Das kranke Pferd > wenn der Tierarzt kommt ...

Was es alles gibt......

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Kiowa:
Na ja, immerhin hast du jetzt schöne Bilder von Deinem Pferd und weißt, dass derzeit nichts ist ::) Passiert halt manchmal so.

Ich war mal für 800,00 Euro mit meiner Stute in der Tierklinik zur Diagnostik mit dem Ergebnis: Pferd, 20 Jahre, Röntgenklasse 1-2 auf allen geröngten Gelenken, außer hinten rechts, da ist Spat. Einige Wochen später habe ich das Pferd kommentarlos einem Bioresonanzmann vorgestellt, der mir dieselbe Diagnose (ohne das Pferd vorher im Gehen gesehen zu haben) für 50,00 gestellt hat.

Jetzt im Frühjahr mit 28 J. hatte sie erst 1x Fesselträger und Impfung, dann Zahnarzt 150,- Öre, dann nochmal Fesselträger und daraufhin musste ich sie einschläfern lassen - waren dann nochmal so 500 Euro, inkl. Behandlung und Diagnostik. Hätte man es gewusst ... Wusste man aber nicht, hätte genauso gut noch ein paar Jahre gute gelaunt und mit guten Zähnen und angeschlagenem Fesselträger hier auf der Weide laufen können.

Christine:
So ist das eben.
Aber wenn man sein Pferd so einer Untersuchung unterzieht, die alles ans Licht des Tages holt, dann hat man doch die Faust im Bauch.
Da kann alles mögliche Schlimme bei rauskommen und dann lässt sich das auch nicht mehr wegdiskutieren oder "weghoffen". Dann geht es nur noch darum wie leben wir nun damit weiter, was machen wir, wie wird das werden.
Weghoffen kann ich wohl, wenn ich jemanden nur von außen draufschauen lasse, der mir eine schlechte Diagnose stellt.
Zumindest war das bei uns so als die "Vermutungen" von TA und Physio im Raum standen. Mit diesen Verdachtsdiagnosen konnte ich ganz gut leben. War ja nichts handfestes. Kann sein - oder aber auch nicht. Ich bin halt der Typ (vielleicht berufsbedingt), ich brauche schon handfestes und nichts nebulöses - also in diesem Fall - den Blick ins Pferd.
Ich habe einfach auch diese zwei Jahre gebraucht um  den Mut zu fassen den Dingen Keaton betreffend ins Auge zu sehen. Und eine Zukunft mit einem "kranken" Pferd zu planen.
Reingucken ist für mich eine andere Hausnummer. Da muss ich mit der schlechten/schlimmen Diagnose real weiterleben. Ohne Hoffnung. Nur der Verlauf kann milder oder langsamer sein als es in solchen Fällen gewöhnlich und üblich ist.
Das sich das in ein paar Jahren wieder ganz anders darstellen kann, ist mir klar. Aber erst mal freuen wir uns, dass es (für diese Mal) so gut gelaufen und ausgegangen ist.
Christine

Kiowa:
Ja, freut euch. Ich lasse aus denselben Gründen das Knie von meinem Pferd nicht röntgen. Gäb's da einen Befund, könnte ich nichts mehr weghoffen, und derzeit weiß ich nicht, ob ich dann noch die Energie aufbringen könnte, mit ihm zu arbeiten. So - machen wir was, und dem Knie tut es immer gut, wenn wir was machen. Also besser, wenn ich nichts weiß. Sollte er mal deshalb anfangen zu lahmen, würde ich natürlich diagnostizieren, aber so lange reiten reicht ... ::)

Janker:
Freut mich für euch, Chrisitine! Klasse, dass das jetzt fürs pferdi und euch ein gutes Ende nimmt, war ja wohl ne lange Odyssee. Hier bekommt jeder Neukauf im ersten Jahr als Sattel einen Torsion oder direkt blank (pony, die sind idr gnadenlos verfettet bzw ohne Sattellage). Dann wird möglichst schnell angespannt bzw sofort massiv hinter kutsch herlaufen gelassen (also tgl. mind. 5-10 km) zwecks Verkehrsgewöhnung. Nach 6 Monaten erfolgt die 1. Vorstellung Osteopath (80,00 €), genau 2 Wochen nachdem TA Zähne gerichtet hat (80,-). hab rumprobiert frühere Termine bei beiden machen keinen Sinn, Pony muss erst durch Arbeit einigermassen ins Gleichgewicht kommen, haben auch schonmal sowohl ZA als auch osteo abgebrochen, weil pony noch zu doll neben der Spur war. nach 2-3 Jahren sind die pony alle im "lot", obwohl die mit schweren bis schwersten Vorschäden kommen. bei meinem am stärksten vorgeschädigten pony hat jetzt ein sehr bekannter Fahrtrainer alle meine Vermutungen bestätigt, so dass ich mir bis auf weiteres auch einen tiefgegehende Diagnostik ersparen werd, an dem pony hätten sich Kliniken und TA bisher eine goldene Nase verdienen können, die hat aufgrund der schweren Mißhandlungen nämlich auch diverse körperliche Befunde, aber ihr Hauptproblem sind menschlich übertragen sozusagen posttraumatischen Belastungsneurosen, die unser Leben erheblich mehr belasten als stark vernabte Zunge, Laden, Nase, sprich die rastet weniger wegen Schmerzen im Maul aus, als wegen per Zufall ähnlicher Situation aus dem Vorleben, ferner ist Pony extrem schmerzunempfindlich wegen der permanenten psychischen Daueranspannung.  mfg Janker

