Autor Thema: Unterstützt eine online Petition gegen die neue Progressive Liste der FEI  (Gelesen 7459 mal)

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Offline ahpeTopic starter

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Hallo,

ich möchte Euch auf folgenden Link aufmerksam machen, in dem ihr Euch sehr einfach und online gegen den Beschluss der FEI zum Thema "Erlaubte Medikation -Progressive Liste" aussprechen könnt.

Mit diesem Beschluss wird  es  - verkürzt gesagt -- Reitern möglich ihr Pferd mit Entzündungshemmern und Schmerzmitteln zu behandeln, damit sie an Turnieren teilnehmen können. Diese Regel soll ab 1.1.2010 in Kraft treten. Die europäischen Verbände hatten sich zwar dagegen ausgesprochen haben - auch die FN - dennoch unterlagen sie in der Abstimmung. Diese Regel verstößt zu allem Überfluss auch noch gegen das Tierschutzgesetz.

Nähere Infos hierzu findet ihr auf der Seite, auch mit Links die die Aufbereitung in den Medien zeigen.

www.no-fei.com

geolina

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hallo,

da steh ich schon drin (und ja, ich konnte heute irgendwie nicht länger schlafen ;) ).

aber schade isses schon mit dieser liste. gegen die hier bin ich, aber eine sinnvolle medikationsliste wäre an sich gar nicht so schlecht gewesen, die verfechterin einer absoluten nulllösung wäre ich nämlich gar nicht. ab und an isses schon schade, dass man pferden z.b. bei chronischen sachen nichts geben kann, was eben kein doping wäre, sondern für mich echt nur medikation. *seufz* aber so ist die fei, bloß alle chancen die man hat zu grabe tragen.

alex

Offline Terrier

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Kann Alex nur zustimmen.  ;)

Es ist doch echt haarsträubend manchmal, was alles "verbotene Substanzen" sind. Wenn ich mein Pferd mit dem "falschen" Kühlgel einmassiert habe, ist es DOPING! Dabei will man nur etwas Gutes für das Pferd machen.
der bissige Terrier schickt Grüsse
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Offline esge

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Sorry, hier gehts nicht um Kühlgels. Hier gehts um schmerzmindernde Substanzen, die Pferde über ihre Leistungsgrenze laufen lassen. Hier gehts darum, Doping für den Reitsport aus der Welt zu schaffen, indem man es legalisiert. Das kann es ja wohl nicht sein!
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Offline tara

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Hier gehts darum, Doping für den Reitsport aus der Welt zu schaffen, indem man es legalisiert. Das kann es ja wohl nicht sein!

das ist mal wieder typisch: wenn die Grenzwerte nicht eingehalten werden können (wollen), werden nicht die Sünder bestraft und zur Einhaltung verpflichtet. Nein, es werden die Grenzen heraufgesetzt oder sogar abgeschafft!

Man muß dem Pferd doch helfen dürfen!

bin ich froh, daß ich an und in mein Pferd all das Zeugs bringen kann, von dem ich überzeugt bin, daß er er nötig hat. *stolzerfreizeitjuxerbin*
stell dir vor, du hast ein Pferd und es kann nicht t ö l t e nin diesem Sinne...
Gruß tara

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Offline Terrier

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Esge - ICH WILL ES NICHT LEGALISIEREN!! Ich finde es nur nicht so toll, dass es für ALLE Stoffe die Nullgrenze gibt, sodass man nicht mal ein Kühlgel verwenden darf.
Ich finde es auch schrecklich, dass diese Art von Doping legalisiert werden soll. Wenn ein Pferd ein Schmerzmittel bekommt, hat es REIN GARNIX im Sport zu suchen!
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geolina

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hallo esge,

wie gesagt, die jetzige fei liste ist der hohn, deswegen bin ich auch schon bei der petition dabei.

für eine sinnvolle liste, mit mitteln, die pferden eben guttun, aber die weder leistungssteigernd sind, noch kaputte pferde für eine quälende saison noch in den sport zurückpushen sollen, für so eine liste wäre ich schon gewesen.

alex

Offline Kiowa

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Da die Grenzziehung sehr schwer ist, bin ich immer eher für Nulllösungen *achselzuck* Es wird ja niemandem verboten, seinem Pferd zu helfen und es zu behandeln. Nur hat es dann eine gewisse Zeit nach der Behandlung eben nichts in einem Wettkampf zu suchen.

@Terrier: was Kühlgels angeht - entweder helfen sie besser als Wasser und Eis, dann greifen sie massiver ins körperliche System ein (z.B. Kampher), aber dann sollte ein gesundes Sportpferd diese Unterstützung auch nicht benötigen. Wozu braucht man denn Kühlgel? Um nach evtl. Überlastung angelaufene Beine wieder dünn zu bekommen und langfristigen Störungen wie Gallen, Sehnenscheidenreizung usw. vorzubeugen. Nichts, was man nicht auch mit kalt-warmen Wickeln und  leichter Bewegung im Schritt erreichen könnte. Oder Kühlgamaschen oder Eis.

