Autor Thema: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku  (Gelesen 30678 mal)

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #120 am: 13.07.11, 15:44 »
Zitat
ich bin ehrlich gesagt froh, dass es solche menschen gibt die sich engagieren und nicht nur reden. also wenn wir von dem standpunkt ausgehen, dass das da kein tierschutz ist, dann dürfte niemand ein pferd halten da man es nie artgerecht halten kann. allein reiten ist nicht artgerecht. ich weiss nicht warum so eine abneigung gegen den hof herrscht wo es doch wirklich andere bereiche gibt wo man sich aufregen könnte.

Ich habe etwas weiter oben nicht gesagt, daß es kein Tierschutz ist, ich habe nur gesagt, daß ich von "solchen" Leuten, die solche Aussagen treffen, mehr erwarten würde (siehe auch Geolina´s Beitrag). Und ich bin tatsächlich auch froh, daß es Leute gibt, die sich um den Tierschutz kümmern.
Und ich habe mich nicht nur über Aiderbichl aufgeregt sondern auch über andere Bereiche (lange Schlachtewege, Überproduktionetc.) Aber ich hab das Gefühl Du suchst Dir hier nur die Korinthen raus, die Dir besonders aufstoßen und dabei ließt Du nur noch quer und nicht mehr, daß was ich z.B. wirklich geschrieben habe. Du tust so als würde ich (bzw. andere) mich nur und ausschließlich über Aiderbichl aufregen und nennst im Gegenzug all die anderen Punkten, die wir hier übrigens bereits seitenweise danach noch besprochen haben.

Also bitte, bevor Du anfängst bei einzelnen Personen so zu polarisieren, solltest Du alles und genau lesen.
« Letzte Änderung: 13.07.11, 15:54 von Bini »
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Offline speedy

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #121 am: 13.07.11, 18:30 »
bine habe von dir recht wenig zu dem thema gefunden und das was ich gefunden habe bezog sich auf die haltung auf dem hof und die wenige ahnung die die leute dort von pferdehaltung haben. du fühlst dich gleich angegriffen das ich nur den standpunkt vertrete, dass ich das gut finde und die leute sich einsetzen.
dachte nicht das ich hier mit meiner meinung im punkte tierschutz solche angriffe bekomme.

@geolina
bin gegen zucht besonders in den bereichen hundezucht/katzenzucht und bei solchen "überproduktionen" auch gegen pferdezucht. bei katzen und hunden gerade deshalb weil wir so viele verwilderte hauskatzen und katzen und hunde in tierheimen haben und immer noch fleißig gezüchtet wird. bei der zucht finde ich auch dieses schönheitsideal verwerflich. wie schon in dem beitrag wie die blässe eines haflingers zu sein hat etc....welcher mensch ist schon perfekt außerdem entstehen durch inzucht viele krankheiten(was durchaus bei rassetieren vorkommt).
das mit den touristen kann ich verstehen, weil die leute auf gelder und spenden angewiesen sind und ich denke auch für die tiere ist das nciht schlimm mal gestreichelt zu werden.
wie viele pferde haben denn wirklich eine aufgabe und wie definiert man das? kenne sportpferde(denke aber das da einige mit ihrem leben nicht so zufrieden sind) und pferde die nur geputzt und gefüttert werden(etwas überspitzt ausgedrückt). ich habe ja nciht gesagt,dass ich hier jemanden meine und es kann sein das es über das schreiben falsch rüber kommt.
ich wollte lediglich die leute in schutz nehmen, die es sich zur aufgabe gemacht haben tieren zu helfen und das nach besten wissen und gewissen tun.

Offline thyrie

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #122 am: 13.07.11, 18:44 »
Sehr spannende Diskussion. Vor allem für mich als angehende Bio-Bäuerin  :) Wir stellen gerade um.

