Autor Thema: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit  (Gelesen 10378 mal)

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Offline bambinaTopic starter

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Hallo,

ich brauche mal wieder Ratschläge... :)

Meine Bambi langweilt sich, da sie derzeit Paddock-boxenhaft hat, und sich außer Spazieren gehen nicht viel tut in ihrem Leben. Ich habe ein wenig mit Zirkuslektionen angefangen, bin aber nicht wirklich erfahren darin. Eine Einstellerin hat mir vorbereitende Übungen für das Kompliment gezeigt, aber ich würde gerne mehr mit Bambi arbeiten, um sie geistig fit zu halten.

Hat jemand einen Literaturtipp für mich oder kann mir einen sehr guten Trainer empfehlen im Raum Hannover? Ich bin an allem interessiert, was man vom Boden aus mit einem Pferd, dass eine Hufverletzung hat und nur Schritt und ein wenig Trab gehen darf, machen kann!

Danke euch!

Offline tara

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #1 am: 03.07.14, 07:35 »
Bodenhindernisse aller Art.
Stangen: zum drübersteigen, seitwärtsgehen, als Gassen, als L (vorwärts und rückwärts durchgehen)
Pylonen: Slalom fürhen, dabei die Körpersprache optimieren, geht auch rückwärts
das ganze auch am Langzügel
Autoreifen, Flattervorhang, Luftballons (das Polo liebt es, sie durch die Gegend zu pusten und dann zu 'töten')

vielleicht findest du hier einige Anregungen

stell dir vor, du hast ein Pferd und es kann nicht t ö l t e nin diesem Sinne...
Gruß tara

"Ausbildung heißt, das zu lernen, von dem du nicht einmal wußtest, dass du es nicht wußtest."
(Ralph Waldo Emerson, (1803 ‐ 1882)

Offline Janker

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #2 am: 03.07.14, 08:01 »
Huhu, also hier sollen nächsten Winter die Pony zu Boden (zumindest mal das ranghohe Exemplar mit Vorgeschichte in der Hoffnung, dass ich dann endlich als dominant anerkannt werd in jeder Situation...) und ich arbeite die Vorübungen nach Eva Wiemers -Zirkuslektionen. Akut also nur "abstellen" "Komm" usw aber unser Mini-VB extrem neugierig tut sich schwer sooo lang zu warten. Erzeihung schadet nie und grad bei "lahm" kann man an dem punkt fein arbeiten. mfg Janker

Offline petra

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #3 am: 03.07.14, 10:26 »
Stimmt, *beiJankerunterschreib* ich finde auch ganz wichtig, dass die Pferde vor Zirkus erstmal ein gutes Grundbenehmen haben.
Damit möchte ich nicht unterstellen, dass deine Bambi das nicht hat!  :-*  ;)

Aaaber ich hab div. Bekannte, die mit ihren Pferde Zirkuslektionen machen und zappelige Pferde, die nicht abwarten, Lektionen/Übungen vorwegnehmen usw, sind zum Teil die Folge, wenn die Leute nicht ganz ganz konsquent sind.

Damit möchte ich nicht unterstellen, dass du nicht konsequent bist! :-*

Aaaber ich hab ne Ponydame, die manchmal wie ein hyperaktiver Bordercollie drauf ist und mich täglich ganz umsonst personal coacht in sachen Konsequenz *g* und durch sie gelernt, dass man zwar oft denkt, man sei es, aber man ist es oft nicht genug.   ;)

Und ich seh es nur oft, dass die Leute es zwar "wissen" (z. B. weil wir beide am gleichen Kurs mitgemacht haben), aber doch nicht 1:1 umsetzen. Wenns Pony sich dann beim Hufschmied ins Kompliment begibt, ist dann allerdings eher uncool...  ::)

Das freie Stehen und warten ist für mich allerdings sowieso unabdingbar und einfach sehr praktisch (und gar keine Lektion in dem Sinne) - aber ein guter Hinweis von Janker, das als erstes zu üben.

