Autor Thema: Wert eines Pferdes ohne Papiere?  (Gelesen 14468 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline donau

  • pferde-allein-unterhalter
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 6.356
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Wert eines Pferdes ohne Papiere?
« Antwort #15 am: 10.10.11, 14:56 »
schinken-nudel, wenn du noch nicht mit dem züchter gesprochen hast, wieviel er bereit ist, im preis nach zu lassen, würde ich da erst mal anfragen, auch wie weit er mit dem DNA-test ist. und falls da noch nichts passiert ist, bitte auch schriftlich per einschreiben, mail oder sonstwas den gentest verlangen bzw. dass er sicherstellt, dass das pferd papiere hat. du verlierst die gewährleistung zwar erst nach 2 jahren, aber dann hast du die beweislast, sprich müsstest den gentest etc. zahlen, und beweisen, dass das pferd weniger wert ist. deswegen würde ich mich absichern, und schriftlich (und wenns nur ein schreiben ist, das beide unterschreiben) festhalten, dass der züchter den gentest machen lässt, um eben die papiere zu rechtfertigen.

im prinzip kann dir nur der zuchtverband sagen, wie das ist mit nachträglicher aberkennung der papiere etc., also würde ich dort anrufen. du musst ja nicht sagen, welches pferd, welcher züchter, sondern frag allgemein, ob das rechtens ist, dass das papier aberkannt wird, wenn sich nachträglich herausstellt, dass die abstammung nicht reinrassig ist. kannst ja auch sagen, dass du dich für so ein pferd interessierst, und dir nicht sicher bist, was es mit/ohne papiere wert ist. um´s fragen wirst du nicht herum kommen, und besser beim zuchtverband, als irgendwo anders. ev. nimmst du auch die zweigstelle aus einem anderen bundesland, oder die zentrale... ;)

wenn du bei e-horses suchst, such nach "pony",  alter max. 10 jahre, endmaß (also ca. 1,40-1,50). also sowas wie das hier http://www.ehorses.de/Pferdeangebot.asp?ID=292579
die hätte zb. sogar papiere, dafür keinen tölt. für den kannst du nochmal 1000 dazu rechnen meinetwegen, dann ist aber schluss. der hinterhof "züchter", den ich hier kenne, der isis ohne papiere verkauft verlangt für die max. 2.000 euro :-X (nur so als anhaltspunkt).

ganz ohne auseinandersetzung wird das nicht ablaufen können, ausser du verzichtest auf ein paar tausend euro, was ich zb. nicht täte. du musst dich nur trauen, mit den gesammelten fakten wirklich verhandeln gehen, oft ist es dann halb so schlimm... ;)
Wer auf seinem Standpunkt beharrt, darf sich nicht wundern, dass er nicht weiterkommt...

Authorised WEIGUMS Desillusionator

Offline Schinken-NudelTopic starter

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 7
Re: Wert eines Pferdes ohne Papiere?
« Antwort #16 am: 16.03.12, 00:29 »
Hallo liebe Fories,
wollte mich mal wieder melden... ihr habt immer so nett geschrieben... und es hilft auch immer ein bißchen so etwas mal niederzuschreiben

Inzwischen hat die Züchterin noch zwei DNA-Tests mit in frage kommenden Großeltern durchgeführt, leider beide negativ.
Ich habe mit der Züchterin inzwischen über den Preisnachlass gesprochen.
Sie würde mir neun Monatsmieten nachlassen (2.250 Euro Nachlass, also er würde dann 5.250 Euro kosten)
Dazu will sie ein Vorkaufsrecht und das Geld vom Preisnachlass wieder zurück falls der Stammbaum noch geklärt werden kann.

Ich möchte gerne dort auf dem Hof bleiben und bin deshalb ja um des lieben Friedens Willen schon bereit auch etwas mehr zu bezahlen, aber diese Bedingungen machen mir irgendwie Kopfschmerzen.
Die Züchterin ist der Meinung dass ich eigentlich zu wenig für ihn bezahle mit den 5250 euro.

