Autor Thema: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung  (Gelesen 24239 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline NalaTopic starter

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 20
Hallo, mir wurde eine Traber Stute 5-jährig zum Kauf angeboten, in der Anzeige stand nix von Traber nur brav, rote Papiere und für Anfänger geeignet.
Vor kurzem bin ich aber schon mal einen Traber zur Probe geritten, aber Schritt und Trab waren mir viel zu heftig.
Sind alle Traber so?
Würde mich freuen, wenn ihr mir Eure Erfarhungen mitteilt.

Offline Karotte

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.258
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #1 am: 05.05.09, 13:06 »
was heißt zu heftig?

die traber, die ich kenne, sind allesamt ausgesprochen nette, höfliche pferde, toll im umgang und meist auch angenehm im temperament. je nachdem, wie lange sie auf der rennbahn waren und wie sie dort behandelt und trainiert wurden, sind sie mehr oder weniger gesund. meist auch klasse im gelände. einen traber (vor allem einen mit viergangveranlagung) dressurmäßig zu reiten ist allerdings ne herausforderung. wenn du ein nettes pferd zum ausreiten suchst, ist ein traber bestimmt ne gute wahl.
Das Leben ist keine E-Dressur!

Offline NalaTopic starter

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 20
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #2 am: 05.05.09, 13:11 »
Danke schon mal dür die Antwort. Dressur will ich so nicht reiten, haben zwar auch eine Halle, nache ich aber eher gymnastzierende Übungen.

"heftig": Schritt und Trab waren vom Tempo viel zu schnell.

Offline Ladylike

  • Horrido!
  • Moderatoren
  • *
  • Beiträge: 2.589
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #3 am: 05.05.09, 13:11 »
Hallo!

Ich habe zwei Traber...einer der auf das Renngeschehen vorbereitet und dementsprechend ausgebildet wurde und einer der roh zu mir kam. Beide sind sehr freundlich, höflich *beiKarotteunterschreib* , nervenstark und gehfreudig wobei die Gänge an sich eher flach und ökonomisch sind. Die Traber werden gezielt auf Leistungswillen, Härte und Ausdauer gezüchtet. Das Grundtempo ist generell höher als bei Pferden vieler anderer Rassen.

Was den täglichen Umgang betrifft sind sie genauso Pferd wie alle anderen auch und es liegt an der eigenen Erziehung wie sich das Pferd entwickelt..auch reiterlich! Allerdings sind sie als Blüter durchaus sehr fein und schnell in ihren Reaktionen. Das muss man mögen.

Ich mag das sehr gerne, habe mir bewußt einen 2. Traber als Nachwuchspferd genommen. Es sind freundliche, feine, ehrliche Tiere mit angenehmer Spritzigkeit und großer Arbeitsbereitschaft. Für mich als viel-Gelände-Reiter ideal.

Trotzdem wirst du diese Eigenschaften auch bei anderen Rassen finden. Wer gerne dressurlich arbeitet und in dieser Richtung mehr erreichen möchte, sollte eher nach einem Pfed schauen dass diese Talente auch von Haus aus mitbringt. Man hat es so einfach leichter. Im Gegensatz zu beispielsweise Warmblütern oder Reitponies u.ä. sind sowohl Traber als auch Galopper auf Leistung gezogen und nicht auf Reitpferdepoints und Exterieur. Was ein Warmblüter o.ä bedingt durch die lange, gezielte Zucht einfach schon "mit bringt" kann dich bei einem rein leitsungsgezogenem Pferd viel Arbeit kosten.

Am besten du schaust dir das Mädel mal an, reitest sie Probe, schaust wie sie im Umgang reagiert und ob sie für dich in Frage kommt. Letztendlich ist jedes Pferd ein Individuum und seine Rasse gibt einem lediglich einen groben Umriss was es mitbringen könnte.

LG
Lady
..ich hab keine Zeit mich zu beeilen..

