Autor Thema: "Reitlehre in der Krise"  (Gelesen 80229 mal)

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"Reitlehre in der Krise"
« am: 03.05.10, 10:17 »
Hallo,

ich bin ja kein Abonent von "Bayerns Pferde" - aber dieser Artikel gefällt mir doch gut und gibt einen guten Überblick über die "Einstellung" mancher Ausbilder, interessant für euch?

"Reitlehre in der Krise"  http://www.bayernspferde.de/index.php?redid=335665

Ganz besonders auf dünnen Eis - so sehe ich das - ist die Einstellung von Bruno Six. Die Frage ist für mich schon - was will der Kunde? Und/oder gibt es einen Weg, dass sich die Reiter "zurückdrillen" lassen "weg" von Horsemanship & Co.? Hat er mal die Studien der FN gelesen, den überwältigenden Frauenanteil und die Gründe warum auch andere Rassen neben den "Tunierwarmblütern" so beliebt sind?

Zitat
Häufig fehlt die Bereitschaft sich anzustrengen

Einer, der die WBO-Veranstaltungen skeptisch sieht, ist Bruno Six. Der Vielseitigkeitsreiter und Ausbilder auf dem Straußenhof in Waakirchen, kritisiert, dass „die spielerischen Elemente dieser Veranstaltungen schon wieder in einen starren Vorschriftenrahmen gepresst werden“.
Auch wenn er einräumt, dass viele „Profis die Wünsche ihrer Kunden ignorieren“, so ist sich der umtriebige Pferdefachmann sicher: Die Schuld liegt auch an der Kundschaft selbst. „Das Bedürfnis nach anderen Reitweisen resultiert häufig aus einer romantischen Vorstellung von der Partnerschaft mit dem Pferd“, meint Six. „Wir haben in Deutschland mittlerweile eine Vielzahl von Pferderassen, die jede mögliche Reitweise zulassen. Und viele scheinen leichter zu sein, als die klassische Reitweise.

Manche Reiter betrachten ihr Pferd als eine Art Hund. Aber das funktioniert eben nicht, das ist Träumerei – und ein gefährlicher Irrtum.“ Die nötige Disziplin und Energie, die man für eine solide Reitausbildung aufbringen muss, könnten viele Berufstätige einfach nicht aufbringen, hat Six durchaus Verständnis.

Die Skala der Einbildung ist lang: Horsemanship als eine Form von Selbstüberschätzung. Die irrige Annahme, man müsste sein Pferd nur genügend tätscheln, ihm Liebesdinge ins Ohr säuseln und die Karotten ausreichend in Öl tränken, um ein tragfähiges Miteinander zu befördern, ist weit verbreitet. Als Grundlage fürs hippologische Fernstudium reicht dann schon die leicht pathetische Heuschmann-Anklage „Stimmen der Pferde“ aus, um sich zu vergewissern: So schlimm ist das mit dem Reiten.
Doch spätestens wenn’s ans Verladen in den Hänger gehen soll, ist Schluss mit lustig: „Das Pferd muss den Menschen als Alpha-Tier akzeptieren“, sagt Bruno Six. „Aber viele Reiter haben gegenüber dem Pferd keine Autorität. Die können ihr Pferd nicht mal richtig auf die Koppel führen.“

 Wie gehts euch bei den Aussage?

Gruß Mim
Die-mit-dem-äusseren-Zügel-kämpft

Offline zaino

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #1 am: 03.05.10, 10:33 »
Interessant, Mim, danke fürs Einstellen.

Ob "moderne Horsemanship" oder gute alte deutsche Reitlehre - anstrengen, sich um Konsequenz bemühen, lernen, das Pferd als Pferd, nicht wie einen Zierpudel, aber auch nicht wie ein Sportgerät, bitte, behandeln - eigentlich ist das allen vernünftigen Reitersleuten längst klar.
Dass sich der Freizeithoppler im Durchschnitt nicht mit dem Profi und dessen Können messen kann, sollte aber auch eingesehen werden sein.

