Autor Thema: Unterstützt eine online Petition gegen die neue Progressive Liste der FEI  (Gelesen 7608 mal)

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Offline Eva

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geolina, beim Headshaken hat die FN entschieden, die Nasennetze (wieder) zu verbieten, weil das Nasennetz auch in Fällen wirkt, in denen nachweislich klinische Ursachen (mit Schmerzen) vorlagen. Konkret habe ich einen Fall in einem Forum (ja, ich weiß, das Internet erzählt viel ...) erlebt, in dem die Besitzerin auch erst sicher war, dass ihr Pferd keine Schmerzen hatte, da das Nasennetz zur Beschwerdefreiheit reichte. Durch Zufall kam dann aber heraus, dass das Pferd eben nicht ohne Grund shakte. Die FN will eben, dass nicht leichtfertig die Diagnostik abgebrochen wird. Ich meine, dass das Nasennetz mit tierärztlicher Bescheinigung über die durchgeführten diagnostischen Methoden doch noch erlaubt werden kann - früher reichte die Bescheinigung, dass das Pferd Headshaker ist. ich weiß, dass es für den Einzelnen (Dich!) blöd ist. Aber vielleicht hast Du so ein bisschen mehr Verständnis für dieses spezielle Verbot.

Die andere Geschichte, die ich nicht so ganz verstehe: Dopingsubstanzen sind ja praktisch nie erlaubt, die will man im Normalfall aber auch sonst nicht im Pferd haben. Meist werden (gerade Schlachtpferde) mit Substanzen behandelt, die unter "verbotene Medikation" fallen. Das müsste man doch nur anmelden und gut ist? Gerade, wenn die Behandlung Wochen her ist? Oder verwechsel ich da wieder nationales und internationales Recht?
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Offline esge

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Ich fürchte einfach, dass bei allem anderen als der Nulllösung passiert, was jetzt schon passiert ist: Nämlich dass die weniger rechtschaffenen und keinesfalls immer guten Menschen dann IMMER irgendwie den Nachweis erbringen werden, dass ihr Pferd die "Medikation" nötig hatte. Irgendeinen bestechlichen Tierarzt werden sie immer finden. In die Röhre gucken dafür tausende von Reitern, die damit in der Tat kein Schindluder treiben wollten. Ich als Nicht-Turnierreiter kann natürlich leicht sagen, dass mir tausend Reiter, die daheim bleiben müssen lieber sind, als ein totes Pferd.

Warum shaken Pferde mit Nasennetz denn eigentlich nicht? Ich habe das bislang nicht verstanden.
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Offline Kiowa

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Dopingsubstanzen sind ja praktisch nie erlaubt, die will man im Normalfall aber auch sonst nicht im Pferd haben.

Vieles, was im Sport als Doping deklariert ist, hat bei kranken und rekonvaleszenten Pferden durchaus seine Berechtigung, z.B. Präparate, die den Muskalaufbau fördern, können schon ganz nützlich sein, wenn ein durch lange Krankheit abgebautes Pferd unterstützt werden soll. Sedierung nutzen wir alle für den Zahnarztbesuch. Entzündungshemmer gibt man auch gern, wenn das Pferd unter einer Entzündung leidet, die es allein nicht loswird (Einschuss, Gelenksentzündung). Oder die ganzen Fütterchen, die wir unseren Oldies geben, damit sie noch ein paar Jahre schmerzfrei leben dürfen. Das sind alles Dinge, die ich unter Umständen gern im Pferd haben will - aber ich darf mit ihm dann nicht auf einen Wettkampf, weil es nicht fit ist, wenn es so etwas braucht.

Die Doping-FAQ der FN helfen einem gut dabei, darüber nachzudenken, was eigentlich Doping ist und was nicht.

@Esge: mir ist es immer noch lieber, es werden nur ein paar erwischt und das Verhalten ist nach wie vor öffentlich geächtet, als dass es einfach als für okay befunden wird und es daher alle machen. Dann wird's für die Anständigen viel, viel schwerer ... dann haben die wirklich keine Chance mehr, bzw. wer eine Chance haben will, muss mitziehen. Mit Grenzwerten und Anti-Dopinglisten wird zumindest der Missbrauch deutlich erschwert.

