Autor Thema: Aggressives Pferd - Trainer/Hilfe gesucht  (Gelesen 7509 mal)

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Offline Gwynbaen192Topic starter

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Aggressives Pferd - Trainer/Hilfe gesucht
« am: 09.10.14, 16:49 »
Hallo!
ich habe ein riesiges Problem  :'(
Ich reite/betreue seit 3 Monaten das Pferd einer Freundin. Diese hat es im März von einer Händlerin als Kinder-/Anfängerpferd gekauft. Die erste Woche war auch alles Prima und dann fing das Drama an : er biss gezielt nach den Kindern, stand nicht still und zu guter Letzt hat er Sie "angesprungen" und angestiegen mit angelegten Ohren, weiß in den Augen.
Stallbesitzer und Mutter haben dann vermutet, das dem jungen Mann ( angeblich 8 Jahre, ist aber lt. Zahnstatus eher 10-11 Jahre) der Trubel auf der Stallgasse zuviel ist und er dadurch dieses Verhalten zeigt. Pferd wurde in eine andere Stallgasse in eine Box mit Paddock verlegt, das Verhalten besserte sich für ca. eine Woche und eskalierte dann wieder, so dass die Kinder dann Angst hatten und nicht mehr n das Pferd wollten (nachvollziehbar) und auch meine Freundin entschieden hat, das der Umgang der Kinder mit dem Pferd nicht zu verantworten ist.
Es wurde dann versucht über einen Anwalt/ diverse persönliche Telefonate etc.pp. die Händlerin zu einer Rückabwicklung des Kaufvertrages auch unter Angebot einer Entschädigung ( Händlerin sollte weniger zurückbezahlen, als den Kaufpreis) zu bewegen. Leider ist die Händlerin nicht au das Angebot eingegangen und nach Rücksprache mit dem RA und Recherche über die Erfolgsaussichten vor Gericht, hat Sie sich dafür entschieden den gerichtlichen Weg erst einmal nicht einzuschlagen.

Sie hat mich dann gefragt, ob ich mich um den "Wildling" kümmern könnte , und da ich grundsätzlich bisher nicht daran glaube wollte, dass Pferde grundlos böse sind habe ich mich bereit erklärt. Ich bin Ihn geritten ( unterm Sattel ist er total brav, man kann sogar Anfänger draufsetzten), habe Bodenarbeit mit Ihm gemacht ( nach Kenzie Dysli), alles mit Ruhe, ich habe ihn zu nix gezwungen sondern immer mit Geduld ihn an "neue"/bedrohliche Situationen herangeführt ( abspritzplatz, Führanlage, Hufschmiedbox...) alles gar kein Problem
Beim Ausreiten mit andere, erfahrenen Pferden ist er zwar guckig, aber nicht besonders Schreckhaft. Alleine ins Gelände geht nicht, da muß man Ihn zu jedem Schritt überreden

Ergo war mein Fazit, dass dieses Pfed einfach nur total ängstlich ist und das Verhalten auf der Stallgasse aus Panik und Fluchtinstikt herrührt.

Dann kam die erste kleine Beißattacke beim putzen, habe dann wie bei allen meinen vorherigen und jetzigen eigenen Pferden sein Verhalten gerügt in dem ich mich groß gemacht habe und gedroht habe, die Antwort darauf war : Angriff! Nochmal beißen, diesmal noch aggressiver mit angelegten Ohren

OK, also Deeskalationsprogramm : Strafe komplett vermeiden auf Ignorieren und Stresssituationsvermeidung umstellen. Ging wieder ein paar Tage gut, nächste Beißattacke : aus dem nichts heraus, hat er mich voll  in den Oberschenkel gebissen ( vor ca. 3 Wochen) habe heute noch eine Beule!

Letzten Sonntag war dann die Krönung : Ich geh mit Ihm in die Laufhalle, weil er nicht geritten werden sollte, weil wir ein Rückenproblem vermuteten, er sollte sich nur wälzen und ein bisschen traben, aber so weit sind wir gar nicht gekommen: rein in die Halle, Strick abgemacht und Pferd weggeschickt, wie IMMER!!! kein Druck, keine komischen Geräusche außerhalb der Halle, keine anderen Menschen in der Halle - er geht drei Schritte weg von mir, dreht sich urplötzlich mit angelegten Ohren, offenem Maul und aufgerissenen Augen um, springt auf mich zu, dreht sich kurz vor mir um und keilt aus! OK dachte ich, dann lauf! Hab Ihn mit der Gerte ( nicht berührt) weggeschickt, er lief zwei Runden und dann das gleiche Theater noch einmal. Dummerweise war dann mein Adrenalinspiegel so hoch, dass ich nicht produktiv mit Ihm hätte weitermachen können. GSD war ein guter Freund von mir gerade anwesend ( Mann, Pferdeerfahrung seit Laufenlernen...) der hat Ihn dann noch etwas laufen lassen.

