Autor Thema: Reiten ohne Helm  (Gelesen 34851 mal)

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rose

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #15 am: 29.11.04, 20:02 »
Ich hatte einen Unfall OHNE Helm. Ist schon Jahre her. Damals war ich 14 oder so und natürlich zu schick für einen Helm :P Naja nachdem ich mit Notarzt ins Krankenhaus mußte unter anderem eine riesen Platzwunde auf dem Kof hatte, die mit 14 Stichen genäht werden mußte ( die Narbe erinnert mich heute nich daran) , reite ich NIE ohne Helm. Habe auch einen casco. Sollte ich mal wieder stürzen, wird er sofort ausgwechselt. ich würde auch nie einen gebrauchten kaufen. Man weiß ja nie.
am schönsten finde ich immer die Mädels, die mit laaaange offenen flatterhaaren und ohne Kappe ins Gelände gehen........mutig mutig ;)

Offline Gustl

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #16 am: 29.11.04, 22:23 »
Reiten ist aber nicht der einzigste Sport mit potentiellen gefährlichen Kopfverletzungen! Und mal ehrlich, selbst wer beim Reiten einen Helm trägt, wer trägt schon einen beim Fahrradfahren?

Meine Schwester hatte Ende Juni einen schweren Reitunfall. Ist ohne Kappe mit ihrem Pferd ausgeritten und gestürzt. Aufgrund der schweren Kopfverletzungen und da sie immer wieder das Bewusstsein verlor, gab's einen "gratis" Flug mit dem Hubschrauber ins 30km entfernte Krankenhaus in München.
Der Oberarzt im Krankenhaus war der Meinung nur richtige Militäryhelme würden bei einem solchen Sturz noch helfen. Und prozentual gesehen liegen die Fahrradunfälle mit schweren Kopfverletzungen an 1. Stelle, dann kommen die Reiter und dann lange, lange nichts!!!!

Bei uns in der Familie wird deswegen nur noch MIT Helm ausgeritten und gesprungen. In der Dressur sind wir da etwas nachsichtiger (und meine Schwester auch!) ... und die Schwestern Nr. 2 + 3 werden bis zur Volljährigkeit zur Helmpflicht verdonnert.

Ganz besonders schlimm und verantwortungslos finde ich aber die Pferdebesitzer, die kleine Kinder/noch halbe Säuglinge nur mal eben schnell ohne Helm und ohne Schutz auf's Pferd setzen. Pferd wird ja geführt  ::) und ist gaaaanz brav!
Liebe Grüsse, Tanja

Offline zaino

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #17 am: 30.11.04, 12:32 »
Oh, und selbst das beste, bravste Pferd kann einfach auf die SCHNAUZE FALLEN!!! wenn man an nix Böses denkt....  ::)

Offline pippilotta

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #18 am: 30.11.04, 18:20 »
*zainozustimm*
So etwas ist einer Stallkollegin beim Schritt-Ausritt passiert, Pferd stolpert, sie fällt mit dem Kopf auf einen Stein, Helm hat ihr lt Ärzten das Leben gerettet, sie war trotzdem wochenlang im künstlichen Tiefschlaf aber ohne Schutz wäre sie direkt bei den Engerln gelandet...

Habe bei Firma Casco nachgefragt, wen es interessiert:

AUSTAUSCH-Service der Firma CASCO:

CASCO ersetzt Ihren Helm zu einem Betrag von 50% des empfohlenen Verkaufspreises,

wenn dieser durch einen Reitunfall unbrauchbar wird. Als Erstbesitzer können Sie  diesen

Service für einen Zeitraum von drei Jahren ab dem Kaufdatum nutzen. Und so erhalten

Sie einen neuen Ersatzhelm: Schicken Sie den defekten Helm ausreichend frankiert an

die CASCO Schutzhelme GmbH. Wir benötigen weiterhin den originalen Kaufbeleg, einen

Scheck über 50% des empfohlenen Verkaufspreises zzgl. 5,00 EUR Rücksendegebühren

und eine detaillierte Beschreibung des Unfallhergangs.