Offline zaino

  • Mein Pferd ist als Pferd eine Katastrophe, als Mensch ist es unersetzlich.
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 5.739
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #4 am: 05.05.09, 19:58 »
... und schau, ob sie Gleichgewicht mitbringt und so halbwegs galoppieren kann. Haut mich, aber ich sah es öfter und sehe es immer noch - Pferde, die den Galopp unterm Reiter nur durch "Reinrennen" finden, find ich persönlich erschreckend, wär mir zu schnell und zu gefährlich. 
Allerdings, wenn Du das Know-How für kreative wirkungsvolle Dressur- und Gymnastikarbeit hast, dann kriegst Du das hin.
Mir tut der eine Traber bei uns am Hof leid - schrappt wie Steilwandmotorrad um die Kurve, jede Galoppeinheit endet schweissgebadet. Hab mich da schon in die Nesseln gesetzt mit dem *piep* Vorschlag evt. mal andere Wege auszuprobieren daß er sich leichter tut.

Charakterlich sind viele sehr sehr nett, gutartig und willig, ich hatte aber auch schon mit absoluten Mistkrampen zu tun (hatten mal welche am Hof, auf dem meiner damals stand, die waren recht neurotisch bis slightly gefährlich im Händeln). Erziehungssache, richtig.

Wie gesagt, Probe reiten. Wg. o.g. eventuellem Galopp-Problem.

Offline Ladylike

  • Horrido!
  • Moderatoren
  • *
  • Beiträge: 2.589
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #5 am: 05.05.09, 21:14 »
Das Galopp-Problem kommt u.a. auch daher, dass die Hinterhand des Trabers eher auf Schub als auf Tragkraft gezuechtet wurde. Man muss ihm also zeigen dass man die HH durchaus auch zum Tragen einsetzen kann.
Mein älterer Wallach (sehr grossrahmig, langer Ruecken, sehr trablastig) galoppiert ganz easy aus dem Schritt an wenn man die Hilfen deutlich gibt. Ist er unkonzentriert oder angespannt, wird daraus auch mal ein nettes Vierschlaggehampel. :P

Der Juengere, der von Haus aus einen schönen Galopp hat, tut sich mit Reiter seltsamerweise wesentlich schwerer. Er rennt gerne mal rein. An dem Problem arbeiten wir aber. Wichtig ist bei ihm ordentlich einzusitzen/mit dem Kreuz dran zu bleiben während man die Galopphilfe gibt. Dann wirds ein wunderschöner, raumgreifender Dreitakt. Letztendlich alles eine Sache des Trainings. Aber dazu muss man eben auch den Willen haben. Sonst taugts nicht. :)
..ich hab keine Zeit mich zu beeilen..

Offline zaino

  • Mein Pferd ist als Pferd eine Katastrophe, als Mensch ist es unersetzlich.
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 5.739
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #6 am: 05.05.09, 21:21 »
Ja, man muss den Willen haben und die Geduld.
Ich krieg halt das kalte Grausen wenn irgendwelche Girlies durch die Gegend preschen sehe auf Pferden, die die Beine nicht sortiert kriegen. Aber meinen, Galoppieren lernen sie nur durch Galoppieren... das kann nicht gesund sein.
Sicher ist es ein Stück Arbeit, einen Traber das beizubiegen.
Hab aber auch schon sehr biegsame, dressurbegabte Tiere getroffen, mit denen ist aber gezielt gearbeitet worden.
Persönlich tät ichs mir einfach reiterlich nicht zutrauen.

Offline MoonShadowStable

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 2.754
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #7 am: 06.05.09, 13:43 »
Hallo,

bei allen unterschreib. :D

Die Beschreibung meines geliebten Trabers: ... intelligent, willig, lebhaft, zäh, mutig, schnell und ausdauernd ...


Und ich will niemals ein anderes Pferd haben .... auch wenn ich 2 Jahre (und ganz viel Geld für gute Clinics) gebraucht habe, bis er galoppieren konnte.  ;D

Heute ist er der weltbeste Kinderreit-, Reining- + Working Cowhorse-Traber forever ...  :-*
LG MSS

Offline Medanos

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 645
  • Geschlecht: Weiblich
    • Meine Homepage
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #8 am: 06.05.09, 18:54 »
So unterschiedlich die Traber aussehen so unterschiedlich sind auch ihre Gänge.

