Autor Thema: Darf ich auf meiner Wiese reiten?  (Gelesen 44133 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Rita

  • Gast
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #30 am: 02.03.05, 20:15 »
Hallo, ihr Lieben

grundsätzlich ist es nicht erlaubt, dass Landwirte an Private eine Wiese verpachten, sie dürfen nur an LANDWIRTE verpachten.

Auch ein Landwirt darf eine Wiese nur mit Genehmigung des Landratsamtes einzäunen.

Das Verpachten von Wiesen an private Pferdebesitzer wird von den Behörden nur geduldet, wenn es jemand anzeigt, müssen sie handeln.


Also immer schön freundlich zu der Nachbarin sein!!!

« Letzte Änderung: 11.09.06, 16:28 von Amtsschimmel »

Franziska

  • Gast
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #31 am: 03.03.05, 15:12 »
Hallo Rita,

ich habe die Wiese samt Pferdestall nicht von einem Landwirt gepachtet, sondern von einem Privatbesitzer, der einen ganz anderen Beruf als Landwirt ausübt, gemietet!

LG Franziska

Offline Schnett

  • die mit den Haffis flüstert
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.460
  • Geschlecht: Weiblich
    • Jeanette und Aueschweins
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #32 am: 03.03.05, 16:48 »
Bekannte von mir haben ein Stück auf ihrer Wiese "Oval" eingezäunt um dort mit den Isis zu reiten und Unterricht zu nehmen.
Bauamt oder so kamen und der Zaun musste weg...
Gönnen können ist eine Kunst denn neiden kann jeder

Rita

  • Gast
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #33 am: 04.03.05, 22:08 »
Hallo Franziska,


es ist nicht relevant ob Dein Vermieter Landwirt ist oder nicht, es wird sich bei dieser Flächengrösse mit Sicherheit um landwirtschaftliche Fläche handeln. Ob das so ist, kann man aus dem Flächennutzungsplan der Gemeinde oder Stadt ersehen, in der das Grundstück liegt. Eine landwirtschaftliche Fläche darf im Normalfall nicht zweckentfremdet werden. Seit ein paar Jahren gibt es sogar für Landwirte ein Grünlandumbruchsverbot, das heisst, man darf eine Wiese nicht zu Acker machen (und zu einem Reitplatz dann schon gleich gar nicht). Wenn man etwas anderes mit seiner Fläche machen will, muss man eine Nutzungsänderung beantragen. Und wie schon gesagt, einzäunen darf man auch nicht ohne Genehmigung.

« Letzte Änderung: 11.09.06, 16:29 von Amtsschimmel »

Offline Viki

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.844
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #34 am: 08.03.05, 22:59 »
Landwirte dürfen natürlich an Normalmenschen Wiesen verpachten - wo hast du denn das her?

Wenn ich auf Franziska sauer wäre und ein blöder Nachbar, dann tät ich mich nicht mit dem Pachtvertrag befassen, sondern mit der Mistlagerung. Die ist unabhängig vom Bundesland und Misch/Außengebiet so geregelt, dass das Haufenmachen verboten ist.
Wir hatten am Pachtstall (1 km außerhalb vom Dorf) 12 Jahre lang den berühmten Haufen, problemlos, bis ein Nachbar uns anonym angezeigt hat. Das ging dann sehr amtlich zu - mit Elefantengrube unter Betondecke (1 m3 pro Pferd), wo es jetzt munter reinregnet und mit Mäuerchen und ständiger Nachkontrolle vom Landratsamt.

Eine andere Methode ist "eine-Hand-wäscht-die-andere": Drainierter Sandplatz, einbetonierte Pfosten etc. gegen Verkauf eines wichtigen Grundstückes an die Gemeinde (alles inoffiziell) - nicht als Empfehlung, unser Stallbesitzer macht gern solche Deals, aber als Beispiel, wie es auch läuft...

An den Wiesenreitplatz hat sich noch keiner hingehängt...

