Autor Thema: Senkrücken + Überbauung = Problem!  (Gelesen 11096 mal)

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Offline MoonlightShadowTopic starter

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Senkrücken + Überbauung = Problem!
« am: 19.02.14, 00:12 »
Hallo Ihr Lieben,

ich habe (seit 8 Jahren) einen 15-jährigen Paint Horse-Araber Wallach, den ich aus Unwissenheit, übermäßigem Ehrgeiz und Vertrauen in die falschen "Profis" mehr oder weniger kaputt geritten habe  :'( :'( :'( (bin selbst jetzt 20)

Ich hab letzten Sommer erfahren, dass mein Sattel, den ich bis dahin 5 Jahre hatte (und immer wieder hab überprüfen lassen) wohl nicht richtig passt (punktueller Druck auf Schulter und Lenden). Außerdem habe ich letzten Winter angefangen für mein Pferd eine facebook Seite zu machen und wollte da ein Bild einstellen im Sinne von "vorher-nachher", da ich überzeugt war, dass mein Pferdchen tolle Fortschritte gemacht hat, seit ich ihn bekommen hatte. Immerhin reiten wir ja jetzt in der höchsten Klasse des Westernreitens und das erfolgreich und er ist ein verdammt liebes Kerlchen beim Reiten - wir bekommen Komplimente von allen Seiten...  :-\ Doch dann der Schreck: Über die Jahre habe ich überhaupt nicht bemerkt, dass sein Senkrücken, den er immer schon hatte, sich dramatisch verschlimmert hat  :-\...

Mir fällt es sehr schwer, damit umzugehen, dass der heutige Zustand meines heiß geliebten Pferdes meinetwegen so schlecht aussieht! :'( Ich habe in den letzten Monaten alles auf den Kopf gestellt, arbeite nur noch vom Boden aus (bis ich eine echte Besserung des Rückens erkennen kann!) und verbringe jede freie Minute damit, mir eigenes Wissen in allen möglichen Bereichen anzueignen, um in Zukunft Experten nicht mehr völlig blind vertrauen zu müssen. Ich habe schon immer versucht, mein Pferd auf die Hinterhand zu setzen und gegen den Senkrücken anzuarbeiten - aber offensichtlich falsch bzw. erfolglos - der gute Wille war immer da  :-[ . Bitte bitte, versucht mich nicht allzu sehr für meine Fehler der Vergangenheit zu steinigen ok   ???

Na gut, also zum Thema Rücken:
so sieht er aus:

Ich hoffe man sieht es? Lade hier zum ersten mal ein Bild hoch

Ich arbeite zur Zeit nach dem Longenkurs von wege-zum-pferd.de und habe einiges damit zu tun, seine Verspannungen im Genick und Hals zu lösen... ich setze große Hoffnungen in diese Arbeit aber nichtsdestotrotz möchte ich mich hier mal erkundigen, ob ihr Erfahrungen mit solchen Pferden habt oder generell Übungen empfehlen könnt, die seinen Rücken bzw. seinen Gesamtzustand verbessern können.

Wir waren letzte Woche mit ihm in der Klinik und haben den Rücken röntgen lassen: KEINE Kissing Spines, aber 5 Wirbel auf der Höhe, auf der der Reiter sitzt, liegen enger beieinander, als schön wäre; d.h. die Gefahr besteht, dass es sich zu Kissing Spines weiterentwickelt und generell kann das einfach nicht gut sein.

Mein Ziel ist es, ihn gesund zu arbeiten und ihn irgendwann mit gutem Gewissen wieder reiten zu können.
Im Moment habe ich einfach die ganze Zeit über Angst, seinen Zustand mit dem was ich tue oder nicht tue weiter zu verschlechtern.

Bitte, bitte helft mir weiter. In meinem Kopf herrscht nur noch Chaos...

Liebe Grüße,
Tabea
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Offline MoonlightShadowTopic starter

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #1 am: 19.02.14, 00:15 »
Hier ist nochmal ein anderes Foto, auf dem ich ihn square aufgestellt habe...

