Autor Thema: Die Klassiker, auch in 2020 geht es munter weiter!  (Gelesen 74078 mal)

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Offline jaques bubu

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Re: Die Klassiker, auch in 2020 geht es munter weiter!
« Antwort #855 am: 14.05.22, 09:15 »
Hallo,

ich bin gerade echt am zweifeln ... irgendwas ist mit dem Ponychen. Nachts in der Box fühlt sie sich plötzlich  nicht mehr wohl. Scharrt viel, irgendwie ist sie aber dennoch am Tag fröhlich, äppeln, laufen, pinkeln, also auf Normallevel. Auf der Koppel merkt man ihr nichts an, aber im Stall steht sie nur an der Boxentür, scharrt und guggt raus, mag das Heu nicht.  :-\ Wenn das nun nicht an diesem Wochenende wieder aufhört ruf ich am Montag nen Tierarzt an ... weil das Pony traurig wirkt  ::) und nun frage ich mich, bin ich zu schisserig oder nicht schisserig genug. Heute gibt es eine komplette Reinigung der Heuraufe und ja, dann fällt mir nicht mehr soviel ein. Mal sehen was Bewegung bringt, heute kommt das RB Kind zum Reiten und meine Tochter setze ich auch bissl drauf. Da sollten sich dann Probleme entweder lösen oder deutlicher zeigen.

Puh, hätte ja auch mal gut sein können, denn Lenchen geht es gerade mal wieder gut und sie läuft fröhlich ihre Runden.

Irgendwie hab ich nicht so richtig was zu erzählen, nur so ein komisches Bauchgefühl, das mich in den Wahnsinn treibt, schon alleine deswegen muss dann spätenstens nächste Woche ein Tierarzt her, wenn ich mir gefühlsmäßig nicht sicherer werde, dass da nix ist.

LG Alex

Offline Lucie

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Re: Die Klassiker, auch in 2020 geht es munter weiter!
« Antwort #856 am: 14.05.22, 21:16 »
Wenn man ein blödes Gefühl hat, schadet im Zweifelsfall der TA nicht. Aber vielleicht für dich zur Beruhigung - ich kenne so ein Verhalten von meinem mittlerweile verstorbenen Beistellpony ganz krass und von Frau Pony ein bisschen. Bei Oma Lola war es so, das sie, sobald es das erste Grüne gegeben hatte, ihr anderes Futter (Heu, Heucobs und sogar Rübenschnitzel und sonstiges Kraftfutter) nicht mehr mochte. Außerdem wollte sie ab Punkt x lieber draußen sein und nicht in der Box. In ihrem letzten Lebensjahr hat sie dann zumindest Heucobs ganzjährig akzeptiert (da konnte sie mit dem Gras aber auch nicht mehr viel anfangen), wollte aber ab irgendeinem Punkt im Frühling nicht in der Box bleiben zum Fressen. Da lief sie dann mit Futtersack durch die Gegend.

Bei Frau Pony warte ich im Moment auch darauf, dass sie abends nicht mehr rein will. Noch sind wir aber erst bei 20 Minuten Gras - da möchte sie abends doch noch ihre Extra Portion Heu in der Box. Aber irgendwann mag sie das dann auch nicht mehr.

Wenn sie also tagsüber munter ist und da nicht traurig guckt, musst du dir also vielleicht keine Sorgen machen. Interessant wäre es auszuprobieren ob sie Nachts / Abends draußen besserdrauf ist. Aber das geht ja mit Leni nicht. Von daher doof. Wie äppelt sie denn in der Box? Normal?

