Autor Thema: "Reitlehre in der Krise"  (Gelesen 79499 mal)

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Offline ricki

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #30 am: 05.05.10, 10:51 »
Und schon wieder: Danke, donau – kann ich genau so unterschreiben

ricki, guck Dich mal auf Turnieren und in Reitställen um... oder wenn ich mich erinnere, wie ich vor hmpf... 36 Jahren das Reiten gelernt hab, als Zwergerl... heute jammern sie immer noch bei der FN, dass ihnen die Leute weglaufen.
Hierzu nimmt donau mir die Worte aus dem Mund:
abgesehen davon ko*** es mich langsam an, dass die deutsche reitlehre immer gleich gesetzt wird mit strampeln, stechen, springen über riesen hindernisse. das ziel dieser reitlehre ist ein gutes, gelassenes, rittiges gebrauchspferd, das im gelände, in der bahn und über kleinen sprüngen gut mitmacht, und gesund über den rücken einen reiter tragen kann. das ist sehr, sehr anspuchsvolles programm, eigentlich das, was alle freizeitreiter wollen, nur dass immer suggeriert wird, das ziel erreiche ich schneller/einfacher wenn ich western reite (kann ich schneller bremsen, mit so einem bit..), klassisch/barock reite (hauptsache langsam) oder seil wachle (weil ja dann die dominanz und so). blöde klischees? mag sein, aber wenn es opportun ist, klischees für die fn-reitlehre zu verwenden, dann darf man das auch anders rum.
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Offline Netto

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #31 am: 05.05.10, 11:42 »
Warum sollten sich die Menschen im Hobby anders verhalten als im Rest des Lebens? Kinder, die schon keine Disziplin, Konsequenz, Kontinuität von ihren Eltern erfahren - wie sollen sie es dann später wo umsetzen? In der Schule lernen sie es auch nur noch äusserst selten. Gute Manieren??? Hall??? Wer grüßt denn noch höflich ohne eine Hand in der Hosentasche zu haben usw.... es fangt in den Kleinigkeiten an - warum sollte es dann im Größeren funktionieren? Wenn ich mir anschaue, welche jungen Leute bei uns in der Firma ein Praktikum machen - es ist traurig. Alleine die Körpersprache von denen ist - luschig. Wenn jetzt so ein luschiger Mensch am Pferd sitzt - erwartet man von dem wirklich Fitness, Reaktionsfähigkeit, Disziplin, Konsequenz, Teamfähigkeit, Mitfühlen, positive Körperspannung, Balance, usw.?

Die meisten wollen im Unterricht Bestätigung erhalten, daß sie eh alles super machen, genau richtig. Wenige wollen an sich arbeiten, sehen den Bedarf. Sehen die Zusammenhänge zwischen korrektem Reiten und gesundem Pferd. Diese Menschen verteufeln schnell mal einen Reiter, der kosequent sein Pferd auffordert von hinten nach vorne zu schwingen, sich zu biegen, über den Rücken zu gehen, fleißig zu sein. Sie projezieren ihre eigene Haltung (logischerweise) auf das Pferd. Raus kommt sehr oft ein unerzogenes, faules und meist grantiges Pferd. Weil verhätschelt, überfüttert und mit der Rolle des Mensch-Seins komplett überfordert.

Nur wenig Trainer sagen ihren Schülern: laß Dein Pferd bitte PFERD sein. Lade ihm nicht die Rolle auf, mehr als das zu sein. Pferd sein und den Menschen zu tragen ist weiß Gott schwer genug - bitte achte es dafür, respektiere es und behandle es liebevoll. Aber bitte als Pferd.

Und ja - es kostet manchmal "Schweiß" an sich zu arbeiten - gemeinsam mit dem Pferd. Und ja - auch ein Pferd kann dabei ins schwitzen kommen.

Aber nein: der moderne Mensch möchte bitte alle Lorbeeren ernten OHNE Anstrengung, ohne Fleiß, ohne Schwitzen. Man möchte sein leichtes Übergewicht, seine schlappe Körperhaltung, seine Unbalance nicht ablegen.

