Autor Thema: Pferd im Wachstum - wie bewegen?  (Gelesen 6099 mal)

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Offline FrenzyTopic starter

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Pferd im Wachstum - wie bewegen?
« am: 02.09.09, 16:14 »
Hallo Ihr,

Mein 5-jähriger ist seit der letzten Messung im Frühjahr 4 cm gewachsen. Er ist hinten immer noch etwas höher (aber nur ein bisschen) und geht zur Zeit furchtbar klemmig. Er drückt den Rücke weg, wehrt sich gegen das Gebiss und braucht ewig lange um locker vorwärts-abwärts zu gehen. Die ersten 20 Minuten treibe ich mich kaputt, er ist kaum vorwärts zu bekommen. Danach läuft er dann flott bis überfleißig.

Was tun? Pferd wegstellen und in 4 Wochen noch mal probieren, ob es besser geht? Pferd nur longieren, Bodenarbeit, spazieren gehen/reiten? Locker 1/2 Stunde am Tag vorwärts-abwärts reiten?

Was macht Ihr, wenn Eure Pferde gerade wachsen? Und wie erkenne ich, dass der Schub vorüber ist? Ein bisschen überbaut ist er nämlich immer.

Liebe Grüße
Frenzy

Krümel 99

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Re: Pferd im Wachstum - wie bewegen?
« Antwort #1 am: 02.09.09, 17:40 »
hmm, hat sich denn mal ein Physio oder ein osteopath das tier angekuckt?? das wäre wohl meine erste Amtshandlung wenn ich in deiner Lage wäre  :)

ich denke er wird sicher einen Grund haben warum er so klemmig läuft bzw nach dem warmwerden wegrennt  :-\


Offline zaino

  • Mein Pferd ist als Pferd eine Katastrophe, als Mensch ist es unersetzlich.
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Re: Pferd im Wachstum - wie bewegen?
« Antwort #2 am: 02.09.09, 17:49 »
Schwer da was zu sagen, WIE reitest Du denn ? Passt der Sattel? Kriegt er grad irgendwelche Zähne? Voll banale Fragen, ich weiss!
Wie oft und wie viel reitest Du, hast Du Unterstützung, wie hältst und fütterst Du das Pferd? Wie "schlimm" ist es überhaupt?
Uffzzz. Ohne Hintergrund ist eine Ferndiagnose da schwer.

"Kaputt treiben" ist jedenfalls schonmal doof - da lernt er nur Blödsinn, da würd ich sofort den Schlußpunkt setzen! Wenn Du mit absolut konsequentem Reiten - also beim sacht und dann energischer anklopfen, wenn dann nix kommt, Tür eintreten per Schrei, HÄndeklatschen, Gertenklaps oder was auch immer Du machst - nach, sagen wir, 2-3 Versuchen, nicht durchkommst, kannst davon ausgehen, daß er nicht KANN, und daß ihm was fehlt.

Nach Deiner Beschreibung scheint er sich nach einer Weile des Striezens dann irgendwie "einzulaufen" ... aber da er ja nicht gern ans Gebiss herantritt und sich trotzdem nicht behaglich fühlt, kannst ihn vorn schlecht begrenzen, sein überbautes Hinterteil nicht drunterkriegen, logisch, fällt ihm schwer...

Edit: Schmeisse mal den ganzen Absatz von gestern hier raus. Scheint mir nicht so zu passen.

Ein paar Tage Pause geben. Auf Abwechslung achten - Longieren, Führarbeit, Geländespaziergänge!!! - dabei kannst Du führen oder oben sitzen, je nachdem wie artig er ist - neben der Bahnarbeit. Und nicht überfordern, geistig oder körperlich, aber auch nicht langweilen!

Wenn dann nicht besser, unbedingt mal wen gucken lassen (wie Krümel schon richtig sagte).  
Das kann rein wachstumsbedingt sein, das Problem, oder irgendwas sonst kneift - muss nichts Schlimmes sein ;)
LG und viel Erfolg!