Ich engagiere mich ja im Distanzsport, da gilt national die Nullösung: als Pflegemittel ist nur Wasser erlaubt (und zwar zw. Voruntersuchung und Siegerehrung). Ansonsten gilt die LPO. Das finde ich gut. Ekzemerlotionen, Fliegensprays, Melkfett, Babycreme - das kann alles zugelassen werden, sofern es mit dem leitenden Tierarzt abgesprochen ist. Aber wenn ich Kühlgels oder Cremes generell erlaube, kann kein Tierarzt der Welt wissen, was z.B. in den diversen Zubereitungen drin ist, die überall auf die Beine geschmiert werden.

Meine harmlos aussehende Maukesalbe enthält z.B. in ganz geringen Anteilen ein Antibiotikum und Acetylsalicylsäure. Ist bestimmt harmlos, wäre aber Doping, und das ist aus prinzipiellen Erwägungen auch gut so. Ein Pferd, das ohne diese Salbe die Strecke nicht schaffen könnte, z.b. 60 km mit nassem Sand, der in der Fesselbeuge reibt und eine Entzündung hervorruft, die dann zur Lahmheit führt, gehört eben nicht in diesen Wettkampf.

Natürlich kann sogar Wasser pervertiert werden: Beispiel: in Aachen zu den WEG wurden für den Distanzritt 2.5 Tonnen Eis verbraucht, bei 12 Grad und Nieselregen!  :o Unmittelbar vor dem Vet-Gate (wo ich saß, um die In-Time zu nehmen) hatten die Crews Eimer mit Eiswasser. Ein Pferd, das da 5 Minuten mit den Beinen im Eiswasser stand, hatte garantiert keine Entzündungszeichen am Bein und evtl. Schmerz war sicher auch gut runtergekühlt ::) Wenn sogar Wasser wettkampfverzerrende Wirkungen haben kann, dann fangt mir bitte nicht ausgerechnet mit Kühlgels an, sorry ;)

2. Beispiel: Infusionen nach dem Wettkampf. Natürlich hilft es einem Pferd, wenn es nach einem anstrengenden Wettkampf eine Infusion mit NaCl bekommt. Manche menschlichen Sportler gönnen sich das regelmäßig. Es ist eine absolut harmlose Substanz, die die Regeneration erleichtert und dem Körper hilft, die Anstrengungen besser zu verpacken. Beim Pferd gibt man sie normaerweise nur in Fällen außergewöhnlicher Belastung, auch wegen der Gefahren von Komplikationen durch die Kanüle usw.

Wenn ich jetzt aber diese im Einzelfall sehr hilfreiche Maßnahme nach dem Wettkampf generell erlaube, dann werden viele Reiter diese Infusion von vorneherein mit einkalkulieren und so reiten, dass ihr Pferd ohne diese Infusion die Nachuntersuchung bzw. Transportfreigabe sicher nicht schaffen würde. So wird durch ein Mittel das Risiko für die Pferde erhöht. Wenn alle weiter so reiten würden, dass sie es eigentlich nicht brauchen, es dann aber on-top einsetzen, wäre es in Ordnung. Aber dem ist nicht so. Leider.

Herrn Beerbaums Statement zum Thema Phenylbutazon: "Es geht wirklich darum, einem Athleten die nötige Unterstützung zu gewährleisten, und ich muss persönlich auch sagen, dass ich da keinen Konflikt mit dem Tierschutzgedanken sehe." Quelle: Interview in der Sportschau.

Im Klartext: Sportpferde im heutigen Pferdesport benötigen (nach Meinung von Herrn Beerbaum) Unterstützung durch Phenylbutazon - und das kollidiert nach Meinung Herrn Beerbaums nicht mit dem Tierschutzgesetz. Laut diesem Gesetz ist es jedoch verboten, einen leistungsmindernden Zustand mit Medikamenten zu verdecken. „Es ist verboten, einem Tier, an dem Eingriffe und Behandlungen vorgenommen worden sind, die einen leistungsmindernden körperlichen Zustand verdecken, Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines körperlichen Zustands nicht gewachsen ist.“

Fazit: Herr Beerbaum kann nicht lesen? Oder ist er einfach nur unglaublich dreist und unverforen?
« Letzte Änderung: 25.11.09, 10:54 von Kiowa »
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Offline Terrier

