Autor Thema: Wann ist das Ende erreicht?  (Gelesen 98723 mal)

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Offline ChristineTopic starter

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #360 am: 08.04.12, 10:44 »
Hallo Donau,

........genauso wie du sehe ich das auch:
nicht hirnlos und situativ unangepasst streng - nach dem Motto: das mach ich jetzt anders, das passiert mir nicht noch mal.
Aber konsequent auf die Aktionen des Pferdes achten (ganz ohne Erfahrung bin ich ja nun wirklich nicht mehr) und auf die Situation bezogen reagieren oder auch mal agieren. Und dann gibt es eben da die absoluten NO GOES: zu denen das Schnappen gehört.
Ich habe aber ein absolut gutes Gefühl dieses Pferd betreffend, dass mir das intuitiv gelingt.
Bei Pferden ist es eh viel besser den Kopf auszuschalten und den Bauch ein. Mit Kopf dauert es zu lange bis man reagiert und die Situation ist vorbei bis einem einfällt, was da jetzt richtig ist/war.
Eigene (bittere)  Erfahrung :-[.
Hat mir mal einen Tritt eingebracht, der mich für 10 Tage ins Krankenhaus befördert hat. Wer`s war? Dreimal darfst du raten: Der Schimmel.......natürlich. Aber die Schuld war bei mir - zuviel Kopf eben.

Was die Putzerei betrifft: so einen Noppenhandschuh hab ich und den benutz ich auch bei ihm. Damit geht`s .....solala.
Ich habe auch null Ehrgeiz ihn nun zum "Wellnesser" zu machen. Wir machen die Körperpflege kurz und  knackig - er muss es nicht lieben, er muss es nur dulden - und ich beschränke mich auf`s Wesentliche.

Gestern war ich mit ihm draussen - mit Trense, an der Hand. Vorher hatte meine RB eine Stunde. Allerdings merkt man ihr den Respekt beim Reiten noch sehr an - Spuren, die der Schimmel bei ihr hinterlassen hat.
Wir sind an Riesenholzstapeln vorbei, mit etwas unruhiger (es war windig) Plastikfolie drauf. Dann hats angefangen zu graupeln - war fast wie Minihagelkörner. Es kam dann noch ein Auto von hinten.
Er hat ein wenig geblasen und einen Kragen gemacht, auch mal kurz gezögert - aber er ist mitgekommen, er hat seine Position gehalten und blieb auch auf dem Rückweg ohne Probleme. Das war nur eine 5 Minuten Geschichte - aber der Anfang ist gemacht.
Dazu muß ich noch sagen, dass er lt. Auskunft noch nie im Gelände war. Der Ausbildungsstall hat ein Bahnoval um die Reitanlage, auf der sie die Pferde nach dem Training ein bisschen ausschnaufen lassen. Mehr kennt er wahrscheinlich gar nicht.
Dafür bin ich sehr zufrieden - auch mit mir. Als ich den Schimmel übernommen hatte wäre ich mit dieser Vorinfo niemals nicht raus mit ihm.

Tja, die Abstammung. Jetzt werd ich (hier) von manchen wahrscheinlich wieder mit einem Kopfschütteln und einem - "Lernt die es eigentlich nie?" -  bedacht.
Deshalb vorab - ich habe noch nie ein Pferd nach Papier gekauft. Auch dieses nicht. Grosses Ehrenwort!!!!!!
Er hat mich in der Halle überzeugt und dort würde ich nie nach der Abstammung fragen (danach auch nicht - ich brauche keine Papiere, da reite ich nicht drauf) - da ist nur das Gefühl auf dem Pferd wichtig.
Er stammt von "Gambrinus R", der wiederum von einem "Grannus Granit" abstammt.
Die Mutter heißt "Elfenblut" und stammt von "Poseidon 5"
Dann stehen da noch einige Abkürzungen wie HB R oder E/Sp Db. Damit kann ich nun wirklich nichts anfangen.
Aber dieses Pferd bestätigt - bisher - meine Meinung, dass nicht jedes "durchgezüchtete" Pferd  nur "sportgeil"
und "arbeitssüchtig" ist, sondern einfach nur nett und brav sein kann. Ein gutes Reitgefühl inbegriffen ;D.
Solche gibt es nämlich mehrere bei uns im Stall.