Mein Shetty hat mich die Woche auch geschockt. Sie ist ja nicht gerade gut erzogen (ich hab aber auch nicht so viel Zeit in die Erziehung investiert - im Großen und Ganzen funktioniert es ja) und drängelt jetzt gerade abends beim Anweiden bzw. beim wieder rein bringen gerne. Da ich jeweils zwei Pferde gleichzeitig nehme, ist das schon blöd. Dienstag Abends büffelte sie also wieder, als ich gerade die Zaungriffe eingehängt hatte und mir war klar, das sie gleich versucht links an mir vorbei zu laufen. Also habe ich meine flache Hand ausgestreckt um ihr zu sagen das da kein Durchgang ist. Sie hat nicht reagiert und ist dann mit ihrer Nase gegen meine Hand gestoßen und dann völlig ausgeflippt. Zurückgesprungen, dann seitwärts hin und her getrippelt und dabei sind ihr irgendwie die Hinterbeine weggeflutscht. Dann lag sie da - und blieb liegen. Realistisch gesehen war das vermutlich nicht lange - kam mir aber unendlich vor. Ich dachte echt sie stirbt da jetzt. Die Reaktion war ja auch völlig überzogen und ich dachte da an Schlaganfall oder sonst was. Aber sie musste vermutlich nur nachdenken was da passiert ist. Irgendwann stand sie auf, während ich sie nur angestarrt habe und stand dann mit überkreuzten Beinen da (ist ja auch nicht normal). Ich hab sie dann vorsichtig angeführt und sie hat die Beine sortiert und ist gut mitgelaufen. Im Auslauf hab ich dann Honey laufen lassen und bin mit dem Shetty noch ein bisschen gelaufen und zurückgeschickt und ran geholt. Ging alles problemlos und völlig ruhig. Auch den Rest der Woche war alles ok. Also vermutlich nur dumm gelaufen. Aber so einen Schreck brauche ich echt nicht.

Heute hab ich nicht viel geschafft. Ponies hatten Hufpflegetermin. Dank der Trockenheit hab ich heute morgen allen Schuhe bzw. Socken mit Schwammtüchern verpasst. Shayla war aber mal wieder neben der Spur und hat mehrfach die Schuhe bei irgendwelchen Schnellstarts verloren. Aber Hufe waren immerhin bei allen Ponies bearbeitbar. Dann war Mittags noch eine Freundin da und wir haben Honey noch mal verladen. Interessant das Honey sehr skeptisch war, als sie meine Freundin gesehen hat. So nach dem Motto als ihr das letzte mal zu zweit wart, habt ihr die Klappe zugemacht. Sie ging dann aber gut rauf und hat sich auch schnell entspannt. Also haben wir erst Stange und dann Klappe zu. Sie hat sich diesmal schneller entspannt als die Woche davor. Ich glaube das wird. Nächste Woche vielleicht mal anbinden und kurz alleine lassen.

Shayla ist im Moment mal wieder etwas hysterisch. Keine Ahnung warum. Eigentlich hatte sie sich mit der Pause ja jetzt schön entspannt. Aber anweiden ist halt auch wieder spannend weil anders. Und dann sind ja immer zwei mal weg und fressen im Vorgarten... Nächstes WE will ich sie auf die Weide rüber bringen - dann kann sie wieder richtig ausflippen. Laufen tut sie aber nach wie vor gut.
Allerdings befürchte ich gerade das sie Sommerekzem entwickelt (das bräuchte ich jetzt echt nicht). Sie scheuert sich öfter mal Mähne und Schweif, aber normalerweise nicht mit Klobürste am Schweif oder Haarverlust. Seit ca. 1 Woche Klobürste. Ich war mir erst nicht sicher ob vielleicht Würmer, obwohl sie laut Kotprobe keine hat und nur Frau Pony und Honey jetzt entwurmt werden müssen. Ich hatte dann überlegt ob ich ihr auch einfach eine Wurmkur verpasse. Heute habe ich dann allerdings festgestellt, das ca. 1 Handbreit Mähne abgescheuert ist. Deutet dann eher auf Ekzem hin. Bin begeistert.... Na ja wir werden sehen. Vielleicht ist es auch nur temporär weil sie eigentlich schon wieder zu fett ist (20 Min Gras und sie setzt an -und nicht nur Grasbauch sondern Fettschichten). Sobald sie 1 Std draußen sind, bekommt sie wieder die Fressbremse drauf.

Morgen will ich mit Honey mal wieder eine längere Runde spazieren gehen. Heute hat es nur zum Longieren gereicht.