Rita

  • Gast
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #35 am: 09.03.05, 07:18 »
Vielleicht hab ich mich nicht richtig ausgedrückt, natürlich darf eine Wiese an einen Nichtlandwirt verpachtet oder vermietet werden, nur muss er sie landwirtschaftlich nutzen oder mindestens pflegen, er darf jedenfalls die Nutzung als Wiese nicht verändern. Wie schon gesagt, alles was da im Aussenbereich so passiert mit Einzäunung, Pferdeunterstand usw. ist eine Nutzungsänderung und bedarf normalerweise der behördlichen Genehmigung, wird aber von den Behörden geduldet, solange sich keiner hinhängt.
Die Sache mit dem Mist ist ein Thema für sich. Landwirte z.B. dürfen Mist auf dem Acker oder auf der Wiese lagern für eine gewisse Zeit, ich glaube ein Jahr, bin mir aber nicht ganz sicher, dann muss wieder ein anderer Platz gesucht werden. Der Lagerplatz muss aber einen bestimmten Abstand von Gewässern und wasserführenden Gräben haben. Will man aber seinen Mist immer am selben Platz lagern, dann muss man eine feste Dunglege bauen, die aber im Aussenbereich kaum genehmigt werden wird.

« Letzte Änderung: 11.09.06, 16:29 von Amtsschimmel »

Franziska

  • Gast
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #36 am: 09.03.05, 12:18 »
Hallo Rita,
ich wünschte, ich wäre landwirtschaftlich-rechtlich so gebildet wie Du! Leider muß ich mich auf das verlassen, was die Leute so reden...
Aber ehrlich gesagt: "Meine" Wiese war vermutlich schon immer eine Pferdewiese. Der Pferdestall ist bestimmt schon 100 Jahre alt! Übrigens haben alle Boxen eine Art Bodengitter/Sieb, wo "alles Flüssige" in eine Klärgrube geleitet wird. Haben auch nicht alle Stallbesitzer, gell?  Und bauliche Veränderung hin und her: Wie soll man Pferde auf einer Weide halten, wenn man diese nicht einzäunt? So nach dem Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß!?
Zum Mist: "Mein" Bauer, der mir auch Heu und Stroh liefert und die Weide netterweise auch abschleppen will, wird den von mir gelagerten Mist selbstverständlich noch in diesem Jahr abholen. Meine Vorgänger haben den Mist übrigens zwar am Rand der Weide, aber wesentlich dichter am Stall und an den Nachbarn liegen lassen: Man sieht halt noch die Hügel...Und da gab es vermutlich auch keinen Behörden-Streß!
Tja und zum Reitplatz kann ich nur noch mal sagen, daß ich ja auf der Wiese reite, nicht auf Sand oder dergl. Übrigens muß ich auch über die Wiese - reiten oder führen - wenn ich weiter ins Gelände will. Da wird sich also auch mit der Zeit ein Trampelpfad bilden. Aber ich kann ja mal wie Pippi Langstrumpf versuchen, meine Pferde zu tragen!
Nee, aber Scherz beiseite: Der friedlichste Freizeitreiter kann nicht in Frieden leben, wenn neidische Mitmenschen ihm das Leben so schwer machen wollen. Schade eigentlich. Andererseits könnte ich mir vorstellen, daß Frau Nachbarin bei den Beamten auf taube Ohren stoßen wird. Ich denke, die haben wichtigere Probleme!

Rita

  • Gast
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #37 am: 09.03.05, 14:17 »
Hallo Franziska,

Du sagst es ja, die Behörden haben wichtigeres zu tun, deswegen wird die private Pferdehaltung auf landwirtschaftlichen Flächen wahrscheinlich auch immer noch geduldet. Darum sagte ich auch in meinem ersten Beitrag zu diesem Thema: Immer schön freundlich bleiben zu der Nachbarin!!

