Autor Thema: Hufwand "abgetreten"..  (Gelesen 13154 mal)

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Offline bambinaTopic starter

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Hufwand "abgetreten"..
« am: 14.05.14, 02:35 »
Hallo...

jetzt muss ich mal mein Leid klagen...  :'(

Ich bin erst jetzt vom Stall nach Hause gekommen, unsere Stute hat sich zum ersten Mal, seitdem wir sie haben, schwer verletzt. Sie dürfte sich selbst?? einen Teil der Hufwand runtergetreten haben. die Wand stand weg vom Huf und darunter lag/liegt das Leben brach....

Ich kam in den Stall, und fand sie am Koppeltor. Schon als ich sie sah wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Es dauerte auch nicht  lange, bis ich die Verletzung entdeckte.... ganz langsam und behutsam sind wir dann Richtung Box gegangen und natürlich habe ich gleich den Tierarzt verständigt. Der hat die Arme dann erstmal mit Schmerzmitteln versorgt, den Huf versorgt und einen Verband für das andere Bein angelegt, da sie dieses ja nun mehr belastet.

Man kann nur vermuten was passiert ist - sie trägt ja (noch) Eisen, die allerdings bald runterkommen und wahrscheinlich ist sie sich beim Spielen irgendwie selbst ganz furchtbar blöd reingestiegen. Die Verletzung ist auf der Innenseite des linken Vorderhufs, daher diese Theorie. Ich wünschte so sehr, ich hätte sie schon früher auf Barhuf umgestellt... Es war für Ende der Woche geplant.

Die offene Stelle ist ca 3 x 1.5 cm groß... Sie trägt jetzt einen Druckverband, der regelmäßig erneuert werden muss bis sich Horn nachgebildet hat. Sobald die neue Hornschicht dick genug ist, kann man mit Füllmaterial arbeiten. Sie wird mindestens 6 Monate oder länger ausfallen....

Ich bin so frustriert..... erstens natürlich, weil der ganze Sommer hinüber ist und ich doch gerade dabei war, sie in Beritt zu geben. Und dann natürlich auch, weil sie mir so unglaublich leid tut. Boxenruhe (sie hat eine Paddockbox, aber trotzdem) ist notwendig, was sie natürlich nicht lustig finden wird. Plus die Schmerzen.. :( ..

Wenigstens sieht die Prognose dahingehend gut aus, dass keine bleibenden Schäden entstehen werden im Normalfall...

Ich fühl mich so schuldig, weil ich sie nicht schon eher auf Barhuf umgestellt habe.. denn dann wäre das sicher nicht passiert..... oder was denkt ihr?

Offline Nette

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #1 am: 14.05.14, 07:35 »
Hallo bambina,
mich als Hufbearbeiter würden mal Fotos von der Verletzung interessieren. Ich hab schon viel schlimmes gesehen, wenn sich die Pferde Beschläge abgetreten haben, aber dadurch bisher noch keine so weit weggerissene Wand, wo das Leben raus kam? Es sei denn, sie hätte sich zusätzlich noch was eingetreten oder an den herausstehenden Nägeln oder Kappen vom Beschlag verletzt.

Ohne es gesehen zu haben, kann ich es absolut nicht beurteilen, aber mir kommt's etwas komisch vor, ob es wirklich so schlimm ist, dass man das Pferd jetzt 1/2 Jahr knasten und nicht reiten dürfte?

Offline Hexle

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #2 am: 14.05.14, 12:39 »
bambina so ein huf wächst unglaublich schnell wieder zu und heilt ab- unter anderem deswegen weil das Gebiet ausgesprochen gut durchblutet ist !
wegen 3 x 1,5 cm mach dir mal keine Gedanken  :D das ist nur ne Ecke .. das ist in 2 Monaten runtergewachsen  :D
Du wirst sicher nicht jedes Ziel erreichen, dass du dir gesetzt hast. Du wirst aber ganz sicher kein Ziel erreichen, dass du dir nicht gesetzt hast...

