Autor Thema: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer  (Gelesen 10122 mal)

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Offline bambinaTopic starter

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Heute hat meine Tochter eine Reitstunde bei einem neuen Trainer mit unserer 8-jährigen Stute gehabt. Zum allerersten Mal in 3 Jahren hat sie gebuckelt!! So etwas kenne ich von ihr gar nicht. Kann es an Überforderung liegen? Der Trainer verlangt ziemlich viel und er gab Lilly kaum Zeit zum Verschnaufen. Mir gefiel, dass er die beiden fördert, aber ich tue mir schwer zu sehen, was vielleicht zuviel des Guten ist. Ich selbst verlange glaube ich zu wenig von Lilly.

Vielleicht hat sie bloß gebockt weil sie es nicht gewohnt ist mehr zu Arbeiten? Oder kann es was Gröberes sein?

Offline Schneekönig

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #1 am: 21.03.14, 13:10 »
Hallo Bambina,

ich würde schon versuchen der Sache auf den Grund zu gehen und mögliche Ursachen der Reihe nach checken wie z.B. nicht mehr passende Ausrüstung oder ob das Pferd aufgrund von körperlichen Problemen so reagiert. Also das heisst mal die Sattel-Lage, Beine etc abtasten und auf schmerzhafte Reaktionen achten. Eine Überforderung durch den Trainer wäre zumindest eine mögliche Erklärung ... wenn er das Pferd noch nicht kennt vielleicht war dann das Programm einfach zu viel.
Wenn man nichts findet heisst es weiter beobachten ob das Verhalten noch einmal auftritt ...

Gruss,

Schneekönig

Offline zaino

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #2 am: 25.03.14, 18:10 »
Umgekehrt und wenn das Stutchen sonst brav ist:
Übermut? Unwillen und momentane Verspannung?
S'Päär lacht mit de Hinterbään, sagen die Saarländer.

So lang niemand über Bord geht, erstmal Beine zu und Hand anstellen und vorwärtsreiten, normalerweise langt das ein paarmal, um
Buckeleien aus Frechheit abzustellen. Meistens ist es sogar eher lustig als gefährlich.  ;)

Offline bambinaTopic starter

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #3 am: 27.03.14, 02:38 »
Also so langsam glaube ich, es liegt am Trainer...

Die nächsten Male gab es überhaupt keine Probleme beim Reiten, also buchten wir erneut eine Stunde und wieder zeigte sie sich bockig. Ich möchte hier keine Namen nennen, aber der Trainer ist eigentlich sehr renommiert, und meine Tochter möchte in der Dressur gerne weiterkommen... Wir haben bereits einige Trainer durch und so langsam verzweifle ich... :( ... Es gibt einfach ein paar Grundsätze, die ich schlichtweg nicht dulde, daher fallen schon so viele Trainer weg. Hat jemand Empfehlungen? Raum Hannover, wir sind mobil und können in Ställe fahren wenn notwendig.

Offline tara

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #4 am: 27.03.14, 11:21 »
und wenn du ihn erst mal darauf ansprichst? Daß er langsamer vorgehen soll, daß du möchtest, daß er mehr Pausen einbaut...
Du hast die Stunde doch beobachtet und konntest sicher feststellen, an welchem Punkt die Stute deutlich NEIN sagt. Sprich mit dem Trainer, weise ihn darauf hin, denn natürlich kennt niemand das Pferd so wie du. Wenn er sich darauf einstellt, ist gut, du bist zahlender Kunde. wenn nicht, pastte er vielleicht wirlich nicht zu euch.
stell dir vor, du hast ein Pferd und es kann nicht t ö l t e nin diesem Sinne...
Gruß tara

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Offline zaino

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #5 am: 27.03.14, 17:12 »
nun ja, wir können das hier auch schlecht beurteilen, WAS der Trainer verlangt, ob das falsch oder zu viel ist, oder ob Stutchen einfach übermütig wird. Buckeln ist in vielen Fällen nicht "bös" oder garstig gemeint. Mein Jungspund hat sich bei ersten Springübungen so aufgezogen, dass wir wie die wilde Wutz durch die Halle GEBOCKT sind, das war für mich nicht witzig, fürs Publikum schon, und das Untier hat nachher tief und zufrieden abgeschnaubt. Das war eher wie "Ey, ich bin RAMBO, ich bin 30 cm hoch gesprungen, ich bin der GRÖSSTE" -
Man sagt, Stuten neigen weniger zu solchen Aktionen, die sind eher ernst veranlagt.