Sonst weckt man schlafende Hunde.     ;D

« Letzte Änderung: 11.09.06, 16:30 von Amtsschimmel »

Franziska

  • Gast
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #38 am: 09.03.05, 14:52 »
Hallo Rita  :)

hast vermutlich Recht. Aber andererseits: Warum geduldet ??? - welche offiziellen Argumente sprechen denn gegen Pferdehaltung auf "landwirtschaftlichen Flächen" (wo soll man auch sonst Pferde halten?)? Also mir fallen tatsächlich keine Argumente ein. Außer daß wir noch keine Pferdesteuer bezahlen, wird aber wohl noch kommen...

Offline Eyreen

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 328
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #39 am: 10.03.05, 15:31 »
Ich kann nur schreiben wie's bei mir im Ösiland ist: Wir haben im vergangenen Herbst Stall gebaut samt Reitplatz. Die Wiese, auf der alles entstand, war landwirtschaftliche Nutzfläche. Alles liegt in einer touristischen Kurzone und gleichzeitig direkt am Rand eines Naturschutzgebietes/Hochwassergebietes (Schilfgürtel des Sees grenzt an unser Grundstück) Der Stall ist eigentlich ein Bauwerk, und da diese Wiese kein Bauland ist hätte ich theoretisch nicht mal bauen dürfen. Da es sich aber um einen Stall handelte, habe ich Bauerlaubnis erhalten. Sie sagten "das ist im Rahmen der landwirtschaftlichen Nutzung". Mein Reitplatz musste ausgekoffert werden, drainagiert, aufgeschottert, verdichtet und hat eine Tretschicht aus Quarzsand und Vliesschnitzel bekommen. Und die Behörden haben keinerlei Bemerkung dazu gemacht - weder Natur-, noch Wasserschutz, noch Baubehörde. Ich glaube nicht dass es für die einen Unterschied macht WORAUF man Reitet, ob Wiese oder richtiger Reitplatz. Wir haben zwar bei Bauansuchen den Reitplatz gleich mit angegeben, aber er galt nicht als Bauwerk, war denen, glaube ich, egal. Also dürfte alles im Rahmen der landwirtschaftlichen Nutzung sein.
Ich würde einfach mal bei der Behörde nachfragen, wie es mit dem Anlegen eines Reitplatzes "wäre". Wenn die nix dagegen haben, kann die Nabarin Kringel drehen. ;D
Im übrigen habe ich ein sehr schönes Schild an all meinen Zäunen, mit den Gründen, warum die Tiere nicht zu füttern sind. Wenn Du willst schicke ich Dir die Vorlage per Mail, und Du hängst sie Ihr ganz dezent an den Zaun, vor die Nase. Ist sehr nett geschrieben, dann hat sie dann keinen Grund mehr sauer zu sein :P ;D
Das Glück der Pferde ist de Reiter auf der Erde :D Geh doch mal spazieren...

Franziska

  • Gast
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #40 am: 10.03.05, 16:53 »
Hallo Eyreen  :D,

Dein Eintrag macht Mut :-* Und ich dachte immer, im Ösiland wäre alles noch vieeeeel strenger ::)
Habe Dir schon eine email geschickt!

LG Franziska

Offline Eyreen

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 328
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #41 am: 11.03.05, 08:53 »
hehe  ;D nicht mal die unter Denkmalschutz stehende Kirche, die an meine Weide grenzt, hatte was dagegen.. die haben nur gebeten dass ich die Tiere nicht direkt bis an die Mauern lasse - damit nichts kaputt geht.. frag einfach mal nach, ist nur ein klein wenig Zeitaufwand, und vielleicht kannst Du dann Deiner Nachbarin den Wind aus den Segeln nehmen... ;D
Das Glück der Pferde ist de Reiter auf der Erde :D Geh doch mal spazieren...