Den beschädigten Helm ersetzen wir Ihnen durch einen neuen. Dabei suchen wir das

Modell für Sie aus, welches im aktuellen Sortiment hinsichtlich Form, Preis, Größe und

Dekor dem defekten Helm am nächsten kommt.

Dieser Austauschservice gilt ausschließlich für die Modelle MASTER, NEW MASTER,

ARCUS und ARCUS EDITION.


Ist zwar kompliziert, zahlt sich aber aus.

LG an alle Helmis  ;) ;D

Offline Haldir

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #19 am: 07.12.04, 00:15 »
Reiten ohne Helm  :o ist schlichtweg verantwortungslos! Reiter ohne Helm schicke ich beim Unterricht direkt wieder raus. Nix Helm = nix reiten.
Ich reite seit über 20 Jahren und habe meinen Helmen so einiges zu verdanken. Ich bin selber nie ohne Helm auf dem Pferd.
Spannend wird es dann , wenn die Kinder mit einem Fahrradhelm zum Unterricht kommen. Das zahlt keine Versicherung, wenn etwas passiert. Da haftet auch keine Haftpflichtversicherung. Leider stößt das auf wenig Verständnis bei den Eltern :o :o. Kein Weiterer Kommentar !

Haldir
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Offline truemelhexe

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #20 am: 07.12.04, 09:29 »
Hallo,

mir graust es, wenn ich daran denke von meinem Dicken zu seglen. :-\
Und das auch schon mit Helm. Habe in meiner Jugend einige schlimme Unfälle gesehen und ALLE hatten sie KEINEN Helm auf und das merkte man dann leider auch. Lange waren Sie alle krank.  :-[

Ich habe schon immer einen Helm getragen und auch gerade jetzt, wo ich nach 16 Jahren wieder anfange, habe ich mich erst richtig auf meinen Dicken getraut, als ich meinen Helm hatte. Klar, im Schritt bin ich auch mal auf dem Platz aufgestiegen, wer macht das zwischendurch nichtmal.

Im Moment habe ich schon ein wenig mit meinen Ängsten vor dem Runterfallen (im full Speed) zu kämpfen.

Ich bin stets für den Helm aber jetzt mal eine andere Frage. WEnn ich meinen Dicken von jemanden arbeiten lasse (ohne Entgelt beiderseits) und dieser keinen Helm tragen will (weil er/Sie ja so gut reiten kann). Wie ist es dann geregelt. Sollte man einen Vertrag aufsetzen (den sowieso) das es auf das eigene Risiko geht????

Denn ich will nicht ein Leben lang dafür zahlen müssen, nur weil andere denken, Ihnen passiert schon nichts.... Das geht leider schneller als man denkt.

Grüßle und immer schön Helm tragen

Sarah
  Manchmal muß man einen Schritt zurück machen um vorwärts zu kommen...

Manfred

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #21 am: 07.12.04, 13:05 »
> WEnn ich meinen Dicken von jemanden arbeiten lasse (ohne Entgelt beiderseits) und dieser keinen Helm tragen will (weil er/Sie ja so gut reiten kann). Wie ist es dann geregelt.

Ich denke mal, wenn es dann zu einer Kopfverletzung kommt, wird dieser Reiter wohl eine Mitschuld bekommen. Ob deswegen jedoch alle Schadensersatzansprüche wegfallen, hängt vom Einzelfall ab. (Sowas kann dann in jahrelangem Rechtsstreit enden.)

> Denn ich will nicht ein Leben lang dafür zahlen müssen,

Nun, ich hoffe mal, Du hast eine Haftpflicht, die das dann übernehmen würde. (Kann sich ja auch das Kreuz brechen....)


