Autor Thema: alte Leitstute gibt plötzlich ihre Position als Leiststute auf - was nun?  (Gelesen 6107 mal)

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Offline LunalitaTopic starter

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Hallo!
Ich brauche mal Eure Meinungen und Erfahrungen, da ich mir große Sorgen mache!
Meine (Leit)-Stute (die Braune - sieht auch immer noch so aus) ist 20 Jahre alt, top fit und schon immer in der Führungsposition auf ein und der selben Weide gewesen - ihr ganzes bisheriges Leben.
Dazu habe ich schon seit 9 Jahren die Friesenstute als Freundin gestellt.
Im Mai kam ein Isländerwallach als Einsteller und am Donnerstag ein Welsh Cop Wallach (19 Jahre alt) dazu.
Und heute dachte ich, ich seh nicht richtig.
Meine Stute traut sich nicht mehr in den Offenstall und macht dem Welsh Cop Wallach beim Grasen platz und quiekte dabei. Sowas habe ich bei ihr noch nie erlebt!!! Seit 20 Jahren nicht!!!

Muss ich mir nun Sorgen machen, dass sie krank ist oder plötzlich zu alt ist, um die Führung zu halten? Was ist da los? Habt ihr so eine Situation schon einmal gehabt?
Die Stute hat mich bisher immer im Stall beschützt, damit andere Pferde mir nicht zu nah kommen und mich drängeln konnten, so dass ich immer in Ruhe wieder zur Stalltür raus konnte.
Mir ist gar nicht wohl... ??? :'(



Offline Bantu

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Ich finde, das klingt völlig normal und nicht besorgniserregend. Ich habe selber einen 20jährigen Wallach, der seit vielen Jahren Herdenchef ist (nicht etwa, weil er eine Führungspersönlichkeit ist, ganz im Gegenteil, sondern weil alle anderen noch rangniederer waren/sind, als er selbst). Seit einiger Zeit beobachten wir, dass ein junger Kaltblutwallach (6 Jahre) und meine Warmblutstute (4 Jahre) versuchen, in der Rangfolge aufzusteigen. Noch ist er der Boss, aber ich bin mir sicher, dass sie ihn irgendwann "überholen" werden. Das ist halt der Lauf der Natur.  :-\ Hauptsache, es wird keiner verletzt dabei. Blöd ist halt, wenn sich deine Stute nicht mehr in den Offenstall hineintraut, aber vielleicht ist das nur eine momentane Phase.

Offline Ladylike

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Ich sehs wie Bantu. Ist der Lauf der Dinge.

Sieh mal..(wenn ich das richtig verstanden habe) deine Pferde standen lange Zeit alleine zu zweit...nun sind neue Charaktere dazu gekommen, einer eben etwas selbstbewußter.
Vielleicht wäre das auch schon früher passiert wenn zu einem früheren Zeitpunkt bereits ein selbstbewußteres Pferd dazu gekommen wäre als deine Stute vom Typ her ist.
Das ist nicht schlimm. :)

Wenn sich die Situation nicht enstpannt, sprich deine Stute auch nach längerer Zeit nicht in den Stall "darf", würd ich überlegen ob man eingreifen sollte. Ich kenn es so, dass sich im Normalfall nach 2-4 Wochen alles so eingespielt hat, dass untereinander zwar der Rang respektiert wird, dennoch aber alle an einer Raufe fressen können oder gemeinsam im Stall stehen usw.. So war es bei mir bisher jedenfalls so.
Enstprechend großer Unterstand usw. natürlich vorausgesetzt. :)
..ich hab keine Zeit mich zu beeilen..

geolina

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hallo,

ich schließe mich den anderen beiden an. wenn jemand kommt, der eben ein wenig selbstbewusster ist, dann verliert die alte leitstute ihren führungsanspruch. das kann passieren und ist nichts, wo du dir zuviele sorgen machen musst. ich würde nun nur dafür sorgen, dass so gefüttert wird, dass sie auf jeden fall auch ans futter kommt, also falls vorher nur ein heunetz oder ein heufütterplatz da war, nun eben noch eine zusätzliche futterstelle einrichten und erstmal abwarten, das wetter erlaubt es ja gerade.

wenn sie gar nicht mehr in den offentstall darf, evtl. über eine weitere unterstellmöglichkeit nachdenken (ich weiss, leichter gesagt, als gemacht).

alex

Offline Hexle

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was auch sein kann ist schlicht, dass der Neuzugang nicht gut sozialisiert ist und aggressiv ist schlägt oder beisst .. denen weichen dann alle incl. der eigentlich Ranghöchsten aus !! Denn auch die hängen am Leben und sind für den Rest der Herde verantwortlich.

