Autor Thema: Die klassische Ausbildung des vielseitigen Westernpferdes  (Gelesen 14754 mal)

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Offline haflingercowgirlTopic starter

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Hallo Westernreiter,

ein Westernpferd sollte eine breite Basis haben und in der Grundausbildung sorfältig aufgebaut werden. Die Problematik diese Aufgabe zu erfüllen sehe ich im heutigen Turnierwesen und in den vielen, unterschiedlichen, oft mangelhaften viel zu kurzen Trainingsintervallen bis zur ersten Prüfung. Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Trainer sich auf die schnelle Turnierteilnahme spezialisiert haben und es nur noch wenige Trainer gibt, die diese klassische Grundausbildung unterrichten.

Zusätzlich fehlt die Arbeit am Rind, sodass nur 'Trockenübungen' möglich sind.

Ich möchte hier mit euch folgende Fragen diskutieren:


1. Was sollte ein klassisch ausgebildetes Westernpferd können?

2. Wie lang dauert die Grundausbildung?

3. Nach welchen Lehren wird sollte geritten werden?

4. Welche Trainer unterrichten klassiches Westernreiten?

5. Welche Turnierprüfungen sind für das vielseitige Westernpferd (noch) geeignet?

6. Welche Typen von Pferden können welche Aufgaben erfüllen und warum?

7. Kritik am bestehenden Turniersystem

8. Ausblick im Hinblick der veränderten Prüfungen und der zu beobachteten 'Turniermüdigkeit' des konventionellen Westernreitsports

Hab ich was vergessen?

Viele Grüße
haflingercowgirl

Offline MsHyde

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mag nicht schon wieder als erste schreiben  :-[
Wer andern in die Möhre beißt, ist böse meist...

Offline haflingercowgirlTopic starter

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mag nicht schon wieder als erste schreiben  :-[

och komm... ;) im übrigen, hab ich doch schon einige Vorlagen geliefert, oder? *gg*

Offline *Su*

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Hallo Westernreiter,

ein Westernpferd sollte eine breite Basis haben und in der Grundausbildung sorfältig aufgebaut werden. Die Problematik diese Aufgabe zu erfüllen sehe ich im heutigen Turnierwesen und in den vielen, unterschiedlichen, oft mangelhaften viel zu kurzen Trainingsintervallen bis zur ersten Prüfung. Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Trainer sich auf die schnelle Turnierteilnahme spezialisiert haben und es nur noch wenige Trainer gibt, die diese klassische Grundausbildung unterrichten.

Zusätzlich fehlt die Arbeit am Rind, sodass nur 'Trockenübungen' möglich sind.

Ich möchte hier mit euch folgende Fragen diskutieren:

Ich schreibe hier mal nur meine Meinung, das muss nicht allgemein gültig sein.

1. Was sollte ein klassisch ausgebildetes Westernpferd können?
Es sollte durchlässig und nachgiebig sein, die Hinterhand ist aktiviert, fein an den Hilfen stehen, aufmerksam sein und wendig.

2. Wie lang dauert die Grundausbildung?
5- 6 Jahre

3. Nach welchen Lehren wird sollte geritten werden?
Nach den Lehren der alten Horsemen.

4. Welche Trainer unterrichten klassiches Westernreiten?
J.C. Dysli, Pete Kreinberg (sicherlich noch mehr)

5. Welche Turnierprüfungen sind für das vielseitige Westernpferd (noch) geeignet?
Trail, Cutting (mache ich nicht, mir tun meistens die Rinder zu leid)

6. Welche Typen von Pferden können welche Aufgaben erfüllen und warum?
Zu umfangreich um mal eben zu beantworten.

7. Kritik am bestehenden Turniersystem
Es wird nur Leistung bewertet, kein Horsemanship.

8. Ausblick im Hinblick der veränderten Prüfungen und der zu beobachteten 'Turniermüdigkeit' des konventionellen Westernreitsports
Interessiert mich relativ wenig.

Hab ich was vergessen?

