Das kranke Pferd > Hufschutz und Hufprobleme

Wand befeilen, weshalb?

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Figonero:
Es geht darum, dass ich bei meinem Schmied beobachtet habe, dass er die Hufwand stark befeilt. Er ist kein Stuemper, er feilt sich die Hufe nicht passend zum Eisen, oder so und macht auch viel im Orthopaedischen Bereich, geht zur Weiterbildung nach Deutschland, also jemand, der sich schon engagiert. Meiner Meinung nach der Beste, den wir hier so haben.

Als es zum Erst-Beschlag an meinem bislang Barhufler kam, bat ich ihn nur "Chirurgische" Mini-Eingriffe vorzunehmen, ich war doch so stolz auf meine propperen Huefchen, da waren noch nicht mal Rillen in der Wand! Er hat sich dann wunschgemaess dran gehalten und nichts von der Glasur befeilt, ausser eben zum Schluss noch mal ueber die Nagelung, das ist wohl unvermeidlich.

Ich hab ihn mal darauf angesprochen, warum er das macht. Sinngemaess war die Antwort, wenn er stark kuerzen muss (oft Jungpferde, die roh von der Koppel kommen, mit  :-X-Hufen...), dann muss er fuer jeden cm an Laenge auch entsprechend von der Wand wegnehmen. Oder bei Pferden, die aufgrund externer Einfluesse starke Rillen im Huf haben. Damit die Kraefte ungebrochen abgeleitet werden koennten.....Verstanden hab ich das nicht wirklich.

Jetzt ist meiner seit einigen Monaten auf den Koppel, barfuss, und wenig gearbeitet. Ich muesste also jetzt was von der Zehe wegnehmen (also schon unten am Tragrand , nicht bloss die Zehe kurz raspeln, selbstverstaendlich!).
Soll ich dann eben auch so vorgehen, erst Tragrand kuerzen und dann noch mal an der Zehe Wand befeilen, oder sollte ich mich auf Tragrand wegraspeln beschraenken? Zum Schluss berunden ist auch klar.

Ich wuensche mir von euch, dass ihr zum einen Stellung bezieht, ob die Vorgehensweise meines Schmiedes prinzipiell Sinn macht und wie ich jetzt in der akuten Situation am besten vorgehen sollte. "Notfallmassnahme", sozusagen.

NICHT diskutieren wollte ich, ob generell Beschlag oder nicht. Das ist ja sehr abhaengig von Bodenbeschaffenheit, Arbeitsbelastung und auch Ideologie des Besitzers. Koennen wir DEN Punkt ausklammern, bitte?
Kerstin

winni-maus:
Hab ich das jetzt richtig verstenden, du willst dein Pferd selber Ausschneiden?
Warum? Gibt es einen bestimmten Grund?
Warum holst du nicht einfach den Hufschmied und lässt den Ausschneiden? (Krank? Verhindert?) Da wäre ich mir zumindest sicherer denn der weiß was er tut, (zumindest im Regelfall) als wenn ich selber experimentieren würde ohne genaue Kentnisse der Hufbearbeitung. Da kann man ja sehr viel falsch machen.
Ansonsten kann man viel im Internet nachlesen über die vielen verschiedenen Gründe warum man die Wände beraspelt.
Je nach Philosopie gibt es da auch große Unterschiede.
Ob dein Schmied die Sache prinzpiel gut macht oder nicht und ob das Sinn macht kann man ohne Bilder nicht beurteilen. Es gibt viele Gründe die Wand zu beraspeln und vieles macht auch Sinn, aber sicher nicht alles.
Ein Grund die Wand unten rund zu feilen ist z.B. damit die Wand nicht so leicht ausbricht, man nimmt ihr sozusagen den Grad.
Auch kann man das Abriebverhalten beeinflussen, wenn man eine Stelle dünner raspelt als die andere, dann ist der Arbrieb da größer als an der dickeren Stelle und daruch können so Zehen und Nasen oder ungleich hohe Wände behoben oder verhindert werden.
Auch das Abrollverhalten kann durch das beraspeln der Wand beeinflusst werden und somit die ganze Gangmechanik.
Spannungen können aus bestimmten Wandbereichen durch beraspeln genommen werden.
Andere machen eine sogenannte Mustangrolle usw.

Ohne diese Kenntnisse würde ich mich nicht an das Ausschneiden oder Beraspeln der Hufe trauen.
Ich schneide und rasple z.T. auch selber (korrektur zwischendurch weil meine Bearbeiterin nicht so oft kommen kann wie mein Pferd es bräuchte in der jetzigen Situation), aber am anfang nur unter aufsicht meiner Hufbearbeiterin, die mich immer wieder korigiert und auf Fehler hinweist und immer wieder selber handanlegte. Jetzt mach ich zwischendurch auch was alleine, weil sie eben nicht alle 2 Wochen kommen kann. Und seit ich das regelmäßig mache, weiß ich wie fein man eigentlich arbeiten muss und wie viel unterschied so ein paar mm mehr oder weniger an manchen Stellen ausmachen können. Das ist enorm was man mit ein, zwei Raspelstrichen am Gangbild und am Abriebverhalten ändern kann. Kleine Fehler können da große Auswirkungen haben.
Kantenberunden und wenn mal was wegbricht wieder rundfeilen ist ansich nicht die Tragik, aber für alles andere sollte man Grundkenntnisse haben.