Wünsche dir und allen anderen noch einen wunderschönen Ostersonntag
Christine
Ich kenne keines dieser Pferde - aber am Gesicht meines RL konnte ich schon erkennen, dass es bekannte Pferde sind.

Offline Figonero

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #361 am: 08.04.12, 16:37 »
Aeh, Christine, hast Du Dir schon mal die Bikini-Zone rasiert und dann zwei, drei Tage spaeter eine relativ enge Jeans angezogen? So ungefaehr ist das mit dem Striegeln beim geschorenen Pferd.....drueberpuzten in Fellrichtung mit weicher Buerste sollte eh reichen....
Gut, Schnappen sollte er nicht, aber wenn Du es sozusagen "provozierst", er nur in die luft beisst und dann noch eine einfaengt......isses halt ein bisschen unfair.

Ansonsten hoert er sich aber wirklich super an und Du sehr gluecklich!
Steht nur noch die Gelaendeprobe aus und dann kannst Du ihn wohl "einpacken".....
Glueckwunsch!
Kerstin

Offline tara

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #362 am: 10.04.12, 08:06 »
hört sich doch alles sehr nett und ausbaufähig an.
Ich kann dir aus meiner Erfahrung mit einem neuen, jungen (6), unerfahrenen Pferd sagen, daß gemeinsame Spaziergänge sehr gut sind zum kennenlernen und Vertrauen aufbauen. Wenn ich vorgehe, folgt er nach, auch durch Pfützen. Und wenn ihm beim reiten irgendetwas 'spooky' erscheint, steige ich ab, gehe vor, und alles ist gut.
Weiterhin viel Spaß und Erfolg!
stell dir vor, du hast ein Pferd und es kann nicht t ö l t e nin diesem Sinne...
Gruß tara

"Ausbildung heißt, das zu lernen, von dem du nicht einmal wußtest, dass du es nicht wußtest."
(Ralph Waldo Emerson, (1803 ‐ 1882)

Offline ChristineTopic starter

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #363 am: 10.04.12, 10:45 »
Hallo,

am Samstag war ich über eine Stunde mit Pferd am Knotenhalfter draussen spazieren. Zwei Einsteller waren mit ihren Pferden (die gehen öfter mit ihren Pferden spazieren) dabei.
Ganz alleine hätte ich mich das nicht getraut ::).
Nach kurzer Phase von Nervostiät aufgrund der neuen Situation auf beiden Seiten ging es wirklich hervorragend. Er kennt/kannte wohl kein Knotenhalfter und ich bin auch noch nie damit umgegangen - aber ich hatte ja fachkundige Anleitung/Begleitung und war überrascht wie gut es am Pferd wirkt. Ist ja nun wirklich nicht viel dran an so einem Knotenhalfter.
Gestern habe ich dieses Erlebnis voller Freude meiner SB erzählt - und die hat mir gleich einen Dämpfer verpasst:
Sie würde niemals mit Halfter ins Gelände gehen - nur mit Trense. Sie glaubt nicht, dass es sicher genug ist mit diesem Knotenhalfter und man das Pferd in jedem Fall damit unter Kontrolle hat.
Mein Eindruck war ein ganz anderer - leider bin ich nun doch verunsichert.
Ihr wisst ja, dass ich am Samstag mit ihm kurz mit Trense draussen war. Ging sehr gut - aber man hat das Pferd durch die begrenzte Länge der Zügel sehr nah bei sich. Wenn`s mal richtig blöd geht, dann muß man auslassen, da man nicht wirklich weg vom Pferd kommt bzw. das Pferd nicht weg vom Menschen kann. Habe ja oben schon geschrieben, dass ich mal einen Tritt kassiert habe - genau aus so einer Situation raus. Ich wollte halt eben nicht auslassen  :-\.
Am Knotenhalfter hatte ich ein längeres, weiches Seil, dass ich zur Not auch noch ein gutes Stück hätte verlängern können ohne das Pferd auszulassen. War nicht nötig - er war vorbildlich und ich hatte ihn immer neben mir am verhältnismäßig kurzen Seil.