Schlachten ist nicht gleich schlachten. Ruhig und ordentlich gemacht hat das Tier keinen sonderlichen Stress. Egal, ob Pferd, Rind, Schaf oder Kaninchen. Erst gestern war ich mit 5 Altschafen beim Metzger meines Vertrauens. Hängerfahren kennen sie, normalerweise erwartet sie dann eine frische Wiese. Also nicht sonderlich aufregend. Nur bekannte Schaf- und Menschengesichter rundherum, ich dabei und nicht aufgeregt. Ein Schaf nach dem anderen in aller Seelenruhe raus aus dem Hänger und obwohl die anderen zugesehen haben, kein Stress. Höchstens Neugier. So machen wir es mit allen Tieren, die gegessen werden sollen.

Ich war bei einigen Pferden dabei, die geschossen wurden. Man muss nur aufpassen beim Halten, dass man nicht davor steht. Pferde fallen nämlich im Gegensatz zu Rind und Schaf meistens nach vorne um. Und das bei gut sitzendem Schuss noch vor Verhallem vom Knall. Nix mit inhuman und spektakulär....

In großen Schlachthöfen sieht es meistens leider anders aus. Viele fremde Tiere, Menschen und Gerüche. Nicht das Blut bringt die Tiere in Unruhe, sondern das Ungewohnte. Weidetiere sind Gewohnheitstiere, die auf Veränderungen mit Unruhe reagieren. Sieht man übrigens sehr gut am Fleisch. Durch eingeschossenes Adrenalin gibts das Labberfleisich beim Schwein (PSE) und trockenes zähes beim Rind.

Kühe dürfen übrigens nicht  mehr in Anbindehaltung gehalten werden, es muss umgestellt werden auf Laufstall. Die Übergangsfrist für Kleinbetriebe in D läuft noch bis max. Ende 2012. Bei den meisten Bioverbänden ist Auslauf vorgeschrieben, das ganze Jahr über (es sei denn, die Witterung lässt es mal gar nicht zu). Unsere Mutterkühe leben das ganze Jahr draussen, haben einen Offenstall. Und danken uns das mit Gesundheit und vitalen Kälbchen.

Die Krux an der Sache sind die Transporte und das Verschließen der Verbraucher vor dem Tierleid, was das Schnitzel, Steak, Filet auf dem Teller verursacht. Weniger Fleisch und dafür mehr auf das Woher und Wie geachtet würde einiges weiter bringen.

Die Preise für Bio sind halt ausnahmsweise kostendeckend für den Erzeuger. Unter 7,50 Euro fürs Kilo erzeugtes Fleisch ist reines Drauflegen für jeden Bauern! Normalerweise kann ein Landwirt nicht von den Discounterpreisen leben, nur dann, wenn er an allen Ecken und Enden spart. Und das auf Kosten von Qualität und Tierfreundlichkeit.
"Die schlimmste Kriminalstatistik gab es zu Kains Zeiten; auf einen Schlag löschte der Bursche ein Viertel der Menschheit aus."  (Gabriel Laub)

Offline sasthi

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #123 am: 13.07.11, 18:46 »
@speedy, ich habe nachgefragt, weil viele nur die Dokumentationen in youtube und co. sehen, nicht aber die Realität. Weil sie dafür dann 1000 Ausreden finden, und das, was gewisse Videos zeigen wollen (die angeblich auch in Deutschland gedreht wurden - allein mir fehlt der Glaube) für bare Münze sehen.

Ich persönlich bin pro Zucht, denn nur dadurch konnte sich eine große Vielfalt entwickeln, degenerative Krankheiten werden bei einem guten Züchter gemerzt und nicht weiterverkauft. Genauso wie kranke Tiere gemerzt werden.

Ich persönlich bin auch pro Nutztierzucht, aber mit kurzen Transportwegen zum Schlachter.

