Autor Thema: Küheschubsen: Rinderverhalten?  (Gelesen 15664 mal)

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #15 am: 27.10.11, 11:31 »
Beim ersteren reagiert das Pferd (auf das Rind) und beim Treiben agiert es und veranlasst das Rind zu weichen. Mache Dir am besten schon im Vorfeld mal Gedanken darüber, dann kannst du gezielter mit deinem Pferd üben, ohne Euch zu verzetteln....So'n WE ist ja dann doch immer zu kurz ;)
Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Da steht nur "Entspannung durch Abwechslung für das Turnier- und Freizeitpferd", da bin ich von "Gewöhnung und mal gucken" im weiteren Sinne ausgegangen. Was könnte ich denn ohne Rinder überhaupt üben?

Denn KEIN Rind greift einfach "nur so" an! Einem Angriff gehen immer Fehler voraus. Und auch die täglichen Steigerungen des Agressionspotentials die hier schon beschrieben wurde  ist nur eine Folge von zu wenig Beobachtung durch den Handler und/oder zuwenig Wissen um viehgerechtes Stockmanship.Ich arbeite seit etlichen Jahren an Rindern der unterschiedlichsten Rassen; vom Wildrind bis hin zu Milchkühen; vom Bullen bis zu Mutterkühen und habe selbst Zebus und Hochlandrinder....
Aha! Ja, das klingt sehr einleuchtend und trifft ja meine Eingangsfrage. Ist denn die Körpersprache (Unterordnung/Drohung) der der Pferde vergleichbar, oder muss ich auch auf ganz ungewohnte Signale achten?
Man darf nicht sagen: "Was, du Mistvieh, du willst nicht?" Sondern: "Entschuldige, mein Tier, ich werde schon noch dahinterkommen, wie ich es lerne, dich peu à peu auf den rechten Weg zu führen." (Udo Bürger)

Offline Büffelchen

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #16 am: 27.10.11, 15:29 »
Hi!

Natürlich gibt es Paralelen und es gibt Unterschiede. Doch so tief musst du für ein Spaß-WE ja gar nicht in die Materie eintauchen.
Ich würde erstmal nur wenige Grundprinzipien beachten:
1.)auch Rinder wollen nicht, dass man sich frontal nähert- deswegen reiten Cowboys ja auch erstmal langsam Zick-zack hinter der Herde um diese anzubewegen.
2.) Ein Rind läuft immer nur in die Richtung in die es schaut...also abwarten, bis die Nase in die richtige Richtung zeigt- dann erst sachte antreiben- auch das erreicht das Zick-Zack-reiten.
3.) Ängstliche Rinder brauchen mehr Distanz als sichere...beobachte, welche Tiere sich gleich "verkrümeln" und sich hinter den anderen verstecken wollen- bei diesen reicht großer Abstand und meist schon der Focus auf das Auge (Blicke machen auch Druck!)....bin ich zu Fuß, sondiere ich deren Komfort-Zone oft nur mit einer Gewichtsverlagerung von einem Fuß zum anderen oder indem ich lediglich die Schulter etwas vornehme. Je nachdem, wie fein dein Pferd reagiert, mußt du es dann zu solchen minimalistischen Bewegungen bringen.

Achja- nicht zu unterschätzen:...ist dein Pferd ängstlich, werden die Kühe mutig *grins* Die sehen das sofort, wenn "jemand" unsicher ist! Doch für solch einen Kurs werden sicher nur schüchterne Jungrinder genommen, die noch keine Erfahrung haben, aber auch nicht ZU ängstlich sind.

Ach- eigentlich ist das schon wieder viel zu viel...geh einfach hin und mache, was der Trainer sagt ;)

Ich wünsche Dir jedenfalls ganz viel Spaß!!!!
« Letzte Änderung: 27.10.11, 15:32 von Büffelchen »
LG Andrea

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #17 am: 29.10.11, 10:48 »
Hallo Büffelchen,

danke für die Beschreibungen, das klingt alles sehr einleuchtend!
Ja, mein Pferd ist sehr fein steuerbar, solange er nicht zu unsicher wird.
Ich werde berichten und werde immer gespannter wie das wohl laufen wird. *hibbel*
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Offline Monnef0805

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #18 am: 31.10.11, 09:28 »
Wir arbeiten mit unseren Pferden ca. 3 Jahre an Rindern. Und es macht mega Laune. Man wird regelrecht süchtig  ;D

