Hallo Lissi,
Deine Fragen sind sicher nicht peinlich, ich finde es gut, dass Du Dich informieren willst. Wenn Dein Pferd so auffallende Fellprobleme hat, ist das ja auch ein Zeichen, dass was nicht stimmt!
Sehr viele Infos findest Du wie schon oben gesagt im Hufreheforum.
Da sind auch viele Pferde, die (noch) keine Hufrehe haben, aber eben z.B. Probleme mit Cushing und/oder zu hohen Blutzuckerwerten.
Wie Du schon selbst vermutet hast, sind Glucocorticoide und Glucosamin nicht das Gleiche (kann man übrigens beides mit c oder k schreiben, das ist beides richtig)
Glucocorticoide sind Hormone aus der Nebenniere. Die bekanntesten sind Kortison und Kortisol. Da diese unter anderem auch den Kohlehydratstoffwechsel beeinflussen, haben sie wohl auch das "Gluco" im Namen, sind aber selber kein Zucker.
Beim Cushingpferd funktioniert durch eine Geschwulst in der Hypophyse die Steuerung nicht mehr, die dem Körper sagt, wie viel Kortisol die Nebenniere produzieren soll. So wird dann viel zu viel davon produziert und es kommt zu den bekannten Problemen (dickes Fell, Entzündungen, Hufrehe usw.). Und es kann eben auch dazu kommen, dass der Körper nicht mehr mit Kohlehydraten (Zucker) zurecht kommt, also das Pferd im Grunde Diabetes bekommt. Oft trinken und pinkeln diese Pferde dann extrem viel.
Glucosamin ist dagegen wirklich ein Zucker (verwandt mit Traubenzucker(=Glucose)). Es ist mit ein Baustein für Gelenkknorpel und Gelenkschmiere, daher wird es gerne bei Arthrose gegeben, bei der es meist an Gelenkschmiere fehlt und die Knorpel geschädigt sind.
Glucosamin löst sicherlich kein Cushing aus, aber da es ein Zucker ist, kann es natürlich bei einem Pferd mit Diabetes zu Problemen kommen (ähnlich wie wenn es Kraftfutter oder sonst kohlehydrathaltiges Futter zu sich nimmt).
Probleme mit dem Kohlehydratstoffwechsel gibt es bei Pferden oft auch ohne Cushing. In der Regel betrifft das zu dicke Pferde (es geht ihnen da nicht anders als zu dicken Menschen). Sie haben oft auch typische Fettpolster z.B. über den Augen, unter dem Bauch, oder einen richtig dicken Mähnenkamm (Hengsthals). Die Krankhiet dazu heißt "Equines Metabolisches Syndrom" (EMS). Oft sind solche Pferde lange Zeit scheinbar gesund, nur eben "etwas zu mollig". Da ja sehr viele Pferde zu fett sind, schenkt man dem oft keine Beachtung. Leider ist das Hufreherisiko bei diesen Pferden extrem hoch, und man hätte vielen dieser Pferde einen Reheschub ersparen können, wenn man sie eher auf Diät gesetzt hätte. Behandelt wird diese Krankheit generell durch eine strikte Diät. Wenn man dabei wirklich konsequent ist, kann das Pferd damit gut leben.
Wenn Du auf diese Krankheiten testen lassen möchtest, ist es wichtig, dass diese Tests absolut korrekt durchgeführt werden. Sonst kann man schnell viel Geld "in den Wind schießen". Du findest alle Infos dazu im o.g. Forum. Du kannst dort auch selbet beschreiben, was für Probleme Dein Pferd hat, und auch Bilder einstellen. Dann kann man auch gezielt raten, was im Moment Sinn machen würde. Es sind da halt viele Leute, die ähnliche Probleme mit ihren Pferden haben.
Ich selber habe eine alte Stute, die auch Fellprobleme hat (übrigens bekommt auch sie schon lange Glucosamin gegen Arthrose). Ich habe vor 2 Jahren bei ihr einen Cushingtest machen lassen, der dann aber negativ ausgefallen ist. Aber es war mir wichtig, das abchecken zu lassen, da bei uns eine Ponystute mit Cushing steht, die vor der Behandlung einige Hufreheschübe hatte (sie ist nun Dank der Behandlung seit bald 4 Jahren rehefrei).
Natürlich gibt es auch noch andere Ursachen für Fellprobleme - z.B. Nährstoffmängel (wobei das bei einem eher runden Hafi vermutlich eher nicht der Fall sein dürfte...), oder Leberprobleme, oder auch eine Schilddrüsenfunktionsstörung. Aber bei einem älteren Pferd mit Fellproblemen würde ich vermutlich immer zuerst mal auf Cushing testen lassen.
Bei einem Cushingpferd, das gut auf die Behandlung anspricht, bilden sich Diabetes-Probleme auch oft wieder zurück. Die Ponystute bei uns bekommt inzwischen z.B. wieder relativ viel Kraftfutter und Heu so viel sie will (sie ist eher mager, ist aber auch schon Ende 20). Nur beim Gras muss man nach wie vor etwas vorsichtig sein. Aber bei Glucosamin hätte ich bei diesem Pferd inzwischen z.B. keine Bedenken mehr, wenn sie es bräuchte. Kann man aber natürlich nicht pauschal sagen, da die Krankheit bei jedem Pferd anders verläuft.
Alles Gute, Spookey