Bei Frau Werth hat's nicht geklappt, bei Herrn Ahlmann hat's nicht geklappt, bei Herrn BEerbaum hat's nicht gekappt, bei Frau Michaels-Beerbaum hat's auch nicht  geklappt - und die wissen wie man's macht, und wie man argumentieren muss (außer Herr Ahlmann, bei dem klappt nicht mal die PR), trotzdem wurden sie erwischt. Allerdings ist diese neue Liste ja durchaus als Reaktion darauf zu verstehen.

@geolina: die meisten Medikamente sind ja nicht monatelang nachweisbar. Und wenn, dann würde ich davon ausgehen, dass auch die behandelte Krankheit ihre Zeit braucht bzw. das Pferd, um sich davon vollständig zu erholen. Beispiel: Equipalazone ist nach 7, mit Sicherheitsabstand nach 10-14 Tagen nicht mehr nachweisbar. Ein Pferd, das so ernstlich lahm war, dass es ein Schmerzmittel und Entzündungshemmer sollte meiner Meinung nach nicht schon nach 14 Tagen nach Abklingen der Lahmheit wieder in einem Wettkampf starten.

Und selbst wenn einige Medikamente sehr lange nachweisbar sind, mir wäre es das wert, dass vielleicht ein paar Pferde weniger starten dürfen und dafür nur garantiert gesunde. Es ist noch kein Pferd daran zu Schaden gekommen, dass es nicht an einem Turnier teilgenommen hat oder früher als nötig aus dem Wettbewerb genommen wurde.  ;)
« Letzte Änderung: 26.11.09, 15:23 von Kiowa »
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Offline Kimble03

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Hm, ich find das schon schwierig(er).

Nehmen wir das Beispiel mit dem Langzeitantibiotikum, das dauert 56 Tage, bis es abgebaut ist.
Das Pferd wird sicher schon nach Abklingen des Infekts wieder geritten, spätestens 4 Wochen danach wieder normal, weil in der Regel dann die Beschwerden verschwunden sind.
Oder auch das Beispiel mit der Augenentzündung, da wird sogar noch schneller wieder normal geritten, nicht wegen Zeitdruck, sondern weil das Pferd dazu in der Regel in der Lage ist.

Das Pferd darf aber trotzdem nicht mal an einer Führzügelklasse teilnehmen, die es völlig unbeschadet überstehen würde.
Das ist schon ein bisschen übertrieben finde ich.

Und wenn in diese 56 Tage das Turnier fällt, das du als Saisonhöhepunkt geplant hast, auf das du das ganze Jahr hingearbeitet hast, auf das du dich freust, dann wirst du denke ich schwer versucht sein schon nach 40 oder 45 oder 55 Tagen zu starten und damit zu dopen. Ohne dass dein Pferd dadurch Schaden hat.
Oder eben das Antibiotikum nicht zu benutzen und das Pferd nicht optimal zu behandeln.


Und auch mit der Null-Lösung wird gedopt.
Und man muss nicht mal Zeug ins Pferd schütten, Wasserentzug zur "Beruhigung" ist nicht nachweisbar und einfach.
Wer betrügen will, betrügt.
Egal wie die Regelung ist.


Grenzwerte bei bestimmten Stoffen, die niedrig genug sind, dass die Stoffe keine Wirksamkeit mehr besitzen, sondern nur noch nachweisbar sind (zB beim Antibiotikum) sind meiner Ansicht nach sinnvoll und gehen nicht zu Lasten des Pferdes.
Erlauben aber eine Medikation des Pferdes.

Andere Stoffe (speziell Schmerzmittel) sollten verboten bleiben.


Entgegen allen anders lautenden Meinungen und Darstellungen ist es wirklich überraschend, dass so ein Junggemüse-Keks das allgemeine Gedöns, das mit dem Werden und Sein eines Reitpferdes zusammen hängt, so unglaublich einfach, willig und großartig umsetzt und dabei auch noch wahnsinnig gut aussieht.

geolina

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Hm, ich find das schon schwierig(er).
Und wenn in diese 56 Tage das Turnier fällt, das du als Saisonhöhepunkt geplant hast, auf das du das ganze Jahr hingearbeitet hast, auf das du dich freust, dann wirst du denke ich schwer versucht sein schon nach 40 oder 45 oder 55 Tagen zu starten und damit zu dopen. Ohne dass dein Pferd dadurch Schaden hat.
Oder eben das Antibiotikum nicht zu benutzen und das Pferd nicht optimal zu behandeln.