Gruß
Manfred

Offline carola

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #22 am: 07.12.04, 15:02 »
@Haldir

Seit die Cavallo damals den ersten Reithelmetest gemacht hat und aus Jux und Dollerei einen Fahrradhelm mitgetestet hat, der dann zu allem Übel noch am besten abschnitt, reite ich mit Fahrradhelm. Einem gut getesteten (nicht von Cavallo  ;)). Die Stürze dürften ähnlich sein. Ich habe inzwischen einen Reithelm angeschafft, aber ich glaube, den setze ich nur im Winter auf. Die Fahrradhelme sind einfach Klassen besser belüftet. Meinen ersten habe ich ausgetauscht, als nach einem Sturz das Styropor gebrochen war (soll es ja auch). Meine RL lässt aus Haftungsgründen nur mit Helm reiten, aber den Fahrradhelm akzeptierte sie fraglos. Mit welcher Begründung verweigert die Haftpflichtversicherung da die Haftung? Ist doch bestimmt sicherer als die alten Helme, die sonst (bei uns im Verein) von Kind zu Kind vererbt werden und noch aus dieser harten Schale mit ein bisschen Wattierung innen bestehen.

Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!

Manfred

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #23 am: 07.12.04, 15:31 »
> Seit die Cavallo damals den ersten Reithelmetest gemacht hat und aus Jux und Dollerei einen Fahrradhelm mitgetestet hat,
Na ja, traue keinem Test, den Du nicht selbst gefälscht hast. Der ist auch schon eine Zeit her und die Reithelme sind wohl auch besser geworden seitdem.

Ich will damit nicht sagen, daß ein Fahrradhelm weniger sicher ist, nur an einem Cavallo-Test würde ich mich nicht klammern... ;) (Ich persönlich hätte mit einem Radhelm kein gutes Gefühl, aber das ist subjektiv!)

> Mit welcher Begründung verweigert die Haftpflichtversicherung da die Haftung?
Eine Versicherung wird immer einen Grund suchen, weniger und nichts zahlen zu müssen. Und da ist sowas doch ein gefundenes Fressen. Wie das dann im Einzelfall ausgehen würde, ist eine andere Frage.

> Ist doch bestimmt sicherer als die alten Helme,
Das allemal! Wobei ich auch bei diesen alten Helmen (nicht nach aktueller Norm geprüft) davon ausgehen würde, daß die Versicherung (so sie schlau genug ist) erstmal Streß macht. - In meine Augen übrigens zurecht!  - Wäre ICH RL würde ich diese alten Teile nicht erlauben!


Gruß
Manfred

Offline George

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #24 am: 07.12.04, 16:22 »
ich habe hingegen mal einen bericht gelesen, in dem stand dass fahrradhelme überhaupt nicht zum reiten geeignet sind, da man bei einem sturz vom pferd in der regel anders aufprallt als bei einem sturz vom fahrrad, und die dinger aus dem grund anders konstruiert sind. fahrradhelme haben also andere "sturzauffangprioritäten" als ein reithelm. soweit ich weiss, ist es versicherungsmässig ebenfalls nicht abgesichert mit fahrradhelm zu reiten.
lieben Gruss
George
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Nur weil ich nie am Nordpol war, weiß ich doch trotzdem das es dort kalt ist...

Offline SilverRoper

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #25 am: 07.12.04, 21:12 »
Hi,

Reitunfälle häufen sich.
In diesem Jahr habe ich einige schwere Stürze gesehn und einen selber erleben dürfen.
Mir ist nichts passiert...Glück gehabt. Dabei bin ich ganz knapp an einer Bahnschwelle vorbei geflogen.
Bei den anderen ging es nicht so glatt...zumindest für Zwei.....ein Beckenbruch und
eine Querschnittslähmung.
Von der Querschnittslähmung hab ich erst am Sonntag erfahren. Geschehen im September.
Die Liebe befindet sich derzeit in der Reha. Ich muß hin und weiß nicht ob ich das durchstehe.

Es lohnt in meinen Augen nicht, über einen Fahrradhelm zu reden. Diese Dinger sind speziell dafür entwickelt worden. Siehe Form und wie das Ding auf dem Kopf sitz...schützt.