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Kiowa - Klar , wenn ich Wasser da habe, nehme ich es auch. Aber bei uns im Dressur/Springsport ist es nicht unbedingt üblich, dass ein Wasseranschluss auf dem Turnierplatz vorhanen ist, wo man Abspritzen kann. Damls hätte ich da beinahe das Kühlgel genommen.
Sonst benutze ich das Zeug eh nicht. OK, nach einer Verstauchung BEI MIR hatte ich es genutzt. Aber das dürfen wie Behi-Sportler nun auch nicht, weil wir auch Dopingkontrollen haben ::)
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Offline Kiowa

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@Terrier: okay  - das Einzige, was es bei Distanzritten IMMER reichlich geben muss, ist Wasser *g* Allerdings muss vom Veranstalter nur Tränkwasser zur Verfügung gestellt werden, wer keinen Tross und kein zusätzliches Wasser hat, muss eben vorsichtiger reiten, so dass er nicht so viel Kühlung braucht. Für Ponys kann das im heißen Sommer schon zum Problem werden. Weshalb ja auch jeder einen Schwamm mit langem Band dabei hat, den man zur Not in einen Bach oder eine Pfütze halten kann. Oder einen Falteimer.

Für eine Turnierprüfung und ein empfindliches, vielleicht auch nur wetterfühliges Pferd würde ich bei Nullösung empfehlen, Kühlakkus oder Coldpacks in einer Kühltasche oder Eiswürfel in einer Thermoskanne mitzunehmen, die man dann in einen Eimer Wasser tun kann (Kanister mitnehmen) oder diese schönen Kühlgamaschen, die man mit wenig Wasser "aufladen" kann, das ist ganz sanfte Kälte. Aber das ist jetzt echt OT. Wollte nur zeigen, dass es bei guter Vorbereitung häufig eine Lösung gibt.
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Offline esge

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Kiowa hat es in ihrem vorletzten Beitrag sehr schön auf den Punkt gebracht, wie ich finde. Wenn der Sport von vornherein so kalkuliert wird, dass Pferde ihn nur noch mit unterstützender Medikation überstehen können, ist der sport falsch.

Oder wie ein TA hier in der gegend sagte, als meine RL ihn entsetzt fragte, warum dieses erst 7jährige Pferd Spritzen in den Rücken benötige: "Das ist halt ein Dressurpferd für den großen Sport. Der braucht sowas."

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Offline Kiowa

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Oder unser Zahnarzt, der bei einem Pferd massive Veränderungen des Kieferknochens feststellte, und ganz sachlich feststellte: "Solche Schäden kenne ich sonst nur von Dressurpferden."
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Offline baura

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kiowa,
sehr guter Beitrag. Danke schön.
Leonard: 'Herrgott noch eins, Sheldon, muss ich jedesmal mein Sarkasmusschild hochhalten, wenn ich mal den Mund aufmache?'
Sheldon: 'Du hast ein Sarkasmusschild?'

Offline turbo

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Kiowa  :), super Beitrag, der alles aussagt  :D. Danke  :D.
Viele Grüße
Turbo

Schwinge Dich zum Mond empor.Selbst wenn Du ihn verfehlst, landest Du bei den Sternen !

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geolina

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öhm,

es geht mir weder um herrn beerbaums statement, noch um rückenspritzen, um dressurpferde wieder zum laufen zu bekommen, noch um zahnschäden höheren ausmaßes ...

es geht mir zum einen um medikamente, die monatelang nachzuweisen sind, lange über den zeitraum hinaus, wo das pferd sie gebraucht hat und wo das pferd dennoch nicht starten könnte, obwohl es wieder komplett fit ist und die medis keine wirkung mehr hätten.

hier wäre für mich eben ein abweichen von der null-lösung sinnvoll.

anderes beispiel: hat nichts mit medikation zu tun, aber nach der erklärung der fn bin ich ein tierquäler, weil ich mit nasennetz reite. headshaker drücken nämlich schmerz/ unwohlsein mit dem shaken aus, das macht sie für die fn zu nicht-reit-/ turnierpferden, obwohl viele/ einige dieser tiere völlig ohne probleme mit netz laufen können. das schließt für mich turniere im sommer nach 10 uhr aus, außer abreiten und reiten findet in einer halle statt. ok, kein problem, ich reite so niederklassig, dass das geht. aber ich würde lieber dennoch im sommer auch auf turnieren, auch früh mit netz reiten. einfach, damit es nicht doch zum shaken kommt, was dem pferd ja immer einen riesigen riss ins maul gibt, wenn du nicht schnell genug nachgibst. für mich ein blödes verbot ...

nochmal, es geht nicht darum aus gequälten kreaturen auch noch das letzte rauszuholen, bevor sie dann platt beim abdecker landen. oder darum, dass unbedingt leistungssteigernde mittel oder schmerzmittel gegeben werden müssen, weil anders spitzensport nicht möglich ist.

alex