Rita

  • Gast
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #42 am: 11.03.05, 09:15 »
Hallo Franziska,

gegen Pferdehaltung auf einer Wiese spricht überhaupt nichts, es ist nur so, dass Pferdehaltung unter Landwirtschaft fällt und es nur Landwirten aufgrund ihrer Qualifikation zugestanden wird, landwirtschaftliche Flächen zu bewirtschaften. Gib mal in die Suchmaschine ein "gute fachliche Praxis der landwirtschaftlichen Bodennutzung", da kann man einiges über die Thematik erfahren. Übrigens, könnte es sein, dass Dein Stall ein ehemaliger Schweine- oder Kuhstall war, streust Du da Stroh oder Sägespäne ein, wie ist das mit dem Verstopfen des Gitters?

@Eyreen
Auch gewerbliche Betriebe haben es in Österreich leichter zu bauen, drum wandern viele im Süden von Deutschland nach Ö. ab, hab ich neulich im Fernsehen mitbekommen

« Letzte Änderung: 11.09.06, 16:30 von Amtsschimmel »

Franziska

  • Gast
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #43 am: 11.03.05, 09:58 »
Also dann auf ins schöne Österreicht  ;D ;D ;D

@Rita: Es waren sowohl Kühe, Schweine und auch Pferde in dem Stall. Meine Pferde wohnen in den Pferdeboxen, stehen auf Stroh und die Gitter kann man rausnehmen und reinigen  ;)

Übrigens wage ich die kühne Aussage, daß so mancher "Freizeitreiter" in Sachen Pferdehaltung gebildeter ist, als der eine oder andere Landwirt! Einfach, weil dem Freizeitreiter sehr viel mehr an seinen Pferden liegt und er sie nicht nur als Vieh betrachtet! Von daher sehe ich noch immer keine Argumente, warum es "nur geduldet" wird, wenn jemand gewissenhaft seinem Hobby nachgeht. Ist man dann nicht schon ein Landwirt? Wie will man das definieren... ::)
Außerdem soll es doch ab diesem Jahr eine EU-Förderung für Pferdeweiden geben! Stimmt das nicht die Landwirte milder wenn es was zu holen gibt??? Neeneenee, haben wir Freizeitreiter keine Daseinsberechtigung???

Offline Eyreen

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 328
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Darf ich auf meiner Wiese reiten?
« Antwort #44 am: 11.03.05, 11:34 »
Das finde ich auch ziemlich beschi.... dass nur Landwirten diese Fachkenntnis zugesprochen wird.. wenn ich mir anschaue wie die Bauern bei uns Ihre Pferde halten??!! na bitte dankeschön *kotz*

Wir mussten den Stall über unseren Gewerbebetrieb bauen, da sich das Grundstück 1.) angrenzend an unser Appartementhaus und 2.) mitten in einem Kur- und Erholugnsgebiet befindet. Die Behörden wollten damit sicher stellen, dass der Stallbetrieb NUR über unsere Familie betrieben wird, um zu verhindern, dass ein anderer Eigentümer das ganze so rücksichtslos betreibt, dass das Kurgebiet gestört wird.. Sprich, das ganze wurde als touristische Zusatzleitung eingetragen und kann nicht verpachtet oder verkauft werden. Ansonsten hätte ich auch jederzeit als Privatperson das Ding bauen können, nur eben in diesem Falle bzw. diesem Standort wollten sich die Behörden absichern.. ich hab auch den Passus im Bescheid, dass ich NUR Pferde halten darf, und keine Schweine, Kühe etc.. ob ich wohl meine Lama behalten darf??  ;D :P ;D
Also ich glaube nicht, dass es für Gewerbebetriebe einfacher ist.. vielleicht nur im Punkto des Standortes, da man im Rahmen des Betriebes auch in Gebieten bauen darf, in denen eine Privatperson das ganze nicht als Landwirtschaftsbetrieb führen dürfte...
Aber wie gesagt, Österreich muss nicht gleich sein wie Deutschland..

Franziska, kannst mich ja gerne mal besuchen kommen  ;D  ;D
Das Glück der Pferde ist de Reiter auf der Erde :D Geh doch mal spazieren...