Vermutlich würde all das nicht gar so schwer wiegen wenn ich sicher wäre dass er wirklcih auf Dauer mein pferd ist. Ich weiß das klingt jetzt vielleicht doof, habe ich doch schonmal ein Pferd verkauft... Eigentlich wollte ich jetzt ein Pferd für's Leben aber ich bin nicht sicher ob es so sein wird.
Das würde doch heißen dass ich
1. im Falle eines Wiederverkaufs mindestens zwei bis dreitausend euro in den Sand setze, denn ich glaube ehrlich gesagt kaum dass mir jemand nochmal so viel für ein Pony ohne Papiere bezahlen wird
2. für den Fall dass die Züchterin ihr Vorkaufsrecht in Anspruch nimmt, ich dann überhaupt nicht in der Hand habe, wo er letztendlich landet...? Wenn sie ihn dann einfach nur meistbietend weiter verkauft (und sie hat definitiv bessere Möglichkeiten als Besitzerin eines Gestüts) hab ich null Mitspracherecht.
3. zeitlebens das Geld auf die hohe kante legen müßte falls sie den Stammbaum noch klären kann... 

Also seit einiger Zeit ist das jetzt abends mein letzter Gedanke vor'm Einschlafen und einer meiner ersten nach dem aufwachen.

Das allerliebste wäre mir, das alles in die Hände eines Gutachters zu legen. Dann wäre das Tauziehen zwischen der Züchterin und mir beendet und die komischen Randbedingungen würden wegfallen.
Doch auf meinen ersten Vorstoß in die Richtung hat die Züchterin nicht reagiert... ich vermute dass ihr das nicht recht wäre....
Die Frage ist ja auch "lohnt sich das", wenn das gutachten dann vielleicht fast so viel kostet wie das Pferd?
Hat jemand von euch schonmal so einen Gutachter beauftragt und evtl. Erfahrung damit was sowas kostet?
Gibt es im islandpferdebereich überhaupt solche offiziellen Gutachter?

Viele Grüße
von eurer Schinken-Nudel


Offline Lacona

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.172
Re: Wert eines Pferdes ohne Papiere?
« Antwort #17 am: 16.03.12, 01:15 »
Das Tauziehen wäre auch beendet, wenn du ihn einfach zurückgeben würdest.
Für dich entfällt dabei der Aufwand des Verkaufs und auch der Verlust, den du vermutlich als Privatverkäufer ohne große Kontakte machen würdest.
Die Züchterin hat viele Interessenten auf dem Hof und wird den wohl besser weiterverkaufen können als du und wo er letztendlich landet hast du, sobald er verkauft ist (egal von wem) sowieso nicht mehr in der Hand.

Das wäre meine Lösung, wenn ich eh schon daran zweifele, obs wirklich "mein" Pferd ist und es dann auch noch zu solchen Schwierigkeiten kommt.
Und am Ende der Straße steht ein Haus am See.
Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg.
(Peter Fox)

Offline tara

  • ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd...
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 7.160
  • Geschlecht: Weiblich
    • IG Karabagh & eurasische Pferderassen e.V.
Re: Wert eines Pferdes ohne Papiere?
« Antwort #18 am: 16.03.12, 07:58 »
, also er würde dann 5.250 Euro kosten)

ganz ehrlich?

das wäre mir entschieden zu viel Geld für ein Pony ohe Papiere. Selbst wenn er die Töltmeisterschaften, alle Passrennen und Grand Prix Special gewonnen hätte....
stell dir vor, du hast ein Pferd und es kann nicht t ö l t e nin diesem Sinne...
Gruß tara

"Ausbildung heißt, das zu lernen, von dem du nicht einmal wußtest, dass du es nicht wußtest."
(Ralph Waldo Emerson, (1803 ‐ 1882)