Grenzwerte bei bestimmten Stoffen, die niedrig genug sind, dass die Stoffe keine Wirksamkeit mehr besitzen, sondern nur noch nachweisbar sind (zB beim Antibiotikum) sind meiner Ansicht nach sinnvoll und gehen nicht zu Lasten des Pferdes.
Erlauben aber eine Medikation des Pferdes.

Andere Stoffe (speziell Schmerzmittel) sollten verboten bleiben.

ja, so seh ich das auch. nur schwarz-weiss ist mir in dem fall eben zu einfach.

alex

Offline Aleike

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Im Prinzip ist eine Null-Lösung schon richtig, aber Ausnahmen müssten auch zugelassen werden.

Nehmen wir mal ein Pferd mit chronischer Bronchitis, noch nicht besonders schlimm, aber doch so, dass es dem Pferd mit Medikamenten besser geht. Wenn die Bronchitis nicht allzu schwer ist, müssen diese Pferde ja möglichst regelmäßig laufen und an die Schwitzgrenze kommen. Warum dann nicht auch auf einem Turnier, wenn sie gut geritten sind?
(Muss ja nicht gleich M-Vielseitigkeit sein, halt innerhalb ihres Leistungsrahmens.)

Was ist mit einem Ekzemer, der vielleicht phasenweise lokal mit Cortison behandelt wird? Warum sollte der nicht auf einem Turnier gehen dürfen, bzw. warum müsste das Pferd dazu auf die hilfreiche Behandlung verzichten?
Man darf nicht sagen: "Was, du Mistvieh, du willst nicht?" Sondern: "Entschuldige, mein Tier, ich werde schon noch dahinterkommen, wie ich es lerne, dich peu à peu auf den rechten Weg zu führen." (Udo Bürger)

Offline Kimble03

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Weil die Mittel bei Bronchitis und Cortison auch zum Missbrauch geeignet sind, gibt es die Null-Lösung.
Und da beisst sich der Affe wieder in den Schwanz. ;D

Wenn bestimmte Mittel wegen bestimmten Indikationen zugelassen sind, gibt es tatsächlich garantiert immer einen TA, der die Krankheit diagnostiziert um ein gesundes Pferd zu einer höheresn Leistung zu bringen.

Blöde Sache, die Welt wär so einfach, wenn niemand böse Sachen machen würde. ::)
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Offline esge

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Kann mir jemand - off topic - noch meine Frage beantworten, warum Pferde mit Nasennetz nicht shaken?
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Offline Eva

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esge: Ich glaube, dass man das nicht genau weiß. Einigen Pferden helfen ja auch "Troddeln". Wenn die Pferde aufgrund von Pollen/Allergie und daraus folgendem Juckreiz shaken, kann ich mir vorstellen, dass die Troddeln helfen. Mag sein, dass die Berührung der Nüsternregion durch das Nasennetz "Fehlreize" ausschalte, die (auch) bei Problemen mit den Gesichtsnerven helfen können. Die Ursachen für Headshaking sind zahlreich und "die" Hilfe gibt es nicht.
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Offline Kiowa

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Aus Sicht des Reiters verstehe ich die Argumentation, dass es doch schade wäre, wenn man mit so einem Pferd bei einer Nulllösung nicht starten können soll.

Aus Sicht des Pferdesports finde ich es aber falsch, ein gesundheitlich eingeschränktes Pferd in einem Wettkampf starten zu lassen, das zur Teilnahme an diesem Wettkampf Medikamente braucht, selbst wenn es nur leichte Medikamente sind, auch wenn's im Einzelfall hart ist. Derzeit werden ja sogar kerngesunde Pferde von Wettbewerben ausgeschlossen, weil sie z.B. die Influenza-Impfung nicht vertragen. Finde ich auch schade und nicht richtig.

Aus Sicht der Pferdezucht ingesamt (nicht des einzelnen Züchters!) müsste man sogar darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, Pferde mit Ekzem, Neigung zu COB überhaupt zu behandeln  :-\, bzw. zu verkaufen bzw. mit ihnen zu züchten, jedenfalls wenn's um Härte und Gesundheit geht.