Ich sage ganz klar...Helmpflicht!
Sowie bei kein Alkohol am Steuer, muß schon Zwang ausgeübt werden...sonst interessierts keinen.

Silver

Offline Haldir

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #26 am: 07.12.04, 23:24 »
@ Carola

Da kann ich Manfred nur zustimmen. Wenn es das gleiche wäre ein Reithelm oder einen Fahrradhelm zu tragen, dann sähen auch beide gleich aus oder nicht? (getreu dem Grundsatz: form follows function)
Ich habe das glaube ich mal in einem PM-Forum gelesen, weiß aber ich ob ich den Artikel nochmal wieder finde. Ich muß suchen. Das kann einige Tage dauern. Also bitte hab etwas Gedult. Sobald ich was habe sage ich Bescheid.

Lg Haldir
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Manfred

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #27 am: 08.12.04, 08:53 »
Was mir jetzt nur gerade noch einfällt dazu:
Die EN-Norm für Reithelme schreibt m.W. eine maximale Größe für Lüftungsschlitze bzw. Lüftungslöcher vor. Grund ist, daß sich im Gelände nicht womöglich ein dickerer Ast im Reithelm verfangen kann. (Würde ich mir jetzt nicht so lustig vorstellen...) Die amerikanische Reithelm-Norm kennt diese Vorschrift nicht, daher haben z.B. Troxel-Helme wesentlich größere Lüftungsöffnungen.

Gruß
Manfred

Offline carola

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #28 am: 08.12.04, 11:15 »
Genau das ist das, was ich damals über den Unterschied gelesen habe. Diese DIN-Norm verlangt in Kontinent-EU diese schmalen Schlitze damit Stangen mit einem Durchmesser von 1,... cm nicht durchgehen. die englische Norm laut diesem Artikel nicht, deshalb sehen die Helme da zum Teil anders aus. Aber: in den letzten Jahren haben sich die guten Helme klipp und klar von der leicht gepolsterten Hartschale Richtung Styropor mit Überzug gewandelt, wie sie seit Jahren für den Fahrradhelm verwendet werden. Ich will keine Werbung für Fahrradhelme machen, aber je öfter ich mir mal Reithelme anschaue, desto kleiner finde ich die Unterschiede. Nur im Turniersport sehe ich immer noch die Hartschalen mit Samtüberzug, die kein Styropor haben, aber wegen der veränderten Schnalle (damals nur Gummiband) der Norm entsprechen.
Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!

Offline Fritzi

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Re: Reiten ohne Helm
« Antwort #29 am: 08.12.04, 11:32 »
Spannend wird es dann , wenn die Kinder mit einem Fahrradhelm zum Unterricht kommen. Das zahlt keine Versicherung, wenn etwas passiert. Da haftet auch keine Haftpflichtversicherung.

Hi,

da ich jede Woche ein behindertes Mädchen  (8 Jahre alt, aber zusätzlich noch kleinwüchsig) auf meinem Pony reiten lassen wollte, habe ich bei meiner Versicherung angefragt, wie das dann bei der Haftpflicht sei.
Antwort: Fahrradhelm würde reichen. Ein Elternteil sollte aber mitlaufen.
Sie wird aber auch nur im Schritt geführt.

Früher bin ich auch öfters ohne Helm geritten. Ich kam mir da total blöd vor. Hier reiten alle ohne Helm. Nur, wenn ich mit anderen ausgeritten bin habe ich einen Helm aufgesetzt, was sich aber wirklich verdient gemacht hat. Heute reite ich nur mit Helm und halte alle anderen dazu an, das auch zu tun. Aber die wollen irgendwie ihre eigenen Erfahrungen machen ...  :-\

Anderseits, was hilft ein heiler Kopf, bei einer schweren Rückenverletzung??? Protectoren trage ich keine, was bei dem Pferd, was ich bald wieder reiten werde, sicher nötig wäre ... *nachdenk*

Fritzi

Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens: durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens: durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens: durch Erfahrung, das ist der bitterste.
Konfuzius