Viele Grüße
haflingercowgirl

Offline Beagle-Petra

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Was, bitte, soll der Begriff "klassisches Westernreiten" bedeuten?
Nur echt mit dem Beagle!

Offline *Su*

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Ich gehe davon aus, das sie damit die alte Arbeitsreitweise und nicht die moderne Turnierreitweise meint. Oder hab ich das falsch verstanden?

Offline haflingercowgirlTopic starter

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Was, bitte, soll der Begriff "klassisches Westernreiten" bedeuten?

Gute Frage! Unter klassischem WR verstehe ich das Reiten bevor der 'Turnierzirkus' modern wurde, also die Hirtenreitweise.

Jenseits der Rockies mit Snaffle und curb bit und diesseits mit Hackamore, two reins, bis zum spade bit.

Genau Su, das ist gemeint!  ;)

Viele Grüße
haflingercowgirl

edit: Ich sollte vielleicht einige Basisinformationen hier einstellen, wobei der eine oder ander Artikel, doch sehr viel Eigenwerbung' beinhaltet, so wie dieser: http://www.brokenwheelranch.de/bilderudateien/Jean-Claude%20Dysli%20-%20Artikel.pdf Ich habe ihn aber trotzdem ausgewählt, weil die Fotos so schön sind. Als Ausgleich dessen, stelle ich noch die Philosophie der HP Jean-Claudes hier ein: http://www.jcdysli.de/Philosophy.html
Diesen Artikel, ganz ohne Werbung, fand ich auch noch informativ: http://www.awa.at/westernreiten/geschichte.htm

Beagle, könntest Du Dir noch bitte die Mühe machen und noch die eine, oder ander Information hinzufügen?
« Letzte Änderung: 01.11.11, 13:54 von haflingercowgirl »

Offline terra

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Fragen:
1. wer oder was ist ein alter Horseman?
2. "Westernreitlehren" im Sinne der Werke zur klassischen Reitlehre sind mir noch keine untergekommen - was genau soll man sich also darunter vorstellen?

@Su: ich habe mich durchgequält .... rote Minischrift auf dem lila Zitatgrund ist eine Qual für alte Augen ;)
Cutting als Turnierprüfung ist was für Spezialisten!

Offline *Su*

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Sorry, ich hab die Schrift komplett größer eingestellt, sonst könnten meine alten Augen das auch nicht lesen. So geht es gut. Wird nicht mehr vorkommen, versprochen 8)

Offline *Su*

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Momentan lese ich wiederholt "Hackamore Reinsmen" von Ed Connell. Das ist z. B. ein alter Horseman. Und das ist für mich "klassische Westernreitlehre". 
Hier in Deutschland für mich erreichbar sind J.C. Dysli, Pete Kreinberg, Alfonso Aguilar und Horsewoman Marina Perner ;)

Offline haflingercowgirlTopic starter

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Momentan lese ich wiederholt "Hackamore Reinsmen" von Ed Connell. Das ist z. B. ein alter Horseman. Und das ist für mich "klassische Westernreitlehre". 
Hier in Deutschland für mich erreichbar sind J.C. Dysli, Pete Kreinberg, Alfonso Aguilar und Horsewoman Marina Perner ;)

Sehe ich auch so. Das Problem ist, dass es fast nur mündliche Überlieferungen gibt. Dazu kommt noch, dass jede Ranch ihre eigenen Methoden hat und diese von Generation zu Generation weitergegeben werden. Eine weitere Tatsache ist, dass zwar die Ergebnisse dieser Bemühungen vorgeschrieben sind, aber nicht der Weg dorthin. Das hat sowohl Vorzüge, als auch Nachteile. in den Staaten trifft man sich auf den Ranches zum Ropen, oder zum Vieh treiben und dabei wird auch über die Ausbildung der Pferde gesprochen. Das weiß ich von Bekannten, die drüben eine Farm betreiben und es scheint in allen Regionen so üblich zu sein. Es gibt noch weitere Bücher, die das Leben und die Art zu Reiten beschreiben, z.B. Jo Mora, Californios, Lois Ortega. http://theautry.org/ortega/I.php

Über die texanische Reitweise sind mir keine Werke bekannt, vielleicht kann Beagle dazu noch etwas schreiben?

