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Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer

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bambina:
Korrekt - ich bin an Turnieren interessiert, jedoch nicht um jeden Preis. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass unsere Stute am Turnier immer alles gibt. Eventuell hat sie auch mal schlechte Tage wenn Turniertag ist, aber anscheinend zeigt sie das nicht. Ich bin der festen Überzeugung, dass Pferde, wenn korrekt und motiviert gearbeitet, alles geben wenn sie wissen, dass es darauf ankommt.

Danke für die vielen Tipps was man machen kann, wenn das Pferd einen schlechten Tag hat. Bei uns sieht es so aus, dass wir eben auch ein Ersatzprogramm machen. Das gilt aber auch für uns - wenn ich keine Lust auf Viereck habe, na dann ändere ich meinen Tagesplan und gehe ins Gelände oder entscheide mich für Longenarbeite oder was auch immer.

Ich sehe Pferde als unsere Partner - sie schulden uns überhaupt nichts und deshalb gibt es für mich kein Muss. Ich "bitte" und "bedanke" mich für die Mitarbeit.. denn ganz ehrlich? Ein 800 kg schweres Tier muss gar nichts, die meistens sind nur zu gutmütig sich zu wehren. Und soweit fahre ich mit dieser Einstellung sehr gut. Die persönliche Bekanntschaft mit Mark Rashid hat mir zu dieser Einstellung verholfen. Ich bin auch total von der "ich muss mir meinen Rang erkämpfen"-Einstellung losgekommen. Ich bevorzuge es nun, von meinem Pferd als Leittier aufrund meiner Qualitäten gewählt zu werden. Der Weg war nicht einfach bis ich das Konzept wirklich verstanden habe, aber es hat sich gelohnt. Und daher bin ich mir sicher, dass unsere Stute immer versuchen würde ihr Bestes zu geben, da sie weiß, dass wir auf sie Rücksicht nehmen.

sliding_tina:
@ bambina

grundsätzlich finde ich deine Einstellung ja gut, aber was ich mich beim Durchlesen gefragt habe... woran scheitert es, dass die Stute nicht voran kommt? Wer hat die Stute bis auf M gebracht? Kann diese Person nicht weiterhelfen?

Anscheinend hast du ein recht gutes Wissen... warum versucht du nicht mit guter Lektüre die Stute selbst weiterzubringen? Du hast ja auch noch deine Tochter, was bedeutet, dass du von unten die Anweisungen geben kannst und gleichzeitig das Ergebnis kontrollieren kannst.

Ich habe das Gefühl, du traust dir das nicht zu - so ging es mir auch. Ich hatte einen Mörderrespekt vor Trainern und habe ausschließlich die jede Arbeit erledigen lassen und ich bin nur wie ein Schäfchen nachgeritten... bis ich draufgekommen bin, dass die meisten nicht wesentlich mehr Ahnung hatten und ziemlich viel Blödsinn verbreiten. Natürlich gibt es kompetente Trainer und nicht alle sind schlecht. Aber du scheinst zB wesentlich mehr Pferdeverstand zu haben, als der teure Dressurtrainer. Ganz ehrlich? Das ist die Basis. Plus.. ein guter Sitz, ein gutes Gefühl für das Pferd und dann eben das theoretische Wissen über die Lektionen und wie man diese einem Pferd beibringt. Und das kannst du aus Lektüre und Videos lernen.

Für ein fremdes oder dir nicht so bekanntes Pferd würde ich das nicht empfehlen - aber ihr seid ein eingespieltes Team, das heißt selbst wenn du einen Fehler machst, wird es keine tragischen Konsequenzen haben und du wirst es außerdem umgehend bemerken was richtig ist und was nicht! Gleichzeitig sparst du auch noch eine Menge Geld, dass du stattdessen in Kurse bei deinen bevorzugten Trainern investieren kannst oder für Trainingswochenenden außerhalb deiner Umgebung!

zaino:
Ja, wenn man einen Murks-Trainer erwischt oder einen, der einfach nicht passt, ist das rausgeworfenes Geld und gar nicht "ohne".
Eher lernt man noch was beim guten alten "Abteilungsreiten" in einer Reitschule, als in ambitioniertem Einzelunterricht, der nicht wirklich Reiter und Pferd da abholt, wo sie stehen.
Was Sitz und Einwirkung etc. betrifft, geb ich sliding_tina wirklich recht: Das kann man mit gegenseitiger Hilfe auch daheim kontrollieren.
Und so wie bambina ihre Stute beschreibt, ist es wirklich so, wie unter anderem auch vermutet:
Dieser Trainer baut Spannung auf, hat aber kein Auge dafür, zu sehen, wann er die wieder auflösen muss. In der Folge sagt die
Stute deutlich: Das taugt mir nicht, der nervt! Ich brauch jetzt was anderes.