Figonero:
Nein, ich will nicht selbst Ausschneiden. Ich will einen kleinen Handgriff erledigen. Bis zum naechsten Beschlagstermin, sozusagen.
Als das Pferd noch komplett Barhuefler war, kam ich mit berunden eigentlich soweit hin. Da stimmte es mit der Hufachse immer gut. Nur durch den zwischenzeitlichen Beschlag ist es halt etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Als ich ihm die Eisen abnahm, war die Zehe zu lang (klar, normal am Ende der Beschlagsperiode). Das hat sich halt auch nicht eingependelt, wie ich erhofft hatte. Das Pferd steht jwd auf der Koppel und mein normaler Schmied kaeme da erst schon mal gar nicht hin, mit seinem Buschen.
Zum Anderen ging es mir wirklich auch darum, zu hinterfragen, warum er so stark beraspelt, das hatte ich in Deutschland eben so noch nie gesehen.
Vielleicht habe ich mich auch dumm ausgedrueckt, das berunden (sprich Kante brechen) und diese Mustangrolle ist klar, er raspelt halt teilweise hoch bis fast an die Krone....da wird man doch mal nachfragen duerfen, ob es dafuer einen Gund gibt, oder geben koennte (zum Verstaendnis, nicht bei meinem Pferd, sondern bei vielen Anderen, bei denen ich ihn beobachtet habe)

Aleike:
Mein früherer (guter) Schmied hat auch schon ein Stück hoch geraspelt, wenn die Wand nach außen verbogen war, aber nie bis zum Kronrand!

Ich bin jetzt - zuerst notgedrungen - schon bald 3 Jahre selbst dabei und nach dem, was ich gelesen habe und wofür ich mich entschieden habe, gehe ich ggf. aus demselben Grund an die Wand. Aber nur im unteren Bereich, so ca.2 Fingerbreit hoch.
Ich will ja nicht die Wand schwächen, sondern bloß dafür sorgen, dass beim Belasten die Hufkante, da, wo die Wand leicht zum verbiegen neigt, nicht nach außen hebelt.

Um die sog. Glasurschicht mache ich mir keine Sorgen, die kommt schnell wieder, nur um die Wandstärke und -stabilität. Sooo dick ist Wand ja nicht, dass man da unbesorgt auch an mehreren Terminen nacheinander wegnehmen könnte. Und die Wand schützt - nach den Theorien denen ich folge - den Huf auch gegen Enwirkungen von außen.

Die Frage ist ja auch, wieviel dein Schmied da rumraspelt. Wenn er zwar ein-, zweimal die Raspel mit der feinen Seite bis hoch zieht, dabei aber nicht viel wegnimmt, nur optisch "schön" macht, würde ich mir nicht zuviel Sorgen machen. Wenn die Wände in sich schön gerade sind, würde es ja auch keinerlei Sinn ergeben, da viel wegzuraspeln.

winni-maus:

--- Zitat von: Figonero am 09.06.11, 19:45 ---Jetzt ist meiner seit einigen Monaten auf den Koppel, barfuss, und wenig gearbeitet. Ich muesste also jetzt was von der Zehe wegnehmen (also schon unten am Tragrand , nicht bloss die Zehe kurz raspeln, selbstverstaendlich!).
Soll ich dann eben auch so vorgehen, erst Tragrand kuerzen und dann noch mal an der Zehe Wand befeilen, oder sollte ich mich auf Tragrand wegraspeln beschraenken? Zum Schluss berunden ist auch klar.

--- Ende Zitat ---

Ich ging ja nur davon aus, dass du das selber machen wolltest, weil das da eben so klingt.
Du willst also Ratschläge auf was du achten musst wenn der Schmied das nächste mal kommt?
Schneidet er nur aus oder beschlägt er wieder?

Problem ist: wie genau die Hufe deines Pferdes jetzt aussehen kann man anhand deiner Beschreibung nur erahnen, aber ohne Fotos kann man nur schwer sagen, ob es sinnvoll ist bei deinem Pferd die Wände geal wo oder wie zu beraspeln. Das kann man nicht nur anhand von einer Beschreibung. Das kann am besten ein guter Schmied oder Hufbearbeiter vor Ort. Über die Entfernung kann man es bestenfalls über Fotos, wobei da die Gangbeurteilung auch schon wieder wegfällt, was ja zu einer guten Bearbeitung dazugehört.
Wie gesagt Wände zu beraspeln kann bei vielen Problemen sinnvoll sein, man kann es aber nicht pauschalisieren, das ist gut oder schlecht. Je nach Pferd und Huf ist es sinnvoll oder eben auch nicht.
Wurden denn die Hufe nach der Beschlagsabnahme nicht ausgeschnitten? Wer hat denn die Eisen abgenommen? Auch wenn das Pferd danach wieder Barhuf läuft, korigiert man normalerweise die Hufstellung, auch wenn man nicht so viel wegschneidet, wie für einen Beschlag.

Ich will dich in keiner weise angreifen, nur um zu begreifen was du genau willst, muss man hald nachfragen, so weiß zumindest ich nicht wirklich was du genau hören willst.

Wie gesagt, Gründe um die Wand zu beraspeln gibt es viele und es macht oft wirklich sinn es zu tun. Ob es jetzt Sinn macht bis zum Kronrand hochzuraspeln, darüber kann man streiten, sicher findet man auch Gründe dafür, aber ich würde es nicht machen. Wobei es manchmal schon Sinn macht, bestimmte Wandbereichte auch bis weiter hinauf zu beraspeln um eben z.B. irendwo Druck wegzunehmen oder damit der Ausgleichende Effekt z.B. weil man an einer Stelle mehr abrieb möchte, länger anhällt.
Abe im Internet kann man darüber auch so schon einiges nachlesen, da kann man Stundenlang sich damit beschäftigen. Viel Spaß damit

Ich kann selber immer nur von Barhufen sprechen. Wie das bei Beschlag ist weiß ich nicht so genau, aber bestimmte Dinge werden änlich sein, sowas sie Abrieb fällt wohl weg.

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