Wichtig, wie viel freie Bewegung hat er und wie bewegt er sich da? Mit 5 rennen und spielen sie ja eigentlich noch viel, mit den passenden Kumpels, guck Dir das mal an, oder lass ihn mit so einem Kumpel auf dem Reitplatz laufen - klemmt er da auch? Ist er da bedeutend ruhiger und schlapper als gewöhnlich, oder peitscht er sich selber auf? Oder läuft er da locker und leichtfüssig und so richtig mit Freude? Allein das mal zu beobachten gibt Dir eine Menge Aufschlüsse so fürs erste! Betreffend Befindlichkeit des Pferdes und Reiterei momentan und generell...
« Letzte Änderung: 03.09.09, 10:53 von zaino »

Offline FrenzyTopic starter

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Re: Pferd im Wachstum - wie bewegen?
« Antwort #3 am: 03.09.09, 14:19 »
Danke erst einmal für Eure Antworten.

Der Sattler war im Frühjahr da, ich habe nicht den Eindruck, dass im Moment irgend etwas nicht passt. Ich werde aber auf alle Fälle mal den Test mit dem "Carola-Pad" machen.

Zähne sind erst im November dran, aber den Zahnarzt werde ich dann wohl lieber mal früher holen.

Osteopath/Physio hatte ich noch nie, da muss ich mich mal umhören, wer der so in meiner Gegend empfohlen wird.

Ich reite ihn 3 x wöchentlich Dressur, 1 x Ausritt und an den anderen Tagen mache ich entweder nur Verwöhn-/Kuschelprogramm oder longiere, auch gern über Stangen, nehme am Freispringen mit ihm teil (eher selten) oder mache Bodenarbeit und Scheutraining.

Pferdi steht 24 Stunden auf Weide, ich füttere aber trotzdem 800 gr. Hafer und Mineralfutter dazu, da nicht mehr so viel Gras drauf ist.

Richtig "schlimm" ist es nicht. Da er sich nach einer gewissen Zeit dann immer doch entspannt, an den Zügel herantritt und locker fleißig vorwärts tritt, ist es nicht sooo dramatisch. Wenn man aber sonst ein sehr lockeres, sich immer bereitwillig vorwärts/abwärts dehnendes Pferd gewöhnt ist, wird man bei einer Veränderung stutzig. Im letzten Sommer war er allerdings auch am Anfang der Stunde triebig, das hat auch was mit der Wärme zu tun. Nun scheint es aber - auch gemäß Aussage einer Reitlehrerin bei uns auf dem Hof, die allerdings nicht meine Reitlehrerin ist - wirklich am Wachstum zu liegen.

Zur freien Bewegung: Mal spielt er auf der Weide mit den anderen Pferden, mal nicht. Mal rast er nach dem Zurückbringen auf die Koppel wild buckelnd den Hügel rauf, bis er bei den anderen ist, mal trottet er im Schritt und schnüffelt an jedem Haufen 8) Letztens im Round-Pen bockte er im Galopp am Anfang auch fröhlich durch die Gegend.

Ohne Reiter geht es auf alle Fälle besser. Bin schon gespannt auf meinen Test mit dem Carola-Pad, vielleicht kneift doch irgendwo was. Wenn alles o.K. ist werde ich ihm trotzdem mal eine Woche Pause mit Spaziergängen und Bodenarbeit gönnen.

Aber wenn ich so darüber nachdenke, ist er eigentlich eher "flotter" drauf als letzten Sommer. Wenn er denn locker ist, versucht er auch schon mal beim Angaloppieren den Hintern hochzuschmeißen und an der Longe buckelt er auch gern mal. Letzten Sommer war ihm das alles vieeeel zu anstrengend. Da sah man ihn nach dem Reiten nie im fetzigen Galopp, buckelnder Weise die Weide hochrennen. So war er eigentlich nur, wenn es sehr kalt draußen war. Am besten kalt und windig  ;D

Liebe Grüße
Frenzy

Offline Schnett

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Re: Pferd im Wachstum - wie bewegen?
« Antwort #4 am: 04.09.09, 12:45 »
Ich würd evtl während derartiger Wachstumsphasen nur noch 1-2 mal die Woche reiten.

Ich kann mich schlecht als Beispiel nehmen, ich komme allgemein selten öfter als 1 mal die Woche aufs Pferd  ::) Aber vom Prinzip her mache ich in derartigen Phasen mehr von unten.

Zirkuslektionen, Dehnübungen, Longenarbeit, Fahren/Schleppen
Gönnen können ist eine Kunst denn neiden kann jeder