Zu div. Bodenarbeit/Scheutraining/übungen an der Hand gibts ansonsten ja viele Bücher, mir fallen momentan eher ältere ein, die mir ganz gut gefallen, z. B. Linda-Tellington-Jones "so erzieht man sein Pferd" oder Natalie Penquitts Pferdeschule. Da findet man viele Anregungen, die man auch allein gut bearbeiten kann.

In Sachen Zirkuslektionen gefällt mir das Konzept von Peter Pfister sehr gut. Auch von ihm gibt es Bücher. Die Vorgehensweise ist sehr genau und kleinschrittig erklärt und vorgegeben und meiner Erfahrung nach funktioniert es sehr gut, wenn man sich an die Empfehlungen hält und keine Abkürzung probiert. Als Anfänger würde ich aber nicht allein mit dre Fußlonge am kompliment arbeiten (bzw. höchstens für die Übung "Beinekreuzen") Da empfiehlt sich wohl eher ein Kurs. Wir haben mehrere mitgemacht und es hat immer total Spaß gemacht.

Manche einfacheren Sachen kann man auch ganz gut allein üben, kommt halt drauf an, was du so möchtest?
Spaß/Abwechslung, oder eher gemäß der sonstigen Arbeit des Pferdes etwas machen willst vom Boden. Bei letzerem
wäre für dich auch klassische Handarbeit/Langzügel wahrscheinlich interessant - davon hab ich aber so gar keinen Plan, aber bestimmt andere hier  ;) .

Leider kann ich nicht pn-nen, aber ich versuch gleich mal paar Fotos als Impressionen für Zirkus einzustellen.
« Letzte Änderung: 03.07.14, 10:30 von petra »
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Offline petra

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #4 am: 03.07.14, 11:31 »
Apportieren


Podest (kann man auch selbst bauen aus Paletten)


Ballspielen


Teppichausrollen


knien

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Offline Janker

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #5 am: 03.07.14, 12:45 »
Es müssen ja auch nicht immer irgendwelche vorgegebenen Sachen sein, die man macht, sondern an den eigenen Begebenheiten angepaßt.....
Ich hab sowas mal genutzt mit Bürsten apportieren (Pony hatte Ähnlichkeiten mit Border collie), Klettern (Vorderhuf kaputt, also sozusagen im Training mit Absicht vorn hoch<- natürlich in aller Ruhe auf Palette, nix hüpfen oder Steigen). Diesen Winter hab ich die Pony auf gemalten Kreidestrichen am Boden "bewegt" Schritt für Schritt mit peitsch angeleitet bis die "Hinterradwendung Einachser" absolut stressfrei möglich war, Nebeneffekt verlust jeglicher Peitschenangst und jetzt auch gute Kontrolle in gefährlichen Situationen "Steh" und ab da wird nur der Huf bewegt für den es genaue Anweisung gibt.
Generell Langzügel, natürlich bei fußaua nix gebogenes, sondern mehr Vorwärts/rückwärts/langsam seitwärts, aber zum Beispiel die Sache mit dem Koppeltor öffnen könnt man ja jetzt erklären, mal vom Boden her einfahren, hallenboden abziehen, schußtraining bei mir immer beliebt (Spaziergang um gefährliche Objekte -Schützenhaus/Feuerwehr bei Übung- rum mit Leckerli+Peitsch).
Auch immer sehr nützlich Anbindetraining, es gibt so viele interessante Plätz von wo aus Fußkrank die Welt bestaunen kann....zb der Spielplatz ums Eck, der örtliche Edeka, Parkplatz einer großen Firma, dabei vom Boden von hinten aus um die Laternen "fahrend".
Kopf senken auf Befehl und gesenkt halten, Gebiß beim Auftrensen freiwillig ins/ausm Maul, Kopf in Halfter auch wenn 2-jährig Aufhalftern versucht, Ekzemerdecke kann man nach Üben sozusagen im Galopp anziehen, Wälzen auf Befehl, falls noch nicht 100% sitzend: 4 Füße in 4 Eimer!!! Einfach die Kommandos, welche einem und Pony das Zusammenleben erleichtern, festigen!
mfg Janker, die rein vom Ausbildungsgrad der ponikel leider noch nie bis Zirkus gekommen ist und trotzdem noch nie Langeweile mit den Zausels hatte