Umgekehrt löst sich ein leichtes COB-Problem oft durch Einstieg in den passenden Sport auch ohne Cortison  ;DCzyppa hatte auch COB *g*, hat die meisten Kilometer gesammelt und wurde 33 Jahre alt. Aber das ist OT ;)
« Letzte Änderung: 27.11.09, 11:18 von Kiowa »
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Offline Eva

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Im Prinzip ist eine Null-Lösung schon richtig, aber Ausnahmen müssten auch zugelassen werden.

Nehmen wir mal ein Pferd mit chronischer Bronchitis, noch nicht besonders schlimm, aber doch so, dass es dem Pferd mit Medikamenten besser geht. Wenn die Bronchitis nicht allzu schwer ist, müssen diese Pferde ja möglichst regelmäßig laufen und an die Schwitzgrenze kommen. Warum dann nicht auch auf einem Turnier, wenn sie gut geritten sind?
(Muss ja nicht gleich M-Vielseitigkeit sein, halt innerhalb ihres Leistungsrahmens.)

Was ist mit einem Ekzemer, der vielleicht phasenweise lokal mit Cortison behandelt wird? Warum sollte der nicht auf einem Turnier gehen dürfen, bzw. warum müsste das Pferd dazu auf die hilfreiche Behandlung verzichten?

Die dürfen deshalb nicht auf Turniere gehen, weil, jedenfalls in der FN-Welt, Turniere Leistungsprüfungen sind, die auch die Qualität der Zucht überprüft werden soll - Kiowa schrieb es ja auch schon. Pferde, die ggf. aufgrund ihrer sportlichen Erfolge (natürlich, für Wallache ist das etwas schwierig) in der Zucht eingesetzt werden sollen, müssen diese Leistung auch ohne Unterstützung bringen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich diesen Ansatz sogar gutheiße.

Für den Einzelnen ist es natürlich doof, das wird aber immer so sein - auch bei Grenzwerten ist immer jemand ganz knapp drüber.
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Offline McFlower

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Egal wie die Regelung ist.
Ganz genau. Und die Quote ist im kleinen Sport ungleich höher als im Spitzensport, weil man die Leute dort mit Sperren nicht wirklich bestrafen kann.

Bei uns am Stall steht ein Pferd mit leichter Arthrose, die zu Schubphasen immer mal wieder einige Tage mit Equi behandelt wird. Trotzdem reitet die Tochter der Besitzerin fröhlich E-Springen damit. Der Tierarzt hat gesagt, Springen wäre okay, nur nicht höher als 1 m. Hmmmm. Ich habe in reiner Weltverbesserer-Manier die Besitzerin angesprochen und darauf hingewiesen, dass das Doping ist und das Pferd nicht starten darf. Sie hat sich für die Info bedankt, sie wusste das nicht. Nun gut. So lange gut, bis ich das Pferd auf dem nächsten Turnier getroffen habe. Eine Nachfrage von mir hat folgendes ergeben: Die Besitzerin hat sich schlau gemacht und herausgefunden, dass ich tatsächlich Recht habe und das Kind - falls sie mal erwischt wird - in aller Regel mit einer dreimonatigen Sperre bestraft wird. Tja, wenn sie sich an die Dopingregeln hält, kann das Mädchen überhaupt nie starten und so riskiert sie halt eine dreimonatige Sperre. Also, was soll´s. Das war das Fazit.

Gleiches Argument habe ich auch schon bei einer Dressurreiterin auf L-Niveau gehört, deren Pferd wegen leichtem allergischen Husten im Sommer mit Cortison behandelt wird. Startet sie trotzdem - riskiert sie eine Sperre. Sonst startet sie gar nicht. Die Sperre ist überhaupt kein Druckmittel für Leute, die sowieso nur ein Pferd reiten. Ich bin sicher, dass in den unteren und mittleren Klassen massenweise "gedopte" Pferde gestartet werden. Lasst mal alle Pferde eines Reiterwettbewerbs zum Urintest antreten. Da erlebt ihr ein blaues Wunder, möchte ich wetten.
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Offline Kiowa

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@McFlower: das ist ein großes Problem - die Leute wissen's nicht besser oder sie lassen es darauf ankommen.