Es ist schwer zu sagen: Möglich ist, dass der Trainer sie tatsächlich an eine Grenze bringt, wo das mal in Arbeit ausartet und das findet sie womöglich anstrengend = Unwillen iih, bäh, ungewohnt.
ODER sie verspannt sich tatsächlich ganz arg und nimmt den Unwillen künftig mit. Ein richtig guter Trainer sollte herausfinden, wie er die Spannung wieder auflöst und dem Pferd vermittelt: Alles gut, keine Aufregung, du kannst das, du machst das toll, lass wieder locker.
Über Schmerz und echten Ärger immer wieder "drüberreiten" ist dann wieder gar nicht gut. Manchmal hilft bei unerfahrenen Pferden auch ein Schrittchen zurück und neu anfangen, das schadet nix, aber manche Profis sind da zuweilen stur und uneinsichtig und meinen, das muss aber jetzt... von außen alles schwer zu beurteilen.
Aber vielleicht hast Du jetzt ein paar Ansätze zum Hingucken und Ansprechen beim nächsten Mal?

Offline bambinaTopic starter

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #6 am: 02.04.14, 18:33 »
Ehrlich gesagt erwarte ich mir von einem Trainer der recht viel Geld pro Stunde verlangt, dass ich ihm nicht erklären muss, dass mein Pferd wohl ein Problem hat und eine andere Vorgehensweise angebracht wäre. Wenn ich so über meine Beobachtungen nachdenke würde ich sagen, dass es daran liegt, dass er ihr kaum Pausen lässt. Ständig tu dies.. tu das... wenig Lockerung zwischendurch und keine Zeit zum Verschnaufen. Das ist unsere Stute nicht gewohnt und an sowas muss sie sich auch nicht gewöhnen.

Ich habe schon jemand neues in Aussicht... mal sehen..

Offline Hexle

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #7 am: 02.04.14, 20:55 »
Bambina wenn es hier 'likes' gäbe würdest du eines von mir bekommen
Du wirst sicher nicht jedes Ziel erreichen, dass du dir gesetzt hast. Du wirst aber ganz sicher kein Ziel erreichen, dass du dir nicht gesetzt hast...

Offline tara

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #8 am: 03.04.14, 07:34 »
Das ist unsere Stute nicht gewohnt und an sowas muss sie sich auch nicht gewöhnen.

auch von mir ein ganz dickes LIKE für diese Aussage.
stell dir vor, du hast ein Pferd und es kann nicht t ö l t e nin diesem Sinne...
Gruß tara

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Offline Binesdiva

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #9 am: 03.04.14, 10:24 »
Hm, renommierte Trainer, die viel Geld verlangen, sind nicht immer unbedingt auch gute Trainer.

Der Sachverhalt ist auch schwierig zu beurteilen. Hier weiß niemand außer Bambina, wie die Stute sonst gearbeitet wird, was sie überhaupt für ein Typ Pferd ist (motivierter Mitarbeiter oder eher  der Beamtentyp), wie geht die Stute mit Druck um, kennt sie das überhaupt und was besagter Trainer im Unterricht verlangt und vor allem wie lange.