Jetzt würde ich mich aber doch für Eure Meinung/Erfahrungen mit so einem Knotenhalfter interessieren. Meine SB ist eine ganz pferdeerfahrene Person, von der ich schon viele gute Tipps bekommen habe, die auch immer funktionierten und sich als richtig rausgestellt haben. Wenn mir so jemand sagt, er findet das nicht gut oder sogar bedenklich, dann hinterfrage  ich natürlich meinen (ersten) Eindruck von einer, für mich neuen Sache.
Vielen Dank für Eure Antworten - schon mal im voraus.

Das so ein Spaziergang etwas ganz Tolles ist um zueinander Vertrauen aufzubauen - das ist eine ganz neue Erfahrung, die ich so leider noch nie gemacht habe (aufgrund der besonderen Umstände nie machen konnte). Und es ist eine ganz wunderbare Abwechslung zum Laufenlassen oder zum Longieren aufgrund fehlender anderer Ideen :P

Ganz glückliche Grüße
Christine

Offline Ipanema

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #364 am: 10.04.12, 11:05 »
Nö, in jedem Fall hast du dein Pferd mit dem Knotenhalfter nicht unter Kontrolle. Aber es wirkt deutlich besser ein als das normale gepolsterte Stallhalfter. Trotzdem gehe ich sogar mit letzterem mit meinem Jungpferd spazieren. Weil ich ein gutes Gefühl dabei habe, weil er schon gut auf meine "Halt"-Signale reagiert (egal ob Stimme oder Körpersprache), weil er recht scheufrei ist und weil ich ihn im Notfall halt loslassen würde (und ziemlich sicher bin, dass er nach ein paar erschreckten Galoppsprüngen wieder zu mir zurück kommt).

Aber: das geht natürlich nicht, wenn dich das Pferd noch nicht kennt, oder wenn du in besonders "gruseliges" neues Gelände rausgehst, oder längere Strecken an der Bundesstraße/Autobahn etc. zurücklegen willst.

Trense finde ich auch nicht gut, weil man eben immer wieder im Zügel hängt und das Maul soll doch sensibel bleiben. Als Führstrick empfehle ich einen 4m-Strick, darin verwickelt man sich nicht ganz so leicht wie in einer Longe, aber man kann doch bei einem Hüpfer des Pferdes locker nachgeben.

Wenn du auf "Nummer sicher" gehen willst, dann empfehle ich dir die Anschaffung eines Kappzaums. Den brauchst du eigentlich zum Longieren sowieso (von wegen Maul sensibel halten, siehe oben). Mit einem Kappzaum halten z.B. die Spanier und Portugiesen auch wilde Hengst. Dann allerdings oft auch mit Serreta, also spürbar stacheligem Innenteil. DAS muss ja nun nicht sein, aber es gibt z.B. auch portugiesische Kappzäume, die innen glatt sind. Oder die schweren dicken Dinger, die du bei allen Reitsport-Großanbietern bekommst. Sehen klobig aus, weil sie viele Zusatzriemen brauchen um ja nicht zu verrutschen - aber im Grunde sind sie pferdefreundlicher als die Trense für Longieren/Spazierengehen.
Es gibt auch leichterer Kappzäume, wo das Nasenteil nicht aus Eisen, sondern nur verstärktem Leder besteht, da hast du dann aber wieder weniger Einwirkungsmöglichkeit, das geht wieder mehr in Richtung "Stallhalfter mit zusätzlichen Ringen".