Meine ehemalige Traberin war sichere 4Gängerin liebte aber den Renntrab. 
Ihre Tochter dagegen musste unter dem Sattel zum Traben gezwungen werden. Da gabs für sie am liebsten nur Schritt und Galopp in jedem Tempo.
Andere gingen lieber im Pass oder Tölt,...

Der Traber bei uns im Stall tat sich früher sehr schwer im Galopp - aber mittlerweile macht er sich echt gut unter dem Westernsattel!

Die Traber die ich kenne waren alle extrem Geländesicher (wo lernen sie es sonst kennen das ein Traktor/Wasserwagen neben/hinter/vor ihnen die Bahn spritzt während sie trainiert werden,...) absolut cool, sensibel,... wobei es da auch auf die Haltung, Trainer ankam - Erziehung macht sehr viel aus!!
Viele werden auch auf der Bahn geritten weil es einfach leichter ist für die kleinen Besitzer ein Pferd unterm Sattel als vorm Gig zu trainieren weil oft das Gelände nicht so vorhanden ist. Außerdem werden da auch ganz andere Muskeln trainiert.

LG Manu

Offline schnegge78

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 321
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #9 am: 08.05.09, 06:41 »
Ich unterschreib jetzt mal bei allen!  :D

Mein erster Traber ist mittlerweile 20 Jahre alt, lief 5 Jahre auf der Rennbahn und ist nach wie vor fit wie ein Turnschuh! Ich hab ihn jetzt seit 12 Jahren. Auch ich habe mir ganz bewusst als Nachwuchspferd wieder einen Traber gekauft. Der Kleine ist 3, wurde antrainiert und als zu langsam "aussortiert".

Probier das Stütchen!!

holzwurm

  • Gast
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #10 am: 13.05.09, 12:38 »
Hi

ich hatte noch keine Traber selber, bin aber dank Bekannten und Freunden zwei geritten (eine aktuell, die andere vor Jahren mal). Beide älter, die eine seit Jahren in Privatbesitz und nie Rennen gelaufen, die andere zu ihrer Zeit sehr erfolgreich und später Zuchtstute. Das liebe Tier lebt leider nicht mehr...  :'(

Charakterlich sind/waren sie beide top, leicht zu händeln (wenn auch beide mit liebenswerten Macken  ;D).
Reiterlich ist es gewöhnungsbedürftig (v.a wenn man wie ich auf "stabilere" Pferde steht - mein aktuelles ist ein Kaltblutmix, das im Rücken sicher doppelt so breit ist wie die eine Traberstute  8)). Schritttempo finde ich angenehm flott, Trab so lala, Galopp bei beiden sehr weich und schön. Wobei ich die aktuelle Stute auf dem Platz nicht galoppiere, da sie bei mir noch nicht ganz im Gleichgewicht geht.

Wenn Du geringe Dressurambitionen hast und ein braves, nervenstarkes und verlässliches Pferd willst, probier die Stute aus.  :D An das Tempo gewöhnt man sich  ;D und normal sind sie auch leicht zu regulieren.

Offline Einhorn

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 207
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #11 am: 13.05.09, 12:49 »
hi

ich hatte selber eine liebe, zuverlässige und absolut gelände sichere Traberstute, Traber (grade wenn sie auf der Bahn waren) haben meistens ihre kleinen Macken die meist aber in nachhinein einfach zum Charakter gehören.

Traber kann man meistens eigentlich sehr fein reiten und auch das Tempo lässt sich mit Training recht gut regulieren, meine Stute konnte zum Schluss (auch wenn sie es gehasst hat) genauso langsam im Schritt, Trab und Galopp gehen wie ein Pony (wenn sie es musste und wir mit anderen unterwegs waren), ich hatte zu anfang auch das Problem das sie nur in Galopp reingerannt ist, später ist sie dann auch ganz locker aus Schritt angaloppiert.