Ich kann nur folgende Geschichte erzählen:
mein eigenes Pferd ist ein bulliges Dressurpferd, bildschön, mit hervorragendem Exterieur und überdurchschnittlichen GGA. Soweit so gut. Allerdings ist er vom Interieur her schwierig, dominant, schwer erziehbar, sehr hengstig und nicht besonders leicht zur Mitarbeit zu bewegen. Eher so ein Beamtentyp, der sich nie anstrengen möchte und auf etwas Druck sehr schnell mit massivem Gegendruck reagiert.
Reite ich alleine, bin ich auch eher jemand, der eher zuwenig, als zuviel macht.
Mit dem neuen Trainer, war's bei uns auch schwer. Der ging nämlich gleich mal an die Grenzen, was sofort mit entschlossenem Entziehen und massivem Ungehorsam quittiert wurde. Bocken war dabei noch das wenigste. Wir haben ihn dann allerdings mit ruhiger Konsequenz weitergearbeitet, gestraft wurde er so gut wie nie, wir sind einfach über die Frechheiten drüberweg geritten.
Und siehe da, irgendwann hat er sich damit arrangiert (er hat's natürlich immer wieder versucht) und er hat sich innerhalb kürzester Zeit erheblich verbessert. Der eigentliche Unterricht dauerte immer nur 20-25 min. Das war die eigentliche Arbeitsphase, da wurde wirklich konzentriert und hart gearbeitet. Pausen gab's selten. Davor war er 20 min in der Fürhmaschine, dann noch 20 min Lösungsphase, die ich immer alleine gemacht habe, dann 20 min Arbeit und dann noch Seele baumeln lassen im Schritt auf  der Galoppbahn oder dem VS-Platz.

Was ich damit eigentlich sagen wollte: für uns beide (!) war diese Art des Unterrichts wertvoll und gut. Wir haben beide profitiert. Manchmal muss man eben auch mal über Grenzen hinwegreiten und das ist auch okay, wenn's davor und danach Phasen der Entspannung gibt. Mein Pferd war allerdings nie überfordert und hatte auch keine gesundheitlichen Problem, der hatte eben ein anderes Grundverständnis von Arbeit und eigene Ansichten, wie man sich der Sache am besten entzieht.

Ihr solltet wahrscheinlich klären, warum die Stute so reagiert. Sind gesundheitliche Aspekte und nervliche Überforderung ausgeschlossen, würde ich die Bockerei ignorieren und mit der o.a. ruhigen Konsequenz weiterarbeiten. Habe selber gerade so ein Pferd in Beritt, die Stute hat gelernt, daß wenn sie nur mal mit dem Ohr wackelt, die Besitzerin gleich die Arbeit einstellt. Macht sie es mal nicht, droht sie und deutet Steigen an. Damit kaam sie bisher glänzend durch und hat gelernt, einmal Steigen = Arbeit zu Ende. Auch hier sind die üblichen Verdächtigen ausgeschlossen und wir reiten jetzt einfach darüber hinweg. Bleibt sie dann brav = Arbeitsende. Und siehe da: keine Steigerei mehr. Jetzt hat sie gelernt, daß wenn sie einige Zeit konzentriert mitarbeitet, sie dafür belohnt wird.
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Kommt wieder raus:
Pony weg...

Offline zaino

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #10 am: 04.04.14, 14:22 »
... umgekehrt hat das SEHR arterhaltend ökonomisch veranlagte Russentier auf GUTE Trainer immer mit anhaltendem Leistungswillen und Feuer reagiert, da kam ich dann oft schier nimmer hinterher.
War so als sagte er: Ey, da steht eins in der Mitte, das endlich mal aufpasst, dass die Alte oben keinen Müll macht! Wunderbar! Dann lassen wirs mal krachen und zeigen, was wir könnten wenn sie könnte, höhöhö.... hat mich oft erstaunt, welche Energien und welchen Spass er da entwickelt hat. Unser "Bester" nach wie vor: Der alte Herr Rockeland aus dem Saarland, Gott hab ihn selig. Ganz tattriges Männlein, aber voller Pferdeliebe, Engagement und Begeisterung. Wenn IRGENDein Sch*** dann endlich mal klappte, ist er vor Freud ausgeflippt. ;D Das war total ansteckend. Für Pferd UND mich.
Wat denn, Stunde zu Ende? Ich wär jetzt grad warm, äh... ? LOL