Offline donau

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #365 am: 10.04.12, 11:20 »
christine, ich tippe mal, deine sb hat einfach keinen plan, was so ein knotenhalfter ist, da das aus dem westernbereich kommt. daher kann sie auch nicht verstehen/ sich vorstellen, dass so ein ding WESENTLICH schärfer und präziser einwirkt als jedes halfter, die hört nur halfter, und assoziiert damit die weichen, gepolsterten dinger, die das normale reitpferd so trägt ;) wie sie gesagt hat: sie würde niemals mit HALFTER ins gelände gehen..... ;)

tatsache ist, nur weil sie´s nicht kennt, meint sie mit trense müsste man laufen... was ich zb. NIE machen würde. ich hätte viel zuviel respekt davor, ein sich erschreckendes pferd mit einer trense im maul so hart anzufassen, ich will ein sensibles maul. pferde, die sensibel und gut reagieren, und das scheint gaucho ja zu tun, sind mit dem knotenhalfter auch viel besser zu entspannen, man kann sie mal erlaubt grasen lassen (würde ich mit einer trense nie - ding im maul = fressverbot). ein knotenhalfter hat auch den vorteil, dass du nach vorwärts (auf´s genick) einwirken kannst, mit einer trense nicht wirklich, zb. um´s pferd zu überzeugen, dir da zu folgen.

ich hab unzählige pferde mit knotenhalfter spazieren geführt, die dinger sind, vorallem wenn man dünne schnüre hat, und die nicht polstert, tatsächlich recht scharf. einfach deswegen, weil druck = einwirkende kraft x fläche (vereinfacht), und letztere ist bei sowas ganz gering. wenn ich mit handpferd ausreiten gehe, dann trägt dieses ein knotenhalfter mit langem strick. ich reite durchaus auch gebisslos mit dem knotenhalfter, auch draussen, allerdings erst auf pferden, die über die grundausbildung hinaus sind (lenkung).

wenn wir ganz ehrlich sind, haben wir 600 oder mehr kilo pferd mit KEINEM kopfstück der welt jederzeit unter kontrolle, wenn sie wirklich erschrecken und wegrennen, rennen sie, egals was man tut. das problem ist halt, dass es sich in konventionellen kreisen (bitte nicht wertend verstehen, ist einfach so) noch nicht rumgesprochen hat, dass es zahlreiche alternativen zur trense gibt, wenn man alternative dinge zum reiten ausführen will ;)

drum mein fazit: spazieren gehen würde ich NUR mit knotenhalfter oder alternativ mit halfter und führkette, wobei ich das seil an der kette ersetzt hätte durch eine longe oder etwas ähnlich langes. wenn man nämlich ständig "auf zug" und spannung ist, trägt das nicht grad zur vertrauensbildung bei. ein genügend langes seil kann durchhängen, beide laufen entspannt nebeneinander, und sollt mal was sein, kann´s pferd einen satz machen, ohne dass man loslassen muss oder dem pferd gleich eine "reinreissen", einfach weil das seil/zügel zu kurz ist.
Wer auf seinem Standpunkt beharrt, darf sich nicht wundern, dass er nicht weiterkommt...

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Offline Hexle

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #366 am: 10.04.12, 11:21 »
knotenhalfter ist prima mit langem griffigen strick und handschuihen dabei (ach ja und gerte ;) zum zeigen, begrenzen etc.) ) - trense finde ich suboptimal -l eider legen manche Versicherer da wert drauf .. dann kannst du trense pro forma draufmachen und knotenhalfter drüber/drunter ;)

bevor ich meinem Pferd versehentlich ins Maul haue wenn es erschreckt hopst und dann erst recht durchstartet , ob des plötzlichen Aua im Maul - hau ich ihm lieber einen auf die Nase was dann meistens ein schreck-erstarr auslöst ;)

sprich wir sind schon ein paar Pferde durchgestartet trotz gebiss im Maul und auch trotz führkette durchs maul (!) - aber am Cavecon oder serreta oder Knotenhalfter hab ich bisher noch alle ausbremsen können ..

die dicken schweren kappzäume sind bessere Stallhalfter (und die Teile von Sabro verdienen den Namen nicht das SIND stallhalfter) da hält man im Zweifelsfall auch nix
Du wirst sicher nicht jedes Ziel erreichen, dass du dir gesetzt hast. Du wirst aber ganz sicher kein Ziel erreichen, dass du dir nicht gesetzt hast...