Sicher gibts die "Ausweichler" die auf andere Reitweisen wechseln. Leider. Viele. Die folgen Modetrends und Pferdegurus, das kann sogar gefährlich werden, was die sich so zusammenbrauen.
Tatsache ist aber auch, dass die wettbewerbsorientierte FN-Reiterei schon auch viele Jahre lang in die falsche Richtung galoppiert ist, DAS muss man auch sehen!
Schlecht ausgebildete, desinteressierte Flachbrettbohrer als Reitlehrer, etc. - doooch, da gibts schon auch was zu tun an der Front, Herr Six.
Das sind nicht nur wir bösen verblendeten Freizis, gell?  ;)

Ach ja, und die Reitlehre (Klassik, FN u.s.w.) an sich wäre absolut OK, wenn sie denn auch so geritten würde. Auch auf Turnieren. Auch in der Öffentlichkeit.
Übrigens, was ich in Augsburg auf höchster Western-Reitkunstebene gesehen hab, hat mich auch schaudern lassen - das ist einfach nur pferdeverschleissend.
Da gibts leider Bilder von Un-Harmonie und Härte, da fragt sich halt jeder Tierfreund, soll DAS das Vorbild sein?

Und zum Thema von Herrn Six, gerne und motiviert lerne ich dazu, wenn man mich nicht als "Freizi, eh zu doof" gleich mal nicht ernst nimmt und als hoffnungslosen Fall hinten runter fallen lässt....
« Letzte Änderung: 03.05.10, 10:44 von zaino »

Offline tara

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #2 am: 03.05.10, 10:41 »
wenn ich sehe, wie viele 'Nichtskönner' in meinem Umfeld den Reitwart haben, oder auch das DRA, .....würg.... und so was darf unterrichten....


der Fairnes halber sei bemerkt, daß es auch sehr viele fähige Leute gibt, die keinen Zettel vorweisen können/wollen....
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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #3 am: 03.05.10, 10:47 »
Hallo Zaino,

danke fürs Feedback.Die Besi wo ich reite ist nun 68. Jamei da ist halt ein Paso auf einem Wanderritt bequemer ;-).  Ebenso gehen wir auf Seminar von Caroline Kratzer - die schafft es eine saubere Ausbildungs/Gymnastizierungsweise zu lehren wo Isis, Kaltblut, Hafi, Traber, Paso und Quater gemeinsam teilnehmen - wo ist denn da das Problem!? (..und die gutes Geld dafür nimmmt)

Für mich die Frage schlichtweg von den Super-Profi-Leistungssportausbilder einfach das Begreifen, dass das "Ausweichen" auf andere Rassen, Reitstile, Ausbildungsweisen: AUCH SEINEN GRUND hat - statt es per se Schlechtzureden?

Das sich die Zielsetzung geändert hat? Das "Freude am Reiten" für manche eben ganz unabhängig von Schleifenjagd sind?
Warum nicht einen gesunden Mittelweg - mit klassischer physiologischer Ausbildung UND dem annehmen der Psychologie/Gehirnforschungs/Pädagogik-Ergkenntnisse im Jahr 2010?

Mir gefällt hier ein Artikel von Birkenbihl so gut - jemand der selbst in den 70er (oder früher) im Reitstall-Drill-Kommando groß geworden ist, tut sich natürlich schwer heute zu kommunizieren:

http://www.faz.net/s/RubC3FFBF288EDC421F93E22EFA74003C4D/Doc~EE878E20D05984938B81BF5AA2F3F3469~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Zitat
Das ist übrigens die Erklärung für ein Phänomen, das eine Langzeitstudie von Forschern der Harvard-Universität gefunden hat, ohne allerdings damals die Gründe erklären zu können. Man hatte Absolventen 28 Jahre lang beobachtet und ihnen halbjährlich Fragen vorgelegt. Ihr Fazit: Menschen führen - und lehren - so, wie sie in den ersten Jahren selbst geführt - und belehrt - worden waren.
Die Lehr-Zeitbombe wird gewissermaßen in der Kindheit „scharf gemacht“, und dann nützen Jahre didaktischen Studiums umso weniger, je mehr man dort vor allem über das Lehren redet (wie auf unseren Pädagogischen Hochschulen). Nur konsequentes Training, das heißt Handeln, kann diese Zeitbomben durch neue Erfahrungen und damit die anderweitige Nutzung der Spiegelneuronen verändern.

Heißt, der Reitschüler aus den 70er ist aber heute (weder vom Geschlechtsanteil noch vom Alter noch von den Bedürfnissen) her der aus dem Jahr 2010. Und wenn der Reitlehrer hier in seinen Erwartungshaltung "Lehrergläubigkeit" "Drillunterwerfung" da noch festhängt: Ja dann hat er ein Problem, weil eben auch die (Reit)Schüler heute viel mehr Medien haben, dass was gelehrt wird: Zu überprüfen UND in Frage zu stellen.