Offline petra

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #6 am: 03.07.14, 14:36 »
Alle 4 Füsse in 4 Eimer ist gut, das fällt vielen schwer und ist ne gute Übung, auch falls mal ein "fussbad" medizinisch notwendig wird.
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Offline Janker

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #7 am: 03.07.14, 16:26 »
Hallo,
ich hab ja hier von Bambi usw usf null Ahnung, aber ich hatte letzten Sommer das Problem 3 Pony gleichzeitig manierlich neben dem Fahrrad zu führen---> das brachte mich dann auf den kleinen Unterschied zwischen Führen und unfallfreiem Verbringen von A nach B. Weil Bambi nun ein Großpferd ist, würd ich mir mal die Führigkeit genau begucken, die allermeisten Großpferde werden nur verbracht. Obwohl ich tgl. zwischen 3-6 km mit den Rössern radeln muss, hatte ich ebenfalls jahrzehntelang nur verbracht (mal mehr mal weniger harmonisch) und eine neue Ponykonstellation deckte das auf. Bei mir passten letzten Sommer 2 bekannte Pferdetrainier wegen zu hohem Niveau, Hilfe kam aus dem Netz: heut kann ich zb mit allen 3 ohne Halfter+Strick radeln gehen und die Nasen kleben wie festgeleimt an der Bodenarbeitspeitsche., einfach nur schöön und viel Spaß machend.
Was die meinen auch lernen mußten war ihren Hintern bewußt einzusetzen, dh Lasten zu drücken, ebenfalls sehr praktisch im Zusammenleben, wenn es Pferdle mal grad klemmende Tür aufmachen kann oder einen Hänger in Bewegung setzen kann! mfg Janker

Offline Ipanema

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #8 am: 03.07.14, 16:52 »
Was die meinen auch lernen mußten war ihren Hintern bewußt einzusetzen, dh Lasten zu drücken, ebenfalls sehr praktisch im Zusammenleben, wenn es Pferdle mal grad klemmende Tür aufmachen kann oder einen Hänger in Bewegung setzen kann! mfg Janker
Das klingt sehr alltagstauglich *lach*

Ich glaube, Bambi muss derzeit krankheitsbedingt stehen, daher fallen viele der vorgeschlagenen Übungen leider weg. An praktisch Dingen kann man in der Box noch "Zaumzeug selber anziehen" üben, ansonsten natürlich Tricks wie Ja- und Neinsagen, Flehmen (Lachen), Gähnen usw. Aber Achtung, dass solche Sachen nicht zur Pestübung werden und das Pferd später bei jeder Ansage unaufgefordert den Kopf schüttelt. Das nervt!

Wenn du die Zeit hast, könntest du dich bzgl. Clickern einlesen (z.B. auch im Clickerforum) und das Pferdchen anklickern. Dann sind nette Übungen mit dem Targestab möglich und natürlich Tricks aller Art.

Offline bambinaTopic starter

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #9 am: 03.07.14, 20:14 »
Bambi hat ein sehr gutes Benehmen und ist rücksichts- und respektvoll. Mir gefällt das Konzept von Mark Rashid - Passive Leadership sehr gut - auch wesentlich besser als die "ich zeige dir jetzt solange dass ich der Boss bin, bis du das gefälligst akzeptierst"-Methode. Klappt mit Bambi erstklassig, da sie eine stolze Lady ist, die nicht gerne herumkommandiert wird sondern eine harmonische Zusammenarbeit bevorzugt. Ansonsten streikt sie und wird unkooperativ, wenn sie sich zu bevormundet fühlt. Lässt man ihr ihre Freiheit, dann ist sie das kooperativste und willigste Pferd, dass ich jemals kennengelernt habe. Glaubt mir - es war nicht leicht für mich DAS zu lernen... besonders es erstmal zu verstehen, da die meisten Trainer sowas leider nicht gut vermitteln.