Donau hat vollkommen recht!

gut - vielleicht bin ich einfach nur altmodisch? Vielleicht ist es komplett outdated auf gute Manieren, Höflichkeit, Aufmerksamkeit zu achten. Respekt - hat nichts mit Angst sondern mit gegenseitiger Achtung zu tun - und mit Toleranz. Aber das haben ja Kinder schon nur noch ganz selten ihren Eltern gegenüber. Wie sollen sie es dann gegenüber einem Tier haben?
Es ist nicht nur die Reitlehre in der Krise. Und noch viel weniger nur die FN....
Bleep!

Offline terra

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #32 am: 05.05.10, 11:52 »
Nicht zu vergessen:

Es gibt auch die "Überehrgeizigen" .... der Bock stammt von WDR und MUSS mit 5 Jahren L gehen, Schuld am Versagen hat der Trainer, das Pfed, der schlechte Boden, der "verblödete" Richter.....die Springpferde habens da etwas einfacher, wenn das Springvermögen fehlt, fallen die Stangen - und der Bock wird recht schnell an einen hoffentlich netten Menschen verscherbelt

Offline Medanos

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #33 am: 05.05.10, 12:05 »
Hab vorhin gesehen was meine Trainerin auf ihre HP gestellt hat - is ist Int. Westernrichterin http://www.sylvia-katschker.at/allgemeines.html
LG Manu

Offline zaino

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #34 am: 05.05.10, 16:16 »
Medanos, HEFTIG, habs grad gelesen, wusste ich so nicht. Sah aber auf Wettbewerben krass ruppiges Reiten.
Das Publikum johlt, wenns der Reiter dem Pferd so richtig "besorgt", so sah das jedenfalls für mich aus.
(ist ja auch wieder nett, dass sie uns Pfefferstosser so idealistisch sehen, die Westernleute, da kann die alte HDV doch so blöd nicht gewesen sein, DANKE an Frau Katschker - hielt seinerzeit die Pferde immerhin lange felddiensttauglich, auch unter nicht so begnadeten Durchschnittsreitern  ;))

Netto, "Reitmanieren" mit Rücksicht auf Pferd und Mitreiter?
Mitdenken, Vorausgucken?
Nö, nicht im Reithallenbetrieb, nicht auf Ausritten - (wer nicht mitheizt, ist ein Feigling)
Und wird nicht mal mehr auf Wanderreitseminaren vermittelt, wie mir Leute aus der Szene, selbst erfahrene Wanderreiter, mit gesträubten Haaren berichtet haben.

Offline Beagle-Petra

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #35 am: 05.05.10, 17:07 »
Interessanter Text von Frau Katschker. Übrigens eine sehr beliebte Richterin, als streng, aber fair bekannt, wird wegen ihres Fachwissens und auch wegen ihres Auftretens sehr geschätzt.

Ihre Meinung von den Dressurreitern kommt mir auch recht durch die rosa Brille vor. Ebenso wie Dr. Heuschmanns Ansichten über das Westernreiten sehr idealistisch gefärbt sind - er urteilt aus anderen persönlichen Erfahrungen, die sich im Westernreitsport in weiten Teilen nur noch rudimentär wiederfinden lassen, wenn überhaupt.

Man muss grundsätzlich berücksichtigen, dass es einen tiefen Graben gibt zwischen dem, was eine Reitweise sein möchte und leisten kann - siehe die Anmerkungen von Donau über das, was die Dressuranforderungen sind -, und dem, was weltweit und in allen Reitweisen aus dem jeweiligen Grundgedanken gemacht wird.

Nicht die Lehre an sich ist das Problem. Wer die Reitweisen kritisiert, kritisiert nicht den Grundgedanken und das eigentliche Ziel, sondern das, was man zu sehen bekommt. Und darum geht es ja auch in diesem Thread: Das, was ist, nicht das, was sein könnte. Und sich durchaus auch hier und da findet. Aber dann als Ausnahme und nicht als Regelfall.