Mittwoch war dann der TA/Chiro da, Zähne müssen gemacht werden ( mit der Trense ha er allerdings kein Problem), Rücken war nur etwas lädiert ( kleine muskuläre Verspannung, nix schlimmes), Sattel wurde die Woche davor gecheckt, TA schließt BORNA, Borreliose, Herpes, Hirntumor ( weil bei Pferden eher unwahrscheinlich) und Klopphengst auf Grund fehlender weiterer Symptome zu den Krankheitsbildern eher aus.

Da mein Bekannter allerdings keine Zeit hat mir unter die Arme zu greifen und ich mittlerweile auch echt am Ende meines Könnens und meines Lateins bin, bräuchte ich mal ringend Hinweise woran es sonst noch liegen kann, bwz wer einen Trainer ( er sollte das hauptberuflich machen aus Sicherheitsgründen!) aus dem Raum Mannheim/Ludwigshafen/Speyer kennt, der zum Pferd kommen könnte

Ich versteh halt nicht, warum ein Pferd so! aggressiv gegen Menschen geht, mit denen er noch keinerlei schlechte/negative Erfahrungen gemacht hat, und warum nicht immer? Wenn ein Pferd aggressiv ist, weil es grundsätzlich schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, müsste es doch IMMER so sein und nicht heute schmusig und nett und am nächsten Tag so aggressiv, das man um sein Leben fürchten muss, oder?!

Also wer eventuell Tips, Erfahrungen hat oder eine  Trainer weiß, ich bin für jeden Gedankenanstoß dankbar, das es echt schade um's Pferd wäre, wenn wir das Problem nicht behoben bekommen :-(

Vielen lieben Dank an die Community Katja & "Problemfuchs"

PS Sorry für den Roman, aber das musste jetzt so sein :-)

   

holzwurm

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Re: Aggressives Pferd - Trainer/Hilfe gesucht
« Antwort #1 am: 10.10.14, 10:39 »
Erster Gedanke - der testet. Massiv.

Zweiter - wie verhält der sich in der Herde? Ist er in der Rangordnung oben oder eher unten?

Dritter - wie lang ist der schon Wallach?

Vierter - ein kräftiger Klaps auf die Fresse (sorry) beim ersten Beißversuch hätte Dir eventuell eine Menge Ärger sparen können. Der fängt klein an und wenn er nicht zur Ordnung gerufen wird, steigert er sich. Sich groß machen und anschnauzen hilft da schon nicht mehr, das muss ratzfatz scheppern. Meine Ansicht. Ein derartiges Verhalten muss man kurieren wie es in der Herde auch gemacht wird, und das passiert nicht mit Samthandschuhen.

Die Kleberei/Klemmerei beim allein ausreiten ist vermutlich daher, dass er noch nicht lang bei Euch ist.

Ich würde versuchen herauszufinden, wer vorher Besitzer war und da mal nachhaken, wie er sich da verhalten hat. Bei dem geschätzten Alter kannst Du nicht von vornherein behaupten, er hätte noch nie schlechte Erfahrungen gemacht mit Menschen... das ist unmöglich. So etwas kann man nur sagen, wenn man ein Pferd von Fohlen an hat.

Und schlechte Erfahrungen mit Menschen vorher, oder auch nur die Erfahrung dass Pferd mit Drohgebärden, Beißen und Co. die Menschen los wird, das bekommt man nur sehr langsam wieder heraus. Drei Monate sind da nix.

Ich würde einen Profi aus der Schiene Natural Horsemanship/Parelli hinzu ziehen. In diesem Fall scheint mir das ein gangbarer Weg (auch wenn ich selber damit eher nichts am Hut habe). Oder Geitner.

