Autor Thema: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?  (Gelesen 11945 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline carola

  • Moderatoren
  • *
  • Beiträge: 8.573
  • Geschlecht: Weiblich
  • pferdelos glücklich...
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #15 am: 18.01.11, 14:08 »
Hm, Figonero, hast du dich mal gefragt, warum nicht alle so Dressur reiten wie der "Guru" (nicht böse gemeint), dessen Linie du bevorzugst? ;)
Ich habe vor Jahren Chironunterricht genommen und war begeistert. Und ich denke, bei den "normalen" Springern hat sich halt das andere eingebürgert. Außerdem sind die Stürze vielleicht nicht ganz so heftig wie bei den VSlern, wenn es da mal kracht.
Aber die VSler sitzen ja auch in der Dressur eher wie die Klassiker und nicht im Spaltsitz. Da scheiden sich vermutlich die Welten. Und mit Entenpopo kommt man sich beim Chironspringen verdammt doof vor. Ist vielleicht nicht so verlockend?
Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!

Offline terra

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.975
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #16 am: 18.01.11, 14:36 »
Figonero - einige Reiter dem englischsprachigem Raum, die auf eher blütigen Pferden unterwegs sind, haben den VS-Stil beibehalten.

Ich denke, dass im ****-Sterne Springparcours das wirklich auf den Millimeterpunkt -Springen einen etwas anderen Sitz bedingt
.... solange das Pferd vom Vermögen her einfach "über den Parcours laufen kann", genügt der korrekte Chiron-Sitz - der das Pferd wenig in seiner Rückentätigkeit stört, der schnelles Galoppieren nicht behindert, der auch mal den ein oder anderen Rumpler aushält, der weitgehend zügelunabhängig ist.
Kommt das Pferd Höhen/Weitenmässig an seine Grenzen, werden enge und engste Wendungen geritten wie im Springparcours wird ausgesessen, mehr oder weniger tief, und weitaus mehr reguliert bei rel. kurzem Zügelmass. Der Oberkörper geht vor, um dem Pferd das Springen überhaupt zu ermöglichen  -  egal ob Parcours oder VS (hier z.B. in engen Hindernisskombinationen)
Für die ganze QStrecke passen drei Zitate eines grossen Jagdtrainers : "Let the horse do his job", "let the reins slip" und "look at the church" - kann man bei den grossen VS gut beobachten, wie das gemacht wird und dass es funktioniert  :D.

Offline MettieTopic starter

  • Ex-Profiküken
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 2.138
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #17 am: 18.01.11, 19:43 »
Ich würd terra zustimmen...
Ohne Ahnung davon zu haben würd ich sagen dass man im Springparcours einfach präziser/wendiger reiten muss und im Springsitz ne bessere Einwirkung hat.
Ich hab schon etliche VS-Fotografien gesehen in denen die Reiter (bei Hügelab-Sprüngen) die Zügel nur noch an der Schnalle und relativ lose Verbindng hatten, einmal gabs ne Szene in der das Pferd in einer "Kombination" (heißt das auch so in der CC?) den zweiten Sprung quasi allein genommen hat weil der Reiter aus dem Gleichgewicht war und am Hals hing  ;D War das nicht sogar bei der letzten WM in Kentucky?

Noch ein Grund warum Springreiter anders sitzen: Weil die Hindernisse anders sind. Über normalen Hochweit- oder Steilsprüngen finde ich den Sitz gar nicht so unterschiedlich, so richtig krass ist es ja eigentlich nur bei den Sprüngen in die Tiefe und die gibt es (außer beim Hamburger Derby  ;) ) im Springreiten ja nicht.

geolina,  ;D das denk ich auch, dass die Pferde nen Schuss haben. Jedenfalls machen die nicht den Eindruck als wollten sie das nicht.

donau, danke für die Höhenangaben. Ging mir auch nicht darum, dass das "leichter" sein soll, sondern weil die extremen Höhen ja als ziemlich verschließend gelten. Nicht umsonst verzichten viele Springreiter auf Mächtigkeitsspringen. Finde ich sehr löblich, dass die VS-Springprüfungen nicht so arg hoch sind. Zumal es sicher wenig Pferde gäbe die in der VS und auf int. Spring-Niveau erfolgreich sein könnten.