Und warum sind die Tierheime so voll? Weil man irgendwelche Viecher aus Rumänien und Spanien und wasweißichwo retten muss (womit man dann wieder die ganze Industrie der Hundetrainer und dergleichen mitfördert), weil man kranke Tiere nicht erlösen kann/will (ich kann nicht verstehen, dass ein Hund, der querschnittgelähmt ist, unbedingt am Leben erhalten werden muss oder ein Hund mit schwerer Diabetes), weil man sich scheut, Tiere, die seit JAHREN nicht vermittelt werden können, eben nicht mehr zu vermitteln. Ob das sinnvoll ist, dafür Spendengelder und auch Gelder von der Kommune auszugeben, darüber scheiden sich die Geister.

Und: Meine Meinung muss man nicht gut finden, ich kann damit leben :)
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Offline speedy

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #124 am: 13.07.11, 19:08 »
sasthi ich finde das so nicht ganz richtig mit der erklärung warum die tierheime so voll sind.es befinden sich auch viele rassehunde/katzen dort. die tiere in den örtlichen tierheimen sind meist auch aus deutschland und nciht aus dem ausland. sowas wird von privaten tierschutzorganisationen gefördert(stehe dem ganzen auch skeptisch gegenüber kann aber auch das nachvollziehen da mir diese tiere auch sehr leid tun).
finde aber auch, wer gibt uns das recht zu entscheiden ob ein leben lebenswert ist oder nicht?
habe selber einen kater der laut der aussage eines bauern kein lebenswertes leben hat da er nur noch ein auge hat.dieser bauer wollte ihn damals auch umbringen. jetzt lebt er putzmunter bei mir. bei menschen würde man sich hüten solche aussagen zu machen.
muss auch noch sagen, dass ich selber eine kleine private katzenhilfe betreibe da in dem stall wo mein pferd steht viele streunende katzen sind. sie werden von mir seit 6 jahren gefüttert, kastriert,entwurmt,... und auch da musste ich mich anfeinden lassen, dass man die doch dezimieren sollte. das es so viele sind ist die ursache von menschen die nicht kastrieren und wenn sie dann lästig werden sollen sie nur weg. das ist egoistisch und verantwortungslos. als krasser vergleich würde doch auch keiner sagen die inder sind so viele die müssen dezimiert werden(das ist wieder überspitzt ausgedrückt und nicht meine meinung).

Offline sasthi

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #125 am: 13.07.11, 22:32 »
speedy, richtig.. nur muss ich da aus Auslandistan noch unbedingt Viecher herkarren, möglichst noch mit schnulzigem Text dazu und "hach, hats das arme Hutzerl aber schlecht gehabt früher in Auslandistan"? Ich meine, muss man nicht. Die Tierheime hier sind gefüllt genug und das, was teilweise überleben gelassen wird (Katzen mit Inkontinenz, ja, das freut die reinliche Katz tagein, tagaus, wenn sie sich wieder angepinkelt hat, Hunde, die nicht mehr weglaufen können, weil querschnittgelähmt),... als Mensch habe ich auch die Verantwortung, ggf. den Säbelzahntiger zu ersetzen.
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Offline BiniTopic starter

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #126 am: 14.07.11, 09:15 »
Zitat
bine habe von dir recht wenig zu dem thema gefunden und das was ich gefunden habe bezog sich auf die haltung auf dem hof

Ich heiße "Bini" ;)  Und ich habe was zum Thema Massenproduktion von Haflingerfohlen geschrieben und auch was zum Thema lange Tiertransporte aber da sind wir wieder beim selektiven Lesen.
Ich fühle mich nicht angegriffen, weil Du diese oder jene Haltung gut findest, man darf ja schließlich unterschiedlicher Meinung sein, sondern weil Du mich auf einen einzigen Punkt reduzierst und mir damit unterstellst, daß ich die ganzen anderen Punkte gar nicht beachte und das stimmt halt nicht und deshalb habe ich das korrigiert und Dich gebeten genau nachzulesen.

Zitat
dachte nicht das ich hier mit meiner Meinung im punkte tierschutz solche angriffe bekomme.