Ein probates Gegenmittel (neben dem Aushängen der FN-FAQ zum Thema im Stall): Einfach mal das Dopingtestset gut sichtbar mit auf den Tisch stellen ;D Soll schon vorgekommen sein, dass manche dann gleich auf einen Start verzichtet haben ;D Aber es soll ja auch Turnierveranstalter geben, die so was auch nicht gern sehen  :-\
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Offline Eva

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Vieles, was im Sport als Doping deklariert ist, hat bei kranken und rekonvaleszenten Pferden durchaus seine Berechtigung, z.B. Präparate, die den Muskalaufbau fördern, können schon ganz nützlich sein, wenn ein durch lange Krankheit abgebautes Pferd unterstützt werden soll. Sedierung nutzen wir alle für den Zahnarztbesuch. Entzündungshemmer gibt man auch gern, wenn das Pferd unter einer Entzündung leidet, die es allein nicht loswird (Einschuss, Gelenksentzündung). Oder die ganzen Fütterchen, die wir unseren Oldies geben, damit sie noch ein paar Jahre schmerzfrei leben dürfen. Das sind alles Dinge, die ich unter Umständen gern im Pferd haben will - aber ich darf mit ihm dann nicht auf einen Wettkampf, weil es nicht fit ist, wenn es so etwas braucht.

Die Doping-FAQ der FN helfen einem gut dabei, darüber nachzudenken, was eigentlich Doping ist und was nicht.

Naja, es gibt doch (jedenfalls international!) Mittel, die immer Doping sind und nie erlaubt und Mittel, die nur im Wettkampf nicht erlaubt sind (Schmerzmittel). Meinst Du mit Präparaten zum Muskelaufbau sowas wie Myoplast oder doch Anabolika? Anabolika werden meines Wissens nach nur in extrem seltenen Fällen gegeben, obwohl viele Leute meinen, dass das häufig gegeben wird, wird es in vielen Fällen doch nicht gemacht - der Preis ist zu hoch, selbst bei KS-Pferden. Das meinte ich mit "will man in der Regel eh nicht im Pferd haben". Ich finde ehrlich gesagt diese Unterscheidung zwischen Doping und Medikation sehr verwirrend, weil man dazu auch oft Falsches liest - und es auch noch international und national unterschiedlich ist.

Noch ein Punkt zur Bindehautentzündung: Ich hab auch immer gedacht, das wäre doch nicht so schlimm - tja, letztens hatte ich selbst eine heftige und wirklich Schmerzen im Auge. Da hatte ich wirklich keine große Lust auf Sport und werde mir das in Zukunft auch beim Pferd ins Gedächtnis rufen.
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Offline McFlower

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Ein probates Gegenmittel (neben dem Aushängen der FN-FAQ zum Thema im Stall): Einfach mal das Dopingtestset gut sichtbar mit auf den Tisch stellen ;D Soll schon vorgekommen sein, dass manche dann gleich auf einen Start verzichtet haben ;D Aber es soll ja auch Turnierveranstalter geben, die so was auch nicht gern sehen  :-\
Doch, doch, wir als Turnierveranstalter sehen ausgesprochen gerne, wenn Dopingproben gemacht werden. Es werden auch Dopingproben genommen, an jedem Turniertag und Querbeet durch alle Prüfungen. Aber von fast 1000 gestarteten Pferden werden vielleicht 2% oder 3% getestet, mehr geht zeitlich nicht.

Ich wäre ja Fan von der Regelung, dass Dopingvergehen nicht nur mit einer Sperre, sondern auch noch mit einer Geldbuße von > 1000,- EUR geahndet werden. Da würde die eine oder andere Turniermutti schon mal vorher drüber nachdenken, ob sie einen Tausender dafür riskiert, dass die Tochter mit dem Equi-Pferd durchs E-Springen gurken darf.

Andersherum müssen dann klarere und durchsichtigere Regeln her, sonst kann man sich den Turniersport gleich knicken. Ich bin nur Gelegenheits-Turnierreiterin mit einer Handvoll Starts im Jahr. In diesem Jahr wurde mein Pferd wegen einer schmerzhaften Verletzung über dem Auge zwei Tage lang mit insg. 4 Beuteln Equi behandelt. Das Pferd konnte nach einer Woche wieder voll belastet werden, aber ich konnte von niemanden, auch nicht von meinem Tierarzt, eine belastbare Aussage bekommen, wann das Equi garantiert nicht mehr nachweisbar ist. Ich bin dann quasi auf gut Glück 7 Wochen später wieder gestartet unter der Annahme, dass es wohl vermutlich nicht mehr nachweisbar ist. Keine Ahnung, ob das auch so war, ich bin nicht getestet worden.
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