisch und euch

allleeeeeeeeessssssssssss gutteeeee Wünschen. tun.

Schreib weiter ja  ;) Hoffe es kommt wieder gut und dir viel Kraft.
Reiten ist erst dann eine wahre Freude, wenn du durch eine lange Schule der Geduld, der Feinfühligkeit und der Energie gegangen bist die dir das Pferd erteilt.

Silvia Gremmler

  • Gast
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #10 am: 01.03.05, 09:24 »
Hallo Herzi,
vielen Dank für deine guten Wünsche!!
Nun muß das Wetter besser werden,damit wir sie holen können!
Zumindest kann sie schon mal wieder laufen,und dann muß man halt Zeit ins Land gehen lassen!
LG,
Silvia

Offline MerlijnCH

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 280
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #11 am: 01.03.05, 10:06 »
Silvia, bitte erzähl mal etwas ausführlicher!
Nachdem Du eigentlich so geschrieben hast, dass gemäss Tierärzten keine Hilfe mehr möglich und das finale Ende beschlossene Sache ist und auch umgehend umgesetzt wird, ist eine solch positive Heilung doch recht plötzlich eingetreten ???

Warst DU nur zu pessimistisch und moralisch am Boden zerstört (was begreiflich ist) oder hat eine medizinische Behandlung doch angeschlagen (z.B. Infusionen mit DMSO).
Wenn die Ataxie durch Schwellungen verursacht wurde ist natürlich klar, dass sich das erst bessert, wenn die Schwellungen zurückgehen und das kann dann plötzlich sein.

Wäre schön, wenn Du uns ein bisschen ausführlicher an Deiner Freude teilhaben lassen könntest.
Zwischenzeitlich wünsche ich Deinem Goldstück weiterhin gute und rasche Genesung :D
Arroganz ist die Kunst, auf seine eigene Dummheit stolz zu sein.

Silvia Gremmler

  • Gast
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #12 am: 01.03.05, 10:28 »
Unser Pferd kann zumindest schon mal wieder laufen!
Ich wohne ja nun 150 km entfernt,und ich muß mich auf die Berichte des TA verlassen!
Wir wollen sie nun nach Hause holen,wenn es vom Wetter einigermaßen geht!
Leider hängt die Lippe noch,das eine Hinterbein ist dick(lahmt aber nicht),und sie ist total von den Muskeln
zusammengefallen.Wie das so schnell gehen konnte,ist mir ein Rätsel?Vielleicht weiß  jemand eine Antwort!?
Ich will hoffen,daß sie später wieder ein normales,reitbares Pferd wird!
LG,
Silvia


Offline Horselady

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 79
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #13 am: 01.03.05, 11:07 »
Hallo Silvia,

haben bislang nur mitgelesen....Mensch, dass ist ja wirklich der Wahnsinn! Da hattest Du schon beschlossen, das Pferd aufzugeben, weil keine Besserung in Sicht war und nun hat sie sich doch noch berappelt. Berichte auf jeden Fall von den Einzelheiten, wenn Du sie erfährst und wie es weitergeht.

Alles, alles Gute, HL

Offline MerlijnCH

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 280
Re: Spinale Ataxie
« Antwort #14 am: 02.03.05, 10:55 »
Ich denke,daß war die richtige Lösung!


Sorry....für mich NEIN! Für mich gibts für ein solches Tier nur eine Lösung!
Arroganz ist die Kunst, auf seine eigene Dummheit stolz zu sein.