Offline MsHyde

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Hier in Deutschland für mich erreichbar sind J.C. Dysli, Pete Kreinberg, Alfonso Aguilar und Horsewoman Marina Perner ;)

Und ich häng noch Warren Bell hinten an - er ist zwar nur 2x im Jahr in Deutschland und zudem den meisten noch völlig unbekannt aber bei seinen Trainings werd ich sicher jedes mal dabei sein!
Wer andern in die Möhre beißt, ist böse meist...

Offline Beagle-Petra

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Beagle kann nichts dazu schreiben, Beagle muss arbeiten.

Ich persönlich finde den Nostalgie-Trip zu Reitweisen, die kaum einer wirklich kennt und die man selbst mangels dabeigewesensein auch kaum beurteilen kann, überflüssig. Ed Connells Buch bezieht sich auf die Arbeit des Ranchers mit einem Ranchpferd und nicht auf sinnbefreites Rumkreuzen in Rechtecken oder auf putzigen Ausritten. Von daher empfinde ich für mich Ed Connell und dieses ganze pseudo-elitäre Gelaber um den kalifornischen Reitstil als ziemlich albern und wichtigtuerisch. Vor allem, wenn man mehr und mehr dieser Worthelden real oder via Videos kennen lernt ...  ::) Ob beim texanischen Reitstil vor der Entwicklung des Westernreitens durch die Turnierwelt überhaupt von Reitkunst gesprochen werden kann, ist ja eh völlig dahingestellt. Es ist auch die Frage, ob das überhaupt sinnvoll ist, denn die Leute damals hatten anderes zu tun, als ihre Pferde in Seitengängen über die Prärie eiern zu lassen.

Den Begriff "klassisches" Westernreiten kann man wohl kaum mit Inhalt füllen, er ist für mich eine aktuell interessante, aber nichtsdestotrotz inhaltsleere Worthülse. Ein klassisches Westernreiten hat es niemals gegeben.

Ebenso falsch finde ich es, das moderne Westernreiten grundsätzlich zu verteufeln. Es gibt Abrichter und es gibt Ausbilder. Wer vorurteilsfrei und mit ausreichender Sachkenntnis auf Suche geht, wird beides finden und kann dann für sich selbst auswählen.

Wer will und die Ausbildungsmühen nicht scheut, kann sein Pferd so arbeiten, dass es in allen gängigen Disziplinen der modernen hiesigen Westernturnierwelt starten kann. Inklusive Working Cowhorse, Cutting sollte man wirklich aussen vor lassen. Wobei auch z.B. die Cuttingpferde von Dörings in Pleasure und Hunter under Saddle starten, z.B. auf DQHA All Novice Shows dort auf der Anlage. Ein gut gerittenes und solide durchgymnastiziertes Pferd wird immer gern gesehen und wird immer Anerkennung finden, auch wenn es den Heimweg nicht mit blauen Schleifen übersät antritt.
Nur echt mit dem Beagle!

Offline terra

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Bei Beagle voll und ganz ohne Änderungen oderAnmerkungen unterschreib  :D
Petra, Du hast meine Gedanken wieder einmal wunderbar in geschriebene Sprache umgesetzt, Danke!  :D

Offline haflingercowgirlTopic starter

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Gut, man kann sich jetzt darüber austauschen, welchen Namen man dem Kind geben soll und welche Kennzeichen die einzelenen Reitweisen haben. Es gibt auch Leute, die belegbar beweisen, dass Westernreiten eben nur mit und am Rind existiert und das die Turnierdisziplinen völlig sinnfrei und zweckentfremdet sind, so wie das Reiten in diesen.

Ich habe das Wort 'klassisch' gewählt, weil ich damit auf den Ursprung hindeuten wollte. Welche Bezeichnung wäre treffender?