Wenn es um die Rangordnung geht , geht es eben NICHT um das viel zitierte "wer bewegt wen" das tun nämlich Schläger auch, ohne dabei ranghoch zu sein - sondern um "wer folgt wem"

meine Schimmelstute z.B. schickt alle an der Raufe weg wenn sie sie da nicht haben will und macht bei jeder Gelegenheit dicke Arme - aber der eigentliche Chef ist meine braune - Die lässt die anderen an die Raufe und wenn Gefahr droht oder es um die Wahl der Futterplätze geht  etc. folgen alle ausnahmslos ihr

Wenn du die SB bist würde ich mir das noch eine weile genauer anschauen und im Zweifelsfall den Neuzugang auch wieder rausnehmen aus der Herde - zumal es eher Seltenheitswert hat, dass ein Wallach die Führungsrolle hat (ausser eben eine Pseudoführung durch Tyrannei, dem die Herde wegen der Platzverhältnisse nicht aus dem Weg gehen kann)
Du wirst sicher nicht jedes Ziel erreichen, dass du dir gesetzt hast. Du wirst aber ganz sicher kein Ziel erreichen, dass du dir nicht gesetzt hast...

Offline LunalitaTopic starter

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Hallo ihr Lieben!
Vielen Dank für die Antworten!!!!
Einsteller habe ich schon immer gehabt, das habe ich vielleicht vergessen zu erwähnen. :P

Aber Gott sei Dank kann ich Entwarnung geben :-* 8)
Der Wallach ist super verträglich und alle 4 dürfen im Stall stehen und grasen dicht neben einander und jetzt kommt der Hammer:

Die Leitstute ist verliebt!!!! ;D :P Sie rosst ohne Ende (das kenne ich gar nicht von ihr, bei ihr bekommt man die Rossigkeit eigentlich überhaupt nicht mit) und macht dem Wallach schöne Augen und der ist die Ruhe selbst und schlägt überhaupt nicht.
Noch macht die Leitstute vorsichtig aber schon viel dichter einen Bogen um ihn und wartet ab, bis er die Bahn frei gibt, damit sie z.B. durch den Stall kann.
Witzig ist aber, dass er sich im Hintergrund hält, wenn ich meinen Mädels das Kraftfutter im Eimer serviere. Also irgendwie weiß er, dass er da nicht ran darf. Das ist aber auch ein Durcheinander, aber zum Glück positiv!
Ihr glaubt gar nicht wie froh ich bin, dass mit Luna (der Leitstute) alles ok ist!!!!

Offline zaino

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Dachte mir das fast weil Du das Quieken anfangs erwähnt hast... hat sich die Alte Dame glatt verliebt  ;D
Gönnen wir es ihr von Herzen! Pferde sind auch nur Menschen!
Und schön dass sich alle gut vertragen.

Offline LunalitaTopic starter

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Ja, ich freu mich total!!
Die Stute habe ich schon mit 1,5 Jahren gekauft und sie wurde auch auf dieser Weide geboren, daher hänge ich unheimlich an ihr. Und dass sie schon 20 Jahre alt ist, macht mir zunehmend Sorgen...irgendwann gibt es sie nicht mehr.... :-[ :'(

Daher bin ich jetzt richtig erleichtert, dass bei ihr alles in Ordnung ist!!
Vielen Dank für Eure Teilhabe und eure Gedanken dazu!!!! Da fühlt man sich nicht so alleine.

Offline zaino

  • Mein Pferd ist als Pferd eine Katastrophe, als Mensch ist es unersetzlich.
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Hey, wenn die Alte Dame gesund ist, geniesse die gemeinsame Zeit!  :D
Hab auch einen, der ist jetzt 20, und ich hab ihn seit 18 Jahren, also garantiert selbst versaut - hat sich zwar ein paar Knäckse zugezogen im Lauf der Jahre, ist aber immer noch Chef im Ring (übrigens ein recht sozialer Chef obwohl er ein Kerl ist, und nicht der einzige, den ich kenne, dagegen sind unsere 2 Stuten in der Gruppe sehr zickig untereinander und in der Gruppe)
Die Stute einer Bekannten ist in dem Alter mal klammheimlich von der Koppel verschwunden, irgendwie durch den Zaun, hat sich einen dort stehenden knackigen jungen Quaterhängscht angelacht und dann 11 Monate erfolgreich die Tat verborgen. An einem nassen Septembertag!!!! hat sie dann ein wunderbares Stut-Fohlchen geboren.  :D
Du siehst, es ist noch lang nicht aller Tage Abend!