Zitat
warum feste hindernisse ist ganz einfach: ohne wär´s keine vs, das grade macht ja spass. und ich hoffe mal drauf, dass das schimmelchen das auch so sieht, andeuten tät sie´s ja
Spaß ja, aber es ging ja darum dass es gefährlicher sei. Ist ja scheinbar nicht so. *beruhigt bin*

Chiron-Springen würd ich auch gern mal lernen. Vielleicht würde ich dann mal meine Angst überwinden. Wenns hier in der Nähe mal nen Kurs gäbe...  :P
Hat jetzt halt keine Signatur mehr um Schleichwerbung für THM Strahlbalsam zu machen.

Offline Frau Peh

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.855
  • Geschlecht: Weiblich
    • Comic-Schilder und andere schöne Dinge
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #18 am: 19.01.11, 08:23 »
Metti, frag mal Muriel (die ist doch grob bei dir in der Nähe, oder?), die gibt Chiron-Kurse.  :)

Offline Hexenkind17

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 549
  • Geschlecht: Weiblich
    • Grevenhof
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #19 am: 19.01.11, 08:43 »
Ich bin großer VS Fan, seitdem ich einmal mit einer Stallkollegin und ihrem Pferd zu einer Prüfung war. Die Leute waren dermaßen nett und locker.
Außerdem konnte ich 3x als VIP Gast in Luhmühlen dabei sein. Ich finde, Reiter und Pferde müssen definitiv leicht durchgeknallt sein, aber da werden die Pferde (meiner Meinung nach) im Topsport am artgerechtesten gehalten und trainiert werden.

Guckt mal, hier sind einige neue Regeln und Statistiken, sehr interessant:
https://www.pferd-aktuell.de/Pferdesport-A-Z/S-wie-Schmied/Sicherheit-in-der-Vielseitigkeit/-.3880/Sicherheit-in-der-Vielseitigkeit.htm
Friends help you move. Real friends help you move dead bodies ...


Schock deine Lehrer, lies ein Buch !!!

Offline Lacona

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.172
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #20 am: 19.01.11, 10:32 »
Mettie bräuchte erstmal ein Pferd, mit dem sie springen kann, oder?  ;)
Und am Ende der Straße steht ein Haus am See.
Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg.
(Peter Fox)

Offline Frau Peh

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.855
  • Geschlecht: Weiblich
    • Comic-Schilder und andere schöne Dinge
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #21 am: 19.01.11, 10:43 »
Axo - dann ist das Problem anders gelagert...  8) Klang so als ob sie nur nicht wüßte wo sie sowas in ihrer Nähe machen kann.

Offline MettieTopic starter

  • Ex-Profiküken
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 2.138
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #22 am: 19.01.11, 12:18 »
ach, Lacona, eigentlich nicht, der springt sehr gern wenn der Rücken keine Probleme macht und zieht aufm Springplatz auf die A-Oxer zu! Jetzt im Winter würd ich allerdings keinen Lehrgang machen so wechselhaft wie momentan das Befinden ist.. Und einen Springsattel bräucht ich eventuell noch... :-D

Muriel hat sich hier am Forum abgemeldet, aber ich hab noch Kontakt zu ihr. Weiß allerdings nicht ob sie sowas noch macht.
Hat jetzt halt keine Signatur mehr um Schleichwerbung für THM Strahlbalsam zu machen.