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Offline Janker

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #2 am: 19.02.14, 22:12 »
Huhu,

weiß nicht ob man hier überhaupt so Fotos einstellen darf, mich sprach dein Thread an....

Pony auf Foto hat Seitenlänge 1,15m: Wiederrist je nach Befinden 1,07-1,09 m und Kruppe höchster Punkt 1,12 m bis 1,14m, Gewicht voll antrainiert 280 kg, Alter akut ~18
Also du siehst schlimmer geht immer und Husche kann mit ihrer Behinderung recht gut leben. Sie kann Lasten bis 100 kg tragen, wobei sie das in ihrem Alter nur noch reduziert tuen muss. Aber sie läuft und unter 20 km/tag braucht es einen guten Fahrer dahinter....
Was mache ich? 9 Monate pro jahr tgl. 3-6 km neben Fahrrad, 1*/Woche reel "Dressur" arbeiten zb akut Langzügel Thema versammelt angalloppieren, schweren zug 1-2*/Woche Kutsche Zweispänner/Einspänner Schrittarbeit im Hang, 1-2mal/Woche reiten von 28-65 kg Traglast, je schwerer der reiter desto höher die Reitfähigkeiten. ich rechne akut noch mit 5 weiteren Jahren Nutzbarkeit. Pony hat schwere Zeiten im Leben hinter sich, zb ua im Maul derart vernarbt wie ich das noch nie sah, wenn die bis 23 voll nutzbar bleibt ist das eine angemessene Leistung die Zeugnis für ein sehr hartes Pony ablegt. In den Schulferien haben meine Pony idr tgl. im schweren Zug zu laufen.
Pony wird alle 3-6 Monate osteopathisch gecheckt und dann legen wir Übungsprogramm bis nächsten Check fest, Zahnarzt1*/Jahr ist Pflicht. Hufschmied erfolgt auf Podest (Vollbeschlag ganzes Jahr vorn mit stark gekürzter Zehe, Stollen je nach Leistung+Befinden hilft sehr).
Mach dich nicht so fertig, wirklich Pferdewissen liegt auch in der heutigen Zeit nicht auf der Straße, sondern wird pro Pferd mühsam erworben. Husche frißt seit Herbst ihr Heu auf Podest mit den Vorderpfoten, weil ich das Gefühl hab das sie eventuell Kopfschmerzen hat. Ihr Kopf/Hals hat sich in den letzten 4 jahren massiv gesenkt, aber in dieser Zeit ist das Pony auch hier angekommen, es war voll unter Strom und hochgradig verdorben bei Ankunft. Nach 6 Monaten geht sie auch selbst mal auf ein Podest freiwillig.
Sobald dein Pony wirklich Probleme bekommt (liest sich nicht so, als ob die schon da wären, sondern du Problem im Entstehen noch entdeckt hast), würd ich mich an deiner Stelle ausgiebig mit Fahren auseinandersetzen speziell mit schwerem Zug, so bekommst du die richtigen Muskeln an ein verbautes Pony ohne so ein großes Können deinerseits. Rietne ist ja eh idr mit 25 geschwätzt, aber fahren geht idr bis 30 mind.
mfg Janker

Offline zaino

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #3 am: 19.02.14, 22:58 »
außerdem kannst Du ja für 2 Dinge nix, für das überbaute Gestell und die Tendenz zum Senkrücken. Klar, mit Unwissenheit und falschem Ehrgeiz und falschem Reiten verschärft man das womöglich.
Aber so ein Gebäude wird den Pferden ja angezüchtet. Mit den Jahren verstärkt sich der tiefe Rücken ja. Halt ihn in Form, guck, dass er keine Muskeln abbaut, beobachte, aber mach Dich nicht verrückt.
Jeder macht irgendwann mal was verkehrt. Und wie gesagt, das Gebäude ist einfach ungünstig, die überbaute Hinterhand "belastet" den Rücken zusätzlich und erschwert "korrektes" Reiten, und DIE kriegst Du nicht "weggeritten".

