Autor Thema: Re: Amazonen, Pferdestärken und das wahre Leben starten ins neue Jahr 2020  (Gelesen 444 mal)

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Offline CanadaTopic starter

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Mittels Suchprogramm habe ich den ursprünglichen post von hexle gefunden. Meine überraschte Reaktion auf hexle´s neuen post wg. des Auf- und Absitzens beruht auf der Befürchtung, daß dies auf einer neuen Rechtsvorschrift beruhte. Es würde mich zwar nicht betreffen, aber schon während meiner Zeit in Deutschland bin ich gg. derartige Beschränkungen vorgegangen. Andrea T. mag sich vielleicht noch an meine Aktion gegen einen Jäger erinnern, der eine andere Einstellerin aus unserem damals gemeinsamen Pensionsstall mit der Waffe bedrohte. Hat sich anschließend immer mucksmäuschenstill verhalten.

Und der Rat mit dem Mitlesen ist vielleicht ein bißchen weit hergeholt; der betreffende Bericht liegt 4 Jahre zurück. Ich kann mir nicht vorstellen, daß von einem Neumitglied hier im Forum erwartet wird, sich sozusagen ins Archiv einzuarbeiten......

Anyway - meine Bitte um Aufklärung ist hiermit zurückgenommen.

P.S.: gerade lese ich hexle´s letzten post. Danke für die Aufklärung. Aber wie oben beschrieben, hatte ich eine andere Vermutung. Na ja, mit Reitunfällen habe ich auch so meine Erfahrungen. In all´den gut 30 Jahren, die ich reite, bin ich noch nie vom Pferd gefallen, aber 7 x mit Pferd gestürzt. Hat mir u. a. ein neues Außen-Kreuzband im linken Knie eingebracht, befestigt mit Krampen (hergestellt mit Teilen der Patellasehne). 3 Schrauben aus einem anderen Vorfall habe ich nach 17 Jahren immer noch im Unterkiefer. Zumeist gingen die Stürze glimpflich aus, aber schmerzhaft waren sie doch zumeist. Prinzipiell bin ich ein Trailreiter, aber nachdem mein Pferd Wind ein ehemaliger Galopper von der Rennbahn war, den ich entsprechend umtrainiert hatte, habe ich natürlich auch gerne seine Renneigenschaften genutzt. Was mir, als ich ihn noch nicht allzulange hatte und er den Gewichtsunterschied zwischen einem Jockey und 90 kg plus Sattel noch nicht unterscheiden konnte, eine Rückenß und Schambeinprellung und 2 Wochen Reitpause eintrug. Inschallah ! Sport ist Mord. Einmal lag ich mit dem linken Bein untem meinem Wotan (ca. 750 kg, halbes Kaltblut, siehe meine Fotos). Das war die Sache mit dem Kreuzband. Der Arzt meinte, mind. 3 Wochen Krankenhaus. Nach 2 Wochen war ich fit genug, das Hospital verlassen zu können, und nach nicht ganz 5 Wochen saß ich wieder im Sattel. Verrückte sterben nicht aus. Aber solange es sich nur um Pferdeverrückte handelt, ist die Welt doch noch ganz i. O. (natürlich abgesehen von der aktuellen Situation)

Was Dein nervöses Pferd angeht, werde ich Dir natürlich keine Tipps geben, wie könnte ich auch, wo ich weder Dich noch Dein Pferd kenne. Aber hier eine Beschreibung, wie ich meinem Wotan gewisser Ängstlichkeiten abgewöhnt habe:

Er gehörte einer sehr lieben jungen Frau, die sehr zart gebaut und ein echtes Leichtgewicht war. Sie hatte Wotan erworben, um ein ruhiges Verlaßpferd für gemütliche Ausritte zu haben. Ruhig traf auf Wotan in 99% der Fälle insofern zu, daß er als halbes Kaltblut ein prinzipiell stabiles Nervenkostüm hatte. Aber er hatte auch ein klares Gespür dafür, welche Qualität sein jeweiliger Reiter aufzuweisen hatte. Kurzum: Wotan zeigte seiner Reiterin dann in eigener Regie die schönsten Ecken unserer Gegend. Damit ist alles gesagt. Um Wotan zu beschäftigen, und weil mein Wind damals wg. Krankheit ausfiel, ritt ich ihn für einige Zeit, aber nur in der Halle. Ich hasse Hallenreiten ! Nach ca. 3 Wochen passierte dann der o. g. Unfall. Wotan blieb heile. Vom Krankenhausbett aus habe ich ihn dann gekauft.

Trotz seines guten Nervenkostüms hatte er aber Probleme mit Motorrädern, genauer gesagt mit deren Lärm, und Holzstapeln im Wald. In beiden Fällen konnte er sehr agitiert werden, wenngleich auch nur, bis die Ursache sich entfernt hatte oder er mittels 180°-Kehre einigen Abstand zwischen ihr und sich gebracht hatte.

Wg. der Motorräder bin ich dann auf spezielle Wiesen- und Waldwege ausgewichen, die aber in der Nähe befahrener Straßen lagen. Die Betonung liegt auf "Nähe", nicht nah ! Fuhr in Motorrad in der Nähe vorbei, wurde er nervös und drehte um, um von dem Lärm wegzukommen. Ich ließ ihn auch, aber immer mit gebremsten Schaum, sprich, leicht angezogenen Zügeln. Und im Laufe weniger Tage, während der ich während seiner (kurzen) Fluchten die Zügel immer etwas stärker anzog, und natürlich verbal auf ihn einwirkte, ließ sein Fluchtinstinkt in dieser Sache nach. Für einige Wochen noch mußte ich beim Nahen krachmachender Zweiräder etwas vorsichtig sein, aber dann war die Sache auf Ewig erledigt. Muß nicht bei jedem Pferd klappen, aber .......

Und die Holzstöße; vergleichbare Aktion. Sobald wir uns einem Holzstapel im Wald näherten, ließ ich Wotan freien Lauf. Sobals er seine Hinterhandwendung vollzogen hatte, nahm ich die Zügel langsam an, dann eine kontrollierte Wendung, und wieder in Richtung Stapel. Das 2 - 3 mal hintereinander gemacht, immer etwas näher an das Objekt heran, und gut ist´s. Am nächsten Tag nochmal, und Wotan schnupperte am Holzstoß. Thema gegessen. Kontinuität, Konsequenz und Traute. Klappt fast immer.

Giddy up !
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Offline Eva

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Ich mache hier mal zu, da das offenbar ein Beitrag und kein neues Thema werden sollte (und es auch in das Thema geschafft hat).
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