Offline jaques bubu

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Re: Die Klassiker, auch in 2020 geht es munter weiter!
« Antwort #857 am: 21.05.22, 10:00 »
Hallo,

blödes Gefühl war richtig ... Ponychen hatte so eine Rehe im Anflug, alles noch nicht super ausgeprägt, alles noch im Anfang, daher geht die TA mal davon aus, dass wir dann auf den Röntgenbildern, die wir dann so in 10 Tagen machen werden (sind ja schon ein paar rum) auch keine Rotation sehen werden, also hoffentlich noch gerade so erwischt. Pony steht nun auf dem Padock, Lenchen für die Dauer des Mistens zusätzlich auf der Koppel und wir haben mittlerweile wieder ein Ponychen, dass fröhlich hereingaloppiert, aber nachdem ich ihr ein Mittel unter die Haut spritze auch so langsam echt mit mir pampig wird. Das findet sie - die eigentlich alles mitmacht - extrem doof. Zittert dann auch die ganze Zeit mit der Haut, was natürlich das Spritzen dann extrem viel leichter und angenehmer für sie macht  ::). Dazu das ganze Spiel 2x am Tag.

Der großen geht es ganz gut, die spielt heute das Ersatzpony für die Kinder und wird geritten. Ich denke mal, dass sie das super machen wird und auch toll findet, denn da wird dann nicht soviel von ihr verlangt und sie latscht halt rum. Checkpot! Verladen lassen wir dann natürlich nicht, weil wenn die schon 2 Einheiten konzentriert gelaufen ist, dann hat sie alles gegeben, was eben so drin ist, da muss dann nicht noch sinnlos verladen werden.

@Lucie
Dein Shetty macht Sachen ... Ist im übrigen auch mal meinem Vater mit meinem Shetty passiert. Das hasste Männer und als sie ihn einmal anstieg (also wirklich gefähtlich, das dumme Tierchen) ging sie kurz vor ihm runter und er hat sie am Kopf geboxt. Sie strauchlte, fiel und zack lag sie da. Wir dachten sie steht nicht mehr auf. Kam dann doch wieder hoch, schüttelte sich und von da an hat sie meinen Vater nicht mehr angegriffen.

Ich wäre fast durchgedreht, und NEIN, ich empfehle um Gottes Willen NIEMALS nicht sowas zu tun oder zu sagen, ha, war nur witzig, versteht mich nicht falsch, aber nur um zu sagen, ich finde dass Shettys ja so unglaublich klug sind, dass sie in der Situation echt die Chance zum denken nutzen. Könnte mein WB ja nicht mal, wenn es wollte. Die würde dann nur Aufspringen, Rumbocken und sich dann erst recht verletzen.

Zu mir war das Shetty im übrigen nie so - hat mich nur immer abgeschmissen - wo auch immer sie die Chance sah. Hatte es aber auch extrem schwer, kam zu Leuten - ergo uns - die 0 Erfahrung, 0 Unterstützung und 0 Weiterbildungswunsch hatten. Bis ich dann mit 11 bei meinem ersten Reitkurs war und gesehen habe, dass Pferdehaltung und Reiten tatsächlich Ausbildung benötigen. Wusste ich ja vorher nicht, hatte mir keiner gesagt. Eine Klassenkameradin hatte mich mitgenommen um mir das mal zu zeigen. Danke Kathrin sag ich da nur, ich hätte das sonst echt nicht geschnallt. Daher habe ich auch immer so eine gewisse Beißhemmung, wenn sich einige über total Unwissende lustig machen, die ja alles nur sch... machen. Ich war da jahrelang in der Gruppe mit bei (und jetzt mach ich ja noch viel falsch, sonst hätte es schließlich keinen Reheanflug gegeben ... Mist verdammter).

Und dann kam meine nächste Stufe der Erkenntnis, RB zu meinem WB, die mal M ging (ganz andere Welt) und dann dachte ich ja, ich mach das alles gar nicht mal so schlecht und kam dann ins Forum hier (da war ich ja im Studium) und hatte dann meinen ersten Kontakt zu nicht 0815 Reitern aus dem Reitstall nebenan (wobei mein Reitstall nebenan ja schon ziemlich überdurchschnittlich war ;) ) und hab mich mit Sachen wie Sitz (esge) und anderem Longieren beschäftigt. Nochmal wow. Und dann ... macht man immer noch dumme Fehler  ::). Der Mensch an sich ist halt wohl bissl dämlisch  8).

Diese ups and downs bei nervösen Pferden sind glaube ich normal. Die fangen sich und dann kommt wieder irgendwas - egal was - dass sie aus der Bahn wirft. Das muss man als Mensch manchmal gar nicht mitbekommen und dann, fangen sie sich wieder. Bei meiner ist mal ein Sylvester eben doof, aber am nächsten Tag vergessen und mal hat sie dann 3 Wochen Kotwasser. Warum ... puh, nicht zu entschlüsseln. Evtl. war dann an dem einen schlimmen Tag schon vorher was oder oder oder.