Dazu kommt - das der Reitschüler heute eben die Auswahl hat. Zwischen englisch UND western. Oder noch weiteren Stilen. Und das ist wie mit der Religion, den Kirchen. Früher, wo sie die "Alleininanspruchnahme" für die Seelsorge hatten - war das Leben (und Mitglieder halten): Leichter. Heute müssen sie mit anderen Religionen/Kirchen/Vereinen genau so "konkurrieren" wie auch mit Coachen für Beruf und Privatleben, mit Psychologen und Seminar/Kurs/Urlaubs/Persönlichkeitsbildungsangeboten. Und dann kommt der Katzenjammer.

Ist es mit der "klassischen Reitlehre" nicht ähnlich? Andersherum - ein bißchen "Benchmarking" also Vergleich wo die Karotte der anderen hängt, die die Bedürfnisse der Reiter/innen mehr aufgreifen, nicht verkehrt?

@ Tara - die Frage für mich heute an Lehrer ist: Sind sie aufgrund dessen was sie vorleben/-reiten können auch glaubwürdig und hiervon (vom Sport bzw. dem LEHREN) so begeistert, dass sie mit dieser Begeisterung andere "anstecken" können? Da kann ein "Amateur" der selbst an sich sehr anspruchsvoll ist - ein viel besserer Motivator/Anlerner sein als so manch einer frustrierter/lauter/unhöflicher und wenn er noch so viele FN-Scheine hat....

 Gruß Mim

« Letzte Änderung: 03.05.10, 10:58 von Mim »
Die-mit-dem-äusseren-Zügel-kämpft

Offline zaino

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #4 am: 03.05.10, 12:31 »

Das sich die Zielsetzung geändert hat? Das "Freude am Reiten" für manche eben ganz unabhängig von Schleifenjagd sind?
Warum nicht einen gesunden Mittelweg - mit klassischer physiologischer Ausbildung UND dem annehmen der Psychologie/Gehirnforschungs/Pädagogik-Ergkenntnisse im Jahr 2010?

Heißt, der Reitschüler aus den 70er ist aber heute (weder vom Geschlechtsanteil noch vom Alter noch von den Bedürfnissen) her der aus dem Jahr 2010. Und wenn der Reitlehrer hier in seinen Erwartungshaltung "Lehrergläubigkeit" "Drillunterwerfung" da noch festhängt: Ja dann hat er ein Problem, weil eben auch die (Reit)Schüler heute viel mehr Medien haben, dass was gelehrt wird: Zu überprüfen UND in Frage zu stellen.

Dazu kommt - das der Reitschüler heute eben die Auswahl hat.

@ Tara - die Frage für mich heute an Lehrer ist: Sind sie aufgrund dessen was sie vorleben/-reiten können auch glaubwürdig und hiervon (vom Sport bzw. dem LEHREN) so begeistert, dass sie mit dieser Begeisterung andere "anstecken" können? Da kann ein "Amateur" der selbst an sich sehr anspruchsvoll ist - ein viel besserer Motivator/Anlerner sein als so manch einer frustrierter/lauter/unhöflicher und wenn er noch so viele FN-Scheine hat....
*JaaAllesunterschreib*
Genau.
Ein Lehrer der mich abholt, wo ich bin, der mir das Notwendige auch mal energisch zumutet bzw. zutraut, bzw. mich ermutigt, mich nicht als Weichei abkanzelt wenn ich NICHT 1,50 m springen mag, der in dem was er tut, auch authentisch 'rüberkommt, den kann ich mir heute aussuchen.
Jaaa ich hab auch noch als Zwerg in den 70igern bei einem brüllenden brutalen Pferde windelweich prügelnden RL angefangen, da war ich 10, unschuldig und, ausser beim ersten Cavaletti, sogar furchtlos... Und weiss man, dass man unter Druck und Stress und Angst schlichtweg weniger gut lernt, warum kann man das heut nicht akzeptieren?
Pferde inkl. einem ganzen pferdigen Wirtschaftszweig haben bis heute überlebt WEIL der Spassfaktor den Nutzfaktor ersetzt hat.
Nicht jeder will den beruflichen Konkurrenzkampf am WE im sportlichen Wettbewerb fortsetzen.
Wir paddeln ja auch zum Beispiel, um die Natur (zuweilen ungezähmt) zu erleben, nicht, um uns mit anderen zu messen - genau wie wir nicht nur mit Blick auf den Gipfel und auf die Uhr bergwandern, oder?  ;)

Offline terra

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #5 am: 03.05.10, 13:33 »
Den Artikel habe ich zufällig am Samstag gelesen ... kann mich allerdings der Aussage von Bruno anschliessen.