Offline Frau Peh

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.855
  • Geschlecht: Weiblich
    • Comic-Schilder und andere schöne Dinge
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #23 am: 19.01.11, 12:34 »
Frag sie mal - ich bin bei ihr mal einen Chiron-Kurs geritten, der war gut!  :) Und grüß sie von mir.

Offline donau

  • pferde-allein-unterhalter
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 6.356
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #24 am: 19.01.11, 13:38 »
kerstin, wenn du genau hinsiehst, dann reiten auch die stilistisch besseren springreiter mit dem caprilli-sitz (denn das ist der chiron-sitz eigentlich) reiten. halt mit ein bisschen längeren bügeln als im gelände, weil mehr dressurmäßige einwirkung für engere wendungen, und weniger freies galoppieren notwendig sind. basis des ganzen sind immer die stabilen unterschenkel/knöchel im steigbügel, man fühlt sich da tatsächlich sicherer.

bis 1,35m bin ich schon so gesprungen, für mehr bin ich zu feig gewesen, aber das ging gut - hatte das glück, chiron-stil und sicherheitssitz lernen zu dürfen, vielleicht auch daher meine begeisterung für geländesprünge ;D
Wer auf seinem Standpunkt beharrt, darf sich nicht wundern, dass er nicht weiterkommt...

Authorised WEIGUMS Desillusionator

Offline schimmi

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 45
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #25 am: 20.01.11, 15:21 »
hi!

einige sachen sind schon richtig gewesen und gut zusammengefasst  :)

als besitzerein und reiterin eines pferdes mit diesem besonderen schuss (ja, den muss man wohl wirklich haben) ;D geb ich auch noch mal zusammenfassend meinen kommentar ab:

die hindernisse sind fest und besonders massiv gebaut, da die pferde diese wesentlich besser wahrnehmen können.
zusätzlich können die pferde auch mal auf diese hindernisse aufsetzen und sich so noch über die sprünge retten

grundsätzlich reitet man im gelände mit einem wesentlich höheren grundtempo wie in einem springpacour.
man reitet auch noch mal mit wesentlich kürzeren bügeln als beim springen (in der regel noch mal 3-4 loch kürzer)
so kann man noch besser im leichten sitz reiten und stört das pferd noch weniger.
in der regel weden auch die hindernisse im leichten sitz angeritten und überwunden.
es wird darauf geachtet, die sprünge im fluss zu reiten und nicht unbedingt auf passend wie im normalen springen, das kostet weniger kraft und zeit.

die bügel sind außerdem so kurz, damit man das pferd weniger stört.
rumpler können so besser ausgeglichen werden, da man flexibler ist.
bei bergabsprüngen lehnt man sich nach hinten, damit man nicht zu sehr nach vorne geschleudert und damit aus dem sattel katapultiert wird (wer das einmal gemacht hat, wird das nie wieder vergessen  ::) ;D)

die zügel sind meistens auch länger, da die pferde wesentlich selbständiger ihren job machen und vom reiter so wenig wie möglich gestört werden sollen. sie suchen sich oftmals selbständige den weg und den absprungspunkt über die sprünge

bei technischen sachen werden die zügel dann meistens so aufgenommen wie bei einem noralen sprüngen und man setzt sich in den sattel, damit man die sprünge präziser anreiten kann

das ist eben auch der große unterschied zwischen gelände und pacour:
im gelände sind die pferde sehr selbstöndig,
im pacour bestimmt der reiter sehr viel selber und sitzt deswegen auch wesentlich mehr am pferd dran.

noch was vergessen? *grübel*

die pferde sind meistens auch ganz klar im kopf. also wesentlich mehr, als "normale" dressur und springpferde.
ist aber auch kein wunder, die meisten dürfen auf die weide und sie kommen neben der dressurarbeit und dem springen natürlich auch viel ins gelände! werden also sehr abwechsulngsreich gearbeitet.
so, wie man es eigentlich jedem pferd wünscht...

wer übrigens mal über die kentucky-strecke reiten möchte...:
http://www.youtube.com/watch?v=frbETD7Eh74














Offline carola

  • Moderatoren
  • *
  • Beiträge: 8.573
  • Geschlecht: Weiblich
  • pferdelos glücklich...
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #26 am: 20.01.11, 15:33 »
Irre. Aber irgendwie ist das alles sehr hoch, oder? Man hat jetzt gar nicht so das gefühl, dass man springt... Wie auch immer das gemacht wurde. Wieviel Kilometer sind das eigentlich?

