Autor Thema: Reiten ohne Helm  (Gelesen 34852 mal)

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Offline George

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #30 am: 08.12.04, 12:24 »
Anderseits, was hilft ein heiler Kopf, bei einer schweren Rückenverletzung??? Protectoren trage ich keine, was bei dem Pferd, was ich bald wieder reiten werde, sicher nötig wäre ... *nachdenk*

Fritzi

*beimdenkennachhelf* vielleicht sollte man einfach froh sein, dass wenigstens der kopf heil geblieben ist??
« Letzte Änderung: 08.12.04, 12:26 von George »
lieben Gruss
George
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Nur weil ich nie am Nordpol war, weiß ich doch trotzdem das es dort kalt ist...

Offline Eva

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #31 am: 08.12.04, 12:52 »
Außerdem glaube ich fast, daß der Kopf viel empfindlicher als der Rücken ist. Also, die Fläche, auf der ein Stein beim Drauffallen großen Schaden anrichtet, ist im Vergleich mit dem Rest des Rückens ja eher klein. Am Kopf dagegen führt ja jeder Stoß, der kräftig genug ist, zu einer Gehirnerschütterung oder schlimmeren.

Klar ist eine gebrochene Rippe fies, aber solange sie nicht die Lunge durchbort, gibt es keine bleibenden Schäden.
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Offline felis

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #32 am: 08.12.04, 13:46 »
@Calvin - ne gebrochene Wirbelsäule halt ich persönlich allerdings für fieser als ne Gehirnerschütterung....
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Offline Eva

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #33 am: 08.12.04, 13:57 »
Habe auch nicht behauptet, daß das anders ist. Aber wenn Du auf den Rücken fällst, ist der Bereich, in dem z. B. in Stein die Wirbelsäule trifft, recht klein gegenüber dem Rest des Rückens. Und wenn der Schädel gebrochen ist, nützt einem der heile Rücken vielleicht auch nichts mehr. Ging ja darum, warum der Helm sozusagen das erste Schutzelement ist, und ein Rückenprotektor/Schutzweste erst danach kommt.

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Manfred

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #34 am: 08.12.04, 14:15 »
Nur im Turniersport sehe ich immer noch die Hartschalen mit Samtüberzug, die kein Styropor haben, aber wegen der veränderten Schnalle (damals nur Gummiband) der Norm entsprechen.

Nur der Vollständigkeit halber:  ;)
Als erstes gab es die dünnen Kappen mit Gummiband. (Werden heute mitunter noch in der Dressur-Prfg. getragen als "Kopfbedeckung" von Reitern, die eigentlich keinen Helm tragen wollen. )
Dann kam die erste Helmnorm (DIN33951), welche eine Dreipunkt-Befestigung vorschrieb. Diese Kappen waren auch nicht viel dicker (ca. 5mm), hatten aber eine Begurtung und meist diese Plastik-Kinnkappe. (Das war erste Hälfte 90iger Jahre) Danach gab es strengere Normen und die (äußerlich gleich aussehenden) Samt-Helme wurden dicker. Dann kam 1996 die EN1384 die im Prinzip bis heute gültig ist. "Samt-Helme" nach dieser aktuellen Norm sind etwa 3-4 mal so dick wie die alten Kappen! Man kann also von weitem auf den ersten Blick nicht erkennen, ob ein Helm nach aktueller Norm gebaut ist oder nicht.
(Es kommt alos nicht nur drauf an ob "Gummiband" oder Schnalle... *g*)
Und dann gibt es auf (Spring-)Turnieren natürlich noch die GPA-Helme und alle Arten von Nachbauten davon... ;)

rose

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #35 am: 08.12.04, 20:22 »
In meinen Reithelm ( casco) steht z.B. auch, dass der Helm nur fürs Reiten geieignet ist und für keine anderen Sportarten ( wie Fahrradfahren) genutzt werden soll. Natürlich nicht in diesem Wortlaut ;)
Aber ich glaube auch, dass Fahrradhelme und Reithelme anders schützen.
Im Falle eines Falles, warscheinlich lieber ein Fahrradhelm als keiner.............aber grundsätzlich glaube ich nicht, dass die unterschiedlichen Helme für versch. Sportarten nur Gelmacherei sind.

