Autor Thema: WDR Die Story "Du armes Pferd - gliebt, gequält,gedehmütigt  (Gelesen 54439 mal)

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Offline McFlower

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wenn Anky und GG den Deutschen vorwerfen, sie seien neidisch, weil die Holländer derzeit weltweit vorn sind, kommt da sehr viel von der aus WW II her wurzelnden Feindschaft der Holländer gegenüber den Deutschen durch.
Off Topic: Also echt, das halte ich für Quatsch. Ich wohne 50 km von der holländischen Grenze weg und bin häufig in Holland, weil wir dort segeln. Eine feindliche oder auch nur unfreudliche Einstellung der Holländer gegenüber der Deutschen ist eine Mär, die ich nicht, aber sowas von überhaupt nicht, bestätigen kann. Ich war sogar während der Fußball-WM dort. Die Holländer gehören zu den nettesten Nachbarn, die wir haben.

Den "ihr seid ja nur neidisch"-Spruch höre ich sogar bei unseren "Turnier-Kiddys", die um die Schleifen im einfachen Reiterwettbewerb kämpfen. Der hat nichts mit den Deutschen und den Holländern Niederländern zu tun.
Treulos ist, wer Lebewohl sagt, wenn die Straße dunkel wird. (Gimli - Die Gefährten)

Offline Beagle-Petra

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Off Topic: Also echt, das halte ich für Quatsch. Ich wohne 50 km von der holländischen Grenze weg und bin häufig in Holland, weil wir dort segeln. Eine feindliche oder auch nur unfreudliche Einstellung der Holländer gegenüber der Deutschen ist eine Mär, die ich nicht, aber sowas von überhaupt nicht, bestätigen kann. Ich war sogar während der Fußball-WM dort. Die Holländer gehören zu den nettesten Nachbarn, die wir haben.

Den "ihr seid ja nur neidisch"-Spruch höre ich sogar bei unseren "Turnier-Kiddys", die um die Schleifen im einfachen Reiterwettbewerb kämpfen. Der hat nichts mit den Deutschen und den Holländern Niederländern zu tun.

Das ist regional sehr verschieden, wie die Einstellung der Niederländer zu den Deutschen ist. Ich kenne verschiedene Leute, die mit Niederländern verheiratet sind, und genau von deren Berichten stammt mein "Quatsch", je nach Einstellung der Familien und nach Provinzen berichteten sie von deutlichen Unterschieden in der Behandlung zur deutschen Verwandten und zu Deutschen im Allgemeinen. Und man muss auch unterscheiden, ob man gern gesehen ist, weil man auch gleich wieder geht, oder ob es sich um eine andere Form des "Kontakts" handelt. Ich hab es auch selbst erlebt - ein bekanntes Ferienziel als Feriengast und später mal für mehrere Wochen aus anderen Gründen. Da war deutlich ein Unterschied zu spüren und der wurde auch von manchen Anwohnern klar thematisiert. Vergleichbares gilt auch für die Beziehung zwischen Flamen und Niederländern. Ich finde, man sollte solche Dinge nicht als Quatsch abtun, sondern es ernst nehmen. Das hat ganz einfach etwas mit Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gruppe und der Verteidigung nach außen zu tun - egal ob es sich um zwei Nationen, um zwei Altersgruppen, um jede beliebige Dorfgemeinschaft gegen Zugezogene etc.handelt. Das ist ein ganz normales Verhalten von jedem Lebewesen, das in einer sozialen Gruppe lebt - der Schutz der eigenen Gruppe.

Dass es dabei durchaus gegen Deutsche an sich geht, kann man auch an verhöhnenden VIdeos zum Thema "Heuschmann als Trainer im Sattel" sehen - man muss dazu auch nur mal die einschlägigen Facebook-Einträge lesen, der Chor der Anky-Anhänger dort spricht Bände.
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Offline McFlower

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Ich sagte nicht "Es ist Quatsch", sondern ich sagte "das halte ich für Quatsch".  Also nicht allgemeingültige Tatsache, sondern meine persönliche Meinung dazu. Und das muss erlaubt sein, bitte.