Offline tara

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #3 am: 14.05.14, 15:28 »
mach dir keine Vorwürfe!
Klar, hättest du die Eisen eine Woche früher abgenommen, wäre die Wand noch dran. Aber weißt du, ob sie dann nicht in einen Nagel getreten wäre?
Solche Sachen passieren, die kann man nicht verhindern.
du wirst ihr die bestmögliche Unterstützung geben. aber schon doof, diese Saison scheint wohl gelaufen...
stell dir vor, du hast ein Pferd und es kann nicht t ö l t e nin diesem Sinne...
Gruß tara

"Ausbildung heißt, das zu lernen, von dem du nicht einmal wußtest, dass du es nicht wußtest."
(Ralph Waldo Emerson, (1803 ‐ 1882)

Offline bambinaTopic starter

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #4 am: 14.05.14, 15:34 »
Also das Leben kommt nicht raus, ist aber sichtbar - es ist kein Horn mehr vorhanden an dieser Stelle.

Ich werd versuchen, Fotos zu machen. Sie hat sich den Beschlag nicht abgetreten, sondern ist sich selbst auf den anderen Huf getreten. Die Stelle ist an der Innenseite des Vorderhufes und geht von oben, direkt vom Saum, 3 cm weit runter. Eisen sind beide noch drauf, die Vermutung liegt halt nahe, dass wenn sie sich reingesprungen ist, dass nur aufgrund des Eisens so eine starke Krafteinwirkung entstehen konnte, dass sie sich ein Stück Wand abreißt. Die Wand stand ja noch förmlich ab und musste erst weggeschnitten werden.

@ hexle

meinst du? Ich hoffe, dass es schneller geht..

Wie gesagt.. die Stelle geht vom Saum weg. Es besteht eine kleine Chance, dass das Hufwachstum gestört sein könnte, aber der TA meinte, dass das sehr unwahrscheinlich ist. Ich hoffe, dass er schnell wächst.. :( ...
Ich weiß gar nicht, wann ich sie spazieren führen darf, um das Wachstum anzuregen. Im Moment hat sie natürlich Schmerzen und bleibt in der Paddockbox.

@ tara

danke tara.. vielleicht hat es diese Saison einfach nicht sein sollen. Wie gesagt, sie ist noch nie lange ausgefallen, daher darf ich mich eh nicht beschweren, aber traurig ist es natürlich trotzdem. Hatte mich wirklich auf diesen Sommer gefreut... Sie liebt das Gelände und wir gehen normalerweise häufig ausreiten. Ich hoffe, dass ich sie wenigstens in naher Zukunft spazieren führen kann draußen, damit sie mir nicht noch depressiv wird in ihrer Box.

Offline glögli

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #5 am: 14.05.14, 16:57 »
Sei mal lieb gedrückt.
Ich möchte dir auch Mut machen. Mein Pferd hat sich mal mit samt dem Eisen die halbe Hufwand weggerissen (allerdings der untere, äussereTeil falls das relevant ist). Er ist nicht lange ausgefallen. Genau kann ich es nicht sagen ist schon lange her, aber es war kein Drama. Die Hufqualität hat sich zeit seines Lebens immer verbessert, auch dort wo die Wand weg war, wuchs gutes Horn runter mit einer guten Verbindung zum restlichen Huf. Ich drück euch die Daumen.
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Offline TinaH

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #6 am: 14.05.14, 20:43 »
3x1,5cm sind kein Thema, mach Dir keine Sorgen.

Warst Du nicht aus der Hannoverer Ecke? Da gibts ne Menge gute Hufbearbeiter, die wären (meiner Meinung nach) ein besserer Ansprechpartner als der TA - oder zumindest eine Zusammenarbeit wäre wünschenswert.
Wenn ich tolerant wäre, dann würde ich einen Gänseblümchenkranz auf dem Kopf tragen und Kumbaya singen

Offline Nette

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #7 am: 15.05.14, 07:38 »
Hallo bambina,

Danke für die genauere Beschreibung. Da sieht die Sache natürlich etwas anders aus, wenn die Verletzung oben in der hornbildenden Zone ist. Ich hatte es falsch verstanden und dachte, sie hätte sich "nur" einen Beschlag abgetreten und dabei unten einen Teil der Wand abgerissen. Oben ist das ganze natürlich "schlimmer", weil im Kronsaum ja das Horn gebildet wird und dann langsam runterwächst. Eine Verletzung in der hornbildenden Zone kann natürlich später auch das Hufwachstum an der Stelle beeinträchtigen, je nachdem wo und wie tief die Verletzung ist und wie sich dann Narbengewebe bildet. Das bleibt abzuwarten... :-\

Fotos wären auf jeden Fall interessant.