Hat er denn Schmerzen und Probleme? Baut er irgendwie ab? Wenn nicht, tät ich sagen, Kopf hoch. Ehrgeiz bisschen runter, anderes Programm.
Dann solltet Ihr noch eine Reihe schöner gemeinsamer Jahre haben.
Wie jung ist er denn angeritten worden, schon mit 2?
Evt. liegt da auch ein Stück vom Hund begraben.

Offline Russell

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #4 am: 20.02.14, 06:29 »
Diese Überbautheit bringt Dein Pferd ja mit.
Irgendjemand hat sich ja beim ""Züchten" etwas gedacht - oder auch nicht.  :-\ Durch den Mix denke ich mal, dass da nicht viel bei nachgedacht wurde. :P

Was ich mich frage - was für ein Gefühl hast Du denn beim Reiten (gehabt)? Kam/ Kommt der Rücken hoch?
Du kannst ja nur im Rahmen der Möglichkeiten arbeiten.

Offline carola

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #5 am: 20.02.14, 08:14 »
Gut für den rücken aber nicht jedermanns Sache ist da Fahren. Ohne Belastung für den rücken, gut für die Hinterhand, und wenn er vernünftig zieht, wird auch der rücken trainiert. Für den rücken kannst du sonst wenig tun. Wie die anderen schon schrieben: das Problem war immer schon da, und klar, je älter er wird, umso schlimmer wird es. Retten eher unmöglich, aber Status quo erhalten, das müsste das Ziel sein. Wenn er beim reiten gut läuft, würde ich auch nicht zwingend drauf verzichten. Du kannst dich steinigen wie du willst, aber wenn du das hübsche Tal da mal ausblendet, kannst du sehen, dass der Zustand gar nicht so schlecht ist. Der rücken hat durchaus gute Muskeln, der hals auch. Es ist ja nicht so, als stünde da eine traurige Gestalt.
Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!

Offline MoonShadowStable

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #6 am: 20.02.14, 08:32 »
Hallo Tabbi,

die anderen haben recht: Ihr könnt so rein gar nix dafür, dass der „Züchter“ versagt hat.
Und Euer Training war/ist schon immer Pro-Pferd abgestimmt.

Viel kann ich nicht zur Hilfestellung beitragen, nur das die Besitzerin eines auf der Weide verunfallten Pferdes mit Wirbelbruch und anderen Baustellen große Stücke auf Matt Everling und Deb Sanborn hält, sie min. 2 Mal im Jahr das Pferd therapieren lässt und selbst nahezu täglich gewisse Übungen zur (erfolgreichen) Stabilisation macht.

Mein Eindruck war jedenfalls, dass das Pferd deutlich weniger Probleme hatte.

Das Pferd ist zwar kürzlich bei mir ausgezogen und lebt jetzt in Adelheidsdorf, aber so weit ist die Distanz auch nicht.
Wenn Du möchtest, stelle ich den Kontakt zu der Besitzerin her, denn ich weiß, dass sie Deb&Matt in absehbarer Zeit wieder in unsere Gegend bestellen wird?

Und ja, Carola hat recht.
Auch wenn Mooni manchmal typisch Araber ist, würde ich es trotzdem mal in Betracht ziehen, denn mit unseren Fahrprofis Bettina und J. in der Nachbarschaft habt Ihr die besten Voraussetzungen fürs Training. Ihr könnt auf jeden Fall auf meine Hilfe zählen, einschl. Fahr-Equipment.
LG MSS

Offline tara

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #7 am: 20.02.14, 13:08 »
Matt Everling und Deb Sanborn

sehr informative Seite.  ;D

Tabbi, mach dir keine Vorwürfe! Das Gebäude deines Pferdes ist denkbar ungünstig. Und du hast ja immer alles für dein Pferd getan. Als Jugentliche kann man noch nicht so viel wissen, und hat auch noch nicht den Blick für 'Probleme', und du hast ja immer Fachleute zu Rate gezogen. Ich meine, du hast dir nichts vorzuwerfen.