Fazit: manchmal sagt einem das Pferd auch ganz direkt, ob ein Reitlehrer was taugt oder nicht.  ;)

Aber es ist immer eine verteufelte Grauzone in der man da rumwandert, anfangs.
« Letzte Änderung: 04.04.14, 14:35 von zaino »

Offline bambinaTopic starter

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #11 am: 10.04.14, 01:41 »
@ hexle & tarra

danke sehr.. :)

@ binesdiva

Nach meinen langjährigen Erfahrungen kann ich definitiv bestätigen, dass eine teure Stunde keine gute sein muss. Da hast du vollkommen Recht.

Unsere Stute ist sicherlich ein wenig verwöhnt. Ich bin zwar an Turniererfolgen interessiert, und dass sie gefördert wird, aber nicht um jeden Preis. Wir haben keinen Zeitdruck - es ist unser Hobby. Ich habe sie 4-jährig von einem kleinen renommierten Züchter gekauft, bei dem die Pferde schonend angeritten werden. Wir haben sehr viel Zeit in eine korrekte Basis gesteckt und mittlerweile ist sie auf M-Niveau. Wir würden uns doch gerne auf S steigern bis zu ihrem 10. Lebensjahr. Sie wird relativ "locker" gearbeitet und wir nehmen viel Rücksicht auf ihre Tagesverfassung. Sie ist sehr motiviert und ehrgeizig, daher ist es uns egal, wenn sie mal einen schlechten Tag oder einfach keine Lust hat. Ich war früher eine verbissene Reiterin mit einem frustrierten Pferd (musste ihn schlussendlich verkaufen weil wir unsere Probleme nicht mehr in Griff bekamen), und gsd habe ich über die Jahre gelernt, dass es auch anders geht. Druck kennt sie nur wenig. Sie ist der Typ, der von alleine mehr leistet, sobald sie dazu bereit ist. Normalerweise ist das erst, wenn sie sich sehr sicher fühlt bei etwas, dann fangt sie an zu experimentieren, ob es nicht auch besser geht. Mir gefällt das und so soll das auch bleiben!! Jedoch ist es so schwer einen Trainer zu finden, der ein Profi in der Dressur ist UND so arbeitet. Ich selbst bin nicht gut und erfahren genug um unsere Stute auf S zu bekommen und außerdem habe ich immer Abstand davon genommen, meiner Tochter Unterricht zu erteilen - das gibt nur Streit.

Ich bin dazwischen zwar auf Trainer gestossen, die von der Philosophie her meinen Vorstellungen entsprechen, aber dafür fehlte es denen bisher immer an Erfahrung in der hohen Dressur... :( ... Hin und wieder haben wir die Chance bei tollen Trainern Kurse zu absolvieren, aber wir brauchen jemanden der 1 - 2 x die Woche Zeit für uns hat!



Offline bambinaTopic starter

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #12 am: 10.04.14, 01:50 »
ich hatte meinen Beitrag zu früh abgeschickt

@ binesdiva

bei deinem Pferd scheint es genau das Richtige gewesen zu sein, und wenn unsere Stute mehr wie dein Hengst wäre, würde ich mich auch für Ignorieren der Frechheit entscheiden. Aber da sie eben so ein williges Wesen hat und in ihren Flegeljahren nicht mal frech war, sieht es bei uns doch anders aus..




Offline Binesdiva

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #13 am: 10.04.14, 06:52 »
Das ist ja das, was ich meinte. Jedes Pferd ist anders.

Kleine Anmerkung am Rande und off topic:
Mein Pferd denkt nur, daß er (noch) Hengst wäre...eigentlich ist er ein Wallach, aber da ich den TA kenne, der die Kastration gemacht hat, kann ich nicht ausschliessen, daß er vielleicht noch etwas vergessen hat, was jetzt Hormone produziert.