Einschlägige Facebook-Einträge werde ich sicher nicht lesen, denn Facebook gehört auch zu den Dingen, die ich für Quatsch halte. Sorry.

Von meiner Seite aus war´s das auch schon zu dem Off-Topic, ich bin wieder raus.
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Offline Beagle-Petra

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Einschlägige Facebook-Einträge werde ich sicher nicht lesen, denn Facebook gehört auch zu den Dingen, die ich für Quatsch halte. Sorry.

Schwerer Fehler, man macht einige ganz interessante Entdeckungen ...

Aber jedem das seine jedem sein Weltbild und jedem sein Grad an Diskussionsfähigkeit.  ;)
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Offline Olli

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nach einer laaaaaangen diskussion auf facebook gestern, viel mir eine ex mitreiterin ein, die recht erfolgreich m reitet,
da habe ich neulich doch die wülden bilder ihres zukunftsponys(der wird mal inter gehen können) also
wüüüld tobend mit den anderen auf der koppel, es geht doch.
Wir dürfen das Pferd nicht vermenschlichen,
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Offline pedro

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Also, als mehr mittelalte Pferdefreundin kenne ich Facebook auch nur so vom Namen her. Muss man sich damit beschäftigen?

Den Film hab ich mir jetzt auch angesehen. Kurz gesagt, ich war überrascht, wie kritisch man da an die Sache rangegangen ist. Hut ab.
Natürlich war einiges auch überzogen bzw stark gekürzt oder eingefärbt, aber trotzdem.

Aber dass die Holländer echt so lange gebraucht haben, bis sie die Geschichte mit der Rollkur von uns gelernt haben?? Schließlich hat Horst Stern die schon in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts angeprangert. Damals hieß das noch ganz einfach "Brustbeißer".

Totilas Zuhause hat mich jetzt auch nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hingerissen und der Blick in die Schulställe erinnert mich sehr an einen Gang durch die Boxenreihen der diversen Ställe in unserer Gegend. Das  hat für mich auch immer mal gerne den Hauch eines Knastbesuches.
Und bei uns gibt es häufig noch nicht mal ne gute Verkehrsanbindung!  ::)

Geolina,
tut mir sehr leid, dass du dein Pferd auf solche Weise verloren hast.  :(
Leider kenne ich ja auch zwei oder drei solche Fälle.
Aber ich kenne noch viel mehr Fälle wo das Boxenpferd, dass im Winter nicht mal sieht, wie das Wetter draussen ist, weil es direkt von der Stallgasse in die Halle verbracht wird, nicht wirklich alt wird und alle möglichen unheilbaren Krankheiten entwickelt.
« Letzte Änderung: 06.10.10, 16:11 von pedro »
Problemlösung a la Captain Becker: Kann ich nicht einfach auf was schießen?

Offline Mutzel

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Sorry, aber bei dem Argument geht mir der Hut hoch. ich hoffe, ihr rechnet auch auf, wieviele pferde z.B. durch Schläge gegen die Boxenwand oder Festliegen sich so verletzen, dass sie getötet werden müssen? weil sie aus Frust, Langeweile, Futterneid etc anfangen vor die Wände zu treten?
Eines meiner Pferde hat sich dieses jahr im frühjahr beim Reinholen auch arg verletzt -Bein aufgeschlagen mit eröffneter gelenkskapsel, nachdem das nach Monaten endlich verheilt war, hatte er durch die chronische Überlastung am diagonalen bein einen Sehnenschaden. war übrigens die erste verletzung in 6 Jahren bei 7 Pferden.
Passieren kann immer was, klar.
Auch ich lebe von meinen Pferden und bin absolut drauf angewiesen, dass sie fit und gesund sind. trotzdem, oder eher gerade deshalb ist es selbstverständlich, dass sie täglich draußen sind, sofern die Witterung es zulätßt, also ausgenommen Unwetterwarnungen, Dauerregen wie vorletzte Woche, Glatteis und ähnliches.
Das eine schliesst das andere also durchaus nicht aus, wie das auf einer der letzten Seiten von jemanden anklang.