Nun hast du erkannt, daß da etwas nicht stimmt und gehst dagegen an. das ist doch SUPER!
Der Longenkurs ist schon mal sehr gut. Vielleicht findest du auch eine gute Pferde-Pysiotherapeutin in deiner Gegend, die dir noch spezielle Übungen zeigen kann oder gelegentlich mit fachmännischen Griffen unterstützen kann.

Langfristig könnte ich mir vorstellen, daß ein Westernsattel nicht so geeignet ist für dein Pferd. aber ich habe von Westernsätteln keine Ahnung.

stell dir vor, du hast ein Pferd und es kann nicht t ö l t e nin diesem Sinne...
Gruß tara

"Ausbildung heißt, das zu lernen, von dem du nicht einmal wußtest, dass du es nicht wußtest."
(Ralph Waldo Emerson, (1803 ‐ 1882)

Offline terra

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #8 am: 20.02.14, 15:36 »
Ich finde den Rücken nun so gar nicht schlimm - Senkrücken ist was anderes. Diesen "ungünstigen", von Natur aus auf den Kopf gestellten Körperbau findet man bei den Westernrassen öfter. Da wirkt eine geschwungene Sattellage gleich viel gefährlicher.

Ein Senkrücken vertieft sich normalerweise mit dem Alter, das ist normal, da brauchts dann einen anderen Sattel, mit mehr Schwung und gut ist. Vorwürfe brauchst Du Dir als Reiter nicht zu machen, das liegt in der Natur der Sache.

Bei uns im Stall konnte ich jetzt drei Senkrückenpferde - alle drei leicht überbaut- altern sehen:
einen Extremfall, der optisch fast durchgebrochen aussah - wurde 30, bis zum Schluss unter leichter Belastung.
einen alten Trakehner, bei dem sich der Rücken in drei Schüben abgesenkt hat, zwischenzeitlich ist der auch 30, läuft je nach Tagesform, aber ohne Rückenprobleme. der hat vor ein paar Jahren einen neuen Baumsattel und jetzt aktuell einen Fellsattel bekommen.
und meinen Boxennachbarn, jetzt zwanzig, hat letztes Jahr einen schwungvolleren Sattel bekommen, noch voll im Einsatz

Ich habe den Eindruck, dass je weniger die Pferde geritten und  gearbeitet werden, umso "schlechter" wird der Rücken (optisch) und das Ganze erfolgt wirklich mehr oder weniger schubweise!. Geröngt wurde keines. Keiner hat(te) Reitprobleme. Auch das wieder Auftrainieren nach Beinproblemen ging problemlos.

Ganz ehrlich: red Dir nicht ein, das Pferd kaputt geritten zu haben (oder lass es Dir nicht einreden) - gib Dein Bestes, reite und arbeite Dein Pferd ordentlich und gesunderhaltend (kein Vorhandgeschlurfe, sondern mit aktiver HH - das will man zwischenzeitlich sogar im Tunriersport sehen!)



Offline zaino

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #9 am: 20.02.14, 16:33 »
Puh, stimmt schon, Terra, die Fotos waren für mich die eines ziemlich überbauten Pferdes mit einem etwas weichen, langen Rücken. Aber nicht die eines kaputten Pferdes.

Kanns sein, irgendwer hat Dich mit dem Senkrücken-Gerede völlig kirre gemacht?
 ::)
Pferdeleute, also manchmal... LOL


Offline MoonlightShadowTopic starter

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #10 am: 23.02.14, 15:43 »
Hallo zusammen und danke für die vielen Antworten!