Offline bambinaTopic starter

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #8 am: 15.05.14, 21:26 »
Hach.. das ist eine grausige Angelegenheit.. habe heute den Verband gewechselt, und die Reinigung und Eiterentfernung hat mich vergessen lassen, ein Foto zu machen..

Kiowa war so lieb und hat mir einen Link für eine Hufbearbeiterin geschickt und auch in der Vergangenheit hat mir jemand von hier 2 empfohlen im Raum Hannover. Im Moment kann ich niemanden kommen lassen, da ist nicht möglich wäre, die Hufe zu bearbeiten bzw die Eisen abzunehmen, denn dafür müsste Bambi ja auf dem wehen Bein stehen für einen gewissen Zeitraum, und das ist im Moment laut TA nicht empfehlenswert. Sie entlastet durchgehend, ist aber weise genug, sich zur Unterstützung einfach an die Boxenwand zu lehnen.

Sobald sie das Bein belasten kann, lass ich ihr die Eisen abnehmen und da werde ich mich dann auch beraten lassen, was genau man machen kann, sobald ausreichend Horn nachgewachsen ist. Der TA meinte (das hatte ich anfangs falsch verstanden), dass ich höchstwahrscheinlich wieder mit ihr arbeiten kann, sobald eben ein Füllmaterial eingesetzt werden kann, und das kann schon in 2 - 3 Monaten der Fall sein. Die 6 Monate oder mehr bezogen sich eher darauf, wie lange der Huf braucht, die komplette Wand wieder herzustellen. Rausgewachsen sollte dann alles in 1 Jahr sein, da es ja vom Saum aus weggeht. Pech wäre natürlich, wenn die hornbildende Zone (ich klaue mal Nette's Formulierung) Schaden getragen hat, aber das ist im Moment unmöglich zu sagen.

Nachdem jetzt eben der erste Schock überwunden ist, sehe ich das ganze jetzt von der "guten" Seite. Bambi hat mehr als genug Zeit, um langsam auf Barhuf umgestellt zu werden ohne, dass wir uns um zu intensive Belastung/Reitausfall/Turnierdaten etc Gedanken machen müssen. Außerdem - immer noch besser, als ein gebrochenes Bein oder Kolik-Op oder sonstige Dinge, auf die wir Pferdebesitzer und unsere Pferde gut verzichten können..
Hätte ich sie in Beritt gegeben, hätte ich mit der Umstellung noch gewartet, da es mir zu riskant wäre, jemand anderem die Beobachtung und die Einschätzung, wie es ihr mit ihren Hufen geht und wie viel Training angemessen ist, zu überlassen. Beim Beritt sollte das Pferd ja doch voll einsatzsfähig sein.


Wenn alles gut verheilt wäre mein Plan den Sommer eben für die Umstellung zu nutzen. Vielleicht kann ich mit dem Aufbautraining ja schon Ende Juli/August anfangen, und sobald sie dann wieder topfit und voll belastbar ist, könnte ich sie über den Winter in Beritt geben.

In der Zwischenzeit reite ich jetzt ein anderes Pferd und die Besitzerin wäre auch damit einverstanden, dass ich und auch meine Tochter, dass Pferd auf Turnieren vorstellen. Ich muss schon sagen, dass die gemeinsamen Turnierwochenenden etwas sind, was ich sehr genieße. Nicht wegen dem Wettstreit selbst, sondern einfach wegen der Atmosphäre, dem "Abenteuer", den Leuten... einfach alles! Wer weiß wie lange meine Tochter da noch mitmacht, daher würde ich mich freuen, wenn wir darauf nicht verzichten müssen dieses Jahr.

Und danke euch allen .. :) .. ihr macht mir Mut..

Offline TinaH

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #9 am: 15.05.14, 21:46 »
Ich würde Dir gerne nochmal ans Herz legen, zumindest als Zweitmeinung JETZT SCHON einen guten Hufbearbeiter hinzuzuziehen.
Zumal Du in der Hannoverer Ecke echt viele Gute hast  ;)

Da wären z. Bsp.
Pat Nastoll ( www.hoof-to-move.de )
Andrea Keuchel ( http://hufcomfort.jimdo.com/ )

Als Barhufbearbeiterinnen

Und Jan Gerd Rhenius ( http://adresse.dastelefonbuch.de/Wedemark/3-Handwerk-Jan-Gerd-Rhenius-Wedemark-Lohwiesenring.html )
als sehr engagierter Schmied (der Dir sicherlich auch bei der Umstellung auf barhuf hilft)


Ich denke, daß die Gefahr recht hoch ist, daß sich auf dem gesunden Fuß eine Belastungsrehe entwickelt.
Weiterhin denke ich (aber da kann ich durchaus falsch liegen, deswegen würde ich in so einem Fall unbedingt einen fähigen Hufmenschen einbeziehen), daß ein guter Hufmensch dem verletzen Huf helfenkönnte, schneller schmerzfrei zu werden. Natürlich immer in Absprache mit dem behandelnden TA.