Natürlich ist es von Pferd zu Pferd verschieden, welche Erziehungsphilosophie ihnen am besten bekommt. Ist beim Menschen ja auch nicht anders.. :) Clickern sagt mir persönlich zB überhaupt nicht zu, da ich nicht abhängig von Leckerlies oder einem Clicker sein möchte. Ich denke, dass man dadurch sehr viel beibringen kann, aber es ist nicht meines.

Bambi ist eigentlich geduldig. Nur die Diva in ihr darf man nicht wecken - wie gesagt... kommandiere sie herum oder frustriere sie durch Überforderung und schon siehst du einen Ausschnit aus: "Miss Trakehner-Diva zeigt, dass sie auch anders kann". Neugierig ist sie auch, aber es handelt sich oft um eine Neugier-Angst-Mischung. Sie möchte das Monster erforschen, aber sie hat Angst. Das endet dann in einem zwiegespaltenem Verhalten.. annähern.. zurückziehen.. annähern.. zurückziehen.. berühren... Herzinfarkt bekommen.

Allerdings sind wir beide keine Bodenarbeitsprofis. Die Basisübungen sitzen, Kunststücke kann sie nicht. Das Führen klappt anstandslos, da ich darauf von Anfang an viel Wert gelegt habe. Derzeit ist es allerdings ein wenig schwieriger, da Bambi Temperament hat und gerne schneller gehen möchte als ich, was ich allerdings verstehen kann.

Wie hast du denn das mit dem Hintern gegen Dinge drücken beigebracht???

@ tara

Ich habe nach dem Longenkurs von Teschen gearbeitet, allerdings ist an mir komplett vorübergegangen, dass sie mittlerweile soviel Material auf ihrer Homepage anbietet. Danke sehr für den Hinweis!

Stangen- und Pylonen wären sicher eine gute Idee. Ich denke, dass ich sowas auch im Reittraining mehr einsetzen sollte. Ich bin nur immer so faul zum schleppen, aber das muss ich wohl überwinden  ::)

@ janker

Danke für die vielen guten Ideen.

@ petra

LTJ gefällt mir prinzipiell auch gut... :) .. habe sie auch schon persönlich getroffen und sie macht einen tollen Eindruck. Peter Pfister sagt mir nichts, aber ich brauche definitiv kleine Schritte... manche gehen immer von soviel Selbstverständlichkeit aus, dass man als Laie eigentlich keine Chance hat, das umzusetzen.

Mir ist es eigentlich egal - es geht mir mehr darum, dass Bambi einfach geistig beschäftigt wird. Wenn wir dabei Dinge lernen, die alltagstauglich sind, umso besser! Im Moment bevorzuge ich Übungen, bei denen viel gestanden wird oder nur wenige Schritte gemacht werden. Sie braucht zwar Bewegung, aber eher draußen am Asphalt. Wendungen muss ich auch vermeiden.

Das Apportierfoto ist ja süß :). Das mit dem Teppich ist auch eine nette Idee.



Offline Ipanema

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #10 am: 03.07.14, 22:02 »
Es liegt mir fern hier eine für-und-wider-Clickern Diskussion anzuzetteln - keiner muss clickern, man kann Pferden auch so eine Menge beibringen (nur tut man sich m.M. mit Clicker leichter). Nur: Da liegt ein Missverständnis vor, man muss sich nicht von Clicker oder Leckerli abhängig machen, selbstverständlich "funktioniert" ein Clickerpferd auch, wenn man diese "Hilfsmittel" gerade nicht bei der Hand hat. Eigentlich ist genau das Sinn der Sache: Dem Pferd MIT Clicker etwas BEIBRINGEN, damit es das dann OHNE KANN.