Offline Olli

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, dass sie fit und gesund sind. trotzdem, oder eher gerade deshalb ist es selbstverständlich, dass sie täglich draußen sind, sofern die Witterung es zulätßt, also ausgenommen Unwetterwarnungen, Dauerregen wie vorletzte Woche, Glatteis und ähnliches.

und in der regel, bleiben sie so auch gesünder!!
ich stimme ganz mit dir überein
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Offline carola

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Wenn du richtig gelesen hättest, Mutzel, hättest du erfahren, dass es nicht darum geht, dass die Pferde in der Box bleiben. Ich habe nur geschrieben, dass ich es irgendwo nachvollziehen kann, wenn die Leute Angst haben, ihr Pferd könnte in der Herde verletzt werden und es alleine rausstellen. MIT (Zaun) Kontakt zu anderen. Natürlich ist das nicht der Lebenstraum eines Pferdes. Artgerechte Haltung ist anders. Aber was ist am Leistungssport ohnehin noch artgerecht?
Und wenn man mitkriegt, wieviele Pferde so früh so getrimmt werden, dann wunderrt mich nicht mehr, dass oft die Sozialverträglichkeit auf der Strecke bleibt. Das ist traurig. Aber so ein Pferd tut man nicht mal eben schnell in eine Herde.
Ich hatte mal so einen Ex-S-Dressurler auf der Koppel. Ob man dem einen Gefallen tat, indem man ihn aus dem "Leben" in die Rente geschickt hat? Auf eine 24-h-Koppel? Der wusste nicht einmal mehr, wie er sich ernähren sollte. Wenn ein anderes Pferd ihn weggedroht hat, hat er nicht reagiert, beim zweiten Mal auch nicht, beim dritten Mal kamen dann die gebleckten Zähne. Das hat er verstanden und mit Zurückbeißen bis aufs Blut geantwortet :-[ Das IST furchtbar, keine Frage. Aber ich hätte ihn grade in der Situation eben nicht dahin gestellt.
Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!

geolina

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hallo,

ich vage es eben zu bezweifeln, dass die geliebten außenpferde weniger unfälle haben. punkt und schluss. sie sind pferdegerechter gehalten, weniger anfällig und haben weniger probleme mit chronischen krankheiten (wobei auch da meine eine ausnahme war ... aber der musste man auch die beine einpacken - mehrmals aufgerissene beine und später eben zerrissene stallboots sprachen da ne klare sprache)

ABER es ist und bleibt blödsinn unfälle bei außenpferden zu verharmlosen. ist evtl. der eigenen ideologie abträglich, aber nicht zu ändern, dass alle pferde, die ich kenne, die auf grund von unfällen getötet werden mussten freigänger waren. (nebenbei, auch schlimme verletzungen kenne ich von in gruppen gehaltenen pferden, unfälle passieren eben so oder so.)

kismeth. doof, aber man kann gegen unfälle nix machen. keine haltungsform wird unfälle zu verhindern wissen.

wie oft ist meine im winter auf der koppel hingefallen (immer hinten weggerutscht, weil ihr die bodenverhältnisse egal waren). unter dem sattel oder an der hand war sie hingegen hochvorsichtig. ausrutschen beim longieren? gab es nicht. bloß dummdöselig in freiheit war`s halt.

dennoch kam sie raus und was anderes für mich nicht in frage, aber mei, wenn sich jemand mit einem millionenpferd, wie er wohl keinen nachfolger mehr finden wird überlegt, hm, evtl. will ich ihn doch so lange wie möglich, dann kann man sagen, ich würde es anders machen aber der gedanke - boxenpferd -  kam mir auch mal. wurde halt pro pferd verworfen.

alex

Offline pedro

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Ja, ich glaube auch, dumme Unfälle passieren den Boxenpferden genauso wie denen auf der Weide oder im Offenstall. Selber muss ich ja auch manchmal echt die Augen zumachen, wenn "unsere" Offenstallgruppe, die im übrigen supersozial und superverträglich und eigentlich eine eingeschworene "Familie" ist, durch die Gegend tobt, dass einem hören und sehen vergeht.
Trotzdem stehe ich voll hinter dieser Haltungsform und kann nur hoffen, dass meine PFerde das recht, recht lange genießen können.