Offline ChristineTopic starter

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #367 am: 10.04.12, 11:56 »
Boah,
kaum hat man die Finger von der Tastatur - schon gibt`s die Antworten.

Vielen Dank für Eure pompte Reaktion. Für mich war das schon wichtig, da ich mit Sicherheit weiter mit ihm rausgehen werde - nun mit Knotenhalfter. Ihr habt mich beruhigt.
Meine SB ist ganz und gar Englisch-Reiten orientiert und seit 30 Jahren dabei. Sie verurteilt dabei aber keineswegs andere Reitweisen oder verschiedene Art und Weisen sich mit Pferden zu beschäftigen (Pat Parelli, Geitner usw.). Sie vertritt nur die Meinung, dass es diese Dinge früher auch gab, ebenso wie "Pferdemenschen".
Nur hatten diese Dinge keinen Namen - man hat es halt gemacht und die Pferdemenschen haben sich und ihr Wissen nicht so bzw. gar nicht vermarktet. Dabei trennt sie aber auch ganz sachlich Sinn von Unsinn. Und Unsinn gibt es halt (leider) auch genug auf dem Markt für Pferde und deren Besitzer.

Ach - ich habe den Buschreiter wieder aktiviert. Er wird es (am Anfang) übernehmen ihn mit dem Gelände bekannt zu machen. Aller Wahrscheinlichkeit nach war er ja noch nie "richtig" mit Reiter drauf draussen.
An der Hand traue ich mich das - aber im Sattel sende ich ihm sicher Signale, die nicht so gut wären. Da bin ich noch zu gebrandmarkt vom Schimmel.
Ich fühle mich einfach besser, wenn ich weiss, dass er die Dinge draussen schon kennt/was gesehen hat, bevor ich mich mit (auf) ihm das erste Mal  ins Gelände begebe.
Der Mann ist absolut gelassen und souverän. Das Pferd gibt es nicht, dass den aus der Ruhe bringt :D - ganz im Gegensatz zu mir (noch) 8).
Er wird auch nicht "alleine" gelassen - Ausreiten hat bei uns immer "Gruppenfaktor" ;D. Bringt einfach mehr Sicherheit und auch Spass.

Grüße
Christine

geolina

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #368 am: 10.04.12, 12:23 »
hallo,

also ich hab diesen kapp: http://www.google.de/imgres?q=kappzaum+solibel&um=1&hl=de&sa=N&biw=1280&bih=903&tbm=isch&tbnid=DU_RGe0X1YDlwM:&imgrefurl=http://www.rakuten.de/longierzubehoer/busse-kappzaum-professional-solibel-1968402.html&docid=ACvNXY_zD7JMNM&imgurl=http://files.rakuten.de/58e3de57c2ae10a62480900deadfde8b/thumbs/300/a0/1968402_511180/kappzaum-professional-solibel.jpg&w=288&h=288&ei=cwaET-7qBs7CtAaTxKy4Bg&zoom=1&iact=hc&vpx=316&vpy=250&dur=364&hovh=143&hovw=143&tx=172&ty=147&sig=105384172958165032158&page=1&tbnh=143&tbnw=143&start=0&ndsp=28&ved=1t:429,r:1,s:0,i:74 (huch, doch recht lang die adresse *lach*)

und ich bin mehr als zufrieden. knotenhalfter sind mir persönlich die extraanschaffung nicht wert, kapp hab ich zum longieren jetzt eh immer, ergo 2 in 1.