 - Die WBO lässt jeden Spassfaktor/Phantasie des Veranstalters aussen vor.
 - Die angesprochene Horsemanship mit Weichspülfaktor erlebe ich fast täglich, das hat mit Horsemanship im klassischen Sinne nicht mehr zu tun, sondern ist blankes Hutschi-Gutschi. Wobei ich das Pferd dann eher als Katze sehe  ;) - es macht was es will, manchmal auch das, was man von ihm erwartet. Ein grosser Hund sollte genauso im Appell stehen, wie ein Pferd.

"freude am reiten" hat nicht unbedingt was mit Jagd auf Schleifen zu tun, allerdings stehen mir die Haare zu Berge, wenn ich von eher schlechten/mittelmässigen Reitern höre: das brauche ich nicht, ich will ja nicht aufs Turnier - und da gehts nur um so Sachen wie korrekter Sitz und einfühlsame Hilfen - ach, das ist ja anstrengend.....JA, Reiten ist Sport


 





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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #6 am: 03.05.10, 13:47 »
Ja, Reiten ist Sport

Und für viele "nur" ein Hobby, keine Glaubensrichtung. Ich frag mich dann schon manchmal ob aller Sporen, Hilfszügel, 1,60 m +++ Hindernisse und Co. ob die "phösen, nicht anstrengungswilligen Freizeitreiter" am Pferd soviel mehr Schaden anrichten wie der Leistungsport. Ja es ist schon eine Frage des Investes, aber auch eine Frage, wieviel (oder eben nicht) ein Freizeitreiter vom Pferd verlangt.

oder warum hat Stückelberger Xenophon mitgegründet?

Gruß Mim
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Offline tara

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #7 am: 03.05.10, 13:56 »
das, was Ottonormalfreizeitreiter seit Jahr(zehnt)en stört, -warum haben die anderen Reitweisen nur so einen Zulauf? - stößt auch immer mehr den Berufs-und Turnierreitern auf.
Und solche Leute wie Heuschmann und PK bringen einiges ins rollen.

Back to the roots... ist das Motto, und unsere Wurzeln (HdV 12, Richtlinien) sind nicht die Schlechtesten.
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Gruß tara

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Offline terra

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #8 am: 03.05.10, 14:48 »
Mim - Reiten ist und bleibt Sport! Auch für die unambitionierten Freizeitreiter....
Frag mal meine durchtrainierten Kollegen, was der nach zwanzig Minuten Schritt und detwas Trab für einen Muskelkater hatte ;D

...Genau wie Radfahren. Das kann man just for fun betreiben und mit dem 5000€ Bike ein bisschen im ebenen Park rumstrampeln oder man strengt sich mehr an und trainiert Richtung Tour de France, auch wenn dieses Ziel nur wenige erreichen.
Leider lernt man Reiten wie Radfahren nicht durch Bücherlesen, Pferdstreicheln oder Fahrrad putzen, ein bisschen körperliche und geistige Bemühungen werden auch vom Freizeitreiter ohne 1,60 m-Ambitionen verlangt - dazu gehören Selbstdisziplin und Kritikfähigkeit - dazu hält uns neben dem RL auch gerne mal das pöhze Pferd den Spiegel vor. Das Ross wird dann ganz schnell gegen was duldsameres ausgetauscht oder nur noch gehutschigutschied, den strengen RL tauscht man gegen einen weichspülenden (Wobei zugegebener Massen nicht jeder Reiter zu jedem Pferd und jedem RL passt)
 

Tara - stimmt, die Wurzeln sind gut, vielleicht schafft man es ja doch, den Baum zu sanieren  :D

Offline sasthi

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #9 am: 03.05.10, 15:20 »
Da ist es halt die Frage, ob diese "Hutschigutschiweichspül"-Kandidaten sowas wollen, ob sie sich nach Feierabend nochmal eine Stunde konzentrieren möchten oder halt gemütlich über den Reitplatz schlappen wollen und kopfschüttelnd jene betrachten, die noch die Energie besitzen, sich und Pferd weiterzugymnastizieren.
Wenn zwei das Gleiche tun ist das noch lange nicht das Selbe.