Offline LunalitaTopic starter

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Das gibts ja nicht, dass die Stute in dem Alter noch mal Mama geworden ist!!! :o Obwohl bei nem Quarterhengst würde ich auch schwach werden 8) Da hat die Stutenbesitzerin aber eine schöne Nachfolgerin, wenn Stuti mal nicht mehr reitbar ist  ;D

Ja, meine Stute (Mix aus QH - Hannoveraner) ist zum Glück auch wie dein Wallach total sozial eingestellt und schlichtet eher untereinander, als sie austeilt. Bei ihr reicht nur zwischendurch mal drohen, handgreiflich wird sie so gut wie nie. Das fasziniert mich immer so bei ihr! Schwärm... :) Würde ich es nicht besser wissen, würde ich auch behaupten, dass sie ein Wallach ist. Ich habe sie noch nie zickig erlebt!

Dann hast du deinen Wallach ja auch schon fast von Anfang an... Da weißt du ja, wie man sich fühlt, wenn man schon so lange Jahre durch dick und dünn geht ;) Das ist soooo schön!!! Ich genieße es auf alle Fälle - aber schon immer, muss ich sagen!
Dir wünsche ich aber auch weiterhin alles Gute mit deinem Wallach und dass ihm die Beine nicht soviele Probleme bereiten!!!!

Offline zaino

  • Mein Pferd ist als Pferd eine Katastrophe, als Mensch ist es unersetzlich.
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Knäckse eher im ISG- und evt. Widerristbereich, da hat er sich bei seinen Ansätzen zu Rituellem Selbstmord wohl weh getan.  :-\ Keine Ahnung, geht halt bergab immer Pass seit ein paar Jahren schon, und viele Leut wackeln dazu sehr bedenklich mit dem Kopf und unken (wobei, irgendwelche Leut unken IMMER und sehen Probleme auch in an sich gesunde Pferde rein, nach dem Motto, gesund gibts nicht, nur nicht gründlich genug untersucht...und mir tut auch zuweilen das Kreuz und dies und das weh mit fast 50, verbitte mir aber Notschlachtung!  ;D) . Lahmen tut er nicht. Im Gegenteil, ist gut reitbar.

Die Alte Dame aus der Geschichte ist lang im Pferdehimmel, nach einem bewegten oft harten Leben (früher Polopony im Einsatz gewesen und nicht in den besten Händen, dann schlaucht das... ), das Überraschungsstutchen dürfte 6 oder 8 sein oder so??? und ist top western ausgebildet. Aber ich denk, sie hat da ein schönes liebenswertes Andenken hinterlassen und es vorher nochmal richtig krachen lassen - recht hat sie gehabt! Die letzte Besitzerin hatte sie krank gekauft, aufgepäppelt, wieder toll hingebracht und sich viele Jahre lang an ihr gefreut.


Offline LunalitaTopic starter

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Ach das ist schön, dass die alte Dame aus der Geschichte wenigstens zum Schluss noch ein schönes Leben hatte...

Ja, man sollte immer auf sein Bauchgefühl hören und die Anderen mit ihrem Kopfschütteln einfach stehen lassen. Meine Stute läuft auch schon seit Jahren bergab und trägt den Schweif leicht schief. Ich hatte irgendwann mal eine Ostheopatin da, weil auch alle sagten, oje das geht aber so nicht. Gebracht hat es nichts, bis auf ein leeres Portemonaie, sie lief danach genauso.
Also schön die Kirche im Dorf lassen und wenn es das Pferdchen nicht beeinträchtigt, alles so lassen wie es ist.
Und genau: ich bin 36 und bei mir zwackt es auch mal da und mal dort... ;) :)

Ich wünsche Dir auf alle Fälle weitere schöne entspannte Jahre mit deinem alten Herrn und hoffentlich keine Selbstmordversuche mehr  ;D