geführt habe ich meine alte stute, mit der bin am halfter oder mit trense raus, mit einem langen parelli führstrick, sehr griffig und lang genug, nun führ ich lieber mit der longe, weil der haken von allen anderen führstricken mir für den kapp zu klobig und schwer ist. bekommt das arme pferd nur auf die nase. und das obwohl ich führen an der longe früher nicht mochte, weil ich die longe eigentlich schon wieder viel viel zu lang finde. aber ich hab mich gut damit arrangiert.

hm, hexle meine erfahrung mit dem kapp ist anders. der druck von oben auf die nase ist für meine (ich sprech da echt nur für dieses pferd ;) ) einfach besser als zug von unten (sprich führen mit einem halfter oder auch mit trense), da reicht leichtes wackeln und sie ist wieder bei mir oder dann eben doch mal ne echte parade, wenn sie total überdreht ist (ich musste ja schon in der stehphase führen, hatte also schon ein total unausgelastetes pferd da dran und wäre ohne den kapp nicht im gelände gelaufen - niemals nicht, auch nicht mit trense drauf) und das hat immer super funktioniert. 1x hab ich mit trense geführt, der druck von unten (und das war wenig gegenzug - wirklich sehr wenig), hat sofort dazu geführt, dass sie dagegen angekämpft hat ... sehr unangenehm.

hm, ausprobieren was bei dir am besten geht würde ich sagen. und ehrlich, man kann die zügel der trense auch ausschnallen und schlicht nen langen strick ein klicken, dann hat man die bremsende wirkung des gebisses und nen längeren abstand ;). ich würde den strick dann aber nicht nur in den linken trensenring einschnallen, sondern durch den hindurchführen und hinter dem kinn rum in den rechten ring einschnallen. (hoffe das ist verständlich beschrieben), dann zieht man wenigstens das gebiss nicht durch`s maul, wenn es doch mal zu problemen kommt. und nein, angenehm ist das für`s pferd auch nicht wenn dann der druck kommt, aber zumindest ein gewisser schutz gegen das durchziehen.

ob man sich nun wegen spazierengehen mit der trense so nen kopf machen muss - weil sensibles maul - nein, ich denke nicht. die pferde können ganz gut unterscheiden zwischen führen und dabei aus versehen oder gewollt einen auch heftigen ruck im maul zu erfahren und reiten. meiner meinung nach. man muss es zwar nicht drauf anlegen, deswegen führe und longiere ich eben auch nicht an der trense, aber ich glaube nicht, dass das pferdeseelchen gleich bleibenden schaden nimmt, wenn man es eben anders macht.

wichtig finde ich, dass du dir die zeit nimmst mit ihm erstmal im gelände spazieren zu gehen. das mach ich heute noch viel. wenn es mir beim ausritt nicht wohl wäre, weil z.b. zu windig (mag meine nicht), dann lauf ich eben neben her und hoffe, dass sie sich irgendwann mal auch an wind gewöhnt, so dass wir auch dann schön ausreiten gehen können.

nebenbei, ich finde dein neuer versuch liest sich gut ;) - beim putzen würde ich dem sensibelchen eben entgegenkommen, mir aber auch schnappen verbieten, wenn ich schon vorsichtig bin. meine alte stute mochte putzen auch nicht, nur kurz überbürsten war ihr am liebsten, aber sie hat sich auch gerne und ausgiebig gewälzt - ein widerspruch, der ihr so leider nie auffiel *lach*.

alex

Offline carola

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #369 am: 10.04.12, 14:23 »
Ich frage mich in solch einem Zusammenhang immer, welche Wirkung man überhaupt von der Trense erwartet? ??? Die wirkt ja nur, wenn das Pferd nach vorne abschießt. Die meisten bleiben aber stehen oder gehen rückwärts (in die Luft). Da ziehe ich dann am Genickstück und an den Schnallen der oft schmalen Backenstücke. Welche Trense soll das halten? Das Gebiss hängt dann eh im Maul freischwebend in der Luft... Von der Tatsache abgesehen, dass - wie hier schon geschrieben - 600kg Pferd eh nicht "zu halten" sind.
Sowohl das Knotenhalfter als auch der Kappzaum haben mehr Wirkung. Das Knotenhalfter über die Knoten im Genick, der Kappzaum über die Nase - dieser Zug geht schon auch nach unten, zumal ein Kappzaum eng verschnallt wird. Solche Winkel wie bei einer Trense kenne ich da nicht. Noch dazu ist er insgesamt stabiler.
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Offline zaino