Wie gesagt, vielleicht täusche ich mich, aber ich bin jetzt schon ne Weile im Hufforum aktiv und was da von den Profis teilweise an Fallbeispielen gepostet wurde, das ist echt unglaublich.
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Offline Kiowa

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #10 am: 15.05.14, 22:41 »
Die Empfehlungen weisen große Schnittmengen auf ;D ;D

@bambina: Hol ruhig mal jemanden, der sich mit Hufen auskennt - möglichst von den Empfohlenen - die kennen sich unter Umständen mit dem Thema besser aus als ein Tierarzt. Wenn Dir die Hufpflegerinnen zu speziell sind, ruf den genannten Schmied an (mit dem sie eh zusammenarbeiten) *g*
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Offline zaino

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #11 am: 15.05.14, 23:07 »
... und wenns tröstet: Wir haben uns vor vielen Jahren mal einen spitzen Ast direkt oben in den Kronsaum reingerammt. Das heilte nicht zu, oder jedenfalls nur oberflächlich, nach ein paar Wochen drehte mein Zausel plötzlich total ab, und der Schnitt nässte etwas, lahm ging er komischerweise nicht. Ich tat Zugsalbe drauf - dachte aber, nanu, wir haben den Ast doch voll rausgezogen und es hatte geblutet wie Sau... Nun ja, nachdem er mich an einem Tag fast runtergeschmissen hätte weil schreckhaft gestiegen etc., bekam ich anderntags den Anruf vom SB, Pferd wäre mit dickem Elefantenbein früh auf den Auslauf gewankt und dort stöhnend umgesunken. Phlegmone + Kreislauf runter.
Ein lieber Stallkollege moppste sich flugs einen Anhänger und frachtete meinen Zausel in die Klinik an der Rennbahn, so schnell kam ich gar nicht aus der Arbeit raus!
Man röntgte den Haxen, fand im Huf einen Rest vom Ast!!!, fräste ein Riesenloch in die vordere Hufwand, holte das Biest samt reichlich Gammel-Gewebe und Eiter raus und ich bekam ein etwas perforiertes Pferd zurück, Mordsloch in der vorderen Hufwand. Salbe zum Reinschmieren und Paketklebeband wurden mitgeliefert.
Ja, es dauerte ca. 3/4 Jahr, bis das Loch runtergewachsen war. Aber obwohl die Verletzung oben am Kronrand eingesetzt hatte, ist alles fix verheilt und völlig problemlos, obwohl der Zausel kein artiger Patient war... 
Huf heilte mühelos. Man sagte mir in der Klinik, ich sollte halt nicht so bald springen gehen wg. Belastung für den Huf. DAS konnten wir verschmerzen. Das Eindringen des Astes in den Kronrand hatte weiter gar keine Folgen, das Hufwachstum betreffend. OK, war auch eher nur ein 1-1,5 cm-Loch.

Bedenke: Pferde sind Lauftiere! Wenn man sie entsprechend unterstützt, evt. mit Hufpflege und genug Mineralfutter etc., dass das Hüfchen ordentlich wächst, kompensiert der Körper so ziemlich alles!!! je mehr Anreiz, also baldiges Bewegen, desto eher. Lass Dich gut beraten, aber wirst sehen, es heilt fixer als Du denkst.

Offline Nette

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #12 am: 16.05.14, 07:29 »
Hallo bambina,

schade dass du nicht an Fotos gedacht hast  :-\  Naja, vielleicht klappt es ja in den nächsten Tagen. Würd mich echt mal interessieren.

Auf jeden Fall schließe ich mich den anderen an: such dir jetzt schon eine(n) kompetente(n) Hufbearbeiter(in) in deiner Nähe für die weitere Behandlung. Der Zeitpunkt ist wahrscheinlich jetzt wirklich günstig zur Umstellung auf barhuf, weil du eh nicht viel mit deinem Pferd machen kannst.

