Autor Thema: eigener Stall - wer von euch ist glücklich, wer hats bereut?  (Gelesen 8307 mal)

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Offline J.H.Topic starter

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Hallo, ich habe seit ca. 5 Jahren einen eigenen Stall mit Koppel, Auslauf und Sommerreitplatz.

Für mich ist es das beste, was mir je passieren konnte, ich kann meine Pferde so versorgen, wie ich das möchte und bin relativ unabhängig.

Aber ich höre auch oft Kommentare von Leuten, die mir sagen, dass sie das niemals wollten.

Auch mein Ehemann ist nicht immer glücklich mit der Situation, obwohl er den Kauf des Stalls damals forciert hatte (man muß was eigenes haben). Klar ist es viel Arbeit, aber ich bin recht schnell mit der Stallarbeit durch und versuche, alles mögliche zu optimieren. Ich behaupte, dass ich für die tägliche Stallarbeit nicht viel mehr Zeit brauche, wie damals, als ich noch Einsteller war. Lediglich dann, wenn größere Arbeiten anstehen, brauche ich mehr Zeit.

Wie ist es bei euch?

Offline Terrier

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Ich bin jetzt seit über einem Jahr Selbstversorger. Bereut hatte ich es vielleicht im Winter, aber nur, da keine Halle da war, sodass ich fast 3 Monate nicht reiten konnte.
Und einmal im Winter ganz heftig, als ich einen Tag weder das Wasser ans Laufen bekam noch die Pferde rausstellen konnte :D
Klar macht der Stall arbeit, aber früher hatte ich auch eine Zeit, da war ich 1,5Std bis zum Stall unterwegs.

Zwar hatte ich früher immer gesagt, dass ich nie meine Pferde am Haus stehen haben möchte, aber da ich mich beruflich verändert hab, viel älter bin und kein Fernweh mehr habe, bin ich nun auch glücklich mit dem eigenem Stall!
der bissige Terrier schickt Grüsse
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Ich bin zu alt um nur zu spielen und zu jung um ohne Wunsch zu sein

Offline J.H.Topic starter

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Das seh ich genauso.

Aber oft hab ich schon ein wenig zu rödeln, um Haushalt, Ehemann, Vollzeitjob, Hausbau, Pferde, Freunde etc. unter einen Hut zu bringen. Geht es dir da auch so? Wie hast du das geregelt?

Offline Terrier

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Ich arbeite eh nur Zuhause. Eventuell in der Praxis oder mit Kindern am/auf dem Pferd. ;D
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Offline Carlotta67

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Ich kenne es eigentlich seit dem ersten anderen Pferd nicht anders. Ca. 1 Jahr lang standen die Pferde (damals 5) allerdings an einem Reitstall wegen (Um-)Bau.

Zitat
Für mich ist es das beste, was mir je passieren konnte, ich kann meine Pferde so versorgen, wie ich das möchte und bin relativ unabhängig.
Jepp, ich kann füttern, einstreuen, reiten und weide-/stalltechnische Dinge ändern wie und wann ich es will.

Zitat
Aber ich höre auch oft Kommentare von Leuten, die mir sagen, dass sie das niemals wollten.
Ich im privaten Umfeld selten, alle die ich kenne sind Selbstversorger bzw. die "noch nicht" wünschen es sich zumindest sehnlichst.

Zitat
Auch mein Ehemann ist nicht immer glücklich mit der Situation,
;D Meiner schon. Für den wäre es undenkbar die Viecher irgendwo einzustellen.

Zitat
aber ich bin recht schnell mit der Stallarbeit durch und versuche, alles mögliche zu optimieren. Ich behaupte, dass ich für die tägliche Stallarbeit nicht viel mehr Zeit brauche, wie damals, als ich noch Einsteller war. Lediglich dann, wenn größere Arbeiten anstehen, brauche ich mehr Zeit.
;) Klar, ich versuche auch die tägliche Stallarbeit nicht unnötig umständlich zu gestalten aber ich beeile mich auch nicht um bloß schnell fertig zu sein. Es braucht so lange wie es braucht.
Misten, füttern, Heunetze stopfen, Pflaster abfegen, Zaun freischneiden, Wasserfaß vollmachen, Tränken sauber, Heureste entsorgen, Reitplatz walzen, Strom nachgucken... und noch 1000 andere Sachen die regelmäßig -wenn auch nicht täglich- zu tun sind, da dauert es halt mal einen Tag kürzer einen Tag länger.

Jaaa, darunter leidet als erstes der Haushalt und als zweites sowas wie..."Garten". Während andere  ihre Beete harken, harke ich eben den Reitplatz. Während andere ihre Blumen gießen, mache ich meine Wasserfässer voll. Statt Rasen mähen sense ich Brennesseln ab. Als winzige Beispiele.  ;D  
 
Der unschlagbare Vorteil für mich ist, ich bin auch in der Abfolge flexibel. Ich kann mich entscheiden heute länger ins Gelände zu gehen = früher losreiten, den Stall dann halt hinterher machen. Das geht auch noch spätabends falls man mal abends irgendwo eingeladen war o.ä. Oder ich weiß, ich will heute abend eh auf dem Platz reiten, dann mach ich den Stall vorher.
Wenn das Wetter unbeständig ist kann ich abwarten bis es aussieht als würde es nun eine Stunde trocken bleiben und mich solange drinnen beschäftigen.
Wenn es erst um 8 aufhört zu regnen oder wahlweise immer noch leicht nieselt, reite/longiere ich eben erst dann.
Wenn ich früh ins Bett gehen will, kriegen sie ihr Gute-Nacht-Heu um 10 wenn nicht erst um 11, wenn ich denke es ist irgendwas nicht in Ordnung kann ich im Schlafanzug hingehen und gucken.

Ich kann die Pferdezeit/Arbeitszeit/Zeit im Haus sowie auch die Versorgung eigentlich täglich so legen wie es für den Tag sinnvoll ist, das ist unschlagbar. "Gar keine Zeit fürs Pferd" (außer der Versorgung, logisch) kann es also nur in seltenen Ausnahmefällen geben.

Nachteil:
1.) Mir fehlt manchmal die Gesellschaft am Stall, wie früher die besten Freundinnen mit denen man noch am Stall sitzen und ratschen konnte oder die gleich mit Pferd vorbeikamen um zusammen irgendwas reittechnisches zu experimentieren (ich bin umgezogen, wohne jetzt weit außerhalb). Dafür kriegen die Pferde aber meine Zeit am Stall konzentriert ab. Bei mir kann es nicht passieren, daß ich eigentlich was pferdiges vorhatte und ich mich dann doch festquatsche oder mich irgendwas abhält.  ;)
2.) Wenn nicht mein GG die Pferde versorgen würde wenn ich ein paar Tage wegfahre -und das MUSS ich ab und zu!- wäre ich sehr angebunden.

Aber tauschen und Einsteller sein? Niemals!  :-X  ;D Allenfalls eine kleine Stallgemeinschaft mit 1-2 anderen Leuten könnte ich mir vorstellen. Großer Pensionsstall wäre nichts für mich, ich mag nicht so viel Trubel um mich herum wenn ich beim Pferd bin.
« Letzte Änderung: 09.09.10, 18:38 von Carlotta67 »