@Mim, eben, seh ich auch so.
Nur echt mit dem Beagle!

Offline Medanos

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #36 am: 05.05.10, 17:42 »
Sylvia ist nicht nur als Richterin beliebt ;)

Leider predigen viele vom Ideal - nur wenn man sie dann reiten sieht weicht das doch oft ganz stark davon ab!
Egal welche Reitweise!
LG Manu

Offline donau

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #37 am: 06.05.10, 09:41 »
die reitlehre ist immer das ideal, deswegen ist die meiner meinung nach nicht in der krise, sondern die jeweiligen auswüchse in jeder richtung, sei es im westernsport, im dressur-spitzen-sport, im springsport, bei den isländern, liste ist beliebig fortsetzbar. als gegensatz zu den überehrgeizigen, die die reitlehre dann ad absurdum führen, gibts dann eben die "freizeitnuppler", die alles, aber sich nur nicht anstrengen wollen, fröhliches reitweisen-hopping betreiben, behaupten, sich nur selektiv das jeweils passende rauszusuchen (was nur geht, wenn eine basis mit eindeutiger ausrichtung vorhanden ist, dann kann man dazunehmen, was sinnvoll erscheint).

beides ist völlig konträr, aber für´s pferd genauso schädlich, und die krise entsteht, weil diese beiden lager sich gegenseitig nicht wollen, weil es von beiden kein verständnis dafür gibt, was eigentlich die reitlehre umfasst. working equitation etwa - soooo neu, soooo anders, äh.. nein, ist es nicht, das ist nichts anderes als ein gebrauchspferdetest, wo bestimmte situationen simuliert werden.

im endeffekt sind die reiter in der krise, denn ich persönlich kenne in KEINER reitweise mehr als eine handvoll, die wirklich sinnvoll und pferdegerecht/ reitlehrengerecht arbeiten. was stört, ist, dass nur argumente übernommen werden, damit schwadroniert werden kann, warum was besser ist als ein anderes, warum man sich grad nicht anstrengen kann oder will, warum das ach so gewaltfrei, pferdeschonend blablabla ist....

von daher find ichs müssig, ständig drüber zu diskutieren, dass die "phöse FN reiterei" in der krise steckt, schlechtes reiten gibts überall, missstände auch, und deswegen verurteile ich keine reitlehre, wechsle keine reitweise. gute trainer finde ich nämlich da und dort kaum :-X genauso wie unmotivierte, nicht kritikfähige und nicht selbstkritische reiter, die der meinung sind, das soll spass machen, damit auseinandersetzen braucht man sich nicht..... ::)
Wer auf seinem Standpunkt beharrt, darf sich nicht wundern, dass er nicht weiterkommt...

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #38 am: 06.05.10, 10:02 »
Sorry, den Satz verstehe ich nicht. Vorne strampeln, hinten stechen ist doch nicht im Sinne der Lehre (zumindest nicht der deutschen Reitlehre) ??? ???
Oder bin ich mal wieder zu blond?

Hallo,

das bezieht sich auf den Bayernspferdelink und Zitat von Putz

Zitat
„Unser Sport unterscheidet sich von anderen Disziplinen ja dadurch, dass Fehler immer zu Lasten der Pferde gehen“, sagt Putz. Reitlehre in der Krise? Ja, sagt der gebürtige Franke. „Denn wer heute korrekt aber unspektakulär im Viereck unterwegs ist, kann nichts gewinnen. Die Suche nach dem Kick hat längst auch den Reitsport erreicht“, hadert Putz mit seiner Zunft. „Das Publikum will das so, heißt es immer. Aber mehr Publikum nützt nichts, wenn der Sport zu Lasten der Pferde geht.“

