Autor Thema: Mein Traum zerplatzt, suche Infos über Wirbelversteifung, Bandscheibenvorfall et  (Gelesen 7000 mal)

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Offline kleinesetwasTopic starter

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Hey Leute.. Das hier wird nun etwas länger.
Ich habe gerade eine "depressive Stunde" um ehrlich zu sein.
Es ist Sonntagabend, ich mache mir bereits Gedanken wie ich die Schule morgen schmerzfrei überstehen kann.
So viele offene Fragen, so wenige Leute die sie beantworten können. Vielleicht finde ich hier jemanden?
Zu mir: Ich bin gerade 16 geworden und reite mit meinem Pony (1,47m) erfolgreich A in allen Sparten.
Vor zwei einhalb Jahren hatte ich von eben diesem Pony einen schweren Sturz (typisch Pony!) und lag einige Tage im Krankenhaus.
Diagnose: schwere Prellungen (Hüfte, Becken, Steißbein). Sprich; nichts ernstes - tut nur weh, mehr nicht.
Nach einigen Wochen Schmerzen aushalten also wieder rauf und weiter wie gehabt.
Seitdem aber immer hin und wieder Rückenschmerzen, vergleichbar mit leichten Regelschmerzen, nicht doll und nie lange, höchsten drei Tage.
Aber halt trotzdem da. Nach einem Jahr mit diesen leichten Schmerzen plötzlich Totalausfall - es ging gar nichts mehr.
Also ab von Orthopäde zu Orthopäde. Diagnose: Gleitwirbel in der Lendenwirbelsäule (wohlmöglich angeboren, aber ncihts sicher),
zudem zwei Bandscheiben in diesem Bereich auch angegriffen. 3 Monate schulunfähig, Pferd musste ich komplett zwei Freundinnen überlassen.
Folgen: schicker, 8jähriger Sportponywallach wird zum Freizeitpferd. Statt wie ausgemacht jeden Tag mit Sattel und lockeren Dreieckszügeln reiten
 (ja, ich weiß, aber ohne Dreiecker schmeißt er die Kinder reihenweise runter, das ist zu gefährlich, vor allem ohne meine Aufsicht) wurde mein Pferd täglich über den Platz gescheucht
und die Box wurde komplett vernachlässigt. ich konnte nur alle drei Wochen hin, Streicheln und wieder nach Haus. Mehr ging nicht.
Nach drei Monaten fanden wir endlich einen Neurochirurgen der bereit war, mich im schmerzhaften Bereich mit einem Cortisonhaltigen Scherzmittel zu spritzen.
Half super - alles wie weggeflogen. Krankengymnastik wurde begonnen und immer, wenn der Gleitwirbel ein Blockade auslöst, Spritze und gut.
Nun wurde ich aber auch bereits über mögliche OPs informiert - Wirbelversteifung mit Titanplatten etc.
Danach halt mit REHA und allem drum und dran. Wann das gemacht wird, ist noch unbekannt.
Da ich aber ein sehr akuter Fall zu sein scheine, muss es irgendwann gemacht werden.
Da ich gerade wieder Schmerzen habe, kriege ich wieder eine "depressive Phase"...
Wie lange muss im KH bleiben? Wie lange dauert die Reha? Wohin mit Ponylein? Schuljahr (Zehnte Klasse, Gymnasium) wiederholen?
Wirbelversteifung - Reiten danach überhaupt möglich? Trabverstärkung sitzbar? Springreiten!?

Und auch ohne OP stellen sich mir viele Fragen.. Ich bin im Reitsport nun nicht ganz unerfolgreich. Aber mit 16 ist die Ponyzeit nunmal vorbei,
aber das Pony wird bleiben. L schafft er diese Saison auch. (Wenn nicht, bleibt er trotzdem, den kann ich nicht weggeben!)
Ich habe einfach Angst, meinen Rücken noch mehr zu schädigen.., soll ich das 1,80m große M-Dressurpferd, welches mir zur Verfügung gestellt würde,
also ablehnen, weil ich Angst vor Verletzungen der Bandscheiben durch die heftige Trabverstärkung, bzhw der allgemein heftigen Gänge habe?
Soll ich den 4-jährigen 1,75m großen Kerl nun einreiten und als Berittpferd aufnehmen oder auf das Geld und natürlich den Spaß verzichten, weil
es mir schaden könnte? Muss ich das Springreiten an den Nagel hängen, obwohl mir ein sehr erfolgreicher Mann sein ausgedientes 12jähriges S-Springpferd
für die kommende Saison zur Verfügung stellt? Kann ich (Groß-)Tierärztin werden, obwohl man in dem Beruf viel Autofahren, Stehen und heben muss?
Kann ich Bereiterin werden, obwohl ich einen kaputten Rücken habe? Kann ich im Büro arbeiten, obwohl ich später vielleicht nicht mehr sitzen kann?
Was kann ich beruflich überhaupt machen?

Bis vor ein paar Tagen lebte und ritt ich nach dem Motto "Ist ja sowieso schon kaputt", aber so kann's nicht weitergehen.

Ich weiß, das ist total lang. Aber vielleicht gibt es ja Leidensgenossen, welche sich auskennen und mir Mut machen können oder mich immerhin informieren können..
Ganz liebe Grüße!


« Letzte Änderung: 03.03.13, 22:37 von kleinesetwas »

Offline sasthi

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Schau mal in diese Box:
http://www.agrar.de/pferde/forum/index.php/topic,36431.0.html

Da sind alle Rückengeschädigt, teils mit mehrfachen Wirbelbrüchen, teils "einfach irgendwie so".

LG
sasthi
Wenn zwei das Gleiche tun ist das noch lange nicht das Selbe.

Haflinger sind nicht stur, sie geben ihrem Menschen nur mehr Zeit, über seine Fehler nachzudenken

Offline sa

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Hallo,


ich bin aus der Rückenbox, die Sasthi erwähnt hat.


Ich würde mich auf keinen Fall in Deinem jungen Alter dieser OP unterziehen, es sei denn , es ist ein Notfall (Lähmungserscheinungen !). Hast Du Dir Zweit-und Drittmeinungen eingeholt ? - Wenn Du Pech hast - und das kommt leide rnicht so selten vor - geht es Dir nach der Op schlechter als zuvor. Dann kannst Du jegliches Reiten vergessen. Und Du musst wissen, dass derzeit in Deutschland unglaublich gerne am Rücken operiert wird. Die Leute werden nciht kränker sondern die Krankenhäuser müssen auch leben. Die OP, die bei Dir geplant ist, kann unangenehme , schmerzhafte Auswirkungen haben, ist aber auf jeden Fall lukrativ für das Krankenhaus.

Meine Empfehlung ist, ins Fitnessstudio zu gehen und ein dort ein Trainingsprogram zusammenstellen lassen, dass speziell auf Dich zugeschnitten ist. Dieses programm dient dem Muskelaufbau - und Dehnung. Dieses Programm ziehst Du eisern durch, mindestens 4mal die Woche , und dann schaust Du mal, wo Du nach 3 oder 4 Monaten stehst. Vielleicht brauchst Du auch längere Zeit, je nachdem.

Ich habe  das so gemacht, nach einem Sturz vom Pferd, bei dem ich mir 5 Rückenwirbel gebrochen habe. Ich reite heute wieder täglich und bin immer noch oft im Fitnessstudio. Das Geheimnis bei "Rücken" ist der Muskelaufbau; je besser die Muckis sind, desto mehr können diese die Wirbelsäule entlasten.
Gute Besserung !

LG Sabine