Nochmal, es geht gar nicht um deine Meinung in Punkto Tierschutz. Hier darf jede/r eine Meinung habe. Es geht um das selektive Lesen und die Aussagen über andere Leute, die hier schreiben, z.B. mich. Ich hoffe Du verstehst es jetzt. Deutlicher kann ich echt nicht werden.
« Letzte Änderung: 14.07.11, 09:24 von Bini »
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Offline zaino

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #127 am: 14.07.11, 09:33 »
*sasthizustimm* *binizustimm* So hab ich Euch auch gelesen.

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #128 am: 14.07.11, 10:57 »
Zitat
finde aber auch, wer gibt uns das recht zu entscheiden ob ein leben lebenswert ist oder nicht?

Diese Frage ist müßig zu diskutieren. Tiere können ja leider nicht sprechen und sagen " Jetzt mag ich nicht mehr" aber ich sehe das wie Sashti und viele andere hier. Manch ein krankes Tier "um jeden Preis" am Leben zu erhalten muss nicht sein. Und da können wir jetzt ewig diskutieren was das genau bedeutet.

Ich finde es auch nicht gut, daß sich die Tiere massenhaft vermehren und Menschen sie dann töten aber dagegen kann man eben oft nicht viel tun (gegen die Vermehrung meine ich jetzt). Kastration und/oder Minimierung der Population durch Tötung ist halt meistens die einzige Möglichkeit....und Aufklärung der Menschen, die da so sorglos mit der Natur und den Tieren umgehen.
 
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Offline zaino

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #129 am: 14.07.11, 14:21 »
Da meistens der Mensch dran schuld ist, wenn Tiere sich quasi unkontrolliert vermehren, müssen WIR dann auch wieder eingreifen.
S. sämtliche Import-Tierarten in Australien, die die einheimische Faune gefährlich verdrängen.
Leider fallen den Zweibeinern dann meistens nur so tolle Aktionen ein wie die Viecher aus dem Flugzeug abzuballern  :'( oder sie einzufangen und in ein 3000 km entferntes Schlachthaus zu karren... oder Strassenhunde in eine Gaskammer zu stopfen u. ä. Schauerlichkeiten.
Wenn schon eliminiert werden muss, ginge das auch etwas humaner, wäre mit etwas mehr Arbeit verbunden, aber mei...
Grade Tierschützer schreien bei uns ja seit Jahren, das böööse Wild im Wald zerstört die armen kleinen Bäume (komisch, die wuchsen früher auch.. als es mehr Wild gab, schon komisch...), dann schreien sie, wenn sich mal ein paar Wölfchen über die Alpen zu uns verirren oder gar ein Bär... die KÖNNTEN ja mal ein Schaf greifen - dass sie im Normalfall aber das bööse waldfressende Wild zahlenmässig begrenzen täten, wird wieder nicht bedacht.
U.s.w. gerät jetzt etwas off-topic, aber der Mensch ist eigentlich nie zufrieden, dreht an zu vielen Schrauben, will alles kontrollieren und wundert sich dann, wenn der unüberschaubare Regelkreis Natur ihm wieder Schnippchen schlägt.

Auf der einen Seite werden pervertierte Züchtungen "produziert" - von der Perserkatze mit chronischer Atemnot über die Tragbare Kläffrolle dekadente Trethupe diversen Zierhündchen bis hin zu Arabern die vor lauter "Dish" ihr Futter nimmer kauen können :'( oder Ekzem lustig weitervererben... oder noch Schlimmeres...

Und am Beispiel Ekzem haben wir was, wo sich "lebenswert" gut definieren lässt... ein Ekzempferd in voller Blüte hätte ohne Ganzkörpertüte und zig Futter- und Schmiermittel überhaupt keine Lebensfreude und Lebensqualität mehr. Oder eins, dem chronisch sämtliche Knochen bei jeder Bewegung weh tun - das sind Lauftiere, und in ihrem Gehirn ist tief eingepflanzt, dass besagter Wolf sie holt wenn sie nimmer mit der Herde mit können! Wenn mich also mein "vieh erbarmt", wie es in der Bibel schon heisst, dann trage ich dem Rechnung, auch wenns mir weh tut..