Das sind meine Beobachtungen bisher:
Rinder haben zum einen ein starkes Herdenverhalten. Gerade das macht es schwierig ein raus zu sortieren und von den anderen weg zutreiben und auch weg zu halten. Außer man hat eine Gewisse Distanz zur Herde dann scheinen sie zu faul zu sein. Was aber nicht pauschal ist.
Die Rinder sind sehr unterschiedlich im Verhalten, manche Arbeiten sehr gut mit und haben Respekt, andere ignorieren einen. Was man absolut nicht  unterschätzen darf, diese Biester können unter Umständen echt schnell werden.
Rinder die gegen das Pferd gehen werden bei guten Trainern, oder auch im Prüfungen, meist aussortiert. Das Verletzungsrisiko ist einfach zu hoch. Entweder knöpft sich dann ein absoluter Profi das Rind vor oder mit den wird nicht mehr gearbeitet.

Kennt man die Positionen am Rind, die man in der Regel als erstes lernt, lassen die sich sehr gut steuern. Sie sind meines erachtens das a&o. Wichtig ist nie zu dicht am Rind zu sein. So hat man mehr Luft selbst zu reagieren. Hängt aber auch von der Wendigkeit des Pferdes ab.

Ich Laufe der Zeit konnte ich sogar bei unseren Pferden erkennen das sie die Pos. auch schon unter einander nutzen. Sprich irgendeiner muss schon mal als "Rind" herhalten  ;D

Was mir oft aufgefallen ist das Pferde, die zum ersten Mal an Rind sollen und etwas Angst haben, mit Druck ran getrieben werden. Aber auch das wird ein guter Trainer erkennen und entsprechend reagieren und Tips geben.

Also laß Dir und deinem Pferd Zeit um so mehr Spaß werdet ihr haben.



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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #19 am: 07.11.11, 13:47 »
So, hier nun also der versprochene Bericht vom Cow-Weekend:
Wir hatten an beiden Tagen je zwei Einheiten mit den Rindern in der Halle.

Also erst mal ein bisschen warmreiten, dann alle Pferde (die meisten bisher ohne Rindererfahrung) auf die eine kurze Seite, und an der anderen kam eine Herde von vielleicht 12-15 Zwergzebus. Und die haben wir uns dann jeweils zu zweit näher angeguckt, das heißt umkreist.

Bis auf eine gewisse Distanz rangehen, ok, wenn du meinst - das kann ich schaffen, meinte mein Pferd. Aber noch näher? Lieber nicht so nah bitte! Außerdem: Hilfe, die Kuh hat mich böse angeguckt, gleich tut sie mir was! Hilfe, das Kalb hat sich bewegt, bestimmt stürzt es sich gleich auf mich! Hilfeee! Und wenn ein Pferd sich so verhält, geht natürlich auch keine Kuh von selbst zur Seite, wenn man ihr nur auf 2 m zögerlich nahe kommen kann ...

Das ging dann von Hinterhand in Sicherheit bringen und wegdriften bis zu richtigem Wegspringen.
Mein alter Sitzfehler ist ja immer leicht zur Vorlage zu tendieren. Und so hat mich dann der eine Rückwärts-seitwärts-Hüpfer ziemlich kalt erwischt, und ich war auch zu langsam, noch richtig an den Sattel oder sonstwohin zu greifen. So habe ich reflektorisch meine letzte Rettung im Zügel gesucht, was – absolut vorhersehbar – zu einer Buckelattacke geführt hat, die mich dann komplett aus dem Sattel gebracht hat. Klarer Fall von selbst schuld.
Zum Glück ist nicht Schlimmeres passiert (abgesehen vom Protest meiner eh angedetschten Wirbelsäule und einem fiesen Muskelkater in allen Muskeln, die ich beim Fallen in Abwehr angespannt hatte, v. a. in den Halsmuskeln). So konnte ich gleich wieder aufsteigen und einen neuen Anlauf nehmen. (Und mir einen Westernsattel mit Horn wünschen.)

Nun ja, nach der ersten Einheit war ich zuerst ein bisschen enttäuscht. Alle anderen Pferde waren mutiger als meins.
Er hat sich zwar ziemlich so verhalten, wie ich es vorher vermutet hatte, aber natürlich hatte ich trotzdem gehofft, er würde sich überraschend selbstbewusster zeigen ...
Aber genau diese Defensive ein bisschen zu überwinden und etwas mehr Selbstbewusstsein gegenüber solchen beweglichen Monstern zu gewinnen, war ja der Grund, warum ich mich da angemeldet hatte. Außerdem habe ich mir dankbar klargemacht, wie viel Druck zwischen Geh! und Monster! mein Pferd, das ursprünglich vor dem Reiter/Reiten unglaubliche Angst hatte, mittlerweile akzeptieren kann, ohne Angst vor mir zu bekommen, und was für ein langer Weg das war.