Dass ich mich dafür verantwortlich sehe liegt vor allem daran, dass ich mir alte Videos und Bilder angeguckt habe und er da zwar falsche Muskulatur im Hals hatte, aber der Rücken eben deutlich besser aussah. Letzten Sommer habe ich ja dann wie gesagt von dem nicht passenden Sattel erfahren und mich geärgert, dass mir das nicht früher aufgefallen ist. Seit dem habe ich jedenfalls überall gefragt und um Rat gebeten und so wie überall hat jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht und mir diese ans Herz gelegt. (Unter anderem auch in anderen Foren, bei denen mir viele Vorwürfe gemacht wurden...meine Eltern sagen auch, dass ich mich abregen soll, aber es ist halt mein ein und alles von dem wir hier reden  ;) nicht ganz so easy  :-\ ).
Reiterlich habe ich den Eindruck gehabt, dass wir Fortschritte gemacht haben hinsichtlich HH aktivieren. Trotzdem habe ich in meinen ganzen Recherchen verschiedene Physioübungen probiert, die er zwar gut findet, aber die auch deutlich zeigen wie verspannt/überlastet Hals und Brust sind... das spricht dann ja wiederum für Vorhandgenudel.
Was mich weiterhin irritiert, ist dass es noch NIEMAND je geschafft hat, seinen Rücken beim Reiten aufzuwölben. Mit Hilfe von Reflexzonen oder beim Äppeln (auch beim Reiten) geht es aber... warum macht Pony sich bloß nicht "auf Kommando" rund?

Ich mach mir halt sorgen, dass sich da bald Kissing Spines draus entwickeln... ???

Das mit dem Fahren finde ich eine interessante Idee - würde ja auch reichen ihn mal den Platz abziehen zu lassen o.ä., also es muss ja keine Kutsche sein. Könnte mir gut vorstellen, dass er dann gute Muskulatur bildet. Das kleine Problem dabei ist sein Araberhirn... wir hatten das schonmal vor ein paar Jahren probiert und Sicherheitsverschlüsse gekauft, die aufgehen wenn das Pferd Panik bekommt... Ist aber leider nur einer von zweien und das Ende vom Lied war, dass ich immer wieder über sein "Anhängsel" springend näher und näher zu ihm ran bin, bis ich dieses durchgeknallte Pferd zum stehen gebracht hatte...haben wir dann nie wieder gemacht!  :-[
Vielleicht muss ich das ganze Thema nochmal neu angehen.

Da fällt mir grad eine Frage zu ein: Wäre es vielleicht schlau, wenn ich ihn, bis er das entspannt macht beim Ziehen reite? Er lässt sich von oben oft besser beruhigen, als wenn man ihn nur an der Hand hat und beim Reiten ist er generell braver, weil er einen ums verrecken nicht abschmeißen will...

Über seine Vorgeschichte wissen wir nicht sehr viel: Papa ist Repainted King und war grade im Harz, als ein Arabergestüt sich dazu entschloss mit dem zu züchten. Eingeritten wurde er von nem Mann mit mind. 100 kg und recht unweicher Hand; hat Jahre gedauert, bis man sein Maul beim Reiten überhaupt gespürt hat.

LG
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Offline terra

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #11 am: 24.02.14, 12:53 »
Mach Dir mal ganz bewusst klar, dass sich Lebewesen im Laufe ihres Lebens körperlich erheblich verändern.
Schau Dir mal Bilder aus dem Famillienalbum an - wie sich deine Eltern/Grosselten/Tanten und Onkel rein optisch ab ca. 20 Jahren rein vom Körper her entwickelt haben. Oder geh auf den Hundeplatz - ein junger Schäferhund sieht einfach anders aus als ein 5 jähriger oder ein 10 jähriger. Meine Bestie wäre als 5 Jährige noch als Vollblut für die Bahn durchgegangen, jetzt ist sie ein Pferd  mit erfreulich viel Körper .... 

Der Ausdruck: "Dem/Der sieht man aber sein/ ihr Alter aber nicht an" enthält ein grosses Stück Bewunderung 

Du hast nun eben ein Pferd erwischt, dem man sein Alter ansieht und gegen die Natur kannst Du auch nur in gewissem Grade anarbeiten.

Hast Du eigentlich schon einen Physio/Osteotherapeuten am Pferd gehabt?

Zum "Rund Reiten" a la Katzenbuckel - das wird bei DER Konstruktion optisch keiner so schnell schaffen, da reicht es, die Schulter ordentlich frei und den Rücken offen und schwingend zu bekommen und DAS ist reines A...gefühl

Was ist das Pfred denn überhaupt gelaufen? Höchste Klasse des Westernreitens sagt Alles und auch Nichts - Disziplin? Verband(EWU?)?