Ad keilen und beißen gegen den Menschen - ich hab aktuell meinen Nachwuchs am Stall, zweieinhalbjähriger Wallach, im März gelegt. Der hat auch immer mal wieder angefragt ob er kneifen darf (darf er nicht *patsch*) oder ob es nicht lustig ist den Menschen auf der Koppel anzusteigen oder vor ihm auszukeilen. Das gab dann einen treffenden Wurf mit der Bollenharke und einen wirklich ohrenbetäubenden Anbrüller - nach dem zweiten Mal war das Thema gegessen.

An seiner Menschenbezogenheit hat das übrigens nix geändert, ich kann ihm mit der Harke auch den Pöppes kraulen und alles. Das hat der schon richtig einsortiert als in-die-Schranken-weisen im speziellen Moment.

Offline Gwynbaen192Topic starter

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Re: Aggressives Pferd - Trainer/Hilfe gesucht
« Antwort #2 am: 11.10.14, 07:54 »
Hi danke erst mal für die Rückmeldung  :D

              Erster Gedanke - der testet. Massiv
ja denke ich auch, wobei ich glaube das der nicht nur testet, sondern in der Vergangenheit wohl auch öfter die Erfahrung gemacht hat, das er damit durchkommt, sowohl mit Menschen als auch mit anderen Pferden

               Zweiter - wie verhält der sich in der Herde? Ist er in der Rangordnung oben oder eher unten?
ich denke eher oben, hatten ihn mal mit meinem Spanier auf dem Paddock, erster tag war OK, spielen-abchecken-ansteigen (beide), zweiter tag : das Fuchs-Monster stand in der Mitte, mein Spanier außen und jedes mal wenn sich der Fuchs in der Mitte auch nur einen Zentimeter bewege, rannte mein Spanier außen rum um sein Leben ! Habe das dann ganz schnell abgebrochen, da ich kein gestresstes Pferd brauche :-)

                Dritter - wie lang ist der schon Wallach?
Keine Ahnung ! Meine Freundin hat Ihn im März gekauft, davor war er grad zwei Wochen in Deutschland bei der Händlerin. Da er aber bei Ankunft einen ziemlichen Hals hatte, vermuten wir das er erst Mitte/Ende letzten Jahres gelegt wurde, kann ich aber nicht mit Bestimmtheit sagen

                Vierter - ein kräftiger Klaps auf die Fresse (sorry) beim ersten Beißversuch hätte Dir eventuell eine Menge Ärger sparen können. Der  fängt klein an und wenn er nicht zur Ordnung gerufen wird, steigert er sich. Sich groß machen und anschnauzen hilft da schon nicht mehr, das muss ratzfatz scheppern. Meine Ansicht. Ein derartiges Verhalten muss man kurieren wie es in der Herde auch gemacht wird, und das passiert nicht mit Samthandschuhen.

Grundsätzlich gebe ich dir recht in allen Punkten! , und bisher habe ich es mit allen meinen anderen Pferden auch so gehalten, dummerweise wird der Herr dann extra Aggressiv und spult sich hoch, das ist mir persönlich zu gefährlich, ich kann es mir effektiv nicht leisten im Krankenhaus zu landen :(

                Die Kleberei/Klemmerei beim allein ausreiten ist vermutlich daher, dass er noch nicht lang bei Euch ist.

Ja, dem habe ich auch nicht soo viel Bedeutung beigemessen und damit kann ich auch umgehe, bei manchen Pferden legt sich so ein Verhalten ja nie

Er hatte nach dem Zuchtstall einen Vorbesitzer, lt. Papieren, dummerweise Polnische Besitzer :-( , da weder ich noch meine Freundin Polnisch spreche, wird die Kontaktaufnahme eher schwierig und dann ist ja auch noch die Frage, wie dieser Besitzer zum Züchter und/oder der Händlerin steht und welchen Wert die Info's dann haben - vorausgesetzt man bekommt überhaupt welche ;_)

Meine Freundin hat jetzt mal Kontakt aufgenommen zu jmd. der professionell Natural Horsemanship macht, ich hoffe da bringt was und ich bin auch mal gespannt wie das Monster-Pony darauf reagiert.


LG Katjaratlos >:(

Offline Maxima

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Re: Aggressives Pferd - Trainer/Hilfe gesucht
« Antwort #3 am: 11.10.14, 08:48 »
Ich hätte früher auch sofort dazu geraten, jeden Angriff sehr prompt zu bestrafen, ich bin da mittlerweile aber auch nachdenklicher geworden, zumindest in so speziellen Fällen.

