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Distanzreiten gut für's Pferd

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Sky:
Hallo Distanzreiter,
Distanzreiten ist ja sicher gut für die Kondition der Pferde. Wollte mal wissen wie das läuft, wenn man lange Distanzen reitet. Die Pferde werden doch eher mit lockeren Zügel geritten, oder? Kann es da sein, daß manche Pferde den Kopf/Hals ziemlich hoch tragen und eben auch mit durchgedrückten Rücken laufen, also nicht mit rundem Rücken. Manchmal sieht man das doch auch auf Distanzen. Will jetzt keinen auf den Schlips treten, ich überlege mir nur wie die Pferde ausgebildet sein müssen (ausgleichsmäßig) und wie man die Pferde während dem Distanzritt reitet sollte. Wie macht Ihr das?

Jolly:
Hallo Sky,

auf den Ritten gibt es sicherlich schöne und weniger schöne Bilder...
Inzwischen hat sich aber auch bei den Distanzreitern durchgesetzt, dass eine vernünftige Gymnastizierung von Vorteil ist und das Pferd in die Lage versetzt wird eine Leistung einfacher zu erbringen.
Mein Distanzpferd wird z.B. min. 1x wöchentlich Dressur geritten und hat inzwischen einen Ausbildungsstand von L, teilweise auch schon mit M-Lektionen. Es gibt einige Distanzpferde, die dressurmäßig sehr hoch ausgebildet sind. Allerdings gibt es auch genauso viele, die kaum was können.
Aber ein Pferd, welches lange Distanzen läuft (also zwischen 80 und 160km am Tag) wird in der Regel gelernt haben über den Rücken zu gehen (auch wenn das vielleicht von der Kopfhaltung anders aussieht als man es sonst gewöhnt ist). Diese Streckenlängen würde es sonst gar nicht ohne Beanstandungen vom Tierarzt schaffen.
Während des Wettkampfes soll das Pferd idealerweise am lockeren Zügel in guter Selbsthaltung und Balance laufen. Ein ständiger Zügelkontakt  über Stunden ist für Pferd und Reiter anstrengend und es gibt nur relativ wenige Distanzreiter, die das praktizieren. Allerdings setzt ein loser Zügel natürlich gute Rittigkeit voraus.... und die muß man sich erarbeiten, ob das nun im Gelände, im Western- oder Dressursport erarbeitet wird ist dabei unerheblich.
Die meisten Pferd sind gerade zu Anfang  nach dem Massenstart natürlich aufgeregt und sehr lauffreudig. Da kommt es dann natürlich schon zu Diskussionen zwischen dem Reiter, der ein bestimmtes Tempo gehen möchte und dem Pferd, was schnell laufen will. In der Regel gibt sich das aber nach den ersten Kilometer und das Bild wird harmonischer.
Vielleicht muß man auch noch sagen, dass die Bilder, die man im allgemeinen von Distanzritten sieht, bei Start, Ziel, oder in den Pausen aufgenommen werden. Die Pferde wissen das natürlich und gucken dann schon mit höherem Kopf, was da kommt. Auf den 20-30km zwischen den Kontrollen wird dann meistens doch lockerer und mit tieferem Kopf gelaufen.

So, ich hoffe, ich konnte dir deine Frage einigemaßen verständlich beantworten?

Viele Grüße
Tanja


Sky:
Danke Jolly, war sehr Verständlich.
Nur noch ne Frage zu Deinem Satz: "Ein ständiger Zügelkontakt über Stunden ist für Pferd und Reiter anstrengend und es gibt nur relativ wenige Distanzreiter, die das praktizieren". Gibt es einen Grund, warum manche Reiter dann einen ständigen Zügelkontakt über Stunden praktizieren? Was wäre der Vorteil? Evtl. deshalb weil das Pferd nicht so rittig ist?
Zu den Bildern bei Start, Ziel und Pausen hab ich mir auch schon gedachtl, evtl. eben weil die Pferde schon wissen was da kommt. Schade, daß man nicht sehen kann wie die Pferde so locker in der "Einsamkeit" dahinlaufen.

Jolly:
Hallo Sky,

es gibt durchaus Reiter, die der Meinung sind, dass es sinnvoller ist, dass man das Pferd durchgehend an den Hilfen hat. Das ist einfach Ansichtssache und hat nicht undbedingt was mit der Rittigkeit zu tun.

Das ist z.B. ein ganz nettes Bild:

Sky:
Tanja, ja gibt eben wohl kein "Einheitsrezept" für's Reiten. Nettes Bild und das Wetter ist auch noch schöner :)
Danke Dir für die Infos.

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