Offline Fritzi

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #36 am: 09.12.04, 09:44 »
Hi,

ich denke, es hat schon einen Grund, warum Du auf einem Motorrad keinen Reithelm tragen solltest. Andersrum ist das natürlich kein Problem, aber wer will schon so einen globigen Helm auf einem Dressurtunier anziehen???

Ich könnte mir vorstellen, dass es für jede Sportart genau den Helm gibt, der (das maximale) an Sicherheit in Verbindung mit dem maximalen an gutem Aussehen und Praxisbezug gibt. Ich meine damit, dass die Helme zwar rückwärtskompatibel sind, vorwärtskompatibel aber nicht. So wie "Winzigweich" ;)

Fritzi
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Offline Haldir

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #37 am: 10.12.04, 08:53 »
Guten Morgen Leute!
@ Fritzi: Hast Du die Aussage Deiner Versicherung Schriftlich?

 ???Ich glaube es ist unstrittig, das ein Reithelm den Kopf schützen soll. Die meisten Verletzungen im Reitsport und auch die schwersten passieren am Kopf. ??? *diediskussionderletztenbeiträgeüberhauptnichtmehrversteh*
Was zum Geier ist daran so schlimm, wenn man mit Helm und Protektoren reitet? Und sei es nur für das bessere eigene Gefühl. Die meisten Erwachsenen können sich schwere Verletzungen eh nicht leisten (wegen der Kinder/Beruf). Die Kinder wegen ihrer Zukunft und einer unbschwerten Gegenwart.

LG Haldir
ducunt volentem fata, nolentem trahunt. Seneca

Offline Fritzi

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #38 am: 10.12.04, 11:56 »
Hi,

@ Fritzi: Hast Du die Aussage Deiner Versicherung Schriftlich?
 

Jup, e-mail ist ausgedruckt im Ordner fürs Pferd. *g* Ich hab mir gedacht, wenn die dann doch ne andere Aussage machen, kann ich sie vorlegen. Man muss sich ja immer absichern ...

Fritzi
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GerlindeK

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #39 am: 11.12.04, 14:16 »
Zitat:
"Ich meine damit, dass die Helme zwar rückwärtskompatibel sind, vorwärtskompatibel aber nicht."
Das stimmt so auch wieder nicht. Ein guter Motorradhelm ist wesentlich schwerer als ein Reithelm. Er könnte beim Reiten gefährlich werden, da noch der Sturz nach unten = mehr Beschleunigung dazu kommt. Und im schlimmsten Fall könnte das Genick nach hinten schon vor dem Aufprall gebrochen sein.
PS: nachdem ich weiß, W I E mein Pferd bocken kann, trage ich Kappe, Motorradjacke mit sämtlichen Protektoren und Sport/Plastikbrille beim Reiten. Das dauert zwar einen Moment, bis ich die gesamte Kluft anhabe, aber das ist mir meine Gesundheit wert.
« Letzte Änderung: 11.12.04, 14:20 von GerlindeK »

Offline Fritzi

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #40 am: 11.12.04, 14:47 »
Hi,

ibn Physik nicht aufgepasst? Fallgeschwindigkeit hat nichts mit dem Gewicht zu tun. Versuch: Feder contra Stein!