Offline donau

  • pferde-allein-unterhalter
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 6.356
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Wert eines Pferdes ohne Papiere?
« Antwort #19 am: 16.03.12, 08:15 »
schinken-nudel, über 5.000 euro für ein pferd ohne papiere, dazu noch vorkaufsrecht und die knebelung, dass du das nachzahlst wenn der stammbaum geklärt wird... ich würde das pferd zurück geben, und den hof verlassen :-X
sowas ist einfach nicht seriös!

island-turniere kannst du damit dann keine bestreiten, völlig egal, wie toll der töltet oder auch nicht, und damit ist der haupt-preis-faktor schon mal weg. hier in der gegend gibt´s einen isländerzüchter, der wirklich nette ponies hat, aber eben ohne papiere, obwohl beide elternteile isländer sind. nur will sich der den ganzen aufwand mit körung, dna-test etc. nicht antun. diese pferde kosten zwischen 1.500 (3-jährig und roh) und 3.500 (7-8 jährig, brav geritten und von jedem kind zu händeln) euro. und diese hätten dieselben "rechte" wie deiner... der schonmal 1.750 euro mehr kostet, und dann noch vorkaufsrecht etc. blabla hat.

dieses vorkaufsrecht der züchterin finde ich persönlich ja auch eine unseriöse sache: schliesslich ist es so, dass du wahrscheinlich das pferd wesentlich günster verkaufen wirst müssen, wenn du es privat hergibts, als du jetzt auch mit dem reduzierten preis gezahlt hast (siehe oben). und die züchterin nimmt den dann zu dem preis zu sich, und verkauft ihn dem nächsten gutgläubigen deppen (entschuldigung - ist nicht böse gemeint, die einstellung haben aber viele komerzielle pferdeverkäufer, wenn sie so unseriös arbeiten) um mehr als das doppelte... und macht damit ganz ohne aufwand ihrerseits einen hübschen gewinn....
wenn sie damit rechnen würde, dass du das pferd um das geld losbringst wie sie, würde sie das nicht machen.

im endeffekt kannst du eigentlich nicht beeinflussen, was mit dem pferd nach dem verkauf geschieht, und grade wenn das nicht "dein" pferd ist, würde ich einen schlussstrich ziehen, und das pferd zurück geben. es war damals doch auch im falle des hafis danach eine verbesserung für dich, als das "kämpfen" aufgehört hat, oder?

eine frage allerdings hab ich noch: warum willst du unbedingt auf dem hof bleiben? dort wirst du grad ziemlich über den tisch gezogen, ich wäre nach so einer aktion viel zu misstrauisch, ob das, was mir gesagt wird, auch wirklich stimmt, als dass ich dort bleiben könnte ;)
Wer auf seinem Standpunkt beharrt, darf sich nicht wundern, dass er nicht weiterkommt...

Authorised WEIGUMS Desillusionator

Offline Schinken-NudelTopic starter

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 7
Re: Wert eines Pferdes ohne Papiere?
« Antwort #20 am: 16.03.12, 09:25 »
Guten Morgen zusammen  :)

vielen Dank für Eure guten Antworten, es ist immer wieder hilfreich wenn man objektive Meinungen sozusagen "von außen" hört.
Bei uns auf dem Hof finden sie alle die Vereinbarung nicht soooo schlecht, eine Rechtsanwältin hat mir andererseits gesagt ich soll mich auf keinen Fall auf so einen handel einlassen...

Mein Verstand sagt genau dasselbe wie ihr: gib ihn zurück.
Aber mein Bauch  ???

Ihr habt ja auch die Beiträge über meinen Hafi gelesen... er war einer, der immer diskutiert hat, mich in jedem einzelnen Handgriff gefordert hat und geguckt hat wie er sich vielleicht entziehen kann.
Jetzt hab ich mit meinem "neuen" ein Pferdchen, das diskutiert nicht, das macht einfach. Er ist sooo lieb und sanft, gleichzeitig auch so cool in allen Situationen und ich hänge schon ziemlich an ihm. Man kann ihn schon selbst in seinem jugendlichen Alter als Verlasspferd einstufen. Er hat mir schon ganz viel Vertrauen zurückgegeben  :-*  Das genieße ich im Moment so sehr dass ich ihn eigentlich gar nicht hergeben will.