Offline BiniTopic starter

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #130 am: 14.07.11, 16:00 »
*doppeltunddreifachbeizainounterschreib*
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geolina

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #131 am: 14.07.11, 17:29 »
hallo,

die frage ist nicht: wer hat das recht über leben und tod die entscheidung zu fällen - die frage ist: wer darf sich dieser entscheidung entziehen?

wir haben gerade wieder so einen fall im stall - natürlich die entscheidung des besitzers, aber wenn ein pferd nur noch in der box mit gips schmerzfrei existieren kann und evtl. wieder soweit kommt, dass er im schritt symptomfrei laufen kann und evtl. mal auf die koppel kann - bis zum nächsten schub und das tier auch noch alt ist. herrjeh, muss ich dann ein lauftier noch so lange herumziehen. ja kann noch 3-4 jahre so leben - für mich wäre aber klar, dass mein pferd, wäre es alt nicht mehr 3-4 jahre so leben müsste.

nebenbei: wenn ich einen hafi mit blesse will und es genug haflinger gibt, warum sollte ich dann einen ohne kaufen??? na dann gehen eben ab sofort die mit blesse zum schlachter - ist doch nun auch nicht viel sinniger.

alex

Offline Maltez

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #132 am: 15.07.11, 10:12 »
Ich bin Pflegestelle für Hunde aus dem Süden - seit Jahren! Und muß mir die Kacke mit die überfülllten deutschen Tierheimen auch immer wieder anhören und ob wir nicht genug Hunde in Deutschland hätten. Geht mal ins Tierheim und schaut Euch um, was da drin sitzt. Zum Teil unvermittelbare Hunde, die irgendeine schlechte Erfahrung gemacht haben und nicht mehr vermittelbar sind. Oder große schwarze Hunde, vor denen die Leute Angst haben, vor allem die mit Kindern. Und dann noch das unfreundliche Personal - wird mir immer wieder bestätigt. Die Interessenten an einem Hund haben den Eindruck, daß gar keine Hunde vermittelt werden wollen. Und wenig Welpen. Dann rennen die Leute eben zum Züchter und kaufen sich einen teuren Rassehund, der oft noch krank und überzüchtet ist.
Was spricht denn gegen einen Hund aus dem Ausland? Habe hier oft Welpen, die in einer Pappschachtel auf der Müllkippe in Sizilien entsorgt werden, halb verhungert oder verdurstet sind bevor sie gefunden werden oder in Spanien mit einer Dose über den Kopf in den Müllkontainer geworfen, eine Galga, die jagduntaglich ist und erhängt werden sollte. Eine kleine Rumänin, die überfahren wurde und mit gebrochener Hüfte und angefaultem Schwanz im Straßengraben lag. Die Hunde sind einwandfrei, von sanften Gemüt, ausgesprochen sozialverträglich und sehr anhänglich. Keiner dieser Hunde war jemals verhaltensauffällig, ganz im Gegenteil. Ich bin der Meinung,  Hunde haben keinen Nationalität oder Staatsangehörigkeit.
Meine Güte, hat jeder von Euch ein "deutsches" Pferd? Ich z.B. liebe die Iberer und habe einen, der aus Andalusien hergekarrt wurde, obwohl es doch genug "deutsche" Pferde gibt.
Nix für ungut!

Wieselchen

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #133 am: 15.07.11, 17:55 »
Sicher kann man nicht alles über einen Kamm scheren. Einig sind wir uns wahrscheinlich darin, daß es absolut überall auf der Welt Tiere gibt, die leiden müssen und es sich für jedes einzelne Tier lohnen würde es von seinem Leid zu erlösen, wie diese Erlösung auch immer aussehen mag.