Es gibt Trainer, die geben Leuten im Kurs einen roten Faden mit nach Hause, und wenn bei denen mal ein Pferd hüppelt, dann wirklich aus Lebenfreud und weils mitlacht oder weils selbstbewusst wird und mal kurz eine Meinung kundtut. Betonung auf "mal kurz". 
Also entweder länger suchen und/oder allein wursteln. Wenn man sich auf einen Lehrer wirklich einlassen und ohne Ja-Aber mit diesem "ackern" will, muss man auch wirklich zu 100% überzeugt sein von dem, was er tut, sonst wird das eh nix.
Und wie ich eingangs schon mal sagte: Oft teilt einem wirklich das Pferd mit, was es braucht und was ihm taugt. Da kann man sich meist drauf verlassen.


Binesdiva:
@ Tina, so ein Mutter-Tochter-Gespann ist nicht ohne, manchmal klappt's, oft nicht. Hatte bambina das nicht zu Anfang geschrieben, daß es bei ihnen nicht so gut klappt?

Ich finde es außerdem gut, daß bambina weiß, wo ihre Grenzen liegen und sich dann Hilfe von außen holen möchte. Ist mir lieber, als so ein eigenes Herumwurschteln. Alles kann man sich eben nicht theoretisch aneignen, vieles muß man fühlen oder schon selbst geritten haben und dann braucht man immer noch Korrekturen von unten. Machen die Olympiareiter doch auch so.

Klar, jeder kann Bücher über, ich sag jetzt mal Serienwechsel, lesen und Videos schauen. Dann kann man vielleicht erklären, wie die Lektion aussehen muss und wie die Hilfen dazu aussehen. Das jedoch einem Pferd beizubringen, hm, schwierig. Erst recht, wenn dann noch andere Schwierigkeiten auftreten. Und dazu braucht man eben den Profi, der für dieses Problem möglicherweise mehrere Lösungsansätze hat und auch schon die Erfahrung mit mehreren Pferdetypen mitbringt.

bambina:
@ tina

Danke, dass du mir das zutraust. Ich habe aber genau vor den Dingen, die binesdiva beschreibt, Angst und viel Respekt. Ich halte mich für feinfühlig und nicht gerade die unerfahrenste Reiterin, da ich schon von klein auf reite, und das auch nicht mein erstes Pferd ist. Aber ich habe immer die Unterstützung von außen genoßen und selbst ehrlich gesagt nie großartig "Verantwortung" übernommen.

Wir hatten damals eine sehr gute Trainerin, mit der wir über Jahre zusammengearbeitet haben. Sie selbst ist 2 - 3 x die Woche geritten, auch ohne meine Aufsicht, da ich ihr vertraute. Sie ist verantwortlich dafür, dass Bambina (ich nenne mein Pferd jetzt der Einfachkeit halber beim Kosenamen) eine sehr gute Basis hat und sehr gut bis M läuft. Ich habe dazu nicht ganz soviel beigetragen. Ich bin einfach den Anweisungen gefolgt und habe mir selbst nie einen Kopf darüber gemacht, wie das Training aussehen sollte usw. Ich verstehe mich mit meiner Tochter zwar sehr gut, aber sie möchte sich natürlich nichts von mir sagen lassen, und das akzeptiere ich auch. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass sie selbst sich in die Richtung weiterbildet, wie man Pferde ausbildet. Doch dazu muss sie mehr als nur ein Pferd reiten und da sie noch andere Hobbies und einen Freund hat, interessiert sie das im Moment nicht. Sie kommt ungefähr 3 x die Woche mit in den Stall.

Allerdings frage ich mich schon, ob ich mich nicht steigern sollte. Mein Beruf beansprucht mich zeitlich nicht intensiv und meine Tochter braucht mich auch kaum. Ich habe mir überlegt, ob ich vielleicht mit etwas leichterem anfange wie zB Bodenarbeit um zu sehen, wieviel Talent ich habe um Bambina selbst etwas beizubringen. Natürlich ist Reiten nochmals eine andere Geschichte und S-Lektionen sowieso...

Unsere Trainersuche geht im Moment weiter. Eine andere Idee wäre, Bambina für den Zeitraum direkt zu einem Trainer zu stellen, der sie auf S trainiert. Jedoch gefällt es mir nicht, wenn ich die Arbeit, die Haltung und das ganze drumherum nicht nahezu täglich kontrollieren kann. Aber im Moment sehe ich mich um, ob es vielleicht einen Trainer gibt, der mir gefällt, der auch eine entsprechend gute Haltung anbietet.

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