Allerdings - wie gesagt weiß ich nicht wie es auf Dauer sein wird. Wir kennen uns ja noch gar nicht so richtig. Er ist lieb, sanft und ruhig und so ist auch sein Temperament. Manchmal ist er halt schon sehr zäh aber ich hab ja keine Ahnung wie das mit so einem Jungspund ist... kommt da noch was oder wird er eher noch ruhiger.... habe auch eigentlich keine Vergleichsmöglichkeiten außer die Schulis, die ich halt in der Bahn geritten habe.
Das Thema mit dem hergeben steht für mich viel zu früh im Raum. Hätte ich ihn regulär mit Papieren gekauft so wie es ja eigentlich auch gedacht war hätte ich uns die Zeit gegeben. Wenn ich ihn mit 8 verkauft hätte wäre er im besten Alter und ich denke dass ich auch zumindest annähernd wieder die 7500 Euro für ihn bekommen hätte. Ich weiß dass es keine eierlegenden Wollmilchsäue gibt und es wär gut möglich dass ich  mich damit arrangiert hätte, aber so weiß ich es einfach nicht, ich habe auchviel zu wenig Vergleichsmöglichkeiten um íhn so richtig irgendwo "einstufen" zu können in Sachen Temperament, Fleiß etc. Eine Stallkollegin habe ich mal gebeten mir zu sagen wie sie ihn beurteilt, sie sagte wörtlich "ich persönlich würde mich mit ihm zu Tode langweilen". Also denke ich mal, meine Bedenken sind nicht ganz abwegig, auch wenn ich ganz sicher keine Kanonenkugel unter'm Hintern brauche und auch nicht möchte  ;)
Ich hab jetzt einfach irgendwie auch Angst, das falsche zu tun. Womöglich MEIN Pferd wieder herzugeben und nacher wieder so was wie meinen Hafi zu haben der es ständig wissen will...?  :-\

Auf dem Hof würde ich gerne bleiben weil er sozusagen vor meiner Haustür liegt. Es ist soooo schön, im Sommerhalbjahr abends auf meiner Hunderunde noch an den Koppeln vorbeizulaufen und mein Pferdchen zu besuchen. Außerdem haben wir tolle Trainerinnen und eigentlich alles was das Reiterherz begehrt, tolles Ausreitgelände, OBahn, Halle, Vollpension und ich hab dort jetzt auch sehr nette Reiterfreundinnen, die immer sehr schöne Touren planen und ich habe mich eigentlich schon drauf gefreut wenn mein Kleiner mal so weit ist, auch größere Runden zu drehen...

Donau, es ist witzig dass Du genau den Ausdruck gebraucht hast, der mir auch die ganze Zeit im Kopf rumschwirrt: "Knebelung"...
am liebsten wär mir, ich könnte die Züchterin dazu bewegen mir einfach einen fairen Preis für ein sonstiges Pony ohne Papiere zu machen. Mehr will ich ja eigentlich gar nicht.



Wieselchen

  • Gast
Re: Wert eines Pferdes ohne Papiere?
« Antwort #21 am: 16.03.12, 14:41 »
Und wie wahrscheinlich ist das, daß sie Dir da entgegen kommt? Am besten Du machst Dir ganz genau klar unter welchen Umständen genau Du das Pony behalten kannst/willst. Wenn die Züchterin darauf eingeht gut, wenn nicht musst Du dann auch konsequent sein und das Pony zurückgeben, oder Dich damit abfinden.

Wenn Du Deine Vorstellung nicht realisiert bekommst musst Du ja überlegen ob Du dann die angebotene Ermäßigung plus Knebelvertrag akzeptierst oder nicht.