Deine Einstellung finde ich super, mache ich auch so.

Den richtigen Trainer zu finden ist soooooo schwer. Und der, der für das eine Reiter-Pferd-Paar gut ist, funktioniert bei einem anderen garnicht. Es müssen ja auch immerhin drei Lebewesen zusammenfinden und harmonisieren.

Auf die jeweilige Tagesform viel Rücksicht zu nehmen, finde ich einerseits gut, andererseits schwierig. Wenn man für sich zuhause alleine schön reiten möchte und auf Turniere verzichtet, ist das sehr gut. Jetzt nicht falsch verstehen, das ist nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil. Lieber zuhause für sich mit einem guten Trainer arbeiten und das Pferd ausbilden. Mache ich ähnlich, Turniere reiten ist mir nicht mehr wichtig, mir reicht dieses "wenn ich wollte, könnte ich sofort losfahren und reiten, ohne mich zu blamieren".
Jetzt schreibst Du, daß Du an Turniererfolgen zwar interessiert bist, aber anscheinend nicht um jeden Preis. Habe ich das richtig verstanden? Auch eine gute Einstellung. Allerdings muss auf dem Turnier natürlicch genau zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Leistung abrufbar sein. Stimmt dieser Zeitpunkt gerade mit einer guten Tagesform überein, na bitte, alles gut. Wenn nicht, naja, dann kann man versuchen, den Richtern zu erklären, warum die Traversale nach links heute mal gerade nicht geklappt hat oder einfach eine vielleicht nicht so gute Note hinnehmen.

Es ist natürlich auch schwer, die jeweilige Tagesform des Pferdes mit den ein- bis zweimal wöchentlichen Trainings in Einklang zu bringen. Das muss man schon gut abstimmen!

Daher halte ich es immer so, daß bestimmte Sachen im Traning einfach abrufbar sein müsssen. Ein Pferd kann auch mal  für die Dauer von 4 min (also quasi einer Dressuraufgabe) konzentriert mitarbeiten. Das sollte man schon verlangen können. Danach kann man ja den Druck sofort wegnehmen oder was anderes machen. Und wenn mal wirklich etwas nicht funktioniert, weil das Pferd oder der Reiter an diesem Tag einfach mal durch den Wind sind oder was auch immer, mache ich mir immer Gedanken, wie ich trotzdem zu meinem Ziel kommen kann. Tragkraft zB, also etwas, was Pferde immer anstrengend finden, kann ich durchaus mit Cavalettis oder an einem Berg üben. Finden die immer spannender, als ständiges Arbeiten im Viereck. Habe also mein Ziel erreicht.
Und wenn wirklich mal garnichts geht, komme ich eben über die Lösungsphase nicht hinaus. Dann geht aber vielleicht Konditraining durch viel Galoppieren im leichten Sitz mit Intervallen. Die Trainingseinheit an sich ist ja in den Augen einiger dann vielleicht verloren, aber perspektivisch erhalte ich mir die Motivation. Also gewissermaßen Schlacht verlieren, um den Krieg zu gewinnen. Taktisch gesprochen.
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Offline zaino

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Re: Stute bockte zum ersten Mal - neuer Trainer
« Antwort #14 am: 12.04.14, 00:08 »
Das ist eh immer SEHR fruchtbar - wozu Wecker stellen und Pferd 30 min lang striezen wenn eine echte Dressurprüfung unter 10 Min dauert?
Tiere, die immer wieder dehnen und strecken dürfen, gehen an den Zügel und von hinten nach vorn wie nix... ja warum MACHT man das nicht öfter, Zügel lang, loben?
Die strengen sich 5-10 min lang an wie Bolle, geben alles. Und Muskelaufbau funzt auch nur so, mit Spannen und Entspannen.
Wieso wissen das noch nicht ALLE Trainer?  ;)