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Was ich persönlich nicht machen würde, ist, das Loch später mit Füllmaterial ausfüllen, weil die Gefahr dass es darunter unter Luftabschluß gammelt hoch ist. Und je nach Härte des verwendeten Füllmaterials kann dir dieses im ungünstigen Falle (wenn es zu hart ist), sogar die Hufwand auseinanderdrücken. Es heilt im Normalfall besser, wenn Luft dran kommt und die obere Schicht des nachgewachsenen Horns einfach austrocknen kann. Aber das kann man auch alles erst genau sehen wenn die Verletzung abgeheilt ist und wie gut (und hoffenltich ohne Beschädigung des Saums) dann das neue Horn von oben runterwächst.
Wenn du später beim Reiten Angst hast, dass etwas in das Loch reinkommt, kannst du Hufschuhe verwenden. Die sind bei der Umstellung auf barhuf auf jeden Fall von Vorteil wenn du ins Gelände gehst. Da solltest du dich vor Ort von einem/einer Hufbearbeiter(in) beraten lassen, welches Modell deinem Pferd passt und dann auch das Loch gut abdeckt.


Offline bambinaTopic starter

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #13 am: 19.05.14, 16:47 »
so.. melde mich nach dem Wochenende wieder zurück:

Termin mit einer Hufbearbeiterin ist vereinbart für diese Woche - ihr habt mich mit euren Argumenten überzeugt

@ nette

tut mir leid.. :( .. ich bin schrecklich wenn es um Fotos geht... (da merkt man dann mein Alter...)

Danke für den Hinweis zu dem Füllmaterial. Gut zu wissen! Ich werde die Bearbeiterin dazu befragen und sehen, was sie empfehlen würde, nachdem sie den Huf gesehen hat.

Gehen Hufschuhe denn "so hoch" hinauf? Die, die ich bisher gesehen habe, wie zB die Renegades, sind genau an der "falschen" Stelle offen..

@ zaino

Oh wow, da hat dein Pferd ja einiges durchmachen müssen. Es macht mir Mut, dass bei deinem alles super verheilt ist! Ist ja doch erstaunlich, wie gut sich Hufe regenerien können.. Habe am Wochenende viele gegoogelt und etliche Fallbeispiele gesehen, wo ich nicht schlecht gestaunt habe.

Ich füttere bereits ein gutes Mineralfutter. Habe es kürzlich bestellt, und es ist auf unser Heu zugeschnitten. Hatte zuvor eine Heuanalyse machen lassen. Das sollte Bambi helfen... :) ...

Nicht-Springen können wir auch verkraften. Bambi hätte zwar prinzipiell ein Talent zum Springen, aber mehr als kleine Hopser haben wir nie trainiert, und auch die nur selten zwecks Abwechslung. Ich hatte im Teenageralter einen Unfall, der sich beim Springen ereignete, und seitdem bin ich ein wenig traumatisiert, was Springen betrifft.

Wie lange ist es her, dass sich den Pferd verletzte?

@ kiowa

danke - habe den Rat befolgt und jemanden konsultiert. Mit meinem Hufschmied möchte ich nicht mehr zusammenarbeiten da, jetzt nachdem ich wesentlich mehr weiß über Hufplege weiß, ich enttäuscht bin von ihm. Jahrelang habe ich für die Eisen bezahlt und mir wurde eingeredet, Bambi könnte nicht ohne laufen... naja...

@ tinaH

Ich hoffe, dass sich keine Rehe entwickelt.. :( ... Im Moment ist es so, dass sie den wehen Huf schon wieder belastet. Sie bekommt natürlich immer noch Schmerzmittel verabreicht, und lahmt wenn sie geht, aber es ist definitiv schon besser geworden.


Offline TinaH

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Re: Hufwand "abgetreten"..
« Antwort #14 am: 20.05.14, 07:10 »
Gute Entscheidung!

Bitte auch immer dran denken, Magenschutz zu verabreichen (Omeprazol oder etwas ähnliches), wenn man über mehrere Tage NSAIDs (Schmerzmittel) gibt.
Oftmals schlagen die Tierärzte das nicht vor, weil es recht kostspielig ist. Die Gesundheit des Pferdes sollte es einem aber wert sein.

Viel Glück und Gute Besserung!
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