Ich hab meinem Pony nach Klobürste und felllosen Stellen im letzten Jahr nun eine Decke verpasst - heute ist es ziemlich windig, daher darf sie erstmal ohne raus, aber im Sommer ist mir das sicherer, bevor es ganz schlimm wird. Leider ist so ein Ekzem ja nichts, was dann bei wenig bleibt  :'(. Ich hoffe aber, mit der Decke können wir es gut im Griff behalten.

LG Alex

Offline Lucie

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Re: Die Klassiker, auch in 2020 geht es munter weiter!
« Antwort #858 am: 22.05.22, 23:36 »
Oh jeh. Gute Besserung fürs Pony! Gut das du auf dein Bauchgefühl gehört hast. Früh genug erkannt kann da eine Menge retten. Was spritzt du ihr denn jetzt immer?

Bei Rehe hab ich sehr gute Erfahrungen mit Blutegeln gemacht. Schmerzlindernd, entzündshemmeld und Blutverdünner. Dem Pferd meiner Freundin haben die kleinen Tierchen vermutlich das Leben gerettet -der TA wollte einschläfern. Bei einer anderen Freundin haben wir (dank der Erfahrungen mit dem Pferd der anderen Freundin) die Rehe auch im Frühstadium erwischt. Da war es wirklich nach 1x Blutegel und natürlich mit danach Diät und angepasster Bewegung getan.

Und noch mal kurz klugscheißen (sorry) - wenn Pony Ekzem und jetzt Rehe hat, solltest du ggf. mal in Richtung Stoffwechselkur gucken. Immer leichter als gesagt - aber Rehe und Ekzem passen leider auch irgendwie zusammen, wenn man sich umhört.

Deine Shettygeschichte ;D Shettys sind schlau.

Der Rest - ich glaube die meisten von uns haben mehr oder weniger gravierende Fehler aus Unwissenheit begangen. Als Kind hattest du ja im Prinzip da auch wenig Chance. Und irgendwann hast du ja auch angefangen zu lernen bzw. lernen zu wollen - das ist halt das wichtigste.

Mir ging es da nicht viel besser. Meine Eltern haben mit Pferden nichts am Hut, mein Cousin und Cousine hatten aber Pferde als wir Kinder waren (was uns wenig genützt hat, weil die 200 km weit weg gewohnt haben) und ich war sehr neidisch. Damals hielt ich vor allem meine Cousine für Allwissend. Mittlerweile bin ich entsetzt was sie alles nicht weiß bzw. das sie auch an Dingen rechts und links von dem, was sie seit 30 Jahren macht, wenig Interesse hat.

Ich habe irgendwann Reitstunden erbettelt. Meine Mutter hat den Reitverein nach der verkehrsgünstigen Lage gewählt, Qualität von Unterricht konnte sie ja gar nicht beurteilen. Ich war gut 10 Jahren in diesem Verein. Rückblickend kann ich sagen, dass ich davon in fast 6 Jahren außer Festhalten eigentlich nichts gelernt habe. Danach hatte ich ein RB Pferd und konnte mir Reitlehrer aussuchen und auch mal selber was ausprobieren. Da habe ich ein bisschen gelernt und da das Pferd sehr nett war, dachte ich irgendwann ich hätte das voll im Griff ::) (Meine RL sagt übrigens das aus diesem Verein bis heute die schlechtesten Reiter kommen. Ist mir auch klar - die Leute, mit denen ich Reiten  - nicht - gelernt habe, haben dort später Unterricht gegeben).

Dann bekam eine Freundin von mir von ihren Eltern ein Pferd geschenkt, das alleine bei denen im Garten lebte (wobei wir wieder die nicht sachkundigen Eltern hätten). Dieses Pferd war erst 5 Jahre alt und ich habe gemerkt was mir mein RB Pferd alles schenkt. Wir haben uns da ein bisschen durchgebissen und hatten Kompromisse, die funktionierten. Also dachte ich wieder ich hätte eine Menge gelernt und weiß jetzt wie es geht.