Offline Janker

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #12 am: 24.02.14, 17:50 »
Huhu,

die Sache mit dem fahren, da mußt du wirklich (falls es dein Weg werden sollte) nochmal völlig anders ran....
Pony was mit schleppe hintendran dumm tut wurde nicht ausreichend desensibilisiert, ungefährlicher zb Zugstränge deutlich verlängern und da dann ketten drann (natürlich nicht sofrt, sondern langsam!! Pony drangewöhnen, spazieren mit kette li Boden nachschleifen und Pony re laufend vor/hinter neben kette usw
mfg Janker

Offline zaino

  • Mein Pferd ist als Pferd eine Katastrophe, als Mensch ist es unersetzlich.
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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #13 am: 25.02.14, 14:41 »
Stimmt, Janker. Vertrauen und ganz kleine Schritte, das hat mein Tersker auch kapiert und früher am provisorischen Geschirr einen rodelschlitten mit Zweigen drauf heimgezogen.
Fahrexperte bei uns am Hof ist ganz gegen Schleppen und findet es gefährlich, der bildet Pferde gründlich an der Doppellonge aus und spannt sie dann neben ein erfahrenes Mit-pferd. Fertig. Funzt.

Schleppe vom Sattel aus: Hab ich mal als Aufgabe bei einer Rallye gehabt. Die Bäume kamen uns verdammt SCHNELL näher, bis ich die schnur losgelassen hab.  ;D
Ok, da hatten wir nach vorn Platz für Zausels große Galloppade, war nicht so wild.

Naja, Vorgeschichte: 100kg Mann mit Eisenklaue, Araber!!! Anteil, da sind verdammt viele mit einem schwachen Rücken drunter. Evt. noch zu jung angeritten: kein Wunder, dass Dein Pferd eine, sagen wir mal, recht ausgeprägte Sattellage gekriegt hat.
Und wer kann schon ein ungünstig gebautes Pferd beim Reiten ZURECHTBIEGEN - man kann nur entsprechend auftrainieren und so einem Pferd beim KOMPENSIEREN helfen... wenn man gut genug reitet.
Also verteufelt gut reitet.

Dass Du in anderen Foren von vielen netten Reitersleuten durchgewalkt worden bist: Kein Wunder. Nix tun Reiter lieber. wenn ich 5 Euro für jeden miesen Kommentar zu mir und meinem Pferd bekäme, und ich hab ihn seit 20 Jahren, da könnt ich mir ein Haus davon kaufen.
Wenn man wirklich mal grob sch*** braut, und liegt psychisch schon am Boden vor Reue, springt das nette Reiterpack noch in aller Freundschaft obendrauf. Ichsachdir... !!!
Ich hatte das "Vergnügen", ein paar von den Leuten mit der GANZ großen Lippe dann mal selber reiten zu sehen: Oh Graus. Jaja. *seufz*. Vergiss es.
 
Und ich hab eins draus gelernt: Frag die, die sich wirklich GUT auskennen, nicht die Großmäuler. Die, die schon da angekommen sind, wo Du hinwillst. Den Rest kannst Du knicken.

Osteopath: Da musst Du auch jemand GUTES finden.

Oh und der Spruch über meinem Avatar stammt von Carl Gustav Rau. Der hat seinerzeit auch ein Buch zur Beurteilung von Reitpferden rausgegeben, ist nu wohl über 100 Jahre alt. U. A. mit Fotos von total schiefen Krücken, die zu ihrer Zeit schwere Jagdrennen, Distanzrennen, Jagden, Springen etc. reihenweise mitgemacht und gewonnen haben und alt wurden. Alle nicht perfekt.  ;)

Und jetzt überleg mal, was Du mit Deinen Pferd alles schon Schönes gemacht und womit Ihr Erfolg gehabt habt. Lass Dir das nicht nehmen!!!