Ich finde für Traber muss man einfach nen Liebhaber sein, man kommt mit ihnen klar oder nicht, aber ich denke das gilt auch für alle anderen Tiere, probier das Stütchen einfach aus, wenn du nen Pferd suchst das absolut zuverlässig ist, charakterstark und lieb im Umgang dazu nicht allzuhohe Dressurambitionen hast (gymnastizieren muss sein aber das geht auch wunderbar im Gelände) wird ein Traber das richtige sein und der Rest ist einfach Trainingssache.

Bedenke aber auch immer Traber werden zum Rennsport gezüchtet und sind daher für Dressur ect. nur bedingt geeignet, viele haben aber trotzdem Spass (eigentlich die meisten) an der Arbeit und auch wenn es hin und wieder nicht so klappt wie man sich das wünscht nicht verzweifeln ;)
Wichtig ist, dass du dich nicht verstellst
Richtig is was du für richtig hältst
Der der es am besten weiß bist du selbst
Richtig is was du für richtig hältst
Fühl dich frei

Sido - Fühl Dich Frei

Offline Bonsai2

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 288
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #12 am: 12.10.09, 12:23 »
Ich hab mal zwei Jahre ein Traberstute geritten, Tempo im Gelände war immer halsbrecherisch, aber es war halt "ihr Tempo". Charakterlich war sie in Ordnung, aber der Galopp war schwer für sie und nachher kam nur noch Gangsalat auf dem Platz, weil sie Schwierigkeiten hatte, die Gänge zu unterscheiden, sie hatte auch Töltansätze. Für mich wäre das nichts mehr, weil ich gerne Dressur reite. Außerdem war das mit der Kontrolle im Gelände manchmal echt brenzlig, weil sie keine korrekte Grundausbildung als Reitpferd genossen hatte.

Du schreibst, für Anfänger geeignet. Bist du noch Anfänger? Mich macht ja stutzig, daß sie nicht mal dabei schrieben, daß es ein Taber ist.

Warum solls eigentlich ein Traber sein? Wird das Pferd günstig abgegeben?


Oh ich seh jetzt erst, daß der Faden schon älter ist, sorry!
« Letzte Änderung: 12.10.09, 14:53 von Bonsai2 »

Offline Traberin

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1
Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #13 am: 24.11.11, 10:25 »
ist zwar schon länger her das thema aber ich werde jetzt auch mal meine erfahrungen hier schreiben..
ich habe seit 3 monaten meine traberstute (ging nie wirklich rennen aber wurde trainiert, war aber zu langsam) sie ist 3 1/2 jahre und dann begann ich sie einzureiten..sie stellte sich gar nicht so blöd an innerhalb von 4 wochen waren wir soweit das wir alleine ausreiten konnten (kannte ja schon einiges von der bahn-verschnalltes geschirr lenken,...) anfangs habe ich mir auch immer gedacht wie soll ich diesen trab jemals aussitzen können und nach 2 wochen war ich so daran gewohnt, dass ich mir fast schwer tat andere pferde auszusitzen :D
ihr tempo ist für mich genau richtig..sie kann vom langsamen arbeitstrab bis in den renntrab eig alles ;)
galoppieren mittlerweile auch schon sogar aus dem langsamen trab heraus ;)
ich würde jedem einen traber empfählen weil sie einfach die treuesten und intelligentesten pferde sind die ich kenne und einfach alles für ihre besitzer tun wenn man sie richtig behandelt

Offline carola

  • Moderatoren
  • *
  • Beiträge: 8.570
  • Geschlecht: Weiblich
  • pferdelos glücklich...
Re: Traber als Freizeitpferd, wer hat Erfahrung
« Antwort #14 am: 24.11.11, 10:31 »
Und du meinst, das täten andere Pferde nicht? Die 3.5 Monate Erfahrung verbuche ich jetzt noch nicht als Langzeit.
Ich habe auch gar nichts gegen Traber, aber man muss sich meiner Meinung nach bei jedem Pferd und jeder Rasse vorher klarmachen, was man eigentlich möchte. Und ein Traber mag eine gewisse Vielseitigkeit haben, er tut sich in manchen Dingen aber trotzdem schwer. Und wer da seinen Schwerpunkt oder zumindest einen Schwerpunkt hat, sollte keinen kaufen.
Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!