Also habe ich mir gesagt, egal, wir schauen mal weiter. Entweder es wird besser, oder es ist eben noch zu schwierig. Und ich habe mir im Rückblick klargemacht, dass ich morgens sein immer schon zögerndes Losgehen toleriert habe, und dann erst näher an den Viechern stärker getrieben, also den Druck erhöht habe. Auch irgendwie unklug.

Die nächsten Male habe ich dann zumindest einen fleißigen gehorsamen Aufbruch verlangt, auch mit Gerte, um dann näher an der Herde ihm mehr Raum zu lassen. Außerdem habe ich darum gebeten, evt. die Rinder ein bisschen mit der Gerte antippen zu dürfen (die hatte ich morgens weggelegt), damit sie sich wegbewegen.
So war es Samstag Nachmittag dann schon ein bisschen besser. An einer Stelle hatte ich aber den Eindruck, sein maximaler Stresslevel wäre erreicht, und es würde jetzt tendenziell schlechter. Deshalb habe ich etwas früher aufgehört und schon mal abgesattelt und ihn nur noch zugucken lassen. Und am Schluss durften wir nochmal zu Fuß in die Herde, ich mit Gerte und Schwung vorweg, Schimmel hinter meiner starken Schulter hinterher. Das war sehr nett und tat ihm, glaube ich, auch gut.

Und so haben wir dann langsam Fortschritte gemacht. Jedes Mal war er ein bisschen tapferer, bis wir dann am Sonntag Nachmittag selbständig im Schritt die Herde auseinander schieben konnten (wobei ich dann eher auf die Kehrseiten zugegangen bin, nicht auf die Köpfe, das war noch schwierig) und sogar für ein Pferd, das neu dazu kam, dabei das Führpferd machen konnten! Und sogar langsam aber entspannt allein die Herde aus der Ecke (=Tür zur Heimat) herausdrängen!

Im Trab auf die Herde zu ging noch nicht, aber ich war mit dem Erreichten sehr zufrieden.
Außerdem haben wir mit der Gruppe überlegt, sowas vielleicht als Tagesaktion mit je zwei Einheiten in größeren Abständen zu wiederholen.

Ich freu mich schon!
 :D :D
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Offline Büffelchen

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #20 am: 07.11.11, 14:02 »
Danke für den Bericht! :D

Und ja- Gut Ding will Weile haben...Das muß ich auch mir immer wieder verinnerlichen ;)
LG Andrea

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #21 am: 07.11.11, 14:09 »
Gewundert habe ich mich ja, dass der Bulle das so toleriert hat, dass wir seine Kühe in der Gegend herumgeschubst haben. Eigentlich auch gut, dass ich vorher nicht wusste, dass der Bulle dabei sein würde, egal wie groß oder klein.

Aber der Trainer meinte, solange sie nicht um Hilfe schreien, greift er (also der Bulle) nicht ein.
Und so viel Stress sollen sie ja auch wohl nicht kriegen.

Aber er hat ein paar Mal versucht, die eine oder andere Kuh zu bespringen. Ist das besitzanzeigendes Verhalten? Oder war er trotz der Unruhe so entspannt?
(Mein Pferd fand das jedesmal sehr erschreckend.)
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Offline carola

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #22 am: 07.11.11, 14:11 »
Hört sich richtig gut an! :D Ich kann deine Gefühle sehr schön nachvollziehen wie du sie beschreibst. Und nein, mir wäre es mit dem Runterfallen nicht so gegangen. Mein Pferd buckelt nämlich nicht, wenn ich mich in einer solchen Situation automatisch am Zügel festhalte. :-[
Finde ich eine super Idee, das künftig weiterzumachen. :D
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Offline Büffelchen

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #23 am: 07.11.11, 14:21 »
Gegenseitiges Aufspringen kann unterschiedliche Gründe haben...zB springen rindernde Kühe auch auf....oder bei "Rang"eleien sieht man das auch. Aufregung...Spiel und Spaß...je nach Alter und Geschlecht.
Wäre der Bulle brünftig gewesen hätte er eine Kuh ständig getrieben. Die Gruppe hätte also fast nie stillgestanden und es wäre immer eine latente Unruhe gewesen.