Fritzi
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GerlindeK

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #41 am: 11.12.04, 14:58 »
Physik Leistungskurs ;D
anders erklärt: Der Mot. helm ist für einen Aufprall bei hoher Geschwindigkeit (da hast Du Deine Beschleunigung ;D), allerdings bei geradliniger Bewegung konstruiert.
Beim Sturz vom Pferd kommen aber andere Bewegungen hinzu. Z.B. kann während des Buckeln der Kopf nach hinten geschleudert werden. Und bei dieser Bewegung/Beschleunigung in die falsche Richtung kann das höhere Gewicht des Helmes einen Genickbruch verursachen.

Manfred

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #42 am: 11.12.04, 15:01 »
@Gerlinde: Ich finde zwar diesen Vergleich mit Motorradhelm bzw. die Bezeichnungen "rückwärtskompatibel" bzw. "vorwärtskompatibel" auch wenig glücklich und passend, aber Deine Theorie ist leider falsch:
1. Würde dann das gleiche beim Motorradfahren passieren.
2. Beträgt die Beschleunigung Richtung Erdboden immer 9,81 m/s^2 (abzgl. Luftreibung), unabhängig von der Masse, der unterschiedliche Einfluß des Luftwiderstands ist bei ähnlichen Körpern vernachlässigbar.

@Frizti: Na ja, aber nur im luftleeren Raum! Besseres Beispiel wäre Kieselstein und Felsbrocken! ;)

Und klar, ein Motorradhelm würde wohl sicherheitstechnisch die Anforderungen eines Reithelms miterfüllen. (Alle anderen Anforderungen aber wohl eher nicht...) Es ging hier aber um Helme in vergleichbaren Klassen aber unterschiedlichen Anforderungen:
Reithelm - Fahrradhelm- Kletterhelm - etc.  Und da kommst Du mit "rückwärtskompatibel" bzw. "vorwärtskompatibel" nicht weiter! Da ist nicht einer viel "besser" als der andere, nur die Anforderungen (bzw. Normen) unterscheiden sich in Details. (Und ja, irgendein Hersteller hat einen Helm, der erfüllt alle drei genannten Normen. - Was noch nicht heisst, daß er sie auch GUT erfüllt!)

Gruß
Manfred

Manfred

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #43 am: 11.12.04, 15:07 »
> kann während des Buckeln der Kopf nach hinten geschleudert werden.
Halte ich für höchst unwahrscheinlich. Dafür ist die Beschleunigung beim Buckeln IMHO viel zu gering:

> Und bei dieser Bewegung/Beschleunigung in die falsche Richtung kann das höhere Gewicht des Helmes einen Genickbruch verursachen.
Also falls diese geringe (wenn überhaupt) Kraft einen Genickbruch verursachen kann, würdest Du Dir bei jedem 2. Aufprall am Boden (wo dann tatsächlich der Kopf anders abgebremst wird wie der Rest des Körpers und es häufig zum Schleudertrauma kommt) ganz sicher das Genick brechen.

GerlindeK

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #44 am: 11.12.04, 15:17 »
meine Schulzeit ist schon lange her. Aber ich meine nicht die Fallgeschwindigkeit, sondern die Kräfte, die während der Beschleunigung einwirken, und da spielt das Gewicht doch eine Rolle!! Doch, doch, doch: (Da war doch was mit Masse x Beschleunigung (Kraft??). Deshalb wird doch soviel Wert auf geringes Gewicht gelegt.
Desweiteren streiten sich doch sogar die Gelehrten, wie und was alles geprüft werden soll. Ob der Helm z.B. gegen einen großflächigen oder eher spitzen Widerstand trifft. Und ich denke, beim Reiten ist die Gefahr, daß sich ein Ast durch die Luftschlitze eines Fahrradhelmes bohrt, doch größer als beim Reithelm/Motorradhelm. Und bevor ich theoretisch mein Gehirn zermarter und an der Fallgeschwindigkeit scheiter, setze ich von vornherein einen Reithelm beim Reiten auf. (Weil ich den Mot.helm wegen dem hohen Gewicht nur beim Rollerfahren aufsetze (FußaufdenBodenstampf!).