« Letzte Änderung: 25.02.14, 18:53 von zaino »

Offline Janker

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Re: Senkrücken + Überbauung = Problem!
« Antwort #14 am: 25.02.14, 17:03 »
Stimmt, Janker. Vertrauen und ganz kleine Schritte, das hat mein Tersker auch kapiert und früher am provisorischen Geschirr einen rodelschlitten mit Zweigen drauf heimgezogen.
Fahrexperte bei uns am Hof ist ganz gegen Schleppen und findet es gefährlich, der bildet Pferde gründlich an der Doppellonge aus und spannt sie dann neben ein erfahrenes Mit-pferd. Fertig. Funzt.

Schleppe vom Sattel aus: Hab ich mal als Aufgabe bei einer Rallye gehabt. Die Bäume kamen uns verdammt SCHNELL näher, bis ich die schnur losgelassen hab.  ;D
Ok, da hatten wir nach vorn Platz für Zausels große Galloppade, war nicht so wild.
Huhu,
@Zaino, alles was du vorweg geschrieben hast stimme ich dir zu!!! Mir haben jetzt mehrere dazu gratuliert, dass ich immer mit Kappe Einachser fahr *nerv* und gleichzeitig kam mal wieder, wieso ich denn nicht vernünftig ausbilde täte um danach Pony (s.o.) im mersten ring fahren zu können............warum ist eigentlich erst ein Experte hier vorbeigekommen und der hat aufs Fahren dieses Tieres verzichtet? Warum bei jedem Wettbewerb, wo die Kids mitreiten immer die Diskussion, wieso Pelham-Stange fürs Pony und wenn ich gegenfrag, ob mal jemand ins maul schauen mag und selbst ein Urteil abgeben möchte bzw danach Gebiß wählen, will das nie einer machen???? Verdammt ich bin vielleicht gut aber auch nicht King Lui, ich find es echt nett, das dies Pony mit der Zunge und der nase und den laden sich überhaupt noch via maul kontrollieren läßt (und war selbst so blöd erst nach 1 jahr da mit Taschenlampe mal auf Ursachensuche zu gehen!). Scharf geschnallt fahr ich Pony komplett einhändig und die würd ich nicht als unbedingt einspännersicher bezeichnen.

Und jetzt Zitat abarbeiten: Also schlepp vom Sattel aus, muss genau geübt werden, klappt plötzlich im Wettbewerb eher nicht; wir nehmen die WBs nur als Anregung fürs häusl. Programm.
ich halte Schlepp für wichtig und bei mir wird kein Pony angespannt, welches nicht fähig und willens ist mit seinem Hintern auf Kommando eine last einen "berg" raufzudrücken (nach meiner Erfahrung viel besser dem Pferd bewußt was beizubringen als draußen über Weglassen der Bremse es langsam zu desensibilisieren......). Hier neulich schiefgegangen: nach 13 Monaten geduldiger Vorbereitung vom lassofangstadium bis zum fahrpferd und obwohl bereits mind. 10 mal zweispännig ruhig und brav gelaufen! Viechl war nicht mehr diskussionfähig bzgl. der Zugleistung, es zog auf teufel komm raus viel viel zu starke Last, Kollege mußte sogar noch mit Hintergeschirr aufhalten damit er nicht kutsche auf Hacken bekam...angehalten, zucker rein, nächster versuch nix, ausgespannt, jetzt wieder nur leichtes gewicht und Schleppe, schleppe, Schleppe bzw drücken hangrauf und Spieleken rund um die Kutsche. Ist halt spezielleres Exemplar. Will nur sagen Stallkolleges Methode ist io, aber beim fahren gibt es keine Patentrezepte, Anpassung ist alles und lerntempo hängt immer vom Pony ab.

@Moon: was ich vielleicht versuchen würde, wär mal halbes Jahr baumloser Sattel und zwar ein Torsion von vor 2005, ansonsten Vorsicht mit Baumlos erst ordentlich Inet querlesen. Dann kann man in der Zeit beobachten, ob sich wegen veränderter Arbeitsweise mit dem Tier was bessert oder nicht. Nach meiner Erfahrung werden Rücken Probleme niemals via Schonung besser.

mfg Janker
« Letzte Änderung: 26.02.14, 07:55 von Janker »