Mein erster Zebubulle war auch not amused, wenn er in  solch einer Situation belästigt getrieben wurde. Den habe ich dann auch von einem Jäger abschießen lassen.... Doch der ist kein Maßstab...Es gibt einige, wirklich coole Zwegzebus...vor allem wenn es noch dazu um Ceylonesen handelt.
LG Andrea

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #24 am: 07.11.11, 14:25 »
Büffelchen, wieviele hast du denn?
Hast du sie zum Üben mit dem Pferd? Oder zum Essen? Oder einfach nur so?
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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #25 am: 07.11.11, 14:34 »
Mein Pferd buckelt nämlich nicht, wenn ich mich in einer solchen Situation automatisch am Zügel festhalte. :-[

Dazu muss ich zur Ehrenrettung meines Pferdes noch sagen, dass er das nicht macht, weil er sauer ist, sondern weil er im Maul sehr empfindlich ist und stark festgehalten werden bei gleichzeitigem Druck (in diesem Fall durch die Rinder) und klammernder Reiter alte Muster auslöst. Ist eher Angstverhalten, nicht agressiv.

Normalerweise passt er eher auf, dass ich ihm nicht abhanden komme. :-*
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Offline Büffelchen

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #26 am: 07.11.11, 14:44 »
Inzwischen habe ich keine Zwergzebus mehr...die wren mir zu wild und teilweise zu gefährlich. Ich bin komplett auf Hochlandrinder umgestiegen...

Ich habe einen Landschaftspflegebetrieb und esse meine Rinder und Ziegen auch... Das Treiben ist immer nur Mittel zum Zweck und erfolgt den Umständen angepasst. z.B haben wir einige steile Flächen mit dichtem Obstbaumbestand und Geröllflächen- da kommt man zu Pferd keine 100m weit....Das ist dann ein Job für die Hunde.
Geübt wird in kontrolliertem Umfeld mit Trainer.

Bei Dysli zB habe ich auch schon ziemlich schräg im Sattel gehangen und mich mit den Sporen "festgehalten" :-X Das fand mein Pony auch zum Buckeln...was ihn aber nicht davon abhielt, wie eine Furie den Kälbern nachzuhechten ;D Ich hatte echte Sorge, dass er sie in den A*** beissen könnte ;) Seit dem weiß ich wozu chaps gut sind *ggg*
« Letzte Änderung: 07.11.11, 14:49 von Büffelchen »
LG Andrea

Offline Monnef0805

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #27 am: 07.11.11, 15:30 »
Super das Du so tapfer durch gehalten hast. Viele brechen dann ab. Gibt es Bilder ?

Aber meiner war beim ersten mal auch nicht begeistert. Da ich aber schon vermutet hatte wie er reagiert, ist der Trainer hin gegangen und ist mit ihm erstmal an der Hand durch die Herde gelaufen. Und meiner wusste natürlich nicht das die Kühe nicht wegen ihm weichen  ;D und ist mir geschwollener Brust da durch.

Bei unserem jetzigen Trainer steht ein riesiger Bulle Angusbulle names Fridolin in der Herde  ;D. Als wir das erstemal dort trainiert haben und alle man von der Halle auf den Reitplatz sind, wo die Kühe standen, hatte ich mich schon gewundert warum alle auf einmal wieder aufsteigen (hatten raus geführt). Bis ich Fridolin gesehen habe....so schnell war ich noch nie aus dem Pferd.  ;D. Dat Viech hat geschätzte 1200 kg und überragt mein Pferd mit Stockmaß 1,53. Aber so lange man ihn in Ruhe läßt ist er friedlich.

@Büffelchen: das nenne ich mal sportlich  ;D Mir wäre das Herz in die Hose gerutscht.