Putz’ Kollegenschelte richtet sich auch an den Spitzensport. Die Schuldigen sitzen seiner Meinung nach oftmals hinter den Richtertischen. In der Novemberausgabe von BAYERNS PFERDE kritisierte er in einem offenen Brief an Richterin Katrina Wüst bzgl. der Europameisterschaften in Windsor: „Wenn Dressurprüfungen … bisher in erster Linie dazu dienen sollten, gute Ausbildung zu demonstrieren und deren Korrektheit und Qualität zu überprüfen, gewinnt heute mehr und mehr derjenige, der die beste Show bietet.“ Derlei wird auch gar nicht bestritten. Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer bekannte jüngst in einem Interview mit dem „Reitsportmagazin“:

 „Mit der Kür sind spektakuläre Präsentationen stärker in den Vordergrund gerückt.“ Fehler wie etwa in der Anlehnung oder das Verwerfen im Genick würden „weniger streng geahndet“. Und etwas später erklärt er: „Als Bundestrainer stecke ich auch in einer Zwickmühle. Ich habe die Aufgabe, Medaillen zu holen. Und da muss ich mich den Entwicklungen im internationalen Sport anpassen.“ Gerade die heutigen Pferde würden ein sehr feines Reiten erfordern, sagt Putz. „Stattdessen wird häufig nach der Devise verfahren: Vorne halten, hinten stechen.“ Und gerade das Publikum, dass man durch Spektakel zu gewinnen trachtet, wendet sich von der klassischen Reitweise ab, „weil es so traktierte Pferde auf den Abreitplätzen nicht mehr sehen will“.
« Letzte Änderung: 06.05.10, 13:21 von Mim »
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Offline zaino

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #39 am: 06.05.10, 10:31 »
Genau, Mim u. Donau.
Nur wenn die Leute halt so Zeug auf Turnieren und damit öffentlichen Vorführungen sehen, wie die Frau Kratschker und Herr Putz das beschreiben, hat das nicht mehr den Motivationseffekt: "Wow sooo will ich auch mal reiten können!".
Sondern da geht man weg mit dem Gefühl "pfui Teufel, da geh ich lieber Ausreiten. Dressur = Tierquälerei".
Was natürlich viel zu platt ist, aber unerfahrenen Leuten nun mal, wenn sie tierlieb sind, durch den Kopf geht .
ODER bei so spektakulären wie reiterlich katastrophalen Events wie die Apassionata-Vorführung vor ein paar Jahren hier in München: Da kam der eine Hengst schon im Schritt lahm in die Arena, aber im Galopp um die Garocha siehts der Laie  nimmer, da wird effektvoll geblendet. Oder die obligate hexenhaft verkleidete Friesenquadrille, mit VIEL Kandare + Sporen + Wallemähne + Walleschleiern,
und alle potentiellen oder bereits Anfänger oder pferdeliebende Ahnungslose sagen: Meiii so vui scheeee und zücken das Taschentuch der Rührung. :P

Als - inzwischen - Fachfrau in dem Bereich muss ich sagen: Solche Sachen sind generell KATASTROPHALE PR für jede Reitweise.

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #40 am: 06.05.10, 10:44 »
Zaino,

dafür brauch ich keine Dressur, ich kanns nicht leiden wenn ein hochblütiges, aufgeregtes Pferd vor einem Springhindernis verweigert und dann ein ReiTER mit wutverzerrtem Gesicht das Tier (mit hervorquellenden Augen) vorne kurz hält und ihn mit er Peitsche eben mal "3 auf die Schulter" gibt. Super! Soll ich mir da "Vorbilder" suchen? Nein danke...

Ja da geh ich eben mal lieber ins Gelände reiten und wenn mein Pferd mal vor einem Graben verweigert (weil kein Graben/Situation der nächsten gleicht) hab ich die Wahl ebs mal abzusteigen, es drüberzu führen um dann drüben  nochmal aufzusteigen und das Tier trägt mich dann mit Lerneffekt/ohne Angst/Gewalt drüber.