Zum einen lernte ich mal einen Kaltblüter kennen (polnisches Schlachtfohlen) der nach jedem getreten hat, der an seine Füße wollte. Der hatte einfach nur panische Angst und hatte gelernt, daß er sich so die Menschen vom Hals halten kann. Mit ein bißchen Tellington und Vertrauensarbeit war er der liebste Kumpel.

Und neulich in einem Bodenarbeitskurs war ein riesiger Warmblüter, ehemaliges Sportpferd mit zwei eher kleingewachsenen, völlig überforderten Besitzerinnen. Der hat auch nur um sich gebissen und die Mädels über den Haufen gerannt. Und die Trainerin hat dies eben genau NICHT bestrafen lassen, weil sie erklärt hat, daß das genau das ist, was das Pferd mittlerweile schon erwartet, was ihn nur immer weiter in seinem Verhalten bestätigt. Ich war da erstmal auch sehr skeptisch, aber im Lauf des Kurses zeigte sich daß der Weg tatsächlich richtig war. Das Pferd war anfangs sichtlich verwirrt weil er nicht mehr bei jedem Beißversuch eine geschossen bekam und letztlich versuchte er es auch immer weniger.
Parallel dazu wurde natürlich intensiv an seinem Respekt und seiner Konzentration auf den Menschen gearbeitet, so daß er nicht mehr sein eigenes Ding machte sondern die Führung seines Menschen besser annahm.

Ich könnte mir gut vorstellen daß der Fall bei eurem Pferd ähnlich liegt. Wenn Du einen Trainer und einen Weg findest, ohne Strafen auch bei Angriffen auszukommen, vielleicht könntet ihr ja so den Durchbruch schaffen. Das muß aber letztlich unbedingt vor Ort abgewägt werden, zu Schaden darf damit natürlich keiner kommen, aber vielleicht wäre es eine Lösung aus dem Teufelskreis von Angriff und Strafe rauszukommen - ich nehme an das ist es was dieses Pferd schon lange kennt und was ihm letztlich auch keinen Anreiz gibt sein Verhalten zu ändern.
Liebe Grüße
Ulla

Offline Safira

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Re: Aggressives Pferd - Trainer/Hilfe gesucht
« Antwort #4 am: 11.10.14, 11:35 »
Zitat
Zweiter - wie verhält der sich in der Herde? Ist er in der Rangordnung oben oder eher unten?ich denke eher oben, hatten ihn mal mit meinem Spanier auf dem Paddock, erster tag war OK, spielen-abchecken-ansteigen (beide), zweiter tag : das Fuchs-Monster stand in der Mitte, mein Spanier außen und jedes mal wenn sich der Fuchs in der Mitte auch nur einen Zentimeter bewege, rannte mein Spanier außen rum um sein Leben ! Habe das dann ganz schnell abgebrochen, da ich kein gestresstes Pferd brauche :-)
...d.h. er hat momentan keinerlei pferdischen Kontakt,  wo er sich die Hörner mal ordentlich abstoßen kann? Nachdem das Pferd einer Freundin mit nem Gleichgesinnten stundenlang spielerische Rangkämpfe führen durfte,  war der jeden Tag so ausgelastet und zufrieden,  dass er im Umgang und beim Reiten plötzlich ein Lamm war.
Lieber auf neuen Wegen stolpern,
als in den alten Bahnen auf der Stelle treten.

Offline Hexle

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Re: Aggressives Pferd - Trainer/Hilfe gesucht
« Antwort #5 am: 12.10.14, 23:51 »
superaggressive Pferde sind selten wirklich dominant - sie sind eben nur aggressiv (mental gestört, denn normale Pferde vergeuden keine Energie mit sinnlosen Kämpfen) und die anderen bringen sich in Sicherheit .. das hat aber nichts mit einem hohen Rang in der Herde zu tun  - als Führungspersönlichkeit würden sie in einer Herde sofort abgewählt, sprich die Herde würden sich einen sozialen Chef suchen gehen und ihn allein stehen lassen (allein = tot)

was hier helfen könnte (allerdings bräuchtest du Pferdebesis die da mitmachen) ist ihn in eine Gruppe älterer Zuchtstuten zu stellen .. die sind nur halb so gefährlich wie Hengste (weil sie als "wir müssen als Herde überleben"-Wesen  nicht bis zum Äußerten gehen )  aber sie sind ähnlich beeindruckend weil sie sich zusammen schließen ;)

so ein superrespektloeses Verhalten Menschen gegenüber kann durch Aufzucht zu Hause in  Kindergesellschaft oder in vollkommen ahnungsloser Erwachsenengesellschaft passieren   :-X .. OH süsses Fohli .. oh wie niedlich der mich ansteigt - "HufeaufdieSchulterleg" "keksgeb" ..