Offline Wanderlusier

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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #28 am: 07.11.11, 15:48 »
hi,

klingt ja nicht schlecht euer rinderschubsen. wobei ich immer etwas bauchweh habe wenn das in einer halle gemacht wird, das kann ganz schoen viel druck fuer die rinder bedeuten und fuer unerfahrene pferde, auf einer grossen wiese hat man doch mehr platz... ausserdem schade das das mittel eines sicheren fuehrpferdes hier nicht genutzt wurde, damit vermeided man oft solche situationen, weil die pferde schnell lernen das die rinder weichen wenn sie kommen, auch wenn es zunaechst ehr das zweite pferd ist das sie dazu bringt..

wir arbeiten zwar auch zum teil zunaechst in kleinerem rahmen, dann aber mit wenigen rindern und eben einem fuehrpferd wenn einer angst hat...

wobei ich mich nciht beschwere kann, mien pony fand rinderschubsen von der ersten sekunde an super, aber der ist auch teilweise in der aufzucht auf einer weide mit einer herde camargue-kampfstieren gestanden. der kann also mit etwas agressionspotential der rinder auch umgehen udn hat gelernt sie zu lesen...  ;D unser zweites pony hatte anfangs mega angst vor allem wenn er den rindern die seite presentieren musste... bei dem vermuten wir das er mal "unter die kuh" gekommen ist, passiert schon mal in seiner heimat, daher die skepsis.. aber mit viel geduld und vertrauen in seinen reiter, hat er das jetzt doch noch gelernt und finded langsam spass am kuehe rumschubsen...

gruesse,
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Re: Küheschubsen: Rinderverhalten?
« Antwort #29 am: 07.11.11, 17:06 »
Wanderlusier, in der Halle war es nicht so eng, wie man denken sollte. Die Rinder hatten immer eine Tendenz zu ihrem Ausgang hin, dadurch hatten die unbeschäftigten Reiter und Pferde auf der anderen Seite Ruhe, gerade am Anfang ging ja alles sehr ruhig zu und die Rinder sind ja auch sehr klein, so dass sie, wenn sie sich alle auf einem Haufen zusammengedrängt haben, wirklich wenig Platz in Anspruch genommen haben. Gerade am Anfang hat sich fast alles hinter der Mittelline abgespielt. Ob es draußen einen ausreichend abgezäunten Platz gegeben hätte, weiß ich nicht.

Mit Führpferd wurde auch gearbeitet. Es war neben dem Trainer immer noch einer mit einem sicheren, rindererfahren Pferd dabei, an den man sich bei Bedarf anhängen konnte bzw. konnte der oder der Trainer jederzeit eben mal schnell die Rinder "aufräumen" oder neu sortieren. Aber beim Thema "durch die Herde" ist meiner dann eher vor den hinter uns wieder zusammenströmenden Rindern geflüchtet als zu glauben, dass die vor ihm weglaufen. War ihm schon zuviel Dynamik. Oder vielmehr, meist einfach gar nicht hinterher gegangen, sondern lieber zurückgeblieben. Was dann später besser ging, war, direkt neben dem erfahrenen Pferd zu gehen.

Weniger Rinder wäre für meinen sicher nett gewesen, weil übersichtlicher. Ich hatte aber den Eindruck, dass eine kleinere Gruppe stärker aneinander klebt, und man damit schwerer dazwischen kommt?

Ich würde mich schon freuen, wenn meiner da auch noch richtig Spaß dran fände. Vor allem, weil er an sich sehr fein zu steuern und zwar im Geradeaus nicht besonders schnell aber wendig ist. Wenn dem so wäre, würde ich noch ernsthaft über die Investition in einen anderen Sattel nachdenken ...

Ich habe einen Landschaftspflegebetrieb und esse meine Rinder und Ziegen auch... Das Treiben ist immer nur Mittel zum Zweck und erfolgt den Umständen angepasst. z.B haben wir einige steile Flächen mit dichtem Obstbaumbestand und Geröllflächen- da kommt man zu Pferd keine 100m weit....Das ist dann ein Job für die Hunde.
Ich hab mal auf dein www geguckt - oh! Beinahe schon idyllisch, wenn auch bestimmt nicht immer leicht. Und ein Paddock Paradise ... *neid* Und so viele glückliche fast ganz freie Viecher.  :o :D

Super das Du so tapfer durch gehalten hast. Viele brechen dann ab. Gibt es Bilder ?
Es hat jemand was fotografiert, aber ich hab nix. Und ich weiß auch nicht, ob ich Bilder von einem verspannten, furchtsamen Schimmel samt verrutschter Reiterin will ... 8)
Also ich glaube, so ein Riesenbulle wäre mir zu gefährlich. Auch wenn der bisher friedlich ist, hat man doch gehört, dass auch erfahrene Bauern immer wieder Unfälle mit agressiv gewordenen Bullen haben. *grusel* Für sowas wär ich zu feige.

« Letzte Änderung: 07.11.11, 17:25 von Aleike »
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