Und dann hab ich Frau Pony gekauft... Ganz klar, wenn ich nicht durch Zufall auf meine jetzige RL gestoßen wäre, hätte mich Frau Pony vermutlich umgebracht - oder ich hätte sie verkauft.... Ich habe viel Lehrgeld bezahlt in den nächsten Jahren - sowohl metaphorisch wie auch wörtlich. Und leider Frau Pony auch. Einige Sachen wären im Nachhinein echt vermeidbar gewesen.
Im Endeffekt bin ich sehr dankbar, das Frau Pony so eine Herausforderung war. Ich hätte sonst viele Dinge nicht ausprobiert und in Frage gestellt. Aber auch diesmal  - sobald die Probleme halbwegs im Griff waren, dachte ich, ich weiß zumindest theoretisch wie es geht (das ich praktisch nicht der beste Reiter und Bodenarbeiter bin, war mir aber immerhin klar geworden).

Dummerweise bin ich dann nach Umzug auch in einem Stall gelandet, wo ich echt die Einäugige unter Blinden war. Hatte zur Folge das ich eigentlich jedes Pferd reiten durfte und auch fast jedes Pferd mindestens 1x geritten bin. Das hat auch immer irgendwie geklappt. Im Rückblick sträuben sich mir aber teilweise die Haare, was ich da alles gemacht hab. Trotzdem hat auch die Zeit mir eine Menge beigebracht. Zum einen wegen der vielen unterschiedlichen Pferde (teilweise bin ich die nur 1x geritten, teilweise regelmäßig) und dann haben wir nach langer Suche damals eine gute RL gefunden (meine alte und jetztige war da eben 400 km weit weg).

Na ja und dann kam irgendwann Shayla bzw. sie war ja schon da. Aber als sie Reitpferd werden sollte, hab ich wieder jede Menge neue Erfahrungen gemacht. Und die Erkenntnis was mit Frau Pony funktioniert hat, funktioniert bei Shayla nur begrenzt oder gar nicht. Und Shayla braucht sehr viel mehr Führung als Frau Pony - und das war echt ein Problem (und ist es heute teilweise noch, wobei es besser geworden ist). Wegen Shayla hab ich mich dann doch noch mal mit Natural Horsemanship beschäftigt und das hat uns eine Menge gebracht. Aber auch hier war die Suche nach dem richtigen Trainer ein Problem. Aber eins haben mir die Jahre gebracht - ich kann mittlerweile schneller beurteilen ob ein Trainer was für mich ist oder nicht. Und nur wenn man einen (oder mehrere in diesem Fall) schlechte Trainer gesehen hat, heißt das nicht unbedingt das das ganze System schlecht ist. Von daher gucke ich mir inzwischen immer gerne neue Trainer oder neue Sachen an. Dümmer wird man nicht.

Nächste Herausforderung war der eigene Stall mit Fütterung (Heu satt ist in der Theorie toll - klappte bei meinen Ponies aber gar nicht), Weidepflege usw.

Und jetzt ist halt Honey da (neben der immer noch bestehenden Shayla Herausforderung, die keinesfalls gelöst ist) und stellt wieder andere Ansprüche an mich. Wobei sie mich eher an Frau Pony erinnert als an Shayla. Also bin ich frohen Mutes das ich es diesmal vielleiht hin bekomme ;D Für noch eine Shayla bin ich mittlerweile auch irgendwie zu alt.

"Beißhemmung" gegenüber Unwissenden oder generell ist ein schwieriges Thema. Ich denke momentan generell viel über Toleranz nach und wie tolerant ich eigentlich bin. Ich behaupte mal ich bin toleranter als früher, habe in den letzten Jahren auch versucht daran zu arbeiten. Umso mehr hat es mich getroffen das ich in den letzten Woche (im nicht pferdischen Bereich) ein paar Begebenheiten hatte, die bei mir auf völliges Unverständnis gestoßen sind. Da denke ich gerade drüber nach. Bedingt hilft das die spontane Reaktion meiner Schwester meiner total entsprach - aber wir wurden eben auch von den gleichen Eltern erzogen und haben damit ähnliche Wertvorstellungen und vorgefasste Meinungen.