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #370 am: 10.04.12, 17:34 »
Christine, liest sich toll. Jetzt warte mal ab, putze vooorsichtig, schnell und sanft und irgendwann findest Du heraus, wo der Bursche "erogene Zonen" hat und halb bewusstlos wird vor Wonne wenn Du ihn da kraulst ;D.
Würde auch eher mit weichem Kappzaum rausgehen als mit Knotenhalfter - aber ich hab meinen als Hengst mit Normalhalfter geführt, ging immer gut. Auch ohne Kette. Denn wie hier schon geschrieben wurde, letztlich hast mehrere 100 kg Pferd gegen Dich, wenns wirklich weg WILL. Und Geolina hat gut geschrieben, wie der Kappzaum wirkt, sanft und eindeutig führt er das Pferd "an der Nase herum", ohne es zu striezen und zu ärgern.
Auch Dein Plan, den Buschreiter drauf zu lassen für ins Gelände ist supi. Jetzt tät ich einfach versuchen, Freundschaft mit dem Gaucho zu schließen. Vielleicht ist der bisher so ein wenig wie "Sportgerät" behandelt worden, hab ich das Gefühl.
Da hätte er es bei Dir schon besser getroffen. Mast- und Schotbruch weiterhin!  ;)

Offline Rubens

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #371 am: 11.04.12, 08:10 »
Ich frage mich in solch einem Zusammenhang immer, welche Wirkung man überhaupt von der Trense erwartet? ???

Ich persönlich erwarte davon eigentlich nur Versicherungsschutz - bei den meisten Versicherungen heisst es zwar nur, dass im Gelände (ob mit oder ohne Reiter) eine GEEIGNETE Zäumung verwendet werden muß. Trense wird dabei als geeignete Zäumung betrachtet und man muß im Fall des Falles nicht lange diskutieren.

Über die Wirkung der Trense bin ich bei Dir, ich sehe das genauso.
"Manche Dinge verschweigt man am besten, indem man ausführlich über sie redet."   Simone Servais

Offline carola

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #372 am: 11.04.12, 08:39 »
Und was die Versicherungen betrifft... Steht das tatsächlich im Versicherungsschein? Das habe ich nämlich auch noch nie gesehen, und die Versicherungsbedingungen (AHB) können davon nichts sagen.
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Offline Hexle

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #373 am: 11.04.12, 08:56 »
carola das hängt einerseits von der Versicherung ab und im endeffekt WENN was passiert von der jeweiligen Rechtsprechung

du kannst sicher sein, dass Versicherungen alles tun um nicht bezahlen zu müssen (und die haben grosse Rechtsabteilungen) und deswegen wird da ganz schnell aus einem "weichen Kappzaum" (sorry an zaino das IST dann nunmal nicht mehr als ein stallhalfter ) eine "ungeeignete Zäumung" und aus dir eine "ungeeignete Person", weil du nicht dran gedacht hast was "schärferes" draufzumachen - das einzige was von allen Gerichten anerkannt wird, ist nunmal eine Trense :-\
Du wirst sicher nicht jedes Ziel erreichen, dass du dir gesetzt hast. Du wirst aber ganz sicher kein Ziel erreichen, dass du dir nicht gesetzt hast...

Offline Rubens

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Re: Wann ist das Ende erreicht?
« Antwort #374 am: 11.04.12, 09:01 »
Genau. *Hexle in allen Punkten zustimm*
"Manche Dinge verschweigt man am besten, indem man ausführlich über sie redet."   Simone Servais