Geht es hier nur ums Einsitzen oder auch um dieses extreme Nach-vorne-Lehnen der Springreiter im Gegensatz zu den VS-Reitern? Das mit dem Einsitzen verstehe ich. Könnte man im leichten Sitz ja auch, wenn auch nicht ganz so extrem. Aber die schmeißen sich ja richtig nach vorne und rutschen mit den Waden Richtung Schweif... Da denke ich immer, da kann keine Balance mehr da sein beim Reiter.
Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!

Offline schimmi

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 45
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #27 am: 20.01.11, 15:45 »
das war halt wm in kentucky  ;)
ich weiß so aber auch nicht, wie hoch die sprünge waren, über 1,30 auf jeden fall.

der reiter hat eine helmkammera getragen und ich finde es irre, wie ruhig er sitzt!
bei einem springreiter würde das ganz anders aussehen...

meiner meinung nach haben viele springreiter einfach keinen guten sitz und kein gutes gleichgewicht.
denn "normal" ist es nicht, dass die da so hin und her schaukeln.
klar, um so höher die sprünge werden, um so mehr muss man mit der bewegung nach vorne gehen und bei der landung etwas mehr hinten bleiben, aber diese fliegenden unterschenkel müssten wirklich nicht sein.

Offline donau

  • pferde-allein-unterhalter
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 6.356
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #28 am: 20.01.11, 16:07 »
die fliegenden unterschenkel kommen vom immer noch verbreiteten irrglauben, man könne sich rein mit knieschluss am pferd halten ;D
dadurch funktionieren die knie als drehpunkte, und wenn der oberkörper soweit nach vorne geworfen wird (VOR den schwerpunkt meist, dh. wenn das pferd verweigert, steigen die herrschaften springreiter meist ab..), fliegen die beine nach hinten. bei denen, die stabiler im gleichgewicht sitzen, und als basis fuß-knöchel-unterschenkel verwenden, sieht man weder das eine, noch das andere - und sie sitzen rumpler überm sprung auch gut aus.

ich war beim kentucky-gelände-zuschaun so begeistert von den pferden in der einen wasser-sprung-folge, wo der schmale mittlere baumstamm so aus der linie stand - da gabs einige, die mal kurz mit dem ohr nach hinten gezuckt haben, als die reiter die zügel verloren haben "isser noch drauf? ja? ok, da vorne ist der sprung". und die hätten locker dran vorbei können, oder verweigern. das ist mit ein reiz an der vs: das die pferde so gern und soviel für den reiter tun :)
Wer auf seinem Standpunkt beharrt, darf sich nicht wundern, dass er nicht weiterkommt...

Authorised WEIGUMS Desillusionator

Offline terra

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.975
Re: Vielseitigkeit - warum feste Hindernisse?
« Antwort #29 am: 20.01.11, 16:15 »
Carola - so schlimm ist das grundsätzlich nicht mit den festen Hindernisse - die Pferde ziehen gut drauf zu (wobei 3 - und 4 Sterne-Prüfungen optisch schon heftigst sind und von Pferd und Reiter wirklich viel verlangt wird). Wäre mir nur diese blöde Kinotreppe nicht  in den Weg gekommen, das Pferd wäre jetzt da, um wenigstens regional mitzumischen - aber das Knie mag nicht mehr.

Schimmi - den Ritt habe ich im Fernsehen "live" gesehen - ich kann nur eines sagen: beeindruckend