Haflinger sind nicht stur, sie geben ihrem Menschen nur mehr Zeit, über seine Fehler nachzudenken

Offline terra

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #10 am: 03.05.10, 16:08 »
sasthi - solange die Hutschigutschifraktion gemütlich mit ihren Pferden ausreitet, ist das alles in Ordnung....aber wenn in Formation ratschend über den Reitplatz Schritt geschlappt wird, dabei höchste Ansprüche an den Boden gestellt und die wenigen Energiegeladenen beim Reiten gestört werden - seh ich rot  ;D

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #11 am: 03.05.10, 16:24 »
Da ist es halt die Frage, ob diese "Hutschigutschiweichspül"-Kandidaten sowas wollen, ob sie sich nach Feierabend nochmal eine Stunde konzentrieren möchten oder halt gemütlich über den Reitplatz schlappen wollen und kopfschüttelnd jene betrachten, die noch die Energie besitzen, sich und Pferd weiterzugymnastizieren.

Vielleicht ist das Kopfschütteln auf beiden Seiten und beide haben die gleiche Boxen/Hallenmiete bezahlt? Warum sollte der eine - mehr Rechte haben als der andere?  8)

Gruß Mim
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Offline zaino

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #12 am: 03.05.10, 16:41 »

sasthi - solange die Hutschigutschifraktion gemütlich mit ihren Pferden ausreitet, ist das alles in Ordnung....aber wenn in Formation ratschend über den Reitplatz Schritt geschlappt wird, dabei höchste Ansprüche an den Boden gestellt und die wenigen Energiegeladenen beim Reiten gestört werden - seh ich rot  ;D
... oder wenn man mit diesen Leuten samt ihren Zampeln nicht zivilisiert ausreiten kann, geschweige denn ihnen begegnen oder die Halle mit ihnen teilen will, weil sie es einfach nicht die Bohne im Griff haben und einen nur Nerven kosten...  :P

Wenn man schon so einige Hutschi-Gutschis mit eingedetschter Nase und gebrochenen Puppenknöchelchen draussen aufgeklaubt oder mit zertrampeltem Fuss erlebt hat... oder gar selber Leute kennt, auf deren Grabstein steht "Meine Pferde tun mir nichts" ist meine persönliche Toleranz beendet.
Man tut auch dem Pferd nix Gutes, wenn sichs lustlos und ungefordert mit durchhängendem Kreuz und nachschleifendem Hintergestell schleppt.
Oder wenn keiner was mit ihm zu tun haben will, weil das liebe Tier extrem schwierig und ungezogen ist - das sind dann die Pferde, die vom Hutschi-Gutschi-Frauchen- oder -Herrchen zum Guru geschleppt und mit dem Stempel "Problempferd" versehen wurden. Etwas gesunder Menschenverstand und anfängliche Konsequenz hätten da oft schon ganz gurufrei Wunder gewirkt...

Offline Terrier

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #13 am: 04.05.10, 00:26 »
Muss eigentlich Allen recht geben. Ist schon eher selten, dass es um eine "Reit/Pferdediskussion" geht und soviele sind einer Meinung, sagen es nur in anderen Worten, meinen aber sich das Gleich.
B.Sixt hatte, da er ja als erstes stand, schon heftiges Kopfnicken von mir bekommenö
Es ist im Grunde egal, welchen Reitstil man hat, hauptsache man kommt damit klar und gefährdet weder sich, sein Pferd oder gar andere Personen. Auch MUSS man das Pferd beherrschen können und das Pferd muss einen alsChef ansehen.. Das ist viel wichtiger als das Reiten.
der bissige Terrier schickt Grüsse
http://dhbf.daisypath.com/NE3Lp1.png
Ich bin zu alt um nur zu spielen und zu jung um ohne Wunsch zu sein

Offline MimTopic starter

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Re: "Reitlehre in der Krise"
« Antwort #14 am: 04.05.10, 07:40 »
Auch MUSS man das Pferd beherrschen können und das Pferd muss einen alsChef ansehen.. Das ist viel wichtiger als das Reiten.

Lass uns schreiben - das Pferd muss sich beherrschen können und den Anweisungen folgen - weil es dem Menschen als Chef vertraut - und dann sind wir uns einig :-) !

Mim

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