Wobei ich nicht leugne, dass viele Clickerer, ich eingeschlossen, dann auch weiterhin im Alltag durchgehend viel mehr füttern als "normale" Leute. Liegt daran, dass es halt immer noch Dinge zu verbessern bzw. beizubringen gibt.
Aber wenn du Leckerli grundsätzlich ablehnst (oder zumindest nicht zu einem Bestandteil des Trainings machen willst), dann kannst du dich bei den Parelli- oder NH-Leuten nach Ideen (Stichwort 7 Spiele) umsehen. Die kommen auf anderem Weg auch zu guten Resultaten (wobei ich ja immer wieder bemerke, dass auch Leute, die Leckerli strikt ablehnen für Kunststücke wie Apportieren oder Teppich ausrollen, DOCH wieder auf Leckerli zurück greifen).

Im übrigen klingt das sehr verständnisvoll und nett, was du über dein Pferd schreibst.

Offline Janker

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #11 am: 04.07.14, 02:46 »
Huhu,

wie Ipanema schreibt, dein Schreibstil vom Pferdle ist nett! Hihi, genau das meinte ich mit der Führigkeit unter anderem!! Definitiv schwierig dem Pferdchen beizubringen das es Rücksicht auf Mensch nehmen soll und bitteschön im Minustempo Schritt laufen. Ich hab hier monatelang mit Langzügel rumgemacht bis wir bei heißblütigem LangbeinPony das gelernt hatten, zu Beginn konnte Pony 3 Schritt ab Loslaufen langsam, danach kamen die Kilos+die Stepperei. Geübt haben wir zu Beginn Mit Peitsch vor Nase und dünnem Leini über Nase, dann Umstellung auf Kandarre+Langzügel und zack waren die Kilos in den Händen....also erstmal noch Stimmkommando gefestigt, viel mit gewicht an den leinen an Türklinke geübt bis ich genau wußte was ich maximal an leinengewicht bei dem Pony dulden will (max. 500gr eher 350), winzige trainingseinheiten, viel "Anbinden": Stehenbleiben an sehr interessantem Platz, es darf der ganze Körper bewegt werden aber Füße bleiben am platz<-danebenstehen mit Peitsch (pony hat schlange gefrühstückt und viel anfangs Stress über kopfschütteln/luftbeißen+wüste Ganzkörpergymnastik rausgelassen, dann kam langsam die gewünschte Tiefenruhe)
Mit Hintern drücken: erst zurück festigen, zb im Steilhang rückwärts antreten, Langstrecke rückwärts ohne zu motzen, mit Gig im Hang rückwärts, ebenerdig zurück, mit Gewicht im Gig zurück, Gig hanghoch drücken. Man könnte aber genauso hinterm Pony zb ein lockeres Seil spannen oder grad nichtklemmetür nehmen und Loben wenn es dagegenkommt, später dann drücken lassen. Ich nix Clicker, aber Futter gibt es schon zu Beginn von Übungen, schnell erfolgt danach Umstellung Stimmlob/Krauli. Holzrücken mit Lecker wirkt vermutlich bißli blöd, deshalb sollt bald Stimme reichen. Und passiert beim Fahren Mißgeschick hab ich nur noch Stimme......(heut abend mal wieder wegen Mucken Kopfstück "verloren" im Trab im Wald einspännig mit unsicherem Jungpferd). Pony sind leider oft derart verfressen, dass arbeiten mit lecker der Konzentration schadet. Eins meiner Tiere darf maximal 3 lecker und dann muss Training beendet werden, weil der Kandidat gierig Hirn ausschaltet, da arbeiten wir noch lang dran.....jemand Tips dazu? mfg Janker
P.s.: Neugier-Angst-Mischung hatten wir hier auch ganz heftig, viel Auslappen mit unbekanntem zeug und diverse Fernlenkauots haben das deutlich gebessert (nimm so ein billiges fernlenkauto und fahr vor der nase vom Pony rum, sehr sehr spannend, Distanz langsam verringern, gehört hier zur Ausbildung am end muss Pony dulden das das Auto um die Füße kurvt<- ich fahr öfter Volksfeste...)
« Letzte Änderung: 04.07.14, 02:59 von Janker »