Grundsätzlich ist für mich Unwissenheit zumindest ein gewisser "Schutz". Bei Kindern sowieso.  Womit ich ein Problem hab (jetzt im Pferdebereich speziell) sind Leute, die ein Problem haben und trotzdem nicht Willens oder in der Lage sind sich über Lösungsmöglichkeiten zu informieren. Andererseits gibt es anscheinend Leute die das Problem für den Normalzustand halten...
Auf einem Horsemanshipkurs war mal ein Mutter - Tochter Gespann dabei. Die Tochter hatte irgendwann die Nase voll sich von den Pferden durch die Gegend ziehen zu lassen und ist im Internet auf Natural Horsemanship gestoßen. Die Mutter war völlig hin und weg das es möglich ist Pferde auf eine Weide zu führen ohne das sie sich los reißen. Und die kam aus einer Züchterfamilie und hatte immer Pferde. Als sie das erzählte, dachten wir alle die veräppelt uns. Aber ihr war das völlig Ernst. Das man ein Pferd am Halfter irgendwo hin führen kann und dort auch ohne ziehen gemeinsam ankommt, war ihr völlig unbekannt.

Also insgesamt ein schwieriges Thema. Und ich lass es zu dieser späten Stunde lieber ruhen, bevor es noch endloser wird.

Morgen hab ich noch einen Tag Urlaub und noch mal volles Programm. Heute hab ich nicht so viel geschafft wie geplant, da ich mich noch etwas (so 4 Stunden oder so ::)) bei meiner Nachbarin festgequatscht habe. Jetzt bin ich wieder auf dem Laufenden was den Dorftratsch an geht (da verpasse ich ja immer 90%).

Aber das wichtigste hab ich geschafft. Mit Honey hab ich ein paar schöne Spaziergänge gemacht und heute hatten wir wieder Unterricht. Wir hatten jetzt ja zwei Wochen frei. Verlernt hat Honey nichts. Aber Übergänge mag sie nach wie vor nicht. Ich weiß auch nicht wie ich das ändern soll. Die Ausführung funktioniert gut. Ich denke aber demnächst wird sie mir mal den Stinkefinger zeigen.

Dann war Honey gestern und heute wieder auf dem Anhänger. Gestern hatten wir kurze Diskussionen ob sie wirklich oben bleiben muss, sie hat sich aber schnell in ihr Schicksal gefügt. Süß war als ich sie wirklich runterlocken wollte - da war sie sehr zögernd. Nach weitern rauf und runter war aber alles ok. Dann haben wir gestern das erste mal angebunden. Heute dann angebunden, Knotenhalfter ab (zum hochschicken mag ich das lieber, darunter ist dann das Stallhalfter zum Anbinden) und sie alleine gelassen und Tür zu gemacht. Das haben wir nicht zu lange gemacht, ging aber gut. Nächste Woche hat meine Freundin leider nicht viel Zeit. Also mal gucken. Eigentlich wäre als nächstes eine Probefahrt durch den Ort fällig.

Shayla ist nach wie vor etwas gestresst und hibbelig. Auch darüber hab ich nachgedacht. Es gibt für ihr Verhalten eigentlich zwei Erklärungen. Bei Shayla ist es so, dass sie sowieso schon eine recht kleine Komfortzone hat. Wenn man die nicht öfter ausreizt bzw. auch hin und wieder überschreitet (aber nicht zu viel, dann geht der Schuss nach hinten los), wird die Komfortzone kleiner (und leider geht das bei ihr schnell). Dann reichen schon Kleinigkeiten, dass sie auch zu Hause Stress hat. Jetzt ist halt Anweidezeit mit anderen Routinen und sie musste lange nicht mehr aus ihrer Komfortzone. Kann sein das das schon wieder alles zuviel ist. Müsste dann aber mit Routine wieder besser werden.
Dazu kommt das sie jetzt wohl wieder Eifersüchtig auf Honey ist und gerne wieder was tun würde. Sie ist mir dieses WE 2 in Honeys Führstrick gelaufen als ich Honey aufgehalftert hatte. Und das war nicht weil sie hysterisch war, sondern mit voller Absicht.
Ich werde also vielleicht doch früher wieder mit ihr anfangen. Erstmal sehr klein und nur ein bisschen Jojo spielen. Das macht sie ganz gerne und ein bisschen Rückwärts und Vorwärts müsste sie ja aushalten. Dann sehen wir weiter.