ich habe ein Zeitlang einen jungen (4) Vollbluthengst geritten aus ..eh.. schwierigen Linien  ::) der war quasi kaum putzbar und im Handling nur ätzend (scharr, schnapp, herumdreh, beiss, schnapp, herumdreh. scharr) weil die Besi meinte sein dauerndes Geschnappe und Gebeisse durch Füttern umgehen zu können  - Klapps auf die Nase hat auch bei ihm nur Aggressionen geweckt  >:( zum Glück hat sie sich den Arm gebrochen so dass ich den Bub 6 Wochen allein hatte .. nach 6 Wochens stand er ruhig denn es gab weder Kekse, noch Äpfel , noch Geschimpfe, noch  Geknuddel .. sondern strikte Konsequenz und Wegschieben wenn er geschnappt hat - ruhig und deutlich aber ohne Schlagen oder Schreien .. ich habe ihn sofort wieder hingestellt wenn er sich herumgedreht hat und sein Gescharre ignoriert .. allerdings war ich mental auch immer zu 200% bei ihm weil du ihn ja nicht aus den Augen lassen konntest wenn du ihn nicht im Genick sitzen haben wolltest  ::)
Du wirst sicher nicht jedes Ziel erreichen, dass du dir gesetzt hast. Du wirst aber ganz sicher kein Ziel erreichen, dass du dir nicht gesetzt hast...

holzwurm

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Re: Aggressives Pferd - Trainer/Hilfe gesucht
« Antwort #6 am: 05.11.14, 09:14 »
Beim Thema beißen fällt mir immer ein, was ein alter (inzwischen toter) Bekannter mit einigem Pferdewissen mal von sich gab, als mein Pony renitent wurde - ich war damals noch frisch gebackener Pferdebesitzer und heillos ahnungslos  ;D...

Der meinte, wenn das Pferd zubeißen will, eine heiße (!) Kartoffen zwischen die Zähne schieben. Das würde wirken.

Problem ist dann halt bloß - wie halt ich die Kartoffel so lang heiß und vermeide es mir die Flossen zu verbrennen? ???

(ausprobiert hab ich das nie selber, das Problem hat sich mit einem passenderen Sattel dann erledigt  :-[ ich sag ja, ich war ahnungslos).


Was die Dominanz betrifft - ich hab dieselbe Beobachtung gemacht wie Hexle. Die Stute die sich als Chefin aufführt (oder aufführte, seit ihrem Fohlen ist sie ruhiger), war deutlich zu aggressiv, nicht beim Menschen sondern bei den Artgenossen. Tatsächlich ist sie nicht dominant sondern schlecht sozialisiert (einzeln aufgewachsen mit der Mutterstute).
Die wirklich dominante in meiner kleinen Gruppe ist meine Dicke, und die hat es nicht nötig aggressiv zu werden.
Insofern ist der Tipp, den Buben in eine größere Herde zu packen wo er sozialisiert wird, kein schlechter. Ein einzelnes Pferd als Gesellschaft, was sich herumjagen lässt, hilft da nicht weiter.


Offline Janker

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Re: Aggressives Pferd - Trainer/Hilfe gesucht
« Antwort #8 am: 26.01.15, 15:24 »
Also ich hab hier auch nen Problemfall aufgesammelt, der mich an meine Grenzen gebracht hat, aber der ist klein!!!
Ich denke auch, dass das Pferd sozial vermutlich schwer angeschlagen ist und ich wär mit vergesellschaften echt vorsichtig. Genauer ich geb so einem Pferd keine Chance, weil auch Menschen haben Rechte!!! Bitte nicht vergessen. Pferd was aus dem Nichts raus Profi angreift ist gefährlich, egal wie lieb der zwischen den Anfällen sein mag und welche Ursache die haben mögen. Von meinem Pony sag ich: es war einen ungute Vorgeschichte, aber um so weitreichende Veränderungen psychisch zu bewirken, stimmt bei meinem tierle auch was an der Basis nicht. mfg Janker