Offline tara

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #12 am: 04.07.14, 07:31 »
Stangen- und Pylonen wären sicher eine gute Idee. Ich denke, dass ich sowas auch im Reittraining mehr einsetzen sollte. Ich bin nur immer so faul zum schleppen, aber das muss ich wohl überwinden  ::)


vielleicht kannst du dich mit jemandem zusammen tun? einer baut auf, übt, dann übt derandere, und baut ab.
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(Ralph Waldo Emerson, (1803 ‐ 1882)

Offline Janker

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #13 am: 04.07.14, 11:23 »
Stangen- und Pylonen wären sicher eine gute Idee. Ich denke, dass ich sowas auch im Reittraining mehr einsetzen sollte. Ich bin nur immer so faul zum schleppen, aber das muss ich wohl überwinden  ::)


Das Schlepp+Zeitproblem hab ich auch, weil ich oft bißle unorthodox im Dunkel unterwegs bin, zb den Parkplatz vom Edeka spätabends nutz (beleuchtet, eben, mit den gegebenen Hindernissen läßt sich nett arbeiten). Statt schweren Stangen gehen genauso gut Schwimmnudeln, statt korrekten Pylonen gibt es hier die vom bobbycar/kindern übriggebliebenen (sind außerdem billiger!!!). Umzäunung schnell mit rot-weiß bauplastikbändel gebastelt, fertig ist der reitplatz...niemand hat vorgeschrieben das Hindernisse eine gewisse Breite haben müssen Spaß macht das doch erst, wenn man zb einen Stuhl springen kann! warum also solch schwere Stangen schleppen, wenn man also unbedingt Holz braucht (weil irgendwas überquert werden muss), dann tut es genauso gut eine halbierte Stange (ich hab 2-3 schmale Pfosten, 1,2 m lang). Bürgersteige sind taugliche mini-Hindernisse zum Fußheben, rückwärts runter, Stange auf Bürgersteig einseitig, usw usf
Ach so : Mit wasser spielen ist ebenfalls sehr ergiebig zb nassen schwamm übers Pony werfen, ans Pony, Spritzflasche mit wasser....
mfg Janker

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Re: Zirkuslektionen und anspruchsvolle Bodenarbeit
« Antwort #14 am: 07.07.14, 18:46 »
@ ipanema

Was du über das Clickern schreibst ist interessant. Ich habe es bisher wirklich nur so kennengelernt, dass die Ausübenden 100 % abhängig waren von dem Clicker & Leckerlies. Vielleicht haben diejenigen es einfach nur falsch ausgeführt ??

Leckerli sind bei mir ein Tabu. Da wurde ich als Kind sehr stark von meiner Reitlehrerin beeinflusst, die - zugebenermaßen ein wenig extrem war - den Gedanken nicht ertragen konnte, dass die Motivation ihres Pferd, etwas für sie auszuführen, Futter ist. Das hat sich bei mir sehr stark verankert und da ich nie Probleme hatte, habe ich es auch immer so beibehalten im Umgang mit Pferden.


"Im übrigen klingt das sehr verständnisvoll und nett, was du über dein Pferd schreibst."

:D :D danke!! Schön zu lesen

@ janker

Steilhänge gibt es hier im flachen  Hannover leider nicht, aber das mit dem Seil wäre umsetzbar.. :) ..

Ich habe Bambi das anständige Führen ebenfalls durch eine Begrenzung vor der Nase beigebracht. Peitsche, oder schwingender Strick - habe das von meiner Trainerin gelernt und seitdem verwende ich das für jedes Pferd, wenn ich es brauche. Ich werde zwar manchmal doof angesehen, aber wenn ich die Erklärung abgebe warum ich so arbeite, machen es die Leute sogar nach..

Übrigens - Kompliment, du bist wirklich sehr kreativ! Auf all die Ideen würde ich gar nicht kommen alleine

@ tara

Fragen könnte ich... bin mir nur nicht sicher ob sich unsere Dressur- und Springdamen tatsächlich vom Boden aus mit ihrem Pferd beschäftigen wollen.