Gruß Mim

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Offline ricki

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #41 am: 06.05.10, 10:58 »
Ich hab den besagten Satz so verstanden: viele Reiter nehmen das Ziel der Reitlehre (= vorne strampeln, hinten stechen) nicht mehr an – und war hochgradig irritiert. Daher die Frage.

Wenn ich mir jetzt das Putz-Zitat zu Gemüte führe sagt er doch, dass entgegen der Reitlehre vielfach nach der Devise „Vorne halten, hinten stechen“ verfahren wird (und das dann gerne von – äh... wie sag ich’s jetzt... von nicht mit der dtsch. Reitweise Vertrauten für die „reine Lehre“ gehalten wird).

ad Apassionata & co:
Ich bin übrigens auch immer wieder hochgradig irritiert, wenn das schwarze, holländische Pferd bejubelt und beklatscht wird und mit hohen Noten das Viereck verlässt.
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Offline sasthi

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #42 am: 06.05.10, 11:03 »
Wieso hält man sich eigentlich immer so dermaßen an den Negativbeispielen auf? Ich vermute sehr stark, dass es auf jedem Turnier, in jedem Stall mindestens ein Positivbeispiel gibt. Würden die mehr in den Vordergrund gerückt werden, denke ich, wärs lang nicht so schlimm.

Egal, ob das jetzt die FN-Reiterei, die Westernreiterei, die wasweißichreiterei ist, mir fallen allein in unserem Stall jeweils Beispiele ein, wo ich sage "das sieht schön aus, das sieht reell aus, das kommt dem Ideal doch schon sehr nahe". und die negativbeispiele versuche ich jeweils zu ignorieren, die sind ja eh nur auf der Tribüne gut.
Wenn zwei das Gleiche tun ist das noch lange nicht das Selbe.

Haflinger sind nicht stur, sie geben ihrem Menschen nur mehr Zeit, über seine Fehler nachzudenken

Offline MimTopic starter

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #43 am: 06.05.10, 11:09 »
Wieso hält man sich eigentlich immer so dermaßen an den Negativbeispielen auf?

Weil diese mit Schleifen und Co. öffentlich honoriert werden und ich weder als Zuschauer noch als Nacheiferer so ein System "stützen" möchte, solange ein "Verband" dies Negativbeispiele toleriert.

Gruß Mim
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Offline donau

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #44 am: 06.05.10, 11:20 »
mim, zaino - das meinte ich mit: die REITEREI ist in einer krise, generell, nicht die reitlehren. weil die negativ-beispiele einfach überhand nehmen, weil das negative normal wird, weil spektakuläre showreiterei belohnt wird (und auf diversen pferdeshows verdecken kostüme und wallemähnen und schwarze/weisse pferd so einiges :-X ). das von ricki angesprochene holländische pferd ist toll - aber die reiterei dazu *wurgs*, mir tut der leid....

positiv beispiele und vorbilder gibt es genug, wenn man sie nur sehen wollte. wobei ich zugeben muss: ich habe kein vorbild (mehr), hat aber andere gründe (unter anderem, dass ich neue wege gehen musste, da die üblichen nicht gangbar waren, das pferdes wegen), und das riesen glück, als jugendliche in einem stall zu lernen, wo die haltung zwar eher "alte schule" war, die ausbildung aber auch. soviel klassisches, feines, handunabhängiges reiten über den sitz, wie da gelehrt wurde, findet man heute kaum noch. dafür wurde man auch angepackt, musste einstecken und an sich arbeiten können und wollen. aber SO stelle ich mir bis heute reiten vor, das ist mein beweis dafür: es geht ;)

eines stimmt allerdings: bisher habe ich noch auf jedem turnier jemanden gesehen, der wirklich gut, der reitlehre entsprechend geritten ist und ich hab dann immer versucht rauszufinden wer den trainiert *unterrichtbrauch*

äh, mim - wieso verband stützen? reitlehre ist nicht gleich verband, genauso wenig wie christentum = katholische kirchen, zb.?
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