Was hier eher rauszuhören ist, wir sollten uns vielleicht in erster Linie um "unsere" leidenden Tiere kümmern, hier im Land, bevor wir noch die Verantwortung für alle anderen dazu nehmen. Man kann nunmal nicht allen helfen und ich finde auch, daß es in erster Linie darauf ankommt möglichst vielen Tieren bei uns zu helfen, wie auch immer diese Hilfe aussieht, bevor man sich noch die "Problemfälle" aus dem Ausland dazu holt.

Absolut nachvollziehbar wie ich finde. Gerade Straßenhunde aus dem Ausland sind ganz oft so verstört und traumatisiert, daß sie sich eben nicht einfach so hier ins Leben mit einbinden lassen. Vielleicht ist da für viele arme Kreaturen eine Erlösung die bessere Methode, aber das ist eine philosophische Diskussion, in der es letztendlich kein "richtig" und kein "falsch" gibt.

Also ich würde sowohl einen Hund aus Spanien aufnehmen wie einen hier aus einem Tierheim. Wenn ich einem Tier wirklich helfen will dann kann ich das machen und muss dabei lediglich vor mir selber Rechenschaft ablegen.

Offline Maltez

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Re: 400 km für ein Fohlen - ZDF Doku
« Antwort #134 am: 15.07.11, 19:58 »
Ich stimm Dir schon zu. Aber "Problemfälle" habe ich in den seltensten Fällen gehabt. Auch Hundetrainer waren niemals von Nöten. Wenn man bedenkt, was manche Hunde hinter sich haben und wie normal und vertrauensvoll sie noch zu Menschen sind, dann ist das schon erstaunlich. Ich hab hier seit ca. 3 Jahren einen Hund, der so verschlagen und ängstlich war, daß er in Spanien 9 Monate gebraucht hat, bis er sich überhaupt anfassen ließ. Heute ist er so gut wie normal und würde niemals aggressiv werden. Das haben die Hunde einfach nicht in deren Genen. Der Hund ist mein Schatten und wie alle absolut verträglich mit anderen. Vor Männern hat er immer noch Angst und das wird sich nie mehr legen, zu tief sitzt seine Erinnerung. Er wird auch bei mir bleiben dürfen, eine Vermittlung kann ich ihm nach der langen Zeit bei mir nicht mehr zumuten.
 
Die echten Problemfälle sitzen in den deutschen Tierheimen. Die sogenannten Listenhunde. Die können völlig harmlos und lieb sein, aber ihre Vermittlungschancen gehen gleich Null.

Die Welpen, die ich habe, sind immer freundlich und ohne Arg gegen Menschen und werden alle tolle Familienhunde. In den ganzen Jahren war noch nie ein Problemfall dabei. Vielleicht liegt es auch daran, daß wir uns viel Mühe geben, die richtigen Leute für den jeweiligen Hund zu finden. Wir achten darauf , daß beide zusammenpassen und da wir die Hunde gut kennen, wissen wir wie ein Hund ist. Wenn wir den Eindruck haben, daß Hund und neues Herrchen evtl nicht zusammenpassen, geben wir den Hund auch nicht an diesen Platz.

Ich hab das Glück, die Zeit, den Platz und die Mittel zu haben, Hunden zeitweise ein Zuhause bieten zu können, es ist mir eigentlich egal, woher sie kommen. Ein Hund in Not ist ein Hund in Not, egal woher. Wie schon gesagt, für mich haben Tiere weder Nationalität noch Staatzugehörigkeit. Wenn ich helfen kann, dann mach ich das auch. Was allerdings auffällt ist, daß die Hunde aus dem Süden vom Wesen her anders sind, im positiven Sinn. Ich weiß natürlich, daß Tiere sowas wie Dankbarkeit nicht kennen, aber könnt man es fast denken.... Ich kann Hunde aus "Auslandistan" wirklich empfehlen, den einzigen Makel, den sie haben, ist im falschen Land geboren zu sein und dafür können sie nichts.