Christine:
Hallo Janker,
dass Pferde, die wir kaufen/zu uns nehmen alle bereits ein "Vorleben" haben/hatten, ist nun mal so.
Du gehst die Sache eigentlich genau richtig an - zumindest empfinde ich das so.
Vorher war vorher, jetzt ist jetzt.
Was vorher alles passiert ist, das kann ich nicht ungeschehen machen oder im nachhinein ändern - aber bei mir, mit mir beginnt ein anderes, neues Leben. Und zwar vom ersten Tag an.
Und Arbeit ist nicht die schlechteste Methode etwas zu verarbeiten. Man braucht eine Aufgabe um vom Kopf her aus dem negativen Kreislauf rauszukommen.  Arbeit ist auch eine Aufgabe - natürlich immer angepasst an die körperliche und psychische Konstitution. Und Bewegung ist sowieso - sogar wissenschaftlich nachgewiesen - hervorragend geeignet um in einen positiven Prozess zu kommen. Ich denke, was für den Menschen gut ist, kann für Tiere nicht schlecht sein - und umgekehrt. Wir sind doch allesamt Lebewesen.
Bei mir funktioniert das eigentlich ganz gut. Ich kann mir Stress wegarbeiten. Habe das schon ausprobiert.
Wenn ich mich schlecht fühle und nichts tue (weil ich meine, das würde mir jetzt gut tun), dann fühl ich mich ganz schnell noch schlechter - geht vielleicht schon ein bisserl in Richtung Depression - um es mal ganz drastisch auszudrücken.
Wenn ich mich schlecht fühle und bin aktiv - arbeite (ruhig auch körperlich) dann geht es mir gleich viel besser. Kostet mich aber jedesmal wieder Überwindung - erst mal geht/ginge es schon in die Lethargie.
Keaton ist übrigens auch ein "Arbeitstier". Dem geht es gar nicht gut, wenn er nichts tun darf. Der wird dann (in der Box) regelrecht aggressiv. Wenn man vorbei geht und ihn nicht rausholt um ihn zu putzen und für die "Arbeit" herzurichten, dann springt er mit "gefletschten" Zähnen ans Boxengitter. Die Ohren sieht man sowieso nicht mehr - so platt legt er sie an.
Das haben wir ja die letzten beiden Jahre wenn er nicht sauber lief praktiziert. Er blieb im Stall/auf dem Paddock/auf der Koppel und wurde nicht geritten. Um ja nichts falsch zu machen, um ihm nicht weiter zu schaden, um ihm keine Schmerzen zu bereiten....... Und wenn er geritten wurde, achteten wir auf jeden Tritt und versuchten zu spüren ob er auch sauber und lahmfrei lief.
Vielleicht ein bisschen longiert und durfte/musste in der Halle frei laufen. Mann, wurde der sauer - und das nach relativ kurzer Zeit.
Dann - die Untersuchung war schon terminiert - riet der behandelnde TA zu Bewegung. Und zwar auch, wenn er nicht sauber laufen sollte. Würde auch den Untersuchungsbereich einschränken und Kosten reduzieren, wenn man ein Lahmen erkennen und dadurch nicht das ganze Pferd dieser Szinti unterziehen muss. Allerdings hat er - wie in der Vergangenheit auch, wenn es um den TA und seine Lahmerei ging - natürlich nicht mehr gelahmt.
Dafür hatte er glänzende Laune, weil wir ihn überhaupt nicht mehr im Schongang geritten haben -  wir hätten ihn gerne lahmend in die Klinik geschickt.
Hoffentlich werde ich jetzt nicht als Tierquäler gesteinigt.  ;D
Übrigens - schön wieder von dir zu hören.
Christine

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