Zugegeben, es sind keine hochtrainierten, hochgehaferten Sportpferde, aber es müsste doch auch bei denen eine Möglichkeit zum sich mal frei bewegen geben.
Denke da immer an einen Fernsehbericht über das Springpferd Milton von Whittaker, der war auch auf der Koppel, zwar bis zu den Ohren eingepackt, aber mit sichtlichem Spaß.

Andererseits habe ich schon in ner Fachzeitschrift gelesen, dass der Dressurkracher von U.Salzgeber zwar jetzt in Rente ist, aber nicht auf die Koppel darf, weil er das , mal ganz vorsichtig gesagt, offenbar mental nicht verträgt.
Was ist denn das für ein Ruhestand??? Ich meine, ich würde den wahrscheinlich auch nicht einfach so in die große Freiheit irgendwo in den Bergen schicken wo er sich dann durchschlagen muss. Aber würde nicht schon ein Stündchen auf der Koppel erheblich zu mehr Lebensqualität beitragen. Von mir aus alleine und eingepackt.
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Offline Renate

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Hallo, hier ist ein totaler, ideologisch betonierter, unbeirr(lehr)barer Offenstallverfechter. Leider sind manche Pro-Argumente echt unsinnig. Meine Ponies stehen seit 15 Jahren 24h 365 Tage im Jahr draussen, mit ständigem Zugang zum sehr großen Stallgebäude ohne Tür. Über die Ansicht, sie sind freilaufend weniger gefährdet musste ich mich allerdings auch etwas wundern, obwohl meinen bisher nichts passiert ist. Logisch sind sie besser gewohnt mit schwierigem Boden umzugehen und bei z.B. 3 ha Winterauslauf reduziert sich der Drang zu toben auf ein absolutes Minimum. Aber insgesamt denke ich schon, dass diese Haltungsform viel verletzungsträchtiger ist. Auf großer Fläche zusammen mit Artgenossen haben sie meiner Meinung nach erheblich mehr Möglichkeiten sich schwer zu verletzen. Es ist eine Risikobereitschaft zugunsten zufriedener ausgeglichener Tiere.
Geolina, du hast sicher die beste Einstellung dazu. Sorgen machen = JA. Absolute Käfighaltung = NEIN

geolina

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hallo,

nebenbei renate - würde ich hier einen guten offenstall finden mit reitmöglichkeit ganzjährig, gutem management und rl vor ort- da wäre mein pferd!

bisher bleibt es eben beim bestmöglichen kompromiss.

alex

Offline pedro

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Persönlich glaube ich, es ist einfach für die menschliche Wahrnehmung auch ein Unterschied wie plötzlich ein Ereignis eintritt.

Ein Unfall auf einer Koppel/ im Offenstall mit dramatischen Folgen - klar das ist ganz furchtbar.
Aber ein Pferd, dass in schlechter Boxenhaltung stumm vor sich hinstirbt - hm, das merkt man einfach nicht so deutlich.

Alex,
ja, in den Offenstall würde ich auch gehen. Sofort.
(Obwohl, nein, ich bin momentan so super zufrieden, wo und wie meine Pferde leben. Aber dafür verzichte ich auf ganzjärige gute Reitmöglichkeiten und RL vor Ort)

Ist das nicht traurig, dass man sich da entscheiden muss? Und eigentlich haben sich die meisten von uns, mich eingeschlossen, ihr Pferd ja eigentlich mal zum reiten gekauft, oder nicht? Also müsste es doch einen enormen Bedarf geben an Anlagen, die die Ansprüche von Pferd und Reiter vereinen?
Problemlösung a la Captain Becker: Kann ich nicht einfach auf was schießen?

Offline ali

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  • Bin ich auf der Welt um nett zu sein?!
    • Aktivstall Soyen
Also müsste es doch einen enormen Bedarf geben an Anlagen, die die Ansprüche von Pferd und Reiter vereinen?
*heftig nick*
...esgehtvorbeiesgehtvorbeiesgehtvorbeiesgehtvorbei...